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Ultraleicht Trekking
bri

Scottish National Trail

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Nachdem ich jetzt den vierten und (planmäßig) letzten Teil des Scottish National Trail plane, habe ich es immerhin geschafft, den Reisebericht der ersten drei Teile fertigzustellen, und werde ihn so nach und nach hier einstellen. Alle Bilder sind von mir und erheben nicht den Anspruch, Profi-Bilder zu sein. Es sind einfach Erinnerungsbilder.

Vorgeschichte

Herbst 2017

Seit zwei Jahren habe ich jetzt meine Urlaube mit Wandern verbracht. Obwohl ich seit über 20 Jahren keinen Sport mehr betreibe, hat es funktioniert. Quasi aus dem Stand. Das liegt zum großen Teil an diesem Forum, in dem ich schon vor der ersten Tour das Weglassen gelernt habe. In Verbindung mit den Dingen, die ich neu anschaffen musste und gleich auf das Gewicht geachtet habe, war diese Art des Urlaubs für mich im wahrsten Sinne des Wortes „tragbar“. Danke an alle, von denen ich lernen durfte.

Allerdings waren bisher die Übernachtungen immer „unter Dach und Fach“. Jetzt wollte ich mehr. Soweit gehen, wie ich kann und dann genau dort übernachten und am nächsten Tag weiterwandern. Die Anzahl der möglichen MitwanderInnen im Familien- und Bekanntenkreis nahm unter diesen Voraussetzungen rapide ab, um nicht zu sagen: Tendierte gegen Null. Also allein. Auch gut. Ich will das! Ein paar kurze Strecken ausprobiert und die Erfahrung gemacht: Ich kann allein mit mir auskommen und ich kann auf dem Boden schlafen.

Ich habe mich lange mit Lappland beschäftigt, bin aber zu dem Schluss gekommen, dass ich erst woanders üben möchte, wo der Ausstieg bei Nichtgelingen einfacher ist. In diesem Zusammenhang bin ich über den Scottish National Trail gestolpert (wie wahr diese Formulierung werden sollte, erfuhr ich dann später sehr hautnah). Mir gefiel die Steigerung der Strecke bezüglich des Anspruchs. Zunächst in den Lowlands und noch relativ zivilisationsnah beginnen, langsam die Highlands mit ihrem erhöhten Anspruch erobern und ausprobieren, was für mich machbar ist. Da ich allein gehen werde, kann ich mich auch immer nach meinen Möglichkeiten richten. So war mein Plan.

Dann fragte mich mein Mann, ob ich was dagegen hätte, wenn er mitkommen würde. Nein, nicht zum Wandern. Er würde während der Zeit mit dem Auto durch Schottland fahren. Aber wir könnten zusammen hin- und zurückfahren. Ich hatte natürlich nichts dagegen. Nicht nur aus dem Grund, weil diese Planung den Charme hatte, dass ich mich um die Anfahrt nach Kirk Yetholm nicht würde kümmern müssen. Ein paar Wochen später fragte meine Schwester meinen Mann, ob er sie wohl mitnehmen würde auf die Autotour durch Schottland. Da waren wir schon zu dritt! Und als ich im Scotch-Club Bremen mit S., die schon sehr, sehr viel gewandert war, über meine Pläne sprach, sagte sie: „Oh, da würde ich gerne mitkommen!“ Wenigsten sie meinte nicht die Autotour, sondern die Wanderung.

Und so reisen wir mit Auto und Fähre zu unserem Startpunkt in Kirk Yetholm, teilen uns dort auf und S. und ich nehmen ab 6. Mai 2018 den Scottish National Trail in Angriff.

bearbeitet von bri
Nachtrag Copyright Bilder

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Scottish National Trail Part I

6.5.2018, 17 km

Gegen 13:00 Uhr starten S. und ich in Kirk Yetholm bei wunderschönem sonnigem Wetter. Wir genießen die Sonne, den Weg und die Vorstellung, dass wir jetzt fast zwei Wochen lang einfach immer weiter gehen können.

Nach ca. 2 km habe ich das Gefühl, dass mein Hintern etwas kühl wird. Mit einem Griff stelle ich fest, dass er nicht nur kühl, sondern auch nass ist. Ebenso wie der untere Teil des Rucksacks. Und das bei schönstem Sonnenschein? Sehr seltsam. Wir suchen uns einen Platz, ich nehme den Rucksack runter, mache ihn auf und suche. Meine grüne Faltflasche hat ein ganz kleines Loch an der Schweißnaht im Boden. Das Wasser tropft langsam, aber stetig heraus, läuft durch den Rucksack und tropft mir auf den Hintern. OK. Ist wohl nicht so klug, Wasser mit Kohlensäure in Faltflaschen zu füllen. So schnell nach dem Start schon die erste Lektion gelernt.  Aus meiner zweiten Faltflasche trinke ich erstmal etwas ab und bei jeder Pause schüttele ich Kohlensäure raus. Warum ich die kaputte Faltflasche noch mindestens fünf Tage mit mir rumschleppe, bis ich sie wegschmeiße, entzieht sich meiner Kenntnis und wird wohl ewig ein Geheimnis bleiben.

Kurz danach erreichen wir die ersten sanften Hügel. Bei schönstem Wetter haben wir eine wunderschöne Aussicht.

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Die ersten sanften Hügel

S. hat nach ca. 9 km bei Old Quarry, wo wir das Kale Water furten müssen, keine Lust, die Sandalen von ganz unten aus dem Rucksack zu holen. Barfuß geht auch nicht. Der Beton, über den das Wasser läuft, ist zu glitschig. Also zieht sie Strümpfe und Bandage aus, steigt barfuß in die Wanderschuhe und läuft durchs Wasser. Das ist keine gute Idee, denn ihre Wanderschuhe sind aus Gore-Tex. Wasserdicht. Sowohl rein als auch raus. Sie muss dann doch ihre Sandalen rausholen und in ihnen weiterlaufen, bis ihre Stiefel innen wieder trocken sind.

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Das erste Mal nasse Füße

Irgendwann geht es dann etwas steiler bergauf (Hust). Ich muss ganz schön keuchen, weil ich die Bergauf-Strecken völlig falsch angehe. Woher soll ich als Eingeborene der norddeutschen Tiefebene das auch wissen? Es braucht ein paar anstrengende Tage, bis ich kapiere, was S. mir empfiehlt. Nicht losstürmen, um schnellstens so viel Berg wie möglich zu schaffen, sondern mit kleinen kurzen Schritten langsam, aber stetig bergauf gehen. Das wird mein Mantra für bergaufgehen: Kleiii-ne kurrr-ze laaang-saaaa-me Schrit-te.

Nach ca. 11 km trinken wir in Morebattle einen Kaffee und schlagen ein paar Kilometer hinter dem Ort auf einer wunderschönen Anhöhe um circa 20 Uhr unser erstes Zeltlager auf.

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7.5.2018, 28 km

Nach Frühstück und Einpacken starten wir gegen 8 Uhr. Es geht quer über grüne Wiesen, auf schmalen Pfaden durch duftende Wälder bis nach Harestances. Im Visitor Center gönnen wir uns ein ausgiebiges Mittagessen und danach auch noch einen Kaffee. Unsere Handys dürfen wir gegen eine Spende aufladen. Wir verlieren etwas die Zeit aus den Augen und kommen später los als geplant.

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Quer über grüne Wiesen

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Durch Wälder, die nach Bärlauch duften

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Die Hängebrücke über den River Teviot

Wir wandern weiter bis Sankt Boswell. Dort kaufen wir uns noch ein Bier, das wir auf einer gemütlichen Bank vor der Kirche austrinken, bevor wir weiterwandern. Das von mir für die Übernachtung geplante Gebiet erweist sich als völlig ungeeignet. Es ist nur ein schmaler Weg an einem ziemlich dicht bewachsenen Hang. Also müssen wir weiter. Und dann auch noch einmal mächtig bergauf. S. findet schließlich neben einem Feld hinter einer Hecke einen schmalen Grasstreifen, auf dem unsere Zelte gerade so Platz haben. Ich bin so kaputt, dass ich keine Lust mehr habe, meine Matte aufzupusten. Außerdem ist das Wetter immer noch ziemlich schön, so dass ich beschließe, direkt auf dem Zeltboden zu schlafen. Das ist nicht die beste Idee. In der Nacht wird es ziemlich kalt. Ich friere und schwitze. Keine gute Kombination. Irgendwann ziehe ich meinen Kapuzenpulli über, der eigentlich zu den Tagesklamotten gehört, und um drei Uhr blase ich dann doch noch meine Matte auf.

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Schmaler Zeltplatz

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8.5.2018, 19 km

Morgens koche ich mir meinen ersten Kaffee auf dieser Tour. Schönes Gefühl, was Warmes in den Magen zu bekommen. Wir starten wieder um ca. 8 Uhr. Der Weg führt über den Sattel zwischen den Eildon Hills nach Melrose.

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Blick von den Eildon Hills

Dort finden wir ein nettes Café mit heißem Kaffee und leckerem Kuchen. Und Handys aufladen dürfen wir auch. Nach der Pause führt uns der Weg weiter an Tweedbanks und Galashields vorbei. Bei Galashields ist Schluss mit dem guten Wetter. Also alles regendicht einpacken. Dann geht‘s wieder in die Hügel.

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Das ist ziemlich anstrengend, weil es inzwischen kalt, windig und regnerisch ist. Eigentlich wollen wir noch an Yair vorbei, sind aber beide ziemlich erschöpft und finden 4 km vor unserem eigentlichen Ziel eine schöne Wiese, bauen die Zelte auf und S. kocht erstmal eine Suppe. In einer Regenpause scharwenzelt ein Fasan in aller Seelenruhe um mein Zelt herum.

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Besuch vom Fasan

bearbeitet von bri

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9.5.2018, 20 km

An diesem windigen und regnerischen Tag laufen wir meist mit dem Kopf nach unten. Es geht über kahle Hügel, die keinen Schutz bieten.

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Es geht wieder aufwärts

Von weiten schon sehen wir „The Three Brethren“ ganz oben auf dem Hügel und hoffen, dort im Windschatten eine Pause machen zu können. Weit gefehlt. Runde Bauwerke haben keinen Windschatten. Also machen wir nur ein paar Fotos, ziehen die Kapuze wieder tief ins Gesicht und laufen abwärts.

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The Three Brethren

Blick von den Three Brethren aus:

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In Tranquair treffen wir die Entscheidung, dass wir nicht geradeaus auf unserer Route weiterlaufen, um einen Platz zum Übernachten zu suchen, sondern nach rechts abbiegen und uns im ca. 3 km entfernten Innerleithen eine Unterkunft suchen, um uns einmal richtig aufzuwärmen. Wir landen im Tranquair Arms Hotel, genießen eine schöne heiße Dusche und waschen unsere Sachen. Es kostet mich etwas Überwindung, mit meiner langen Merino-Schlafhose und den Badeschuhen ins hoteleigene Restaurant zu gehen. Aber der Hunger ist stärker. Also husche ich durch die Bar, schiebe mich an den ersten erreichbaren Tisch im Restaurant und dann lassen wir es uns erstmal gut gehen. Die Whiskyauswahl in der Bar ist auch nicht zu verachten.

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Lecker!

bearbeitet von bri

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10.5.2018, 25 km

Morgens schlendern wir nach einem ausgiebigen Frühstück noch einmal durch den Ort, kaufen etwas ein und folgen dann einem ausgeschilderten Fußweg nach Peebles. Unsere eigentliche Route führt auf der anderen Seite des Flusses entlang, aber wir müssten die drei Kilometer zurücklaufen, um über den Fluss zu kommen. Der Weg, dem wir stattdessen folgen, ist auf einer alten Bahnlinie angelegt und gut zu gehen. Mehrere Hinweisschilder weisen auf besondere Stellen aus der Zeit des Bahnverkehrs hin.

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Erinnerung an Robert Burns

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Schild mit Erklärungen zur alten Bahnstrecke

Hinter Peebles geht es dann wieder über Wiesen und auf Fußpfaden weiter.

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Interessante Beschilderung.

Etwas später sind wir in einem Tal, in dem bei 360°-Drehung kein Haus zu sehen ist. Toll! Das Wetter ist auch wieder besser geworden und so macht das Laufen richtig Spaß.

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Irgendwann geht diese schöne einsame Gegend wieder in bewohnte Gebiete über und der Weg in Schotter- und Teerstraße. Um halb acht ziehen bedrohliche Wolken am Horizont auf. Da wir keine Lust haben, unsere Zelte im Nassen aufzubauen, sputen wir uns und finden am Rande einer nicht eingezäunten Weide in der Nähe von Halmyre Mains einen akzeptablen Platz für unsere Zelte.

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Bedrohlicher oder hoffnungsvoller Himmel?

bearbeitet von bri

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11.5.2018, 25 km (ohne Bus!)

Nach einer kalten Nacht wandern wir an diesem Morgen zunächst bis West Linton. Das Café am Ortseingang sieht sehr gemütlich aus, ist aber leider noch geschlossen. Also durchstreifen wir den Ort nach einer Alternative, werden aber nicht fündig. Schauen wir doch mal, ob das Café am Ortseingang inzwischen offen ist. Und dieser Weg zurück zum "Olde Toll Tea House" lohnt sich. Winzig und urgemütlich. Ein netter Wirt und ein leckeres Frühstück belohnen uns für unsere Geduld.
Mit vollen Mägen und Akkus wandern wir wieder aus dem Ort hinaus. Es geht eine ganze Zeit auf einer Teerstraße entlang, bevor wir bei Carlops auf einen Schotterweg abbiegen.  Und dann wird der Weg schmal und abwechslungsreich, bis wir schließlich kurz vor Balerno wieder auf eine Teerstraße kommen.

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In den letzten Tagen hat sich der Fuß von S. schmerzhaft bemerkbar gemacht. Und unsere tatsächlichen Tageskilometer sind nicht geeignet, unser Ziel Pitlochry in der vorgegebenen Zeit zu erreichen. Uns war vorher klar, dass diese Zielsetzung ziemlich ambitioniert war.

Wir wollen aber unbedingt noch die Highlands sehen und deshalb beschließen wir, uns in Balerno eine Unterkunft zu suchen, am nächsten Tag die Strecke von Balerno bis Drymen mit Bahn und Bus abzukürzen und von Drymen aus weiterzulaufen. Die Strecke zwischen Edinburgh und Glasgow finden wir nicht so spannend wie die Highlands, so dass wir gerne darauf verzichten. S. will ab Drymen noch einen Tag mitgehen und dann wegen ihrer Fußprobleme aussteigen.

In Balerno finden wir keine einzige Unterkunft. Uns wird ein Restaurant mit Zimmern empfohlen, das ein paar Kilometer entfernt liegt, aber mit dem Bus zu erreichen ist. Dort angekommen, stellen wir fest, dass es ausgebucht ist, aber ein netter Kellner fängt an rumzutelefonieren, bis er ein B&B gefunden hat. Also nehmen wir den nächsten Bus und fahren noch ein paar Kilometer weiter in Richtung Edinburgh. Nach etwas Sucherei finden wir die Unterkunft, werden von David nett begrüßt und bekommen zwei kuschelige Zimmer. Abendbrot hat er nicht für uns, aber zwei Flaschen Bier gibt er uns gerne.

bearbeitet von bri

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12.5.2018, 7 km

Nach einem wunderbaren Frühstück mit allem Drum und Dran laufen wir zum Bahnhof Wester Hails und fahren von dort mit Bahn und Bus über Glasgow nach Drymen. Das klappt ziemlich gut, gegen Mittag kommen wir an. Durch diesen Ort führt auch der WHW. Wir sehen schon beim Aussteigen mehr Wanderer auf einem Haufen als an allen bisherigen Tagen insgesamt. Zunächst gehen wir in einen Pub und essen dort etwas. Ich kaufe noch etwas in dem kleinen Spar gegenüber ein, der ein bemerkenswertes Sortiment hat. Neben den zu erwartenden Dingen wie Lebensmittel und Getränken steht dort ein ganzes Regal voll mit Erste-Hilfe-Dingen, in einer Nische gibt es Zelte, Trekkingstöcke, Regencapes und Schlafsäcke und das Beste: Papiertaschentücher im 2er-Pack. Ein Paradebeispiel dafür, dass die Nachfrage das Angebot diktiert.

Nachmittags brechen wir dann auf den Rob Roy Way auf. Wir gehen ziemlich langsam, weil S. massive Probleme mit ihrem Fuß hat. Nach ca. 7 km geht nichts mehr und wir suchen nach einem Platz für unsere Zelte. Einzige Möglichkeit ist eine ziemlich holperige Fläche mit hohen Grasbüscheln neben einem Parkplatz. Als wir gerade unsere Zelte ausbreiten, kommt eine Frau mit einem PKW angefahren und rät uns davon ab, hier zu übernachten. Soweit wir sie verstehen, würde gleich ein Bus kommen und im Laufe der Nacht würden Kinder oder Jugendliche von einem Nachtmarsch ankommen. Wir machen ihr klar, dass wir nicht mehr weitergehen können und sie bietet uns an, uns zu einer bessere Übernachtungsstelle an unserer Route zu fahren. Wir sind einverstanden, packen unsere Zelte wieder ein und werden ca. 3km weit gefahren, wo eine Fläche mit schönem kurzem Gras neben dem Corrie Aquädukt auf uns wartet. Es ist etwas schräg, aber wesentlich ebener und schöner als unser ursprünglicher Platz.       

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Der Corrie Aquädukt

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Zeltplatz mit Weitsicht

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Ein schöner Platz

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13.5.2018, 28 km

Morgens wandern S. und ich zunächst gemeinsam bei wunderschönem Wetter nach Aberfoyle. Das geht relativ gut.

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Durch verwunschene Wälder nach Aberfoyle

S. findet dort ein B&B, während ich die Zeit nutze, um mein Zelt auf einem großen Holztisch zum Trocknen auszubreiten. Dann essen wir noch gemeinsam, bevor ich mich etwas wehmütig auf meine erste Allein-Strecke in Schottland aufmache.

Nachdem ich am Ende des Ortes die Straße verlassen habe, geht der Weg bergauf. Ein abwechslungsreicher Fußpfad zieht sich über den sanften Hügel.

Auf dem Weg von Aberfoyle nach Callander:

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Es ist sehr matschig und ich muss aufpassen, nicht auszurutschen. Aber es macht auch mächtig Spaß!

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Loch Venachar

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Noch bin ich von jedem einzelnen Wasserfall beeindruckt.

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Bis hierher hätte ich gar nicht zelten dürfen, weil ich mir keine Erlaubnis geholt hatte.
        
Kurz vor sechs Uhr bin ich in Callander, suche aber eine halbe Stunde nach einer Möglichkeit, während des Essens mein Handy aufzuladen. Bei den meisten Restaurants sind durch die Fenster sonntäglich gekleidete Menschen zu sehen, die sich zum Essen treffen. In dieser Umgebung fühle ich mich mit meinen matschigen Schuhen etwas deplatziert. Andere schließen um 18 Uhr ihr Geschäft und sind gerade beim Einräumen. Schließlich finde ich noch ein nettes Café, bei dem ich draußen sitzen, aber trotzdem drinnen mein Handy aufladen kann. So komme ich dort erst um kurz vor sieben wieder los.

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Oldtimer in Callander

Ich will auf jeden Fall noch einen Teil des vor mir liegenden steilen Aufstiegs schaffen. Und dann mache ich die Erfahrung, dass so ein Aufstieg nur ganz oder gar nicht geht, weil alles dazwischen schräg ist. Vor allem, wenn der Weg auch noch durch einen Wald führt. Also immer weiter. Nach einer guten Stunde bin ich oben angekommen, ziemlich kaputt, aber glücklich, dass ich am nächsten Morgen nicht mit bergauf gehen beginnen muss. Und dann drehe ich mich um, sehe über das Tal und bin nur noch begeistert. Der Platz für das Zelt ist nicht optimal, aber die Aussicht genial.

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Ein letztes Bergauf für heute

Oben angekommen, geniale Aussicht:

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14.5.2018, 23 km

In der Nacht ist es zeitweise ziemlich windig auf dem Berg und ich friere. Das Zelt lässt sich nicht tiefer abspannen und der Wind fährt darunter. Leider von der Kopfseite aus. Morgens um kurz nach acht bin ich startbereit für die nächste Etappe und glücklich, dass sie nicht gleich mit Höhenmetern anfängt. Gut, dass ich gestern ganz aufgestiegen bin. Der Weg bis fast nach Comrie ist sehr einsam und sehr schön. Mitten durch die grünen Berge. Ich sehe kaum Menschen.

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Mittags finde ich einen wunderschönen Platz an einem Fluss. Ich mache erstmal eine lange Rast, wasche meine Klamotten und mich und gönne mir einen heißen Kaffee, während meine Sachen trocknen.

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Mein "Mittagspausenwaschplatz"

Auf dem Weg nach Comrie sehe ich einen Milan, mehrere Eidechsen und natürlich Fasane. Der Weg besteht hauptsächlich aus Teer und Schotter. Erst im zweiten Teil geht es auf einem nassen matschigen Pfad über Wiesen. Als erstmal beide Füße nass sind, erspare ich mir die Versuche, dem Matsch auszuweichen und komme wieder etwas schneller voran.

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Einsam, aber schön

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Nässe, wohin man tritt

Meinen Schlafplatz finde ich gegen 19 Uhr kurz vor Comrie auf einer Wiese hinter einem Hügel. Eigentlich ist er mir zu nah an den Häusern, aber bis Comrie würde es nicht besser werden und noch weiter gehen will ich heute nicht, weil ich in Comrie mein Handy aufladen und Vorräte aufstocken will.  Das würde dann zu spät werden. Und ich habe noch viel Zeit. Also lieber am nächsten Tag nach Comrie zum Frühstücken. Insgesamt war dies ein Tag mit Superwetter.

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Gerade eben schrieb bri:

Das Zelt lässt sich nicht tiefer abspannen

Die Texte sind nach dem Urlaub aus meinen Reisenotizen entstanden. Aus heutiger Sicht muss ich diesen Satz relativieren: Ich wusste damals noch nicht, wie ich das Zelt tiefer abspannen kann, ohne dass es flattert.

Ich lasse den Satz trotzdem so stehen, weil er für mich zu dem Zeitpunkt wahr war. Falls Ihr den Eindruck bekommt, dass dieser Trail für mich steile Lernkurven bereit hält - so habt ihr recht ;-)

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15.5.2018, 14 km

Morgens wache ich um Viertel nach sechs auf. Der Tag verspricht schön zu werden. Dann schlafe ich noch einmal ein und werde gegen 8 Uhr bei Sonnenschein und Wärme endgültig wach. Nach einem kleinen Frühstück kann ich mein Zelt trocken abbauen und wandere nach Comrie. Dort gibt es nur ein einziges offenes Café, in dem ich aber ein gutes Frühstück bekomme und auch mein Handy aufladen kann. Das dauert leider lange, ich halte mich an meine Glas Milch fest und habe schon ein schlechtes Gewissen, weil ich den Platz blockiere. Auch das Gesicht der netten Dame hinter dem Tresen wird langsam etwas mürrisch. Als ich ihr erkläre, dass ich nach Aberfeldy laufen will und mein Handy zum Navigieren benötige, wird sie wieder freundlicher und empfiehlt mir, in Comrie zu bleiben. Wenn in Comrie gutes Wetter ist, sei es in Aberfeldy schlecht und umgekehrt. Draußen strahlt die Sonne vom Himmel. Das Risiko mit dem Wetter muss ich jetzt mal eingehen.

Als mein Handy endlich voll genug ist, suche ich noch ergebnislos einen Supermarkt im Ort. Nette Läden, aber kein Supermarkt. Also nur Käse und Twix für unterwegs. Um halb zwölf komme ich dann endlich los und verlaufe mich am Ortsausgang erst mal. Das fängt ja gut an. Der richtige Weg erweist sich dann als schöner Pfad durch den Wald. Schließlich wieder ein Stück Straße und dann Schotterweg. Und schon geht es wieder bergauf. Ich habe das Gefühl, den ganzen Tag bergauf zu gehen.

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Brücke über den River Lednock

Mein rechter Fuß zickt seit Comrie bei jedem Schritt rum. Aber noch ist es kein wirklicher Schmerz, eher ein unangenehmes Gefühl. Ich denke zunächst, es sei psychosomatisch. Der Versuch, dem Bergauf-Gehen zu entkommen oder ähnliches, und gehe davon aus, dass sich das Problem erledigen wird, wenn der Fuß merkt, dass es kein Zurück gibt. Aber der ist beleidigt und nervt bis zum Ende der Tour. Dabei ist dies doch die Strecke, auf die ich mich am meisten gefreut habe.

Den Dryloch Burn, der quer über den Weg läuft, muss ich durchqueren, die nassen Füße laufe ich auf den nächsten Kilometern bergauf wieder trocken.

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Furt durch den Dryloch Burn

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Blick zurück

Das Tal, an dessen Seite der Weg entlangführt, ist unglaublich. Ich sehe keinen Menschen, nur Moorhühner. In einer Pause sitze ich am Wegrand, höre den Moorhühnern zu und lache mich schlapp.

Auf der gegenüberliegenden Seite wehren sich noch einige Schneefelder erfolgreich gegen die Sonne.

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Schotterweg und die ersten Schneeflecken

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Der Weg zum Pass

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Ist das Kunst oder liegt das nur so rum?

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Immer wieder der Blick zurück

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Schneefelder auf der gegenüberliegenden Seite

Auf dem Pass löst sich der Trampelpfad auf und es geht weglos weiter. Zwischen Heide und sumpfigen Flächen sucht sich wohl jeder seinen eigenen Weg. So bekomme ich kurz vor Quartiersuche doch noch nasse Füße. Zu diesem Zeitpunkt halte ich das noch für eine Ausnahme.

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Der Weg verliert sich

Das Tal hinter dem Pass:

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Hinter dem Pass finde ich gegen halb sieben eine wunderschöne weiche Fläche. Nass ist es hier überall, aber der Platz liegt etwas windgeschützt. Der Himmel zieht langsam zu, aber es kommt noch kein Regen. Während des Zeltaufbaus kreisen über mir Habichte.

Nach der windigen Erfahrung der letzten Nacht spanne ich das Zelt tief ab. Dadurch flattert es zwar etwas, aber es kommt kein Wind rein. Mit dem Wasser aus dem nahen Bach kann ich einiges durchwaschen, bevor ich mich dann in meinen Schlafsack mümmel und noch zwei Falken am Himmel beobachte.

bearbeitet von bri

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Danke für deinen Bericht und die schönen Bilder!

Ich fühle mich gerade etwas zurück versetzt in meine Zeit auf dem WHW im Mai diesen Jahres. Leider sind dort wirklich deutlich mehr Leute unterwegs (gibt halt Gepäcktrabsport).

Nach deinem Bericht und Bildern, rückt der wieder etwas höher auf der "zu wandern" Liste. Bin gespannt wies weiter geht...

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Ja, die Ankunft in Drymen war schon ein kleiner Kulturschock.

Andrerseits auch hochinteressant, zu beobachten, wie andere so unterwegs sind.

Leider habe ich dort keine Bilder gemacht. Wir waren zu sehr mit unserer weiteren Planung beschäftigt. Und der Forstweg, den wir danach gegangen sind, war zwar einfach zu laufen, konnte aber nicht mit Schönheit punkten.

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16.5.2018, 22 km

Um halb sechs wache ich zum ersten Mal auf und sehe die Sonne vielversprechend über den Berg kriechen. Bis 8 Uhr schlafe ich weiter, koche mir zum Frühstück Kaffee und ein Reisgericht und packe dann in aller Ruhe ein.
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Der Kaffee wird fertig!

Gegen 10 Uhr starte ich, zunächst weglos bergab. Der River Almond ist zu breit und zu tief, so dass ich zunächst keine Möglichkeit sehe, rüberzukommen. Also mache ich mich auf den Weg zur Brücke, die ca. 2 km entfernt, aber in der falschen Richtung liegt. Dann finde ich doch noch eine Stelle, an der ich den Fluss mit Hilfe von Steinen überqueren kann. Auf der anderen Seite erwarten mich 10 km Schotterstraße immer am River Almond entlang.

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Immer wieder Wasserfälle

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Ein Steinkreis oder ein Schafgehege?

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Ein cairn zur Erinnerung an die Gefallenen des 1. Weltkrieges

Zwischen ein paar Häusern biege ich links ab, quer über einen Hof und folge dahinter einer weiteren Schotterstraße, jetzt wieder bergauf.

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Da rechts geht's durch. Schaut euch den Himmel an: Alles echt! Nichts nachbearbeitet.

Am Ende der Schotterstraße muss ich auf einen Trampelpfad wechseln, um zwischen den beiden Bergen hindurch zu gehen. Diese Stelle ist etwas verwirrend, weil kein Unterschied zwischen dem gesuchten Pfad und diversen Schafpfaden erkennbar ist. Also wähle ich erstmal die grobe Richtung, um dann festzustellen, dass der Pfad natürlich der falsche ist. Nach etwas Suchen finde ich ca. 50m über mir den richtigen Weg. Ein wunderschöner schmaler Pfad durch die Berge. Grandiose Einsamkeit. Falken, Moorhühner, Hasen und ich.

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Auf solchen Wegen macht es einfach nur Spaß

Am See Lochan a'Mhuilin endet der Pfad auf einer Straße, auf der ich bis zum Loch Freuchie laufe.

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Loch Freuchie

Auf der Straße am See entlang fahren einige Autos, so dass ich nicht traurig bin, nach ca. 3 km wieder abbiegen zu dürfen. Hinter einigen Häusern finde ich etwa um halb sechs ein Plätzchen zum Übernachten. Das ist gut, weil mein Fuß schon wieder seinen Unwillen kundtut und es ab jetzt erst mal wieder aufwärts geht.

Neben mir fließt der River Quaich entlang, was mir aber leider nichts nützt, weil er komplett eingezäunt ist. Also benutze ich gezwungenermaßen das Wasser aus einem kleinen Rinnsal, das im Gras kaum auszumachen ist. Ich probiere es und stelle fest, dass der Verkäufer im Berliner Outdoorladen recht hatte: Brackwasser schmeckt auch nach dem Filtern noch nach Brackwasser. Ich hoffe, dass er mit seiner Aussage: "Aber gefiltert schadet es nicht'." ebenso recht behält. Hat er übrigens. Nichts passiert.

Den ganzen Tag hatte ich wunderschönes Wetter mit mal mehr mal weniger Wind. Jetzt ziehen ein paar dicke Wolken auf. Hoffentlich hält das Wetter bis Freitag.

bearbeitet von bri

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17.5.2018, 25 km

Als ich um circa sieben Uhr wach werde, lugt die Sonne schon wieder hinter den Bergen hervor. Nach einem gemütlichen Frühstück mit Kaffee gehe ich um kurz nach neun los. Der Weg zieht sich mehrere Kilometer bergauf und die Sicht über das ganze Tal mit dem Loch Freuchie wird immer schöner.

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Kurz vorm Aufbruch

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Blick zurück auf den Loch Freuchie

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Endlich ein Bild von meinem Moorhuhn

Nachdem ich von ganz oben noch ein Foto gemacht habe, folge ich der Straße mit wenig auf und ab zwischen den Hügeln entlang. Wieder viel Teer und viel Schotter. Und wieder die grandiose Landschaft. Auf den hohen Bergen kann man noch Schneefelder sehen. Überraschenderweise taucht auf einmal wieder ein Rob-Roy-Way-Schild auf, das nach rechts auf einen schmalen Pfad in den Wald weist. Schön, endlich vom Schotter runter. Die weitere Route verläuft durch ein kleines Wäldchen und ist sehr angenehm zu gehen.

Und dann kommt eine Brücke, die über einen Wasserfall führt. Auf der anderen Seite zieht sich der Pfad am Fluss hinunter. Hinter der ersten Biegung ist ein kleiner Platz mit einem Schild. Von hier aus kann man den Wasserfall noch einmal gut sehen. Nachdem ich das Schild gelesen habe, ist mir klar, dass ich bei den Birks of Aberfeldy angekommen bin. Das ist eine tolle Überraschung, weil ich nicht auf dem Plan hatte, dass ich hier vorbeikommen würde.

Weiter geht der Weg, teilweise Stufen, und immer wieder stürzt sich ein Wasserfall nach dem anderen in die Schlucht. Die Sonne scheint durch die lichten Blätter, bringt das Moos zum Glühen und das Wasser zum Glitzern. Grandios. Unterwegs gibt es eine kleine Höhle, in der Robert Burns gesessen haben soll und unten finde ich ihn dann auf einer Bank mit einem Buch in der Hand. Ich setze mich daneben und wir verbringen eine ganze Zeit mit unterhaltsamem Schweigen.

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Der Monness Burn von der Brücke aus

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Monness Falls von der Brücke aus

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Monness Falls bei den Birks of Aberfeldy

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Hier hab' ich's kapiert

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Jede Menge Wasserfälle

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In dieser Höhle soll Robert Burns zum Text "The Birks of Aberfeldy" inspiriert worden sein

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Robert auf der Bank

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Mit ihm kann man gut schweigen

Kurze Zeit später erreiche ich das Zentrum von Aberfeldy, suche mir ein Restaurant, bei dem ich draußen sitzen kann. Mein Handy hängt an der Ladestation, ich habe ein Bier vor der Nase, warte aufs Essen und heule vor Glück. Und Monate später, während ich dieses schreibe … Wartet mal eben. Wo ist eigentlich mein Taschentuch…

Nach dem Essen und ein paar ergebnislosen Versuchen, meinen Mann anzurufen, laufe ich dann wieder los. Ich will noch aus dem Ort raus und mir dann einen Schlafplatz suchen. Schließlich erreiche ich meine Schwester und bespreche mit ihr den morgigen Tag, an dem ich in Pilochry ankommen werde. Dort wollen wir uns dann alle wieder treffen.

Auf einem Footpath, zunächst neben der Straße, geht es 8 km bis Grandtully. Dabei komme ich an der Dewar's Aberfeldy Distillery vorbei, es ist aber zu spät, um dort noch hineinzuschauen. Aber warum ist gegenüber der Destillerie ein Friedhof? So schlecht ist der Whisky doch gar nicht!

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Die Destillerie

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Und der Friedhof gegenüber. Ich achte leider nicht darauf, ob die Menschen besonders alt geworden sind.

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Der Weg nach Grandtully

Der Weg ist wunderschön, immer am River Tay entlang. Hinter Grandtully will ich mir einen Platz zum Übernachten suchen. Den Campingplatz am Eingang des Ortes ignoriere ich nach kurzer Überlegung. In Grandtully führt eine Brücke über den River Tay und ein Stück weiter ist ein Footpath nach Pitlochry ausgeschildert. Na bitte. Geht doch.

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Der Beginn meiner letzten Etappe

Den schmalen Weg musste ich aber noch ein ganzes Stück bergauf gehen, bevor ich einen geeigneten Platz finde. Ich hätte gerne Wasser gehabt. Neben mir höre ich einen Fluss rauschen. Aber leider kein Rankommen. Entweder zu tief oder eingezäunt. Schade. Insgesamt sind es heute 25 km geworden. Das war nicht beabsichtigt. Jetzt bleiben nur noch fünfeinhalb Kilometer bis Pitlochry. Auf der halben Strecke ist ein See eingezeichnet. Vielleicht ist das Wetter morgen wieder so gut. Dann könnte ich noch einiges waschen, unter anderem mich, und hätte mehr Chancen, in Pitlochry ins Auto zu dürfen.

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18.5.2018, 5 km

Mein letzter Wandertag in diesem Urlaub bricht an. Erstes Aufwachen um halb sechs. Durch diffuse Wolken lässt sich wieder die Sonne erahnen. Danke! Wie immer schlafe ich noch einmal ein und wache um acht Uhr auf. Es ist warm im Zelt. Da kein Wasser für Kaffee da ist, gönne ich mir nur ein kurzes Frühstück und breche um viertel nach neun auf. Etwa eine Stunde wandere ich langsam aufwärts auf dem gut ausgeschilderten Weg. Es ist ein schmaler Fußpfad, teilweise führt er durch enge Stechginsterhecken. Und immer wieder kann ich die wundervolle Aussicht auf das ganze Tal mit Aberfeldy genießen.

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Blick zurück ins Tal von Aberfeldy

An der höchsten Stelle habe ich dann nicht den ersehnten Blick auf das nächste Tal, sondern ein Wald. Der Weg durch den Wald ist schön, aber ohne Weitsicht.

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Gefallene Riesen, die Ballen haben mehr als 3m Durchmesser

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Im Wald, aber ohne Weitsicht

Da ich nicht mit Handy navigiere, fällt mir auch nicht auf, dass der ausgeschilderte Weg nicht am See vorbeiführt. Es geht rapide bergab, meistens auf einem schmalen Fußpfad. Und immer noch erwarte ich den See. Auf einmal sehe ich Pitlochry vor mir. Viel zu früh. Und ungewaschen! Also mache ich erstmal Pause, überlege und esse meinen letzten Keks. Dann beschließe ich, weiterzugehen. Nach meinen Erfahrungen der letzten Tage ergibt sich immer irgendwie eine Lösung.

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Pitlochry in Sicht

Hinter der hübschen Fußgängerbrücke über den River Tumel sehe ich eine große Wiese, die sich als Sport- und Freizeitplatz herausstellt. Am River Tumel stehen Angler. Na, da ist mein Problem doch schon gelöst. Ich wasche einige Sachen mit dem Wasser aus dem Fluss, gehe dann zum Sportplatz hoch und suche mir gegen halb elf einen abgelegenen Platz auf der Wiese. Dort breite ich mein Zelt und meine gewaschenen Klamotten zum Trocknen aus, koche mir einen Kaffee, entsorge meine löcherigen Socken und meinen Müll und liege dann einfach in der Sonne und relaxe.

Mit meiner Familie, die noch S. abholen wollte und nicht wusste, wann sie in Pitlochry sein würde, hatte ich abgemacht, dass sie sich Zeit lassen sollten. Vor 14 Uhr wäre ich auf keinen Fall in Pitlochry. Also habe ich Zeit ohne Ende.

Gegen zwei Uhr packe ich langsam meine Sachen zusammen und trödele in den Ort. Von dort rufe ich meine Schwester an, um ihr zu sagen, dass ich in Pitlochry wäre und einen Treffpunkt abzumachen. Sie sind auch schon im Ort und sitzen auf der Terrasse eines Restaurants. Später beim Bier stellt sich heraus, dass sie auch schon seit halb elf hier sind und auf mich gewartet haben. Lustig. Aber keiner hat gelitten.

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Angekommen und Ende Teil 1.

bearbeitet von bri

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Fazit des ersten Teils:

Ich bin absolut angefixt und werden weitermachen. Auf der Strecke in den Bergen ist irgendetwas mit mir passiert, was nicht mehr umkehrbar ist.

 

Noch ein paar Gedanken zu meiner Packliste:

Rucksack Golite Jam
Ich habe ihn hier im Forum gebraucht gekauft, d. h., er hatte schon einiges an Berufserfahrung. Wir sind gut miteinander klar gekommen.

Zelt SMD Skyscape Trekker
Den großen Vorteil des Zeltes, alles wegklappen zu können und nur unterm Netz zu liegen, konnte es in Schottland erwartungsgemäß nicht ausspielen. Aber es gehört eindeutig zu meinen Lieblingsstücken.

Isomatte NeoAir Xtherm
Tja, was soll ich sagen. Beim Probeliegen im Garten vor dem Urlaub knallte es ab und zu, ohne, dass ich ein Loch finden konnte. Ich hielt es dann für irgendwelche produktionsbedingten Kunststoffreste im Innern der Matte, die lautstark rissen. Am zweiten Tag im Urlaub knallte es wieder. Das Ergebnis seht ihr auf dem Bild. Die gleiche Matte von S. machte keine Probleme. Leider konnte ich dadurch nur den unteren Teil der Matte benutzen, weil das "Kopfkissen" viel zu stramm und zu dick wurde. Ich habe die Matte eingeschickt. Uns wurde der Kaufpris erstattet.

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Kopfkissen Decathlon
Halb aufgepustet sehr bequem. Als Seitenschläferin brauche ich das einfach.

Schlafsack Cumulus 300
Mir war manchmal etwas kalt. Ich bin aber noch nicht sicher, ob es am Schlafsack liegt oder daran, dass ich noch nicht die richtigen Klamotten für die Nacht angezogen hatte.

Trailrunner Merrell ALL OUT TERRA TRAIL
Die habe ich sehr geliebt. Bequem und leicht. Besonders praktisch empfand ich die eingesetzte Gamasche. Dass ich zum Ende des Urlaubs Probleme mit dem rechten Fuß bekam, führe ich darauf zurück, dass ich das Profil inzwischen an einigen Stellen komplett runtergelaufen hatte. Kam das von den vielen Teer- und Schotterwegen? Keine Ahnung. Aber sie landeten nach dem Urlaub mit großem Bedauern in der Tonne. Wieso gibt es solche eigentlich nicht mehr?

JACKSHIBO Wasserschuhe
Reichten aus, wenn ich raus musste und nicht in die Trailrunner steigen wollte. Länger gehen würde ich nicht mit ihnen. Dazu ist die Sohle zu dünn. Aber man kann schnell reinschlüpfen. Außen am Rucksack sind sie auch gut getrocknet, wenn es nicht gerade schüttete.

Wanderhose Decathlon Zipp Off
Auch in diesem Urlaub scheuerte die Hose im Schritt mit allen schmerzhaften Folgen, die man sich vorstellen kann.

Lidl Damen Thermo-Lightweightjacke
Habe ich teilweise in den Pausen und immer zum Schlafen angehabt. Hat den Rücken schön warmgehalten und die Kapuze war sehr angenehm.

Kapuzenpullover (Decathlon)
Der gehörte zu meinem Tages-Outfit. Die Kapuze ist für mich sehr wichtig, weil ich kaum Eigenes auf dem Kopf habe, was wärmt. Er ist von Decathlon, aber die genaue Beschreibung kann ich nicht mehr feststellen, weil die ihren Shop komplett umgestellt haben und in der Bestellhistorie alle Bilder flöten gegangen sind. Schade eigentlich.

Regencape (3F UL GEAR)
Das war OK, ging gut über den Rucksack. Nur die Arme werden eben nass.

Trekkingstöcke Distanz Carbon FLZ
Ich liebe sie.

Kopfnetz und Hut
Habe ich nur einmal abends kurz benötigt. Bin dann aber lieber ins Zelt gekrabbelt. Zum Laufen vermutlich OK.

bearbeitet von bri

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Planung Teil 2

Im September will ich den nächsten Abschnitt in Angriff nehmen. Diesmal von Anfang an allein, beginnend mit dem Hinflug. Mir ist klar, dass der nächste Teil etwas anstrengender wird. Und ich plane und plane und plane.

Ich muss vernünftig essen: Also ziehe ich mir alles hier im Forum rein, was damit zu tun hat. Nein, kochen werde ich nicht, das muss auch anders gehen. Ich mixe mir Müsli zusammen, schön in Tagesportionen, mische Milchpulver und Kakaobutter darunter, optimiere Gewicht und Kalorienmenge. Ich kaufe Powerriegel in Mengen, weil mir die gut schmecken. ...

Ich muss die Strecken planen: Also mache ich mir eine Kilometerliste, schreibe dazu, wo Orte sind, was es in diesen Orten gibt, wieviele Tage ich bei wieviel Tageskilometern von einem Ort zum nächsten benötige, wo das Gelände auf den Satellitenbildern nach Übernachtungsmöglichkeiten aussieht, usw., (das Lesen von Höhenlinien werde ich dann unterwegs lernen)

Ich stelle mir eine eigene Karte zusammen und drucke meine Route im DIN A5-Format, aus Gewichtsgründen beidseitig natürlich. Die abgelaufenen Seiten werde ich jeweils wegwerfen. (Später werde ich abends im Zelt liegen, mir die Kartenausschnitte für den nächsten Tag ansehen und mich fragen, warum ich mehrere Seiten gedruckt habe, auf denen jeweils derselbe lange gerade Weg abgebildet ist, jeweils ein Stück weiter.)

Es macht sehr viel Spaß. Als ich starte, habe ich das Gefühl, super vorbereitet zu sein.

Und dann beginnt die Realität.

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Scottish National Trail Part II

8.9.2018, 16 km

Morgens um 6:20 Uhr geht der Flug von Hamburg nach Edinburgh. D. h. um 2 Uhr aufstehen, um 3 Uhr losfahren. Ich habe so eine Angst, zu verschlafen, dass ich gefühlte Stunden lang gar nicht einschlafen kann. Und währenddessen noch mehr Angst bekomme, zu verschlafen. Es geht aber alles gut, ich verschlafe nicht.

Frühstücken geht überraschenderweise zu dieser Zeit auch schon. Und ein ordentlicher Kaffee muss sein. Kurz nach 3 Uhr fahre ich los. Park & Fly bringt mich zum Flughafen, keine Diskussionen an der Security über meinen Rucksack, den ich als Handgepäck mitnehme. Der Flieger startet pünktlich. Es klappt bis jetzt alles. Um 7:45 Uhr Ortszeit stehe ich in Edinburgh vor dem Flughafen.

Das Restgeld aus dem letzten Urlaub reicht gerade für die Busfahrt zum Bahnhof. Am Automaten hole ich mir erst einmal Geld und suche dann die Post, um mein Päckchen mit dem Messer und den Heringen abzuholen. Die Post öffnet erst um 9 Uhr, also gönne ich mir erstmal ein zweites Frühstück. Panini mit Thunfisch hatte ich morgens um halb neun auch noch nicht. Geht aber. Mein Päckchen liegt wirklich bei der Post, was das Zelt aufstellen in den nächsten Tagen wesentlich vereinfachen wird. Fahrkarte nach Pitlochry gekauft. Klappt. Umsteigen in Sterling. Klappt. Mann Mann, das ist ein Urlaubsbeginn!

Kurz bevor der Zug in Pitlochry einfährt, ziehe ich den Rucksack zwischen den Sitzen heraus und prompt reißt der Henkel. Dadurch ist leider die Naht, mit der der eine Schultergurt festgenäht ist, nicht mehr vollständig. Klasse! Das schon auf der Hinfahrt.

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Ankunft in Pitlochry

In Pitlochry kaufe ich Spiritus für meinen Kocher, die Mitarbeiterin und ich finden eine 500ml-Flasche im Regal. Warum habe ich eigentlich meine leere, gründlich gelüftete und schön beschriftete 300 ml Flasche von zu Hause mitgenommen? Weil es so ein Spaß macht, leere Flaschen durch Schottland zu schleppen.

In Pitlochry ist an diesem Samstag eine Menge los. Im Ortszentrum sind Musiker und alle möglichen Stände. Einer gefällt mir besonders gut. An ihm wird eine Umfrage durchgeführt, an der alle teilnehmen können.

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Ich liebe sie, die Schotten!

Ich suche lange nch einem vernünftigen Supermarkt, finde aber keinen. Um 13 Uhr komme ich dann endlich aus Pitlochry raus. Leider habe ich immer noch keine Wasservorräte und auch zusätzliches Essen fehlt mir noch. Naja, ist der Rucksack wenigstens etwas leichter.

Kurz hinter dem Ort führt der Weg an einem See vorbei, an dem man Boote mieten kann.

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Ein idyllisches Plätzchen

Das Schönste ist der kleine Imbiss am Bootssteg. Hier kann ich endlich meine Wasserflaschen kaufen. Hust. 1£ für 500 ml Wasser. Na gut. Ich lege lächelnd 2£ auf den Tresen und mache den Flaschen klar, dass ich für den Preis von ihnen ein langes Durchhaltevermögen erwarte.

Jetzt geht es auf einem wunderschönen Waldpfad am River Tummel langsam bergauf, dann am River Gerry bis Kilicrankie. Immer mal wieder kann ich durch die Bäume einen Blick auf Seen werfen. Oder sind nur breitere Flussstellen? Auf jeden Fall ist dort einiges los. Ein Samstag bei schönem Wetter zieht die Familien in dieses offensichtliche Naherholungsgebiet. Die Leute sind aber weit weg, mir begegnen nur wenige Spaziergänger. Ich sehe meinen ersten Wasserfall durch das Laub der Bäume.

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Ein schöner Weg zum Warmlaufen

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See oder breiter Fluss?

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Schmaler Waldpfad bei schönem Wetter

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Mein erster Wasserfall auf dieser Tour

Auf einmal höre ich einen gellenden Schrei. Was war das? Mein Hirn läuft zu Höchsttouren auf, kann mir aber trotzdem keine Erklärung liefern. Sollte ich irgendeine Gefahr auf meinem geplanten Weg übersehen haben? Sicherlich. Aber hier schon? Nach zwei weiteren Kurven löst sich das Rätsel, als ich eine Frau an einem langen Seil von einer hohen Brücke baumeln sehe. Nein - nicht so! Sie hatte Gurte um und wurde gerade wieder hochgezogen. Puh. Sowas wie Bungee Jumping. Also nur selbstgemachte Leiden.

Der Weg führt kurze Zeit später an einer weiteren Brücke vorbei, von der aus ich die "Springer-Brücke" noch einmal sehen kann. Die ist ganz schön hoch. Naja, wer's braucht …

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Auch eine Art von Freizeitvergnügen

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Von der Brücke springen die runter. Ich glaube, sogar freiwillig!

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Der River Garry zur anderen Seite

Ich gehe weiter am River Garry entlang. Auf einmal taucht rechts neben dem Weg eine sehr hohe gemauerte Steinwand auf. Dann Lücke und dann noch eine. Sehr hoch über mir sind sie mit Bögen verbunden. Etwas später lese ich auf einem Schild, dass es sich um ein Eisenbahn-Viadukt von 1863 handelt. Aber lest selbst.

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Der Weg führt jetzt weiter aufwärts und ich kann die Brücke in einer Kurve noch einmal von oben sehen. Und darüber erkenne ich dann auch die Straße.

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Killiecrankie hat nur ein paar Häuser aufzuweisen und ich bin schnell wieder aus dem Ort draußen. Zur Abwechslung geht es jetzt mal auf der anderen Seite am River Garry entlang, allerdings auf einer Teerstraße. Ich habe den Eindruck, dass der Fluss hinter jeder Biegung anders aussieht und bin fasziniert. Auch die alten Brücken haben es mir angetan. Kurz vor Blair Atholl wechsele ich wieder auf die andere Seite des Flusses.

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In Blair Atholl finde ich noch einen ganz kleinen Laden, in dem ich die noch fehlende Schokolade und zwei Reisgerichte einkaufe. Am Ende des Ortes komme ich an einem Campingplatz vorbei und überlege, ob ich dort schlafen soll. Aber ich habe mich doch so auf die "Wildnis" gefreut. Da werde ich doch nicht gleich die erste Nacht auf einem Campingplatz verbringen. Außerdem will ich heute noch ein Stück weiterkommen. Also biege ich hinter dem Campingplatz auf einen weichen Tannennadelweg ab. Der Campingplatz kommt mir sehr groß vor, ich gehe sehr lange zwischen seinem Zaun auf der linken Seite und dem River Tilt auf der rechten Seite entlang.

Irgendwann ist der Campingplatz zu Ende und wird von Wald abgelöst. Der Weg führt merklich in die Höhe und ein Schild warnt mich vor steilen Stellen. Da ich weder Kind noch Hund bin und auch von keinem Fahrrad absteigen muss, fühle ich mich nicht angesprochen und gehe einfach weiter.

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Irgendwann komme ich dann wieder auf eine Asphaltstraße. Inzwischen bin ich ziemlich erschöpft. Schließlich bin ich inklusive Anfahrt von zuhause seit mehr als 16 Stunden unterwegs und habe seit Pitlochry schon ca. 16 km erwandert.

Mein neuer Rucksack macht mir auch noch etwas Schwierigkeiten. Er sucht meine Hüfte. Da kann ich ihm auch nicht helfen, ich suche sie schon seit Jahren. Und das Gewicht bin ich auch noch nicht wieder gewohnt. Den nicht mehr ganz festen Schultergurt versuche ich zu schonen, was dazu führt, dass ich den Rucksack von der anderen Seite als gewohnt auf und absetzen muss. Macht die Sache auch nicht einfacher.

In einer Ausbuchtung am Weg finde ich einen ebenen Platz und beschließe, hier meine erste Nacht zu verbringen. Nachdem ich mein Zelt aufgebaut, mein ganzes Gerödel sortiert und eine OK-Nachricht nach Hause geschickt habe, falle ich sofort in einen kurzen Schlummer. Ich muss mich mühsam aufraffen, mich zu waschen und Zähne zu putzen. Zur Belohnung gibt's jetzt noch einen Whisky, der eine wohlige Wärme bis in die Füße schickt.

Diesen Tag habe ich mit trockenen Schuhen und Strümpfen beendet. Ich weiß aber noch nicht, dass das bemerkenswert ist.

bearbeitet von bri

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