Geschrieben 30. Juli 20242 Jr. Am 29.7.2024 um 15:15 schrieb Jever: Heute morgen um 4:30 Uhr Oh shit! Wo wart ihr da unterwegs? Gute Besserung!!
Geschrieben 30. Juli 20242 Jr. Gute Besserung @Jever ! Ich drücke dir die Daumen, dass alles gut und schnell heilt. Ich freue mich, dass du gute Reflexe, die richtige Ausrüstung, einen guten Kameraden und das benötigte Quäntchen Glück hattest.
Geschrieben 31. Juli 20242 Jr. Autor vor 10 Stunden schrieb Trinolho: Oh shit! Wo wart ihr da unterwegs? Gute Besserung!! Zen Biwak. Geplant war Fletschhorn über Breitloibgrat. Morgens zum Gletscher, der keine Steinspuren hatte und sauber war. Helm und Eisen angelegt, meinem Kollegen Platz zum Umziehen gemacht und auf einen Felsbrocken gesessen, dann Knall und der Kram kam. 5 Min ohnmächtig, Platzwunde, Heli, Krankenhaus. Ich bleib dabei. Notfallwerkzeuge wie Verbandsmaterial muss simpel, ohne Gebastel und somit auch in Stresssituationen eindeutig anwendbar sein, auch wenn man dann etwas mehr tragen muss. If there's anything more important than my ego around, I want it caught and shot now.
Geschrieben 19. August 20242 Jr. Autor Am 30.7.2024 um 09:36 schrieb khyal: Und wir sind halt hier im UL-Forum, da ist es halt bei der Ausruestung immer ein Tanz zwischen "don´t pack your fears" und stupid light, da kommt, gerade was Sicherheitsausruestung betrifft, auch immer der persoenliche "Risiko-Faktor" ins Spiel... Einspruch. Es gibt zwei Arten von Unfällen - die unkritischen, und die bedrohlichen. Bei den unkritischen kann ich, frei nach dem UL-Multifunktions-dont-pack-fear-Ideenmuster mir allerhand McGyver-Gedöns überlegen: "Wozu Sam Splint, ich kann mein verstauchtes Bein auch mit dem Zeltgestänge fixieren, nutze dann das Reparaturtape, um es am Bein festzubinden, und dann gehe ich heim". Bei den kritischen dagegen ist die einzig reale Ansatzweise, sich dafür das idiotensicherste Verbandszeug einzupacken, dem man habhaft werden kann. Beim Unfall geht der Adrenalinpegel so dermassen hoch, dass das Hirn sich an McGyver nicht mehr erinnert und nur noch auf Notfallmodus mit Panik arbeitet, und da solche Unfälle dann auch noch mit unschönen Randbedingungen passieren, die alles erschweren, kommt das noch oben drauf. Bei uns konkret: in der Nacht, mit ohnmächtigem Patienten, auf unwegsamem Untergrund und in einer Gefahrenzone. Da ist Gebastel mit Mullverband, separatem Druckmittel etc. fehl am Platz, ebenso der UL-Gedanke. Solch ein Loch im Kopf kann nebenbei schneller passieren, als einem lieb ist. Ist meine zweite Naht am Kopf. Die erste bekam ich, als ich im Wald unter einem Ast durch bin, und an einem seitlich davon abstehenden Rest eines kleinen Ästchens, welches dummerweise schräg abgebrochen war, mir einen tiefen Schnitt zugezogen habe. Obendrein muss dann auch noch der weitere Schutzfaktor greifen: Alarmierung und Evakuierung. Zur schnellstmöglichen Evakuierung gehört das Auffinden der Gruppe im Gelände, und schon sind wir wieder beim Thema Kleidungsfarbe am Berg. Bei uns kein Thema, wir waren in orange/rot/weiss/gelb im Geröll sehr gut sichtbar, und eine grobe Angabe der Position reichte dem Heli aus, um uns punktgenau und ohne Sucherei zu finden. Zusammengefasst kann ich da vor dem Rechner immer nur grinsen, wenn Leute mit 50g Erste Hilfe Sets für Bergtouren aufwarten, und stolz ihre - mit Gewicht als wichtigstem Fokus - Klamotten und Rucksack in dunkelblau, grau, schwarz oder braun präsentieren. Bearbeitet 19. August 20242 Jr. von Jever If there's anything more important than my ego around, I want it caught and shot now.
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