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Ultraleicht Trekking

Rangliste

Beliebte Inhalte

Anzeigen von Inhalten mit der höchsten Reputation auf 10.03.2022 in allen Bereichen

  1. Und wie unter anderem @icefreak richtig bemerkte, ist die richtige Rucksackanzahl stes N+1 - bedeutet: ich habe aus dem noch übrigen Material direkt einen zweiten genäht - der kleine Bruder Von der Ausstattung steht er dem ersten in (fast) nichts nach, ist aber deutlich kleiner, also eher für Hüttentouren und Overnighter im Sommer ausgelegt. Die Grundmaße sind: hinten 25cm, seitlich 12cm, vorne 20cm, Die Schultergurte sind wieder auf 45cm und die Rolltophöhe ist gesamt 70cm. Die Träger sind diesmal aus einer Lage 3mm Hexmesh, mit leicht elastischem Einfassband ringsum, ähnlich dem meines Vaude Uphill Tagesrucksacks. Es gibt Schlaufen um mit einem Quick Attach Buckle einen Hüftgurt (den ich noch fertigstellen muss - ebenfalls aus Hexmesh ) anzubringen. Aussentaschen sind diesmal nur seitlich angebracht, aus Coolmax Mesh und wieder mit 10mm Gurtband befestigt. Am Ende des Gurtbands sind zwei Linelocs + Kordel angebracht, mit denen man zb eine Isomatte unten befestigen kann, die Kordel kann bei Nichtgebrauch abgemacht werden. Ebenso wie der Top Strap (einer der 10mm Bottom Straps vom großen Rucksack). Innen ist wieder eine Tasche für ein Rückenpolster und Trinkblase, der Durchlass für den Schlauch ist diesmal seitlich. Er wiegt mit Top Strap gerade einmal 185g! Er sieht wirklich klein aus - und ist irgendwie auch kleiner geworden als ich geplant hatte - trotzdem: auf dem Bild ist er mit Sommerschlafsack, Pyramidentarp, longsleeve und Alpha 80 Hoodie + Hose befüllt und es wäre auch noch Platz für ein wenig Verpflegung...
    4 Punkte
  2. fatrat

    Ukraine-Hilfe - Geldspenden

    Danke für den Tipp, hat prima funktioniert! Die erhaltene Beleg-Email der ausgesuchten Spendenorganisation (die offiziellen Spendenbelege brauchen sicher noch Wochen oder Monate) einfach als PDF an spende@outtra.com schicken, so wurden aus den 120 EUR durch Forenverkäufe mal eben 240 EUR für die Ukraine
    3 Punkte
  3. Bonfus Altus 48l in Ultra200, 440g (nachgewogen) (Flaschentaschen an den Trägern, variabler Rollverschuss mit Snaps, Bodenfach, Seitentaschen aus Robic) Ultra200 soll das robusteste und wasserdichteste Dyneema-Material in UL sein, fühlt sich tatsächlich auch so an, vollständig getaped, Träger sind gut eingenäht. Nach den ersten Einsätzen werde ich berichten.
    3 Punkte
  4. Tatsächlich habe ich das auch "nur" mit 25mm Tape gelöst - bringe von Berufs wegen da aber vielleicht etwas mehr Präzision mit. ;D Der Thread findet sich hier: https://www.trek-lite.com/index.php?threads/fkt-tarpage.4617/post-92590 Das ist der springende Punkt. Meiner Meinung und vor allem Tests nach, schwächt man bei .51 und .34oz DCF mit der Naht das Material im Verhältnis einfach zu sehr, als dass die Vorteile zum Tragen kommen würden. Denn Vorteile kann das Kombinieren von Kleben & Nähen schon haben - besonders bei extrem kalten Temperaturen, wo die Klebewirkung nachlässt. Weiterer Aspekt ist dabei zudem die Überlegung, in welche Richtung die Naht belastet wird - einen Rucksack aus DCF werde ich z.B. auch eher nicht nur (einfach) Kleben, weil ich hier ja die nach innen gerichtete Naht sehr auf Zug und mit Druck nach außen ungünstiger belaste.
    2 Punkte
  5. So, heute zurückgekehrt von einer spätwinterlichen bis vorfrühlingshaften Umrundung von Jena, einer Empfehlung von @Anhalterund @lampenschirm, mit ortskundigen Empfehlungen von @Zippi. Gut erreichbar mit der Bahn: Jena Paradies (RE von Halle) 3km, Jena West (2km) und Jena Göschwitz (RE von Erfurt, nichts für empfindlichen Magen, da pendelnder Zug) Offizieller Einsatzpunkt laut offiziellem Flyer: Jena Göschwitz gegen den Uhrzeigersinn; würde ich nicht unbedingt so machen, weil man dann die schönste Etappe gleich am Anfang hat. Ich treffe @einar46am Westbahnhof und wir steigen zum Forsttum auf, auf der Westseite, um dann im Uhrzeigersinn zu laufen. Es ist zunächst noch etwas sonniger als vorhergesagt, aber nicht wärmer. Es eröffnen sich immer wieder schöne Blicke auf die Stadt im Tal. Der Forsttum ist leider abgeschlossen. Wir wandern auf schönen Waldwegen entlang, erreichen den Bismarckturm, auch zu. Scheint Methode zu haben. @Anhalterstößt an der ebenso geschlossenen Gaststätte Landgrafen zu uns. Im Wald erste Frühlingsboten: Das sollen Himmelsschlüsselchen werden (wilde Primeln) Und hier ein Meer von Winterlingen: Gegen Abend erreichen wir die von @Zippiempfohlene Unterkunft, die innen viel ordentlicher ist als ich es von außen vermutet habe. (Bild leider unscharf). In Anbetracht der erwarteten Minusgrade schlafen wir drinnen. Vielleicht bringt das ja ein Grad. Und ich stelle sogar noch mein Zelt auf, weil ich darin so gut schlafe. Das klappt sogar - elf Stunden! Ich liebe mein Zelt! Zwischendurch träume ich von Seelöwen.
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  6. Und der Hüftgurt ist auch fertig Wichtig dabei ist mir aus der Erfahrung mit diversen unterschiedlichen, dass er nicht zu steif ist sondern sich um den Hüftknochen schmiegt und auch keine Gurtbänder direkt auf dem Knochen aufliegen. Daher wieder ein Y-Strap vorne und Gurtband hinten nur für die Befestigung. Mit Rückenpolster + Hüftgurt wiegt er insgesamt 255g
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  7. Neue Homepage und neue Modelle bei Anfibio https://www.anfibio.com/
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  8. Schenjal, einfach schenjal! Klasse Teil!
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  9. Capere

    Ukraine-Hilfe - Geldspenden

    Mein persönlicher Anlaufpunkt ist der Ärzte der Welt e.V. : Klick mich! OT: Der Ärzte Der Welt e.V. ist eine vertrauenswürdige Spendenorganisation, bei der >90% der Spenden auch wirklich am Ziel ankommen. Auch die aktuelle Krisensituation in der Ukraine wird von ÄdW unterstützt!
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  10. Schöner Bericht, ich steuere mal wunschgemäß das fehlende Bild bei:
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  11. Am nächsten Morgen wachen wir gegen sieben, halb acht endgültig auf; @einar46ist superfix beim Zusammenpacken. Ich eigentlich auch. Frühstück verschieben wir und wandern erst einmal los. Nach einigen Minuten treffen wir einen Mann, der seine Hunde ausführt. Ob wir die Leute seien, die in der Hütte übernachtet hätten? Dann sei er beruhigt; er habe immer ein Auge drauf, halte die Hütte auch immer ein bisschen in Ordnung, weil sie manchmal "von jungen Leuten" nicht so hinterlassen werde, wie das schön wäre. Aber bei unserem Alter sei er beruhigt. Er fragt, ob wir aus Jena seien, und ist sehr erstaunt und positiv überrascht, dass wir von ganz woanders herkommen. Zwischen neun und halb 10 stößt @Zippi in Dornburg dazu und @Anhalterübt sich in Trailmagic: fährt Zippi zum Trail und bringt Leckereien mit - hochwillkommen! Wenn man wollte, könnte man hier viel Geschichte und Kultur studieren, Zippi erzählt von der Kaiserpfalz, Wikipedia ergänzt im Nachgang, besonders zur Zeit der Ottonen so um 900 / 1000. Das Städtchen sieht trotz des grauen Himmels ganz entzückend aus; drei verschiedene Schlösser aus unterschiedlichen Zeiten ("Altes", "Renaissance" und "Rokoko"); Barock- und englischer Landschaftsgarten, Rosengarten sind etwas für eine andere Jahreszeit und etwas mehr Wärme - wir laufen weiter. Die Autorin versucht ein Foto von den drei Schlössern, das leider so sehr misslingt, dass es hier nicht gepostet wird. Vielleicht ergänzt ja jemand. Auf besonderen Wunsch eben jener Teilnehmerin weichen wir vom Wege ab, um das Observatorium Tautenburg zu besuchen - man sieht aber nicht viel. Nun, ein Abstieg und Aufstieg gespart. Mal mäandert der Weg auf einer Höhenlinie um die Hügel, mal geht es ins Tal und wieder hinauf, mal laufen wir durch Buchenwald, mal über offenes Gelände mit schönen Blicken, und nach paarundzwanzig km und schätzungsweise 600 Höhenmetern (addiert) erreichen wir am Jenzig Zippis Garten mit Zeltwiese, nein: -wies:chen, ofenbeheizbarer Hütte. Auch Anhalter kommt mit Weinchen und Knabberzeug wieder dazu - ein gemütlicher Abend.
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  12. Wir hatten in der Hütte auch einen schönen Abend bei Kerzenschein. Hat der Seelöwe die Hütte umgeworfen?
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  13. JenJen

    PCT 2022

    Ich habe dort am Sonntag, einen Tag vorm Flug, die eSim gebucht. Nach der Ankunft hatte ich zwar oben in der Leiste schon US Mobile stehen aber noch keine Balken fürs Netz und in den Einstellungen wurde auch noch keine Handynummer angezeigt. Am Tag darauf hat dann alles funktioniert und in San Diego habe ich überall Netz. Mal sehen wie es auf dem Trail ist.
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  14. Wer vielleicht schon was gespendet hat, oder "mehr" Spenden will, kann bei https://www.sport4ukraine.de/ an 7 verschiedene NGOs spenden, dann seine Spendenquittung einschicken und der Betrag wird von Unternehmen aus der Outdoor & Sportbranche verdoppelt.
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  15. Hey, das sieht ja alles super aus! Kann mir nicht vorstellen, dass Du noch groß Ratschläge von mir benötigst Zwei Sachen sind mir noch eingefallen: Da Cordura zum Beispiel generell nicht so krass wasserfest ist, wird bei mir der Boden immer mit einem leichten Stoff gedoppelt. So kann man den Rucksack auch einfach mal auf die nasse Wiese stellen. Die Stoffe an den Nähten zeigen leichte Wellen. Eventuell ziehst Du zu sehr am Stoff, um das Verrutschen der Lagen auszugleichen. In gewissem Maße kann man das als Hobbynäher sicher nicht verhindern, aber mehr Fixationen/Klammern könnte da Abhilfe bringen. Gibt da diese kleinen, aber bissigen Nähklammern. Da nehme ich manchmal aller zwei Zentimeter eine, vor allem wenn ich den Boden einnähe. Ansonsten weiter so ... und nicht vergessen: nach dem Rucksackprojekt ist vor dem Rucksackprojekt die optimale Rucksackanzahl ist immer N+1
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  16. Es gibt endlich eine neue Flasche die mit dem Befree kompatibel ist: https://www.ultralightoutdoorgear.co.uk/equipment-c3/hydration-c34/water-bottles-bags-c35/vesica-1l-collapsible-bottle-42mm-befree-compatible-p16853 Hab mal eine bestellt... Zpacks hat neue Socken im Angebot: https://zpacks.com/products/trail-cool-socks
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  17. Was: Die Haute Route Pyrenäen (Pocket Guide Version) Wann: 1. - 24. September 2020 Gesamtzeit: 22 Tage und 22 Stunden (einschließlich einem Pausentag) Distanz: insgesamt: 816km / Tagesdurchschnitt: 35,6km / Tagesmaximum: 45,78km Aufstieg: insgesamt: 49.336m / Tagesdurchschnitt: 2.153m / Tagesmaximum: 2.880m Route: Karte mit Wegpunkten des HRP Photos: 77 Bilder Gear: Spoiler: Knapp 4,6kg inklusive einer spiegellosen Kamera mit Zoomobjektiv. Ausrüstungs-Review folgt im zweiten Beitrag hier drunter. Instagram: Ich poste hier noch weitere Fotos inklusive Information wie der Klimawandel die Pyrenäen beeinflusst. Strava: Meine täglich zurückgelegten Strecken inklusive schöner Campspots Wetterbedingungen: Die Tageshöchstwerte lagen zu Beginn bei etwa 23°C. Die Tagestiefstwerte gegen Ende lagen bei etwa 6°C. Die kältesten Nächte lagen bei etwa 2°C. Insgesamt sehr mild. Meistens sonnig. Einige Tage völlig neblig, besonders in höheren Lagen. Einige Ausreißer, die starke Winde und Regen mit sich brachten. Es hagelte einmal für ein paar Minuten. Zum Glück verpasste ich den ganzen Schnee, der ein paar Tage, nachdem ich am Ende meiner Reise bestimmte Abschnitte passiert hatte, zu fallen begann. Zusätzliche Informationen: Der HRP ist eine inoffizielle Route, die die Pyrenäen durchquert und sowohl in westlicher als auch in östlicher Richtung gewandert werden kann. Die Ausgangspunkte sind Hendaye, Frankreich (Atlantischer Ozean) und Banyuls-sur-Mer, Frankreich (Mittelmeer). Der HRP hat einige Abschnitte mit dem GR10, GR11 und GR12 gemeinsam. Es gibt einen Cicerone-Wanderführer. Ich habe mich für die Route des Pocket Guides von Paul "Whiteburn" Atkinson entschieden. Sein Führer beschreibt eine höher gelegene Route und überquert mehr Cols (Pässe). Für jeden schwierigen Abschnitt und Col hat er in der Regel eine Alternative bereit, die einfacher ist, mehr Täler durchquert und zusätzliche Verpflegungsmöglichkeiten ermöglicht. Diese Alternativen sollten auch bei schlechtem Wetter in Betracht gezogen werden. An dieser Stelle muss ich mich nochmal ganz herzlich bei Paul bedanken, der unglaublich viel Zeit und Wissen in seinen Guide gesteckt hat und für uns komplett kostenlos bereitstellt. Thanks Paul! Ich hatte mich dazu entschieden, die gesamte Route ohne jede Alternative zu gehen und auf den Höhen zu bleiben. Auf Pauls Website findet man GPX-Dateien für alle Abschnitte und PDFs für beide Richtungen mit detaillierten Routenbeschreibungen und Verpflegungsmöglichkeiten. Für die Navigation habe ich GAIA Premium verwendet. Ich habe alle französischen und spanischen IGN-Karten auf mein Handy heruntergeladen. Das stellte sich im Verlauf meiner Tour als problematisch heraus. Aber dazu mehr in Kapitel 3 meines Berichts. Mein Reisebericht ist nicht nach Tagen, sondern nach Abschnitten zwischen den Verpflegungsmöglichkeiten (Resupplies) gegliedert. Ihr könnt gerne jeden Abschnitt überspringen. Ich weiß, dass dieser Reisebericht viel zu lang ist, und ich denke, er ist eher als Erinnerung für mich gedacht. Aber vielleicht findet der eine oder andere meine Reise interessant genug, oder verwendet den Bericht als Referenz für eine eigene zukünftige Pyrenäenwanderung. Wenn ihr irgendwelche Kommentare oder Fragen habt, dann fragt mich. Ich gebe gerne Auskunft. REISEBERICHT Kapitel 0: Hamburg - Hendaye Warte, beginnt der HRP nicht in Hendaye? Ja schon, aber einen Moment Geduld bitte. Das Abenteuer begann, bevor ich überhaupt am Startpunkt ankam. Ich wollte meinen CO2-Fußabdruck ein wenig reduzieren und entschied mich, von Hamburg aus mit dem Zug nach Hendaye zu fahren. Die ganze Reise hätte 14,5 Stunden dauern sollen, statt 5 Stunden mit dem Flugzeug und einer schnellen Busfahrt. Nun, die deutschen und französischen Bahngesellschaften hatten andere Pläne und beschlossen, dass ich stattdessen 30,5 Stunden brauchen würde. Ich hatte 30 Minuten in meinem Zug in Hamburg gewartet, bevor der Schaffner bekannt gab, dass der Zug einen Defekt hätte und mich nicht wie geplant mit Umsteigen in Karlsruhe nach Paris bringen würde. Guter Anfang... Ich hatte meine Reise nach Paris schnell umgebucht, musste aber meinen Zug von Paris nach Hendaye direkt in Paris umbuchen. So what, versuchen wir es mal. Da wusste ich noch nicht, dass auch der letzte Zug von Paris nach Hendaye bereits von den Franzosen gestrichen worden war. Der nächste Zug von Hamburg brachte mich mit Umsteigen in Mannheim zum Glück nach Paris. Während ich versuchte, die Metrostation zum nächsten Fernbahnhof zu finden, hielt ein Typ auf seinem Fahrrad abrupt an und fing an, auf Französisch mit mir zu reden und auf meinen Rücken zu zeigen. Als er merkte, dass ich kein Wort verstand, wechselte er erfreulicherweise auf Englisch. Er fragte mich, ob ich ein ultraleichter Backpacker sei, und zeigte mir seinen X-Pac-Rucksack auf seinem Rücken, den ein Freund von ihm genäht hatte. Ich hatte auch einen X-Pac-Rucksack dabei, den ich selber genäht hatte. Wir kamen schnell ins Gespräch, und ich sagte ihm, dass ich in Paris gestrandet wäre und noch keine Bleibe für die Nacht hätte. Er bot mir großzügig an, bei ihm und seiner Mutter zu bleiben, bei der er gerade zu Besuch war. Wir tauschten die Handynummern aus und beschlossen, uns später wieder zu treffen, da ich zuvor erst mein Ticket für den nächsten Morgen umbuchen musste. Wir drei verbrachten einen wunderbaren Abend beim Abendessen und sprachen über alle Dinge des Lebens. Danke dir Ulysse, dass du einen Fremden auf der Straße angesprochen hast. Ich weiß deine Freundschaft sehr zu schätzen und hoffe, dass wir bald zusammen wandern können! Wandern und Ultraleicht hat mir einmal mehr bewiesen, wie gut es Menschen verbindet. Der Rest der Reise verlief dann reibungslos, und ich kam am nächsten Tag um 12:30 Uhr in Hendaye an. Kapitel 1: Hendaye - Lescun - Tag 1-5 Vor dem Start meiner Wanderung sprang ich natürlich kurz in den Atlantik. Das Wasser war lauwarm. Würde das Wasser drei Wochen später im Mittelmeer genauso angenehm sein? Ich war mir nicht sicher, ob ich das herausfinden würde... Nachdem ich mich auf meine Tour die Wochen zuvor sehr gefreut hatte, änderte sich zwei Tage vor der Abreise aus Hamburg etwas. Ich verspürte einen Stein in meiner Brust. Ich verlor jegliche Begeisterung. Ich wollte nicht mehr los. Dieses Gefühl würde in den ersten Tagen auf dem Weg nicht vergehen. Ich hatte dieses Problem noch nie zuvor auf einer meiner anderen mehrwöchigen Touren... Mein Rucksack war zu Beginn viel zu schwer. Letztes Jahr schwebte mein Basisgewicht um die 3-Kilo-Marke, aber nachdem ich ein paar Luxusteile hinzugefügt hatte und mich schließlich auf eine richtige Kamera festgelegt hatte, war es mehr um die 4,5-Kilo-Marke. Das macht für mich jetzt keinen großen Unterschied. Aber ich hatte es mir mit dem Einkauf der Verpflegung für die ersten Tage wirklich verbockt. Leider bin ich etwas faul, wenn es darum geht, mein Essen für Reisen zu planen, also war ich No-Cook unterwegs. Ich ging am Abend vor meiner Abreise in den Supermarkt und schnappte mir einfach ein paar Sachen, auf die ich Lust hatte, anstatt mir meine g/Kcal-Essenslisten anzuschauen, die ich schon auf früheren Reisen genutzt hatte. Ich schnappte mir zwei viel zu schwere Gläser mit Erdnussbutter und Hummus. Was hatte ich mir nur dabei gedacht!? Glasgläser... Ich dachte, das Essen, das ich gekauft hatte, würde 3 Tage reichen... Es reichte 6. Okay, fangen wir an, zu gehen! Um 14 Uhr ging ich endlich los und ließ Hendaye ziemlich schnell hinter mir. Die ersten Anstiege ließen nicht lange auf sich warten. Sofort macht man einige steile Aufstiege auf Forststraßen und aus dem Nichts ging es durch dickes Gestrüpp. Die Vegetation im Baskenland ist sehr üppig und grün. Wasser war allerdings knapp, und meine 2-Liter-Kapazität war bei der Hitze ziemlich schnell erschöpft. Das erste Mal gelang es mir gegen 19 Uhr, Wasser aus einer Viehtränke zu finden. Ich warf zwei meiner Micropur-Tabletten rein und setzte den Aufstieg bis Larrun fort. Ich war nun bereits auf fast 1.000m über dem Meeresspiegel. Nach dem Abstieg südlich von Larrun fand ich eine schöne Wiese. Für meine Wanderung hatte ich mir eine Zeitbegrenzung auferlegt. Ich wollte nicht im Dunkeln wandern, was ich sonst manchmal tue. Ich wollte einfach nichts verpassen. Die Nacht war mild und klar. Ich entschied mich für ein Cowboy-Camp, ohne mein Zelt aufzustellen. Eine Entscheidung, die ich recht schnell bereute, wegen all der Pferde mit ihren umgehängten Glocken, die um mich herum grasten. Jedes Mal, wenn ich eine Glocke näher kommen hörte, sprang ich auf und sah mich um. Ich hatte ziemlich Angst, zu Tode getrampelt zu werden. Das war nicht die einzige Nacht, in der mich diese Angst begleitete, aber die letzte Nacht, in der ich ohne Zelt unter freiem Himmel campte... Die nächsten beiden Tage verliefen mehr oder weniger gleich, wobei ich gelegentlich durch ein kleines Dorf mit alten steingemauerten Häusern kam. Ich traf einen holländischen Wanderer, Gun, der einen ÜLA-Catalyst (leichter Rucksack) trug und auf dem HRP bis Gavernie in drei Wochen laufen wollte. Er war ein wenig skeptisch, was den ultraleichten Ansatz anging. Ich teilte mein Problem, irgendwie nicht in den Trip reinzukommen und nicht in der richtigen Verfassung zu sein. Er kannte das Gefühl und sagte, ich solle noch ein paar Tage warten und dann hoffentlich meinen Groove finden. Ich war skeptisch, aber was war die Alternative? Die Logistik, um wieder nach Hause zu kommen, war komplizierter als weiter zu gehen. Aber ich glaube, der Hauptgrund, warum ich zu diesem Zeitpunkt weitermachte, war, dass ich meine Pläne, den HRP zu wandern, vielen Freunden und der Familie erzählt hatte... Ich konnte mich nicht geschlagen geben, zumal ich gut in Form war und von Anfang an 40km+ Tage zurücklegte. In unserem Gespräch verloren, machten wir einige Navigationsfehler, aber schließlich entdeckten wir einen guten flachen Platz zum Zelten für unsere Pyramidentarps (er hatte ein Duomid dabei). Ich freute mich über die Gesellschaft, und ich glaube, der Hauptgrund, warum ich Schwierigkeiten hatte, reinzukommen, war der Gedanke, drei Wochen lang dort draußen zu sein... allein. Versteht mich nicht falsch, ich habe mehr Wanderungen allein als mit Freunden unternommen, aber zu diesem Zeitpunkt wollte ich die schönen, lustigen und harten Momente mit anderen teilen, und ich wusste, dass die von mir geplante Wanderung ein Minimum an Begegnungen mit anderen haben würde. Diese Nacht war nur eine von zweien, in denen ich mit jemand anderem zeltete... Am nächsten Morgen verabschiedeten Gun und ich uns, und ich kämpfte mich weiter. Ja, es war ein Kampf in den ersten Tagen. Ich kam an mehr Glocken vorbei, als mir lieb war. Ich dachte immer wieder, das müsse der Soundtrack des Baskenlandes sein. Ha, wie falsch ich doch lag. Es war der Soundtrack der Pyrenäen: Die Glocken der vielen Schafe, Pferde und Kühe, die hohen Schreie der Hirten und das aggressive Bellen der Hütehunde! Ich bin mir nicht sicher, ob ich während meiner Reise mehr Hirten oder Wanderern begegnet bin. Trotz meines mentalen Zustands tagsüber, war ich ein sehr glücklicher Camper, als ich mich für meinen Zeltplatz für die Nacht entschied. Fünf Sterne! Ich saß da, schaute auf den Sonnenuntergang, überblickte die Gipfel des Baskenlandes... und lächelte. War es das, was ich brauchte, um in den Hike zu finden? Ich freute mich auf Tag 4. Jede Menge Anstiege und die Besteigung meines ersten kleinen Gipfels auf über 2000m stand auf meinem Plan. Aber der Pic d'Orhy würde mir nicht in den Schoß fallen. Zuerst musste ich einen ziemlich steilen Aufstieg in Angriff nehmen und einige Kämme hochklettern. Ich war erschöpft und während einer anstrengenden Passage, bei der ich eine Klippe hinunterblickte, traf ich auf ein deutsches Paar, das eine Tageswanderung machte und gerade vom Pic d'Orhy gekommen war. Es war ziemlich lustig, wie ich einfach ohne Pause losplapperte, sobald ich Leute traf, mit denen ich reden konnte. Sie waren super lieb, und nachdem ich ihnen von meinen Wanderplänen erzählt hatte, gaben sie mir alles Essen, was sie noch hatten. Am meisten schätzte ich den frischen Apfel. Danke Kati und Michi! Tag 5 war der Tag, an dem endlich alles zusammenkam und ich begann, meinen Groove zu finden. Nachdem ich zum Refugio Belagua hinabgestiegen war, aß ich schnell eine Tortilla (das erste, was ich nach dem Start in Hendaye gekauft habe). Der folgende Abschnitt wird mir immer in Erinnerung bleiben. Die Sonne brach durch die Blätter eines magischen Waldes, der sich zu einer mit Kiefern gesprenkelten Granitlandschaft öffnete. Es war einer der schönsten Anblicke, die ich bisher erleben durfte. Mein riesiges Grinsen wollte mein Gesicht einfach nicht mehr verlassen. Keine Chance. Als ich bei Col d'Anaye ankam und über meine Schulter sah, wusste ich, dass ich in diesem Moment nirgendwo anders sein wollte. Verrückt, wie die Schönheit der Natur deine Perspektive völlig verändern kann. Auf dem Abstieg nach Lescun benutzte ich meine 6. und letzte Micropur-Tablette der Reise. Es scheint, dass mein Selbstvertrauen in jeder Hinsicht während dieser entscheidenden Stunden gestiegen war. Nach einem kurzen Straßenmarsch kam ich in Lescun an. Kapitel 2: Lescun - Gavernie - Tag 5-9 Lescun ist ein niedliches kleines Dorf mit einem kleinen Supermarkt, der eine eher begrenzte Auswahl hat. Ich habe mich schnell für die nächste Strecke nach Gavernie eingedeckt und bin noch einmal anderthalb Stunden weitergelaufen. Ich war nie wirklich sicher, wo ich in der folgenden Nacht zelten würde. Meine Wanderroute entwickelte sich gewöhnlich im Laufe des Tages, je nach dem Terrain und den zurückgelegten Kilometern. Im dicken Nebel, kam ich zu einer Hütte, die von einer Hirtin bewohnt wurde. Ich erschreckte sie zu Tode, als ich hineinschaute. Ich entschuldigte mich und fragte sie, ob es ihr etwas ausmachen würde, wenn ich auf der Wiese neben der Hütte zelte. Sie hatte nichts dagegen und ich war froh, als einige Minuten später ein anderer Hirte eintraf, der ihr hoffentlich jegliche Angst vor einem Verrückten nahm, der ungewöhnlich spät zum Zelten direkt neben ihr eintraf. Ich brach früh am Morgen auf und begab mich auf einen Tag, der von Wolken und Nebel beherrscht war. Es gelang mir kurz, für zehn Minuten über die Wolken zu kommen. Dies eröffnete mir den Blick auf Berggipfel, die sich durch eine plüschige weiße Wolkendecke bohrten. Es fühlte sich überhaupt nicht real an. Am Ibon de Estanés passierte ich einen ultraleichten Wanderer mit einem einfachen Hola. Ich glaube, er trug einen KS Liteskin-Rucksack. Ich ärgere mich immer noch darüber, dass ich mich ihm nicht richtig vorgestellt habe. Unten in Candanchu hatte ich mein erstes richtiges Town-Food. Eine eher durchschnittliche Pizza. Ich erwähne Candanchu nur, weil es eines der vielen verlassenen Wintersportdörfer ist, die im Sommer extrem abstoßend und deprimierend aussehen. Komisch, wenn man bedenkt, dass diese sterilen künstlichen Orte nur ein paar Monate im Jahr zum Leben erwachen. Und wenn man sieht, wie der Klimawandel sich nicht so schnell zu verlangsamen scheint, werden diese Dörfer in den kommenden Jahren sicherlich darunter leiden und sich vielleicht in permanente Geisterstädte verwandeln. Während des Essens habe ich von meinem Vater, einem Hobby-Meteorologen, die Wettervorhersage erfragt. Da er mich online über meinen Spot verfolgte, lieferte er mir immer sehr genaue Vorhersagen für die nächsten Tage. Ich war immer auf dem Laufenden und vertraute seiner Expertise. Wer braucht einen InReach, wenn man seinen eigenen persönlichen Wetterfrosch hat? Nach einigen Straßenspaziergängen kletterte ich wieder einmal in den vertrauten Nebel. Wegen der mangelnden Aussicht begann ich, die gelegentlichen Abfahrten hinunter zu joggen. Kein Grund zum Verweilen. Beim Versuch einzuschlafen, dachte ich nur daran, wie viele schöne Landschaften ich wegen des Nebels wohl verpasst hätte. Aber mal hat man Glück, mal Pech. Am folgenden Tag vollendete ich meine erste Woche auf dem HRP. Ich flog über den Trail bis zu diesem Punkt und wurde ein bisschen übermütig. Ich rechnete mir schon aus, dass ich, wenn ich mein momentanes Tempo hielte, wahrscheinlich in 18 Tagen fertig sein würde, statt in meinen grob prognostizierten 21 Tagen. Ich wusste nicht, dass die "echten" Pyrenäen gerade erst begonnen hatten. Und ich war definitiv nicht auf das vorbereitet, was der HRP an diesem Tag für mich bereit hielt. Auf dem Weg zum Col d'Arrious hatte ich eines meiner wenigen Gespräche mit einem Hirten. Es sind wirklich interessante Menschen und kommen aus allen Lebenslagen. Als ich oben auf dem Pass ankam, traf mich der Wind hart. Ich zog schnell meine Windjacke an und machte mich auf den Weg zum Refuge d'Arrémoulit, wo ich ein Serrano-Sandwich mit einem Omelett aß. Während ich die Aussicht auf den benachbarten See genoss, flog ein Habichtsadler 15 m über meinen Kopf hinweg. Ein seltener Anblick. Könnte es überhaupt noch viel besser werden? Ich bin mir nicht sicher, aber es konnte definitiv viel schlimmer werden... Nach meiner Pause begann ich wieder an Höhe zu gewinnen und steuerte über den Col du Palas, nur um von einem riesigen Geröllfeld begrüßt zu werden. Denkt daran, dass es an diesem Punkt überhaupt keinen Weg mehr gab. Gelegentlich lagen ein paar Cairns (Steinmännchen) verstreut, was nicht wirklich half, einen klaren Weg zu definieren. Nachdem ich eine Weile hinuntergeklettert war, musste ich diese Felsbrocken nach Port du Lavedan wieder hinaufsteigen. Hier machte ich meinen ersten großen Fehler der Reise. Ich schaute mir nur grob die Richtung an und hatte GAIA nicht wirklich beobachtet. Aufgrund meines Navigationsfehlers verpasste ich den Pass um gut 10 m und kletterte einen kleinen Grat hinauf, den ich für den Pass hielt. Oben angekommen schaute ich auf die andere Seite hinüber, von der ich absteigen musste. "WHAT THE F*CK?! Was zum Teufel hat sich dieser Whiteburn-Typ gedacht, Leute über diesen Mist-Pfad zu schicken, ohne ihnen zu raten, Kletterausrüstung mitzubringen? Aber nein, wem schiebst du gerade die Schuld zu? Was habe ICH mir dabei gedacht, eine ausgedachte Route von einem Typen aus dem Internet zu folgen? JESUS. Was für ne Scheiße!" Ich schaute zurück - ja, keine Chance, dass ich den Weg, den ich gekommen war, wieder hinuntergehen konnte. Nicht viel besser als das, was vor mir lag. Whiteburn hatte erwähnte, dass dieser Abschnitt drei große Cols mit zunehmenden technischen Schwierigkeiten bereithielt. Dies war nicht einer dieser drei, aber ich dachte, es sei der erste, und der Gedanke machte mir eine Heidenangst. Wie sollte ich die beiden anderen überleben, FALLS ich es lebend hierüber schaffte? Adrenalin schoss durch meinen Körper. Konzentriert wie noch nie zuvor bewegte ich meine Hände langsam auf einen leicht hervorstehenden Felsen zu, um irgendeinen Halt zu finden. Dann suchte ich nach einem anständigen Halt für meine Füße. Ich brauchte gut fünf Minuten, schweißgebadet, um den schwierigsten Teil der Strecke hinunterzugehen. Ich hatte nicht vor, so etwas in nächster Zeit wieder zu tun, dachte ich mir. Nun, das würde ich auf jeden Fall wieder tun müssen, wie sich später heraus stellte. Leute, überprüft eure Navigation dreimal, bevor ihr euch entscheidet, irgendeinen dummen, steilen Grat zu besteigen. Nicht lange nach dem schlimmsten Teil sah ich den Pass, den ich ein paar Meter zu meiner Rechten hätte nehmen sollen. Ich war beruhigt und wütend, weil ich einen Fehler gemacht hatte, der ziemlich unschön hätte enden können. Diese fünf Minuten hatten mein Energieniveau auf Null gebracht. Ich zitterte. An diesem Tag hatte ich meinen zweitkürzesten Wandertag der ganzen Reise. Nach ein paar Stunden gutem Schlaf war ich bereit, die drei technisch herausfordernden Cols dieses Abschnitts in Angriff zu nehmen: Col de Cambales, Col d'Arratille und Hourquette d'Oussoue. Die Erfahrung vom Vortag stärkte mein Selbstvertrauen beträchtlich, was diese Pässe zu einem einfacheren Unterfangen als gedacht machte. Und so konnte ich die weiten Berglandschaften viel mehr genießen. Am frühen Nachmittag nahm ich meine übliche einstündige Pause und wusch mein Shirt und Socken. Nach dem letzten Col versuchte ich, so nahe wie möglich an Gavernie, meinen nächsten Re-supply Ort, heranzukommen. Am Ende schlief ich erstmals auf der Reise in einer Cabane. Sie war nicht mehr als eine einfache rechteckige Steinhütte. Komplett leer. Am nächsten Morgen stand ich früh auf und brach das Lager schnell ab, damit ich früh in Gavernie ankommen und dort nicht zu viel Zeit verlieren musste. Um 10 Uhr war ich da. Kapitel 3: Gavernie - Bernasque - Tag 9-12 Gavernie ist ein Bergdorf, das als Dreh- und Angelpunkt für viele Wanderrouten in der Gegend dient. Es hat einen kleinen Outdoor-Laden, in dem man auf jeden Fall einen Rucksack oder Schuhe bekommen kann, falls man Probleme mit seiner Ausrüstung hat. Ich ging direkt zu einem Restaurant. Ich musste schließlich meine Powerbank wieder aufladen. Das allein würde wahrscheinlich schon drei Stunden dauern. Mit einer schnellen 30-minütigen Ladung während meiner Pizzapause in Candanchu hatte die Powerbank 8 Tage überstanden. Ich kam mit zwei Wanderern ins Gespräch, die neben mir am Tisch saßen. Sie hatten die Cicerone-Strecke des HRP 33 Tage zuvor vom Mittelmeer aus gestartet. Soweit ich es beurteilen konnte, entspricht die Cicerone-Strecke eher den Alternativvorschlägen, die Whiteburn für die Pocket Guide-Version vorschlägt. Nachdem ich ein paar Postkarten geschrieben und mich in dem kleinen Supermarkt mit Lebensmitteln eingedeckt hatte, aß ich ein großes Steak mit Pommes Frites und Spiegelei. Um 14 Uhr verließ ich Gavernie mit neuer Energie. Nach dem steilen Abstieg über die Hourquette d'Alans wird das Tal von einem schönen Bach begleitet, der in den Stausee Lac de Gloriettes mündet. Viele der türkisfarbenen Seen in den Pyrenäen sind eigentlich Stauseen bzw. dienen der Erzeugung von Wasserkraft. Das nimmt manchmal etwas von der Magie des Wassers. Direkt um Gloriettes herum begann ein Nieselregen. Der Nebel von den Tagen zuvor war wieder da. Kennt ihr das, wenn man den Moment verpasst, in dem man seine Regenjacke hätte anziehen sollen, aber stattdessen hofft, dass es aufhört zu regnen? Ja, diesen Moment hatte ich verpasst. Völlig durchnässt schaute ich auf meine Karte, um mögliche Campingplätze für die Nacht auszumachen. Ich entschied mich für eine Hütte, die ich gegen Sonnenuntergang erreichen sollte. Schade nur, dass sie gerade renoviert wurde und verriegelt war. Zum Glück sah ich die Cabane des Aires eine halbe Stunde vor mir auf meiner Route. Ich nahm etwas Tempo auf und ging weiter. Ich würde meine Entscheidung in den kommenden Stunden auf vielerlei Weise bereuen. Ich hätte einfach mein Zelt aufschlagen sollen... So wanderte ich etwas über 2000m weiter. Und der Nebel wurde immer dichter, so dass ich nur noch 5m um mich herum sehen konnte. Kombiniert man das mit meist grasbewachsenen Pfaden, dann hat man einen Navigationsalbtraum vor sich. Ich schaute auf GAIA nonstop und kam immer noch vom Kurs ab. Es wurde ziemlich kalt. Ich schaffte es gerade noch rechtzeitig zur Hütte, bevor es dunkel wurde. Erschöpft setzte ich meine Stirnlampe auf, um mir die kleine Steinhütte anzusehen. Etwas bewegte sich im Dunkeln. Ich bewegte meinen Kopf wieder dorthin, wo ich glaubte, etwas gesehen zu haben. "OH COME ON! ECHT JETZT!?" Eine verdammte Maus. Ich wollte mich gerade wirklich nicht mit diesen kleinen Mistviechern rumplagen. Ich habe das kleine Ding nach draußen gescheucht. Da die Stahltür der Hütte sich nicht schließen ließ, baute ich eine Barriere aus Holzpaletten und der Nose eines Snowboards (wie zum Teufel kam das da hin?). Der Schlafbereich befand sich im hinteren Teil des Raumes und glücklicherweise einen halben Meter erhöht. Ich richtete mich für die Nacht ein, legte mein Essen direkt neben mich und ließ den Rest meiner Ausrüstung auf dem Tisch liegen. Nachdem ich in meinen Quilt (offener Schlafsack) gekrochen war, scannte ich die Hütte wieder nach unerwünschten Nagetieren ab. F*CK! Die Maus hatte eine(n) Freund(in) mitgebracht... Ich gab sofort auf. Ich hatte keine Chance, sie draußen zu halten, und die Nacht wurde noch schlimmer. Als ich mein Handy an meiner Powerbank aufladen wollte, passierte nichts. Ich steckte mein Handy ein paar Mal raus und ein. Nichts. Ich benutzte ein Mikro-USB-Kabel mit einem Lightning-Adapter. Nachdem ich das Kabel an meiner Stirnlampe getestet hatte, war der Grund offensichtlich. Ich habe Zubehör von Drittanbietern für das iPhone noch nie vertraut. Warum habe ich dieses kleine Stück Scheiße überhaupt mitgenommen? Mein Telefon war auf 7% und ich hatte keine Möglichkeit es aufzuladen. Wie sollte ich aus diesem dichten Nebel heraus navigieren? Ich hatte nur eine Wahl: früh aufstehen und den Berg hinunter zu einer 6 km entfernten Auberge gehen und hoffen, dass jemand bereit war, mir sein Kabel zu verkaufen. Dazu brauchte ich entweder ein Telefon für die Navigation oder einen klaren Himmel. Ich wusste die allgemeine Richtung, aber es gab so viele Windungen und Seen, die mich von meinem Ziel trennten, dass ich mich wahrscheinlich ziemlich schnell verirren würde, vor allem ohne visuelle Orientierung. Ich glaube, physische Karten wären im Moment gar keine so schlechte Idee gewesen. Die Nacht war offensichtlich schrecklich. Ich war nervös, hoffend, dass mein Telefon bis zum nächsten Morgen überleben würde. Und die beiden Mäuse hatten die ganze Nacht lang einen ernsten häuslichen Streit. Ich verfolgte sie mit meiner Stirnlampe durch die ganze Hütte. Während der Reise verbrauchte ich den größten Teil meiner Stirnlampenbatterie für die Suche nach Mäusen. Glücklicherweise hielten sie sich von meinem Essen fern. Nachdem ich kaum geschlafen hatte, wachte ich am nächsten Morgen bei unveränderten Wetterbedingungen auf. F*ck. Da ich zu ängstlich war, meinen Akku während der Nacht zu checken, entsperrte ich mein Handy. 4%. YES! Vielleicht schaffte ich es doch noch. Ich brauchte ja nur 40 Minuten bis zu der Straße, die zur Auberge führt. Ich packte so schnell wie möglich meine Sachen zusammen und machte mich auf den Weg und betete, dass ich keine weiteren Navigationsprobleme bekäme und, noch wichtiger, eine freundliche Seele träfe, die bereit war, sich von ihrem Ladekabel zu trennen. Ich verlor die Route einige Male, schaffte es aber schließlich, mit nur 1% auf die Straße zu kommen. Als ich auf dem Parkplatz der Auberge ankam, sah ich ein junges Paar, das sich für eine Tageswanderung fertig machte. Ich erzählte ihnen von meinem Dilemma und meinen Wanderplänen. Ich sah wahrscheinlich ziemlich erbärmlich aus. Aber zum Glück hatten sie ein Ersatzkabel. Sie waren jedoch nicht bereit, dafür Geld zu nehmen. Puuuuh, war ich erleichtert. Ich wanderte mit ihnen den Weg, den ich gekommen war, hinauf und fing an zu plappern, so wie ich es immer auf dieser Reise tat, sobald ich Gesellschaft hatte. Dieses iPhone-Adapter-Debakel hätte mich ein oder zwei Tage kosten können. Es hat mir genug Angst gemacht, so dass ich wahrscheinlich für den Rest meines Lebens immer separate Markenkabel mitnehmen werde. Obwohl mir das neue Kabel dringend benötigte mentale Energie gegeben hatte, nahm mir der nächste Anstieg auf den Col de la Sede die Energie direkt wieder aus den Beinen. Für mich war dies wahrscheinlich der anstrengendste Aufstieg der ganzen Reise. Kein Pfad, nur 60-70% Grad Grashang zur Überwindung von 400 Höhenmetern. Rückblickend war dies wahrscheinlich der körperlich schwierigste Tag für mich. Auf der Passhöhe musste ich einige steile Geröllfelder überqueren, die mich mit jedem Schritt nach unten rutschen ließen. Und der scharfe Fels wartete nur darauf, mir die Knöchel aufzuschneiden. Danach wurde es für ein paar Kilometer etwas weniger technisch herausfordernd, aber die Anstiege hörten nicht auf. Am Lacs de Barroude musste ich eine Entscheidung treffen: nehme ich die Alternative hinunter nach Parzán für einen leichten Teilabschnitt auf dem GR11, oder wandere ich weitere 10 km Richtung Osten mit insgesamt 900 m Aufstieg und 1050 m Abstieg auf einem technisch schwierigen Bergkamm. Ich war völlig erschöpft, und es war bereits 16 Uhr. Gleichzeitig wollte ich diese wohl schönste und schwierigste Route unbedingt zurücklegen. Drei Snickers später fing ich trotzdem an, den Kamm hinaufzuklettern. Manchmal bin ich einfach etwas zu dickköpfig. Zum ersten Mal an diesem Tag lief ich nicht in völligem Nebel. Die Wolken verunsicherten mich trotzdem. Ich wollte nicht von einem Blitzgewitter überrascht werden, da es keinen einfachen oder schnellen Weg vom Bergrücken herab gab. Auf halbem Weg begann ich Donner zu hören. Ich konnte ihn aber nicht lokalisieren und sah auch keine Blitze. Ich ging schneller so weit es das Terrain zuließ, während ich einen Grat auf und ab kletterte. Für die Nacht hoffte ich, den grünen Fleck auf meiner Karte zu erreichen, der den Höhenlinien zufolge ziemlich flach aussah. Ich musste einfach nur ankommen. Die Gratwanderung wurde mit dem Fortschreiten immer herausfordender, aber die Wolken blieben zahm. Ich bewegte mich vom Grat nach Norden und kam zu meinem geplanten Zeltplatz. Meine Entscheidung hatte sich ausgezahlt. Fünf Sterne! Mein Lieblingscampingplatz des Trails mit einem grandiosen Blick auf das Herz der Pyrenäen. Es war die erste und einzige Nacht, die auch völlig still war. Keine Glocken, keine Mäuse, kein gar nichts. Ich schlief wie ein Baby. Aber nicht einmal guter Schlaf konnte meine Energie nach den Ereignissen von Tag 10 zuvor und dem sehr steilen und herausfordernden Wandern abseits des Weges wiederherstellen. Und Tag 11 hatte noch mehr davon für mich zu bieten. Als ich den Port d'Ourdissétou auf einem der seltenen gepflegten Wanderwege des Tages hinaufkletterte, merkte ich, dass ich das nicht mehr lange durchhalten konnte. Ich brauchte eine richtige Pause. Ich beschloss, bei meinem nächsten Resupply in Bernasque einen Pausentag einzulegen. Das war allerdings noch anderthalb Tage entfernt. Zum Glück war die zweite Hälfte des Tages etwas leichter, bis zu einem späten Aufstieg nach Port d'Aygues Tortes und dem Abstieg zur Cabane Prat Caseneuve. Nach meinem letzten, eher unangenehmen Cabane-Erlebnis wollte ich eigentlich alle weiteren vermeiden. Aber Prat Caseneuve war eine sehr gute Hütte mit einem zweiten Stockwerk und richtigen Matratzen. Meine Angst vor Bettwanzen ließ mich jedoch auf dem Boden schlafen, zur großen Verwirrung des Franzosen, mit dem ich die Cabane in dieser Nacht teilte. Mir wurde langsam klar, dass der Abschnitt Gavernie-Bernasque wahrscheinlich der härteste des gesamten HRP war. Am nächsten Morgen standen wir um 6 Uhr auf, und ich machte mich bei Tagesanbruch auf den Weg. Drinnen zu schlafen, um früh aufzustehen, war die richtige Wahl, da ich einen sehr harten Tag vor mir hatte. Ich wollte zwei der höchsten und technisch anspruchsvollsten Pässe des HRP in Angriff nehmen: Col des Gourgs Blancs und Col Inférieur de Litérole. Beide knapp unter 3000 m. Ich hatte von anderen Wanderern und in Online-Foren Horrorgeschichten über Litérole gehört. Besonders beim Abstieg über die Ostseite, den ich machen musste. Ich konnte es mir aber nicht vorstellen. Der Mist, den ich bis zu diesem Zeitpunkt schon gemacht hatte, war meiner Meinung nach schwer zu übertreffen. Es war ein sehr schöner Tag, und nachdem ich an einem weiteren Stausee vorbeigekommen war, kletterte ich den Col des Gourgs Blancs hinauf. Durch riesige Felsblöcke zu navigieren, verstreuten Cairns zu folgen und Geröll hinaufzuklettern war zur Gewohnheit geworden. Ich cruiste durch eine der härtesten Routen, die die Pyrenäen zu bieten haben. Auf dem Weg hinunter, konnte ich Lac du Portillon sehen, einen weiteren Stausee. Ich machte eine 45-minütige Mittagspause am Refúge du Portillon und unterhielt mich mit einigen Einheimischen über Barfuß-Ultramarathon-Training und Traum-Rennen. Die Sonne wärmte meine Wangen. Auf zum Col Inférieur de Litérole! Der Aufstieg war steil, und ich traf eine Fehlentscheidung, als ich die Schneefelder umging, indem ich weiter auf steiles Geröll stieg. Jeder Schritt, den ich machte, löste einen Felsrutsch aus. Ich versuchte, so schnell wie möglich nach unten zu kommen. Das war nicht gerade einfach. Ich ging am Rande des Schneefelds weiter. Der letzte Aufstieg auf den Litérole war recht einfach. Als ich auf der anderen Seite hinunterblickte, verstand ich, worüber alle gesprochen hatten. Oooooof war das steil. Sowas brachte mich aber nicht mehr aus der Fassung. Der HRP hatte mich recht selbstsicher gemacht. Ich fand den Weg nach unten auf einer schnellen Schnee-Rutschpartie in ein Geröllfeld. Was folgte, war das längste Boulderhopping-Abenteuer meines Lebens. Super anstrengend, aber Spaß pur. Ich machte mich auf den Weg ins Remuñe-Tal. Dort schoss ich mein Lieblingsfoto der ganzen Reise. Nach einem langen Abstieg gelangte ich auf die Straße, die mich nach Bernasque bringen sollte. Ich bat zwei Spanier aus Barcelona um eine Fahrt. Mit Masken und desinfizierten Händen machten wir uns auf den Weg ins Tal. Intermezzo: Pausentag in Bernasque - Tag 13 Bernasque ist ein malerisches Dorf im Herzen der spanischen Pyrenäen. Sein Dorfzentrum besteht aus schönen Steinbauten und einer großen Auswahl an Hotels und Restaurants. Zwei Outdoor-Geschäfte, die alles bieten, was das Herz begehrt, machen Bernasque zu einem voll ausgestatteten Anlaufpunkt für Berg-Touristen. Nachdem ich mich von meinem Ride verabschiedet hatte, machte ich mich auf den Weg zu einem Ein-Sterne-Hotel. Mitte September ist das Ende der Sommersaison für den Pyrenäen-Tourismus. Das war der letzte offene Tag meines Hotels, und so wurde für meine zweite Nacht ein anderes, wenige Minuten entferntes Hotel organisiert. Ich musste Lebensmittel für die nächste Strecke nach Arinsal einkaufen, da mein Pausentag an einem Sonntag sein würde und ich am Montag früh aufbrechen wollte. Ich sah zum ersten Mal auf meiner Reise Nachrichten. Verrückt, wie sich die Dinge in so kurzer Zeit wieder ändern können. Als ich nach Hendaye fuhr, waren die Covid-Zahlen seit einigen Monaten konstant niedrig. Aber in Frankreich und Spanien explodierten die Zahlen wieder. Über 10.000 Neuinfektionen pro Tag allein in Frankreich. Ich fand das Verhalten der Franzosen und Spanier jedoch viel verantwortlicher als das der Deutschen. Jeder trug in der Öffentlichkeit eine Maske. In Deutschland demonstrierten die Menschen in Massen gegen die Covid-Maßnahmen der Regierung. Ohne Masken und Abstandsregeln... Ich hatte ein großes Abendessen und ging schlafen. Ich freute mich auf meinen Pausentag. Null Kilometer würde mir sicher gut tun. Einen Tag vor meiner Ankunft in Bernasque bekam ich leichte Schmerzen im rechten äußeren Knie, immer dann, wenn ich längere Zeit auf schwierigem Gelände abstieg. Es waren neue Knieschmerzen für mich, so dass ich Schwierigkeiten hatte, deren Ursache zu ermitteln. Ich nutzte den Tag, um mich ein wenig mehr zu dehnen und KT-Tape anzuwenden. Während der ersten Hälfte meiner Reise rollte ich meine Füße konsequent aus und machte die Viranasa-Pose, die meiner Meinung nach ein großer Faktor dafür war, dass ich weitgehend schmerzfrei blieb. Neben dem Aufflackern der Schmerzen meines Knies, musste ich mich auch noch um meine Trailrunner (Topo Ultraventure) sorgen. Bereits Tage zuvor, nach 200 km hatte ich meine Schuhe das erste Mal inspiziert und gesehen, dass sich die Virbram-Sohle an der rechten Ferse halb gelöst hatte. Jetzt, nach 400km, hing die Sohle nur noch an einem Gummistück und an der linken Ferse war mittlerweile das gleiche passiert. In einem Souvenirladen fand ich Schuhkleber und klebte die beiden Sohlen wieder an. Die Lauffläche war generell schon ziemlich glatt gelaufen, und an der Stelle, wo meine großen Zehen auf die Fußballen trafen, bildeten sich zwei Löcher. Ich plagte mich bis zum Ende meiner Tour mit den defekten Schuhen herum. Es wäre so einfach gewesen: ich hätte einfach ein neues Paar Trailrunner aus dem riesigen Angebot der beiden Outdoor-Läden im Ort auswählen sollen. Der Rest des Tages bestand aus essen, in der Sonne liegen, essen, schlafen, essen, usw... Der letzte Bus der Saison fuhr an diesem Sonntag wieder zum Trail. Da ich aber am nächsten Morgen um 6.30 Uhr los wollte und nicht auf einen Tramper warten wollte, musste ich einen 25-Euro-Shuttle zurück zur Route buchen. Kapitel 4: Bernasque - Arinsal - Tag 14-17 Am nächsten Morgen kam ich etwas vor 7 Uhr morgens wieder am Trail an. Der Sonnenaufgang ließ noch auf sich warten. Ich musste wohl doch noch ein paar Minuten im Dunkeln wandern. Nach 6 km erreichte ich die Hälfte der Stecke des HRP. Der Tag verging wie im Flug über einen der höchsten Pässe der Route, den Col de Mulleres. Für den Rest des Tages standen eine Menge Abstiege, Anstiege und türkisfarbene Seen auf dem Programm. Gegen 16 Uhr begann ich jedoch wieder mein rechtes Knie zu spüren. Aus dem leichten Schmerz wurde bald ein starker. F*CK... Ich war froh, wieder wandern zu können, über die Pfade zu grooven, die Aussicht zu geniessen, und nun das? Ich war allerdings nicht wirklich überrascht. Es war nur eine Frage der Zeit gewesen, da ich ja jeden Tag zwischen 4000-6000m hoch und runter lief. Der Schmerz ließ nicht nach. Vielleicht hatte ich das KT-Tape mit zu viel Stretch aufgebracht? Ich entfernte es. Es wurde minimal besser, aber vielleicht bildete ich es mir nur ein. Ich ging meinen letzten Aufstieg des Tages hoch, sehr nervös, dass mein Knie meine Wanderung beenden könnte. Auf halber Höhe traf ich einen deutschen Wanderer namens Andreas. Ein fitter und erfahrener Hiker. Er hatte den HRP (Cicerone-Version) begonnen, wechselte aber nach einigen Tagen zum GR11, als er anfing, sich mit dem Gelände und den Pässen, die er durchwandern musste, unwohl zu fühlen. Ich verstand ihn vollkommen. Wir tauschten ein bisschen Essen aus und zelteten zusammen. Das war das zweite und letzte Mal, dass ich mit einer anderen Person campte. Vor dem Schlafengehen nahm ich mir etwas mehr Zeit als sonst, um mich zu dehnen. Am Morgen waren die Schmerzen verschwunden. Aber all die kleinen Wehwehchen, die ich auf dieser Reise gehabt hatte, waren nach einer erholsamen Nacht verschwunden. Ich hatte noch kein Vertrauen in mein schmerzfreies Knie. Und nach einer halben Stunde kamen die Schmerzen wieder mit voller Stärke zurück. Panik traf mich mit voller Wucht. Der Schmerz und meine Angst, nicht mehr weitermachen zu können, stresste mich. Und ich hatte keine Ahnung, was zum Teufel mit meinem Knie los war. Als ich nach Salardu hinunterging, rief ich meinen Vater an. Ich ließ meiner Frustration freien Lauf und bat ihn, meine Symptome für mich nachzusehen, da ich keine Internetverbindung bekam. Er begann mir eine Diagnose vorzulesen, die die Ursache meiner Schmerzen zu sein schien. Probleme mit dem IT-Band. Ich hatte nur davon gehört. Also gut, Papa, wie kann ich es beheben? Ich kann jetzt nicht aufhören. Auf keinen Fall. Er hat versucht, mir einige Google-Fotos und ein Youtube-Video zu erklären, dass er sich nebenbei ansah. Ich wurde gerade am Telefon gecrewt. Nachdem er mich etwas aufgemuntert hatte, bekam ich meine übliche Wettervorhersage. Danke, Papa! In Salardu setzte ich mich in den Schatten und begann, meinen Oberschenkel mit meinem Trekkingstock brutal auszurollen. Das hielt ich fünf Minuten lang durch. Danach stand ich auf und machte vorsichtig einige Schritte. Zauberei! Der Schmerz hatte deutlich nachgelassen. Okay, schauen wir mal, wie lange das anhält, dachte ich. Ich nahm mein Tempo wieder auf und legte einen 1000m Anstieg in einer Zeitspanne von zwei Stunden über 10km zurück. Meinem Knie ging es okay. Nicht gut, aber in Ordnung. Kurz vor Sonnenuntergang schlug ich mein Lager an einem See auf. Keine Minute später begann es zu regnen. Die ersten Tropfen Regen in den Pyrenäen prasselten auf mein Zelt. Nach 15 Tagen. Mit meinen neuen Tricks, die mir am Telefon beigebracht wurden, hielt ich meine Knieschmerzen in Schach, so dass sie mich nicht mehr störten. Gelegentlich musste ich jedoch auf einem langen Abstieg anhalten und zusätzliche Arbeit mit meinem Trekkingstock leisten. Am 16. Tag passierte ich den größten Wasserfall auf meinem Weg. Was für ein Anblick! Ich ärgere mich immer noch, dass ich an diesem Tag einen Zeltplatz links liegen ließ, der unter den Top 3 gewesen wäre. Ich hatte gehofft, dass am nächsten See noch ein besserer Platz wäre. Das war leider nicht der Fall. Aber trotzdem schön. Als ich mir GAIA vor dem Schlafengehen ansah, wusste ich, dass ich am nächsten Morgen einen längeren Abstieg machen musste. Darauf freute ich mich nie. Vor allem wegen meiner Knieprobleme nicht. Ich hatte für Tag 17 nur ein Ziel. Ich musste rechtzeitig in Arinsal sein, um mich neu zu versorgen und meine Großmutter in Brasilien zu ihrem Geburtstag anzurufen. Der Tag war geprägt von vielen Höhenmetern und ständigem Tagträumen über Essen. Der Hiker-Hunger hatte nach einer Woche eingesetzt, und der Tagtraum vom Lebensmitteleinkauf war zu meiner Hauptbeschäftigung geworden. Gegen 17 Uhr und einigen schönen Ausblicken später erreichte ich Arinsal in Andorra. Kapitel 5: Arinsal - Bolquere - Tag 17-20 Andorra ist ein kleines Land zwischen Frankreich und Spanien mit einer winzigen Bevölkerung von 77.000 Einwohnern. Auf dem Weg nach Arinsal kam ich an zu 95% geschlossenen Hotels vorbei. Im Supermarkt kaufte ich so viel Verpflegung für zweieinhalb Tage ein, dass ich meine Bottom-Pocket bis zum Rand vollstopfen musste. Einer meiner Lebensmittel-Tagträume war ein Baguette, gefüllt mit Käse, geräucherter Wurst und etwas Grünzeug. Aber zuerst rief ich meine Großmutter auf WhatsApp an. Was ich allerdings nicht wusste war, dass Andorra nicht Teil des EU-Roaming-Abkommens ist. Fünfzehn Minuten später hatte ich eine glückliche Großmutter und eine zusätzliche Telefonrechnung von 60€. Autsch. Macht nichts. Selbst wenn ich das gewusst hätte, hätte ich sie angerufen. Als ich Arinsal verließ, kam ich am Stadtrand mit einem vollwertigen Baguette im Bauch an. Ich wusste bisher nicht, dass ich in der Lage war, etwas so Deftiges in so kurzer Zeit zu essen. Ich kam recht zufrieden im Lager an und genoss eine Limo und einen Joghurt, welche ich zusätzlich eingepackt hatte. Tag 18 war ein Tag zum Vergessen und mein kürzester voller Tag auf dem HRP. Um 12 Uhr nachmittags verwandelte sich ein leichter Nieselregen langsam in Regen, bis ich durch einen richtigen Sturm wanderte. Regen macht mir nichts aus. Ich kann den ganzen Tag lang "Singing in the Rain" singen. Aber wenn man zu viel Wind hinzufügt, ändert sich meine Stimmung recht schnell. Um 16 Uhr hatte ich genug von den Stürmen herumgeschleudert zu werden. Ich machte Schluss, sobald ich das Refugio de Coms de Jan sah: eine kleine Schutzhütte mit Kamin. Ich war der einzige dort. Nachdem ich etwas gegessen und versucht hatte, meine Kleider zu trocknen, vergrub ich mich in meinem Quilt. Keine fünf Minuten später hörte ich ein Rascheln auf dem Tisch, auf dem ich meine ganze Ausrüstung und mein Essen liegen gelassen hatte. Ich war in höchster Alarmbereitschaft und erwartete meine Lieblingsmitbewohner. Ich schaltete meine Stirnlampe ein. Zum Glück war es nur ein(e) Mitbewohner(in). Aber diese Maus war eine Klettermaus und hatte keine Schwierigkeiten, den Tisch oder die Hochbetten zu besteigen. Ich scheuchte das Tier weg, nahm mein Essen und stellte es direkt neben mich. Meine Mülltüte hängte ich auf der anderen Seite des Zimmers auf. Das hielt den kleinen Scheißer nicht davon ab, meinen Müll zu durchwühlen. Zumindest hielt er sich von mir und meinem Essen fern. Meine Stirnlampe hatte an diesem Abend ihren zweiten Hauptauftritt. Mit dunklen Ringen um die Augen ging ich am nächsten Morgen wieder hinaus in den Sturm. Ich war an diesem Tag nicht sehr glücklich und schaffte es um 12 Uhr zum Refugi de Juclar, einer Hütte, die von einer süßen vierköpfigen Familie bewirtschaftet wird. Die nächsten zwei Stunden verbrachte ich damit, mich am Ofen aufzuwärmen, Tee zu trinken, eine reichhaltige Bolognese und Suppe zu essen. Ich überlegte, ob ich für die Nacht bleiben sollte, da der Sturm noch nicht vorbei war. Mein Vater hatte mir aber gesagt, dass der Sturm um 14 Uhr verschwinden würde. Und natürlich tat er das auch. Keine fünf Minuten unterwegs, stürzte ich auf einige Felsen, brach mir einen Fingernagel in zwei Hälften und fügte zu den vielen Narben an meinen Beinen, die ich von der Reise mitgenommen hatte, einige neue hinzu. Ich wanderte nun viel vorsichtiger als in der ersten Hälfte meiner Reise. Aber ich kämpfte einen aussichtslosen Kampf gegen das nicht vorhandene Profil meiner Trailrunner. Ich legte einige Pflaster an und machte mich auf den Weg nach l'Hospitalet près l'Andorre. Dort gibt es einen kleinen Laden für Nachschub im Sommer. Ich war allerdings zu spät in der Saison auf der Durchreise. Der Laden war geschlossen. Das riesige Kraftwerk dort macht es nicht gerade zu einem attraktiven Ort, an dem man Zeit verbringen will. Ich kletterte aus l'Hospitalet heraus und sah bereits einen Lagerplatz auf der Ostseite des Étang des Bésines. Leider war er bereits von drei Wanderern besetzt. Das war noch nie zuvor passiert. Ich wollte die Gruppe aber nicht stören und campte ein paar hundert Meter weiter oben am Weg. Ich kam nun dem Ende meiner Reise immer näher, und eine Sache, die ich am meisten genoss, war, nicht zu wissen, wie weit ich es jeden Tag schaffen würde, oder wo mein nächster Lagerplatz sein würde. Das trug einfach zu meinem Abenteuer bei. In der Nacht hatte es wieder geregnet, aber der Morgen war klar. Ich bestieg an diesem Tag meinen letzten großen Berg, den Puig Carlit (ca. 3000m), und plante meinen letzten großen Resupply in Bolquere. Obwohl es Sonntag war, teilte mir Google mit, dass der Supermarkt geöffnet sei. Ich hoffte, dass das richtig war. Der Aufstieg zum Carlit ist eigentlich recht gemäßigt, vorbei an vielen natürlichen alpinen Seen. Ich hatte ein gutes Gespräch auf Portugiesisch mit einem erfahrenen Trailrunner, der gerade vom Carlit herunterkam. Als ich näher an den Pass herankam, bemerkte ich, dass die Zahl der Menschen ziemlich schnell zunahm. Der letzte 300m Anstieg war gefühlt vertikal. Definitiv der steilste Anstieg auf Geröll des gesamten HRP. Glücklicherweise hatte es ja in der Nacht zuvor geregnet, so dass der feine Schutt etwas verklumpter und leichter zu erklimmen war, ohne bei jedem Schritt nach unten zu rutschen. Oben, schon kurz vor dem Gipfel, wurde ich von einem Lärmgetümmel aus Schritten, Gelächter und Geschrei getroffen. Oh Gott, wo bin ich da hinaufgeklettert? Der Gipfel von Carlit war ein touristischer Hotspot. Ich war neugierig genug, um zu sehen, was es mit dem Getümmel auf sich hatte und kletterte ein paar Meter weiter nach oben. Mindestens 30 Leute standen Schlange, um ein Gipfelfoto zu machen. Ich merkte, dass all diese Leute ein bisschen zu viel für mich waren. Ich hatte vergessen, wie man mit so vielen Leuten zusammen sein kann. Ich machte mich schnell auf den Weg, die Ostseite des Carlit hinunterzugehen und verstand, warum es eine so beliebte Tageswanderung war. Unter mir eröffnete sich eine unglaubliche Aussicht: türkisfarbene Seen, beleuchtet von Sonnenlichtflecken, die die Wolken durchbohrten. Der Abstieg hinunter nach Bolquere war allerdings brutal. Mein Knie fing ziemlich stark an zu schmerzen. Ich nahm die zweite von den drei Ibuprofens der Reise. Ich hasste es, mir diese kleine Pille in den Mund zu stecken. Obwohl ich bei Wanderungen immer Vitamin-I dabei habe, hatte ich das letzte Mal vor 13 Jahren eine dieser Pillen genommen. Es fühlte sich wie Schummeln an, aber es machte das letzte Stück des Abstiegs definitiv angenehmer. Auf dem Weg nach Bolquere fragte ich zwei Wanderer, ob der Supermarkt geöffnet sei oder nicht. Er war geöffnet! Puh... Kapitel 6: Bolquere - Arles-sur-Tech - Tag 20-22 Der Casino-Supermarkt in Bolquere war der größte, den ich auf der ganzen Strecke passiert hatte, und ich deckte mich mit allem ein, was mein Hunger begehrte. Für die letzten Kilometer des Tages machte ich mir eine weitere große Baguette-Kombination mit einem ganzen Camembert, 300g Lachs und Gurke. Dieses Mal versuchte ich, mich ein wenig zu beherrschen. Ich schlug mein Lager an der ersten flachen Stelle auf, die ich beim Aufstieg durch einen Wald finden konnte. In der Vorfreude auf Tag 21 brach ich das Lager schnell ab. Der Tag sollte hauptsächlich aus Kammwanderungen und dem Erklimmen von Gipfeln bestehen. Ich kam am Col de Núria an, wo die Gratwanderung in Richtung Osten beginnen sollte. Leider zogen sofort Wolken auf und blockierten jede mögliche Aussicht. Nebel und Regen waren meine Konstante für den Rest des Tages. Ich hatte mir vorgenommen, meinen ersten und letzten 50km Tag der Reise zu bewältigen. Da ich den Moment wieder verpasst hatte, meine Regenjacke rechtzeitig anzuziehen, und zu faul war, meine Isolierschicht zu benutzen, wurde mir schnell kalt. Meine Hände hatten vor einer Weile jegliche Beweglichkeit verloren. Einige Minuten lang prasselte sogar Hagel auf mich nieder. Um 16.00 Uhr, um die 40km-Marke, beschloss ich, mich im Refuge de Mariailles aufzuwärmen. Die nette Dame, die das Refuge bewirtschaftet, bereitete mir ein reichhaltiges Mittagessen zu, das aus Reis, Gemüse und Fleischklößchen bestand. Ich fing an, mich mit zwei Frauen, Brita und Lola, zu unterhalten, die sich beim Wandern auf dem GR10 kennen gelernt hatten und die zusammen die Reise beenden wollten. Zu uns gesellte sich Jean-Marie, ein Franzose, der den HRP vor einigen Tagen vom Mittelmeer aus begonnen hatte. Etwas zu spät in der Saison, um ehrlich zu sein. Die Pyrenäen wurden einige Tage später bereits von einigen Schneestürmen bis runter auf 2000m Höhe heimgesucht. Ich genoss die Gesellschaft, und nach drei Stunden konnte ich meine Hände wieder spüren. Die Gemütlichkeit und die guten Gespräche lockten mich zu einem Verbleib, und ich beschloss, die Nacht dort zu verbringen. Auf diese Weise konnte ich jeden Aspekt des Wanderlebens in den Pyrenäen mindestens einmal erleben. Leider ist kein Bett so gut wie dein eigenes Zelt. Ich wachte um 0.30 Uhr auf, wälzte mich bis 5 Uhr morgens hin und her und schlief schließlich doch noch zwei Stunden lang ein, bevor ich um 7 Uhr aufstand. Ich hatte massive Kopfschmerzen. Aber der Trail wartete auf mich! An diesem Tag erwartete mich der östlichste Gipfel der Pyrenäen, der Pic du Canigou. Um meine Reise mit Stil abzurunden und auch als kleines Augenzwinkern zu meinen frühen Bemühungen am 7. Tag, verpasste ich die letzte Abbiegung vor dem Gipfel und begann, einen viel zu steilen Grat zu erklimmen. Ich behielt aber die Ruhe, nachdem mich der HRP bereits zu so viel verrückten Wirrungen gezwungen hatte. Dieser Navigationsfehler war jedoch definitiv schlimmer als die Passverfehlung von Tag 7. Nachdem ich meinen Fehler bemerkt hatte, machte ich einige Kilian-Jornet-Klettereien, über die ich lieber nicht nachdenken möchte, und suchte nach einem Weg, um wieder auf den Pfad zu kommen. Ich hatte den Gipfel um 20 m verpasst, aber ich hatte keine Lust, den Weg wieder hochzugehen und den Canigou von der anderen Seite zu erklimmen. Schließlich bekam ich den Ausblick, auf den ich so lange gewartet hatte. Durch die Wolken bekam ich meinen ersten Blick auf das Mittelmeer. Ich war kurz davor, etwas zu erreichen, dass ich vor zwei Wochen nicht wirklich für möglich gehalten hatte. Beim Abstieg vom Canigou tauchte ich in ein Meer aus Wolken ein. Arles-sur-Tech war immer noch 2300 negative Höhenmeter entfernt. Die Wolken weinten noch nicht, als ich in Arles-sur-Tech ankam... Letztes Kapitel: Arles-sur-Tech - Banyuls-sur-Mer - Tag 22-24 Arles-sur-Tech hat eine Konditorei, die für einen Keks/Kuchen namens Rousquille berühmt ist. Leider war sie geschlossen, als ich dort ankam. So kaufte ich einfach im lokalen Spar ein. Als ich aus dem Supermarkt kam, fing es an zu gießen. Es war warm, also zog ich nur meine Regenjacke an. Da es immer noch gegen 17 Uhr war, ging ich weiter. Meine einzige andere Möglichkeit wäre gewesen, auf dem örtliche Campingplatz zu übernachten. Leider klettert man aus Arles-sur-Tech heraus durch einen Wald, ohne einen geeigneten Platz zu finden, sein Zelt aufzuschlagen. Der Regen hatte den Weg in einen Bach verwandelt. Meine Füße waren sofort nass. Wenige Minuten später war ich völlig durchnässt. Ich hatte Glück, dass ich vor dem Wind geschützt war und dass mich die Anstrengung, bergauf zu gehen, warm hielt. Es war allerdings kurz vor Sonnenuntergang, und es war kein Zeltplatz in Sicht. Ein paar schreckliche Stellen später fand ich einen flachen grünen Fleck. Ich warf meinen Rucksack ab und holte mein Zelt heraus. In dem Moment, als ich versuchte, meine Heringe in den Boden zu schieben, wusste ich, dass es wirklich nur ein grüner Fleck war. Scheiße! Ich sammelte die wenigen Steine ein, die ich finden konnte, und versuchte, mein Zelt aufzustellen und mit den Steinen zu sichern. Jeglicher Wind hätte mein Zelt zum Einsturz gebracht. Ich zog meine durchnässten Klamotten aus und sprang in meinen Quilt. Ein paar Minuten später hörte der Regen auf. Mein Platz war so gut geschützt, dass mich der Wind in der Nacht nicht störte. Ich beschloss, auf die Morgensonne zu warten und stellte meinen Wecker auf 8 Uhr. Auf diese Weise vermied ich es, zu lange in nasser Kleidung zu wandern. Um ehrlich zu sein, haben mich die letzten zweieinhalb Tage der Tour zu Tode gelangweilt. Einfach ein völliger Antiklimax. Ich war von den hohen Pyrenäen verwöhnt worden. Die subtropischen Wälder des Mittelmeers konnten da nicht mithalten. Ich rief meinen Vater zu seinem Geburtstag an und trocknete mein Zelt. Le Perthus war der letzte mögliche Nachschub auf der Route. Ich kaufte eine Limonade und machte einen neuen Freund. Ein streunender Hund hatte mich bemerkt oder besser gesagt, die Wurst in meiner Bottom-Pocket gerochen und begann, mir aus der Stadt zu folgen. Ich musste einer Straße ziemlich lang folgen. Dabei gab es ein paar knappe Situationen für meinen kleinen Kumpel. Ein paar Autofahrer zeigten mit ihrem Finger auf ihre Schläfe. Sie dachten wahrscheinlich, der Hund gehörte mir. Als ich die Wurst rausholte und ihm keinen Bissen gab, verlor er jedoch jegliches Interesse. Er war mir 4km lang gefolgt. Meine letzte Nacht auf dem HRP war eine dieser seltenen Nächte ohne morgendliches Kondenswasser auf dem Zelt. Ich beschloss, etwas früher als gewöhnlich aufzustehen, um meinen letzten Sonnenaufgang auf dem Trail zu erleben. Die Wolken versuchten, den roten Lichtball zu verdecken. Die Sonne fand trotzdem noch einen Weg. Ich war fast fertig. Beim letzten Abstieg machte mein Knie nochmal richtig Alarm. Ich humpelte nach Banyuls ein. Es spielte keine Rolle mehr. Ich hatte es geschafft. Kühles Salzwasser umgab meine Füße. Mir wurde klar, was ich gerade getan hatte. 22 Tage und 22 Stunden durchquerte ich Gipfel und Täler vom Atlantik bis zum Mittelmeer. Mein Verstand war nicht in der Lage, mehr als das Offensichtliche zu verarbeiten. Ich war angekommen, und das war genug für den Moment.
    1 Punkt
  18. Mia im Zelt

    Sellrainer Hüttentour

    Sellrainer Hüttentour in den Stubaier Alpen (Österreich) im Herbst Tag 1 Los ging es ab Kühtai, einem Skiort auf fast 2000m Höhe in Österreich. Außerhalb der Skisaison ist dort nur wenig los. Schon der Auftakt war landschaftlich sehr schön. Die wilden Heidelbeeren mit ihren leuchtend roten Blättern waren reif und luden zum Naschen ein. Oberhalb der Baumgrenze finde ich es besonders schön. Über die Mittertalerscharte ging es ein Stück am Seil rüber auf die andere Seite, wo wir zur neuen Bielefelder Hütte abstiegen. Nach einem kurzen Regenschauer schien auch wieder die Sonne und schenkte ein sehr schönes Licht. In der Hütte war es ruhig, wir hatten das Lager für uns alleine.
    1 Punkt
  19. Hallo zusammen! Im September dieses Jahres bin Ich zusammen mit einem Freund direkt nach der Wiedereröffnung nach dem Corona Lockdown den West Highland Way zum ersten mal gelaufen. Wir haben 3 Nächte davon wildgecampt und 2 auf Campgrounds verbracht. Dabei habe ich versucht den gesamten Trail fotografisch festzuhalten, um alles dokumentieren zu können. Ich habe aus über 1000 Fotos auch ein Timelapse Video mit einer Livekarten Ansicht gemacht, um dem Reisebericht so zusätzlich folgen zu können: Youtube Timelapse Wir haben uns den Weg in 5 Nächte mit 6 Etappen aufgeteilt, um einen guten Kompromiss aus landschaftlichem Genuss und Herausforderung zu bekommen. Unser Startplan sah so aus: Tag Startort Zielort Strecke Unterkunft Samstag: Milngavie -> Drymen [21 KM] Wild Sonntag: Drymen -> Tarbet [25 KM] Wild Montag: Tarbet -> Beinglas [18 KM] Campground (Beinglas) Dienstag: Beinglas -> Bridge of Orchy [29 KM] Wild Mittwoch: Bridge of Orchy -> Kinlochleven [33 KM] Campground (Blackwater) Donnerstag: Kinlochleven -> Fort William [22 KM] Hotel Für meinen Begleiter war es die erste Trekking Tour, sodass wir vorher versucht haben, ihm als Einstieg eine günstige Ultralight Basisausrüstung für die Tour zu besorgen. Da er noch nicht genau wusste, ob es zu 100% was für ihn ist (Spoiler: Es war zu 100% was für ihn), hat er darauf verzichtet ein eigenes Zelt zu kaufen. Wir haben stattdessen mein MSR Elixier V2 mitgenommen, welches mit 2382g für 2 Personen schon deutlich mehr auf das Gewicht geschlagen hat, als mein SMD Gatewood Cape, das ich normal verwende. Dennoch konnten wir alles so aufteilen, dass jeder von uns noch mit einem gleichen Basisgewicht von knapp unter 5kg starten konnte. Hier die beiden Packlisten: Meine Packliste: https://lighterpack.com/r/dnyoty Seine "Einsteiger" Packliste: https://lighterpack.com/r/er95ek Ich beantworte gerne Fragen zu den einzelnen Ausrüstungsteilen oder der generellen Funktionsweise der Packlisten, deswegen werde ich in diesem Bericht jetzt nicht alle Teile einzeln ausführen. Tag 1 - Start in Milngavie (21 km) Wir sind am Tag zuvor in Glasgow spät gelandet und haben dort in einem günstigen Hotel die Nacht verbracht. Früh morgens sind wir dann per Uber nach Milngavie gefahren und sind dort zum offiziellen Startpunkt gewandert. Grade nach der Eröffnung des Trails durch Corona, war der Startpunkt früh morgens schon relativ gut besucht und wir haben drei andere kleine und größere Gruppen getroffen, die den Weg ebenfalls starten wollten. Ich hatte vorher gelesen, dass viele Leute die erste Etappe des WHW überspringen, da sie die Landschaft dort nicht so spektakulär finden wie in späteren Abschnitten. Wobei das zum Teil wohl stimmen mag, finde ich nicht, dass es der erste Teil weniger Wert ist zu laufen als spätere Abschnitte. Noch relativ zivilisationsnah sieht man schöne kleine Hütten, Park-ähnliche Waldstücke und einzelne kleinere Seen, die sofort einen guten Ersteindruck hinterlassen. Nach wenigen Kilometern kommt dann auch die erste richtige Weitsicht über das schottische Gelände und man bekommt einen guten Vorgeschmack dafür, was noch kommen wird. Im Verlauf des Weges gab es zwei Möglichkeiten direkt am Weg Getränke, Midges-Schutz und kleine Snacks mit Bargeld (oder zum Teil Paypal) auf Vertrauensbasis zu erwerben. Da die natürlichen Wasserquellen in diesem Bereich, noch nicht so zahlreich sind wie in späteren Abschnitten, haben wir das Angebot gerne wahrgenommen. Gegen ca. 17 Uhr kamen wir schon an unseren Zielpunkt des Tages an: Ein kleines Waldstück etwa 1 km hinter Drymen, welches wir uns vorher über Google Earth rausgesucht hatten. Weiter konnten wir an diesem Tag nicht gehen, da direkt hinter diesem Spot die offizielle "Camping Management Zone" anfängt und dort für die nächsten 25 km Wildcampen strikt verboten ist. Nach kurzer Suche in dem sumpfigen und von Moos geprägten Waldstück haben wir einen geschützten ebenerdigen Platz gefunden, um unser MSR Elixier aufzustellen. Während des Kochens kamen im Verlaufe des Abends viele andere Wanderer dazu und haben sich mit ausreichend Abstand ebenfalls in dem Waldstück niedergelassen, was für eine coole Atmosphäre gesorgt hat. Die Nacht war sehr ruhig und entspannt. Probleme mit Midges gab es (noch) nicht und es flogen nur einzelne Fliegen umher. Die Temperaturen waren mehr als erträglich für unsere Ausrüstung, sodass wir nach gutem Schlaf in den nächsten Tag starten konnten. Tag 2 - Camping Management Zone Thru-Hike (25 km) Das Ziel des Tages war es zumindest den gesamten Abschnitt der Camping Management Zone hinter uns zu bringen, sodass wir guten Gewissens unser Zelt wieder frei aufstellen können. Wir hatten das Glück kurz nach dem ersten Loslaufen an einen (von später vielen) klaren Bach vorbei zu kommen und unser Wasser wieder fürs Frühstück und den gesamten Tag aufzufüllen. Nach wenigen Kilometern war auch schon der große Loch Lomond in der Ferne zu sehen, dem wir den restlichen Tag am Ufer folgen würden. Vorher gab es aber, nach der Durchquerung einer Freilaufenden Highland-Rind Herde, einen längeren Aufstieg auf den Conic Hill. Da es Sonntag und ziemlich gutes Wetter war, trafen wir dort leider auf sehr viele Tageswanderer, die aber den unglaublichen Ausblick auf den Loch nicht beeinträchtigt haben. Wir haben oben sogar zwei andere ULer getroffen, die wohl aufgrund der Schönheit des Spots, ihr Zelt schon gegen Mittag dort oben aufgestellt haben. Nach dem waldreichen Abstieg kamen wir ans Ufer des Loch Lomonds an und folgten dem Wasser weiter in Richtung Norden. Wir waren ziemlich überrascht von den vielen kleinen Buchten und Stränden dort, die teilweise sehr karibisch gewirkt haben. Sowas erwartet man eigentlich im kalten Schottland nicht und vor allem bei diesem wärmeren und sonnigen September Tag war es ein surrealer Anblick. Der Weg am Ufer fing dort auch an etwas "pfadiger" und technisch anspruchsvoller gegenüber den meist festeren Wegen des Vortages zu werden. Gegen ungefähr 17 Uhr trafen wir endlich auf ein Schild, das uns auf das offizielle Ende der Camping Management Zone hinwies. Wenige Meter dahinter begannen schon viele andere Trekker ihre Zelte aufzubauen oder waren bereits schon damit fertig. Um auch noch einen guten Platz zu finden, sind wir noch ein paar Kilometer weiter gelaufen und irgendwann offroad direkt Richtung Wasser gelaufen. Dort hatten wir ziemliches Glück und haben eine kleine Bucht entdeckt an dir wir wenige Meter direkt vorm Wasser unser Zelt aufschlagen konnten. Im Laufe des Abends und mit zunehmender Dunkelheit konnte man von Weitem rund um den See herum viele Lagerfeuer von anderen Wanderern entdecken, was für eine gute Stimmung gesorgt hat. Tag 3 - Über Stock und Stein (18 km) Nach einem schönen Sonnenaufgang über dem See hat sich die Sonne a uch genau so schnell wieder verzogen, wie sie aufgestiegen ist. Für diesen Tag hatten wir nur eine etwas kürzere Strecke eingeplant, da in etwa 20 km der Beinglas Campground lag. Dieser wurde uns vorher schon von vielen empfohlen und wir haben uns dazu entschlossen dort unser Zelt aufzuschlagen, da wir beide nach den wärmeren letzten Tag Lust auf eine Dusche hatten. Ich hatte ebenfalls den Hinweis bekommen, dass die obere Hälfte der Strecke am Loch Lomond der anspruchsvollste Teil des gesamten West Highland Ways sein soll. Und das war definitiv der Fall. Der sehr schmale Weg besteht dort zum Großteil nur noch aus Gesteinsbrocken und geht konstant auf und ab. Durch den starken Regen, den wir den ganzen Tag über hatten, waren die Steine teils sehr rutschig und der Weg sehr tief schlammig. Wir haben Nicht-ULer getroffen, die wirklich Probleme hatten vernünftig mit ihren großen Rucksäcken voran zu kommen und sich teilweise auch durch Ausrutschen verletzt haben. Wir waren beide an dem Abschnitt wirklich froh, leichte Ausrüstung und Trekkingstöcke dabei zu haben. Durch die großen Regenmengen waren die vielen schönen Bachläufe und die Inversnaid Wasserfälle wirkliche Highlights, die wahrscheinlich etwas kräftiger als normal dahingeflossen sind. Zum Ende des Lochs hin galt es noch riesige Farn-Felder zu durchqueren, die fast den gesamten Weg bis auf eine kleine dünne Schlammlinie bedeckt hatten. Und obwohl es von der reinen Strecke die wenigstens Kilometer von allen Etappen an diesem Tag waren, haben wir deutlich länger für den Weg gebraucht als die Tage zuvor. Es war also ein guter Tipp und die richtige Entscheidung, für diesen Abschnitt etwas mehr Zeit einzuplanen. Und umso schöner war es, an dem Abend in dem wahnsinnig schönen Beinglas Campground warm duschen zu können und später am Abend noch mit anderen netten Wanderern in dem hunderte Jahre alten schottischem Gasthaus Whiskey zu trinken. Nach solchen Tagen wird einem wieder bewusst, wieso man solche Touren so gerne macht. Tag 4 - Über den Orchy River (29 km) Wir haben relativ früh unser Zelt aufgebaut, da bereits beim ersten Tageslicht aufgrund der vielen anderen Trekker dort ziemlich laut wurde. Wir sind mit zahlreichen anderen Wanderer fast zeitlich weiter nach Norden in die Hügel aufgebrochen. Je weiter man sich vom Loch Lomond entferne desto klarer wurde, dass nun die "richtigen" Highlands anfingen und zwar so wie man sie sich vorgestellt hat. Grünes Gras, Bachläufe und lange Hügellandschaften soweit man schauen kann. Abenteuerlich wurde es an diesem Tag recht schnell, als wir auf eine eingestürzte Brücke trafen. Aus der Ferne erkannte man schon, dass viele andere Wanderer sich dort versammelt hatten und überlegten wie man besten auf die andere Seite des mittelgroßen Flusses gelangt. Mit unsere luftigen Trailrunnern, der schnelltrocknenden Ausrüstung und den Trekking Poles mussten wir nicht lange überlegen und liefen unbeeindruckt an den anderen Backpackern vorbei mitten durch den Fluss auf die andere Seite. So schnell wie unsere Füße und Socken dann komplett Nass wurden, trockneten sie auch wieder im rauen Wind der Highlands. Etwa bei der hälfte der Tagesetappe kamen wir durch das Dorf Tyndrum, wo wir zum ersten Mal auf der Tour unsere Vorräte aufstockten, da wir zu Anfang nur Proviant für drei Tage mitgenommen haben. Das Angebot am Tankstellen-Supermarkt war dort wirklich vielfältig und wir fanden viele UL Küchengerechte Speisen und Snacks. Die Zweite hälfte des Tages verlief wieder regnerisch und zudem auch noch sehr stürmisch. Wir liefen etwa zwei Stunden entlang zweier Berge durch ein Tal in dem ein kalter und kräftiger Wind herrschte. Trotzdem machten unsere Ponchos einen guten Job und wir blieben zu jeder Zeit trocken. Allerdings gab es nicht einen Baum oder Unterstand unter dem man sich mal für eine kurze Pause Schutz vor Regen und Wind hätte suchen können. Erst kurz vor der Überquerung der Bridge of Orchy konnten wir in einem kleinen zwei Meter langem Eisenbahntunnel halt machen unter dem auch schon zwei andere Hiker standen und sich mit Tee aufwärmten. Als der Regen dann etwas nachließ, überquerten wir die Brücke und bauten unser Zelt ein paar Meter direkt neben den reißenden Orchy River auf und mussten uns nach der ganzen Kälte erstmal eine Stunde in unseren Quilts aufwärmen bevor wir ans kochen denken konnte. Die Nacht dort am Gewässer war durch die Geräuschkulisse wirklich sehr angenehm und beruhigend. Nur die Maus, die die ganze Nacht versucht hat Essen aus dem Vestibule zu klauen, hat tierisch genervt. Tag 5 - Durchs tiefste Moor und über den höchsten Berg (33 km) Das Wetter morgens war leicht bewölkt und endlich auch mal wieder ein bisschen sonnig. Wir mussten aber schnell feststellen, dass das Aussehen des Himmels etwas getäuscht hat, als wir nach einen schnellen Aufstieg durch den Wald am frühen Morgen auf dem Gipfel eines Hügel ankamen und uns trotz großer Anstrengung, nur im Baselayer bekleidet, durch den Wind oben so unterkühlt waren, dass wir alles an Kleidung inklusive Buff als Mütze anziehen mussten. Durch die zusätzlichen Layer aufgewärmt, folgten wir noch ein paar Kilometer einer Art Bergkamm und hatten eine glorreiche Aussicht auf das bevorstehende Rannoch Moor. Wir hatten befürchtet, dass es durch die vorherigen Regentage eine nasse und schlammige Angelegenheit werden würde, die Ebene zu durchqueren. Aber bis auf einige vereinzelte tiefere Stellen, war der Weg immer befestigt und in einem guten Zustand. Der Weg durch das Moor war etwas eintönig, dennoch mit der Aussicht auf die Berge ringsherum nicht langweilig und sehr lohnenswert. Das Highlight des Tages war das letzte Stück der Ebene kurz vor dem Kingshouse Hotel. Die Sonne kam zu dem Zeitpunkt wieder gut durch und setzte die kommenden Berge, um den Devils Staircase herum, gut in Szene. Da das Kingshouse selbst direkt an der Route liegt, haben wir dort für eine Tasse Kaffee angehalten und konnten uns drinnen am Kamin auf einer bequemen Couch netter Weise kurz vollständig Trocknen. Besser geht Mittagspause nicht. Danach haben nur noch wenige Kilometer gefehlt bis der größte Anstieg dieser Tour, der Devils Staircase, mit seinen steilen 550m auf uns gewartet hat. Wohl ein wenig unterzuckert, fiel mir der Aufstieg schwerer als gedacht und brachte noch eine spontane Snack Pause auf der Hälfte mit sich. Oben angekommen war die Aussicht aber grandios und wir hatten eine nette kleine Foto Session mit anderen ULern (Shoutout to Greg). Der Abstieg, der danach folgte, war lang aber sehr angenehm. Die Landschaft ändert sich dort ein wenig und wird wieder viel waldreicher. Am tiefsten Punkt befindet sich, angrenzend an den Loch Leven, das kleine alte Dorf Kinlochleven, in dem wir auf einem netten kleinen vollständig autonomen Campground unser Zelt aufgeschlagen haben. An diesem Abend hatten wir zum ersten Mal richtige Probleme mit dem Midges und waren sehr froh über unsere Kopfnetze. Damit wir den restlichen Abend nicht nur geschützt im Zelt verbringen mussten, haben wir uns wieder bei netter Gesellschaft dazu entschlossen den kleinen Pub im Dorf zu besuchen. Tag 6 - Nach Fort William und der Sore Feet Statue Da die Situation mit den Midges sich über Nacht nur noch verschlimmert hatte, sind wir mit Hoffnung auf Besserung noch relativ lange im Zelt geblieben aber dann doch einfach schnell ohne Frühstück aufgebrochen. Es war wirklich schön an einem ruhigen Morgen eines normalen Wochentags durch das kleine idyllische Dorf zu gehen. Ein kleiner steiler Pfad brachte uns wieder weg vom flachen Loch Gelände und zurück hoch in die Highlands. Oben angekommen folgt man eigentlich die gesamte restliche Strecke einem leicht befestigten hinweg durch ein Tal. Die Landschaft dort war zwar nichts mehr Neues, aber dennoch sehr entspannt zu laufen. Wir kamen uns dabei wirklich wie auf einer Zielgraden vor, denn der Weg wirkte wie genau dafür angelegt. Ein Highlight war natürlich die alte Hausruine die man oft auf Bildern in Verbindung mit dem West Highland Way sieht. Nach ein paar Stunden hat sich dieser Weg allerdings etwas in die Länge gezogen und wir waren froh, als sich die Vegetation mal wieder mehr in Richtung Wald orientierte. Zum Schluss wurde es auch nochmal richtig stürmisch, sodass wir von unserer Schönwetterkleidung wieder auf die Poncho-Montur wechseln mussten. Irgendwann kommt dann der Punkt an dem der hochgelegene Weg endet und man von weit oben in der Ferne sein Ziel sieht: Fort William. Es folgt nochmal ein Abstieg der einem ewig vorkommt, weil man die ganze Zeit das Ziel vor Augen hat und jederzeit denkt, dass es doch nur noch höchstens 10 Minuten sein müssten bis man endlich ankommt. Nach dem letzten Stück Fußweg an der Straße entlang war es dann aber auch endlich soweit und wir kamen an den unspektakulären historischen Endpunkt des Weges an, welcher direkt neben einem vielbefahrenen Kreisverkehr liegt. Zum Glück kam man aber vor etwa 10 Jahren auf die Idee einen neuen Endpunkt im schönen alten Stadtkern zu setzen. Die letzte Meile dahin, ist auch nochmal sehr schön zu laufen, denn Fort William ist eine sehr historische Stadt. Zur Belohnung haben wir dann den Abend über noch, soweit es Corona bedingt ging, die Stadt unsicher gemacht und uns in drei verschiedenen Restaurants den Magen voll geschlagen bevor es dann nach einer wohltuenden Hotelübernachtung mit dem Bus zurück zum Glasgow Flughafen ging. Ich hoffe dieser Reisebereicht hat euch gefallen und kann einigen Leuten nützlich sein! Falls ihr noch mehr von den 1000 Fotos sehen wollt, könnt ihr das hier tun.
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  20. Mia im Zelt

    Sellrainer Hüttentour

    Tag 5 Also stand für heute wieder ein langer Wandertag an. Heute zeigte sich das Wetter noch mal von seiner schönsten und sonnigen Seite. Kaum zu glauben, dass es am nächsten Tag mind. 30cm schneien sollte. Ein Anstieg in Serpentinen führte zum aussichtsreichen Zwieselbachjoch hoch. Hier hatten wir eine atemberaubende Aussicht auf die Gletscher der Stubaier Alpen. Bergab wurde es noch schöner, der einfache Weg war ein reines "Lustwandeln", so schön war die Landschaft hier. Besonders die Herbstfärbung war toll - in dieser Jahreszeit gefallen mir die Berge am meisten. Hin und wieder sahen wir Murmeltiere. Kurz vor der Schweinfurter Hütte bereiteten wir unser Mittagessen zu und stiegen anschließend mit tollen Ausblicken zur Finstertaler Scharte rauf. Kurz wurde es nebelig, dieser verzog sich aber schon nach wenigen Minuten wieder. Dunkle Wolken waren noch nicht zu sehen. Kurz vor Kühtai passierten wir den Finstertaler Stausee. Vor der Dämmerung kamen wir an und konnten in ein am Vortag gebuchtes Hotelzimmer einchecken. Am nächsten Tag zeigte die Webcam von Kühtai uns ein schneeweiß gefärbtes Dorf. Eigentlich war im Anschluss eine 6-tägige Zelttour in Osttirol im Hochgebirge vorgesehen. Aufgrund des vielen Neuschnees fuhren wir stattdessen nach Bozen. In Südtirol sollte es nämlich nur bis auf ca. 1800m runterschneien... Dort erfuhren wir dann auch, dass Tirol am Abend als Risikogebiet eingestuft wurde.
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  21. Mia im Zelt

    Sellrainer Hüttentour

    Tag 4 Der Wetterbericht für die nächsten Tage beunruhigte uns. Für das kommende Wochenende war starker Schneefall bis auf ca. 1300m vorhergesagt. Das Auto von meinem Mann stand jedoch mit Sommerreifen in Kühtai. Daher entschieden wir uns die Tour von 6 auf 5 Tagen zu verkürzen und die zweite Nacht in der Schweinfurter Hütte zu überspringen. Heute erwartete uns nur eine kurze Etappe. Etwas Erholung wollten wir uns ja auch gönnen um später wieder fit für die Arbeit zu sein. Da es den ganzen Tag regnete passte dies auch ganz gut. Die Tour habe ich u.a. dazu genutzt um meine MYOG-Regenjacke intensiv zu testen. Sie hat mich tatsächlich trocken gehalten. Nur dort wo die Schulterträger und der Hüftgurt saßen, war der Stoff von innen etwas feucht. Am T-Shirt war davon aber nichts zu sehen. Zuerst ging es über hochalpine Wiesen bergauf um dann schon relativ bald in Blockschutt überzugehen. Die Markierungen wiesen den Weg rauf bis zum Winnebachjoch. Der Abstieg führte in ähnlicher Manier bergab. Der Weg war angenehm zu gehen. Die Winnebachseehütte liegt idyllisch an einem See gelegen. Im Vergleich zu den beiden Tagen zuvor haben wir deutlich mehr Menschen gesehen, wobei die Wege immer noch alles andere als überlaufen waren. An Tag 2 und 3 sind uns je nur 1-2 andere Wanderer begegnet. Einsame Wege sind mir die liebsten.
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  22. Mia im Zelt

    Sellrainer Hüttentour

    Tag 3 Beim Frühstück war es im Vergleich zum Abendessen ziemlich ruhig. Den Lärm am Abend fand ich etwas nervig. Da fiel mir wieder ein, warum ich sonst so gerne im Zelt schlafe. Aber die weichen Betten in der Hütte sind natürlich auch ein Schmankerl. Auch heute stand wieder eine lange Etappe bevor, da die Neue Pforzheimer Hütte schon geschlossen hatte. Der erste Teil war landschaftlich toll und eher einfach. Am frühen Mittag kamen wir an der geschlossenen Hütte an und liefen noch ein Stück weiter, bis wir unsere Mittagspause machten. Dafür hatten wir extra einen Kocher mitgenommen. Der Weg verlief etwa eine Stunde eher eben an einem Bach entlang. Anschließend wand er sich hoch in ein großes Blockschuttfeld. Durch die sehr gute Markierung war der Weg auch im Nebel problemlos zu finden. Anfangs verlief er nur leicht ansteigend, zum Ende hin wurde er deutlich steiler. Der finale Aufstieg zur Zischgenscharte war für mich der schwiergste Abschnitt der ganzen Tour. Extrem steil ging es an einem Seil durch grieseligen Untergrund bergauf. Der Untergrund war sehr lose (wie grober Sand) und rutschte beim drauftreten mit einem selbst nach unten. Kurz darauf waren wir oben. Auf der anderen Seite ging es ebenso sehr steil, aber mit besserem Untergrund bergab. Auf halber Strecke zum Westfalenhaus klarte es auf und die späte Sonne schenkte uns ihr goldenes Licht. Dann sah ich rechts auf einer Art Hochwiese eine Tierherde. "Das sind doch.... Steinböcke ?!", dachte ich und holte die kleine Kamera raus. Der Zoom bestätigte es. Die Tiere ließen sich von uns nicht stören. Bald darauf stiegen wir zu Hütte ab und genossen kurz vorher noch den herrlichen Ausblick von der Münster Höhe. Dort erwartete uns eine riesige Portion zum Abendessen. Ich weiß schon, warum die Halbpension nichts für mich ist...
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  23. Mia im Zelt

    Sellrainer Hüttentour

    Tag 2 Heute sollte laut dem Wanderführer die längste und anspruchsvollste Etappe über den Wilhelm-Oltrogge-Weg sein. Ohne Frühstück liefen wir bis zur alten Bielefelder Hütte, wo wir unser Frühstück einnahmen. Später ging es durch das steinige Österkar hoch zu einem Sattel, wo wir die Mittagspause verbrachten. Beinahe hätte ich an der Stelle meinen Quilt verloren, denn er rollte mir den Hang hinunter. Zum Glück blieb er an einem Felsvorsprung hängen... Da auf den Hütten ein Schlafsack vorgeschrieben war, habe ich Hüttenschlafsack + Quilt mitgenommen. In den Hütten war es jedoch so warm, dass mir unter dem Quilt viel zu heiß war. Dunkle Wolken näherten sich und es fing an zu regnen. Über Seilsicherungen ging es zur Hochreichenscharte hinauf, von der es auf der anderen Seite steil bergab ging. Ich merkte bald, dass die Stöcke in dem Gelände keine Hilfe, sondern ein Hindernis sind. Mein Mann hörte leider nicht, dass ich sie ihm zuwerfen wollte und so landeten sie links daneben. Nachdem ich sie kraxelnd zurückgeholt hatte, ging es mit am Rucksack verstauten Stöcken schon viel besser. Als wir den schwierigen Teil hinter uns hatten, hörte es auf zu regnen und ein kräftiger Regenbogen bildete sich. Immer wieder schwärmte ich von der wunderschönen Landschaft. Das Ziel des Tages war die Schweinfurter Hütte. Dort kamen wir am Abend an. Ein Aushang verkündete, dass der Wilhelm-Oltrogge-Weg wegen Steinschlag gesperrt ist. Interessant... In umgekehrter Richtung war kein solcher Hinweis vorhanden. Der Pfeil auf dem letzten Bild zeigt die Scharte, von der aus runter zur Schweinfurter Hütte ging.
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  24. Nach meinem Packlistenthread nun der entsprechende Reisebericht. Es ist mein erster, Kritik und Anregungen sind erwünscht! Edit: Das wollte ich noch erwähnen, alle Fotos sind von mir. Tag 1, 26.7. 39km, Anstieg 944hm, Abstieg 529hm Um 4.30 Uhr klingelt mich der Wecker nach einer definitiv zu kurzen Nacht aus dem Bett. Eine letzte Dusche, im Kühlschrank meiner Eltern finden sich einige Landjäger, die ich kurzerhand zum Frühstück verzehre. Zur Bushaltestelle sind es 15 Minuten, der Bus ist pünktlich. Während der Fahrt wird es hell, blauer Himmel. Ein Glück, gestern im Thüringer Wald hat es geregnet. Auf der Busfahrt schlafe ich ein. In Lorch steige ich am Bahnhof aus und bemerke, dass sich das gute Wetter offensichtlich noch nicht bis ins Remstal herumgesprochen hat. Ich suche kurz den Weg zum Kloster, er ist gut markiert und ausgeschildert und laufe los, in bestem Bewusstsein, in spätestens 30 Minuten wieder hier am Bahnhof zu sein. Am Kloster suche ich kurz nach einem offiziellen Startpunkt, finde aber nur einen Wegweiser. Ich bin enttäuscht, habe aber keine Lust, noch weiter zu suchen, also laufe ich nun sozusagen offiziell los. Wenige Minuten später stehe ich wieder am Bahnhof und finde doch noch ein größeres Schild, da hier mehrere Hauptwanderwege zusammentreffen. In Städten verlaufe ich mich ja gerne mal (wie ich heute auch noch unter Beweis stellen werde), aber der Weg ist auch weiterhin gut markiert und ausgeschildert und so komme ich schnell aus Lorch raus. Es geht direkt bergauf und schnell bin ich über dem Nebel und genieße die strahlende Sonne, den blauen Himmel und den sich auflösenden Nebel im Tal. Weiter geht es und bald komme ich am Wäscherschloss an, Erinnerungen ans letzte Jahrtausend werden wach, hier fanden die Abschlussfeste vom Kindergarten statt. Es ist sehr lange her, dass ich hier war und ich stelle fest, dass entweder ich gewachsen oder das Schloss geschrumpft ist... Ich schüttele den Anflug von Nostalgie ab und laufe weiter. Ich komme gut vorwärts und bald bin ich schon in Maitis und beginne den Anstieg auf den Hohenstaufen. Auch den hatte ich irgendwie steiler in Erinnerung, aber lieber so als andersrum und deutlich früher als geplant bin ich oben und genieße die herrliche Aussicht. Hinten ist schon der Albtrauf im Blick, das ist das heutige Ziel. Der Weg vom Hohenstaufen nach Göppingen sollte ein Kinderspiel sein, wie oft bin ich den schon gelaufen und so schaue ich nicht auf die Karte, merke aber bald, dass es nicht so einfach ist, wenn man einen Weg plötzlich rückwärts läuft. Aber ich weiß, hier im Wald führen alle Wege nach Göppingen, also laufe ich immer der Nase nach und bin tatsächlich nach gut fünf Stunden wieder dort wo ich losgelaufen bin, nämlich bei meinen Eltern. Meine Mutter ist zuhause und schneidet eine Wassermelone auf, und ich gönne mir die erste längere Pause. Mit wieder voller Wasserflaschen laufe ich weiter durch Göppingen und kann endlich die Wegweiser nutzen, die mir im Alltag immer wieder aufgefallen sind. Nichtsdestotrotz schaffe ich es ausgerechnet in meiner Heimatstadt, mich zu verlaufen. Ich schiebe es auf die – wirklich seltsam angebrachten – Markierungen und Wegweiser. Irgendwann bin ich dann aber tatsächlich wieder auf dem Weg und mache mich auf Richtung Boll. Es geht meistens über Asphalt durch die Felder, aber ich komme auch hier wieder gut vorwärts und erreiche zügig Boll. Kurz hinter Boll habe ich mir einen Friedhof markiert, dort fülle ich meine Wasserflaschen und mache erneut Pause, bevor es noch die wenigen Kilometer weiter nach Eckwälden geht, am Fuß des Aufstiegs zum Bossler und damit der Schwäbischen Alb. Dort ist die erste Übernachtung geplant. Am Friedhof in Eckwälden hole ich wieder Wasser und finde in der Nähe eine Bank, auf der ich das erste Abendessen koche. Es ist noch recht früh, ich bin deutlich schneller unterwegs als geplant und fühle mich noch fit, daher beschließe ich, heute doch noch auf den Bossler hochzulaufen und oben nach einem Zeltplatz zu schauen. Oben angekommen bin ich im Flow und beschließe erneut, einfach weiterzulaufen. Etwa eine Stunde später habe ich keine Lust mehr und finde am Waldrand einen Platz fürs Zelt. Während ich auf einem Baumstamm sitze und warte, bis es noch etwas dunkler wird, bevor ich das Zelt aufbaue, kommt ein Reh bis auf wenige Meter zu mir her ohne mich zu bemerken. Es frisst ein paar Zweige am Waldrand und dreht sich nach einer Weile um und läuft gemütlich weg. Zufrieden mit meiner Tagesleistung baue ich das Zelt auf und krieche in den Schlafsack. Erholsamer Schlaf ist mir leider nur bedingt gegönnt, Rehe können doch erstaunlich laut sein.
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  25. Tag 14, 9.8., 8km, Anstieg 220hm, Abstieg 291hm Gegen 7 Uhr kommt die Freundin zu meinem Zeltplatz, wir laufen los. Eigentlich ist man hier schon praktisch an der Stadtgrenze von Freiburg, bzw. Ebnet, aber statt die letzten Kilometer durch die Stadt zu führen, macht der Querweg noch einen kleinen Schlenker über St. Ottilien und von dort aus weiter oberhalb von Freiburg entlang bis zum Schlossberg. Um kurz vor 9 Uhr ist es schließlich geschafft, wir erreichen das Schwabentor und damit den Endpunkt meiner Wanderung. In 14 Tagen bin ich 408 Kilometer mit jeweils rund 7400 Höhenmeter im Auf- und Abstieg gelaufen. Es war eine richtig schöne Tour, mit dem Wetter hatte ich viel Glück, es gab reichlich schöne Landschaften und interessante Begegnungen. Ich habe einige Teile von Baden-Württemberg kennengelernt, die mir noch völlig unbekannt waren, und habe (ungefähr) meine Heimatstadt mit meinem ehemaligen Studienort verbunden. In jeglicher Hinsicht also eine gelungene Wanderung. Mal schauen, was als nächstes kommt. edit: Hier noch meine Packliste: https://lighterpack.com/r/pic4xo
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  26. Tag 13, 8.8., 37km, Anstieg 592hm, Abstieg 1330hm Am nächsten Morgen verabschieden wir uns also und ich laufe alleine weiter. Kurze Zeit später erreiche ich den Hochfirst und genieße den morgendlichen Blick auf den Titisee. Der Abstieg zieht sich, es sind doch einige Höhenmeter nach unten, aber bald erreiche ich den See. Der Weg führt angenehmerweise nicht durch Titisee-Neustadt durch, sondern auf der anderen Seeseite entlang. Dort gibt es einige Zeltplätze, bei einem darf ich meine Wasserflaschen wieder auffüllen. Kurze Zeit später ist Hinterzarten erreicht, genau richtig für eine Mittagspause, es findet sich sogar ein Leberkäswecken. In Hinterzarten ist ziemlich was los, es sind Sommerferien. Als ich aus Hinterzarten rauslaufe, stelle ich überrascht fest, dass es nochmal recht ordentlich nach oben geht. Ich hatte mir diesen Teil des Wegs auf der Karte nur grob angeschaut, da ich in meiner Freiburger Zeit öfter in dieser Ecke unterwegs war, stelle aber fest, dass ich diese Variante gar nicht kenne. Der Querweg führt ganz oben auf der Höhe über dem Höllental entlang, was sich als äußerst schön herausstellt. Aber irgendwann muss es ja auch wieder nach unten gehen, Freiburg liegt schließlich im Tal. Also laufe ich einen den heute schon zweiten elend langen Abstieg hinunter und lande in Buchenbach. Dort koche ich und mache mir genauere Gedanken zu meiner restlichen Tagesplanung. Das beschäftigt mich schon seit gestern, das Problem ist, dass ich heute schon rund 27km gelaufen bin und es schon später Nachmittag ist, der nächste halbwegs vernünftige Zeltplatz, den ich auf der Karte ausfindig machen kann, aber nochmal gute zehn Kilometer entfernt ist. Bis dahin führt der Weg durch das Dreisamtal, kein Wald, kein Gebüsch, nichts, nur Felder und alle paar Kilometer ein Dorf. Die einzige Alternative wäre, kurz hinter Buchenbach in den Wald abzubiegen, aber was mache ich dann mit dem restlichen Tag? Ich beschließe also, heute nochmal einen langen Tag einzulegen und laufe die zehn Kilometer, bis ich wieder im Wald bin. Dort schlage ich neben einer Schutzhütte ein Zelt auf und freue mich, dass mich für die letzten acht Kilometer am nächsten Tag eine Freudin aus Studienzeiten begleiten wird.
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  27. Tag 12, 7.8., 30km, Anstieg 902hm, Abstieg 327hm Am nächsten Morgen stehen wir zeitig auf, um unseren Plan in die Tat umzusetzen, den Tagesausflüglern aus dem Weg zu gehen. Wir haben noch ein paar Kilometer, bis wir die Wutachschlucht erreichen, diese sind schnell zurückgelegt. Ich habe mich schon seit der Planungsphase sehr auf die Wutachschlucht gefreut, da diese sehr schön sein soll. Eigentlich war ich dort auch schonmal, wir sind dort mit der Männerwanderung durchgelaufen, allerdings hat es da dermaßen geschüttet, dass ich überhaupt nichts von der Schlucht mitbekommen habe. Das soll also nachgeholt werden. Bei bestem, wenn auch heißen Wetter, laufen wir also durch die Wutachschlucht und treffen tatsächlich nur vereinzelt auf andere Wanderer. Es macht wirklich Spaß, hier zu laufen, endlich mal keine Forstwege, sondern Wanderpfade, es geht mal direkt an der Wutach entlang, dann mal wieder oberhalb. Sehr schön! Auf den letzten wenigen Kilometern vor der Schattenmühle wird’s dann aber doch noch ziemlich voll, es herrscht starker Gegenverkehr, was auf Dauer etwas lästig wird, da der Pfad oft nicht breit genug für zwei Richtungen ist. Das geht dann zulasten unseres bis dahin ziemlich ordentlichen Tempos. Aber irgendwann ist es geschafft und wir erreichen die Schattenmühle. Dort will ich den überfälligen Wurstsalat einnehmen, allerdings wird uns mitgeteilt, dass der Chef noch beim Einkaufen sei und niemand wüsste, wie lang das genau dauert. Immerhin gibt’s schon Apfelstrudel, das ist auch lecker. Wir versacken etwas, was den Vorteil hat, dass uns die Nachricht erreicht, der Chef sei vom Einkaufen zurück und es gäbe jetzt Essen. Kurze Zeit später befindet sich der Wurstsalat erst vor mir auf dem Tisch und dann in meinem Magen. F. kannte das Konzept „Wurstsalat“ nicht und ist etwas erstaunt darüber, dass das einfach nur ein Haufen Wurst mit ein paar Zwiebeln und Essiggurken ist. Meine große Begeisterung ist ihm nicht so recht nachvollziehbar. Zufrieden und gesättigt laufen wir den zweiten Teil der Wutachschlucht weiter, hier ist deutlich weniger los, es ist aber mindestens genauso schön. Nach einiger Zeit erreichen wir die Haslachmündung, ab hier heißt die Wutach nun Gutach. Wir folgen also der Gutach, bis wir irgenwann rechts ab müssen und dann geht’s nochmal ordentlich hoch, bis wir Kappel erreichen. In Kappel finden wir einen Brunnen, an dem wir uns waschen können und unsere Wasserflaschen wieder auffüllen können, bevor wir die letzten Kilometer zu unserem anvisierten Schlafplatz kurz vor dem Hochfirst laufen. Dort hat es eine Schutzhütte und laut meinen Recherchen einen Brunnen. Als wir dort angekommen sind, stellen wir dummerweise fest, dass der Brunnen ausgetrocknet ist. Zum Glück haben wir in Kappel getrunken und unsere Flaschen einigermaßen aufgefüllt, es reicht noch, um etwas zu kochen und für den nächsten Morgen bis zur nächsten Möglichkeit, Wasser aufzufüllen. Außerdem ist unser Zeltplatz genau der Platz, an dem sich unsere Wege trennen: Der E1 biegt hier Richtung Lenzkirch und dann weiter Richtung Schluchsee und Feldberg ab, bevor er im Bogen zum Titisee und weiter nach Hinterzarten führt, während der Querweg direkt über den Hochfirst zum Titisee und weiter nach Hinterzarten führt.
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  28. Tag 11, 6.8., 32km, Anstieg 663hm, Abstieg 726hm Als wir am nächsten Tag abbauten, kamen zwei Arbeiter zum Mülleimer leeren und Müll aufsammeln. Mit dem einen kamen wir etwas ins Gespräch, er erzählte, dass in den letzten Jahren regelmäßig Grillplätze um Engen herum beschädigt worden seien, bis hin zu ganzen Tischen und Stühlen, die ins Feuer geschmissen worden wären, daher würde das Ordnungsamt öfter mal nachts vorbeischauen. Wir laufen los, der Weg führt uns recht zielstrebig nach Westen, ziemlich oben auf der Höhe, meist am Waldrand, dadurch haben wir nochmal ein paar wunderschöne Aussichten aufs Hegau, während sich im Westen schon der Schwarzwald abzeichnet. Das Wetter wird wieder heißer, aber es ist deutlich erträglicher als in der Woche zuvor. Mittags überlegen wir uns, einzukehren, und tatsächlich zeigt uns das GPS ein Gasthaus im nächsten Ort an. Um 13.55 Uhr erreichen wir die Wirtschaft, nur um festzustellen, das ab 14 Uhr Mittagspause ist. Dabei hatte ich mich schon so auf einen Wurstsalat gefreut! Immerhin bekommen wir noch ein Radler. Gegen Abend erreichen wir Blumberg. Wir sind schon seit einiger Zeit am Überlegen, wo wir heute abend zelten können, auf der Karte bietet sich nichts so richtig an, wir müssen einerseits vor der Wutachschluch zelten, da diese Naturschutzgebiet ist, andererseits wollen wir so nah wie möglich rankommen, damit wir am nächsten Tag möglichst früh die Wutachschlucht durchqueren können, um den Tagesausflüglermassen aus dem Weg zu gehen. Als wir gerade in Blumberg am Friedhof Wasser holen, treffen wir eine ältere Dame, die uns von einem kleinen Wohnmobilstellplatz mit einer Ecke für Zelte erzählt, nur wenige Kilometer weiter und direkt an unserem Weg. Das klingt gut! Kurze Zeit später sind wir dort, es gibt noch etwas Verwirrung, weil der GPS Track nicht mit der Karte übereinstimmt, aber schließlich landen wir doch an dem Stellplatz. Es ist tatsächlich recht nett, wir treffen noch zwei Holländerinnen in unserem Alter, die den Schluchtensteig laufen, welcher sich ab hier für eine Weile mit dem Querweg überschneidet. Wir holen im Dorf noch Wasser, leider gibt es am Stellplatz keines, kochen gemütlich, und legen uns dann hin.
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  29. Tag 10, 5.8., 29km, Anstieg 914hm, Abstieg 747hm Am nächsten Tag wollten wir eigentlich getrennt weiter, da ich eigentlich meinen Rhythmus, mit Tagesanbruch um 5.30 Uhr aufzustehen, nur wegen des Wetters unterbrochen hatte und diesen nun wieder aufnehmen wollte, während F. normalerweise eher gemütlich ausschläft. Allerdings erwies sich mein Schlafsack als so gemütlich, dass wir beide erst gegen 8 Uhr aufstanden. Nach dem Frühstück gings erstmal einige Kilometer durch Singen durch, und dann hoch nach Hohentwiel. Der Blick auf die Karte hatte mir bei der Planung ein kurzes Rätsel aufgegeben, weil der Weg ja weiter nach Engen führt, dies allerdings mit einigen größeren Schlaufen. Ein genauer Blick und spätestens die Situation vor Ort brachte die Erklärung: Der Weg führt einmal über alle Hegauer Berge. Der erste ist direkt hinter Singen, nämlich Hohentwiel mit der Burgruine. Die nächsten Stunden verbrachten wir bei perfektem Wanderwetter, ca. 25°C und blauer Himmel, damit, einen Berg nach dem anderen erst hoch- und dann wieder runterzulaufen. Es ist ein bisschen eine Sisyphos-Arbeit, auch wenn der Stein durch einen (ultraleichten) Rucksack ersetzt wird, dafür wird man mit sehr schönen Aussichten belohnt. Und irgendwann muss man ja auch mal ein paar Höhenmeter machen. Auf einer Wiese direkt vor Weiterdingen machten wir Mittagspause, mit dem schlechtesten Timing dieser Wanderung: Am Ortsausgang von Weiterdingen, etwa 200 Meter von unserem Rastplatz entfernt, steht ein Wurstautomat. Aus Protest habe ich trotzdem zwei Paar Landjäger gekauft, die wurden dann am nächsten Tag verspeist. Gegen Abend erreichten wir Engen, wo wir kurz einkauften und dann auf einem Grillplatz direkt hinter Engen unsere Zelte aufbauten. Nachts erhielten wir noch Besuch: Ein Auto bog auf den Grillplatz ab und leuchtete direkt in mein offenes Zelt hinein. Zwei Leute stiegen aus und unterhielten sich leise etwas verwirrt darüber, dass hier zwei Zelte standen. Nach einiger Zeit weckten sie mich mit ihrer Taschenlampe vollends auf und erklärten mir, dass sie vom Ordnungsamt seien und wollten wissen, was wir hier machen. Mit meiner Erklärung, dass wir Wanderer seien, heute aus Singen hergelaufen seien und morgen früh spurlos verschwinden würden, waren sie zufrieden, wünschten eine gute Nacht und fuhren ab.
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  30. Tag 9, 4.8., 30km, Anstieg 483hm, Abstieg 529hm Wir schlafen etwas länger, bleiben dann noch im Schlafsack liegen, draußen regnets unverdrossen weiter. Wie angekündigt lässt es gegen 8 Uhr so langsam nach, es sieht so aus, als ob der Wetterbericht recht hätte. Um 8.30 Uhr steht plötzlich eine Frau in der Hütte und kündigt an, dass in 15 Minuten 29 Kinder hier einfallen, Schülerferienprogramm. Das ist für uns ein hinreichender Grund, blitzschnell den Schlafsack zu verlassen und unser Zeugs zusammenzupacken. Bis wir zusammengepackt und gefrühstückt haben, hat es aufgehört zu regnen und so laufen wir los. Inzwischen haben wir beschlossen, zumindest heute mal zusammen zu laufen, da wir mit etwa 30km die gleichen Etappenlängen planen und wir uns auf Anhieb gut verstanden haben. Der Weg führt durch einen Wald, nicht weit vom See weg, rechts biegt ein Pfad ab, der mit einem Bauzaun und einem Schild „Lebensgefahr“ abgesperrt ist. Ein paar hundert Meter später realisieren wir, dass genau das unser Weg ist. Wir beschließen, uns das mal anzuschauen, wir können ja immer noch umdrehen. Der Weg stellt sich als nicht lebensgefährlich, dafür umso schöner heraus, er führt durch das Mariental, später dann immer wieder direkt oberhalb vom See entlang. Nur die gelegentlichen Holzbrücken sind sehr rutschig, einmal liege ich schneller auf dem Rücken als ich „Hurasoich“ sagen kann. Zum Glück ist der Rucksack weich. Der Weg führt uns nun unspektakulär, aber gemütlich durch einen Wald, dann durch drei Dörfer, im dritten, Stahringen, kaufen wir beim Bäcker etwas zum Mittagessen und ich bringe F., der aus Norddeutschland kommt, das Konzept einer Butterbrezel und der Seele nahe. Hinter Stahringen geht’s dann hoch zur Homburg, wo wir einen letzten Blick auf den See und einen ersten Blick auf die Hegauer Berge genießen. Anschließend geht es über Forststraßen und -wege weiter, öfter durch Wald. Im letzten größeren Waldstück treffen wir zwei Wanderer, die sich vor dem wieder einsetzenden Regen unter einen Baum gestellt haben. Auf den ersten Blick ersehe ich, dass die beiden auch ultraleicht unterwegs sind (nicht weiter schwer zu erkennen, der Mann hat die gleiche Regenjacke wie ich...). Wir kommen ins Gespräch, die beiden sind ähnlich alt wie wir, ein Paar aus Offenburg, die wie F. den E1 laufen, allerdings andersrum. Sie sind in Frankfurt losgezogen und wollen noch bis Italien laufen, bis die Semesterferien zu Ende sind. Wir quatschen eine gute Stunde über Wandern, den E1 und Ausrüstung, bis der Regen aufhört und wir weiterlaufen. Wenig später sind wir in Singen, wo wir direkt am Stadtrand einen netten Platz für unsere Zelte finden.
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  31. So, besser spät als nie... hier endlich der Bericht vom zweiten Teil meiner Sommertour, dem Querweg Bodensee-Freiburg. Tag 8, 3.8., 12,5km, Anstieg 183hm, Abstieg 100hm Am nächsten Morgen gibt es erstmal ein gemütliches Frühstück beinder Verwandtschaft, während wir den Regen abwarten. Nachts hats geschüttet wie aus Eimern, das war genau die richtige Nacht, um unter einem festen Dach zu schlafen... Am späten Vormittag siehts so langsam etwas besser aus, ich werde mach Friedrichshafen gefahren, auf dem Weg bringe ich noch mein Paket mit überflüssiger Ausrüstung, Zivilklamotten u.ä. zur Post, und um 11 Uhr nehme ich den Katamaran nach Konstanz. Eine knappe Stunde später gehe ich in Konstanz an Land. Dort suche ich zuerst einen dm auf, da ich meine Spiritusvorräte auffüllen muss, anschließend beschließe ich noch etwas zu essen und stelle mich an den Stehtisch vor einer Metzgerei. Dem Mann, der sich dazu stellt, schenke ich den übrigen dreiviertel Liter Spiritus, anschließend suche ich den ersten Wegweiser, mache ein Startfoto und ziehe los. Auch hier gibt’s kein richtiges Schild... Erstmal aus Konstanz raus, das dauert ein bisschen, das Wetter wird nicht besser, im Gegenteil, es sieht immer mehr danach aus, als ob heute noch was runterkommt. Zum Glück ist der Weg in der Stadt gut markiert. Nach einer Weile bin ich endlich wieder draußen. Der Weg führt nicht direkt am See entlang, sondern oben auf der Höhe, meist zwischen Feldern. Einerseits schade, dass man nicht am See entlang läuft, andererseits ist es eigentlich ziemlich schön hier oben. Es hat angefangen zu nieseln und es wird immer stärker. Ich überlege ziemlich lange, ob ich die Regenjacke anziehen soll, es ist nicht besonders kalt. Aber irgendwann ist der Regen doch so stark, dass ich mir denke, durch das Schwitzen in der Jacke weniger nass zu werden. Der Regen wird aber immer noch stärker, es sieht nicht so aus, als ob es heute noch aufhört, und so langsam wird alles nass und ungemütlich. Ich überlege, ob ich das Zelt heute schon früher aufbaue und einen noch kürzeren Tag einlege als eingeplant, da laufe ich um eine Ecke und stehe plötzlich vor einer ziemlich großen Schutzhütte, vor der auch noch ein Trinkwasserbrunnen ist. Ich beschließe, hier zumindest einmal Pause zu machen und zu kochen und dabei die Wetterlage abzuwarten. Außer mir sind noch zwei andere Leute in der Hütte und grillen, obwohl die Hütte in der Mitte eine große Feuerstelle hat, haben sie ihren eigenen Grill mitgebracht. Ich koche und esse, der Regen wird eher immer stärker. Es wird nun doch kühl, kurz bereue ich, meine Fleecejacke im letzen Moment doch nicht mitgenommen zu haben. Ratet mal, woher mir das empfohlen wurde Ich überlege, ein Feuer zu machen, aber das hieße, dass ich heute hier bleibe. Andererseits ist das vielleicht nicht die schlechteste Idee, der Wetterbericht sagt, dass es bis zum nächsten Morgen in dieser Stärke weiterregnen soll. Also sammle ich ein paar trockene Äste, in der Feuerstelle sind noch ein paar große Blöcke und zünde ein Feuer an. Die zwei Leute mit dem Grill sind grade mit dem Auto weggefahren, da kommt ein Wanderer im Poncho angelaufen, in meinem Alter, und steuert zielsicher auf die Hütte zu. Wir kommen ins Gespräch und es stellt sich heraus, dass F. den europäischen Fernwanderweg E1 von Rom bis zum Nordkap läuft. Letztes Jahr hat er den italienischen, schweizer und norddeutschen Teil gemacht, dieses Jahr solls von Konstanz bis ca. Frankfurt gehen. Da der E1 bis kurz vor Freiburg auf dem Querweg läuft, werden wir uns die nächsten Tage vielleicht noch ein paar Mal über den Weg laufen. Da wir uns beide für Fernwanderungen mit ultraleichter Ausrüstung begeistern, ist auch an Gesprächsthemen kein Mangel. Kurz nach uns trifft noch ein Pärchen samt Grill ein, und wiederum kurze Zeit danach steht ein etwas älterer Mann in der Hütte und fragt nach Wolfgang. Wolfgang trifft kurze Zeit später mit noch ein paar anderen Leuten, inkl. einiger kleiner Kinder, außerdem einem Kofferraum voll Holz, Grillgut, Bier, Radler, zwei Klampfen und einigen Liederbüchern ein. Kurz danach brennt ein Riesenfeuer, F. und ich haben ein Radler abbekommen, die Klampfen sind ausgepackt, das Pärchen versorgt uns noch mit Fleisch und Salaten, und es wird ein wirklich netter und gemütlicher Abend. Gegen 23 Uhr verziehen sich alle, und wir richten uns für die Nacht ein. Der Wetterbericht sagt, dass es zwischen 9 und 10 Uhr mit regnen aufhören soll, also wird morgen nicht wie bisher um 5.30 Uhr aufgestanden.
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  32. ...letzter Teil des Moselcamino Tag 6: Nach einer weiteren Nacht, die ich nicht besonders gut geschlafen habe, gab es erst mal Kaffee und einen Schokoriegel auf dem Campingplatz. Gestern Abend hatte ich nette Gesellschaft von zwei Teenagern, die sich für Dina begeisterten und dann für mein UL-Equipment. Mit den beiden habe ich mich sicher eine Stunde unterhalten. Als ich gerade meinen Kaffee trank, liefen zwei Polizisten an mir vorbei und suchten nach Spuren. Auch haben sie meinen Zeltnachbarn befragt. Auf dem Campingplatz wurde an der Rezeption eingebrochen! 20 Meter von meinem Zelt entfernt. Ich habe Gott sei Dank nichts mitbekommen. Im Wald ist es wohl doch sicherer, da kommt sowas nicht vor Zu Beginn meiner heutigen Etappe musste ich erstmal 2,5 km vom Campingplatz zum Camino laufen. Dina ist mit ihren Packtaschen die absolute Attraktion. Ich werde ununterbrochen gefragt, was sie trägt und die Menschen geben ständig ihre Kommentare dazu ab. Viele bitten mich, dass sie Dina fotografieren dürfen. So komme ich jedenfalls nicht voran, habe ich nach einem Blick auf meine Uhr bemerkt: 2 km in der Stunde! Das konnte so nicht weitergehen! Ich mag es nicht unhöflich zu sein, aber ich blieb nicht mehr bei jedem Fragenden stehen, rief die Antworten während des Laufens zu und sagte auch schon mal, dass es mir leid täte, aber ich hätte wirklich keine Zeit 100 Mal am Tag stehen zu bleiben. Die nächsten Kilometer lief es dann wirklich gut. Ca. 20 km sind wir heute gelaufen und haben die Tagesetappe damit geschafft. Ich denke, dass wir uns bei dieser Streckenlänge einpendeln werden. Für uns beide ist das einfach genug. In Bernkastel-Kues gab es dann eine super leckere Pizza Nach den Erfahrungen der letzten Nächte war ich heute mal so schlau, gleich morgens bei der Zimmervermittlung im Zielort anzurufen, es ist eine kleine Ortschaft, Osann- Monzel. Heute wollte auf jeden Fall ein Bett und ein Bad. Die Nächte sind so unbequem und mir tut irgendwie alles weh. Vor allem die Pomuskulatur. Da weiß ich meistens gar nicht, wie ich liegen soll. Und tatsächlich habe ich sofort ein Zimmer bekommen, das ich mit Dina bewohnen darf. Und was für eines! Seht euch das an. Das haben wir uns auch verdient Vielleicht mache ich morgen auch einfach mal einen Nuller. Zeit genug habe ich dafür. Jetzt noch Wäsche waschen, duschen und dann ab ins Restaurant. Tag 7: Inzwischen ist in meinen Tagesablauf und das Laufen schon etwas Routine eingekehrt. Ich habe in dem wunderschönen Zimmer sehr gut geschlafen, wollte aber trotzdem nicht beiben. Ich will laufen. Meine Tagesetappe war heute ca. 23 km. Das haben wir hervorragend gemeistert. Dina ist immer noch motiviert und hat jeden Tag Spaß ich bin so glücklich, dass sie das so gerne macht. Heute sah es oft nach Gewitter und Sturm aus, weshalb ich ein Zimmer wollte. Nichts zu machen wenigstens gab's wieder nen Campingplatz das bin ich ja nun schon gewohnt und das Zelt ist fix aufgebaut. Ich hoffe, dass ich einigermaßen schlafen kann, das ist im Zelt meistens schwierig. Sieht so aus, als ob wir am Sonntag in Trier ankommen. Dann hätten wir den Mosel Camino in 9 Tagen geschafft damit habe ich nicht gerechnet. Tag 8: Gestern spät abends kam eine Freundin spontan mit Wohnmobil auf den Campingplatz wo ich war um mich die nächsten zwei Tage bis Trier mit ihrer Hündin zu begleiten. Ist ihr um 18 Uhr eingefallen, um 23 Uhr war sie da und getroffen haben wir uns heute früh. Ich bekam heißen Kaffee und auf dem Platz war ein Bäckerwagen. So haben wir dann erst mal bis kurz vor 11 Uhr getratscht. Die Nacht war allerdings fürchterlich! Ich war umzingelt von Holländern, die bis weit nach Mitternacht Party gemacht haben. Ich habe stundenlang vergeblich versucht einzuschlafen. Der Regen war da mein kleinstes Problem. Die Strecke heute war fast nur schöner Waldweg und das Wetter war perfekt. Nun sind wir wieder auf einem Campingplatz, leider zwischen Autobahn und Landstraße. Mal sehen wie diese Nacht wird. Morgen ist dann die letzte 20 Kilometer Etappe und dann bin ich tatsächlich in Trier. Das hätte ich nicht gedacht, dass ich so phantastisch voran komme. Bin sehr Happy Tag 9: Als ich vor 9 Tagen in Koblenz gestartet bin, hätte ich niemals damit gerechnet, in 9 Tagen 180 km den Mosel Camino zu laufen ich wußte nicht mal, ob wir es überhaupt schaffen. Dina und ich. Noch nie zuvor habe ich eine solche Tour gemacht. Es war heute ein grandioses Gefühl, am Zielort anzukommen. Ich bin so stolz auf meine Dina, die jeden Tag so tapfer gelaufen ist, mit eigenen Packtaschen Heute war die Etappe 24 km. Und jetzt liege ich auf dem wohlverdienten Bett im Hotel. Es waren unglaublich viele Eindrücke in den letzten Tagen. Ich muss das jetzt alles erst mal verarbeiten. Für uns hat sich eine neue Welt aufgetan, die ich gerne weiterhin erkunden will. Jetzt bin ich dermaßen müde, dass ich wirklich dringend schlafen muss.
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  33. ... und weiter geht´s mit den nächsten Tagen auf dem Moselcamino. Tag 5: Heute war ein Shitday.Die Nacht im Zelt war äußerst stürmisch und ich habe nicht viel geschlafen. Aber mein Zelt hat dem Sturm standgehalten. Zum Frühstück gab es dann Croissant und Kaffee auf der Bank vom Campingplatz. Als ich mir in einem Outdoor-Laden den Stempel geholt habe wurde mir dringend abgeraten den Mosel Camino zu laufen wegen der Sturmwarnung. Da ich auch für Dina verantwortlich bin, habe ich den Ratschlag angenommen und bin heute den ganzen Tag an der Mosel entlang gelaufen.War nicht sehr idyllisch aber wir kamen ganz gut voran.Gegen 15 Uhr wollte ich dann in einer größeren Ortschaft etwas essen. Kein einziges Restaurant habe ich gefunden, wo ich etwas bekommen hätte Also gab es für mich einen Müsliriegel und für Dina habe ich immer ausreichend Futter dabei In dieser Ortschaft bin ich dann auch noch gestolpert und gestürzt und habe mir die Hose und das Knie kaputt gemacht Gerade hatte ich beschlossen, dass ich nicht die letzten 9 km doch den Camino laufe sondern mit dem Bus an mein Etappenziel fahre, weil ich echt platt war und das Knie schmerzte. Da sah ich das Schild für den Radweg nach Traben-Trarbach, 6,5 km. Ich dachte, das schaffe ich noch Habe ich auch. Und eigentlich wollte ich ein Zimmer, weil der Tag so anstrengend war und die letzte Nacht so kurz, aber in der ganzen Stadt ist kein einziges Zimmer zu kriegen Ein Appartement hätte ich haben können, doch 90 Euro wollte ich für ein paar Stunden Schlaf nun wirklich nicht ausgeben. Also auf zum nächsten Campingplatz, der etwas außerhalb der Ortschaft liegt. Es soll wieder stürmisch werden, ich bin gespannt
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  34. Schon lange wollte ich hier meine Erfahrungen auf dem Moselcamino teilen. Nun endlich komme ich dazu Ich habe mir für diese letzte Nacht vor dem Mosel Camino ein hübsches Zimmer in der Abtei Sayn gebucht. Ich war sehr überrascht, dass Hunde hier willkommen sind. Jetzt habe ich noch ein gemütliches Bett und morgen kann ich nochmal duschen und frühstücken. Von Koblenz bin ich ca. 15 Minuten entfernt. Ich denke, dass ich gegen 9.30 Uhr die 1. Etappe starten kann. Leider gibt es Frühstück erst ab 8.00 Uhr. Ich bin sehr gespannt was mich erwartet. Ganz alleine war ich bisher noch nicht unterwegs. Es wird ein spannendes Abenteuer Tag 1: Wanderbares Wunderwetter Heute haben wir ca. 20 km auf dem Camino geschafft. Jetzt sind wir beide geschafft. Es geht uns sehr gut. Wir haben die erste Tagesetappe wie geplant gemeistert. Es war zwar warm, aber nicht zu heiß. Eigentlich wollte ich im Zelt schlafen. Da aber die nächsten 5 km absolut kein Platz kommt, wo man ein Zelt aufstellen könnte, habe ich entschieden, dass ich uns ein Zimmer suche gleich die erste Anfrage in einem Gasthaus hat geklappt. So eine Dusche ist einfach was Tolles Tag 2: Ich habe einen anstrengenden, aber wundervollen Tag hinter mir die Landschaft ist wunderschön. Aber die gut 600 Höhenmeter hoch und runter strapazieren meinen Körper doch ganz schön vor allem die Füße tun mir weh. Aber ich bin ja nicht zum Relaxen hier! Heute habe ich einmal nicht aufgepasst und habe mich glatt verlaufen. Statt des Caminos bin ich den Moselsteig gegangen. 5 km Umweg. Und ich weiß jetzt warum der Weg "Steig" heißt Am späten Nachmittag hat mich dann allerdings schlimmer Durchfall erwischt quasi im 5-Minuten- Takt. Sehr blöd! Deshalb habe ich mir auch wieder ein Zimmer genommen. Eine Toilette in der Nähe ist manchmal unabdingbar Aber meine Tagesetappe habe ich geschafft waren ca. 23 km. Neben der Anstrengung bin ich doch auch stolz - vor allem auf Dina - und glücklich Tag 3: Eigentlich wollte ich heute einen Tag Pause machen, weil der Durchfall noch die halbe Nacht andauerte. Dann hatte ich einen guten Einfall: nach einem stärkenden Frühstück bin ich in eine Apotheke und habe mir Immodium akut besorgt. Anschließend wollte ich Gewicht reduzieren. Mit drei Litern Wasser bin ich bei ca. 13 kg, das ist mir für mehrere Tage hintereinander einfach zu viel. Vor allem die Narbe schmerzt sehr! Also habe ich mein komplettes Küchenequipment samt Lebensmitteln nach Hause geschickt worauf ich am einfachsten verzichten kann ist warmes Essen und Kaffee. Zumal ich täglich durch Ortschaften komme um mich zu versorgen. Diese zwei Kilogramm weniger habe ich heute deutlich gemerkt Da mein Gesundheitszustand nicht sehr stabil war, habe ich heute die Etappenlänge gekürzt. Der Wanderführer sieht 29 km bei 1000 Höhenmetern vor, das wäre mir sowieso zu viel gewesen. Ich bin ca. 16 km gelaufen und trotz dem Auf und Ab ganz gut voran gekommen. Da es hier wirklich sehr bergig ist, ist es auch schwierig einen Platz für das Zelt zu finden. Ich wollte auf jeden Fall wieder ein WC in der Nähe haben aber ich wollte auch endlich mal im Zelt schlafen. Also habe ich mir einen netten Campingplatz genommen. So habe ich alle Wünsche erfüllt. Und dann haben mich die netten Nachbarn sogar noch auf ein Bier eingeladen. Wir haben uns sehr gut unterhalten und nun kuschle ich mich in meinen Quilt und bin gespannt, wie die Nacht wird. Tag 4: Die Tagesetappe für heute waren wieder nur 16 km. Die habe ich gut geschafft, obwohl es sich auf den Waldwegen doch sehr hingezogen hat. Die letzte Nacht auf dem Campingplatz war o.k. ich hatte leider einen Platz direkt neben der Laterne und dem Fußweg. Trotzdem habe ich einigermaßen schlafen können. Leider geht es heute wieder mit dem Durchfall los. Deshalb nehme ich wieder einen Campingplatz. Allerdings nicht den, neben dem ich gerade im Restaurant sitze, der gefällt mir überhaupt nicht. In 4 km kommt der nächste. Und die Etappe morgen verkürzt sich dadurch auf 20 km, allerdings mit 1200 Höhenmetern. Mal sehen, ob wir die komplett schaffen. Dina nutzt jede längere Pause zum schlafen. Sie meistert die Tour bisher bravourös keinerlei Probleme mit Muskelkater oder Pfoten. Sie ist eben ein echter Wanderhund. Es bleibt auf jeden Fall spannend und die Erfahrungen, die ich machen darf, lassen mich viel lernen. Auch wenn es anders läuft als ich dachte, bin ich doch glücklich unterwegs zu sein. Seit Beginn der Tour treffe ich immer wieder auf eine Gruppe von vier Frauen, wovon ich eine vor dem Start in einem Jakobswegforum kennen gelernt habe. Ohne dass wir uns verabredet hätten, sind wir uns gleich eine Stunde nach dem Start begegnet. Das war sehr lustig.
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  35. Ich war Mitte September auf dem Gendarmstien im deutsch-dänischen Grenzgebiet wandern und möchte hier ein paar Eindrücke teilen. Der Gendarmstien ist 84km lang und für mich als Hamburger und Dänemarkliebhaber gut zu erreichen, geeignet für kurze Auszeiten und vor allem als Teststrecke, wenn ich Dinge ausprobieren will. Der Weg führt von Padborg (in direkter Nachbarschaft zu Flensburg) nach Skovby auf der Halbinsel Als und entspricht weitgehend den Routen der alten Grenzgendarmerie Dänemarks. Natürlich findet man auf dieser Strecke keine Berge, dennoch ist die Strecke recht Hügelig und nicht einfach nur platt. Für Liebhaber des Ostseeraumes ist das eine tolle kurze Wanderung, die sich auch noch um den Alsstien ergänzen und auf ca. 150km erweitern ließe. Landschaftlich hat man es mit einem Wechsel aus Ostseestrand, Steilküsten, kleinen Buchenwäldern, kleinen Ortschaften und Äckern und Weiden zu tun. In Dänemark gibt es zwar kein Jedermannsrecht, dafür aber ein dichtes Netz an Naturlagerplätzen. Zum Teil sind dies einfach kleine Flächen oder Waldstücke, die zum Zelten freigegeben sind aber es gibt auch viele Plätze mit gut gepflegten Shelterhütten, Feuerstellen und zunehmend auch Trinkwasseranschlüssen und Trockentoiletten. Entlang des Gendarmstiens gibt es auch allerhand öffentliche WCs die von April bis Oktober rund um die Uhr geöffnet sind. Alles in allem habe ich festgestellt, dass die Dichte an Wasserhähnen auf der Strecke so hoch ist, dass man selbst bei sommerlichen Temperaturen (ich hatte jeden Tag pralle Sonne und um die 25°) nur 1L Kapazität für Wasser benötigt. Einkaufsmöglichkeiten passiert man täglich, so dass man theoretisch komplett ohne Vorräte loslaufen könnte. Der Weg lädt, gerade bei gutem Wetter, dazu ein ihn nicht zu stramm zu laufen, sondern immer mal wieder für ein Bad in der Ostsee anzuhalten. Ich bin ihn allerdings diesmal in 3 Tagen gelaufen, da ich einfach mal schauen wollte, ob ich gut damit klarkomme ca. 30km am Tag zu laufen ohne voher längere Strecken gegangen zu sein. Zu letzt beschränkte sich meine sportliche Aktivität auf kürzere Radstrecken und Körpergewichtsübungen. Außerdem wollte ich meinen neuen Atom 30 testen und hatte deshalb auch von Anfang an mehr Vorräte und Zeug als nötig dabei, einfach um ihn ein wenig auszureizen. Wer an dem Weg interessiert ist, findet hier Infos: https://www.visitsonderborg.de/sonderborg/erlebnisse/gendarmenpfad-84-km-qualitaet-wanderweg Und hier eine Karte mit allen Naturlagerplätzen, Trinkwasserspendern und WCs in Dänemark. Ist zwar auf dänisch aber eigentlich selbsterklärend. https://udinaturen.dk/map-page?scIds= River Crossing... ;-) Farbenfroh...die raupe eines Weidenbohrers. Leider etwas hell aber ein schöner Abschnitt direkt an der Küste. Pflichttermin bei Annies Kiosk. Morgenstimmung in Egernsund. Morgenstimmung die zweite. Schuhe lüften...mit bester Ostseestimmung... ...Blick nach rechts... ...und nach links. Buchenwald und Steilküste... ... Küstenfeeling.
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  36. AUSRÜSTUNGS-BEWERTUNG: mata 27l Rucksack-Prototyp Nr.12 Ich habe in den letzten Monaten das Design für meinen Frameless-Rucksack weiter verfeinert, um ein Produkt zu haben, das ich auf den Markt bringen würde. Dieser Prototyp verfügt über eine kleinere vordere Netztasche (in die immer noch mein Zelt, das Innenzelt, ein Groundsheet, Heringe und bei Bedarf einige kleinere Dinge passen). Unter der Vordertasche gibt es einen Platz für ein CCF-Schlafpad. Es ist ein schönes Design, solange man nicht durch dickes Gestrüpp muss oder enge Felsen längs krackselt. Bei der nächsten Version werde ich diesen zusätzlichen Platz allerdings wieder weglassen. Am besten gefällt mir die Aquaguard-Reißverschlussöffnung oben. Ich finde, Roll-Tops sind zu umständlich und brauchen viel zu lange, um auf das Hauptfach zuzugreifen. Ich finde Cinch-Verschlüsse besser als Roll-Tops, aber der obere Reißverschluss ist meiner Meinung nach beiden überlegen. Ich bin mit dieser Designauswahl sehr zufrieden. Der Rucksack hat auch eine vernünftige Bodentasche. Was ich damit meine, ist, dass es sich nicht nur um ein Netz handelt, das auf den Boden des Rucksacks aufgenäht wird. Es umfasst noch ein bisschen die Seite, so dass die Sachen immer sicher bleiben. Im Grunde wie Pa'lante das macht (und meiner Meinung die einzig richtige Art, eine solche Tasche mit seitlichem Eingriff zu machen). Ich habe meine Träger speziell so entworfen, dass sie Frauen gut passen. Sie waren auch für mich extrem bequem und sollten Männern genauso gut passen. Ich habe vordere Schultergurt-Netztaschen weggelassen, obwohl ich mal ein Tutorial für Schulternetztaschen erstellt habe, was häufiger von r/myog verwendet wird. Ultraleicht ist in gewisser Weise eine Erweiterung von Minimalismus, und ich habe mich wieder etwas von dem Accessibility-Trend abgewandt, der im Moment fahrt aufnimmt. Wenn man wirklich darüber nachdenkt, braucht man nicht die Hälfte von dem, was die Leute in ihre Schultergurte stopfen. Ich habe die Schultertaschen auf dem HRP nie vermisst und bevorzuge die Modularität von sauberen Trägern. Ich arbeite an zwei abnehmbaren Schultertaschen, die sich gut in die Riemen integrieren lassen und bei Bedarf vielseitig einsetzbar sein sollten. Insgesamt war ich mit dem Rucksack sehr zufrieden. Ich nehme jetzt noch einige weitere Optimierungen vor, die ich dann an Tester verschicken werde. Danach sollte der Rucksack fertig sein. Locus Gear Khufu + Inner Ich habe das Khufu nun schon seit einigen Jahren. Das Khufu ist meiner Meinung nach das beste Pyramiden-Zelt was es auf dem Markt gibt. Die Qualität ist überragend. Ich denke, das einzige andere Tarp, das ich jemals in Betracht ziehen würde, ist das Yama Cirriform Min. Dazu habe ich noch eine neues Custom Innenzelt, das ich auf dieser Reise endlich ausprobieren konnte. Es hat einen umgedrehten T-Reißverschluss und einen winddichten Stoff, der halb von unten nach oben reicht. Das winddichte Gewebe verhindert, dass Wind eindringt. Den T-Reißverschluss verwende ich jedoch nicht wirklich viel. Ich bin mit dem Kauf insgesamt sehr zufrieden. Nunatak ArcUL 25°F/-4°C Ich habe meinen Cumulus Comforter M400 verkauft, weil mir der Decken-Stil nicht gefiel, ich habe die Fußbox sowieso immer geschlossen und konnte die Zugluft nicht immer fernhalten. Der Nunatak ist auf einem ganz anderen Level. Was Nunatak von allen anderen Quilt-Herstellern unterscheidet, ist das ETC-System. Ich kann mir einen Quilt ohne ETC nicht mehr vorstellen. ETC ist für mich Grund genug, mich immer für einen Nunatak-Daunenquilt zu entscheiden. Es war eine Offenbarung. Was sind nochmal kalte Luftzüge? Ich habe mich für den wasserdichten 7D-Stoff für den Fußbereich und die Draft Collar entschieden und meine Fußbox overstuffed. Die wasserdichte Option ist super, da man sich einfach keine Sorgen machen muss, dass man gegen sein feuchtes Zelt kommt. Anstatt HyperDry-Daunen zu wählen (wie bei meinem Cumulus), habe ich die unbehandelten Daunen behalten. Ich sehe wirklich keinen Sinn von HyperDry. Man sollte nicht in eine Situation kommen, in der HyperDry notwendig ist, und wenn man irgendwo wandert, wo es so verdammt feucht ist, daß die Luft allein alles durchnäßt, sollte man wahrscheinlich einen APEX-Quilt mitnehmen. Timmermade Waterbear SUL APEX Balaclava Wo warst du mein ganzes Wanderleben?! Ich bin jetzt mit meiner Ausrüstung an einem Punkt angelangt, an dem ich mich in das meiste davon verliebt habe, so dass es schwierig ist, meine Lieblingsstücke einzuordnen. Der Waterbear ist aber auf jeden Fall unter den Top 3. Ich kann beim Schlafen ein kaltes Gesicht nicht ertragen, und wenn man es mit einem Buff oder Balaclava bedeckt, fällt es mir schwer zu atmen. Hier kommt der Waterbear ins Spiel. Er hält meinen ganzen Kopf warm, und der atmungsaktive APEX-Cinchkanal schließt sich vollständig, übt aber keinen Druck auf mein Gesicht aus oder erschwert das Atmen. In Kombination mit dem Nunatak-Quilt habe ich noch nie in meinem Leben besser geschlafen. Wenn es eine perfekte Schlafcombo gibt, dann ist es diese. Der Waterbear eignet sich auch hervorragend als isolierende Mütze, die man beim Wandern oder im Camp tragen kann. Besonders seit ich mein Bekleidungssystem verändert habe und alle Kleidungsstücke, außer der Regenjacke, kapuzenlos sind. Sarek 5mm CCF + Nemo-Switchback (6 Panels) In den letzten Jahren habe ich ausschließlich aufblasbare Matratzen verwendet. Ich habe nie durchgehend gut auf einer von ihnen geschlafen. Also habe ich diese CCF-Kombination ausprobiert, und es hat sich ausgezahlt. Ich habe jede Nacht wie ein Baby geschlafen und mir war nie kalt. Ich legte das Sarek-Pad über mein Switchback, was mir einen R-Wert von 3,2 gibt. Ich werde noch sehen müssen, wie tief ich in der Zukunft die Combo pushen kann. Tagsüber ist das Sarek innen als Frame und das Switchback außen als Sitzpolster für Pausen. Montbell Wind Jacke + Hose Großartige Stücke. Die Windjacke wurde viel benutzt und war tagsüber meist ausreichend. Die Hose trug ich gelegentlich am Morgen und vielleicht zweimal bei sehr windigen Pässen. Ich glaube nicht, dass man mehr als das für seine Beine braucht. Mein Groundsheet funktionierte gut genug als Regenschutz. Timmermade atmungsaktive SUL 2,5oz APEX-Jacke Dies war das Stück, das ich am meisten ausprobieren wollte. Im Frühsommer wandte ich mich an Dan wegen eines Systems, das ich für den kompletten Three-Season-Einsatz benutzen kann. Wir besprachen die offensichtliche Wahl eines Alpha-Direct-Fleece+Puffy. Aber mir gefiel, die SUL APEX-Jacke, die er bereits anbot. Das innere Netz machte für mich absolut Sinn, und die Möglichkeit, es über den Rucksack zu ziehen, war ein Bonus. APEX übertrifft Fleece auch in Bezug auf Wärme/Gewicht. Aber der Jacke fehlte einfach das letzte bisschen Atmungsaktivität. Dan schlug vor, Monolite als Außenmaterial auszuprobieren. Ich war mit dem Stoff vertraut, da ich auch welches habe für verschiedene Projekte, und bin schnell an Bord gesprungen. Die Theorie der Jacke war, dass man zuerst ein Windshirt zur Baselayer hinzufügen sollte, wenn es kalt genug wird, würde man die APEX-Jacke überziehen. Die Jacke würde es ermöglichen, bei niedrigeren Temperaturen aktiv zu sein als ein Fleece. Für das Camp zog man einfach ein Windshirt oder eine Regenjacke über die Jacke, wenn es windig war. Unsere Theorie hat sich als richtig erwiesen. Normalerweise würde ich morgens mit einem Windshirt beginnen und die Jacke für die ersten Minuten über den Rucksack ziehen, bis ich mich aufgewärmt hatte. In der letzten Stunde des Tages, wenn es abkühlte, fügte ich die Jacke gelegentlich zu meinem Windshirt hinzu. Ich habe die Jacke bisher nur bis 2°C benutzt, so dass ich noch nicht sagen kann, wie tief ich sie für den aktiven und stationären Gebrauch pushen kann, aber mir war auf dieser Reise nie kalt, außer wenn ich durchnässt war und nichts über mein Windhemd gezogen hatte. Es würde mich nicht überraschen, wenn diese Jacke in Zukunft zu einem festen Bestandteil von UL-Kits wird. Mit Dan lässt es sich sehr gut arbeiten. Er hat noch einige interessante neue Stoffe und Isolationsmaterialien, die er gerade testet. Aufregende Zeiten! Frogg Toggs UL2 (Frauen) Ich nahm eine Frauenjacke in Größe L (ich bin in so ziemlich allem ein M für Männer), weil ich die rosa Farbe lustig fand. Nun, sie war an den Ärmeln und der Taille etwas zu kurz. Aber im Allgemeinen funktionierte die Jacke ganz gut, solange ich sie auch anzog. Ich habe gerade eine Frogg Toggs XXL für Männer gekauft, ums mal austesten. Mir gefällt, dass es meine Shorts abdeckt und die Ärmel nicht zu lang sind. Es sieht lächerlich aus, sollte aber sehr interessant sein, wenn es so funktioniert, wie ich es mir wünsche (kein Bedarf für einen Regenrock). SPOT Gen3 Ich liebe dieses Ding. Das war die erste Reise mit einem GPS-Gerät und es funktionierte so, wie ich es wollte. Das Beste am SPOT ist, dass ich mich während der gesamten Reise alle 10 Minuten tracken konnte und die Batterie immer noch nicht leer ist. Ein InReach hätte alle 2-3 Tage aufgeladen werden müssen, nein Danke... Meine Freunde und meine Familie hatten Spaß daran, mich online zu verfolgen, und ich fühlte mich einfach etwas sicherer, allein in den Bergen. Die "Okay"-Nachrichten, die ich an ein paar enge Freunde und meine Eltern geschickt habe, gaben ihnen zusätzlich ein viel besseres Gefühl. Olympus EM-5 Mark III + 12-40mm 2,8 PRO Objektiv Ich denke, viele Fotos sprechen für sich selbst, aber ich bin einfach froh, dass es mir gelungen ist mich für eine Kamera zu entscheiden. Ich hatte es die letzten 3 Jahre vor mir eine zu kaufen und konnte mich einfach nicht entscheiden. Und Fotos mit dem Handy zu machen, ist einfach eine Katastrophe. Es macht einfach keinen Spaß. Auch die Wasserdichtigkeit der Kamerakombo ist großartig. Ich würde sie bei Nieselregen und leichtem Regen immer draußen lassen. In Zukunft sollte ich sie aber bei Starkregen in den Rucksack packen. Das habe ich auf dieser Reise nicht getan, und am vorletzten Tag hatte das Objektiv im Inneren etwas Kondenswasser, das im Laufe des Tages trocknete. Mit dieser Kombination bin ich sehr zufrieden. Ich werde vielleicht in Zukunft noch andere Objektive ausprobieren, aber das 12-40mm ist ausgezeichnet. Peak Design Capture Clip Was für ein schreckliches Ding. Die Schrauben gruben sich in den Schaumstoff meiner Schultergurte oder in meine Brust, und der Druck, den der Clip verursachte, war manchmal ziemlich schmerzhaft. Ich hätte das Ding wahrscheinlich ausprobieren sollen, bevor ich es auf meine Reise mitnahm. Vielleicht war auch einfach meine Kamera zu schwer? Aber die Qualität des Clips war auch ziemlich mies. Nach der Hälfte der Strecke ging der Clip von selbst ständig in den gesperrten Modus über. Danach war es ätzend, meine Kamera in den Clip hinein- und herauszubekommen. Ich packte das Teil in meinen Rucksack und bewahrte meine Kamera einfach in einer der Seitentaschen meines Rucksacks auf. Nie wieder. Lightning-Adapter Wenn ihr den Bericht gelesen habt, wisst ihr was jetzt kommt. Haltet euch fern von iPhone-Adaptern von Drittanbietern. Im Ernst. Diese Dinger hören nach einer Weile einfach auf zu funktionieren. Das ist mit jedem iPhone-Accessoire passiert, das ich bisher benutzt habe. Nie wieder. Topo Ultraventure In den letzten drei Jahren trug ich hauptsächlich Altra. Ich mag null Sprengung und brauche leider die breite Footbox. Ich hatte nie wirklich größere Qualitätsprobleme mit den Dingern auf Wanderungen, aber sie sind auch nicht gerade super. Ich habe im Laufe der Jahre viele verschiedene Modelle verwendet. Ich wollte etwas anderes für den HRP ausprobieren und habe mich für einen Topo mit 5mm Sprengung entschieden. Sie passen besser am Mittelfuß und Ferse. Ich habe die ersten paar hundert Kilometer wirklich genossen. Aber die Sohlen begannen nach 200 km abzureißen, und nach ein paar Mal wieder rankleben waren sie nach 600 km komplett abgerissen. Die Sohle war nach 400 km abgenutzt. Also ja, das ist meiner Meinung nach ein mieser Qualitätsschuh. Nach 350km begannen sich auf beiden Schuhen zwei große Löcher zu bilden und eines mutierte zu einem kompletten Riss an der Seite. Nie wieder. Ich probiere jetzt den La Sportiva Jackal aus. Der Zehenraum ist gerade so breit genug. Allerdings hat er eine Sprengung von 7 mm. Ich hätte nichts dagegen gehabt, wenn es 4-5 mm gewesen wären, aber ich hoffe wirklich, dass dieser Schuh funktioniert. Patagonia Strider Pro 5“ Shorts Ich benutze die Shorts seit 4 Jahren und habe 3 Paare, durch die ich während der Woche zum Laufen rotiere. Sie sind wirklich perfekt. Sie sind super leicht und halten mein Telefon, SAK und einige kleinere Hygieneartikel. Ich habe nie das Gefühl, dass etwas sie herunterzieht. Wenn sie das Design in Zukunft nicht vermasseln, werde ich nie etwas anderes kaufen. Patagonia Capilene Cool Daily Shirt Ich benutze immer ein Buff, so dass ein Kapuzenpullover für mich unnötig ist. Das Shirt war sehr bequem und hielt mich während der Aufstiege kühl genug. Es blieb auch ziemlich lange geruchsfrei. Ich habe jedoch ein großes Problem mit allen synthetischen Wandershirts, egal welchen Rucksack ich trage. Ich bekomme an den ersten beiden Tagen jeder Wanderung Pickel auf den Schultern, die sich entzünden und die ersten vier Tage lang schmerzen, bis sie endlich heilen. Wie es scheint, werde ich wieder Merino-Shirts mit weniger UPF tragen müssen Wenn ihr weitere Fragen zu meinem Kit habt, fragt gerne los!
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  37. Jan

    Ultraleicht im TESSIN

    Ich fange dann gleich mal mit einer kleinen Tour von vor zwei Wochen an. Overnighter im Valle di Muggio. Das Valle di Muggio ist meines Wissens das südlichste Tal der Schweiz. Es grenzt direkt an Italien an und ist ziemlich unbekannt. Einzig der Monte Genoroso ist etwas bekannter da er sehr schön am Lago di Lugano liegt und man einen fantastischen Blick auf die Alpenkette haben kann! Die Zug-, Fahrrad- und Autoanbindung ist sehr gut. Man reist bis Mendrisio kurz vor Chiasso und dann geht´s steil hoch ins Tal, auch per Postbus. Wer schon mal im Tessin unterwegs war hat sich bestimmt in die dortigen Wege und Pfade verliebt. Einige Beispielfotos gleich mal am Anfang. Auf solchen Wegen (auch ehemalige Schmugglerpfade...) ging es von der einen Talseite runter zum Fluß und dann wieder steil hoch zum nächsten pittoresken Dörfchen. Wir hatten uns als Ziel gesetzt die Nacht mit Blick auf den Comer See zu verbringen und mußten deshalb erst mal den Monte Bisbino auf der italienischen Seite erklimmen. Durch ausgedehnte wunderschöne Kastanienwälder ging es stetig bergauf. Auf dem Monte Bisbino gibts eine kleine Einkehrmöglichkeit und italienisches Bier Weiter ging es auf dem Höhenzug zum Monte Colmegnone von dem man einen fantastischen Blick auf den Comer See und die angrenzenden Berge hat! Am hintersten Ende des Sees liegt Como. Aufstieg zum Monte Colmegnone. Ganz im Hintergrund sieht man das Monte Rosa Massiv. Am Gipfelkreuz gab es einen sehr leckeren Rum im stilvollen ultraleicht Schnapsglas. Langsam brach die Dämmerung an und somit hielten wir Ausschau nach einem geeigneten Platz mit Ausblick. Eine uralte Kirche auf dem Gipfel eines Berges kam uns da wie gerufen. Blick ins Valle di Muggio. Und auf die Alpen! Nach einer sehr geruhsamen Nacht weckte uns der Tag wieder mit Sonnenschein und blauem Himmel. Rechts im Bild der Monte Bisbino. Weiter ging es also mit bester Laune bei bestem Wetter. Zelt abbauen und Rucksack schultern. Ein letzter Blick ins Valle di Muggio. Schön ist es im Tessin, jedesmal aufs Neue! Neben wunderschöner Natur, verlassenen Tälern, tollen Flüßen kann man auch einen interessanten Einblick in das harte Leben der frühen Bewohner dieser Region gewinnen. Es lohnt sich !
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  38. Antonia2020

    Oderlandweg im August 2020

    PS: Ich hab's geschafft, nachts nicht in das Loch vor dem Zelt zu fallen. Beste Leistung Und: Mir ist nach nur 5 Nächsten die neue Neoair Xlite delaminiert.
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  39. Im Wald bei Kollund... Beispielhaft für alle Shelter entlang des Weges. I.d.R. sind es allerdings Plätze mit einer Hütte, hier ist ein größerer Platz zu sehen. Immer wieder kleine Ecken zum Verweilen und Baden. Der Weg führt weiter ins Buschwerk... Das letzte Mal sitzen, zwei Kilometer vor dem Ziel.
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  40. ein kleines Fazit zum HW7: Es ist mit Sicherheit nicht der landschaftlich spektakulärste aller Wanderwege, aber er hat doch seine Momente, grade auf der Alb, aber auch im Hinterland von Oberschwaben gibt es wirklich tolle Gegenden, Ausblicke und Wege. Für mich war er aus persönlichen Gründen spannend zu gehen, ich bin im Filstal aufgewachsen und habe um Friedrichshafen herum viel Verwandtschaft, aber das ganze Gebiet dazwischen, vor allem der südliche Teil der Alb um Laichingen herum und der nördliche Teil von Oberschwaben, also die Gegend um Obermarchtal z.B. waren mir nur von der Karte bekannt, dadurch konnte ich so einige Lücken schließen. Es ist kein sehr begangener Weg, ich habe bis auf die drei erwähnten Wanderer keinen einzigen Fernwanderer getroffen, ich kann mich - außer auf dem Hohenstaufen - nichtmal an Tageswanderer erinnern. Auch sonst ist es ein eher einsamer Weg, man kommt zwar doch recht regelmäßig durch Dörfer, aber die sind meist wirklich klein und man trifft dort nicht oft auf Leute. Größere Städte hat es wenig, Göppingen natürlich, aber als größere Orte eigentlich erst wieder Bad Buchau, Bad Saulgau und Altshausen, die aber innerhalb einer Tagesetappe liegen. Wasser ist kein Problem, ist habe fast nie mehr als einen Liter getragen, obwohl ich aufgrund der Hitze bis zu 7 Liter getrunken habe. Ein großes Manko des Weges ist, dass er in Oberschwaben fast komplett über Asphalt führt, was bei mir in Verbindung mit der Hitze zu ordentlich schmerzenden Fußsohlen geführt hat. Das fand ich sehr lästig, da ich oft konditionell das Gefühl hatte, noch eine Weile laufen zu können, aber die Fußsohlen dringend eine Pause gebraucht haben. Insgesamt hat sich der Weg für mich gelohnt, das positive überwiegt für mich, aber nochmal muss ich den nicht laufen.
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  41. Es ist nicht mehr so heiß wie die letzten Tage, das Wetter ist bewölkt, es könnte noch regnen. Ein Glück, dass ich heute nicht mehr so lang habe und für die Nacht bei der Verwandtschaft ein festes Dach über dem Kopf haben werde. Am Gehrenbergturm oberhalb von Markdorf mache ich noch eine längere Pause, genieße die Aussicht, die mir trotz des Wetters gut gefällt, bevor ich mich zum Endspurt aufmache. Nach Markdorf geht’s ziemlich steil bergab, dann bin ich unten. Aber auch hier zieht es sich wieder, auch hier wieder alles Asphalt durch die Obst- und Getreidefelder, es will nicht und will nicht, auch heute melden sich die Fußsohlen wieder deutlich vernehmbar, aber irgendwann ist es doch geschafft, und ich erreiche in Seemoos drei Kilometer vor dem Ziel den See. Auf der Karte sah es so aus, als ob der Weg direkt am See entlang führt, aber das ist eine herbe Enttäuschung: Auf einem kleinen Fußgängerweg geht es zwischen den Seegrundstücken und den Grundstücken der zweiten Reihe zwischen hohen Hecken, bis die Promenade in Friedrichshafen erreicht ist. Kaum am See, beginnt es zu nieseln, ich beschließe, die Regenjacke im Rucksack zu lassen. Die letzten 500 Meter führen entlang der Seepromenade und ich beginne, den Endpunkt zu suchen, meine Karte und das GPS sind sich da nicht einig. Laut Karte endet der Weg auf Höhe des Stadtbahnhofs, dort finde ich einen Wegweiser, an dem die Hauptwege 4, 7 und 9 aufeinandertreffen, und ich beschließe, dass hier ein guter Punkt für ein Zielfoto ist. Kaum ist das Foto gemacht, geht der Wolkenbruch los. Es sind nur noch fünf Minuten bis zum Hafen, der laut GPS der Endpunkt ist, und so ziehe ich meine Regenjacke an und laufe los. Ich komme mir ziemlich bescheuert vor, wie ich in Regenjacke, Lederhut, stinkend und schwitzend, mit Wanderstöcken da entlang laufe, links dichtgedränkt die Touristen unter den Arkaden, rechts in den Cafés unter den Schirmen, was die sich wohl denken, aber ich habe nicht die geringste Lust, wegen fünf Gehminuten noch 20 Minuten zu warten, zumal ich ja weiss, dass ich demnächst unter Dach und Fach bin und alles trocknen kann. Außerdem will die neue Regenjacke mal getestet werden... Am Hafen angekommen finde ich keinerlei Anzeichen, warum der GPS Track bis hierher führt, rufe also bei der Verwandtschaft an und werde abgeholt. Somit endet der erste Teil meiner Sommertour. Am nächsten Tag fahre ich mit der Fähre nach Konstanz und laufe auf dem Querweg los, der Bericht wird fortgesetzt.
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  42. Tag 6, 1.8., 35km, Aufstieg 668hm, Abstieg 686hm Ohne größere Vorkommnisse laufe ich bis Wilhelmsdorf, wie üblich meist über Asphalt, meine Füße beginnen schon wieder zu schmerzen, aber kurz vor Wilhelmsdorf wird es doch noch ein bisschen schöner zu gehen. Sehr unterhaltsam: Kirche auf dem Kreisverkehr! Auf dem Friedhof hole ich Wasser, halte mich aber nicht lang auf und laufe über den „Buggl“ (Hügel) nach Ilmensee. Am Strandbad werde ich kurz schwach, aber da ich nichts dabei habe, was sich als Badehose benutzen ließe und die Corona-bedingte Schlange durchaus eine gewisse Länge hat, laufe ich zum Friedhof und mache Mittagspause. Es bleibt heiß, wird aber immer schwüler, es fühlt sich nach Gewitter an. Von Ilmensee geht es den Hügel halb hoch, dann um den Hügel drumrum, wieder runter ins Tal und auf den nächsten Hügel hoch nach Bettenbrunn. Der Anstieg, obwohl nur 200hm, ist mörderisch, es ist kurz vor dem Gewitter, es ist heiß, weder Luft noch Shirt kann meinen Schweiß noch aufnehmen, ich überhitze immer weiter. Oben angekommen sehe ich zum ersten Mal den Bodensee! Kaum bin ich in Bettenbrunn, geht das Gewitter los, glücklicherweise nicht über mir sondern zwei Hügel weiter in Ilmensee, ich bekomme nur ein paar wenige Regentropfen ab und, viel entscheidender, den Temperatursturz. Ich koche etwas, und laufe noch ein paar Kilometer bis zu einem Waldstück vor Untersiggingen, wo ich in einer Fichtenschonung einen Platz für mein Zelt finde. Kurz vor Bettenbrunn begann noch ein Ärgernis, dass mich noch einige Nerven kosten sollte: Die Markierung ändert sich abrupt von einem roten Balken auf weißem Grund zu einer gelben Raute auf weißem Grund. Anscheinend, so habe ich das aus Wegweisern erschlossen, führt hier der „Bodensee Jubiläumsweg“ auf dem HW7, allerdings nicht immer, manchmal biegt er ab und trifft später wieder dazu. Das führt dazu, dass man konsequent mehrere Markierungen im Blick haben muss, vor allem auf Wegweisern ist das äußerst uneinheitlich und verwirrend gehandhabt.
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  43. Tag 5, 30.7., 36km, Anstieg 310hm, Abstieg 289hm Ich schlafe schlecht, einige hundert Meter entfernt ist ein kleiner Garten, Hof o.ä., den ich beim Vorbeilaufen schon bemerkt habe und wo offensichtlich eine Party stattfindet. Normalerweise mit einem äußerst guten Schlaf gesegnet, hält mich das Wummern der Bässe doch eine Weile wach. Viel zu früh klingelt der Wecker, ich packe ein, werfe ein paar Nüsse ein und laufe los. Über einen Steg führt der Weg durch ein großes Moorgebiet nach Bad Buchau. Dort marschieren meine Füße ungefragt in den erstbesten Bäcker rein und ich kaufe zwei Butterbrezeln. Am Ortsausgang ist der Friedhof, dort gibt es Wasser, eine Toilette und Frühstück. Der Tag kann beginnen, ich fühle mich schon viel besser. Direkt hinter dem Ortsausgang sehe ich zum ersten Mal große Rucksäcke vor mir! Eine lustige Dreiergruppe läuft zwar nicht den HW7, sondern auf einem selbst gebastelten Weg von Reutlingen bis Wangen im Allgäu, mit einem eigentlich sehr sympathisch klingenden Plan: drei Tage wandern, drei Tage Therme in Bad Buchau, nochmal drei Tage wandern. Ich frage mich, warum ich das nicht auch so mache. Unser gemeinsames Tagesziel ist Altshausen, und so laufen wir erstmal gemeinsam weiter. Mit Erstaunen wird festgestellt, dass ich mit Zelt unterwegs bin, dafür sei mein Rucksack ganz schön „putzig“. Ich bin stolz. Tatsächlich habe ich den kleinsten Rucksack. Nach ein paar Stunden trennen sich unsere Wege, der HW7 macht einen Schlenker über Bad Saulgau, die anderen drei laufen einfach geradeaus bis Altshausen. Es wird wieder heißer, die letzten Kilometer nach Bad Saulgau ziehen sich, und im Ort angekommen steuere ich die erste Wirtschaft an und trinke zwei Radler. Bevor ich Mittagspause mache, habe ich aber noch eine gute Stunde zu laufen bis Sießen. Dort gibt es direkt vor dem Ort einen wunderschönen kleinen Friedhof, auf dem ich unter einer Linde eine ausgedehnte Mittagspause mache. Weiter geht es, es ist heiß, zum Glück gibt es auf den nächsten Kilometern recht viel Wald. Meine Fußsohlen schmerzen immer mehr vom Asphalt. Gegen Abend erreiche ich Altshausen, der Friedhof ist ein bisschen ab vom Schuss, aber der Rewe ist nur 300 Meter vom Weg entfernt und ich brauche ohnehin eine neue Spiritusflasche, meine ist undicht geworden. Zum Glück nur ein bisschen am Deckel, der Verlust hält sich in Grenzen. Ich kaufe Wasser und ein Spezi und beschließe einfach auf dem Parkplatz zu kochen. Gerade bin ich fertig mit essen, da höre ich von der anderen Straßenseite „Achtung, dass dich kein Straßenpanzer umfährt!“. Ich blicke auf und sehe die drei von heute morgen auf der anderen Straßenseite, schon geduscht, gesättigt und mit Most versorgt, der mir sehr empfohlen wurde. Leider habe ich noch 5km bis zum nächsten Waldstück zu gehen, und so mache ich mich auf.
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  44. Tag 4, 29.7., 30km, Aufstieg 416hm, Abstieg 454hm Ich stehe mit der Sonne auf, der Zeltabbau entfällt heute, hat auch was. Es geht recht steil runter bis kurz vor Obermarchtal, wo ich zum ersten Mal die Donau überquere und plötzlich vor dem Schloss stehe. Sofort überquere ich die Donau zum zweiten Mal, da ich nämlich feststelle, dass ich falsch abgebogen bin, zum Glück muss ich nur etwa 200 Meter zurücklaufen. Der Grund meines Fehlers ist ganz banal, dass hier der HW5 kreuzt, der die gleiche Markierung hat, roter Strich auf weißem Grund. Zwar steht jeweils die Nummer dabei, aber im morgendlichen Halbschlaf kann man das schon mal übersehen... Naja, nun bin ich wach und laufe weiter Richtung Rechtenstein. Hier der Grund meiner Verwirrung, an diesem Wegweiser treffen sich HW5 und 7. Ich merke schon jetzt, das die Luft ein bisschen raus ist, die Hitze und die für meine Verhältnisse doch recht langen Etappen machen sich wohl bemerkbar. Rechtenstein entpuppt sich als verschlafenes Kaff mit einer imposanten Burg und Kirche oben auf dem Fels, aber zum Hochgehen fehlt mir die Motivation und so ziehe ich weiter. Die Kilometer bis Zwiefaltendorf ziehen sich, und ich mache in Emmeringen schon die erste längere Pause. Der Weg ab Rechtenstein ist einige Kilometer sehr schön, ein Pfad direkt an der Donau entlang, allerdings biegt der Weg schon vor Emmeringen wieder von der Donau ab und ich laufe erneut auf Asphalt, wie schon so häufig, seit ich von der Alb runter bin. Angekommen in Zwiefaltendorf gibt es noch eine Pause, dann überquere ich die Donau heute zum dritten Mal, dieses Mal endgültig. Dafür umso unspektakulärer. Hinter der Brücke geht der Weg rechts nach oben, nun bin ich wieder auf einem Pfad, allerdings nur kurz, bald wechseln sich wieder Forststraßen mit Asphalt ab. Es wird heute noch heißer als die Tage davor, es gibt kaum Wald, ich laufe die meiste Zeit auf Wirtschaftsstraßen zwischen den Feldern. Irgendwann erreiche ich Möhringen und stelle fest, dass der Berg mit der Kirche drauf, den ich schon seit gestern immer wieder sehe, tatsächlich der Bussen ist. Obwohl es eigentlich nur etwa 200 Höhenmeter sind, will der Anstieg kaum enden. Irgendwann ists aber doch vollbracht und ich stehe pünktlich zur Mittagspause auf dem Heiligen Berg Oberschwabens.Der Lohn ist ein traumhafter Ausblick in alle Richtungen über das ganze Hinterland. Ich quäle mich tatsächlich noch den Bergfried hoch bevor ich mich auf eine Bank lege und Mittagspause mache. Meine Motivation ist immer noch ein bisschen am unteren Ende der Skala, und nach einem ausgedehnten Blick auf die Karte beschließe ich, heute einen gemütlichen Tag einzulegen und hier oben etwas länger zu verweilen. Es werden am Ende rund drei Stunden gemütlicher Pause, das hat gut getan. Da ich die ganze Zeit im Schatten gesessen bin, trifft mich aber die Hitze wie ein Hammerschlag auf den „Meggl“ (Kopf), wie man hier so schön sagt. Wie auf den Fotos zu sehen, geht es weiter nur selten durch Wald, die meiste Zeit läuft der Weg auf Asphalt zwischen den Feldern entlang. Einzig die hohen Maisfelder bringen manchmal etwas Schatten. Ich erreiche Möhringen und koche dort, bevor ich noch die letzten paar Kilometer bis zum nächsten Waldstück laufe, wo ich nach längerer Suche ein Plätzchen für mein Zelt finde.
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  45. Tag 3, 28.7., 33,5km, Aufstieg 393hm, Abstieg 503hm Auch heute laufe ich gut gelaunt los, erst nach Justingen, wo ich auf dem Friedhof meine Wasserflaschen auffülle. Weiter geht es nach Hütten, ein steiler Abstieg ins Dorf rein und kurz dahinter treffe ich auf den HW2 und habe damit wohl offiziell die Schwäbische Alb überquert. Nun bin ich in Oberschwaben. Weiter durch den Wald nach oben, durch Felder steil runter, bevor es nochmal kurz nach oben nach Weilersteusslingen, wo es Wasser und Pause geben soll. Unten im Tal laufe ich an der geschlossenen Albvereinshütte Farrenstall vorbei und bemerke einen Kühlschrank mit Getränken! Trail Magic existiert auch in Deutschland. Kurzerhand wird die Pause vorverlegt und der Kühlschrank ausgiebig benutzt. Leider liegt die Hütte nicht sehr schön direkt an der Landstraße, und so laufe ich recht bald weiter. Das Stück bis Altsteusslingen zieht sich ziemlich, das erste Mal, dass es nicht gut vorwärts geht auf dieser Tour. Normalerweise ist das immer der zweite Tag, an dem es nicht so will, dieses Mal scheint es der dritte zu sein. Und leider geht es auch so weiter... Eigentlich will ich erst in Altsteusslingen wieder Pause machen, aber ein paar Kilometer vorher kommt ein Brunnen, eine Bank und eine wunderschöne Stelle, und auch hier wird die Pause wieder vorverlegt. Dann geht es recht schnell und ich bin in Altsteusslingen. Ich folge der Markierung, die bisher ausgezeichnet war, und komme in einen Wald. Nach kurzer Zeit bringen ich die Markierung nicht mehr mit der Karte überein und krame das Handy aus dem Rucksack. Tatsächlich! Ich bin nicht mehr auf dem Track, den ich wenige Tage vorher von der Website des Albvereins runtergeladen hatte, obwohl ich direkt neben einer Markierung stehe. Der eigentliche Weg ist laut GPS nur etwa 100 Meter entfernt. Ich laufe dorthin und finde auch dort eine Markierung. Ich schaue ein letztes Mal aufs Handy, nun scheint alles zu stimmen. Ich folge also weiter der Markierung, bis mir nur wenig später das gleiche wieder passiert! Auch hier schaue ich aufs Handy, gleiches Problem wie beim letzten Mal! Mir ist das völlig rätselhaft, meine Laune schwindet rapide, weil es durch die ständigen Orientierungsprobleme einfach nicht vorwärts geht. Zudem ist es heiß und meine Wasservorräte schwinden. Ich will und muss zügig nach Mundingen kommen. Auf halber Strecke, und nachdem ich der Markierung folgend so weit vom Track abgekommen bin, dass ich gar nicht erst versuche, wieder zurückzulaufen, begreife ich: Offensichtlich wurde der Wegverlauf auf der kompletten Strecke zwischen Altsteusslingen und Mundingen, etwa 10km, geändert, allerdings nur die Markierung und nicht die Karte und der Track. Stinksauer laufe ich in Höchsttempo nach Mundingen. Dort gibt es eine längere Pause. Das für heute angedachte Tagesziel Rechtenstein scheint außer Reichweite, und ich beschließe, nur noch bis zum Hochberg oberhalb von Obermarchtal zu laufen. Durch das heute schon zweite Bärental geht es also weiter, vor dem Aufstieg wird noch abend gegessen und endlich bin ich oben. Ein wunderschöner Ausblick auf Ober- und Untermarchtal, die Donau und Oberschwaben erwartet mich. Das Wetter ist wie schon die ganze Woche heiß und sonnig, und ich beschließe, dass ich heute das Zelt nicht aufbauen werde. Durch den wirklich schönen Weg über die letzten Kilometer und den wirklich fantastischen Schlafplatz findet der Tag nun doch ein versöhnliches Ende.
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  46. Tag 2, 27.7., 36,5km, Aufstieg 454hm, Abstieg 445hm Gut gelaunt stehe ich um 5.30 Uhr auf, packe zusammen und finde wenige Meter weiter eine Bank mit schönem Ausblick, auf welcher ich mein Frühstück einnehme. Der nächste Wegpunkt ist Wiesensteig, den habe ich bald erreicht und laufe direkt weiter bis zur Filsquelle. Im Gegensatz zum weiteren Verlauf der Fils sind die ersten paar Kilometer wirklich schön! der kleine Filsursprung und der große Filsursprung Am großen Filsursprung mache ich Pause, habe aber nur sehr kurz meine Ruhe, da etwa 30 Zweitklässler auftauchen. Der Fußball landet innerhalb von Sekunden im Wasser und ich biete an, meine wasserdichten Schuhe zu nutzen um ihn zu holen. Nach nichtmal 30 Sekunden liegt er erneut im Wasser, aber da haben die ersten Schüler schon die Schuhe aus und sind schon drin. Die Lehrer machen das gut, nämlich nichts und lassen die Kinder einfach machen, das gefällt mir. Nachdem ich das ganze eine Weile amüsiert beobachtet habe, muss ich aber doch weiter. Es geht etwas nach oben, aber immer durch den Wald, an mehreren kleinen Höhlen vorbei. Ein schöner Weg. Schließlich erreiche ich Westerheim und freue mich schon auf ein Radler. Tatsächlich findet sich eine Gaststätte, bei der ich nicht nur zwei Radler, sondern auch ein Eis bekomme. Während der Pause schaue ich nochmal auf meine Wegplanung und stelle fest, dass ich noch rund 17 Kilometer bis zur Sontheimer Höhle habe, welche als letzte Wasserquelle für diesen Tag eingeplant ist. Ich schaue mal vorsichtshalber im Internet nach und stelle fest, dass ich noch 4,5 Stunden habe, bis ich dort sein muss. Bei meinem bisherigen Tempo ist das zwar machbar, allerdings ohne Pause. Aber es hilft ja alles nix. Ich laufe also durch und schaffe es tatsächlich, 15 Minuten vor Schließung dort zu sein. In Laichingen hatte ich noch Glück, der Donner war schon deutlich zu vernehmen, aber das Gewitter verzieht sich dann netterweise doch noch in die andere Richtung, nichtmal ein paar Regentropfen bekomme ich ab. An der Sontheimer Höhle gibt es dann Abendessen, bevor ich dann die letzten paar Kilometer bis zum angepeilten Schlafplatz kurz vor Justingen laufe.
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