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Ultraleicht Trekking

sja

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Alle erstellten Inhalte von sja

  1. Montag, 26.06.2023 – St. Bees nach Ennerdale Bridge (24,8 km) Erster Tag in England. Erstes "Full English Breakfast". Nicht ganz. Black Pudding, Würstchen und Bacon bestelle ich fürs Erste ab. Es bleiben: Spiegeleier, Baked Beans, geschmorte Tomate, Brown Toast. Butter. Außer mir sitzt in dem stilechten englischen Frühstücksraum noch ein freundlicher Engländer, der mit einem Moped unterwegs ist. Wir kommen sehr schnell ins Gespräch und ich freue mich über den netten Kontakt. Er kennt die Gegend gut und schwärmt von der Schönheit der Yorkshire Dales, einen Nationalpark, den ich aber erst in ein paar Tagen erwandern werde. Als ich aufbrechen will, ist der Gastgeber nicht aufzufinden. Mangels Kleingeld kann ich nur so gut es geht, Geld für das Frühstück dalassen. Schnell noch Wasser, Brot und Käse kaufen und nun mit einem dann leider nicht mehr ganz so leichten Rucksack vorlieb nehmen. Was Essen angeht, "Better Safe than Sorry". Der Weg an der Küste entlang ist wunderschön. Allerdings wird mir schnell bewusst, dass ich nicht ganz so flink vorankomme. 15 Meilen mit einem "Berg" in der Mitte zwitschere ich nicht mal so eben daher, 24,8 Km und 8 - 8:30h sollten mich heute erwarten. Eine leichte Nevosität angesichts des ersten Wandertages (und der Länge desselben) mag auch der Grund gewesen sein, weshalb ich nicht der Tradition gefolgt bin und am offiziellen Startpunkt des Weges entweder die Füße in die Irische See getaucht und / oder einen "pebble" (Kieselstein) eingesammelt habe. Nach alter Sitte trägt man diesen während des Spaziergangs bei sich und wirft in in einer Abschlusszeremonie bei Ankunft in Robin Hood's Bay in die englische Nordsee, Entsprechendes mit Füßen und Wasser. Keine unnötigen Extrameilen am ersten Tag, auch wenn ich später mit Sicherheit von irgendwem Schelte kriege. Erster Höhepunkt (im wahrsten Sinne des Wortes) ist Dent Fell mit 352m. Hier werde ich ungefähr den Lake District betreten. Die Höhe ist nicht exorbitant, aber aufgrund seiner etwas exponierten Lage soll die Aussicht ganz gut sein. Bevor ich den Berg angehen kann, verhindert ein ungutes Schild und Stacheldraht das Weiterkommen: Privates Wegerecht. Das Schild (vielmehr ein mäßiger Tintenstrahlausdruck eines Kartenausschnitts in einer Plastikhülle) verweist auf eine Alternative. Ich bemühe meine Telefon und finde einen Weg. Der zugehörige Farmer ist glücklicherweise umso netter, nur der nordenglische Dialekt macht mir wieder ernsthaft zu Schaffen. Ich checke nicht genau, wo er mich hinschickt, das unglaublich wichtige englische Wort für "Stiege" war bislang nicht Teil meines Wortschatzes. Der liebenswürdige Farmer beobachtet mein Irren aus der Ferne, was mir zwar etwas unangenehm ist, aber glücklicherweise gibt er nicht auf. Er versucht mich auf den richtigen Weg zu winken und lässt mich dann einfach über seinen Hof spazieren, ich kapiere einfach nicht recht, wo ich lang gehen soll und er hat ja sicher auch noch anderes zu tun. Nun endlich geht es Richtung Dent. Der Anstieg ist machbar. Langsam (vor allem oben), sieht man die ersten Berge der Lakelands. Wow. Auch der mühsame, steinige Abstieg belohnt mich am Ende mit dem bezaubernden Nannycatch-Tal. Später lese ich irgendwo, der Abstieg soll der steilste der ganzen Wanderung sein. Ich überhole im Tal eine amerikanische Wanderclique und komme in time an. Leider ist die öffentliche Dusche nur zu den Öffnungszeiten des Community Cafés in Ennerdale offen und die Dame im Gasthaus leicht ruppig. Ich widerstehe der Versuchung mir ein Zimmer für die Nacht zu nehmen und baue iim Garten des Pubs zum ersten Mal mein Zelt auf. Körperpflege wird heut und morgen eher spärlich ausfallen. Who cares. Ich sitze noch etwas draußen in der Abendsonne und beobachte, wie die US-Clique von einem Taxi abgeholt und in ein anderes B&B gebracht wird. Es kommt noch ein weiterer Hiker der Sorte 3-fach Etappe an. Auch hier wieder keine Spur von BBC-Englisch, nach den 2 Ales gehts jedoch wieder viel besser. Der junge Mann aus den Midlands zieht nach dem Abendessen weiter, um am Ennerdale Lake zu zelten. Zum Einschlafen abwechselnd Bachplätschern und unbekannte Vogelgeräusche…
  2. Dieses Jahr durchquerte ich auf dem Coast to Coast Walk Nordengland von der West- zur Ostküste (→ Karte). Den Trail als "Fernwanderweg" zu bezeichnen, würde es in diesem Fall nicht ganz treffen. Es handelt sich vielmehr um eine von Alfred Wainwright ausgearbeitete Verbindung etablierter Wege und Wegerechte. Wer den Spuren Wainwrights folgen möchte, startet in St. Bees an der Irischen See durchquert 3 Nationalparks und findet den Abschluss im Osten in Robin Hood's Bay an der Nordsee. Der Lake District stand vor Jahren schon einmal auf meiner Liste. Eine 8 - 10 tägige Rund-Tour war geplant, ein Zug gebucht, doch dann kam die Pandemie dazwischen... Sonntag, 25.06.2023 – Ankunft in St. Bees Meine Reise beginnt um 3 Uhr in der Nacht mit dem Ziel Manchester. Mit auf die Reise geht mein niegelnagel neues Aeon Li DCF-Zelt, das inklusive Heringen 540g auf die Wage bringt! Vielleicht etwas übertrieben, ich gebs zu. Aber um es vorweg zu nehmen, it made me really happy! Ich hatte mir für dieses Jahr vorgenommen, auf jeden Fall häufiger im Zelt schlafen, denn der Weg bietet neben schönen Campspots an den Seen des Lake Districts, charmante, einfache Farm-Campingplätze sowie die Möglichkeit auf der Wiese hinter dem Pub des Etappenziels zu zelten. In Manchester angekommen, heißt es leider 3h auf meinen Zug nach St. Bees warten, bedeutet, ein erster englischer Tee und das emsiges Treiben des rauen Flughafen beobachten. Mein Kopf dröhnt etwas, dies ist vermutlich dem wenigen Schlaf geschuldet. Ein paar Stunden später sehe zum ersten Mal das Meer. "Grange-over-Sands" lese ich auf dem Schild. England zeigt sich in vornehmen Grau. Es regnet, Wolken hängen tief. Alles wirkt ein wenig traurig und melancholisch, gleichzeitig aber auch irgendwie wohlig. Weiter gehts mit der Eisenbahn durch nordenglische Dörfer. Nachdem ich einen großen Teil der Zugfahrt mit mitgebrachten Jobthemen vergrübelt habe, komme ich gegen 7 in St Bees an. Ich willl schlau sein und gleich auf dem Weg zu meinem B&B im vermeintlich einzigen Lebensmittelgeschäft des Ortes Spiritus kaufen und setze dabei (wohl eher unbewusst, denn tatsächlich nachgedacht habe ich darüber im Vorfeld nicht) auf meine letztjährigen Erfahrungen in Italien. Dort bekam ich Spiritus in jedem Tante-Emma-Laden. Die Leute verwenden es dort zum Putzen, aber hier: Nada. Die Dame macht mir wenig Hoffnung. Ich könne es in Whitby versuchen, sagt sie, aber die Erfolgsaussichten seien ungewiss. Okay, Challenge accepted. Als ich in meinem B&B einchecke, versuche ich erneut, Bezugsquellen in Erfahrung zu bringen. Aber mein Gastgeber ist noch weniger zuversichtlich. Er bietet mir ganz lieb irgendwelches Zeug zum Sprühen an (steht Butan drauf), aber ich wüsste nicht, wie ich damit kochen soll, stattdessen sehe ich vor meinem geistigen Auge eher, wie mir alles um die Ohren fliegt. Auf der Suche nach einem Abendessen (und dem zugehörigen Kaltgetränk) stolpere ich straight away gegenüber von meiner Unterkunft in den ersten Pub meiner Reise. Draußen verkündet ein Schild "Sunday Evening Country Music". Etwas unsicher betrete ich die Lokalität und erzeuge als Fremde natürlich deutlich Aufmerksamkeit, zumindest nach meiner Wahrnehmung. Es wirkt alles sehr heimelig, viel Teppich, alle scheinen sich zu kennen. Ein älterer Mann erklärt mir mit nordenglischem Dialekt (puh another challenge), dass es hier nichts zu essen gibt. Er schickt mich freundlich weiter die Straße runter. Die ganze Szenerie des Pubs macht mich sehr neugierig. Aber ob ich mich später noch einmal alleine hier hin traue? Beim Abendessen im "Manor" einer klassischeren, aber ebenfalls netten Lokaliät, versuche ich erneut über verschiedene Kanäle des weltweiten Netzes an Informationen bzgl. Spiritus zu kommen, aber hey, meistens werde ich abends im Pub essen und sollte das das ein oder andere Mal nicht möglich sein, gibts Brot und Käse. Der Abend geht stimmungsvoll an dem Ort zu Ende, an dem er begann. Nach zwei Ale zum Essen traue ich mich neugierig in den heimeligen Pub zurück. Ein paar ältere Herrschaften aus dem Dorf sitzen inzwischen zusammen und musizieren, was ihnen gerade so in den Sinn kommt. Man beäugt mich erneut, aber ich glaube, sie freuen sich, dass eine Fremde zuhört. Die ganze Atmosphäre ist soo lovely. Zurück in meinem B&B schlafe ich später ganz beseelt ein – beglückt von den Eindrücken, um nicht zu sagen von meinem ersten kleinen Abenteuer.
  3. Wie schön... wollte gerade anfangen, meinen Bericht von der Tour in diesem Jahr zu veröffentlichen... aber jetzt halte ich mich vielleicht besser zurück und lass dich erstmal... ?!
  4. Bin grad auf dem c2c Trail (England) unterwegs und hab Schwierigkeiten Spiritus zu bekommen. Erinnere, hier mal was gelesen zu haben, dass man in der Apotheke auch was kriegt, was man zweckentfremden kann? Nach was muss ich fragen? Das funktioniert? Danke!
  5. @yannikkessler Du könntest mal im Wanderweb-GTA-Forum fragen, wie so die Erfahrungen sind, wobei hier ja auch schon einige die GTA gegangen sind (nur falls du nicht weiter kommst). https://forum.wanderweb.ch/c/gta-grande-traversata-delle-alpi/5 Viel Spass auf jeden Fall, ganz tolle Tour und Gegend!
  6. Peaks of the Balkans Trail: Bericht (gute Mischung aus bei Hirten Wanderunterkünfte, kannst aber auch Zelten). Ist insgesamt allerdings nur 2 Wochen lang, kann man sicher irgendwie verlängern... Grande Traversata delle Alpe (GTA): viele Höhenmeter, aber wenn du dir Etappen aus dem Südteil raussuchst, dann ist es nicht ganz so anstrengend. Du kannst wild zelten, kannst aber auch in den Pesto Tapas übernachten und hast ganz nette Gesellschaft und kriegst was von den Einheimischen mit. Bericht aus einem südlicheren Abschnitt Nehme an, man kann beides Mitte Juni schon machen? Das sollen aber andere beurteilen, war im Juli dort.
  7. Madeira ist toll (war Anfang Januar dort), aber ohne Zelt schwierig (wenn du quer über die Insel willst), weil die Hotels in Küsten-Nähe sind. Hütten gibt es meines Wissens keine. > Reisebericht.
  8. Ich will ein Zugticket innerhalb von Manchester nach St. Bees kaufen. Ich nehme an, es spricht nichts dagegen, das mit der App Trainline zu tun. Dort wird mir "Splitsave" angeboten. Hab verstanden was, das ist. Hat das auch irgendwelche Nachteile? Ich kann es eh nicht wirklich abschalten, denn dann werden mir viel weniger Verbindungen angzeigt... Danke.
  9. @kai Ja prima, das sieht gut aus, danke.
  10. Kennt jemand einen guten Artikel, wo das Konzept UL-Trekking grundsätzlich erklärt wird? Englisch oder deutsch ist egal. Möchte evtl. darauf verlinkten, bzw. einem Freund was schicken, der eher grundsätzlich was darüber erfahren will. Ich weiß, man kann Suchmaschinen bemühen und es gibt sehr viel, aber vielleicht habt ihr einen spezielle Tipp.. Danke.
  11. Na ich gehe mal davon aus, wenn ich nach UPS frage, wird er nicht DHL meinen, wo er 2mal gepostet hat (sorry)
  12. Yep. Kein Link.Aber anrufen ist eine Option, danke. Danke.
  13. @khyal Danke, es ist kein Problem genug Bargeld da zu haben, aber die können ja wahrscheinlich nicht wechseln (zumindest erzählte mir Freunde das von DHL so). Gibt kein Link, hab mich sogar registriert. Soll Fr ankommen. Aber danke.
  14. Wenn man mit UPS was aus den USA bekommt, muss ich Zoll vermutlich an der Haustüre bezahlen, oder? Über Tracking-Info gabs die Mitteilung "Vom Zoll freigegeben". Weiß jemand, ob ich mit Karte bezahlen kann oder muss ich es passend in bar bereitliegen haben Ich weiß nämlich nicht, wie viel es ist. Hatte eigentlich recherchiert, ich könne online bei UPS bezahlen (man bekäme online eine Benachrichtigung / Zahlungsaufforderung, ist aber nicht so). Danke.
  15. Danke für die interessanten Tourenvorschläge. Geht es da nicht zu hoch hinaus bei einem Start der Tour am 18. Juni? Frage, weil ich zu der Zeit noch nicht in den Bergen war. Da muss man schon noch mit Schnee rechnen oder?
  16. Mal ganz doof ins Blaue gedacht... mit Silikon (Baumarkt) so erhabene Rillen auftragen?
  17. @Judith Mir haben damals die YT Videos von Kai Sackmann für die Basics hinsichtlich Basecamp etc geholfen. Gibt glaub ich mehrere Teile zu unterschiedlichen Themen.
  18. @khyal Wenn ich es richtig sehe, sind das (fast) alles 2-Personen-Zelte, die du nennst? Die 1-Personen-Varianten (z.B. Plex Solo) sind entsprechend vergleichbar hinsichtlich der Empfehlung oder?
  19. DHL verschickt kostenfrei selbstgepackte (Care)Pakete mit Hilfsgüter (Nahrungsmittel, Decken, Isomatten… keine Kleidung). Keine Ahnung, ob es der effizienteste Weg der Hilfe ist, aber jede Aktion kann helfen?! Zur Info: https://www.dhl.de/de/privatkunden/information/hilfe-ukraine.html
  20. Ich schließe mich an. Freue mich sehr über den Bericht. Sehr schön geschrieben, tolle Fotos (mag auch die kleinen Details) und wertvolle Informationen (an den Stecker hätte ich auch nicht gedacht...). Danke!
  21. @Lolaine ja den alcool etelico kannst du für den Trangia verwenden. Hab den in Funchal vor 3 Jahren in einem kleinen Laden bekommen. Was @hiker sagt, einfach fragen (gilt übrigens auch für Italien.
  22. Vielen Dank für den tollen Bericht. Ich stelle es mir mental gar nicht so einfach vor, so lange auf einem Trail unterwegs zu sein, auf dem man nicht so viele Wanderer trifft. Wie geht man mental damit um? Hast du viel telefoniert oder gewöhnt man sich daran? Insbesondere, wenn du nur ein paar Brocken italienisch sprichst, sind Gespräche mit den Leuten vor Ort vermutlich auch eher selten?
  23. Zur Wanderzeit September kann ich nichts sagen. Ich kann nur empfehlen (auch bei sportlichem Ehrgeiz) dass du dich nicht zu sehr stresst. Ich finde es ist ein Weg, bei dem man auch was von der italienischen Gastfreundschaft zumindest hin- und wieder mitnehmen sollte (sofern die Unterkünfte offen sind). Es entgehen einem meiner Meinung nach sehr schöne Begegnungen. Aber jeder hat andere Bedürfnisse. Ich bin die GTA nicht am Stück gegangen, würde aber vermutlich nicht mehr bis ans Meer laufen, sondern am offiziellen Ende aussteigen (Viozene). Die letzten Etappen fand ich im Vergleich etwas weniger attraktiv. Aber kann sich anders anfühlen, wenn man alles am Stück geht. Insgesamt aber ein superschöner Weg.
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