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Ultraleicht Trekking

Projekt "West" zu Wasser


mawi

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13. Tag (Weser)

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(Das Kraftwerk wirkte in echt so orange angestrahlt etwas beeindruckender.)

Die Nacht war irgendwie kurz. Das Bier hat ziemlich ringehauen. Die Partybootgruppe war nicht unangenehm laut. Lag vielleicht auch daran, dass ihr Alkohol alle war und der eine beklagte, dass er langsam wieder nüchtern wird :D

Die Gruppe ist schon weg als ich aufstehe. Während ich frühstücke wird eine Gruppe Jugendlicher wach, die mit Mopeds ne Tour macht. Sie messen gerade mit einem Alkoholtester ihre Promillewerte und brüsten sich, wer noch den höchsten hat. Sie rechnen jetzt aus, wie lange sie noch schlafen dürfen/müssen, bis sie weiter können. :D Die sind irgendwie witzig, so dass ich immer wieder mal über ihr Gelaber lachen muss.

Jetzt kommt der bittere Moment der Wahrheit. Ich hatte mir heute extra keinen Kaffee geholt, um die Kosten zu die drücken. Ich muss gestehen, ich hatte gestern Abend schon mal auf ihrer Webseite nach dem Preis gelunscht. 20€!!!! :eek: Ich gehe in die Rezeption. Sie grüßt freudig und kann sich noch an mich erinnern. Wir schwatzen ganz nett und dann kommt die bittere Wahrheit. Ich erstarre kurz. Wie bitte? Echt jetzt? Habe ich mich verhört? Zögerlich gebe ich den 10€ Schein hin und warte wie sie reagiert. Sie gibt mir fünfzig Cent zurück. Das ist günstig! Duschen und Warmwasser alles inklusive. Für Radfahrer gibt's noch ne Reparaturstation,  Druckluftpumpe, ein eigenes Coronatestzentrum, Toilette etc. alles neu usw. Nicht schlecht. Da hätte ich mir auch nen Kaffee holen können ...

Heute windet es ziemlich fies. Immer wieder von der Seite oder vorn, manchmal, aber äußerst selten, auch von hinten. Ich halte mich meist an Lee-Seite vom Ufer. Ganz am Ufer ist aber die Strömung nicht so stark und es gibt immer wieder kleine Verwirbelungen, die einen ausbremsen. Es ist richtige Arbeit heute :( 

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(Fotos machen ist heute knifflig, da der Wind das Boot sofort unkontrolliert weg weht, wenn man aufhört zu paddeln.)

Ich brauche über 3 Stunden bis Hameln (10 km).

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Die Beschreibung zum Wehr in der App ist wieder einmal völlig unverständlich für mich. Da ich das Wehr schon bei meiner Wanderung gesehen hatte, ist mein Respekt sehr groß. Auch in der App wie vor dem Sog gewarnt. Ich paddle unsicher weiter und halte mich an die Schilder. Ich bin aber durch die App-Beschreibung so verunsichert, dass ich an der Schleuseninsel in der Mitte aussteige und mir das ganze von Land anschaue. Alles klar,links kann man mit nem Bootswagen umsetzen und rechts kann man durch ne Bootsgasse durchfahren (man beachte auch das Schild ganz rechts :) ). Voll einfach...

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Am besten man verzichtet auf das Lesen der App-Beschreibungen zu den Wehren. Diese verwirren nur unnötig.

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Im Ort hinter Hameln machen ich Pause und hole mir ein Eis an der Tanke, die noch wie ein Original aus denn 50igern aussieht.

Nach der Pause überholt mich ein Paddler. Er ist heute in Holzminden gestartet, hat also schon 60 km heute weg (und ich erst rund 20 :( ) und hat noch 20 km vor sich. Respekt! Und schon düst er davon. Bald ist er aus dem Sichtfeld. Mir ist schon klar, dass ich es heute nicht mehr nach Rinteln zum Campingplatz schaffe. Auch Bremen werde ich wohl nicht mehr schaffen, da es die nächsten beiden Tage auch windig sein soll.

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In einem Dorf fülle ich Wasser aus dem Friedhof auf. Eine Frau, die gerade ein Grab gegossen hat fragt, ob man denn das Wasser wirklich trinken könne. Da sehe ich plötzlich einen toten Vogel im Wasserbecken beim Wasserhahn schwimmen. Mir wird's schlagartig anders. Oki, nicht verrückt machen lassen, das Wasser aus dem Hahn kommt ja nicht aus dem Becken, hoffe ich :D

Die Frau geht auch in meine Richtung und fragt mich ein wenig aus. Sie bietet mir noch Essen, aber ich lehne dankend ab, da ich noch gesättigt bin und meine Vorräte noch 1 bis 2 Tage reichen.

Als ich wieder am Wasser bin erschrecke ich. Plötzlich zieht eine fette Regenfront genau auf mich zu.

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Ich kann nichts abschätzen, ob ich schnell paddeln soll oder eher langsam (also ob es vorbei zieht oder genau auf mich zu). Puh, es scheint mich nur zu streifen.

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Ich suche mir schnell einen Schlafplatz. Direkt neben einer Schafweide. Als ich beginne aufzubauen kommen die Schafe herbei geeilt um die Lage abzuchecken. Da im Berg scheint ein Schloss zu sein, sieht zumindest von hier aus ganz nett aus.

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Am Ende gibt es einen schwachen Regenbogen.

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vor 7 Stunden schrieb Wanzenried:

schöner Bericht @mawi! Sehr unterhaltsam zu lesen!
 

Bin auf die Fortsetzung gespannt. Ich war vor kurzem auch auf der Weser von Hameln nach Stolzenau. Allerdings mit dem SUP. Der Wind kann echt ganz schön gemein sein, bei so nem breiten Fluss. Hatten da teilweise auch ganz schön zu kämpfen.

Danke! Ja SUP muss ich auch irgendwann mal probieren. Sieht ja immer total bekloppt aus. Ich bewundere aber immer mit welcher scheinbaren Leichtigkeit sie immer über das Wasser gleiten. Egal ob Wind oder gegen die Strömung.

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14. Tag (Weser)

Ich wache total zerknautscht auf und snooze den Wecker zweieinhalb Stunden lang. Mit jedem Drücken wird die Vorstellung des ausstehens unerträglicher. Aber 9:30 Uhr raffe ich mich dann langsam auf. Als ich beim zusammenpacken bin, sehe ich den Bauern kommen. Er ist etwas zögerlich, als er in der Nähe vom Tarp ist. Ich gehe raus und begrüße ihn. Er meinte, dass alles in Ordnung sei. Er wollte nur Mal gucken, was das da auf seiner Wiese ist. Wir schnacken noch ein Weilchen und zum Schluss meinte er noch, dass ich heute ruhig noch hier bleiben kann. Oh Mann, muss ich Scheiße aussehen :D

Ich ziehe dann aber 11:30 Uhr weiter.

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Der Wind ist wieder gnadenlos und ich merke deutlich meine rechte Schulter von gestern. Der untere Rücken zwickt auch wieder, was auch daran liegt, dass die Isomatte Luft lässt und die Hüfte dann irgendwann durchhängt.

Heute sind erstmals einige große Schiffe unterwegs. Das hier ist noch ein kleines.

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Was auch ohne Wind immer nervt, weil es einen aus den Takt bringt, aber bei Wind noch mehr, sind grüßende Leute an Land oder auf vorbeifahrenden Booten. Also, wenn ihr ein mit Muskelkraft betriebenes Boot seht, lasst bitte das Grüßen! :) Man will ja auch kein Arsch sein und grüßt zurück und Zack verreißt es das Boot und es kostet wieder Kraft und Einsatz es auf Linie zu bringen .... :S So, jetzt war das auch Mal raus :)

Trotz Wind paddelt es sich heute ganz gut. Ich glaube, gestern steckte mir noch das Bier vom Vortag in den Knochen. Ich paddle sogar einen Senioren sechser Kanu davon.

Ui, die hatte ich von Wasser aus noch nicht gesehen, zu Fuß ja regelmäßig (bei dem Wind leider etwas unscharf geworden; es sind Rehe, falls man es nicht erkennt :) )

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In Holtrup will ich auf den Campingplatz. Hmmm, es ist irgendwie schräg. Er ist voll mit Campinganhängern und großen Zelten, aber kein Schwein ist da. Die Rezeption ist verschlossen. Der Rasen wurde frisch gemäht. Das Wasser ist abgestellt. Auch in den umliegenden Häusern scheint niemand da zu sein. Irgendwie gespenstisch.

Der nächste Campingplatz ist nicht mehr vom Wasser aus erreichbar. Die Zufahrt ist zugewuchert. Also ziehe ich weiter. In Porta Westfalica scheint es laut der Karten keine zu geben.

Porta Westfalica in Sicht:

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Und Blick zurück:

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Als ich zu meiner anvisierten Schlafstelle komme sehe ich da Angler. Na toll, also geht es noch ein Stück weiter. Die sind wie ein Plage hier. Eine Stelle ist nicht belegt. Ich lande an. Hmm, laut Karte sollte da oben kein Weg sein. Wie kommen die da alle hin? Ich gehe hoch. Okay, die fahren mit den Autos über die Wiese. Ich checke zu Fuß noch eine andere Stelle ab. Da sehe ich Radfahrer ankommen. Wat wolln die jetzt noch hier?!? Ich gehe runter zur Angelstelle und mampf was. Ich habe heute voll den Fressi.

Wie lang bleiben denn die Angler? Ich will mich hinlegen .... Da vorn sind auch welche. Wenn die Weg sind gehe ich dann hoch zum Aufbauen.

Zum Sonnenuntergang gehe ich noch einmal hoch. Was zum Teufel?! Da stehen jetzt noch zwei Autos mehr. Was wollt ihr alle hier?

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15. Tag (Weser)

Beim Frühstück checke ich die Etappe für heute. Da merke ich, dass ich mich etwas verkalkuliert habe. Der letzte erreichbare Schlafplatz für heute ist der Campingplatz in Petershagen. Danach kommen ca. 25 km Naturschutzgebiet entlang der Weser. Bis Petershagen sind es aber nicht mal 20 km. Also habe ich heute viel Zeit. Trotzdem ziehe ich früh los, da schon die ersten Gassigeher unterwegs sind.

Nicht lang und es erscheint das Porta Westfalica.

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Es sieht von nahem überhaupt nicht so spektakulär aus :( Eigentlich sollte es das Tourhighlight sein. Als ich es erstmals vor ein paar Wochen aus der Ferne mit der Bahn gesehen hatte, war ich voll geflasht. Ich dachte nur, wow was ist das? Ich habe sofort auf der Karte nachgeschaut und da sieht es genauso spektakulär aus. Aber so nah vom Fluss aus sticht es überhaupt nicht heraus. Ich bin sehr enttäuscht.

Das Kaiser Wilhelm Denkmal sieht interessant aus, wenn auch die Sicht sicherlich nicht so berauschend sein wird.

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Da ich ja Zeit habe gehe ich hoch. Von oben sieht das Denkmal imposant aus.

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Die Aussicht geht so.

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Da hinten ist dieser mysteriöse Hügel beim Steinhuder Meer.

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Der Flussverlauf ist heute günstig (meist nordwärts), so dass der Südwind schön schiebt :) So lasse ich mich den Fluss entlang treiben. Blick zurück zum Porta Westfalica.

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Die Pioniere haben wohl gerade Übung.

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Im Wasser fährt eine Art Wasserdrone. Als ich sie fotografien will, fahre ich gerade an einer Gruppe Soldaten vorbei, die mich komisch anglotzt. So unterm Motto wo kommt der jetzt her und warum hat ihn die Drone nicht versenkt?! Als sie aus dem Sichtfeld sind mache ich noch schnell ein Foto, aber bei dem Wind und Gegenlicht klappte es nicht so gut (rechts am Ufer).

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Hä?! Ist da ein Schiff auf der Brücke? Wie kommt das da hin?

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Ich habe es zwar schon auf der Karte gesehen, will es mir aber Mal aus der Nähe ansehen. Geil, eine Wasserstraßenkreuzungsbrücke.

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Ich bin beeindruckt, insbesondere wenn man das Baudatum beachtet (1914).

Nach Minden lässt die Fließgeschwindigkeit der Weser nach. Mein Glück ist der Rückenwind. Trotzdem muss ich ordentlich paddeln um voranzukommen.

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Hier nimmt auch der Schiffverkehr zu. Nervig sind vor allem die Sportboote, die volle Kanne die Weser hoch und runter heizen.

Trotz Rückenwind komme ich gefühlt kaum vorwärts. Ich lege mir die Discoregraphy von Yacøpsae auf die Ohren. Ca. 100 Songs und 45 min später bin ich am Zeltplatz in Petershagen. Schnell, aber auch etwas außer Atem (aber wahrscheinlich eher vom Mitsingen als paddeln).

Der Zeltplatz ist leider auch wieder so ein Geistercampingplatz. Alles sieht so aus, als würden alle gleich wiederkommen. Aber alles ist verriegelt. Wenigstens geht das Wasser noch. Echt merkwürdig ...

Also muss ich weiter. Beim Campingplatz ist ein Wehr mit Bootsgasse. Da sie Gummi an den Rändern hat, entscheide ich mich sie durchzufahren. Huuuuiiiii!!! Ich werde gefühlt auf Mach 3 beschleunigt. Aber bevor ich mir in die Hosen mache, ist es auch schon wieder vorbei.

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In Petershagen gehe ich einkaufen. Als ich zum Boot zurück komme, zieht ein Gewitter heran. Da ich Eiweißpulver vergessen habe gehe ich zurück und wetter das kurze Gewitter im Supermarkt ab. Ich checke noch einmal kurz meine Optionen. Weiterfahren bringt nix. Da ist jetzt nur noch Naturschutzgebiet. Also entscheide ich mich am Anleger zu übernachten. Als ich zurück komme, steht jetzt ein Camper da, der auch die Nacht zu bleiben scheint.

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16. Tag (Weser)

Ich baue relativ früh ab. Als ich fast fertig bin kommt ein Gassigeher vorbei. Wir quatschen ein wenig. Er beschwert sich über die SUPs und 30€ Schlauchboot Paddler, da sie kein Plan hätten (bzgl. Wasserzeichen und -gefahren) und er den ein oder anderen vorm Tod am Wehr bewahrt habe. Irgendwann will Pfiffie weiter und womit er sich endlich verabschiedet.

Und weiter geht's. Außer im Westen ist es in allen anderen Richtungen ziemlich neblig/diesig.

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In Weinsheim mache ich bei der Fähre Frühstückspause. Der Fährmann ist ein Berliner Original mit inzwischen nordischem Akzent. Er sieht auch wie ein Friese aus und das obwohl hier noch Nordrhein-Westfalen ist. Er schäkert die ganze Zeit mit den Frauen, die zu Rad unterwegs sind (es sind schon viele Radfahrer unterwegs) und die Fähre nutzen. Ansonsten durch und durch noch eine echte Berliner Schnauze. Auch ich bekomme immer wieder einen Spruch von der Fähre aus rüber geworfen. Geiler Typ. Er macht das übrigens ehrenamtlich, da die Fähre, die mit Solarstrom fährt, von einem Verein betrieben wird.

Als ich losfahre, klebt er mir schnell nen Aufkleber vom Verein/der Fähre auf das Boot.

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Bis Müselringen fließt die Weser ganz gut und ich komme gut voran. Bei Müselringen müssen die Paddler dem natürlichen Flussverlauf folgen. Die Motorboote dürfen die Abkürzung durch den Kanal nehmen. Schon das Schild Segelstrecke an der Abzweigung lässt mich böses erahnen. Zum Glück ist es nicht windig, aber das Wasser steht wie auf einem See. Ich komme gefühlt hat nicht voran und quäle mir einen ab.

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Irgendwann taucht ein E-Werk mit Wehr auf. Kein Wunder das hier nix fließt. Am Wehr mache ich Mittagspause.

Nach dem Wehr geht es wieder zügiger voran und schon bald bin ich in Stolzenau. Ab da nimmt die Fließgeschwindigkeit wiede deutlich ab. Trotzdem bin ich relativ fix in Landesbergen. Wahrscheinlich lag es wieder an Yacøpsae ... :D

Bis zum späten Nachmittag war es heute diesig.

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Unterwegs war heute viel Industrie am Wasser, vor allem Sandabbau und Kraftwerke.

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In Landesbergen lande ich am Kanuverein an um Wasser aufzufüllen. Ich sehe mich kurz um. Hmmm, die Übernachtung hier kostet nur 5€. Aber die Übernachtungsmöglichkeiten am Fluss sind hier sehr gut. Anderseits wäre ne Dusche und ne Wäsche für die Hose nicht schlecht. Also bleibe ich. Beim Küchencheck sehe ich, das es Kaffee gibt. Oh, das war eine gute Entscheidung hier zu bleiben. Nein, es war eine sehr, sehr gute Entscheidung :) 

Nach der Dusche gehe ich noch zum Supermarkt. Er ist ca. 3 km entfernt. Laufen tut zur Abwechslung zum ständigen Sitzen richtig gut, außerdem kann ich dabei meine Hose trockenlaufen. Auf dem Weg zum Supermarkt sehe ich einen Wegweiser mit "Husum 10km". Da wird mir erst bewusst, wie nördlich ich schon bin. Heute morgen war ich noch in Nordrhein-Westfalen, vor ein paar Tagen noch in Hessen und plötzlich bin ich so tief im Norden.

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Bearbeitet von mawi
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Moinsen!

Wenn du noch Hörbuchtipps brauchst, ich hatte letztens tatsächlich mal "Die Schatzinsel" angefangen und dann in eins weggesuchtet. Hat ja auch was nautisches, passt also irgendwie :huh:. Ist schon erstaunlich, da liest man es begeistert als Kind, hat dann ewig nix mehr mit am Hut und dann ist es wieder total genial. War glaube ich die ungekürzte Fassung, gesprochen von Markus Pol. Wenn du noch muskalische Abwechslung brauchst, könnt ich noch z.B. Zeal & Ardor, Ice Nine Kills oder Motionless in White vorschlagen, falls noch nicht bekannt :wink:.

Wünsche weiter frohes Paddeln!

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17. Tag (Weser)

Im Zombiemodus schlürfe ich in die Küche. Die Enttäuschung ist groß, als ich in die leere Kaffeedose hineinblicke :( Ich muss mich mit löslichem Kaffee begnügen *brrrrrr*

Keine Ahnung wo die Zeit abhanden gekommen ist, aber ich komme erst gegen halb 12 los.

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Obwohl kaum Strömung ist, paddelt es sich heute ganz gut. Ich komme gut voran. Bis auf ein Motorboot sind bisher keine weiteren Boote unterwegs. Da meist auch kein Wind ist, ist das Wasser spiegelglatt. Nur ich durchziehe es mit Wellen.

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An dem Kraftwerk ist wieder eine Bootsgasse. Nach vorheriger Begutachtung entschließe ich mich durchzufahren. Als ich den Knopf für das Schleusentor betätige, läuft so viel Wasser die Gasse hinunter, dass das Boot schlagartig ein paar Zentimeter absagt. Mir wird dabei kurz ganz flau im Magen. Die Gasse ist nicht so steil wie die letzte, so dass das Boot nicht so abrupt beschleunigt. Dafür ist die Gasse ziemlich lang und mit Kurve :-? 

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Die Gasse läuft ganz schön voll mit Wasser. Ich habe Angst, dass das Boot auf den Rand auffährt und das Boot sich dann dreht und kippt.

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Ich verlagere mein Gewicht nach vorn und es fängt sich wieder. Unten ist der Rand aber überspült und das Boot fährt über den Rand (die Gasse macht nen Bogen, aber das Wasser will geradeaus). Ich muss mich widerwillig mit dem schönen Carbonpaddel auf dem Beton abstoßen und die Richtung korrigieren, damit es mich nicht dreht und umhaut. Puh, das war knapp. Das Paddelblatt hat es auch ohne neue Blessuren überstanden. :)

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In Nienburg mache ich Pause und gönne mir ein Eis. Die Sonne knallt heute unerbittlich. Ich habe heute fast eine ganze Tube Sonnencreme verschmiert.

Ich fahre keine fünf Minuten, da sehe ich die Durchfahrtsverbotsschilder links und rechts.

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Ich bin stark irritiert. Erst dachte ich, dass die für die Hafeneinfahrt rechts sind. Aber das ist Blödsinn. Ich checke die Karte. Jo, ich muss hier geradeaus. Mangels Alternativen fahre ich vorsichtig weiter. Als nach zwei Kilometer nicht zu sehen ist entspanne ich mich etwas. Da winkt mir plötzlich ein älterer Herr vom Ufer zu. Das macht mich nervös. Ich paddle rüber. Er fragt mich, wo denn das Boot liegt. Äh Boot?! Wie, was, wo??? Pfff, ähm, "ich habe nichts gesehen" meine ich zu ihm. Oki, es scheint wohl ein Schiff liegen geblieben zu sein. Na hoffentlich kann ich da vorbei, aber mit dem Packraft kann ich ja auch leicht umtragen.

Nach weiteren rund drei Kilometern sehe ich in der Kurve eine Absperrung auf dem Wasser. Ich fahre links um die Rechtskurve besser einsehen zu können. Da sehe ich plötzlich links ein Wehr. Oh Shit, wo kommt das her? Ich paddle auf die linke Seite zurück. Merkwürdig... Als ich am vermeintlichen Wehr bin, sehe ich erst, dass es ein gesunkenes Schiff ist. Viel guckt nicht mehr raus.

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Dahinter ist keine Absperrung, sondern Schläuche zum Auffangen der ausgelaufen Betriebsstoffe. Die Schläuche gehen aber nur bis zur Flussmitte, so daß ich ungehindert passieren kann. Später auf dem Campingplatz erzählt man mir, dass vor vier Tagen da zwei Schiffe zusammengefahren sind und dabei das eine sank. Deswegen war heute den ganzen Tag auch kein Schiffverkehr.

Ich könnte noch mindestens 15 km heute fahren, mache aber in Drakenburg auf dem Campingplatz Schluss für heute. Achtung Spoiler, morgen muss ich nur bis Hoya (rund 20km), wo meine Freundin am Abend wieder zustößt.

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Hallo @mawi, 

ich kenne ja "Schiffe versenken" ganz anders, so mit Papier, Bleistift und kleinen Rechtecken, aber bei Dir liegen ja richtig große Pötte abgesoffen im Wasser. Bei uns an der Elbe sind die früher immer mal auf Land gefahren, ein Pole saß dann mal Monate oder gar ein Jahr (?) fest, aber Zusammenstöße gab es zum Glück nicht.

OT: Mein Projekt "Grube" ist vorerst beendet, jetzt gehe ich erstmal eine Weile wandern. mal sehen ob sich unterwegs Gelegenheiten zum weiteren Mitlesen finden. 

Hab noch eine schöne Reise!

Z

Bearbeitet von Zzz
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18. Tag (Weser)

Heute stehen nur ca. 15 bis 20 km auf dem Programm. Also lasse ich es am Morgen ruhig angehen. Ich schaue mich ein wenig im Bootshaus um. Da sehe ich auf einer Karte, die im Flur hängt, dass es in Dörverden auch einen Bahnhof gibt. Hmmm ... Nachdenklich gehe ich zum Tarp zurück. Ich checke die Strecken Abschnitte. Dörverden ist nur 10 km weiter von Hoya. Und von da aus sind es nur rund 53 km bis nach Bremen. Das könnte man gut am Wochenende schaffen. Ich checke schnell die Bahnverbindungen und telefoniere mit meiner Freundin. Oki, Planänderung. Wir treffen uns heute in Dörverden und nicht in Hoya.

Da ich bis jetzt so viel getrödelt hatte, ist es schon 11:30 Uhr als ich aufbreche. Um etwas Strecke zu sparen fahre ich zurück zum Kanal.

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Am Wehr muss ich ein ziemlich langes Stück umtragen. Am Steg fragt mich ein älterer Herr zum versunkenem Schiff aus, da es seine Enkel gern Mal sehen wollen.

Mit der Zeit nimmt der Wind stark zu. Ich muss ununterbrochen paddeln, ansonsten weht mich der Wind sofort zurück sobald ich auch nur Mal ganz kurz unterbreche. Langsam fange ich an zu Fluchen und schreie irgendwann nur noch wüst gegen den Wind an. Zudem fahren heute gefühlt viele Sportboote umher. Ich glaube immer die selben. An sich finde ich ja die Wellen, die sie erzeugen, ehrlich gesagt immer spassig. Aber heute nervt es mich tierisch. Die Wellen bringen mich immer raus und verreisen das Boot. Ich muss dann immer wieder hart gegen den Wind und Wellen anpaddeln, damit ich wieder auf Kurs und in Fahrt komme. Mann, was bin ich heute am Fluchen ...

An einigen Stellen erzeugt der Wind solche Wellen, dass sie über das BBoot hinweg schwappen.

Als ich in Hoya ankomme bin ich völlig fertig. Am Steg des Ruder Clubs mache ich Pause. Das ist heute definitiv der anstrengenste Tag. Die App sagt, dass ich für die restlichen 10 km noch rund zwei Stunden brauche. Es ist kurz gegen 16:30 Uhr und kurz nach 19 Uhr kommt meine Freundin in Dörverden an. D.h. ich sollte gegen 18 Uhr auf dem Campingplatz sein. Okay, Challenge accepted :) 

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Schreiend und fluchtend paddle ich gefühlt um mein Leben. Und tatsächlich, gegen 18 Uhr erreiche ich den Campingplatz des örtlichen Wassersportvereins. 1h und 40 min. Mir fallen beinah die Arme ab. Die Schultern brennen. Keine Zeit zum Jammern. Ich baue schnell das Tarp auf und eile zum Bahnhof. Eine Minute bevor der Zug eintrifft komme ich am Bahnsteig an.

Wir gehen noch kurz einkaufen und danach mit einem Eis in der Hand zurück zum Zeltplatz. Unterwegs ordern wir uns eine Pizza. Während wir am Zeltplatz noch auf die Pizza warten, genießen wir den Sonnenuntergang. Zur Pizza gönne ich mir noch ein Bier. Bier, Pizza, Eis und die Anwesenheit meiner Freundin lassen die Strapazen von heute etwas  vergessen ... :)

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19. Tag (Weser)

Der Morgen beginnt schon mal spitze. Die Dame vom Wassersportverein spendiert uns eine große Kanne voll Kaffee. Woohooooooo! Sie möchte dafür nix haben, lasse aber ein paar Euro als Spende da. Gegen 10:30 Uhr legen wir los.

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Nach ein paar Minuten müssen wir schon wieder raus und eine lange Strecke umtragen. Diesmal gibt es wenigstens einen Bootswagen. Die DKV App lag hier wieder einmal voll daneben. Sie meint, dass man die Silpanlage zwischen den beiden Schleusen raus soll. Aber ein Schild weißt nach rechts. In der Mitte wäre man nicht von der Schleuseninsel runtergekommen ... (außer wieder zurück über die Silpanlage).

Der Wind tut heute wieder gut daran, dass wir kaum voran kommen. Ich bin noch ein wenig müde von gestern und meine Freundin ist noch nicht sooo fit in den Armen wie ich. Ich habe ja auch schon mittlerweile drei Wochen Trainingsvorsprung. :)

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Keine Ahnung wie das oder was passiert ist, aber nach ca. 4,5 Stunden haben wir gerade mal 14 km geschafft. Wir machen an einem schönen windgeschützten Platz ausgiebig Pause. Dabei nicken wir ein wenig weg. Als wir uns aufraffen ist es bereits 18 Uhr. Da der Wind immer noch kräftig weht, beschließen wir für heute Schluss zu machen. Wir paddeln noch ein paar Meter weiter, bis wir eine schöne Übernachtungsstelle finden und hängen da noch ein wenig ab.

Als es schon dunkel ist und wir gerade beim Wegnicken sind, klingelt immer wieder ein Glöckchen. Wir rätseln hin und her, was das sein könnte. Wir vermuten ein Angler. Und irgendwann, tatsächlich, als er seine Kopflampe einschaltet sehen wir nur wenige Meter vom Tarp entfernt den Angler. Er wirft im Minutentakt die Angel aus. Was macht der!?!? Am liebsten würde ich ihm das Ding entreißen und ins Wasser werfen ... Klingeling, Klingeling, Platsch, Klingeling, Klingeling, Platsch ... Erst gegen halb zwei morgens hört er auf. Pfff. Endlich kann ich schlafen ohne ständig von dieser Glocke geweckt zu werden.

Bearbeitet von mawi
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Mensch @mawi, so lange nichts von Dir hören lassen... Ich hatte schon mit dem Gedanken gespielt einen Forumssuchtrupp zusammen zu trommeln. :-D

Bei der Gelegenheit: Vielen Dank, dass Du Dir immer soviel Mühe gibst bei Deinen Berichten. Es macht einfach Spaß mit zu lesen. Schöne Grüße aus Berlin!

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20. Tag (Weser)

Nach dem Frühstück springen wir erstmal ins Wasser und kühlen uns eine Runde ab.

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Heute stehen nur 15 km auf dem Programm. Es ist leider immer noch ziemlich windig, aber heute schiebt er manchmal auch von hinten. So kommen wir ganz gut voran und es ist immer wieder Zeit für ein kleines Päuschen :)

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Irgendwann begegnen uns immer wieder Brötchen im Wasser. Zuerst wundern wir uns noch und mache Witze drüber. Nach einer Weile werden es immer mehr. Geschätzt schwimmen 100 Brötchen verschiedenster Sorten im Wasser. Das war nicht nur eine Brötchentüte, die da ins Wasser gefallen ist. Vielleicht ist ja das Brötchenauto ins Wasser gefallen oder die Tür war offen und in irgendeiner Kurve ist die Ladung rausgefallen ... Hmmm, keine Ahnung ...

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Am späten Mittag kommen wir in Baden bei Bremen an.

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Ein letzter Blick zurück auf die Weser.

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Hier gehen wir am Land. Auf einer Wiese am Ufer lassen wir das Boot in der Sonne trocknen. Wir machen es uns derweil ein paar Meter weiter im Schatten gemütlich und machen Mittag. Obwohl die Wiese groß und leer ist, legt sich ein Paar nur wenige Zentimeter direkt neben das Boot. Hmmm, es dürfte denen ja nicht entgangen sein, dass wir da dass Boot gleich einpacken werden. Es liegt ja schon alles verteilt rum ... Als wir alles im Rucksack verstauen drehen sie sich etwas genervt weg. Ich provoziere etwas, indem ich genau wo das Boot liegt mit dem Zusammenbau beginne. Meine Freundin zieht dann das Boot etwas zur Seite ... Na ja, man muss ja nicht immer alles verstehen ...

Zusammen geht's zum Bahnhof. Ich fahre mit zurück nach Berlin, um mich drei Tage zu erholen. Am Donnerstag geht es dann weiter zum Rhein.

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Tag 21 - 23 Pause

Daheim in Berlin erledige ich einige kleinere Reparaturen, insbesondere das Paddel und das Boot (Reißverschluss des Verdecks abdichten, zwei angescheuerte Stellen am Boden abkleben, Rückenlehne modifizieren usw.). An der Packliste ändere ich nichts weiter. Ich lasse nur die Windjacke (nie genutzt), Unterhose (nie genutzt), Kopfhörer (brauch ich mit Freundin nicht mehr) und Tarpstange (durch das zweite Paddel überflüssig) zu Hause. Der Rest bleibt.

Nachdem ich gestern noch ne Messersteicherei mitgenommen hatte, bin ich froh morgen wieder aus der Stadt weg zukommen und freu mich auf die gemeinsame Zeit mit meiner Freundin auf dem Rhein.

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Danke für's Mitnehmen auf der Weser! Letztes Jahr habe ich von der Werra aus eine Tour bis Bremerhaven gemacht in 14 Tagen auf einem Sup. Ich habe so viele Stellen auf den Bildern wieder erkannt, schon erstaunlich wie diese Fotos Erinnerungen beflügeln. :) Auch super unterhaltsam und lustig geschrieben. Ich weiß gar nicht warum, aber bei "Er schnurbst sich richtung Tarp" musste ich so lachen. :D

Viel Spass euch zweien weiterhin, ich bin gespannt wie es weiter geht.

 

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24. Tag (Anreise zum Bodensee)

Die Zugfahrt nach Konstanz verläuft ziemlich reibungslos und unspektakulär.

Ich hatte bereits die letzten Tage versucht einen Zeltplatz irgendwo um Konstanz zu reservieren. Aber ohne Erfolg. Bei den meisten ging nicht Mal einer ans Telefon. Von unterwegs erreiche ich dann doch noch den Platz in Konstanz. Ist bis in die kleinste Ecke voll. Also steigen wir schon in Allensbach aus. Da ist ein Campingplatz mit nicht reservierbarer Zeltwiese. Obwohl wir schon am Nachmittag aufschlagen, bekommen wir den letzten Platz auf dem Jugendzeltplatz. Noch Mal Glück gehabt. Wobei - die Jugendlichen machen bereits ordentlich Party. Hoffentlich ist es heute Abend nicht so laut ...

Nach dem Tarp-Aufbau fahren wir nach Konstanz. Bei der Campingplatzgebühr ist sogar ein Ticket für die Region mit inklusive. Super!

Wir gehen zuerst zum Konstanzer Münster, um da auf den Aussichtsturm zu klettern. Leider sind wir zu spät dran, wegen Corona ist der letzte Aufgang 15 Uhr.

Also gehen wir was essen. Trotz der sehr guten Bewertung ist das Essen im Wirtshaus nur mäßig. Es sind die schlechtesten Käsespätzle die ich je gegessen habe. Da mache ich als Berliner sogar viel bessere Käsespätzle ... Immerhin war das Bier lecker und die Location nett gelegen am Wasser.

Danach machen wir ein Sightseeing und gönnen uns noch ein leckeres Eis. Kurz noch einkaufen und es geht zurück zum Zeltplatz.

Irgendwie habe ich vergessen Bilder zu machen. Sorry! Das ist das einzige vom Bodensee.

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Zurück am Zeltplatz dröhnt die Musik. Uff. Wir packen unserer Einkäufe aus. Da kommt der Platzwart und scheißt den ganzen Platz zusammen und droht mit der Räumung durch die Polizei. Wohooo, schlagartig ist Ruhe :)

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25. Tag (Rhein)

Mit Ohrstöpsel war die Nacht ganz erträglich. Als wir aufbrechen knallt die Sonne und es ist quasi windstill. Der Bodensee wäre spiegelglatt, wenn keine Boote fahren würden. Das Wasser ist super klar und türkis. Es hat ein mini wenig von Karibik :) Es ist so klar, dass man sehr oft den Grund sehen kann.
Obwohl die Sonne scheint, ist es nicht zu heiß. Wir genießen es und lassen uns Zeit mit dem Paddeln. Ein perfekter Sommertag.

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(Insel Reichenau)

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Upsi, habe meine Freundin verloren :)
Badepause auf den See.

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In Gaienhofen landen wir an einem Campingplatz an, da wir noch schnell was im Supermarkt einkaufen müssen. Als wir zurück kommen, werden wir sehr freundlich gebeten als bald wieder zu fahren. Man sieht hier keine Gäste gern. Das passt irgendwie auch zum Rest. Campingplätze sind extrem dicht belegt und der komplette Uferbereich ist privat. Selbst in Gemeinden und an Restaurants mit Steg stehen anlegen verboten Schilder.  Als Wanderpaddler fühlt man sich voll unwillkommen.

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Ab Stein am Rhein nimmt die Fließgeschwindigkeit immens zu. Ich bin etwas müde und lasse mich gut eine Stunde schlafend paddeln. Zu zweit unterwegs zu sein hat schon seine Vorteile. :)

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Käpt'n Möve voll Fahrt voraus :D 

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Es ist schwierig einen Schlafplatz zu finden. Wir fahren dutzende Stellen an, aber immer war es privat. Kurz vor Sonnenuntergang finden wir dann doch noch einen super Platz.

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Als ich den Bericht für heute schreiben will, bemerke ich, dass ja in der Schweiz Roaming-Gebühren anfallen. Gelobt ist dazu im Gegensatz die EU ... Also müsst ihr euch gedulden :)

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26. Tag (Rhein)

Optisch war der Platz super, aber vom Lärmpegel her suboptimal. Es fahren die ganze Zeit Boote umher, gegenüber ist ne Straße, wo die ganze Nacht über viel Verkehr war, und am Himmel dröhnen, mittlerweile ganz ungewohnt für uns, Flugzeuge im Minutentakt.

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Als wir gerade mit dem Abbau und Frühstück fertig sind kommt ein Boot angefahren und legt an "unserem" Strand an. Er übernachtet hier auch öfters, nur gerade ist es ihm zu Mückig. Er will heute hier ein wenig die Seele baumeln lassen. 

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Einer der unzähligen Bunker am Ufer.

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Ab hier liegen bis nach Schaffenhausen, also so ca. 15-20 km, ohne Lücke Boote am Ufer. Krass, sowas hab ich noch nicht gesehen. Und die Boote quietschen total nervig.

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Auf der linken Seite ist häufig Naturschutzgebiet. Trotzdem sind da viele Rastplätze mit Feuerstelle eingerichtet. Gefühlt aller 10 m und jede ist schon besetzt und es wird tatsächlich Feuer gemacht und darüber gekocht. Die Schweizer sind ja richtige Pyromanen. :)

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Durch die hohe Fließgeschwindigkeit sind wir ziemlich schnell in Schaffenhausen.

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Hier müssen wir am Wehr umtragen. Dahinter wird es endlich mal spaßig. Es gibt ordentlich Wildwasser. Hinter dem Rheinfall sind wir noch einmal an Land um ein paar Bilder zu machen.

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Neee, den Fall sind wir natürlich nicht runter. Auch nicht die Strecke davor, was man aber durchaus ohne weiteres hätte machen können. Da in den Flussbeschreibungen immer stand, dass man ab dem Wehr die ca. 5 km umtragen muss, haben wir es auch gemacht. Naja, hinterher ist man immer schlauer.  Der Weg entlang des Rheins ist nett, aber bei der Hitze und dem Boot in Schlepptau ist es ziemlich anstrengend. Nervig sind auch die vielen Leute auf dem Weg. Je näher man dem Rheinfall kommt, desto schlimmer wird es. Und dazu immer die blöden Kommentare "oh ein Boot...." " .... Gustav ..." Danke, dass ihr uns erinnert, dass wir hier gerade 5 km ein Boot durch die Gegend schleppen. Wir hätten es ohne euch nicht bemerkt ....... Das nächste Mal würde ich wie gesagt eh mehr fahren (also hinter dem Wehr wieder rein) oder das Boot abbauen.  Die Hitze und die vielen Leute machen uns ziemlich zu schaffen. Kurz hinter dem Rheinfall machen wir deshalb auf einer Wiese erstmal eine ausgiebige Pause. Zur Erfrischung laufen wir ein Stück zurück und lassen uns ein paar Mal bis zu unserem Picknickplatz im Rhein treiben.  Im Wasser treiben über die Zeit "tausende" Schwimmer vorbei. Die meisten mit einer organenen Poolnudel. Auch viele kleine Kinder. Mitten in der Fahrrinne zwischen den Fahrgastschiffen. Irgendwann sehen wir ein Fahrgastschiff kommen, bei dem dutzende dieser Poolnudeln zu den Fenstern heraus wedeln. Oki, alles klar. Deshalb nehmen es die Kapitäne so gelassen. Es ist ihr Geld was da schwimmt ... 

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Hilfe, Leonardo! Kollision mit einem Eisberg! :D

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Nach eins, zwei Kilometern lässt die Strömung stark nach. Es fließt kaum noch. Dafür ist jetzt schlagartig Ruhe. Keine gröhlenden Partyboote und Schwimmer. Es folgen drei Wehre kurz hintereinander.

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Es ist wieder schwierig einen Platz zu finden. Entweder ist es privat oder es sind schon/noch Leute da. Bei der Weser und Fulda standen überall Willkommensschilder und hier "Bleib weg!" Schilder :( Irgendwann finden wir auf einem großen Rastplatz doch noch was. Wir sind zwar nicht alleine, aber es ist sehr ruhig und idyllisch hier.

Bearbeitet von mawi
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