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Ultraleicht Trekking

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Geschrieben

Hallo zusammen,

nach längerem Hin und Her steht meine Sommerplanung inzwischen weitgehend fest.

Die hinwärts Zugfahrt ist gebucht und am 03.08. komme ich abends in Hjerkinn an und übernachte dort in der Fjellstue. Nach allem was ich gelesen habe ein optimaler ausgangspunkt für touren in den Rondane und Dovrefjell park. Dort möchte ich auch meine Zugkleidung sowie die Verpflegung für den zweiten Tourabschnitt deponieren.

Geplant sind aktuell:

  • ca. 10 Tage Rondane
  • anschließend ca. 7 Tage Dovrefjell

Die genaue Route steht noch nicht. Grundsätzlich möchte ich möglichst viel oberhalb der Baumgrenze unterwegs sein und bevorzuge weiten Blick gegenüber längeren Waldpassagen.

Meine aktuelle Packliste findet ihr hier:

https://lighterpack.com/r/5f2djz

Mit der Ausrüstung bin ich inzwischen recht zufrieden. Ganz fertig bin ich mit der Planung aber noch nicht. Außerdem muss ich noch testen, ob ich Verpflegung für 10 Tage überhaupt vernünftig in den Rucksack bekomme. Und ich freue mich natürlich auch über feedback zur Packliste. Gerne teile ich nach meinem Urlaub auch Details über die MYOG Stücke.

Durch die Clips an meinem Windbreaker kann ich die Kapuze so dicht über meinen Alpha-Hoodie spannen, dass ich aktuell keine zusätzliche Mütze eingeplant habe.

Vor ein paar Jahren war ich bereits einige Tage in der Hardangervidda und in Jotunheimen mit Zelt und noch nicht so leicht unterwegs. Rondane und Dovrefjell sind für mich neu.

Fragen

1. Trailrunner: wasserdurchlässig oder wasserdicht?

Aktuell habe ich wasserdurchlässige Trailrunner eingeplant. Für die meisten Bedingungen bevorzuge ich eigentlich die Strategie „nass werden und wieder trocknen“.

Andererseits frage ich mich, ob in Rondane und Dovrefjell wasserdichte Schuhe eventuell doch sinnvoller wären. Mich interessieren vor allem praktische Erfahrungen aus dem August. Was hat sich bei euch auf ähnlichen Touren besser bewährt?

2. Temperaturen im August

Wie kalt wurde es bei euch nachts bzw. morgens?

Ich überlege aktuell, ob ich meinen Hakkin-Benzinhandwärmer mitnehmen soll. Eigentlich versuche ich Gewicht zu sparen, andererseits könnte er bei kalten Morgenstunden oder längeren Schlechtwetterphasen recht angenehm sein. In Jotunheimen im September war ich sehr glücklich über den Handwärmer.

Zusätzlich schwanke ich noch zwischen einem sehr dünnen 130er Merino-Longsleeve und einem deutlich dickeren Merino-Langarmshirt von Decathlon.

Hat jemand die Kombination Rondane/Dovrefjell im August schon gemacht und kann etwas zu den tatsächlich erlebten Temperaturen sagen?

3. Stromversorgung

Während der ersten 10 Tage in Rondane werde ich vermutlich irgendwann an einer DNT-Hütte vorbeikommen. Deshalb überlege ich, ob ich ein leistungsfähigeres USB-C-Ladegerät mitnehmen soll, um dort Handy und Powerbank möglichst schnell laden zu können.

Für den zweiten Abschnitt im Dovrefjell plane ich momentan mit 2 × 10.000 mAh Powerbanks.

Wie zuverlässig sind die Lademöglichkeiten an den Hütten? Nutzt ihr diese überhaupt oder plant ihr lieber komplett autark?

4. Route

Falls jemand besonders schöne 7- bis 10-Tages-Touren in Rondane oder Dovrefjell gemacht hat, freue ich mich über jede Anregung.

Ich bin sehr gerne oberhalb der Baumgrenze unterwegs, mit weitem Blick und möglichst etwas Abstand zu Straßen und Hütten und ich liebe Zeltplätze mit Wasserquelle. Meine eigene Recherche hierzu steht allerdings noch aus – die Arbeit muss ich natürlich noch machen.

Vielen Dank für euer Feedback und eure Erfahrungen!

Viele Grüße
Florian

Geschrieben

Hey, 

für erste Inspiration kannst du mal in den Beitrag von Sebastian schauen, der ein paar Tage nach dir in den Rondane will: 

Entsprechend gleich die erste Frage: Ich sehe auf der Liste kein Insektenspray. Hast du vor keins mitzunehmen oder vergessen? 

Wir waren vor ein paar Jahren im Juli da und da hatte es ordentlich Mücken. Was es auch hatte waren Altschneefelder. Vor allem wenn du oberhalb der Baumgrenze unterwegs sein willst, wäre das ein Aspekt der sich vll auf deine Schuhwahl auswirken könnte. 

Ansonsten viel Spaß! :) 

Geschrieben

Insektenspray habe ich tatsächlich vergessen. Vielen Dank. Ich würde wohl meine Kleidung inklusive Merino Longsleeve mit No-Bite Kleidung behandeln, das head bug net verwenden und in eine 20ml Pump-Sprühflasche Autan Protection Plus abfüllen ( 20 % Icaridin).

Geschrieben

Ich war noch nie in Rondane - in Norwegen allerdings schon öfter

  1. Wegen den Trailrunnern, das ist ein religiös behaftetes Thema. Du brauchst halt einen Plan, was du machst, wenn es tagelang regnet und man auch noch durch das Moor oder einen Fluss läuft. zB Gefrierbeutel. Oder Goretex Socken. In den Subtropen bist du mit "lass es trocknen" sicher besser dran. Ich habe mich für meinen nächsten Norwegentripp (Hardangervidda) für über-Knöchel-GoreTex entschieden. Ich habe kein Problem damit 3 Tage in nassen Schuhen rum zu laufen, aber irgendwann is Schluss. Wetterbericht Finse sagt best case 18°C max, worst case 7°C max.... Wie siehts in Rondane aus -> yr.no
  2. was ist denn ein "Tarp Tent Sprint"? 
  3. Ich habe keinen Plan wie du 10 Tage Essen in einen 35Liter Rucksack bekommen willst
  4. Schlaftabletten? Nimm lieber 4 Ibos mit.
  5. Ich finds cool das Du Dich für Ethanol zum desinfizieren entschieden hast. Wenn alles kacke ist, kann mans immer noch in den Tee schütten 😁 Cheers! (google mal "ultralight ethanolrezepte") 
  6. Dein Klamottenplan ist ----- intransparent. Was du alles auf "Worn" hast ist deutlich zu warm, selbst für Norwegen. Dann ist da recht viel auf 0g. Du vermittelst den Eindruck als willst Du Dich mit Deinem Baseweight hervortun. Ich bin voll stolz auf Dich dass Du mit 3,8kg BW los ziehen willst. Voll! Aber diese Packliste ist für Dich und nicht für mich. Wegen mir kannst Du auch mit 30kg wandern.
    Ich würde mir einen Satz Ersatzunterwäsche gönnen. Besonders Socken. Ansonsten kann man das mangels Gewicht schwer kommentieren. Windhose + Shorts sind häufig leichter als Zipperhose. Du hast keine Regenhose? Das kann unter 10°C auf dauer unangenehm werden
  7. Man ist hier übereingekommen dass ein Benzinwärmer LEBENSGEFÄHRLICH in einem Zelt ist. LEBENSGEFÄHRLICH!! Aber... vielleicht ist Dein Zelt auch einfach besser belüftet 😉 Die UL Standard Lösung wären tatsächlich eher eine Wärmeflasche, Du musst halt aufpassen dass deine Trinkflasche beim auffüllen nicht wegschmilzt - der Charme daran ist dass Du Dir den Wärmer gewichtsmäßig sparst, eine Flasche hast du eh dabei
  8. Stromversorgung - mir reichen 10.000mA so 2-4 Tagen - dann versuche ich mal einen Campingplatz oder Unterkunft mit DUSCHE zu erreichen 

Happy Trails!

Con Calma Y Con Alma

Geschrieben

1. Trailrunner: wasserdurchlässig oder wasserdicht?

Die Entscheidung kann dir niemand abnehmen, weil sie einfach nur von persönlichen Vorlieben abhängt. Generell scheint mir die Region vergleichsweise trocken zu sein. Überhitzung in GTX Tretern wirst du im August vermutlich auch eher nicht haben. Insofern: Wie du magst.

2. Temperaturen im August

Statt anekdotischer Evidenz rate ich dir die wirklich gemessenen historischen Werte bei YR.no zu checken. Da kannst du für jedes Jahr und jeden Monat Durchschnitt- wie Tiefstwerte ausspucken lassen. Ich habe in Norwegen von Sommer bis Herbst immer T-Shirt + Fleece + Regenjacke dabei. In kälteren Lagen für Pausen und Camp eine Daunenjacke. 

3. Stromversorgung

Schau in punkto Hütten mal bei ut.no/kart vorbei. Dort siehst du bei allen Hütten Informationen über vorhandene Infrastruktur. Bei den bedienten Hütten kann ich mir gut vorstellen, dass es normales Stromnetz gibt. Bei den unbewirtschafteten DNT Hütten quer durch Norwegen findet man mit etwas Glück aber mittlerweile doch recht oft einen Solar betriebenen USB A Ausgang. 

4. Route

Auch da ist ut.no/kart für eine erste Orientierung eine prima Anlaufstelle.

 

Viel Spaß!

Geschrieben

Vielen Dank für die Inputs.
@Epiphanie
1. -> in der Hardangervidda war ich sehr glücklich mit meinen wasserdurchlässigen Schuhen. Ich denke weiter drüber nach.
2. -> Das DCF Zelt von Decathlon das dieses Jahr rausgekommen ist
6. -> Yes vieles vom Bereich "Worn" muss ich noch wiegen. In der Türkei bin ich 14 Tage ohne eine Wechselklamotte gelaufen - nur Handwäsche am Weg. Das könnte ich für Norwegen nochmal überdenken :D Meine Regenhose sind die "MYOG rain chaps DCF" quasi nur regendichte einzelne Hosenbeine die man am Gürtel einhängt. 
7. -> vielen Dank für den Hinweis.

Geschrieben (bearbeitet)

@smomb

Wenn du Rainchaps benutzt, wie ich übrigens auch, brauchst du, wenn du keinen Poncho, sondern eine Regenjacke benutzt, auch einen Rainskirt, um die Lücke zu schützen, die am Hintern und im Schritt entsteht.

Irgendwo hier in den Tiefen des Forums findest du den Myog, bzw DIY Rainskirt von @schwyzi. Den habe ich auch. Kostet so viel wie ein Müllsack und etwas Panzerband. Hält ewig, da man ihn ja eher selten benutzt. Wenn ich jetzt irgendwo wandern gehen würde, wo sehr viele Regentage zu erwarten sind (was ich für mich niemals mache, hahahahaha) würde ich vielleicht einen zweiten mitnehmen. Aber nur, wenn man irgendwo wandert, wo man nicht alle zwei Tage an einem Resuply vorbei kommt. Was in deinem Fall ja gegeben zu sein scheint. Etwas Panzertape würde ich eh um den Wanderstock wickeln, das kann in der Not immer mal hilfreich sein. Einen Müllsack kann man evtl sogar auf den Hütten schnorrern (?), wenn der Skirt kaputt geht.

Es muss aber einer sein, der oben so eine „Plastikschnur“ hat, zum zuziehen. 

Wiegt übrigens auf meiner Küchenwaage 19g!!

Musste mal die Suchfunktion benutzen, da wirste bestimmt fündig!

Bearbeitet von RaulDuke
Geschrieben

@smomb

Habe mir die Mühe gemacht, deinen „Link“ zu kopieren und deine Lighterpack Liste angeschaut. 

(Ich hätte es besser gefunden, wenn du einen echten Link hier eingebaut hättest)

Du bist ja ein Ponchoträger, dann brauchst du natürlich auch keinen Skirt!

Geschrieben

Noch einen Punkt zur Navigation mit Kompass und Karte. Rechne mit aufliegenden Wolken, schwer erkennbarem Pfad und Steinmännchen, die sich gerne auch mal verstecken. Es kann passieren, dass du blind navigieren musst. Das geht, solltest du auf der Tour aber nicht zum ersten Mal machen.

Geschrieben

Moin, 

gute Wahl. Ich war schon zweimal in beiden Parks und kann die nur empfehlen. MMn schöner als Jotunheimen und Vidda. Hier also meine Meinung:
Packliste sieht an sich gut aus. Was hat der Quilt für ne Komforttemperatur? Woher hast du das Zelt? Das ist doch immer ausverkauft :D Bitte berichten, wie es sich geschlagen hat, da kann es ordentlich stürmen. Bisschen viele Klamotten wären das für mich, aber ich bin da auch extrem. 

Zu deinen Punkten:
1. Wenn wasserdicht, dann auch hoher Schaft. Wasserdichte Trailrunner sind Unfug, das Wasser kommt dir sonst von oben rein. 

2. Beim ersten Mal hatte ich durchgehend um die 20 Grad, beim zweiten Mal eher so 5...yr.no ist die zuverlässige Quelle. Aber du hast in deiner Packliste auf jeden Fall genug Zeug dabei um nicht zu frieren.

3. Ich nutze die Hütten nie. Die meisten bieten auch keinen Strom soweit ich weiß. Es gibt natürlich ein paar bemannte Hütten, die dann auch Strom bieten. Ich hab immer ein, zwei Powerbanks dabei, je nach Länge der Tour.

4. 10 Tage ist viel für Rondane. Da wirst du schon kreuz und quer gehen müssen. Außer du machst nicht viel Strecke am Tag. Rondane ist überall schön. Ich mag besonders den Weg links am Rondvatnet vorbei und sehr nice ist auch vom Doralseter-Tal aus über Digeronden, Midtronden und Hogronden zu steigen. Schön, aber auch anstrengend ist dann auch der Weg zwischen Doralseter und Grimsdalshytta. Würde ich ungern bei Regen machen.
Im Dovrefjell unbedingt die Snohetta besteigen. Mega Tour. Wenn man danach abseits der Hauptroute durch den Park streift, kann man richtig alleine sein. Habe da 2022 mal eine Woche lang keinen anderen Menschen gesehen und auch keinen Empfang gehabt. Es lohnt sich, da einfach die Seitenwege abzugehen und auch mal den ein oder anderen kleineren Berg zu besteigen. Dabei kommt man oft unverhofft an schönen kleinen Seen vorbei.

Geschrieben

Die Komforttemperatur nachdem ich die 140g extra Daune reingestopft habe liegt so bei 2-3 grad. Mit Daunenjacke und meinem Hoodie sollten auch 0 grad gut gehen. 
Ja das Zelt hatte ich sofort bestellt als es online ging - war immerhin noch 2-3 Wochen nach Marktstart verfügbar. Dann war aber alles ausverkauft. Ich werde berichten wie es sich schlägt. Auch habe ich Leinen an allen verfügbaren Abspannpunkten angebracht.

Mit noch weniger Klamotten fühle ich mich noch nicht wohl - vllt nach Norwegen :D
Perfekt - dann laufe ich mit wasserdurchlässigen Trailrunnern wie in meinem letzten Urlaub. 
Danke für die Tipps wo es dir besonders gut gefallen hat in den Nationalparks.

Geschrieben (bearbeitet)

Rondane ist wirklich schön ich war 2024 da für eine Nord-Süd Querung von Folldal nach Otta ich hatte 6 Tage geplant und war in 5 durch wenn ich mich recht erinnere. Ich hatte an den ersten Tagen starken Wind und Regen und musste einen Tag überwettern weil ich unbedingt auf den Rondslottet wollte. Es hat sich gelohnt die Aussicht da oben ist fantastisch und war das Highlight für mich. Gibt auch noch nen paar kleinere Wasserfälle die hübsch anzusehen sind. Im Süden war zudem auf jeden Fall mehr los der weg vom nördlichen Folldal dagegen war wunderbar einsam da bin ich in den ersten 2 Tagen keinem Menschen begegnet und die grimse Brücke und die der Fallfossen sind tolle erste Eindrücke gewesen. Wasser war nie ein Problem ich war Mitte August dort und hatte keinerlei Probleme mit Mücken das mag aber auch an dem starken Wind gelegen haben.

Bearbeitet von Ocram0815

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