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Ultraleicht Trekking

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Gletscher sind wunderschön...aber sie versperren einem oft den Weg. Die gefährlichen Spalten zwingen einen Umwege zugehen, den Gletscher zu umrunden oder seine Route zu verändern. Diese Erfahrung mussten @mawi und Ich unabhängig voneinander auf unserer jeweiligen Tour im Sarek machen. Es wäre doch viel schneller, schöner und aufregender obendrein,  wenn man den direkten Weg übers Eis nehmen könnte. Nur hierfür fehlten uns bis dato die nötigen Kenntnisse. Deswegen haben wir nicht lang gefackelt und uns bei einem Hochtouren Kurs im österreichischen Pitztal angemeldet.

 

Im Rahmen des Kurses würden wir vier Tage auf dem Taschachhaus verbringen und anschließend selbständig weitere drei Tage durch die Alpen ziehen und den ein oder anderen Gipfel erklimmen.

Mit dem Zug ging es nach Imst wo wir in einem Wäldchen hinter einem Industriegebiet nächtigten, um am nächsten morgen den Bus nach Tieflen zu nehmen. Dort sollten wir unseren Kursleiter und die anderen Teilnehmer kennenlernen. Insgesamt waren wir eine sehr gemischte Truppe, die alle Altersbereiche durchkreuzte.

 

Das Taschachhaus liegt direkt unterhalb des Taschachferner, welcher in gut 45 Minuten von dort zu erreichen ist und wirklich ein Traum von einer Hochalpinen Hütte ist. Zu dem ursprünglichen Hauptgebäude wurden noch unzählige Anbauten und Erker dazu gebaut um die Massen an Alpinisten und Tageswanderer aufzunehmen, die sie jeden Tag in der Saison bevölkert. Außerdem ist die Hütte noch ein DAV Ausbildungszentrum und besitzt sogar eine kleine "Boulderhalle".

Einsam ist man hier oben jedenfalls nicht.

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An den drei Kurs Tagen waren wir jeden Tag auf dem Gletscher und haben verschieden Übungen gemacht und Szenarien durchgespielt. Angefangen vom einfach gehen auf Steigeisen über leichtes Eisklettern bis hin zu speziellen Bergungstechniken.

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Abgerundet wurde das ganze mit einer Hochtour auf die Nördliche Sextengertenspitze (3350m)

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Uns war von vornherein klar dass die alpine Welt noch nicht bereit ist für Ultraleicht und das Wörter wie: stabil, Zuverlässigkeit und Qualität die Entscheidung über die Materialwahl treffen. Unseren superleichten Eispickel (Camp Corsa Nano), Grödel (   )und Trailrunners betitelte unser Bergführer mit verächtlichem Gesichtsausdruck, als "Spielzeug" und wurden als "lebensgefährlich" eingestuft. So schwarz für unsere Ausrüstung und das Gelingen unsere Tour im Anschluss an den Kurs, sahen wir nicht. Wir mussten allerdings erkennen dass er in manchen Dingen recht hatte. Im direkten Vergleich zu den massiven Eispickeln, die für den Kurs gestellt wurden, wirkten unsere tatsächlich wie Zahnstocher. Beim Eisklettern musste man schon mit voller Wucht ins Eis hauen um die Spitze einigermaßen sicher dort zu verankern. Bei den Konkurrenten aus Stahl hatte man allerdings Mühe diese anschließend wieder dem Eis zu entreißen. Die Grödel schlugen sich überraschend gut und nur bei senkrechten Wänden hatten die Steigeisen eindeutig die Nase vorne.

 

 

Ich denke man muss am Ende einen Kompromiss eingehen und sich klar darüber sein was man mit welchem Material anstellen will, denn zu sagen: " Mit Grödel, Trailrunner und ultraleichter Ausrüstung kann man keine Hochtouren gehen" stimmt nicht . Es kommt immer auf die jeweiligen Bedingungen an und durch welches Terrain man seine Tour plant. Wenn ich gefrorene Wasserfälle und Meterhohe Gletscherabsätze erklimmen will ist wohl zu stabileren Pickeln und Steigeisen geraten, plane ich nur Schneefelder und Gletscher zu kreuzen reicht meiner Meinung nach ein leichter Pickel als Hintersicherung.

 

Der Kurs hat sich eindeutig gelohnt, wenn auch vieles für uns nicht komplett neu war, so war es angenehm die ganzen Techniken in einem sicheren Übungsgelände ausprobieren zu können. Nach drei Tagen Training und abendlichen Bauch-vollschlagen mit hervorragendem Essen, wollten wir gerade diese "Sichere Atmosphäre" verlassen und es drängte uns eigenständig unterwegs zu sein und dem Trubel der Hütte zu entgehen.

Unser Ziel war schnell ausgemacht: Wir wollten die Wildspitze besteigen um anschließend über einen Rundkurs, zwei Tage später wieder zum Taschachhaus zurückzukehren. Mit dem Wetter hatten wir in den letzten Tagen sehr Glück gehabt, jetzt aber zog der Himmel etwas zu und der Wetterbericht kündigte "mögliche Gewitter" an. Als wir gerade unser Material noch einmal aussortierten um wirklich nur das nötigste auf den Gipfel hinaufzuschleppen, brachen die Wolken auf und wir marschierten motiviert in Richtung Gletscher. Wir rechneten damit das die Nacht nicht allzu gemütlich  werden würde und das es wahrscheinlich regnen würde, dass ließ uns aber den Spaß, endlich den ganzen Gletscher für uns alleine zu haben, nicht mindern.

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Auf der Karte konnten wir nur einen möglichen Biwakplatz ausfindig machen. Da wir diesen allerdings noch recht früh am Abend erreichten und er auch wirklich kein Augenschmaus war zogen wir weiter. Irgendwann mussten wir feststellen dass wohl kein besserer Platz weiter oben auf uns warten würde und wir bezogen auf einem einsamen Felsen, mitten im Schneemeer, Stellung. Dieser Fels war einigermaßen flach und bot gerade genug Platz für uns beide. Ich schaffte es gerade noch rechtzeitig, sehr improvisiert, mein Tarp aufzubauen, bevor es anfing zu regnen. Darunter harrten wir dann beide, Rücken an Rücken, aus und aßen unser Pemikan, während uns die Tropfen durch das schlaffe Tarp auf den Kopf prasselten. Es muss schon ziemlich komisch von weitem ausgesehen haben wie wir, wie zwei Schiffbrüchige, auf unserer kleinen Insel saßen. Aber ich war mir sicher dass es weit und breit, bei solch einem Sauwetter keine Beobachter gab.

 

Später hörte es auf zu regnen und jeder zog sich in seinen Biwaksack zurück. Als ich irgendwann, trotz der recht unbequemen Liegeposition eingeschlummert war, riß mich sogleich ein ohrenbetäubender Knall wieder aus dem Schlaf. Hektisch versuchte ich aus dem Schlaf-und Biwaksack zu steigen und hörte neben mir, wie @mawi das gleiche versuchte. Ein Blitz muss irgendwo ganz in der Nähe eingeschlagen sein. Wir starrten uns wohl eine Sekunde lang an bis wir beide reagierten. Dann flogen Eispickel, Trekkingstock, Steigeisen, Zeltheringe und alles was uns noch metallisch erschien,  im hohen Bogen von unserer Inseln in den Schnee. @mawi hüpfte gleich hinterher und ich kauerte sich am tiefsten Punkt des Felsen zusammen.

 

Natürlich fängt es dann auch wieder zum regnen an. Nur diesmal hatten wir kein schützendes Tarp über dem Kopf. Nur die Biwaksäcke verhinderten dass unsere schon nassen Schlafsäcke noch nasser wurden. Aber jedes Unwetter und jede Nacht hat ein Ende. Wenn man daran denkt, lässt sich alles einigermaßen ertragen.

 

Geplant hatten wir um vier Uhr früh aufzusteigen, da der Schnee mit zunehmender Sonneneinstrahlung immer schlechter zu begehen wird. Allerdings waren wir um diese Uhrzeit noch so unbeweglich wie zwei Eidechsen in der Winterstarre. Wir verschoben das Aufstehen also auf den Sonnenaufgang.

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Erstaunlicherweise waren wir beide guten Mutes, trotz der miesen Nacht. Wir grinsten uns zu, weil wir es fürs erste überstanden hatten und weil wir ja schließlich wussten dass wir nass werden würden und trotzdem losgezogen sind. Mit der Motivation, was für harte Kerle wir doch sind, stapften wir angeseilt los, dem Gipfel entgegen.

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Es dauerte nicht lange und uns wurde wieder warm. Der Hang wurde immer steiler und allmählich stellte sich richtiges Hochtourenfeeling ein. In Serpentinen kämpften wir uns mühsam den Berg hinauf, jede Stufe einzelne in den Schnee schlagend. Zeit für Pausen nahmen wir uns kaum und unsere Gespräche beschränkten sich auf "Stopp" und "weiter". Unterhalb des Gipfels angelangt, ließen wir Seil und Ausrüstung zurück und kletterten die letzten Höhenmeter zum Gipfelkreuz empor.

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Bergsteigen scheint mir eine undankbare Sportart zu sein, da man das Gipfelglück nur mit den gemischten Gefühlen an den Abstieg genießen kann. Die schlaflose Nacht und der anstrengende Aufstieg hatte uns beide etwas erschöpft und wir nahmen uns vor, mit voller Konzentration den Weg zurück ins Tal anzugehen. Am Gipfel war es ohnehin viel zu ungemütlich für eine Rast, also beglückwünschten wir uns und kehrten um.

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Zur Belohnung schenkte uns die Sonne dann noch Ihr Lächeln. Das motivierte uns ungemein, verwandelte den Schnee allerdings in eine sülzige, breiige Masse in die wir regelmäßig bis zur Hüfte einbrachen. Wir waren froh als wir endlich wieder auf festem Eis standen und unangeseilt gehen konnten. Der Weg bis zur Hütte zog sich unglaublich in die Länge und wir waren längst von dem Plan abgerückt unsere Tour fort zu setzten, die Petersenspitze zu besteigen und noch eine Nacht zu biwakieren.  Beim guten Abendessen in der warmen Stube bereuten wir diese Entscheidung auch nicht.

 

Mit dem Magen gut gefüllt vom Frühstücksbuffet und die Thermoskanne voll mit Marschtee, ging es am nächsten Tag weiter. Wir hatten keine Eile und ließen uns Zeit beim Aufbrechen. Ich vermute sogar dass wir die letzten waren die von der Hütte aus loszogen. Geplant war auf dem Offenbacher Höhenweg nach Tiefen zu gelangen. Der Weg führte über einen weiteren 3000ener, den Wurmtalerkopf (3228m). Auf dessen Gipfel machten wir im Windschatten einer gesperrten Mini-Notfall-Hütte, die Ähnlichkeiten mit einer Telefonzelle hatte, mit zwei anderen Bergsteigern Rast. Im strahlenden Sonnenschein verzehrten wir unser Lunchpaket. Der Weg bis ins Tal führte noch über einen kleinen Gletscher, dann über Geröll und Bachläufe und schließlich über Wiesen mit Schafen und Weideblumen. An der Riffelseehütte gönnten wir uns noch einmal eine gute Portion Kässpätzle zu gutem Weißbier und rasten dann den letzten steilen Abstieg ins Tal hinunter.

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schön! danke für den bericht!

ja, ernsthafter alpinismus und ul verträgt sich nicht so gut. nur solange bis was ernstes passiert. wer das von haus aus verhindern will, der kann so leicht wie möglich gehen (abhängig von können und tour), aber mit ultra-leicht wird das nichts. ich verweise auf diverse diskussionen mit jever hier im forum.

danach gehen die probleme los. aber klar, meist passiert ja nix. und mit trailrunnern und grödel (oder noch besser ohne) ist laufen schöner wie mit schalenschuhen und steifen eisen. ihr hättet auch ne schönere nacht im zelt gehabt und hättet wohl nicht wegen ein bischen regen die tour abgebrochen. das sind einfach die grundsatzentscheidungen, die man treffen muss. ihr habt euch für ul entschieden und ohne zu jammern mit den konsequenzen gelebt. alles gut. respekt!

ein wahrer alpinist denkt am gipfel nie an den abstieg. er ist oben, geniesst den gipfel zu 100%, und wenns dann zeit ist für den abstieg, dann kümmert er sich zu 100% darum.

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Danke ebenfalls.

vor 2 Stunden schrieb danobaja:

ihr hättet auch ne schönere nacht im zelt gehabt und hättet wohl nicht wegen ein bischen regen die tour abgebrochen

Aber bei Gewitter hätten wir das Zelt ja auch verlassen müssen wegen der Metallstangen. Unter dem Tarp war der Regen auch halbwegs erträglich, nur hab ich die Trekkingstöcke dann weit weit weggeworfen als es knallte (=

Ich denke man muss immer gut wissen worauf man sich einlässt. Manche Berge lassen sich bestimmt mit Trailrunner problemlos besteigen, bei diesem haben wir uns beide aber dann doch für Stiefel entschieden mit richtigen Steigeisen. Ultraleicht sollte auch kein Dogma sein, dass konsequent durchgezogen werden muss, sondern sollte einer Tour eher einen bestimmten Charakter geben. Diese Tour war ein Mix aus old-school und UL-Lehre (=

 

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nicht allein zum kurs und hinterher ne tour nach eigener vorstellung! ohne hütte! dreifach-yeah! cool!

da mir das keiner gesagt hatte, war ich so doof gewesen wie alle anderen im kurs und bin anschliessend wieder nach hause gefahren, alle in die gleiche stadt. nur einer hatte noch mont blanc gebucht, naja, immerhin.

jahr später ist zu spät, wenn kein "erfahrener" dabei ist. man (ich) krepelt -auch schön- dann so rum (nimmt an "ausbildungstouren" teil, aber zu zweit oder allein bleibt man "vorsichtig", weil man ja gelernt hat, dass es drei braucht und einiges schweres zeug und die meisten gletscher "versperren einem oft den Weg" - weiterhin) und wird später vielleicht UL (oder bleibt das). dabei "sind Gletscher wunderschön" :-) und man sollte zusehen, dass man die nächsten drei schritte gemacht kriegt. tolle tour!

edit: rest gestrichen, schon gesagt, sulzvermeidung. gewitter beindruckt manchmal länger als man denkt, brauch ich ne aufhellung. trekkingstöcke wegwerfen find ich nicht ungewöhnlich, egal wie wahrscheinlich unwahrscheinlich. bei der ansage "nachts gewitter" wär ich ohnehin lieber ne ersatznacht in der hütte.

bearbeitet von hans im glueck

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vor 11 Stunden schrieb Jan el mochilero:

Aber bei Gewitter hätten wir das Zelt ja auch verlassen müssen wegen der Metallstangen. Unter dem Tarp war der Regen auch halbwegs erträglich, nur hab ich die Trekkingstöcke dann weit weit weggeworfen als es knallte (=

also meine erfahrung ist dass der blitz einschlägt wo er will. ich habs schon selbst erlebt, dass der 1 m neben dem blitzableiter ins dach des nachbarn eingeschlagen hat. die ziegel sind 20 m weit geflogen. und ich hab ihn auch schon neben dem gipfelkreuz einschlagen sehen, trotzdem das eisenteil 5 m hoch in den himmel stand.

wenn man eingewickelt der höchste punkt ist ist das imho nicht besser wie im zelt als höchster punkt, nur dass ich da trocken auf meiner schaummatte sitzen kann und füsse vom boden wegbekomm.

ich denk eher, dass die platzwahl entscheidender ist als alustangen oder nicht. aber es ist schon ein erlebnis, wenn einem die haare zu berge stehen, die blitze sauhell bei geschlossnen augen sind, und man vom donner minutenlang nichts hören kann. das muss man nicht öfter haben. lieber rechtzeitig umziehen, bzw nicht so exponiert aufbauen. man siehts ja in der regel kommen.

 

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@Jan el mochilero Danke für den Bericht!

Bzgl. der Besteigung der Wildspitze, bei mir war es weniger die relativ schlechte Nacht davor (da die Nächte davor ja super waren), die zu schaffen machte, sondern eher meine allgemeine schlechte Fitness und dass ich solche Höhen überhaupt nicht gewohnt bin. Das war das erste Mal, dass ich über 3000m war. Davor war glaub das höchste einmal 2800m? (und das vor 15 Jahren)  und sonst selten über 2000m. Ich war sehr erstaunt, dass mir das Atmen ab ca. 3000m deutlich schwerer fiel und jeder Schritt immer schwerer wurde. Laut meiner Erinnerung forderte ich auf den letzten Höhenmetern aller paar Minuten eine kurze Pause ein, aber vielleicht täuscht auch die Erinnerung. Jedenfalls empfand ich es als mega anstrengend und die Konzentration ließ auch schon etwas nach. Deshalb war es die richtige Entscheidung nicht mehr weiter zu gehen und wieder abzusteigen. 

Das war mein erstes Mal, dass ich im Zelt/Biwak bei einem Gewitter draußen war. Von daher war es ein mulmiges Gefühl. Anderseits war die Platzwahl glaub ganz gut, da wir von Kämen und Bergen umgeben waren, aber mit genug Abstand wegen Steinschlag. Nach dem einen Einschlag gab es auch nur noch einen zweiten in ca. 1km Entfernung und danach war kein Donner mehr zu vernehmen. Wie @danobaja schon schrieb, es war eine beeindruckende Erfahrung, als später sternenklarer Himmel war, aber immer wieder hell erleuchtet von Blitzen, aber kein Donner mehr zu hören war.

Mal abgesehen von der zusätzlichen Ausrüstung (Seil, Steigeisen, etc.) waren wir ja trotzdem sehr leicht unterwegs. Also ohne die zusätzliche Ausrüstung war das base weight sehr gering (hatte es leider nicht gewogen).

Da ich weniger Vorwissen als @Jan el mochilero hatte, war der Kurs für mich durchweg sehr lehrreich. Ich fand den Kurs sehr gut und hat viel Spaß gemacht. Für mich hat er die Möglichkeiten erweitert. Nicht nur in den Alpen, sondern auch in Skandinavien usw. Jetzt weiß ich endlich wie ich mich bzgl. Gletscher zu verhalten habe und was allein machbar ist und was nicht. Auch über den Gletscher hinaus hat es mir einiges gebracht, was ich auf meinen kommenden Touren sehr gut gebrauchen kann.
Der große Alpinist werde ich wohl nicht mehr werden, dafür müsste ich die Alpen vor der Tür haben, damit ich regelmäßig unterwegs sein kann. Aber Lust auf eine weitere Tour im nächsten Mai/Juni habe ich schon. Einmal um das gelernte zu festigen und zum anderen sind die schroffen Berge und Gletscherformationen schon seeeeehr beeindruckend. Dann hoffentlich mit besserer Kondition.

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Am 30.8.2018 um 13:43 schrieb mawi:

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doch,

hier trägt mawi grödel und trailrunner, und in der linken hat er keine eisaxt, sondern nur gefeilte fingernägel. die axt in der rechten  steckt noch vom vorkletterer.  ist nur bissl unglücklich fotografiert für ein ul-forum. lediglich die eisschraube ist nicht ul-konform.;-)

 

 

bearbeitet von danobaja
rechtschreibfehler

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vor 4 Stunden schrieb danobaja:

lediglich die eisschraube ist nicht ul-konform

Doch, doch, die ist aus weißem Carbon und nur 5cm lang. Ein Hauch von nichts. :D

@Chiemgauer Bei dem Kurs selber wäre das nicht mit Grödel nicht gegangen. Bei vielen Übungen, wie hier an der Wand, ging es ja primär um das Laufen/Klettern mit Steigeisen. Später sind wir an dieser Wand auch ohne Pickel hoch, also nur mit Steigeisen. Trotzdem hatten wir auch immer wieder mal die Möglichkeit unsere Leichtpickel und Grödel zu testen und bekamen einen guten Vergleich (hat ja Jan oben schon geschrieben).

Das erste Stück von unserer Wildspitzentour bin ich mit Grödel hoch. Aber auch nur, weil wir während des Kurses schon mehrmals bis zum Nährgebiet unterwegs waren und ich so wusste, was mich erwartet. Und für dieses Stück lief es sich wirklich gut, aber es geht die ganze Zeit auch nur leicht nach oben, kaum nennenswerte Steigung. Am zweiten Tag bin ich auch auf Steigeisen umgestiegen, da ich den restlichen Weg bis nach oben nicht kannte und es steiler wurde. Im Nachhinein würde ich sagen, dass man die Tour zur Wildspitze bei unseren Bedingungen auch mit Trailrunnern und Grödel hätte machen können.
Die Tour zur
südlichen Sexegertenspitze wäre mit Grödel nicht möglich gewesen, da es einige steile Abschnitte gab, die bereits schneefrei waren. Ein paar Wochen früher und es wäre wahrscheinlich auch mit Trailrunnern gegangen. Und der Offenbacher Höhenweg ist ja ein Wanderweg und dementsprechend gut mit Trailrunnern begehbar.

Ich selbst hatte übrigens keine Trailrunner dabei, da ich keinen Bock hatte weder Stiefel noch die Trailrunner im Rucksack tragen zu müssen. Für die An- und Abreise hatte ich meine SoleRunner.

 

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vor 1 Stunde schrieb mawi:

Doch, doch, die ist aus weißem Carbon und nur 5cm lang. Ein Hauch von nichts. :D

und durchlöchert wie der abgesägte griff meiner zahnbürste, ich verstehe. kann man nicht so gut erkennen auf dem unglücklichen foto. ja, ein hauch von nichts. das klingt übrigens stark nach einem james bond titel. :lol:

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      Prolog:
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      Ende des Urlaubs im Lakedistrict, 2017: G.: "Das nächste Mal trockene Gegend, du warst ja ohne mich auf Mallorca, und jetzt waren wir schon wieder im Nassen. Aber Skandinavien wäre auch mal spanend."
      Ende des Urlaubs auf Mallorca 2018: Ich: "Wo solls im Herbst hingehen?" G.: "Wir wollten doch immer mal nach Skandinavien..."
      Das ist eigentlich ein Bericht, der besser zu den Outdoorseiten passt (*Da werde ich ihn auch nochmal posten...). Auf der Rückfahrt aus dem Urlaub nach Deutschland habe ich die aktuellen Packlisten hier so angesehen, Schottland im Oktober mit <4kg und solche Sachen, da wird's mir fast schon peinlich. Meine Urlaubsreisen werden eher immer schwerer. Diesmal hatte ich ein Baseweight das höher war als je zu vor bei mir. Außer vllt bei meiner allerersten Tour in der Eifel... aber man ist ja zu zweit Unterwegs und hat Urlaub. Da ich dabei dennoch zumindest viel mit UL-Ausrüstung hantiere und gerne Reiseberichte schreibe (und das hier "mein Forum ist") könnt ihrs ja trotzdem lesen. Trotz einem BW von ca. 8-9kg (geschätzt nur deshalb, weil unterschiedliche Teile der Ausrüstung mal von mir, mal von G. getragen wurden). Hier gibts ne Packliste, wenn auch nix besonders spannendes: https://lighterpack.com/r/fr4dez OT: - die von G. gibts nicht digital, sie trägt neben dem in der liste "gelb" markiertem einen Berghaus Hyper 37, eine Neoair x-lite Womans; einen EE 20F Quilt sowie einen Satz Wander+Schlafkleidung. Und die ganzen Schokoriegel. Nix besonderes, dürfte am Anfang auch ca. 10kg gewesen sein, BW so im Bereich von 4-5kg oder so.
      Es wurde viel überlegt, und schließlich gab der Wanderführer "Traumtreks Norwegen" den Ausschlag, dass es zwei Wochen lang Ost-West durch die Hardangervidda, östlich um den Hardangerjøkulen und dann schließlich durchs Aurlandsdalen bis zum Fjörd gehen sollte, also die Touren 3+4+5 aus dem Buch. Ein Großteil der Planung basierte ebenfalls darauf + auf ut.no, ich gebe zu, die ganze Planungsarbeit macht mir keinen Spaß; ich will laufen und nicht Berichte & Karten wälzen.
      OT: Die Anreise war wohl meinem von der vorherigen Jobphase gestresstem und ausgelaugtem Gehirn geschuldet etwas umständlich, Flug Düsseldorf->München->Oslo, Übernachtung dort und von da an mit der Bergen-Bahn nach Geilo wo der Start sein sollte. Rückfahrt ebenfalls mit der Bahn über Oslo -> Frankfurt -> Düsseldorf... habe die Flüge gebucht ohne mir die Umstiege genau anzusehen... Beim nächsten mal würde ich es wohl xx->Bergen->Schiffsfähre machen, da wäre man potentiell am Abend der Abreise schon im Zelt. 
      Unsere schließlich gelaufene Strecke:

      Tag 1, Anreise: Um 4 Uhr klingelte der Wecker und wurde erstmal weggedrückt, draußen noch dunkel, bis G. und mir klar wurde, dass wir uns ja eigentlich beeilen müssen, dürfen unseren Flieger nicht verpassen. Extra 2h+Sicherheitspuffer vor Abflug um 9:30 in Düsseldorf war mächtig früh an einem Sonntag. Dass ich am Tag davor aus einem Nachtdienst völlig gerädert nach Hause gekommen war trug ihr übriges dazu bei, dass das Packen hektisch und unsere Wohnung nach Abflug ein absolutes Chaos war. Wo waren doch gleich nochmal die STS-Klappschalen? Die Kreditkarte?? Die Heringe???
      Die weitere Anreise verlief jedoch zum Glück ohne Komplikationen, auch wenn das sehnsuchtsvolle Erwarten des Aufgegebenen Rucksacks nach Flug mit Umstieg jedesmal dermaßen nervenaufreibend ist, dass wir ständig überlegen nur noch mit Handgepäck zu fliegen. Wäre nur diesmal bei dem prallgefüllten ULA OHM mit nun sicher 60l und ca. 16kg Last sowie dem Rucksack meiner Freundin nicht gegangen. Haben schließlich Essen für nahezu die ganze Reise dabei. Aber wie gesagt, keine Komplikationen, konnten uns noch ein bisschen Oslo ansehen und Burger essen, bis es schließlich am Folgetag mit der Bergenbahn nach Geilo ging. 
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