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Ultraleicht Trekking

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Beliebte Inhalte

Anzeigen von Inhalten mit der höchsten Reputation auf 01.09.2018 in allen Bereichen

  1. wilbo

    what breaks when and why

    Angeregt durch Christines Blog, könnte man diese Liste wahrscheinlich endlos erweitern. http://christine-on-big-trip.blogspot.com/p/what-breaks-when-and-why.html Ich fange mit meinen letzten Erfahrungen in Sachen S-biner an. Bisher haben die Kunstsoff Karabiner hervorragend gehalten. In letzter Zeit teste ich verschiedene Tarpschnitte aus Baumwollmischgewebe. Da kommt beim strammen Aufbau schon etwas mehr Zug auf die Hauptabspannung. Bei hoher Last wird der Zug von dem kleinen Haken im Karabiner aufgenommen. (Wenn vorhanden!) Aber auch hier sind die Grenzwerte offensichtlich schnell erreicht. Jetzt nehme ich für stark belastete Abspannpunkte lieber Knebel & Ringe oder wenn praktikabel, sogar nur Gurtbandschlaufen & Knebel. VG. -Wilbo-
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  2. Magic

    Schnäppchen

    "Richtige" UL-Ausrüstung ist nicht durch den Preis definiert, sondern durch das Gewicht. Viele UL-Gegenstände sind z.B. viel günstiger als "normale" Aurüstung (z.B. MYOG Tarps, ...). Günstige und dennoch leichte Ausrüstung bekommst du z.B. bei Decathlon. Der verlinkte Stock wiegt gerade mal 184 Gramm und kostet 5 Euro: https://www.decathlon.de/1-wanderstock-hike-100-id_8493063.html?q= 1 Wanderstock Hike 100 Die Aldi-Stöcke sind also aus UL-Sicht ein völiger Fehlkauf, aber immerhin kann man sie recht lange zurück geben.
    2 Punkte
  3. mawi

    Hochtourenkurs im Pitztal

    @Jan el mochilero Danke für den Bericht! Bzgl. der Besteigung der Wildspitze, bei mir war es weniger die relativ schlechte Nacht davor (da die Nächte davor ja super waren), die zu schaffen machte, sondern eher meine allgemeine schlechte Fitness und dass ich solche Höhen überhaupt nicht gewohnt bin. Das war das erste Mal, dass ich über 3000m war. Davor war glaub das höchste einmal 2800m? (und das vor 15 Jahren) und sonst selten über 2000m. Ich war sehr erstaunt, dass mir das Atmen ab ca. 3000m deutlich schwerer fiel und jeder Schritt immer schwerer wurde. Laut meiner Erinnerung forderte ich auf den letzten Höhenmetern aller paar Minuten eine kurze Pause ein, aber vielleicht täuscht auch die Erinnerung. Jedenfalls empfand ich es als mega anstrengend und die Konzentration ließ auch schon etwas nach. Deshalb war es die richtige Entscheidung nicht mehr weiter zu gehen und wieder abzusteigen. Das war mein erstes Mal, dass ich im Zelt/Biwak bei einem Gewitter draußen war. Von daher war es ein mulmiges Gefühl. Anderseits war die Platzwahl glaub ganz gut, da wir von Kämen und Bergen umgeben waren, aber mit genug Abstand wegen Steinschlag. Nach dem einen Einschlag gab es auch nur noch einen zweiten in ca. 1km Entfernung und danach war kein Donner mehr zu vernehmen. Wie @danobaja schon schrieb, es war eine beeindruckende Erfahrung, als später sternenklarer Himmel war, aber immer wieder hell erleuchtet von Blitzen, aber kein Donner mehr zu hören war. Mal abgesehen von der zusätzlichen Ausrüstung (Seil, Steigeisen, etc.) waren wir ja trotzdem sehr leicht unterwegs. Also ohne die zusätzliche Ausrüstung war das base weight sehr gering (hatte es leider nicht gewogen). Da ich weniger Vorwissen als @Jan el mochilero hatte, war der Kurs für mich durchweg sehr lehrreich. Ich fand den Kurs sehr gut und hat viel Spaß gemacht. Für mich hat er die Möglichkeiten erweitert. Nicht nur in den Alpen, sondern auch in Skandinavien usw. Jetzt weiß ich endlich wie ich mich bzgl. Gletscher zu verhalten habe und was allein machbar ist und was nicht. Auch über den Gletscher hinaus hat es mir einiges gebracht, was ich auf meinen kommenden Touren sehr gut gebrauchen kann. Der große Alpinist werde ich wohl nicht mehr werden, dafür müsste ich die Alpen vor der Tür haben, damit ich regelmäßig unterwegs sein kann. Aber Lust auf eine weitere Tour im nächsten Mai/Juni habe ich schon. Einmal um das gelernte zu festigen und zum anderen sind die schroffen Berge und Gletscherformationen schon seeeeehr beeindruckend. Dann hoffentlich mit besserer Kondition.
    2 Punkte
  4. ChristianS

    Nachbau Exodus Sandale

    Verehrtes Kollegium, diesen wunderbaren Abend möchte ich nutzen, um einmal über meine Erfahrungen mit dem Nachbau der Exodus sandals zu berichten. Inspiriert durch diesen Thread stieß ich vor einiger Zeit auf die Exodus sandals und fand das Konzept überzeugend und einfach genug, um einen Nachbau zu wagen. So habe ich mir bei Extremtextil ein paar 12mm Leiterschnallen, 10mm Polyamidgurtband und Vibram Supernewflex 6mm Sohlenplatte bestellt. Als Formschablone haben dann ein Paar Flipflops hergehalten, die Sohlendurchbrüche für das Gurtband habe ich mittels Bohrmaschine und Cuttermesser hergestellt. Das richtige Einfädeln vom Gurtband in Leiterschnallen und Sohle war dann etwas tricky und hat ein paar Versuche gedauert Doch dann waren sie schon fertig, Gewicht 62g pro Schlappe in Größe 42: Seit der Fertigstellung habe ich sie viele Wochen im Alltag getragen, zuletzt auch auf der Urlaubs-Schwedentour. Die Dämpfung der 6mm-Sohle ist angenehm. Das Sohlenmaterial ist sehr weich und flexibel, so dass sich ein tolles Barfuß-Gefühl einstellt. Ich war überrascht, wie angenehm ich das finde. Inzwischen mag ich kaum noch andere Schuhe tragen. Nur bei grobem Schotter, bzw. einzelnen Kieselsteinen, kleinen Tannenzapfen o.ä. drückt es sich schmerzhaft durch. Offroad habe ich daher nun mehr den Blick auf den Boden gerichtet als vorher. Der Grip der Supernewflex-Sohle ist top. In Schweden konnte ich prima über feuchte Wurzeln und bemooste Steine klettern, da saßen meine Frau mit Meindl und mein Sohn mit Keen schon auf dem Hintern. Die Schnürung hält den Fuß auch gut auf der Sohle. Nur matschige Stellen konnte ich noch nicht testen. Auf Schotterwegen u.ä. sammelt man gelegentlich kleine Steinchen auf, die dann störend drücken. Da die Sandale aber kein klassisches Fußbett hat, fallen die kleinen Steinchen auch recht leicht wieder raus, so dass ich nur recht selten mit der Hand nachhelfen musste. In nasser Umgebung, z.B. bei Regen oder nach einer Furt, zeigen sich ein paar Nachteile. Zum einen nimmt die Haftreibung zwischen Fuß und Sohle ab, so dass man mehr "in der Schnürung hängt". Zum anderen dehnt sich das Polyamidband deutlich, so dass die Sandalen zu locker sitzen. Wenn die Umgebung wieder trocken ist, sind die Füße auch extrem schnell wieder trocken (auch mit Socken). Viel schneller als in Trailrunnern. Aktuell baue ich an einem Nachfolge-Modell mit etwas steiferer Sohle und Dyneema/Kevlar-Gurtband, um die aufgeführten Schwachstellen noch auszumerzen. Aber dazu später mehr
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  5. Nachdem ich nun ein paar 20 Liter Prototypen mit Zeltbodenstoff genäht habe, wollte ich mich mal an ein etwas hochwertigeres Material wagen. Als Vorlage diente mir mein GG Murmur, der mir allerdings viel zu filigran ist, so richtig traue ich ihm nicht. Ich habe ein paar kleine Veränderungen eingefügt, eine kleine Reissverschlusstasche hinter der großen Netztasche, für den schnellen Zugriff auf die kleinen Dinge des Lebens. Die Schulterträger habe ich von einem anderen Rucksack abgenommen, der bei mir sehr gut sitzt. Und die Snickers–Tasche durfte natürlich nicht fehlen, die finde ich echt super praktisch! Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit dem Teil. Beim Anbringen der Schulterträger hätte ich etwas sauberer arbeiten können. Die Challenge für den nächsten! (Cuben liegt schon hier) Leider habe ich derzeit überhaupt keine Zeit für eine Testtour Das Wichtigste aber: 330 Gramm – angesichts des schweren Materials geht das für mich voll in Ordnung. 60 Gramm entfallen auf die Schulterträger, da kann man sicher noch einsparen, ich wollte es aber mal bequem, der Murmur schneidet mir doch arg ein. Danke @Andreas K. Deine letzten Tipps hinsichtlich des Bodens konnte ich 1a umsetzen und das Ergebnis ist Top!!!
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  6. Tipple

    Schnäppchen

    Gerade gesehen das Decathlon auch einen neuen Gridfleece Pulli im Programm hat. Für 9€ durchaus ein Schnäppchen. Ich habe 2 von den alten gelben Waffelfleece Pullis und mag die sehr gerne. Die gibt es aber scheinbar nicht mehr. Für den letzten habe ich nur 3€ im Blowout bezahlt. https://www.decathlon.de/fleecepullover-mh500-herren-id_8505184.html?searchedText=fleece+pullover&isVocal=false EDIT: Achso und bei PM-Outdoor gibt es mal wieder günstig die Ghost Wisperer. Größentechnisch müsst ihr gucken, sind nicht alle verfügbar. https://www.pm-outdoorshop.de/advanced_search_result.php?keywords=ghost&page=1 LG
    1 Punkt
  7. Gletscher sind wunderschön...aber sie versperren einem oft den Weg. Die gefährlichen Spalten zwingen einen Umwege zugehen, den Gletscher zu umrunden oder seine Route zu verändern. Diese Erfahrung mussten @mawi und Ich unabhängig voneinander auf unserer jeweiligen Tour im Sarek machen. Es wäre doch viel schneller, schöner und aufregender obendrein, wenn man den direkten Weg übers Eis nehmen könnte. Nur hierfür fehlten uns bis dato die nötigen Kenntnisse. Deswegen haben wir nicht lang gefackelt und uns bei einem Hochtouren Kurs im österreichischen Pitztal angemeldet. Im Rahmen des Kurses würden wir vier Tage auf dem Taschachhaus verbringen und anschließend selbständig weitere drei Tage durch die Alpen ziehen und den ein oder anderen Gipfel erklimmen. Mit dem Zug ging es nach Imst wo wir in einem Wäldchen hinter einem Industriegebiet nächtigten, um am nächsten morgen den Bus nach Tieflen zu nehmen. Dort sollten wir unseren Kursleiter und die anderen Teilnehmer kennenlernen. Insgesamt waren wir eine sehr gemischte Truppe, die alle Altersbereiche durchkreuzte. Das Taschachhaus liegt direkt unterhalb des Taschachferner, welcher in gut 45 Minuten von dort zu erreichen ist und wirklich ein Traum von einer Hochalpinen Hütte ist. Zu dem ursprünglichen Hauptgebäude wurden noch unzählige Anbauten und Erker dazu gebaut um die Massen an Alpinisten und Tageswanderer aufzunehmen, die sie jeden Tag in der Saison bevölkert. Außerdem ist die Hütte noch ein DAV Ausbildungszentrum und besitzt sogar eine kleine "Boulderhalle". Einsam ist man hier oben jedenfalls nicht. An den drei Kurs Tagen waren wir jeden Tag auf dem Gletscher und haben verschieden Übungen gemacht und Szenarien durchgespielt. Angefangen vom einfach gehen auf Steigeisen über leichtes Eisklettern bis hin zu speziellen Bergungstechniken. Abgerundet wurde das ganze mit einer Hochtour auf die Nördliche Sextengertenspitze (3350m) Uns war von vornherein klar dass die alpine Welt noch nicht bereit ist für Ultraleicht und das Wörter wie: stabil, Zuverlässigkeit und Qualität die Entscheidung über die Materialwahl treffen. Unseren superleichten Eispickel (Camp Corsa Nano), Grödel ( )und Trailrunners betitelte unser Bergführer mit verächtlichem Gesichtsausdruck, als "Spielzeug" und wurden als "lebensgefährlich" eingestuft. So schwarz für unsere Ausrüstung und das Gelingen unsere Tour im Anschluss an den Kurs, sahen wir nicht. Wir mussten allerdings erkennen dass er in manchen Dingen recht hatte. Im direkten Vergleich zu den massiven Eispickeln, die für den Kurs gestellt wurden, wirkten unsere tatsächlich wie Zahnstocher. Beim Eisklettern musste man schon mit voller Wucht ins Eis hauen um die Spitze einigermaßen sicher dort zu verankern. Bei den Konkurrenten aus Stahl hatte man allerdings Mühe diese anschließend wieder dem Eis zu entreißen. Die Grödel schlugen sich überraschend gut und nur bei senkrechten Wänden hatten die Steigeisen eindeutig die Nase vorne. Ich denke man muss am Ende einen Kompromiss eingehen und sich klar darüber sein was man mit welchem Material anstellen will, denn zu sagen: " Mit Grödel, Trailrunner und ultraleichter Ausrüstung kann man keine Hochtouren gehen" stimmt nicht . Es kommt immer auf die jeweiligen Bedingungen an und durch welches Terrain man seine Tour plant. Wenn ich gefrorene Wasserfälle und Meterhohe Gletscherabsätze erklimmen will ist wohl zu stabileren Pickeln und Steigeisen geraten, plane ich nur Schneefelder und Gletscher zu kreuzen reicht meiner Meinung nach ein leichter Pickel als Hintersicherung. Der Kurs hat sich eindeutig gelohnt, wenn auch vieles für uns nicht komplett neu war, so war es angenehm die ganzen Techniken in einem sicheren Übungsgelände ausprobieren zu können. Nach drei Tagen Training und abendlichen Bauch-vollschlagen mit hervorragendem Essen, wollten wir gerade diese "Sichere Atmosphäre" verlassen und es drängte uns eigenständig unterwegs zu sein und dem Trubel der Hütte zu entgehen. Unser Ziel war schnell ausgemacht: Wir wollten die Wildspitze besteigen um anschließend über einen Rundkurs, zwei Tage später wieder zum Taschachhaus zurückzukehren. Mit dem Wetter hatten wir in den letzten Tagen sehr Glück gehabt, jetzt aber zog der Himmel etwas zu und der Wetterbericht kündigte "mögliche Gewitter" an. Als wir gerade unser Material noch einmal aussortierten um wirklich nur das nötigste auf den Gipfel hinaufzuschleppen, brachen die Wolken auf und wir marschierten motiviert in Richtung Gletscher. Wir rechneten damit das die Nacht nicht allzu gemütlich werden würde und das es wahrscheinlich regnen würde, dass ließ uns aber den Spaß, endlich den ganzen Gletscher für uns alleine zu haben, nicht mindern. Auf der Karte konnten wir nur einen möglichen Biwakplatz ausfindig machen. Da wir diesen allerdings noch recht früh am Abend erreichten und er auch wirklich kein Augenschmaus war zogen wir weiter. Irgendwann mussten wir feststellen dass wohl kein besserer Platz weiter oben auf uns warten würde und wir bezogen auf einem einsamen Felsen, mitten im Schneemeer, Stellung. Dieser Fels war einigermaßen flach und bot gerade genug Platz für uns beide. Ich schaffte es gerade noch rechtzeitig, sehr improvisiert, mein Tarp aufzubauen, bevor es anfing zu regnen. Darunter harrten wir dann beide, Rücken an Rücken, aus und aßen unser Pemikan, während uns die Tropfen durch das schlaffe Tarp auf den Kopf prasselten. Es muss schon ziemlich komisch von weitem ausgesehen haben wie wir, wie zwei Schiffbrüchige, auf unserer kleinen Insel saßen. Aber ich war mir sicher dass es weit und breit, bei solch einem Sauwetter keine Beobachter gab. Später hörte es auf zu regnen und jeder zog sich in seinen Biwaksack zurück. Als ich irgendwann, trotz der recht unbequemen Liegeposition eingeschlummert war, riß mich sogleich ein ohrenbetäubender Knall wieder aus dem Schlaf. Hektisch versuchte ich aus dem Schlaf-und Biwaksack zu steigen und hörte neben mir, wie @mawi das gleiche versuchte. Ein Blitz muss irgendwo ganz in der Nähe eingeschlagen sein. Wir starrten uns wohl eine Sekunde lang an bis wir beide reagierten. Dann flogen Eispickel, Trekkingstock, Steigeisen, Zeltheringe und alles was uns noch metallisch erschien, im hohen Bogen von unserer Inseln in den Schnee. @mawi hüpfte gleich hinterher und ich kauerte sich am tiefsten Punkt des Felsen zusammen. Natürlich fängt es dann auch wieder zum regnen an. Nur diesmal hatten wir kein schützendes Tarp über dem Kopf. Nur die Biwaksäcke verhinderten dass unsere schon nassen Schlafsäcke noch nasser wurden. Aber jedes Unwetter und jede Nacht hat ein Ende. Wenn man daran denkt, lässt sich alles einigermaßen ertragen. Geplant hatten wir um vier Uhr früh aufzusteigen, da der Schnee mit zunehmender Sonneneinstrahlung immer schlechter zu begehen wird. Allerdings waren wir um diese Uhrzeit noch so unbeweglich wie zwei Eidechsen in der Winterstarre. Wir verschoben das Aufstehen also auf den Sonnenaufgang. Erstaunlicherweise waren wir beide guten Mutes, trotz der miesen Nacht. Wir grinsten uns zu, weil wir es fürs erste überstanden hatten und weil wir ja schließlich wussten dass wir nass werden würden und trotzdem losgezogen sind. Mit der Motivation, was für harte Kerle wir doch sind, stapften wir angeseilt los, dem Gipfel entgegen. Es dauerte nicht lange und uns wurde wieder warm. Der Hang wurde immer steiler und allmählich stellte sich richtiges Hochtourenfeeling ein. In Serpentinen kämpften wir uns mühsam den Berg hinauf, jede Stufe einzelne in den Schnee schlagend. Zeit für Pausen nahmen wir uns kaum und unsere Gespräche beschränkten sich auf "Stopp" und "weiter". Unterhalb des Gipfels angelangt, ließen wir Seil und Ausrüstung zurück und kletterten die letzten Höhenmeter zum Gipfelkreuz empor. Bergsteigen scheint mir eine undankbare Sportart zu sein, da man das Gipfelglück nur mit den gemischten Gefühlen an den Abstieg genießen kann. Die schlaflose Nacht und der anstrengende Aufstieg hatte uns beide etwas erschöpft und wir nahmen uns vor, mit voller Konzentration den Weg zurück ins Tal anzugehen. Am Gipfel war es ohnehin viel zu ungemütlich für eine Rast, also beglückwünschten wir uns und kehrten um. Zur Belohnung schenkte uns die Sonne dann noch Ihr Lächeln. Das motivierte uns ungemein, verwandelte den Schnee allerdings in eine sülzige, breiige Masse in die wir regelmäßig bis zur Hüfte einbrachen. Wir waren froh als wir endlich wieder auf festem Eis standen und unangeseilt gehen konnten. Der Weg bis zur Hütte zog sich unglaublich in die Länge und wir waren längst von dem Plan abgerückt unsere Tour fort zu setzten, die Petersenspitze zu besteigen und noch eine Nacht zu biwakieren. Beim guten Abendessen in der warmen Stube bereuten wir diese Entscheidung auch nicht. Mit dem Magen gut gefüllt vom Frühstücksbuffet und die Thermoskanne voll mit Marschtee, ging es am nächsten Tag weiter. Wir hatten keine Eile und ließen uns Zeit beim Aufbrechen. Ich vermute sogar dass wir die letzten waren die von der Hütte aus loszogen. Geplant war auf dem Offenbacher Höhenweg nach Tiefen zu gelangen. Der Weg führte über einen weiteren 3000ener, den Wurmtalerkopf (3228m). Auf dessen Gipfel machten wir im Windschatten einer gesperrten Mini-Notfall-Hütte, die Ähnlichkeiten mit einer Telefonzelle hatte, mit zwei anderen Bergsteigern Rast. Im strahlenden Sonnenschein verzehrten wir unser Lunchpaket. Der Weg bis ins Tal führte noch über einen kleinen Gletscher, dann über Geröll und Bachläufe und schließlich über Wiesen mit Schafen und Weideblumen. An der Riffelseehütte gönnten wir uns noch einmal eine gute Portion Kässpätzle zu gutem Weißbier und rasten dann den letzten steilen Abstieg ins Tal hinunter.
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  8. Gerade wenn man sein Zelt am meisten braucht, bei Regen oder Hagel, ist draußen schlafen nicht sinnvoll. Wenn Du in Deutschland mitten in einem Gewitter bist, ist nach meiner groben Rechnung das Risiko etwa 1:10000, dass es innerhalb von 25m Umkreis einschlägt. Dazu kommen noch warscheinlichere Gefahren durch Wind, Hagel, Regen und andere Begleitumstände: z.B. Windbruch, oder Panik und Fehlentscheidungen, zum Beispiel seinen Rucksack oder sein Zelt zu verlassen und nicht mehr wiederzufinden.
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  9. OT: Ist das schön! Vor allem weil korrekt – gibt's bei solchen Kombinationen wirklich arg selten. Egal wieviel Regen heute hier noch runterkommt: made my day. Danke, @Stromfahrer Peter!
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  10. khyal

    Kochen bei Wind u Wetter!

    Kommt immer darauf an, wann und wo man unterwegs ist. "Sommer-ULer" brauchen natuerlich keine Apside zum Kochen, allenfalls, falls sie viel im Gebirge unterwegs sind, ist es schoen, wenn man gelegentlich das Zelt sozusagen als Windschutz verwenden kann, ist ja nicht so angenehm, wenn man ohne Windabdeckung draussen kocht, waehrend einem der Wind mit 50-100 km/h um die Nase pfeift und man dem Titan-Windschutz, Gewuerz-Ziplock-Beuteln u.A. hinterher jagt Wenn man aber zu den nicht ganz so freundlichen Jahreszeiten bzw in Gebieten unterwegs ist... ...Es dann regnet / schneit, evtl noch gepaart mit staerkerem Wind, ist es sehr angenehm, wenn man in der Apsis kochen kann, was btw auch Brennstoff spart. Ausserdem kommt doch da Einiges an nassem Zeug zusammen, Rucksack, Schuhe, Regenzeug, wenn man das nicht am naechsten Morgen noch klatschnass haben will, also luftig auslegt, logischerweise nicht die Feuchtigkeit im IZ bzw am Schlafsack haben will, deswegen in der Apsis auslegt, man aber auch noch ohne grosse Kletterei zum Pinkeln u.A. nachts aus dem Zelt kommen will und eben die Apsis auch unter solchen Umstaenden zum Kochen verwenden will, sind Querlieger-Zelte mit 2 Apsiden enorm praktisch. Haben nebenher noch den Vorteil, dass, wenn der Wind dreht, was abends im Gebirge nun mal haeufig vorkommt, man fix die "Gepaeckapsis" gegen die "Koch-Eingangs-Apsis" austauscht und damit Diese wieder in Lee liegt.
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  11. doch, hier trägt mawi grödel und trailrunner, und in der linken hat er keine eisaxt, sondern nur gefeilte fingernägel. die axt in der rechten steckt noch vom vorkletterer. ist nur bissl unglücklich fotografiert für ein ul-forum. lediglich die eisschraube ist nicht ul-konform.
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  12. Abenteuer im Kopf Als Kind hatte ich vor meinem Fenster einen Blick auf eine Bergkette am Horizont (ca. 30 Km entfernt) Ich habe mir damals immer vorgestellt. dass dahinter die wirkliche Welt losgeht und mir ausgemalt, wie es dort aussehen könnte. Ich wollte dann immer genau in gerade Linie dorthin laufen, durch die Landschaft vor mir. 40 Jahre später habe ich genau das mal gemacht, war echt spannend, den alten Bildern nachzulaufen.
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  13. Stromfahrer

    what breaks when and why

    Danke, @wilbo, da hänge ich mal meine forumsbekannten Fizan-Bilder dran: Ermüdungsriss am Konuspunkt nach ca. 400 km täglichem Trekkinggebrauch ohne besondere Vorkommnisse. Der Konuspunkt war schon vorher als dickere Stelle ertastbar. Das Material ist mit halber Wandstärke (gemessen im Vergleich zu einem MSR Swift 3, im Bild auch mit bloßem Auge zu erkennen) einfach zu dünn für eine Konusklemmung. (Erstmalig 2016 gepostet hier. Weitere Diskussionen hier, hier, hier und hier. Auch andere User haben schon vom Versagen Ihrer Fizans berichtet oder hier im Forum Ersatzsegmente gekauft.)
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  14. danobaja

    Hitzefrei

    ey cool, mann! der blinde vorn, der/die sehende hinten? oder "fahrt" ihr im blindflug? wenn ihr mal nach thüringen kommt kommt mich besuchen. bin selber jahrelang liegerad gefahren. das 20er vorne sucks auf schotter mit schlagloch.
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  15. mawi

    Hochtourenkurs im Pitztal

    Am meisten Spaß hatte mir das Eisklettern bereitet:
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  16. elle

    Impressionen von Touren

    Am Freitag nachmittag gings auf die Priener Hütte zum Übernachten. Am nächsten Morgen die Stunde hoch zum Geigelstein mit anschließendem Abstieg nach Huben/Sachrang. Wettermäßig haben wir den Regen gut abgepasst. Kaum waren wir auf der Hütte, fing es an zu regnen für den restlichen Abend/Nacht. Am Morgen sind wir bei ein bisschen Niesel losgezogen, hat sich dann gelegt. Pünktlich nach Ankunft zuhause hat es sich dann richtig schön eingeregnet für den Rest des Tages. Schee wars oben. Und guter Vorgeschmack auf die kommende Jahreszeit.
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  17. Für meinen Sommerurlaub im August 2018 habe ich mir den Albschäferweg (Schwäbische Alb) ausgesucht. Der etwa 158 Kilometer lange und prämierte Rundweg führt auf den Spuren der Schäfer durch typische Landschaftsräume der Schwäbischen Alb, vorbei an herausragenden Kulturschätzen und Zeugen der Erdgeschichte. Dies war meine allererste Langstrecken-Solo-Tour, und die Aufregung, bereits während der Vorbereitungsphase war sehr groß (nebenbei bemerkt, völlig unbegründet). Da der Albschäferweg ein Rundweg ist, kann man eigentlich überall einsteigen, jedoch ist der „offizielle“ Start- und Zielpunkt: Giengen an der Brenz. Angegeben sind 10 Tagesetappen. Ich wollte es gemütlich angehen lassen, was sich bei der Hitze als vernünftig herausgestellt hat, und habe insgesamt 11 Wandertage plus einem Pausentag gebraucht. Anzumerken ist, dass es auf der Schwäbischen Alb kaum Bäche, Quelle, Seen oder andere natürliche zugängliche Wasserressourcen gibt. Doch führt der Weg oft genug an Ortschaften, Gaststätten, Bauernhöfen usw. vorbei, wo man nach Wasser fragen kann. Verwehrt hat mir die Bitte nach Wasser niemand. Der großen Hitze wegen habe ich immer geschaut, dass ich 3 Liter im Gepäck hatte. Den Wasserfilter kann man getrost zuhause lassen. Um sorgenfrei auf Tour gehen zu können, habe ich das Auto zuhause stehen lassen und bin ganz bequem mit der Bahn angereist. Giengen an der Brenz ist natürlich auch bekannt wegen der Stofftiere mit dem gelben Knopf im Ohr. Ein Besuch des Steiff-Museums gehörte für mich selbstverständlich zum Pflichtprogramm vor Beginn der Tour. Wenn man den Albschäferweg läuft, wird man über einen Mix an breiteren Schotterwegen und urigen Single Trails, sowie auch über Wiesen geführt. Freie Flächen und Waldwege wechseln sich ab. Anstiege gibt es kaum. Ich war eher überrascht, dass es doch so eben war. Ich persönlich halte den Albschäferweg wegen seiner Einfachheit und Nähe zur Zivilisation als sehr geeignet für Wanderer, die noch keinen Fernwanderweg gelaufen sind, und dies gerne mal ausprobieren möchten. LG. rentoo
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  18. Nachdem ich vorletzte Woche mit dem hier getesteten Rucksack (genau dem) einen Teil des Eifelsteigs gewandert bin, hier ein paar Ergänzungen von meiner Seite: Den Tragekomfort habe ich als gut, aber nicht perfekt empfunden. Anfangs hatte ich die Schulterriemen recht locker eingestellt, um das Gewicht gut auf den Beckengurt legen zu können. Dadurch lag die Last oben jedoch auf den nicht gepolsterten, breiteren Stellen der Schultergurte, was schnell dazu führte, dass sich die äußere Naht unangenehm in die Schulter drückte. Daraufhin habe ich die Schultergurte deutlich enger gezogen, womit dieses Problem zwar gelöst war, dafür konnte der Beckengurt nicht mehr viel ausrichten, weil er zu hoch saß. Wahrscheinlich ist also die Rückenlänge für mich einfach ein bischen zu kurz. Ein Grund mehr, den Hüftgurt und/oder das Tragegestell beim nächsten Mal wegzulassen. Insgesamt war der Rucksack mit 5,3kg BW und bis zu 8kg Gesamtgewicht aber dennoch recht komfortabel. Das Rückenpolster habe ich weggelassen und keinen Moment vermisst. Die Neoair Trekker war quer gefaltet am Rücken liegend Polster genug. Nur wird das Packen dadurch etwas umständlicher. Die vielen Außentaschen habe ich als sehr nützlich empfunden. Sitzmatte, Karte, Groundsheets, PET-Flaschen und mein selbstgebasteltes Sonnenbrillencase hatten dort stehts ihren Platz. Zur Not passt in die mittlere Tasche auch mal eine Regenjacke rein. Da wir zu zweit unterwegs waren, habe ich die zwei 1,5l PET in den oberen Seitentaschen verstaut, weil so die Last zentraler am Rücken sitzt. Alleine bekommt man sie dort jedoch kaum heraus und bestimmt nicht wieder hinein, ohne den Rucksack abzusetzen. Die unteren Taschen schienen mir für die großen Flaschen etwas zu klein zu sein, aber ich habe es auch nicht lang ausprobiert, und auf Stromfahrers Fotos sieht das ja eigentlich ganz gut aus. Die Hüftgurttaschen habe ich als nettes Extra, aber nicht wirklich notwendig empfunden. In der RV-Tasche hatte ich Kleinzeug und Portmonnaie, in der anderen mein Handy verstaut. Das Handy nicht in der Hosentasche zu haben, ist angenehm, aber die Tasche ist selbst für mein Z1 Compact etwas zu klein, sodass sich der Hüftgurt nicht mehr ganz so gut um die Hüfte schmiegt, wenn das Handy drin ist. Die Trekkingstock-Halterungen habe ich zu Hause gelassen, weil ich die Stöcker ja auch in den hohen Seitentaschen unterbringen kann. Das ist jedoch etwas nervig, wenn man den unteren Kompressionsriemen nutzt, um die obere Tasche nach unten zu begrenzen (wie im Review beschrieben), weil man dann den Griff unter dem Riemen her friemeln muss. Das Rückenteil aus dem meshartigen Material war auch bei 35°C noch halbwegs angenehm und nicht zu schwitzig. Allerdings hatte ich den Rucksack da aufgrund der o.g. Einstellungsschwierigkeiten noch nicht so eng am Rücken. In der halben Stunde, die wir durch den Regen gewandert sind, ist kein Tropfen Feuchtigkeit eingedrungen (war ohne Packliner unterwegs). Das Tragegestell knarzt etwas, aber nicht so laut, dass es mich gestört hätte. Ich glaube auch, dass es sich mit der Zeit gelegt hat. Insgesamt bin ich ziemlich zufrieden und freue mich schon auf die ausstehenden "Weglass-Experimente"!
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  19. Wenn das Gewitter im Zelt ist, einfach draußen schlafen.
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  20. Die Frage grabe ich jetzt mal ganz ernsthaft wieder aus. Ich habe mir aus Neugier eine neuartige E-Zigarette zugelegt. Die sehr kleine Vype Pebble wiegt mit einer halb gefüllten Kapsel ca. 30g, kostet recht wenig, lässt sich auch während des Aufladens an einer Powerbank paffen, verursacht keine Waldbrände... und erregt die grenzenlose Verachtung der deutschen Dampferszene (wie ich deren Foren entnahm). Besonders nachhaltig ist die Lösung zwar nicht (man entsorgt die leeren Kapseln auf dem Müll), aber eben leicht, problemlos und klein. Für Raucher, die sich unterwegs einschränken und potentiell vielleicht sogar aufhören wollen, empfinde ich sie als relativ gelungene Alternative. Aber ja... ganz aufhören ist natürlich besser.
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  21. OT: Zur Kenntnis genommen. Neben meiner Moderatorentätigkeit bin ich aber auch noch normaler Nutzer, also durchaus Jemand der anderen nicht nur nach dem Mund redet, sondern seine eigene Meinung vertritt. Mit sowas wirst Du also leben müssen. Meine Einlassung beruhte auf Deinem vehementen Nachfragen (rein rhetorischer Natur meiner Einschätzung nach), ob die Erfahrungen mit 12 oder 19 g/m² stattfanden. Die Erfahrungen beruhten auf der 19 g/m² Version bzw. noch stabiler, und daraus wird doch wohl klar, dass das 12 g/m² Material nicht stärker sein kann. Also schon eine ernstzunehmende Vergleichsbasis. Das Du Dir jetzt Dein Material schönredest hingegen, ist doch sehr subjektiv - Aber ok, wenn Du damit zufrieden bist ist doch alles gut! Viele Menschen, viele Meinungen...
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  22. ChristianS

    Nachbau Exodus Sandale

    Weiter geht´s: Auf der Suche nach geeignetem Gurtband, das robust ist und keine Nässedehnung aufweist, wurde mir im Forum von @Nature-Base das 10mm Rollladenband aus Dyneema und Kevlar empfohlen. Dieses habe ich mir dann auch bestellt und nun eingefädelt: Beim Polyamidband konnte ich mit Hilfe eines Feuerzeuges eine Art Pilzkopf anschmelzen, der das Durchrutschen verhindert. Dies geht nun nicht mehr, insbesondere die Kevlar-Faser schmilzt überhaupt nicht, sondern verkohlt nur. Hier musste ich mir also etwas anderes einfallen lassen. Schließlich habe ich mir aus Krampen einen kleinen offenen O-Ring gebogen und geschnitten, den ich dann wie eine Crimpung um das Gurtband gequetscht habe. Ich hoffe, das hält... Das überstehende Band habe ich dann etwa 2mm über dem Quetschring abgeschnitten und die Dyneemafasern angeschmolzen und an den Ring festgedrückt. Fertig sind die neuen Latschen! 155g pro Stück sind es geworden. Erster Praxistest: Heute bin ich dann mal ein paar Stunden mit den Sandalen rumgelaufen, u.a. auch ein paar Kilometer Schotterwege. Die gute Nachricht zuerst: Durch die festere Sohle werden einzelne Schottersteine, Kiesel o.ä. entschärft. Trotzdem merkt man die Untergrundbeschaffenheit noch ziemlich deutlich. Der Grip scheint auch top zu sein. Das Band fühlt sich angenehm glatt und geschmeidig an. Nun die Kehrseite der Medallie: Es läuft sich recht hart und ungedämpft, mehr wie mit Brettern unter den Füßen. Die Sohle schmiegt sich nicht so schön an den Fuß an, so dass man mehr "Schlappt" und mehr auf der Sohle rumrutscht. Das könnte langfristig Blasen provozieren. Unter dem Strich überwiegen für mich die Nachteile. Die etwas bessere Abdämpfung unangenehmer Untergründe ist mir der Verlust an Geschmeidigkeit und Dämpfung und insbesondere auch das deutlich höhere Gewicht nicht wert. Meine Wunschvorstellung wäre also eine 6mm Supernewflex-Sohle mit grobem Profil, in das die Gurte besser eingebettet werden können. *träum*
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