Viele sind geflippt, aber von jenen, die es gewagt haben, sind bisher keine gröberen Unfällen bekannt geworden: Es ist ein extremes Schneejahr auf dem PCT, es hat gerade gestern wieder in Colorado geschneit. Die meisten Leute haben einfach gröbere Spikes dabei, siehe Feathers (Warnung: YT-Kanal, kann süchtig machen).
Microspikes halten mich in Schneefeldern sicher (letzte Woche, in den lustigen Schweizer Alpen, ein Einheimischer: "Von X nach Y ist viel zu gefährlich, da ist dieses Jahr noch niemand durch gekommen, mein Cousin montiert die Brücken erst übernächste Woche"! Es waren dann weniger als 50 m durch Schnee und es ist durchaus möglich, durch Gebirgsbäche zu gehen, sind ja nicht so breit wie der Bodensee....) Ich würde keine hohen Schuhe anziehen, solange ich nicht über 6000 Meter gehe oder tagelang über Gletscher, so am Nord- oder Südpol, aber dort ist man ja mittlerweile mit einem Neoprenanzug und Flossen leider fast schon besser bedient. Überhaupt, beware of the locals, die denken alle, ich sei nicht ganz gebacken, weil ich an einem Morgen soweit wandere, wie sie in zwei Tagen.
Jedoch wandere ich eben schnell, dies macht UL erst möglich. Hätte ich ein kleineres Hilleberg Anwesen dabei, müsste ich mich bei meinem Wanderstil von einem Knie-Implantate Hersteller sponsern lassen (Variante Kruppstahl, für schwerste Belastungen).
Mir persönlich macht dieser Stil einfach mehr Spass, andere wollen vielleicht auch draussen nicht auf ihren Le Creuset Bräter verzichten, es gibt kein richtig oder falsch. Ich gebe gerne zu, dass eine warme Mahlzeit aus einer Bratreine als zivilisierter empfunden werden kann, als Nutella pur aus einem Plastikgebinde. Und ja, die Europäische Variante der Talenti Verpackung heisst GROM, kommt aus Italien und ist noch genügend dicht. Bei 25 + kg auf dem Rücken sind hohe Schuhe empfehlenswert, aber unter 10 kg schaffe ich es auch, über Felsen zu balancieren ohne mir dauern die Bänder zu zerfetzen.
Sogenannte Hochtouren werden hierzulande ohnehin auf Skis vollbracht. Das ist einfach etwas ganz anderes als Trekking. Es gibt durchaus Routen, bei denen man sich nicht aus privaten Gründen mittels Seil an andere fesselt (oder anseilt). Dafür gibt es seriöse Ausbildungen, ist auch sehr zu empfehlen, es kommt leider durchaus vor, dass ganze Seilschaften zusammen in die Tiefe stürzen.
Sollte ich wieder einmal im Lotto abräumen, kann ich mir immer noch aus Isolationsgründen einen Salomon S/LAB XA Alpine zulegen, bis dahin müssen meine Sealskinz Socken genügen (Auch im Februar 2020, in Georgia).