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Ultraleicht Trekking

Zeltkonstruktionen verstehen


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Liebes Forum, seit einiger Zeit überlege ich, warum es eigentlich einwandige Zelte mit direkt abschließendem "Bathtub" gibt. Ich verstehe das einfach nicht, gibt es dazu eine sinnvolle Überlegung?

Als Einsteiger dachte ich immer, es muss ein doppelwandiges Zelt sein. Bei meinem Stealth 1 ist es aber manchmal fast so, dass mich das Mesh eher hindert, Kondens etwas abzuwischen (ein Protrail ist aber auch nicht leichter). Ist zum Glück schnell ausgehängt. Ein solid inner macht ja durchaus Sinn, es hält Wind und herabtropfendes (Kondens-) Wasser ganz gut ab. Aber wozu eigentlich ein komplettes Mesh inner? Bei kleinen Zelten ist das meist eh so dehnbar, dass mich das nicht abhält die Wand zu berühren. Passiert mir nicht, also auch ohne Mesh nicht. Wäre dann ein schwimmender Boden wie beispielsweise beim Aeon Li oder den Zpacks-Mids nicht immer vorzuziehen? Einziger Vorteil der "doppelwandigen" Mesh-Zelte ist aus meiner Sicht nur, dass dann wenigstens das Fly geräumig genug ist - es soll ja noch Luft zum "inner" sein.

Dann gibt es aber Zelte, die einwandig sind und einen fest mit dem Außenzelt vernähten Badewannen-Boden haben. Warum macht man sowas? Wirklich, ich verstehe das von der Konstruktion her einfach nicht. Wäre es nicht immer klüger, den Boden irgendwie einzuhängen? Sonst läuft die Suppe doch definitiv runter. Ist das nicht Quatsch? Also wären diese Zelte (zufällige Auswahl)

https://www.3fultralight.com/product/3f-ul-ultralight-tent-740g-3-season-1-single-person-professional-15d-nylon-silicon-coating/

https://www.naturehike.com/naturehike-vik-series-970g-ultralight-15d-nylon-single-tent-nh18w001-k.html

mit eingehängtem Boden nicht die besseren Zelte? Für so eine minimale kleine Regenrinne und Mesh dazwischen dürfte doch immer Platz sein, oder täusche ich mich da? Sind das nicht irgendwie Fehlkonstruktionen? Bestimmt nicht, sonst gäbe es die nicht (und hier im Forum nutzen die ja sogar einige) aber vielleicht kann mir das jemand erklären ;) Mich wundert auch, dass auf den Bildern (z.B. Lanshan pro, wo das ja immerhin umgesetzt ist) dieses aus meiner Sicht entscheidende Detail, wie/ob die "Wasserrinne" gelöst ist, oft nicht gut erkennbar ist.

OT: Und wenn jemand ein Zelt wie diesen etwas geräumigeren Big Sky Wisp-Klon von Flames Creed mit floating Floor kennt: das wäre glaube ich mein Traumzelt :) Sonst muss ich wohl auf das Aeon ohne Li warten :rolleyes:

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Moin! Ein update. Wir hatten letzte Nacht etwas Regen und danach halbwegs klaren Himmel. Am meisten Kondenswasser hat sich im Silnylon-Tarp gebildet und am wenigsten im Baumwoll-Tarp.

Hallo grmbl! Es gibt einfach Zelte für verschiedene Einsatzzwecke. Komplette Meshinnenzelte kommen hauptsächlich aus den USA und sind durch das Klima dort bedingt. Das Mesh dient hauptsäch

Außenzelt-Material bei Nässe. Es ist zwar weitgehend bekannt, dass sich Silnylon bei Nässe dehnt, aber so sieht es im direkten Vergleich aus. Die Tarps stehen seit zwei Tagen im Regen ohne, das

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Hallo grmbl!

Es gibt einfach Zelte für verschiedene Einsatzzwecke.

vor einer Stunde schrieb grmbl:

Aber wozu eigentlich ein komplettes Mesh inner?

Komplette Meshinnenzelte kommen hauptsächlich aus den USA und sind durch das Klima dort bedingt. Das Mesh dient hauptsächlich dazu Moskitos abzuhalten. Das Außenzelt ist gegen Regen. Die meisten amerikanischen Zelthersteller konstruieren die Zelte ja auch so, dass man das Meshinnenzelt auch ohne Outer aufbauen kann. Daher zeigen die Produktbilder konventioneller amerikanischer Hersteller auf zu vorderst nur das Innenzelt (siehe MSR, NEMO, Marmot, ... ).

Die Aufgabe kalten oder feuchten Wind abzuhalten haben amerikanische Zelte nicht. Dort ist man eher froh, wenn mal ein kühles Lüftchen durchs Zelt zieht. Deshalb haben bei vielen Zelten die Außenzelte auch recht viel Luft zum Boden. Europäische (scandinavische) Zelthersteller haben da natürlich ganz andere Prioritäten und bauen eher solid Inner.

vor 1 Stunde schrieb grmbl:

Dann gibt es aber Zelte, die einwandig sind und einen fest mit dem Außenzelt vernähten Badewannen-Boden haben. Warum macht man sowas? ... Wäre es nicht immer klüger, den Boden irgendwie einzuhängen? Sonst läuft die Suppe doch definitiv runter.

Das gibt es hauptsächlich bei Alpinzelten. Hier sind, auf Grund der Witterung, die wichtigsten Anforderungen: Schnee und Wind abhalten, das Zelt möglichst sturmstabil halten, kleine Stellfläche, geringes Gewicht. Kondenswasser gibt es unter den Bedingungen eher selten und wenn dann haben viele Zelthersteller Membranen verbaut, die die Luftfeuchtigkeit nach außen ableiten. Außerdem ist Kondens im Fall der Fälle eher zu vernachlässigen, weil die anderen Anforderungen deutlich sicherheitsrelevanter sind.

In den letzten Jahren sind natürlich gerade bei UL-Cottages Mischformen auf den Markt gekommen, weil hier die Konstrukteure mehr "outside the Box" denken. So gibt es zum Beispiel Außenzelte mit fest eingenähtem Boden, die durch durchdachte Belüftungskonzepte Kondens möglichst direkt am entstehen hindern sollen. 

vor 1 Stunde schrieb grmbl:

Bei beiden Zelten sind die Böden nicht eingehängt, sondern fest vernäht. 

mfg
der Ray

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Cool danke @derray, das hilft schon sehr, waren mir tatsächlich nicht ganz klar die ganzen Anwendungsfälle!

vor einer Stunde schrieb derray:

Bei beiden Zelten sind die Böden nicht eingehängt, sondern fest vernäht. 

genau, und genau das wunderte mich! Jetzt erst recht, denn für den Anwendungsfall Alpinismus sind die eher nicht gedacht (?). Ich meinte es so, dass ich die mit eingehängtem Boden eigentlich logischer fände.

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vor 3 Minuten schrieb MarcG:

Wenn das Wetter also gut ist, hat man so einen schönen luftigen Insektenschutz.

OK ich muss zugeben fiese Insektengebiete mit trockenem Wetter hatte ich noch nie, da hab ich echt nicht mehr dran gedacht :oops::roll:  Logisch, dann gibt's nur noch Dach oder kein Dach. In unseren Breiten ja oft ok die Auswahl ;-)

Aber schön nochmal eine Übersicht zu haben und mit dem Anforderungsprofil abzugleichen, für mich war der Anwendungsfall des komplett geschlossen Zeltes nicht ersichtlich, da ich nie hochalpin unterwegs bin.

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vor 3 Stunden schrieb grmbl:

Aber wozu eigentlich ein komplettes Mesh inner?

Mesh Inner ist eben leichter als eines aus richtigem Stoff. Bei europäischen Herstellern wurde sowas früher als "Sommerinnenzelt" als add-on verkauft. Für Kalifornien oder die Tropen sind solche Innenzelte prima geeignet. Da haben sie auch Ihren Ursprung. Mittlerweile "schwappt" das "full mesh inner" (FMI?)auch auf den europäischen Mainstream Markt und funktioniert auch irgendwie, die Reserven schrumpfen dann aber eben entsprechend.

Ich habe in letzter Zeit immer mehr den Eindruck das die Zelte halt online gekauft werden. da vergleicht man ein paar Eckdaten, kauft dann das Teil daß auf dem Papier ein Paar Gramm leichter ist. Funktion ist egal, das Dingen war eh spottbillig und staubt nach ein paar Nächten draußen dann im Schrank ein, bzw.wird weitervertickert. Ob es jetzt super funktionierte oder nicht ist bei diesem Szenario fast schon egal. das macht natürlich nicht jeder so, aber denkbar ist das IMHO schon.

Ein anderes Argument für FMI ist ganz trivial: Sternegucken.

vor 3 Stunden schrieb grmbl:

Bei kleinen Zelten ist das meist eh so dehnbar, dass mich das nicht abhält die Wand zu berühren.

Dann ist das Zelt eben insgesamt zu klein. Das Stoffinnenzelt kann da aber trotzdem nochmal einiges Abhalten,

 

vor einer Stunde schrieb derray:

 

vor 3 Stunden schrieb grmbl:

Bei beiden Zelten sind die Böden nicht eingehängt, sondern fest vernäht. 

Beide Zelte sehen jetzt aber nicht wie hochalpinen Sturmbunker aus. Falls die Böden da direkt eingenäht sind würde ich eher konstruktiven Unsinn vermuten, den Eckdaten geschuldet (s.o.). Auf der Homepage jedenfalls sehen beide Zelte recht schnuckelig aus - ist neben Eckdaten noch so ein neues Kaufkriterium.

 

vor 1 Stunde schrieb derray:

So gibt es zum Beispiel Außenzelte mit fest eingenähtem Boden, die durch durchdachte Belüftungskonzepte Kondens möglichst direkt am entstehen hindern sollen. 

Hast du da Mal ein Beispiel? Ich vermute eher das das mit der Belüftung, wenn der Boden fest eingenäht wird, eben nicht klappt.

LG, Christian

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vor 3 Stunden schrieb grmbl:

Also das erste ist ja eine dreiste Kopie von Big Sky International. Das wird vom Erfinder Marc auch bewusst "superbivy" genannt und nicht Zelt. Also halb Bivy, halb Zelt. Deshalb ist der Boden hier fest angenäht.

Das zweite hat ein solid inner. Aus meiner Sicht würde es da keinen Sinn machen den Boden frei einzuhängen, denn der potentielle spalt zwischen Innenzeltwand und Boden würde ja gerade Wind durchlassen, was ja bei einer solid-inner-Konstruktion grade nicht passieren soll.

vor 8 Minuten schrieb Christian Wagner:

Hast du da Mal ein Beispiel? Ich vermute eher das das mit der Belüftung, wenn der Boden fest eingenäht wird, eben nicht klappt.

Das BSI Wisp ist eigentlich schon ein gutes Beispiel. Die Luft strömt am Fußende und durch die Apsis ein und zieht durch den Lüfter, der sich direkt überm Gesicht befindet (da wo man meistens ausatmet) wieder ab. So soll sich höchstens in der Spitze oberhalb vom Lüfter Kondenswasser bilden.

mfg
der Ray

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vor 5 Stunden schrieb grmbl:

Dann gibt es aber Zelte, die einwandig sind und einen fest mit dem Außenzelt vernähten Badewannen-Boden haben. Warum macht man sowas? Wirklich, ich verstehe das von der Konstruktion her einfach nicht. Wäre es nicht immer klüger, den Boden irgendwie einzuhängen? Sonst läuft die Suppe doch definitiv runter. Ist das nicht Quatsch? Also wären diese Zelte (zufällige Auswahl)

https://www.3fultralight.com/product/3f-ul-ultralight-tent-740g-3-season-1-single-person-professional-15d-nylon-silicon-coating/

https://www.naturehike.com/naturehike-vik-series-970g-ultralight-15d-nylon-single-tent-nh18w001-k.html

mit eingehängtem Boden nicht die besseren Zelte?

Hallo grmbl,

zufälligerweise benutze ich das 3F UL Gear Zelt, das du verlinkt hast. Ich denke, dass die Idee grundsätzlich gut ist, einen Boden in einen Mesh-Rahmen einzuhängen, weil es das Problem mit herablaufendem Kondenswasser ein wenig einhegt.
Die Überlegungen die mich zu meinem Zelt gebracht haben waren aber andere. Ich wollte ein Zelt haben, das

  • einwandig konstruiert ist, um Gewicht zu sparen und
  • komplett geschlossen ist, um vor dem üblichen Viehzeug zu schützen und
  • grün ist (ich verwende die Variante von FLAME'S CREED), weil ich oft in dicht besiedeltem Gebiet unterwegs bin und
  • günstig ist!  Denn ich möchte eine Ausrüstung haben, die ich Anfängern unseres Hobbies empfehlen kann, ohne dass die gleichzeitige Anschaffung vieler Ausrüstungsteile sie in die Schuldenfalle treibt.


Der Komfortverlust durch eventuell herablaufendes Kondenswasser kann mir ziemlich egal sein, denn ich verwende das Zelt mit offener Front, indem ich die große Tür mit meinem zweiten Trekkingstock abspanne.


IMG_20200514_090011-scaled.thumb.jpg.a2c6dc7a1f4a741a532568da12b225d6.jpg

Dadurch habe ich ohnehin kein Kondenswasser im Zelt. In den wenigen Nächten, in denen ich die Tür zumachen musste, weil das Wetter es verlangte, bildete sich selbstverständlich auch Kondenswasser. Aber für diese seltenen Fälle kaufe ich mir kein aufwändig konstruiertes, und somit oft sehr teures, Zelt. Das 3F UL Gear Zelt kostet alberne ~70€ (meins wiegt 569 Gramm). Ich lege da nicht 450€ oben drauf, nur weil ich dann einmal im Jahr ein paar Tropfen Wasser weniger im Zelt habe. Das lohnt sich für mich nicht.

Beste Grüße
Martin von Dannen

Bearbeitet von Martin von Dannen
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vor 2 Stunden schrieb grmbl:

Danke @Martin von DannenDann wäre daraus abgeleitet ein Grund für so eine Konstruktion auch (mutmaßlich) "billiger in der Herstellung", und keine inhaltliche Überlegung ;)

Der Preis ist durchaus relevant für mich. Der "inhaltliche" Teil ist: "nimm kein Feature mit, das du nicht brauchst" oder "löse kein Problem, das du nicht hast".

Bearbeitet von Martin von Dannen
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vor 40 Minuten schrieb Martin von Dannen:

Das 3F UL Gear Zelt kostet alberne ~70€ (meins wiegt 569 Gramm). Ich lege da nicht 450€ oben drauf, nur weil ich dann einmal im Jahr ein paar Tropfen Wasser weniger im Zelt habe. Das lohnt sich für mich nicht.

Ein Einwandzelt mit Meshrand geht ja auch unter 500€. z.B. Lunar Solo oder Protrail. 

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vor 3 Stunden schrieb derray:

Das BSI Wisp ist eigentlich schon ein gutes Beispiel...

Kenne das Zelt jetzt nicht aus eigener Anschauung, lt. backpackinglight scheint es eine ziemliche Tropfsteinhöhle zu sein.

Zitat

Condensation.  The foot box is noseeum mesh and there is a small (ridiculously so) vent on the vestibule side panels.  This is totalling inadequate...

Belüftung am Unterrand des Daches ist effektiv, je nach Abspannungshöhe entweder extraluftig oder fast dicht und wiegt nix.

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Am 19.7.2020 um 22:00 schrieb Christian Wagner:

Kenne das Zelt jetzt nicht aus eigener Anschauung, lt. backpackinglight scheint es eine ziemliche Tropfsteinhöhle zu sein.

Da wurden seit dem ersten Entwurf wohl einige Veränderungen umgesetzt, es heißt wohl daher nun auch "moon view", das bezieht sich angeblich auf eine doppelwandige Konstruktion im oberen Bereich - wie genau das verändert sein soll konnte ich aber nicht entdecken. Das Zeltgewicht ging jedenfalls hoch: weight revD: 665g. Die ersten Versionen lagen alle unter 600g. Hier eine Beschreibung (vorletzter Beitrag auf der Seite):

https://backpackinglight.com/forums/topic/new-big-sky-wisp-1p-tent/page/2/

Aus meiner Sicht aber dann nicht ganz konsequent, den Boden weiterhin fix anzunähen, wenn es nicht mehr so eindeutig auf leichtestmöglich (Wetterschutz ohne Komfort, "Super Bivy" eben) getrimmt ist und versucht wird, dem Wunsch nach mehr Belüftung nachzukommen. Zumal es für Hochtouren zu viele Abspannungen braucht, oder? Und das wäre ja ein Einsatzbereich, bei dem komplett geschlossen erwünscht ist.

So langsam verstehe ich aber, warum manche hier ihre Zelte selbernähen :grin: Das Wisp mit etwas größerem Lüfter (der China-Klon hat das, aber an einer ungünstigeren Stelle) und eingehängtem Boden fände ich eine ziemlich perfekte Konstruktion für meinen Anwendungsbereich in gemäßigtem Klima, 3 Jahreszeiten Mitteleuropa unter der Baumgrenze - zumindest so auf dem Papier. :wink: Schon spannend, wie fein die Unterschiede sind, wieviel Komfort jemand möchte, auch was jeder darunter versteht; wofür das Zelt eingesetzt werden soll; welche Vorlieben jemand hat etc. Danke nochmal für dein Beispiel @Martin von Dannen, ich hätte echt nicht gedacht, dass so eine Konstruktion für jemanden akzeptabel ist :grin:

Am 19.7.2020 um 20:04 schrieb Martin von Dannen:

Das 3F UL Gear Zelt kostet alberne ~70€ (meins wiegt 569 Gramm).

Wie kommt das geringere Gewicht zustande? Laut Shop/Hersteller 740 Gramm. Hast du Heringe und Leinen rausgerechnet oder wie geht das?

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Am 22.7.2020 um 13:47 schrieb grmbl:

Wie kommt das geringere Gewicht zustande? Laut Shop/Hersteller 740 Gramm. Hast du Heringe und Leinen rausgerechnet oder wie geht das?

Hier sind Bilder von der Verpackung und der Waage. Heringe wiege ich nicht mit dem Zelt, weil ich je nach Bedarf unterschiedliche Heringe verwende, die auch unterschiedlich viel wiegen. Die 569 Gramm beinhalten das Zelt und alle notwendigen Leinen, die bei der Lieferung bereits daran befestigt waren. Die könnte man aber noch gegen leichtere Schnüre austauschen. Zusätzlich habe ich an allen Abspannpunkten elastische Schlaufen befestigt - die sind nicht mit auf der Waage gelandet.
Die 740 Gramm aus den Herstellerangaben könnten auch das Groundsheet beeinhalten. Ich weiß nicht wie die auf ihr Gewicht kommen.

 

vor 22 Stunden schrieb Marlene vgn:

@Martin von Dannen Wie findest du dein Zelt denn so von der Qualität? Man hört ja häufiger, dass vom Chinesen die Nähte und der Stoff nicht so gut sind. 

Ich habe noch nie ein Qualitätsproblem mit irgendeinem Produkt von 3F UL Gear/FLAME'S CREED gehabt. Das Ponchotarp ist dämlich designed und als Tarp nicht zu gebrauchen, die Nähte sind aber gut und das Material auch. Die Zelte die ich von denen habe sind absolut in Ordnung. Ich habe von der "schlechten Materialqualität" auch schon gehört, aber kann die Aussage nicht bestätigen. OT: Vielleicht liegt das daran, dass ich keinen Versandhandel für sehr teure Konkurenzprodukte betreibe. ;)

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Interesant, das ist ein 3F UL Zelt was ich zum ersten Mal sehe, und es scheint leichter und günstiger als das Lanshan 1 pro zu sein, das man online üblicherweise als Budget 1P Einwandzelt sieht.

@Martin von Dannen siehst du irgendwelche Nachteile von dem Zelt gegenüber dem Lanshan, Asymmetrisch statt Pyramidenform etc?

Habe momentan ein Lanshan 2 weil ich nicht immer allein unterwegs bin, aber für 70€ wäre das ja als Alternative wenn man allein unterwegs ist echt ein Deal, hatte überlegt das Lanshan 1 pro dafür zu kaufen aber dein Zelt (bei dem mich wundert das 3F ihm keinen Namen gibt) scheint da ja die bessere Alternative zu sein.

EDIT: was mir gerade noch einfällt, weißt du welche Stocklänge du zum Aufbau verwendest?

Bearbeitet von Lignius
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vor 3 Stunden schrieb Lignius:

 

@Martin von Dannen siehst du irgendwelche Nachteile von dem Zelt gegenüber dem Lanshan, Asymmetrisch statt Pyramidenform etc?

Habe momentan ein Lanshan 2 weil ich nicht immer allein unterwegs bin, aber für 70€ wäre das ja als Alternative wenn man allein unterwegs ist echt ein Deal, hatte überlegt das Lanshan 1 pro dafür zu kaufen aber dein Zelt (bei dem mich wundert das 3F ihm keinen Namen gibt) scheint da ja die bessere Alternative zu sein.

EDIT: was mir gerade noch einfällt, weißt du welche Stocklänge du zum Aufbau verwendest?

Ich habe zwar kein Lanshan 1 Pro, aber ich gehe davon aus, dass die verwendeten Materialien die gleichen sind und die Verarbeitungsqualität weitgehend identisch. Zumindest ist das bei meinem 3F UL Gear CangYuan 3 so.
Das Zelt ist kürzer und schmaler als das  Lanshan 1 Pro. Die asymmetrische Form ermöglicht es bei einem kürzeren Zelt, die Dachneigung einer Dachseite flacher anzulegen. Dadurch wird das Zelt, wenn man es richtig in den Wind stellt, stabiler. 

In der Realität spielt das für mich (vermutlich für viele andere auch) keine tragende Rolle. Meine Nachtquartiere wähle ich so aus, dass der Standort selbst einen Schutz vor Wind bietet. Schon allein, weil ich gerne mit offener Tür schlafe. Für mich sind die wesentlichen Unterschiede zum Lanshan 1 Pro das Gewicht und die Größe. Das Lanshan 1 Pro ist etwas größer und etwas schwerer. Wer meint, dass die zusätzlichen  Zentimeter den Komfort maßgeblich erhöhen, sollte also zum Lanshan 1 Pro greifen. Das kürzere Zelt kann ich außerdem nicht empfehlen, wenn du länger als 185 Zentimeter bist. Ich bin etwa 185 Zentimeter groß und passe da rein, stoße aber gelegentlich unten an, vor allem wenn ich dicke Matten verwende.

Meine Stöcke sind 125 Zentimeter lang. Damit steht das Zelt sehr gut. Wenn ich mit dem Rennrad unterwegs bin habe ich keine Trekkingstöcke dabei. Für diese Fälle habe ich mir bei Extremtextil eine Stange gekauft. Die ist 120 Zentimeter lang und damit steht das Zelt auch sehr gut. Hier ist die Materialliste.

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Bearbeitet von Martin von Dannen
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OT: Weichen wir zu sehr vom Thema ab? Evtl sollten wir die Diskussion über das Zelt woandershin auslagern?

Interessant, ich habe jetzt noch mal die Beschreibung gelesen die du verlinkt hast, Material scheint das selbe wie bei den non-Pro Lanshan Versionen zu sein, zumindest erwähnen sie kein weiteres Seam-sealing. Hast du die kleine Frontstange für das Zeltgewicht mitgewogen, oder kommt man auch ohne die aus? Bin etwas verblüfft wie viel leichter als angegeben das Zelt zu sein scheint. Nur ein Rätsel hat sich für mich gelöst, der niedrige Preis von 70$ scheint leider fiktiv, auf der 3F Seite selbst kann man nicht ordern sondern wird auf Aliexpress verlinkt, wo das Zelt dann aber 115€ kostet. Das wiederrum passt zu dem Preis des normalen Lanshan 1, das pro scheint ja hauptsächlich durch das beidseitig sil-beschichtete Nylon teurer.

Hat man zwischen Boden und Seitenwand wie beim Lanhan einen Streifen mesh? Oder läuft eventuelles Kondenswasser einem direkt in die Bodenwanne?  Hattest du allgemein schon Probleme mit Kondens oder ist das durch die offene Tür normalerweise kein Thema für dich?

Die Stocklänge klingt mit 125cm perfekt, Ich habe auch Stangen in Fixlänge 125cm, daher die Frage.

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vor 8 Stunden schrieb Lignius:

Hat man zwischen Boden und Seitenwand wie beim Lanhan einen Streifen mesh? Oder läuft eventuelles Kondenswasser einem direkt in die Bodenwanne? 

Eben keine Wasserrinne sondern direkt in die Bodenwanne, das finde ich ja so erstaunlich, dass es diese Konstruktion gibt. Steht auch oben an ein paar Stellen, daher hatte ich das Zelt überhaupt als Beispiel genannt; eigentlich das Original, das Big Sky Wisp, aber davon gibt es noch weniger Bilder. Das wurde ursprünglich als besserer Biwaksack entwickelt ;-)

Da ich noch nie in so einem Zelt übernachtet habe und ich manchmal so schon echt viel Kondens hatte, konnte ich mir nicht vorstellen, warum das überhaupt gebaut wird. Für den Einsatz bei mildem Klima, bedachter Platzwahl und mit offener Seite scheinbar ;)

Dazu frage ich mich, was ist eigentlich die größte Quelle für Kondens, wirklich die eigene Ausdünstung? Oft hatte ich den Eindruck, dass - wenn man einen besonders ungünstigen Zeltplatz wählt, z.B. hohe Wiese, womöglich am Wasser - es einfach von der Wiese so viel Feuchtigkeit gibt, dass der eigene Kondens vielleicht gar nicht so ausschlaggebend ist (kann natürlich täuschen). Wäre in so einem Szenario dann ein komplett geschlossenes Zelt manchmal sogar im Vorteil - zumindest wenn es sehr gut belüftet ist? Oder schlägt bei eh schon ziemlich feuchtigkeitsgesättigter Luft einfach meine eigene Ausdünstung mehr durch? Ich hatte die Entstehung von Kondens am Zelt innen so verstanden, dass die Luft an der Außenhülle abkühlt und dann die Feuchtigkeit nicht mehr halten kann. Steigt dann aus der Wiese auch warme, feuchte Luft auf? Dann könnte ja ein etwas zu großes Polycro bei einem doppelwandigen Zelt oder im Tarp auch gegen Kondens helfen, ist das so?

 

vor 8 Stunden schrieb Lignius:

Bin etwas verblüfft wie viel leichter als angegeben das Zelt zu sein scheint.

OT: Wieso, ist doch eigentlich exakt wie beschrieben, für "alles was man braucht" ~740g, also ohne Groundsheet (863g-122g, siehe Bilder im entsprechenden Faden). Netter Sofortrabatt natürlich, dass man niemals 100g Heringe mitnimmt (ich veranschlage mal 23g für die kurze Stange und 10g für die Schnur auf der Waage). Und die Hülle mit knapp 40g ist auch ein ordentlicher Abzug. Viele Hersteller, besonders im Premiumsegment, geben daher direkt nur das Gewicht vom Fly an. Hülle, Schnüre etc. oft extra, Heringe sind meist nicht dabei. Das geht so weit, dass ich sogar schon den Verdacht hatte, dass das optionale Seam-Sealing bei Tarptent dazu dient, die letzten 20g (?) nochmal zu drücken. Beim Chinaklon ist das schlicht nicht das entscheidende Kaufargument ;-)

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Dann schließen wir ja jetzt den Kreis der Diskussion, tatsächlich merkwürdig dass das so gelöst ist. Für trockenere Lagen und die Leute von denen man auch mal liest das sie Nachts mehrmals Kondenswasser von der Wand wischen aber sicherlich ausreichend.

Mit der Physik des Kondenswassers an sich hängt alles am Taupunkt. Wasserdampf kondensiert unterhalb dieser Temperatur, die bei konstantem Luftdruck von Temperatur und Luftfeuchte der Umgebung abhängig ist. Das Wasser was du tatsächlich kondensiert siehst sollte großteilig von dir sein, allerdings ist die feuchte Wiese massiv daran beteiligt dass es überhaupt Kondens gibt, indem die Umgebungsluftfeuchte soweit steigt das der Taupunkt zwischen deiner Körpertemperatur und der Umgebungstemperatur liegt. Das Kondens entsteht also weil die Luft die von dir ausgeht wärmer ist als die Umgebung, und daher mehr Wasserdampf halten kann als die Luft rundum. Die Zeltwand wird von außen auf Umgebungstemperatur gekühlt und ist so der erste Punkt an dem es Kondens gibt.

Ein leeres Zelt sollte also maximal den Morgentau abbekommen der entsteht indem die allgemeine Umgebungsluft über Nacht abkühlt und das eingeschlossene Volumen ist zu klein als das man innen viel sehen sollte. Bei einer Nacht von 20->5grad solltest du z.B. etwa 10ml pro m^3 im Zelt haben, im Vergleich zu den ca 500ml die man als Mensch über Nacht abgibt. Da sollte also aus der Wiese selbst nichts groß "aufsteigen".

OT: 3F schreibt 710g Tent only, zumindest bei den Lanshan Zelten ist das angegebene Tent only tatsächlich das reine Gewicht von Fly und Inner falls vorhanden. Heringe etc. gingen da immer noch mal oben drauf, deswegen meine Verwirrung.

Zitat

Footprint: 30D coated nylon 130g, waterproof coefficient 4000mm Color: Green/ Gray /Orange (As Shown) Net weight: 710g (only tent) Total weight: 890g

blieben bei den angegebenen Werten allerdings nur 50g für Heringe etc. also geht da was nicht auf.

Bearbeitet von Lignius
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  • 2 Monate später...
Zitat

A properly designed double wall should largely prevent contact, but not all do. Most traditional tents are double walled and the inner pitches tight enough that you'd have to push pretty hard on the mesh to touch the wet fly, but a lot of UL tents have pretty limp inners that don't work as well. However, even there you should at least still feel the inner as a bit of an advance notice.

The main times I hit the wet walls in a single wall are when I slide around in the night and my sleeping bag pushes a bit on the ends, or when I set it up half asleep and my head hits the walls. If a double wall tent has (1) a taut inner and (2) a generous gap between the inner and fly, then I find it makes a big difference. It's just so easy to accidentally hit wet walls in a single wall when you're asleep or half asleep and it's dark.

Another side to this is that most tents until recently have been nylon, which sags when wet so the fly can sag and stick to the inner or at least become a lot closer. This happens the most when you least want it - in wet conditions. So nylon sag can partially negate the benefits of a double wall. My Big Agnes Fly Creek UL3 would always sag and stick to the inner in wet conditions, no matter how taut I pitched it because the long sides woulds sag so much. But now we have poly and DCF tents that don't sag, so they can maintain proper fly tension through the rain.

So anyways, all that is to say that I think a properly designed double wall makes it a lot easier not to touch the condensation inside the fly.

Dan Durston, 2019, 

 

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Ich habe ein ähnliches Zelt von DD, wie Martin das beschreibt. Mein Zeltgewicht liegt etwas unter 1Kg (allerdings mit Schnüren und Heringen). Statt Treckingstock suche ich mir vor Ort immer etwas vor Ort. Die Idee offen zu schlafen um dem Kondenswasser entgegen zu wirken hatte ich auch schon, die Idee die "Tür" mittels zweiten Stab abzuspannen noch nicht. Gute Idee und noch etwas mehr Schutz vor etwaigen Niederschlägen. Im geschlossenen Zustand hatte ich auch viel Kondensbildung im Zelt. Und da es räumlich knapp bemessen ist stößt man unweigerlich mit dem Schlafsack an die Außenwand und nimmt damit Feuchtigkeit auf. Nun ja, sind ja bekannte Probleme.

Grüße

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