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Ultraleicht Trekking

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Madeira 2020

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In diesem Jahr sollte der Jahreswechsel etwas anders verlaufen. Ich plante pünktlich zum Jahresbeginn eine Wandertour. Die Wahl fiel auf Madeira, inspiriert durch die Fotos und den Reisebericht „Madeira durch die Wolken“. Die üppig grüne, subtropische Vegetation in Kombination mit dem bis zu fast 1900 m hohen Zentralmassiv hatte es mir angetan. Für mich als Anfängerin, was das Zelten angeht (bisher nur vereinzelt in den Bergen gezeltet bzw. Im Sommer in der Schweiz von Campinglatz zu Campingplatz) passte es ganz gut, dass es auf Madeira sogenannte „Camps“ gibt (eigentlich sind es Picknick-Plätze), wo man nach vorheriger Anmeldung sein Zelt aufstellen "darf". Im Januar ist davon auszugehen, dass man eher alleine dort auf der Wiese nächtigt. Die Wasserversorgung stellt dort kein Problem dar. Neu für mich würde sein, dass ich für ca. 5 Tage Essen mitnehmen muss und nicht durch Dörfer kommen würde, wo ich mir im Zweifelsfall ein Zimmer nehmen kann. Klar hin und wieder gibt es Busse oder ich könnte mir ein Taxi zu einer der ERs bestellen. Aber das war nicht der Plan.

Es gibt zwar zu der Tour schon ein Reisebericht, aber ein, zwei Leute, die ich mit Fragen löchern durfte, fragten nach einem Bericht, und jede Reise ist ja anders, insofern hoffe ich das der ein oder die andere gerne mitliest.

Vielen Dank nochmal an @ChristianB und @AnnK sowie @TaeveSupertramp und Magna9090 von ODS (die sich hier jetzt glaube ich auch tummelt), für das geduldige Beantworten meiner Fragen vorab. (Fotos sind alle von mir).

bearbeitet von sja

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Tag 1 Anreise

Drama. Natürlich in der Nacht vor Nervosität kein Auge zugemacht. Um Mitternacht ein paar Neujahrsgrüsse verschickt, um halb 3 Richtung Airport aufgebrochen. Als ich die Wohnungstür abschließen will, merke ich, dass mein ach so ultraleichter Schlüsselbund den Wohnungsschlüssel nicht mehr enthält. Statt des Wohnungsschlüssels nehme ich jetzt den Büroschlüssel mit, na spitze. Zum 100. Mal nehme ich mir vor, den Ersatzschlüssel bei Freunden zu deponieren... SMS an J. für Notunterkunft in die Nacht, wenn wenn ich zurückkomme. Nächstes Problem: U-Bahn fährt unregelmäßig - klar New Year's Eve..., RTW-Einsatz, was sonst…ich warte... die Anzeige sagt mir "unbestimmte Verspätung"…, dann folgt eine Entscheidung für ein Taxi, zumindest erstmal in Gedanken. Ich gehe aus der U-Bahn-Station, um vorsichtig die Lage checken. Das erste Glück im neuen Jahr, siehe da, es fährt das gewünschte Auto vor und ich behaupte mich großartig gegen 4 Jungs, die in dieser Nacht schon gewaltig Spaß hatten. Ihre Strategie, 3x soviel Kohle für die Fahrt zu bieten trifft bei meinem super-netten Taxifahrer glücklicherweise auf Empörung. Es handelt sich um einen fröhlichen IT-Ingenieur, der zum Spass (?) in seinem Urlaub (!) in der Silvesternacht ne Tour macht - wie er sagt handele es sich um geschenktes Geld (?).

There we are. Sicherheitskontrolle: Kleine Schrecksekunde, als ich meinen Rucksack öffnen soll. Die wollen doch nicht etwa meine Trekking-Stöcke beanstanden? Oder meinen nigelnagelneuen Stormin Stove? Die 3kg Proviant? Alles easy, nix auspacken. Der Kragen meines Rucksacks wird auf Sprengstoffspuren untersucht.... Habe keine Böller eingepackt, hihi.

Funchal 14h - Flughafenbus in die Stadt gekriegt, check. 16:30h sitze ich in einem leicht schrabbeligen Stassencafe im schönsten Sonnenschein, check. Mir fallen ständig die Augen zu, nicht check. Um mich rum ein paar betagte Touristen. Ich überlege, ob die wohl von dem Hochhaus-Dampfer, auf den ich Richtung Süden blicke, kommen? Ich stelle mir vor, wie ich in den nächsten Tagen im Grünen bin und denke bei diesem bizarren Anblick namens „all inklusive“, wie unterschiedlich die Bedürfnisse sind.

Ich laufe noch etwas durch die Stadt und werde auf beeindruckende Weise von einem älteren Herren daran erinnert, dass Training gar nicht so ne schlechte Idee ist…:

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bearbeitet von sja

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Tag 2 Von Santo da Serra nach Poiso

Mit dem Bus geht es heute morgen nach Santo da Serra, weit im Osten der Insel. Neujahr gab es am Nachmittag so wenig Busse, daher die Nacht in Funchal. Den „alcohol etilico“ für den Brenner kaufe ich zuvor im Supermarkt, praktischerweise in der 250ml Flasche. Der Rucksack mit dem ganzen Futter trägt sich ganz ok. Hab mir aber auch unglaublich Mühe gegeben, meine Nahrungsaufnahme zu optimieren. Zwei Tage zuvor stand ich von morgens bis Abends in der Küche und habe meine liebsten Müsliriegel zubereitet, Knäckebrot nur aus Nüssen hergestellt, Porridge gemischt, Gemüse getrocknet und Couscous, Polenta & Co vorbereitet – und natürlich Kalorien gerechnet. Verhungerungsängste nennt man das wohl… Und zur Not gibts dann ja noch geröstete Mandeln und Datteln zwischendurch.

Als ich am Kreisverkehr bei Santo da Serra ankomme, wird das Wetter immer schöner. Ich gehe los, bin so happy und enthusiastisch dass es endlich los geht und dass ich aus der Stadt raus bin.
Nach kurzer Zeit erreiche ich schon die Öko(?)Forellenzucht / den Forellenpark von Paulo ("Parque Ribeira Primeira"), die ich bei der Vorbereitung der Wanderung entdeckt hatte. Hm, jetzt schon? Ich kann aber einfach nicht anders und muss hier was probieren, easy heute, außerdem… man weiß ja nie… was man im Bauch hat…, der Kocher könnte ja versagen, der Spiritus auslaufen oder mein Couscous unterwegs aus dem Rucksack rieseln… haha…

Das Lunch besteht also aus einer unglaublich leckeren gegrillte Forelle, Kartoffeln, Salat und ein Humpen Wein ist inklusive. Außer mir ist nur ein englisches Pärchen da.

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Ich laufe nach dem Humpen natürlich ziemlich beschwingt weiter. Leider ist es jetzt schon 12:45 h und ich muss mich etwas ranhalten. Bald schon erreiche ich meine erste Levada namens Levada da Serra. Ich laufe ein Stück entlang, dann geht es aber bergauf Richtung Pico do Suna. Von da sehe ich auch zum ersten Mal in der Ferne die Radarstation (weiße Kugel) oben auf dem Pico Arieiro. 

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Mein Plan ist, bis Poiso zu laufen, zwar liegt das Camp recht nah an der Straße, aber ich will vermeiden, dass der nächste Tag länger wird als muss - es stehen echt viele HM an. Der Weg vom Camp Terreios zum Camp Poiso ist nicht wirklich der Knüller, aber egal, gut dass ich die Strecke heute schon gehe. Ich hole mir Wasser im Ausflugs-Restaurant, auf dem Weg zum Camp Poiso und will schnell mein Zelt aufbauen. Allerdings - das Camp ist doch irgendwie doll an der Autostrasse und man – ich – stehe mit meinem Lunar da ganz schön auf dem Präsentierteller. Außer mir zeltet hier keiner. Sicher, wenn es dunkel wird, fahren hier bestimmt nicht mehr viele Autos, wenn überhaupt und das Zelt wird dann sicher auch kaum zu sehen sein. Überlege trotzdem weiter zum nächsten Camp auf der Hochebene Feiteiras de Baixo zu laufen. Ich gehe auf der anderen Straßenseite in den Wald und folge dem Pfad ein Stück, da sehe ich ein kleines ebenes Fleckchen mit Gras bewachsen und denke, das müsste doch passen, schön geschützt. Ich hadere trotzdem noch etwas, ob ich noch weiter gehen soll, aber hey, ist doch alles gut hier. Baue schnell mein Zelt auf und nutze zum ersten mal so richtig mein Stormin Stove System. Bin ziemlich begeistert. Funktioniert prima, steht stabil, ist fix, gut geschützt… Das erste Essen kochen unterwegs hat geklappt - HOORAY! Und ich freue mich auch, dass ich so ein schönes Plätzchen gefunden habe und nicht auf dem Camp geblieben bin. YUHUH!

‚Es wird schnell recht kühl um nicht zu sagen kalt…, morgen wird es sicher noch kühler, auf den 1800 m, schluck… Aber erst mal sehen, wie DIESE Nacht hier wird…

bearbeitet von sja

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Tag 3: Das Rückgrat der Insel - Pico Arieiro - Pico Ruivo

7° feels like 5 sagt YR - feels like ... weniger ... denke ich...

Heute gehts hoch Zum Pico Arieiro (1818 m) und von da zum Pico Ruivo (1862 m), eine vielversprechende Etappe. Kurz nach Sonnenaufgang gehts los. Die Nacht entwickelte sich zum Eisschrank. Erst ging es noch und ich ziehe meine kuschelige Daunenjacke zum Schlafen AUS. Man muss ja nicht gleich mit Spatzen auf... wie sagt man? Um 4 Uhr, nach einer kurzen Nacht (konnte partout nicht einschlafen), wache ich fröstelnd? frierend? auf. Also zusätzlich Daune und irgendwann auch Windhose über die Leggings, dann isses wieder ok. Seltsam, habe doch schon mein Fleece an und einen 450er Cumulus Quilt, eigentlich sollte er bis -1 Grad gut sein…, hatte damit auch schon bei ähnlichen Temperaturen genächtigt.. aber nun…

Start klappt gut, Sonne lacht und die morgendliche Stimmung und das Licht verheißen einen schönen Tag. 

 

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Der Anstieg zum Arieiro zieht sich etwas. Oben eisiger Wind. Ausflugslokal: schlechter Kuchen, unfreundliche Bedienung aber etwas Strom fürs Handy. Lange nicht mehr lauwarmen Cappuccino mit Sahnehaube serviert bekommen.. bäh.

Der Weg über den Steig zum Pico Ruivo ist beeindruckend und geht über viele, viele Treppen. Man kann heute deutlich erahnen, dass die Insel vulkanischen Ursprungs ist. Was für ein Glück mit dem Wetter, strahlender Sonnenschein und Sicht bis auf die Hochebene. Ich weiß nicht, wie oft ich im November das Wetter dort oben mit meiner App gecheckt hatte und immer war Regen angesagt. Niemals hätte ich mit blauem Himmel gerechnet.

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Natürlich bin ich hier nicht die einzige auf dem Weg, aber bei der Aussicht auch kein Wunder. Auf dem Ruivo angekommen, setze ich mich noch kurz vor das inzwischen wieder offene Berghaus (Es gibt hier Getränke und Schockoriegel). Ich bin ziemlich geschafft. Frage die Bedienung nach dem Camp. Sie spricht kaum englisch und zeigt mir nur die zwei „Steinhäuschen“. Hm, hab kein freistehendes Zelt, wüsste nicht wie ich mein Zelt auf Beton zum stehen kriegen soll. Sie weiß anscheinend nichts anders, vermittelt mir jedoch, dass ich links und Rechts vom Berghaus nicht zelten könnte (wo ich aber eh nur abschüssiges Gelände sehe, oder meint sie was anderes?): „vento, vento“, was ich jetzt mal mit Wind übersetze. Meine Karte weiß, wo die zwei kleinen Stellplätze sind. Noch ein paar Meter Richtung Encumeada. Nehme den zugemüllteren der beiden Plätze weil sichtgeschützter und keine Lust auf Beobachter vom Pico (obwohl es bald dunkel wird, gibt es noch ein paar Leute, die da rumturnen und sich bemerkbar machen…). So richtig prickelnd ist es nicht, mit den vielen Taschentüchern im Gebüsch, aber bin zu müde, um weiterzulaufen. So what, gucke einfache in die andere Richtung und alles gut.

Während des Essens hält sich die Außentemperatur noch einigermaßen, dann zieht Nebel auf, schaue mir noch kurz die Lichtstimmung bei Sonnenuntergang an, aber bald muss ich unter die Daune.

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bearbeitet von sja

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Wow! Du hast echt Glück gehabt mit dem Wetter oben auf dem Weg zwischen Areiro und Ruivo. Im September hab ich da bloß eine dicke Nebelsuppe vorgefunden. Bei blauem Himmel sieht die Landschaft ganz anders aus. 

Blöd, die vielen Taschentücher in der Nähe vom Zeltplatz. Die hatte ich dort damals nicht. Auf dem Weg zwischen Areiro und Ruivo lagen aber einige rum... Eigentlich sollte man die ja mitnehmen und nicht einfach liegen lassen. Das wissen die üblichen Wanderer wahrscheinlich nicht. 

Schade, dass es dir so kalt war. Hoffentlich musstest du die nächsten Tage nicht noch mehr frieren. Bin sehr gespannt, wie es weitergeht!

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vor 17 Minuten schrieb Mia im Zelt:

Du hast echt Glück gehabt mit dem Wetter oben auf dem Weg zwischen Areiro und Ruivo.

Ja, definitiv. Da hatte ich echt nicht mit gerechnet. Mit den Klamotten wars dann aber auch ok in der Nacht. Wenn man geschafft ist, ist einem ja auch schnell (schneller) mal kalt... ;-) 

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Tag 4: Encumeada

Naja, dass die Nacht nicht kuscheliger würde als gestern, war ja abzusehen. Immerhin bin ich auf 1800 m. Aber will jetzt mal nicht wieder so ein Drama machen und kürze das Ganze ab…

Der „vento“ kam, aber (zumindest die meiste Zeit), aus der richtigen Richtung und ich lerne, dass man den Quilt oben zuclippen kann, ach wie praktisch. (In meiner Jugend auf Campingplätzen am Mittelmehr hab ich mich immer gewundert, ob man das Gestrippe und Gezuppel am Schlafsack wohl jemals mal braucht…). Und von der xlite Neoair Woman war ich ja bereits schon vor Madeira Fan, angesichts der Wärme von unten und des Wohlfühl-Faktors.

Um 2h gehts mal vor die Tür und ich sehe einen unglaublichen Sternenhimmel wow - Zum Sonnenaufgang geht s dann weiter. Ein paar Fotos, aber auf den Peak schaffe ich es nicht mehr, nur noch ein Blick auf das Berghäuschen:

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Meine Mukkis sind wie Pudding - anfangs ist es immer noch… sagen wir mal frisch, aber wenn man sich bewegt, geht's. Der Weg verspricht heute wieder wunderschön zu werden, meine Beine sind aber noch ordentlich zittrig. Zwänge mir noch nen Riegel rein, viel gefrühstückt habe ich nicht. Sobald etwas geschützt und tiefer, setze ich mich aber auf eine Steinstufe und packe meinen tollen Stormin aus – ruckibzucki steht ein heißes Käffchen vor mir. Ach wie toll. Brauch noch etwas Anschub, bin definitiv zu fahrig.

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Der Kamm gefällt mir fast noch besser als gestern. Immer wieder tolle Blicke zu beiden Seiten. Ich müsste eigentlich alleine sein, da vom Ruivo niemand startet, denke ich... - umso mehr erschrecke ich, als von hinten ein Typ mit Rucksack - Handtuch hängt raus - im Stechschritt vorbei marschiert. Ich wundere mich, was für ein Tempo, kurzer Smalltalk wär auch nett gewesen, der is bestimmt auch mit Zelt unterwegs. Hat der am Berghaus gezeltet? - well, muss auch nicht.

Den Smalltalk habe ich 1h später mit einem reizenden, englischen Pärchen, nennen wir sie mal Linda und Colin: How do you do? Ich war so verdattert, aber umso erfreuter über die freundliche Ansprache. Mittlerweile kommen mir ein paar Tageswanderer von Encumeada entgegen, die aber auf halber Strecke nach Corral das Freiras ins Nonnental absteigen.

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Um 15h komme ich am Restaurant am Encumeada an, es brutzelte tatsächlich den ganzen Tag die Sonne, so dass ich mich sogar für den Café in die Stube setze. Welch ein Kontrast. Nachts wenige Grade über 0? (schätze ich, denn es gab auf den Pfaden zu Anfang kleine leicht vereiste Stellen), tagsüber 25? Also weiter unten. Bin wieder auf knapp 1000m. Will mich aber mit Nichten beschweren...

Habe den ganzen Tag überlegt, ob ich mich in dem Hotel eine halbe Stunde südlich für die Nacht einmiete, irgendwie wär mir danach… aber es ist eh nix frei; gut so. Also auf zum Camp: 20min down. Liegt wieder recht nah an einer wieder kaum befahrenen Straße. Finde ein halbwegs geschütztes Plätzchen hinter einem Baum und hab mental nen kleinen Hänger – trotz der superschönen Etappe. Pause. Bett, Dusche, ein Abend in netter Gesellschaft.... geistert mir im Kopf rum. O.k. erst mal Pasta kochen. Hat schon manchen trüben Gedanken vertrieben. Gehirn braucht jetzt Kohlenhydrate.

Nach dem Essen kommt mir mein einziger Teebeutel zwischen die Finger. Boah... coole Sache! Erstaunlicherweise hab ich da grad voll Lust drauf. Spiritus hab ich genug. Freu mich also irre über den bevorstehenden Tee - als ich dann auch noch lese, was drauf steht, muss plötzlich innerlich so lachen: BREEEATHE DEEP... so schnell kanns gehen, alles wieder gut.

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Gönne mir zudem heut auch etwas mehr Strom für s Handy, Solarpanel hat heute getan, was es soll. Für Porto Moniz plane ich dann aber trotzdem nen day off.

bearbeitet von sja

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Danke :) 
Santo da Serra - Poiso - Pico Ariero - Pico Ruivo - Encumeada - auf die Hochebene (Estanquinhos) - Fanal - Porto Moniz...

vor 50 Minuten schrieb T-Travel:

Mit den nächtlichen Temperaturen hast du mir jetzt allerdings etwas Angst gemacht.

Lass dich nicht kirre machen - Ich bin da bestimmt kein Maßstab! Ich hab so das Gefühl, die Jungs hier brauchen i.d.R. weniger als ich...! (Ich=Weichei? Verfroren nachts? Hab mich auch gewundert, aber vielleicht war ich konditionell auch nicht so gut im Shape...). Gegen Morgen gabs halt mal noch ne Kleidungsschicht mehr... ;-) Aber das ist ja echt sehr unterschiedlich.

@Mia im Zelt hatte glaube ich auch einen leichteren Schlafsack mit. Und @ChristianB auch. Vielleicht hatte ich auf dem Pico Ruivo so 3 Grad? In ein paar Wochen da oben eher so 5 Grad (gegen morgen)? 

bearbeitet von sja

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Deine Bilder sind wieder phänomenal! Du bist echt ein Wetterglückspilz! :grin:

Wo hast du beim Pico Ruivo eigentlich genau genächtigt? Auf dem Foto hab ich es nicht wiedererkannt. Mein Zelt stand damals auf auf dem kreisförmigen Zeltplatz direkt neben dem Weg hoch zum Gipfel. 

@ T-Travel: Wäre mir wohl auch zu kalt. Bin aber ebenso wie sja eine verfrorene Frau, der es quasi nicht warm genug sein kann. Die meisten im Forum sind anscheinend männlich und kennen das Wort frieren nur vom hörensagen :mrgreen:

 

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Tag 5: zur Hochebene Paul da Serra

Gönne mir heute morgen ein richtiges Frühstück mit Kaffee und warmem Porridge. Als ich um 8h packe, kommen 2 Autos mit portugiesischen Familien an. Barbecue wird vorbereitet: Hey Leute. Ihr seid 3h zu früh, es ist SONNTAG! NEBLIG. Scheint keine Rolle zu spielen. Es folgt die klassischer Rollenverteilung: Männer fällen einen Baum (naja nicht ganz) und machen Feuer...

Ich verzieh mich schleunigst. Erst gehts nochmal zurück zum Boca da Encumeada. Bevor es zur Levada PR17 geht, nochmal einen Blick zurück. 

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Der Weg an der Levada entlang ist recht entspannt. Ich hatte die Tage schon mal einen Tunnel aber dieser hier ist richtig lang und finster, die Felswände erzwingen ein gebücktes Gehen. Gegenverkehr sollte es keinen geben, sonst muss man sich einigen, wer zurück geht. Am Ende, außerhalb des Tunnels stürzt das Wasser eines kleinen Wasserfalls in die Levada. Tierisch laut. 

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Etwas später  muss ich in einen kleinen, wunderschönen Wald absteigen und das gefühlt 10fache an Höhenmetern in Form einer nicht enden wollenden "Treppe" wieder hoch. Es Schmerzen die Muskeln, aber irgendwann ist man ja immer oben (!) Wieder eine Zeitlang eben. Wunderschöne Vegetation. Fast schon dschungelartig. Ich versuche etwas Tempo zu machen, um meine Schwäche am Berg aufzuholen. Würde heut gern nicht so spät ankommen. Es geht nochmal durch einen weiteren beeindruckenden Wald, die Bäume sind mit allerlei Flechten bewachsen.

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Dann der letzte Anstieg, auch hier komme ich hoch.

Zuerst das Camp eruieren, etwas abschüssig, ein Barbeque-Platz mit Tischen und Bänken, wie bisher auch. Ich recherchiere im Netz, ob ich was übersehen hab, ich meine es gibt zwei... da höre ich es rascheln und die Frau mit dem Ospreys-Rucksack (eine Holländerin), der ich schon 2mal begegnet bin, tritt aus dem Camp.

Diesmal lachen und sprechen wir (mehr als Hallo). Sie findet das Camp auch etwas zelterunfreundlich bzgl. der leichten Hanglage und mag lieber etwas versteckter stehen. Sie scheint, im Gegensatz zu mir, Erfahrung zu haben und hat sich selbst auf dem Pico Ruivo (bzw. ein Stück danach) ein eigenes Plätzchen gesucht, seufz. Tja... aber diesmal versuche ich es auch.

Warte, bis sie ihre Ganrzkörperwäsche beendet hat (ich bin da sparsamer), fülle mir Wasser ab, verabschiede mich (bis Porto Moniz haben wir dieselbe Strecke) und marschiere los. Heut hab ich noch etwas Energie. Geh ca. 15 min weiter und biege einmal nach rechts und wenig später nach links in einen Wald Richtung Levada ab. Aber richtig überzeugt mich nichts. Es fängt an leicht zu nieseln. Also gehe ich lieber wieder zurück. Schaue nochmal hinterm Camp etwas versteckter und siehe da, im Wäldchen gibt es eine Stelle, die könnte gehen, noch mit Blick auf die Hochebene. So richtig werde ich die Landschaft hier erst morgen wahrnehmen können (es nebelt auch schon wieder).

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Als das Zelt steht (mittlerweile regnet es leicht), und ich nach einer Polenta mein Schlafplatz im Innern einrichte, merke ich, ach du sch.... ich rolle wieder längsseitig zum Eingang. Das nervt tierisch. Versuche was unter die Matte zu legen. Hilft alles nix. Hoffe nur, dass nicht zu viel Zug an der Zeltwände ist. Zeltplatz-Auswahl will gelernt sein. Hm. Und zu guter Letz höre ich ein feines Motorengeräusch von Ferne. Die Windräder? Kommt mir aber vor als wäre es die andere Richtung... Ist aber nicht so schlimm und irgendwann höre ich es auch nicht mehr.

Wo die Holländerin jetzt wohl ist?

bearbeitet von sja

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OT: uh, windräder in der optik. brrr....gewöhnungsbedürftig und gewöhnungsunfähig. sind die nachts auch beleuchtet?

Am 15.1.2020 um 21:35 schrieb sja:

 

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vor 14 Stunden schrieb sja:

feines Motorengeräusch von Ferne. Die Windräder?

 

bearbeitet von hans im glueck

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vor 3 Stunden schrieb hans im glueck:

OT: uh, windräder in der optik. brrr....gewöhnungsbedürftig und gewöhnungsunfähig. sind die nachts auch beleuchtet?

OT: Nee, die sind nicht beleuchtet. Bin mir auch nicht sicher, ob das Geräusch von den Windrädern kam. Ich bin ja am nächsten Tag länger über die Hochebene gelaufen, da hab ich nichts mehr gehört. Auch in der Nacht nicht.

Klar, wäre die Natur ohne Windräder schöner, für mich war es aber ok.

Hier wird erklärt, wie auf Madeira Strom mit dem modernen Wasserkraftwerk in Kombination mit Wind erzeugt wird (siehe insbesondere letztes Drittel des Videos): Planet-Schule (zweites Video)

 

bearbeitet von sja

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Tag 6: Nach Fanal

Die abschüssige Regennacht hab ich irgendwie hingekriegt, will aber gar nicht aufstehen heute, also komme ich erst etwas später los. Sobald ich los laufe freue ich mich aber – so ist es eigentlich an jedem Morgen, wieder unterwegs zu sein. 

Heute habe ich nur ne kurze Etappe, denke ich –  diese verlängert sich aber gleich mal wieder um ne halbe Stunde, weil ich im morgendlichen Tran einfach dem schönen Weg über die Hochebene folge und mich treiben lasse, immer der Nase nach. Die Abzweigung, ein ganz schmaler Pfad zwischen den Büschen hab ich nicht wahrgenommen.

Ach, bevor ich s vergesse... 5 min nachdem ich gestern Abend in den Wald abgebogen bin, auf der Suche nach einem besseren Zeltplatz, kam eine weitere Picknick Area, die einen guten Übernachtungsplatz geboten hätte. Oh Manno...

Es geht wunderschön über die Hochebene mit ihren unterschiedliche Heidepflanzen und Gräser, wenn die Sonne rauskommt, erscheint alles wieder in einem anderen Farbspiel. 

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Ich muss hin und wieder ganz schön den Weg durch die Macchia suchen, zum Teil weglos. Später im Wald ich steh ich nochmal im Gestrüpp, will schon umkehren und die Straße nehmen, da seh ich den Weg dann doch noch.

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Nach Fanal. Wie in verschiedenen Beschreibungen gelesen, liegt es meistens im Nebel, so auch heute. Auch, dass es hier häufig sehr windig ist, bestätigt sich. Die alte Stinkorbeerbäume machen sich zwar gut in dieser nebligen, mystischen Stimmung, aber ich hätte auch nichts dagegen, wenn es etwas heller am Himmel wäre.

Frau Antje (wie ich sie jetzt mal liebevoll nennen will), ist sicher noch ne Stunde weitergelaufen und sucht sich was Gemütlicheres..., für mich zu spät. Durch meine Trödelei am Morgen (es war fast 10 als ich los bin) und die Extrakilometer, ist es schon 16h, als ich in Fanal ankomme.

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Überlege lange, wo es am windgeschütztesten ist. Das parkähnlich Gelände ist terassenartig strukturiert. Auf oberster Ebene steht das Forsthaus, dort gibt es eine Ecke mit Hauswand und Hecke, hier könnte es windgeschützt sein? Wobei die Böen kommen aus unterschiedlichen Richtungen. Ist es weiter unten kälter oder wärmer?  Warme Luft steigt nach oben? Aber die Bäume geben besseren Windschutz? Oh je.

Sehe noch 2 Ausflügler, die mich etwas beäugen, ich warte lieber, bis sie weg sind. Versuche dann, mein Zelt neben dem Forsthaus aufzubauen. Der Boden ist bockelhart und beim Aufbauversuch fliegt erst die Tyvekplane weg. Als mir eine Sekunde später das Zelt (die Heringe waren noch nicht richtig verankert), halb um die Ohren fliegt, versuche ich Tyvek, Zelt und Rucksack unter den Arm zu krallen und die Böschung eine Etage tiefer hinunterzugehen zu den Bäumen… Der Rucksack rutscht mir aus dem Arm und findet selbständig den Weg nach unten. Glücklicherweise ist er halbwegs verschlossen. Und glücklicherweise beobachtet niemand das Spektakel.

Unten kriege ich die Heringe wenigstens sehr viel besser in die Erde. Zack, zack muss es gehen, bevor die nächste Böe kommt. Erst denke ich, sieht sogar besser aus als die letzten Tage, das relativiert sich später jedoch...

Koche mir noch schnell was und schreib ein wenig. Draußen tobt es und dicken, schweren Tropfen fallen auf die Zeltwand. Keine Ahnung ob es regnet oder es nur der Baum ist, vermutlich eher Letzteres. Es klingt jedoch alles recht bedrohlich. Die Böen drücken die Zeltwand nach innen, Gottseidank kommt das nicht soo häufig vor. Bemerke, in der Hektik und durch den Wechsel des Platzes habe ich den falschen Stock genommen, d.h. nicht den, mit der richtig eingestellten Höhe. Naja ist nicht soo viel. Krieg ihn noch etwas verstellt, aber will jetzt auch nicht zu viel Gewalt anwenden. Wird schon gehen. 

Wenn ich die Lampe anmache, kann ich die Wassertröpfchen in der Luft sehen, so dick ist der Nebel.

bearbeitet von sja

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Liebe @sja Es macht Spaß Deinen Reisebericht zu lesen. Danke für die gute Schilderung Deiner Tour!!

Den zuletzt hier von Dir beschriebenen Abend bei Sturm und Regen stelle ich mir sehr abenteuerlich vor. Aber das Lunar Solo hat wacker standgehalten? 

LG AnnK

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@AnnK Naja, mit dem Abend in Fanal kann ich wohl keinen Blumentopf gewinnen, wer mich da gesehen hätte... :lol:;), da hätte ich auch nicht gedacht, ich würde berichten...:ph34r:  aber man is ja nicht unbedingt mit den Skills geboren, wa? ;-).

Ja, das Lunar hat Stand gehalten... Wenn ich den Stock noch ein paar cm höher gehabt hätte, wärs vermutlich besser gewesen... aber kommt noch... – Danke dir für das nette Feedback. :)

bearbeitet von sja

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Der Weg nach Fanal kommt mir sehr bekannt vor. Sieht so aus, als wären wir den gleichen gegangen. Bei mir war es damals auch so nebelig. Die Vegetation auf Madeira ist schon traumhaft! Hast du dir auch noch den mystischen See in der Nähe vom Zeltplatz angeschaut? Der ist toll! :wub:

Oha. Da war es ja sehr windig bei dir. Damals hat es zwar viel geregnet, aber windig war es gar nicht. Gut, dass dein Lunar Solo dem Stand gehalten hat und dir nicht weggeflogen ist.

Eine Frage an die Erfahrenen mit Top-Skills: Wie sollte man sich denn in so einer Situation optimal verhalten?

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vor 22 Stunden schrieb Mia im Zelt:

Hast du dir auch noch den mystischen See in der Nähe vom Zeltplatz angeschaut?

Nee, leider nicht,  am nächsten Morgen wollte ich schnell weg, das Wetter war mir zu ungemütlich da oben.

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Tag 7: Nach Porto Moniz

Trotz der feucht-kalten Umgebung habe ich irgendwann tief und fest geschlafen. Als ich aufwache, regnet es wieder oder es tropft der Baum… das eine vom andern ist schwer zu unterscheiden. Es ist auch immer noch windig… Ich drücke ganz fest die Augen zu. Nicht aufmachen, denke ich. In meiner embryonalen Schlafhaltung will ich mich einfach nicht bewegen, gerade ist mir so schön warm. Zumal es links und rechts des Sacks etwas nass ist, vor allem rechts am Eingang wo das Mesh ist. Ich habe es abends schon bemerkt, aber mich bemüht, mich davon nicht verrückt machen zu lassen. Nützt ja eh nix. Es ist zumindest über Nacht nicht viel mehr geworden.

Keine Ahnung, woran es liegt. Von dem nicht ordentlich straffen Mesh, das auch nicht 100%  senkrecht ausgerichtet ist. Dies könnte dazu führen, dass sich die Luftfeuchtigkeit daran verfängt und nach innen tropft? Der Bathtube-Boden (oder wie heißt das?) ist nicht ordentlich aufgerichtet, dadurch kommt durch den Reißverschluss unten Wasser rein? Glaube ich aber eher nicht. Abgedichtet ist es überall ordentlich… 

Am liebsten wär mir natürlich, es läge an den Umständen… Wenn die Luft so voller Wasser ist, ist es ja kein Wunder, dass sich die Feuchtigkeit irgendwo absetzt… rede ich mir zumindest ein. Trotzdem, nächstes mal ordentlicher und mehr in Ruhe aufbauen, egal wieviel Wind.

Irgendwann klingt es draußen etwas besser und ich schaue auf die Uhr: So langsam kann ich mal zusammenpacken. Will unbedingt aus diesem anstrengenden Nebel-Wind-Wasser-Wetter raus - Immer noch sehe ich im Licht meiner Lampe  die Luftfeuchtigkeit. Als ich soweit bin, dass das Zelt dran ist (so früh war ich noch nie), ist es noch stockdunkel. Dichtester Nebel. Also nochmal ins Zelt und etwas warten. Dämmern sollte es schon. Viertel vor 8 wage ich es. Zur Not kann ich in dem Unterstand noch etwas warten.

Ich laufe los, es regnet nicht, aber Nebel nach wie vor. Ich denke (hoffe), mit jedem Meter Abstieg wird es heller, na ja, ein wenig. Es geht lange an einer Levada entlang durch einen Wald, das bedeutet, entspanntes Gehen.

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Irgendwann ist Ribeira ausgeschildert und es geht durch den Wald einen Weg, der aus mit Holzbohlen angedeutete Stufen besteht - und immer wieder durch Matsch, einmal sinke ich ganz schön tief ein, Mist.

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Als ich aus dem Wald rauskomme, eröffnet sich der Blick auf das Meer und etwa blauer Himmel. Hach wie schön… Und ich sehe wieder erste Anzeichen dörflicher Strukturen.

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Bis Porto Moniz geht es aber noch auf steilen Asphalt-Wege, die in der Mitte winzige Stufen haben, das soll das Gehen wohl erleichtern.

Als ich nach Ribeira de Janela runter laufe, sehe ich von oben den Campingplatz, ein Zelt und eine Person ist zu sehen, sie hängt gerade ihr Handtuch in die Sonne. Ist es Antje? - hm, nicht sicher, aber eindeutig ein UL-Zelt (milchig-halbtransparent weiß…).

Tja, sollte ich da jetzt auch stehen, in grün? Aber mal ehrlich.., so zwischen den Autostrassen... so nice ist der Platz nu auch wieder nicht - zumindest versuche ich so mir meine Hotelnacht zu legitimieren. Schade, hätte gern mit ihr etwas geplaudert, aber vielleicht sehe ich sie ja morgen nochmal. Ehrlich gesagt, freue ich mich auf eine heiße Dusche und ein profanes Hotel-Frühstück bis in die Puppen.

Im Hotel folgen Tätigkeiten in der Reihenfolge: 1. Heiß duschen, 2. Klamotten waschen (irgendwann ist auch Merino durch. Müffelt mittlerweile alles ziemlich…). 3. Zelt und Quilt trocknen. 4. ESSEN...

 

Die restlichen Tage…

Ich beschloss (in Fanal?), die restlichen, verbleibenden 2 oder 3 Tage relaxt und easy wieder Richtung Funchal zu zuckeln (mit Bus und zu Fuß). Eine Nacht in einem abgelegenen Casa Rural (Langasthof) oberhalb der Küste mit Blick auf das Meer, von da aus gehe ich nochmal ein Stück die Levada Nova - das ist jedoch relativ unspektakulär und führt zum Teil durch besiedeltes Gebiet, aber gehört vielleicht auch dazu.

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In Prazeres (Regenwetter), stolpert Frau Antje plötzlich nochmal in das charmanten, winzigen Café, in dem ich mich aufwärme, und das von jungen Leuten mit viel Liebe und architektonischem Händchen - sicher in Eigenarbeit - ausgebaut wurde. Hoffentlich kommt hier in diesem abgelegenen Nest häufiger mal jemand vorbei. Wir tauschen uns über die letzten Nächte und Zeltplätze aus (sie hat erst ca. 3 km nach Fanal gezeltet, auch wenn mir nicht klar ist, wo da ein Platz gewesen sein soll - ich hatte am nächsten Tag geguckt. Sie sagt was von Picknickbänken… hm, könnte sein, dass ich was gesehen hab. Dort wars wohl angenehmer) und ich erblasse etwas, wie sie unterwegs ist und wie easy sie Plätze für das Zelt findet (das Cuben-Zelt war tatsächlich ihres). Versuche mir noch was abzugucken (sie eruiert wohl viel über die Karte). Irgendwie höre ich zwischendurch raus, dass sie auch als Trekking-Guide im Himalaya arbeitet? Na dann…

In den lauschigen Tagen schaue ich viel aufs Meer. Genieße auch das, hatte ich auch lange nicht mehr, ich könnte nun die Runde auch wieder von vorn beginnen. Wie schnell ist die ein oder andere „Strapaze“ vergessen. Schon nach dem Tag in Moniz war ich eigentlich wieder fit, ein Pausentag hätte gereicht - das hätte ich in Fanal nicht gedacht. An der Küste scheint die Sonne und oben in den Bergen hängen schwarze Wolken, insofern ist es vielleicht auch gut so wie es ist… Aber fürs nächste Mal nehme ich diese Erkenntnis mit.

Als ich die Tageswanderer im Hotel sehe, denke ich: Was für eine tolle Tour hast du gemacht und ich wollte nicht tauschen.

Frau Antje war noch 1 weitere Woche unterwegs.

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Wieder in Funchal, letzter Abend, Sundowner in einer netten Bar etwas oberhalb...

bearbeitet von sja

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Hey sja,

danke dir für den tollen Reisebericht - hat viel Spaß gemacht zu lesen! Und natürlich die Bilder zu gucken... Bei mir gehts in 3 Wochen ebenfalls nach Madeira - bin schon ganz gespannt, wie es mir so ergehen wird.  

Liebe Grüße 

fool

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@alle - hab mich gefreut, dass so viele mitgelesen haben :) danke für das nette Feedback.

@fool Viel Spass, es wird sicher toll: Wenn du Camps "buchen" willst, am Besten alle auf einmal - irgendwie ist die Site buggy und es "verschwinden" gern mal einzelne Camps in dem Select während der Auswahl. Oder nochmal mit nem anderen Browser probieren. Solltest du in Funchal ne Nacht bleiben wollen - ich hab in der Pension Pensao Residencial Mirasol übernachtet. Ist eine Straße oberhalb der Altstadt gelegen, nah zur Bushaltestelle. Ist zwar etwas schrabbelig, kost aber auch nur 33 Euro ohne Frühstück und hat Charme. Die Betreiber sind super nett gewesen. Außerdem kann ich das Café Barreirinha Bar Café empfehlen, östlich der Kirche in der Altstadt (also noch etwas östlicher der - wie ich finde - etwas nervigen "Restaurant-Meile"). War ein nettes Publikum, man kann superschön zum Sonnenuntergang hin :) , weil direkt oberhalb vom Meer. Viele sitzen auch lässig auf dem Mäuerchen...

@roli Ich bin im Prinzip die "gemachte Tour von Taeve-Supertramp" gegangen. Ich glaube ab und zu ist er die Straße gegangen, wo ich den Waldweg nahm. Hatte mich eher an einzelne Tracks von @ChristianB (danke nochmal) gehalten (hab selbst nicht aufgezeichnet). Aber zur Orientierung (bei Santo da Serra gestartet):

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Glaub du bist über Rabacal gegangen? Dort war ich nicht.

bearbeitet von sja

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Hattest du vielleicht die Nässe aufgrund von Kondens? Bei so einem Wetter habe ich das auch. Da ich bei meinem Zelt sicher sein kann, dass es am Kondens liegt und nicht am Regen, stört es mich nicht. 

Hattest du auf deiner Tour nur nachts Regenwetter oder auch tagsüber beim wandern? 

Dein Stormin Stove Set muss ich mir nun auch genauer anschauen. 

Die Bilder erinnern mich auch an meinen Weg nach Ribeira de Janela. Wie bist du von dort nach Porto Moniz gekommen?

Antje scheint viel Erfahrung zu haben. Ein paar mögliche Plätze habe ich nach dem Camp in Fanal auch gesehen. Aber erst hinter der Levada dos Cedros. Ich studiere tatsächlich auch meistens vorher die Karte nach einem möglichen Übernachtungsplatz. 

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