Ja, gibt es in der Tat!
Ich bin nun wieder eine gute Weile zu Hause und hab Zeit gehabt mich wieder einzuleben und vor allem Neues ins Auge zu fassen.
Grundsätzliches vorneweg: In meinen Augen verbringen die meisten Leute viel zu viel Zeit in der Vorbereitung mit Packlistengewälze (ich gehörte/gehöre auch dazu) und viel zu wenig mit konkreter Tourvorbereitung (körperliche und mentale Fitness, Wetterlagen, Ernährung, 1.Hilfe Skills, etc.). Ich habe Leute getroffen die im wahrsten Sinne des Wortes ihre gesamte Ausrüstung aus dem Müll und den Hikerboxen gefunden haben (inkl. selbstgeklebtem Tarp aus Baufolie und allem) und den Trail trotzdem geschafft haben. Andere Leute die tausende (ja tausende) Dollar in das Neueste und Beste gesteckt haben, haben es nicht bis Idyllwild geschafft (nicht, dass das keine Leistung an sich wäre). Also, mehr andere Skills lernen!
Aber nun: HEILAENDERS GROSSES PCT GEAR REVIEW: Hier nocheinmal die Liste, mit der ich gestartet bin. Mit dem Trail hat sich einiges geändert, worauf ich im Detail später dann eingehe. PACK
Rucksack war mein erster kompletter MYOG Pack. Insgesamt 42L main body, 6L Außentaschen und elastische Bodentasche, angenähte, elastische Schultergurttaschen mit verstellbarem Brustgurt, Lastkontrollriemen, abnehmbarer Hüftgurt aus 20mm Gurtband. Gefertigt aus Cuben Hybrid, DxG, Elastik-Mesh und 500 Cordura
Hat sich bestens bewährt! Komplett durchgehalten, super bequem und ich habe viele Komplimente bekommen. Was ich ändern würde:
- Volumen zu groß, Reduktion auf ca 38L max und Änderung des Formats (breiter und tiefer, dafür Reduktion der Höhe; macht das tägliche Packen tausendmal einfacher, der Kampf mit dem Bärenkanister war mein morgendliches Warm-Up!
- ohne Hüftgurt. so gut wie nie genutzt und dann nur damit ich den überhaupt mal genutzt hab
- Verstärkungen in Bereichen höheren Abriebs (hat trotzdem durchgehalten)
Liner: trash compactor bag, wurde ausgetauscht wenn man einen neuen in ner Hikerbox gefunden hat, ansonsten geflickt, letzter hat komplett OR und WA durchgehalten. Was ich ändern würde:
- Nur in weiß, ansonsten sieht man innen im Pack nix!
Fannypack war eine LaBu Hüftgurttasche in S. War am Anfang super, am Ende nur noch in den Dörfchen genutzt. Was ich ändern würde:
- würde ich evtl. weglassen, je nachdem wie die Situation mit Schultergurttaschen und Hosentaschen ausschaut
SHELTER
Zelt war ein MSR CarbonFlex 1. War soweit in Ordnung. Mir ging es vor dem Trail vor allem um einfachen Aufbau, kompletten Mückenschutz und 'Privatsphäre' wenn ich mal ne Auszeit gebrauche konnte. Hat das Zelt alles gemacht.
- Zu schwer: 711g für alles war zwar in Ordnung, aber immernoch für den PCT zu schwer
- zu overkill: insbesondere in der ersten Wüstensektion braucht man kein Zelt, wenn überhaupt ein kleines Tarp zum Windschutz; habe viele Leute getroffen, die garnichts dabei hatten für die ersten 700 Meilen. Später war ich wegen des Mückenschutzes und in WA wegen des Regens dankbar um ein schnell aufzubauendes, komplettes Zelt
- Zipper Innenzelt: Hat zum Glück genau dann den Geist aufgegeben, als Mücken kein Problem mehr war Was ich ändern würde:
- leichtes Cuben Tarp, welches um modularen Mückenschutz und Wetterschutz erweitert werden kann. Ich hab da schon so ein paar Ideen....
Heringe waren super: schmale Nägel für harten Wüstenboden haben auch bei weichem Boden noch genügend halt gegeben
Hard-Tyvek Groundsheet für die Wüste; Polycyro für den Rest
SLEEPING
·Ich bin mit einem Cumulus Quilt 350 in Überlänge und Overfill gestartet, daher die 385 (Gramm Daune). Hat soweit für die Wüste gereicht. Wurde in Kennedy Meadows gegen einen Enlightened Equipment Revelation 20F ausgetauscht. Ich wollte etwas mehr Wärme und vor allem die Möglichkeit haben die Fußbox komplett zu öffnen. Dies hat sich in NorCal und OR als ganz wichtig herausgestellt, als die Temperaturen auch nachts nie unter 20° gefallen sind. In WA war ich wegen verlorenem Körperfett und der Luftfeuchtigkeit dankbar um jedes Extragramm Daune. Was ich ändern würde: - MYOG Quilt mit ca. 400g Daune und komplett zu Öffnen. Spielereien wie Möglichkeiten zur Befestigung an der Matte brauch ich nicht. Wer ganz viel Geld hat macht sich noch einen Sommerquilt mit 150g Daune für NorCal und OR.
TAR NeoAir XLite. Hatte bedenken, dass das gute Stück nicht die Wüste überlebt, hat sie aber doch! Einfach sehr vorsichtig sein bei der Campauswahl. Hat bei mir als Rückenpolster/Frame im Pack gedient. Komfort super, allerdings war ich es sehr leid jeden Abend das Ding aufzupusten und morgens zusammenzufalten. In NorCal und OR kam daher eine einfache GG Nightlight mit. Hat gereicht, in WA wurden beide wegen Wärme kombiniert Was ich ändern würde: - großes Fragezeichen. Würde vermutlich versuchen von Anfang an nur mit nem CCF Torsopad auszukommen und in WA wegen Wärme etwas dazupacken
·S2S Drybag: Letztendlich unnötig, hab den Quilt irgendwann nur noch lose in den Rucksack mit Liner gestopft, wurde auch bei schwerem Regen nie nass.
CLOTHES WORN
Altra Lone Peak 3.0/3.5: Bin mit 3.0 gestartet, den Rest hab ich 3.5ern gemacht. Halten soweit gut durch, hab ca. 600-700 Meilen aus einem Paar bekommen. Haben meiner Fußform gepasst (eher breiter Fuß) und genug Platz für die Zehen gelassen. Allerdings habe ich sehr viel Gewicht verloren und in WA starke Schmerzen in den Knöcheln entwickelt. Man weiß jetzt nicht, ob ich mit höherer Polsterung (Altra TMP o.ä.) besser gefahren wäre, aber im Großen war ich zufrieden. Was ich ändern würde: - evtl. Schuhe mit höherer Polsterung oder Einlagesohlen ausprobieren
DarnTough Light Cushion ¼ Crew: Nie wieder andere Hiking Socken. Nuff said. 2 Paar zum täglichen Wechseln. Als genug Wasser vorhanden war bei jeder besseren Gelenheit die Verkrustung auswaschen und außen am Pack trocknen lassen.
Salomon Light Shorts: Die besten Shorts die ich je getragen habe, WENN NOCH IRGENDJEMAND WELCHE IN M/L FINDET SCHREIBT MICH AN!!! Da es die aber nicht mehr gibt eher was zu Shorts allgemein. Ich habe den gesamten Weg welche getragen und es nicht bereut, war aber auch extrem penibel mit Sonnencreme und Longjohns was Sonnenbrand und Wärme angeht. In WA wurde es kalt, insbesondere bei Regen, aber war noch auszuhalten. Jedes Mal wieder so.
SD Trail Pack Polo: Super Shirt, langärmlig mit Kragen im Polo-Look und für Synthetik nicht zuuuuu schlimm im Geruch. (Man stinkt eh immer) Leider nach 2200 Meilen durch und gegen ein altes Icebreaker Shirt, das ich noch hatte, ersetzt.
Truckerhat: Auch gut gegen Sonne, wurde aus Lust an was Neuem mit einer Hikerbox Kappe bei VVR ersetzt. Immer wieder mit Kappen, kein Hut.
Sonnenbrille: No Name von Ebay mit polarisierten Plastikgläsern in Kat.4. Polarisiert war fantastisch bei der beißenden Sonne! Musste einige Male geflickt werden, daher kommt für mich nur Billo in Frage.
CLOTHES PACK
FroggToggs Ultralite 2 Jacket: Warum irgendjemand etwas anderes als FroggToggs auf den PCT mitnimmt, werde ich nie verstehen. Hab die Regenjacke nur in WA benötigt und war dafür vollkommen ausreichend. Warum also mehr als 15$ für ne Jacke ausgeben?! Und ich hab meine in heißem Pink getragen!
FroggToggs Pants: Sind schnell rausgeflogen und hab sie dann nicht mehr vermisst. Man könnte über eine Windhose für WA nachdenken.
GooseFeet Gear Custom Hoody: Das teuerste Item meines Kits und eine Maßanfertigung. 100g 900fp Daune bei 220g Eigengewicht und Känguruhtasche. Bestes Teil um das ich sehr beneidet wurde. Super warm und so leicht, dass ich die durchgehend dabei hatte. Hat leider gegen Ende viel ihres Loftes verloren.
GoLite Wildwood Shirt: Haben die damals bei GoLite die Shirts aus Einhornhaar gemacht oder was?! Das Ding ist mittlerweile 11 Jahre alt und sieht aus wie Neu. So leicht, dass ich mir den Luxus gegönnt hab abends aus dem schwitzigen Shirt in ein Frisches zu wechseln.
Longjohn: Billigmarke, Synthetik. War ok, wurde in South Lake Tahoe nach WA gebounct.
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