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Ultraleicht Trekking

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  1. 7. Krkonoše (Riesengebirge) mit versehentlicher Königsetappe über die Schneekoppe 23.-25. August 90 km Die Hotelnacht in dem 10 stöckigen Gebäude in Trutnov war super. Morgens um 6 Uhr kann man vor lauter Nebel gar nichts von der Stadt sehen. Aber ich bin ja erst mit zusammenpacken beschäftigt, den Frühstück gibt es erst um 8 Uhr am Wochenende. In der Hoffnung, schon ein Käffchen vorher zu ergattern, bin ich schon um 20 vor 8 vor dem Frühstücksraum, umsonst. Ist noch abgesperrt. Und dann sind auf einmal 30 bis 40 Frühstücksaspiranten vor der Glastür, und als aufgeschlossen wird, bin ich die 3. am Kaffeeautomaten und warte geduldig lange 5-10 Minuten, bis mein Kaffee aus der Kiste produziert wird. Es gibt heute morgen Speisen, die sonst nie um diese Zeit verzehren würde: Rührei mit Speck, Wiener Würschtl, gebratenes Gemüse und 2 Stück Kuchen mit Blaubeerjoghurt. So gestärkt geht es um 8:30 geht es los aus Trutnov. Ich habe spontan am frühen Morgen etwa 25 km weiter nochmals eine Nacht in einer Baude gebucht, da ich heute spät wegkomme und ich nicht irgendwo auf der Schneekoppe am Abend landen möchte. Keine Lust auf kalte Nacht und Rangerkontrollen. Etwas abseits von der Via Czechia lockt die Lysečinská bouda und es klappt mit der Buchung über mapy.com. So mache ich auf ganz gemütlich und schaue mir Mittags erstmal ganz ausführlich die Bunker auf dem Stachelberg an. Hitler hat Tschechien bereits weit vor dem 2. Weltkrieg gedroht, was die Tschechen frühzeitig veranlasst hat, mit dem Aufbau der Bunkerlinie zu beginnen. Nur gab es dann schon im September 1938 ein Abkommen, in dem Tschechien Gebiete abtreten musste, und so griffen sich die Nazis die Bunker. Umso verständlicher wird die radikale Vertreibung der Deutschen nach Kriegsende. Alle haben es schon vor Kriegsausbruch gewusst, wie sehr Deutschland als Kriegstreiber fungiert, aber das was uns Nachkommen vermittelt wurde, ist, dass man "ja nichts gewusst hat". Die Wege in Richtung Sniězka sind wunderschön und ich genieße die Ruhe der Landschaft. Ich komme an drei Unterständen vorbei, die sich zum Übernachten eignen, aber ich freue mich auf meine Berghütte. Die erreiche ich dann am mittleren Nachmittag und bin entzückt über das gemütliche Kammerl im 2. Stock. Als Abendessen gönne ich mir Hühnerschnitzel, wohlwissend, dass die letzten 2 Tage eher hyperkalorisch ausgefallen sind. Aber ich habe ja noch 3 Wochen zu wandern! Der Plan des heutigen Tages ist folgender: die Baudenübernachtung nutzen, um einen Frühstart hinzulegen. Es ist kein Zelt und Zeugs einzupacken. So früh wie möglich los um die 4 h bis zur Schneekoppe abzusolvieren, bevor der große Gipfelansturm kommt, und der kommt so sicher wie das Amen in der Kirche. Ich stehe um kurz vor 4 Uhr mit Stirnlampe auf der Asphaltstraße und folge ihr in der Dunkelheit bis Horní Malá Úpa. Komme dadurch rasch vorwärts. Dann geht es bereits in der Morgendämmerung den Grenzsteig entlang. Alle Wege im Riesengebirge sind mit Steinen ausgelegt, was es manchmal schwierig macht, vorwärts zu kommen. Ich muss sehr aufpassen, um nicht umzuknicken. Aber die frühmorgendliche Aussicht auf Polen ist großartig. Dann rückt sie auch endlich ins Visier, die Schneekoppe. Von ihr hat mir schon mein Großvater erzählt. Der Weg verläuft natürlich nochmals nach unten, um dann wieder anzusteigen. An der Bouda Jelenka mache ich um 7 Uhr erstmal Frühstück, um dann die restlichen 3,5 km in Angriff zu nehmen. Da fällt mir das Via Czechia Schild ins Auge, das verheißt, dass es bis zur Labská Bouda (Elbfallbaude) nur mehr 22 km weit ist. Warum dort nicht gleich einbuchen? 12 km hab ich schon, noch die 4 km bis zum Gipfel und dann den Rest, pillepalle! Gesagt, getan, gebucht, bezahlt, weil ich habe hier gerade auch Netz. Auf den letzten Metern zum Gipfelplateau hüpft mir doch prompt ein junger Baumpieper ins Sichtfeld! Allein die Aussicht schon auf dem Anstieg ist großartig, auch wenn die Sonne längst vormittäglich am Himmel steht. Dann erreiche ich den Gipfel noch vor neun Uhr, die Seilbahn baggert schon vereinzelt Leute hoch. Das Bistro hat noch zu und im Schlesierhaus am Sattel weiter unten ist noch tote Hose. Ich will dem rot-markierten Weg weiter folgen, aber halt, "Ugawa", der ist Einbahnstraße, nur für die Aufsteiger. OK, mapy.com schlägt mir eine Umgehungsschlaufe vor, denn ich bin hier heroben ohne Netz und deswegen wird mir die polnische Topokarte nicht angezeigt, die ich mir vorab nicht zum offline-Gebrauch heruntergeladen hatte. Schwerer Fehler! Und so mache ich mich auf den Weg auf einem Umweg auf der tschechischen Seite, erstmal nichts ahnend, dass der erstmal 5 km ganz weit hinunter führt und dann 5 km bis zu einem Talschluss zwar wildromantisch, aber dann verflucht steil wieder bergauf. Es ist bereits Mittag, als ich auf dem Sattel links des Schneekoppegipfels stehe. Mittlerweile werde ich von den Massen von Gipfelstürmern erschlagen. Und dann sehe ich auch noch, dass es doch eine Abkürzung auf der polnischen Rückseite der Schneekoppe gegeben hätte. Zu spät, um sich zu ärgern. Ich verlaufe mich kurz auf die polnische Seite und stolpere dann den richtigen Weg weiter bis zur Luční Bouda, wo ich dringend eine Pause brauche für Kofola, polévka, Cappuccino und koláče. Dann funktioniere ich wieder besser und stürme ein enggeschnittenes Tal hinunter. Keine Chance zum Wildcampen hier, bin ich froh um die gebuchte Baude. Eigentlich hätte ich der Via Czechia nochmals über einen Kamm mit mehreren 1400er folgen sollen. Ich merke aber, dass ich nach 38 km und 1700 hm ziemlich alle bin. Außerdem habe ich mich schon wieder verlaufen und bin einen Wasserlaufweg an der Bílý Labe (Weiße Elbe) falsch abgebogen. Wunderschön, aber falsche Richtung. Also wieder zurück. Dann suche ich mir auf der Karte einen weiter unten liegenden Weg bis zur Labská Bouda, der sich als Höhenweg mit toller Aussicht entpuppt. Zum Genießen bin ich ehrlicherweise viel zu platt. Ich muss das morgen wieder im Genussbereich machen, denn die letztlich 45 km und 2200 hm auf meinem Tagestacho sind mir auf Dauer zu viel. Die Baude ist mehr oder weniger ein Ski-Hotel aus geschätzt den 90ern, aber das ist mir heute egal. Duschen, Essen, Schlafen und morgen das Frühstück um 8 zelebrieren. Morgen wird ein kurzer Tag, versprochen. Heute lasse ich es líný angehen. Nach einer guten Nacht, ich habe zeitweise geschlafen wie ein Stein, bleibe ich bis nach 8 im Bett und trolle mich erst um halb 9 zum Frühstück, in der Hoffnung auf freien Zugang zum Kaffeeautomaten. Und das hat sich gelohnt. Ich ergattere 4x káva lungo und einen Teller voller Rührei mit Wiener Würstchen als ersten Gang. Der zweite wird Kuchen mit Sahnejoghurt-Topping. Das brauche ich auch, weil nach 3 Wochen Wandern sind meine angefutterten 2 Kilo zu viel mittlerweile fast abgeschmolzen, wie ich nach der Nacht feststellte. Um halb 10 geht's erst los für mich, es sind heute tatsächlich nur 16 km bis Harrachov, wo ich mich im Skizentrum vor den Sprungschanzen für einen schmalen Taler eingebucht habe. Ein "Nero-Day" also. Der erste Teil der Strecke besteht aus einem absoluten Panoramaweg durch den Rest des Krkonoše mit permanenter Aussicht. Am Václav Vrbrata und Bohumil Hanč Denkmal begegne ich 2 Österreichern aus dem Mühlviertel und wir kommen ganz nett ins Gespräch, so dass wir uns zum gemeinsamen Selfie entscheiden. Dann geht es aussichtsreich weiter auf der Langlaufmagistrale bis zum Bergkamm, wobei mir immer mehr Leute, überwiegend Polen, entgegen kommen. Später Vormittag/Mittag zertreten sich die Touris insbesondere im Riesengebirge, zumindest im August, das muß man wissen. Ein Stück des Weges verläuft auf polnischen Boden, die Reifträger Baude ist bereits kilometerweit zu sehen, ich aber werde einige hundert Meter davor wieder nach links in die Tschechische Republik abbiegen. Da sind dann auch etwas weniger Leute. Der zweite Teil der Strecke verläuft dann sehr idyllisch kilometerweit durch das Mumlava-Tal, zwar auf Asphalt, aber das ist mir fast lieber als die sonst so steinigen Wege. An der Mumlava Bouda mache ich nochmals Halt, damit ich nicht zu früh im Hotel einchecke. Und dann geht's auch recht schnell. An den Sprungschanzen steht das Hotel und hat Schullandheimcharakter. Ich bin in einem 5-Bettzimmer mit Etagenklo und -dusche. Das Zimmer habe ich aber für mich alleine und für 30€ mit Luxus-Frühstück darf man nicht meckern. Es ist mittlerweile bewölkt und herbstlich kalt geworden, da wäre es auf dem Campingplatz auch nicht idyllisch. Im Potraviny gegenüber hole ich mir Linseneintopf und Birell zum Abendessen und schaue mir noch die diversen Sprungschanzen an. Alles lost places mittlerweile, der tschechische Skiverband hat kein Geld mehr und die Sportstätten verfallen und sind überwuchert.
  2. 6. Im Felsenlabyrinth der Broumovské stěny (Braunauer Bergland) 20.-22.August, 73 km Der scheinbar unidyllische Lagerplatz im Dickicht oberhalb des Friedhofes von Hronov konnte nicht besser gewählt sein. Es kamen in der Nacht gleich 2 Unwetter, und mein Zelt lag war somit nicht exponiert. Der Wind kam gar nicht richtig durch. Und das Gewitter knallte nicht direkt über meinen Übernachtungsplatz. Etwas zögerlich komme ich morgens im Nassen los. Aber der Tag ist von vornherein so sonnig, das es gleich wieder Spaß macht, auszuschreiten. Nach 1 Stunde mache ich an einer Hütte halt und lege die klammen Schlafsäcke und das Zelt zum trocknen in die Sonne. Nach weiteren 3 km ist das Dorf Machov erreicht, das neben einer Skisprungschanze einen Trinkbrunnen und ein potraviny hat, in letzterem kaufe ich mir mein Frühstück ein. Da sich meine große Powerbank scheinbar einfach so komplett entladen hat, schaue ich mich nach Lademöglichkeiten um und steuere einen Parkplatz mit angeblich WC an, in der Hoffnung, eine Steckdose zu finden. Das WC findet sich nicht, dafür komme ich an einem Van aus Passau vorbei und ich komme mit dem Pärchen sogleich ins Gespräch. Sie hängen derweil mein Handy und die kleine Powerbank an ihre Batterie und nach 15 min gehe ich mit 80% Ladung wieder meinen Weg weiter. Ich komme in das Felsenlabyrinth der Broumovské stěny und durch das stete auf und ab komme ich an diesem Tag fast auf 1000 hm. Nach knapp 25 Tageskilometer geht mir heute die Puste aus, ich steige vorzeitig ins Tal hinunter, da auch für den Abend wieder Gewitter gemeldet sind. An einem Bachlauf finde ich schöne ebene Flächen unter Buchen neben einer alten Feuerstelle. 2 Jungs, die spät mit ihren Rucksäcken anrücken, trollen sich wieder, als sie mich sehen. Morgen werde ich bis Adršpach kommen und für übermorgen habe ich in Trutnov, die größere Stadt am Fuße des Riesengebirges, meine erste Übernachtung während dieser Wanderung in einem Hotel gebucht und bezahlt. Mein Lagerplatz mit eigenem "Badezimmer" war super. Ich blieb die Nacht allein und es regnete nicht. Beim Zusammenpacken erkenne ich schon den blauen Himmel und die Morgensonne. Und so geht es frisch über Land, um dann wieder zu den Felsen aufzusteigen. Die Teplické skály und später die Adršpacher Felsen liegen heute auf dem Weg. Ein Restaurace würde sich in der Mittagszeit zwar anbieten, ich habe es aber eilig, um noch vor dem angesagten Dauerregen bis morgen früh zu einem Campingplatz in Adršpach zu kommen. Angeblich 28 km und dann noch Felsenlabyrinthe, das wird sportlich. Die Teplické skály gefallen mir gut und ich kann sie genießen, da hier noch nicht so viele Leute unterwegs sind. Anders ist es dann in der Adršpacher Gegend. Dort sind zwar die Felstürme nochmals mehr beeindruckend, aber gerade in dem Bezahlbereich, durch den die Via Czechia führt, laufen Massen von Polen und etwas weniger Tschechen die engen Stiegen auf und ab. Es hilft nichts, ich muss mich gedulden wie auf einem Klettersteig. Ich glaube eher, ich bin in der Enge des Labyrinths eine unfassbare Zumutung, nach fast 3 Wochen Wildnis müsste doch mein hiker-stink hier alle ins Koma befördern.... Irgendwie nehm ich dann eine blau gestrichelte Route und kürze wahrscheinlich ein oder 2 km ab. Der Rest der Strecke ist dann wieder kongruent mit dem Bezahlweg. Ich habe Glück, weil es kontrolliert auch keiner. Der Weg wäre auch nicht sein Eintrittsgeld wert, da die Massen einen daran hindern, die Felstürme zu bewundern. Nur raus aus dem Pulk, heißt die Devise, und es fängt auch noch das Tröpfeln an. Dann endlich der grüne Streifenweg nach links, der mich auch direkt zu dem Campingplatz hinleitet. Wahrscheinlich habe ich hier mir nochmals 2 km gespart. So erreiche ich am mittleren Nachmittag mein Ende des Tages. Die Campingplatzbesitzerin ist eine süße alte Lady namens Eva, nimmt umgerechnet 6 €, um mir gleich wieder ein 20 Kronenstück für die Dusche zu schenken. Wahrscheinlich mache ich wirklich so einen erbarmungswürdigen abgeranzten Eindruck. Nachdem mein Zeltchen steht, genieße ich sofort das warme Wasser und spüle mir sämtlichen Wanderstaub aus meinen Poren. Die potraviny-Möglichkeiten liegen beide 3 km weg, da verzichte ich gerne auf einen Einkauf und lebe heute Abend von dem, was mein Fressbeutel noch so hergibt. In der Nacht hatte meine Plastikbaude zwei große Belastungstests zu überstehen: zum Einen fiel das Gewitter heftiger aus, als ich mir das so vorgestellt hatte, nämlich mit heftigen Sturmböen und Starkregen sowie gefühlt stundenlangen Gewitterblitzen mit sogar Rotstich über der Adrspacher Felsenlandschaft. Zum anderen näherte sich ein Dieb und dank meines seichten Schlafes bemerkte ich sofort, dass sich mein Proviantbeutel aus dem Zelt bewegen möchte. Reflektorisch hielt ich im Halbschlaf meinen Fresspouch (mit der duftintensiven Klobása) fest, dann riß irgendwas an der Zeltfront und meine Taschenlampe offenbarte nicht etwa einen tschechischen Geist oder vielleicht einen Waschbären, sondern einen eigentlich putzigen Fuchswelpen, der sich durch mein Zischen endgültig trollte. Das Taschenlampenlicht offenbarte aber auch die Misere: Der Moskitonetzeingang hat jetzt einen gut 10 cm langen Querriß, den ich im nächtlichen Regen gleich fummelig mit einem TPU-Tape notdürftig abklebe. Das dürfte halten. Mein Müllbeutel mit der Käseverpackung ist am Morgen verschwunden und als ich in den naheliegenden Wald in Richtung Kletterfelsen ein bisschen schaue, sehe ich eine zumindest einen leeren Plastiksack, der meiner gewesen sein könnte. Noch scheint die Sonne in Adršpach am Morgen und die Felsen schauen sehr schön aus. Nachdem ich meinen Zelt mit dem Lappen abgewischt habe, beginne ich, meine Sachen zusammen zu packen und auch die tschechischen Jungs aus der Übernachtungsbaude oberhalb sind schon munter. Wir begrüßen uns gegenseitig mit "Dobré ráno" und fragen uns gegenseitig aus, wie die Nacht denn so war, weil das Gewitter war schon heftig. Ich erzähle ihnen von der lustigen Fuchsbegegnung und zeige den Riss im Moskitonetz. In Zukunft verstaue ich meinen nach guter Wurst riechenden Fressbeutel vollständig in meinen Rucksack. Nach herzlichem Nashledanou geht's für mich schon los. Ich möchte am frühen Nachmittag nach Trutnov kommen, damit ich etwas von gebuchten Hotelzimmer habe. Weil einen Zeroday möchte ich nicht einlegen. Lieber dann nur 23 bis 25 Schlenderkilometer, die mir mittlerweile sehr leicht fallen. Die erste Stunde wandere ich noch in der Sonne aber dann sehe ich, dass sich die dunkle Wolkenwand immer mehr nähert. Auf meinem weiteren Weg begegne ich vielen einzelnen Wanderinnen und Wanderer, aber auch so lustige Figuren, wie zum Beispiel einen älteren Herren in einer quietschroten Laufshorts mit blauem T-Shirt, das ich viel zu dürftig bei den kühleren Temperaturen finde. Dann kommt ein weiterer dürrer zahnlückenbehafteter älterer Herr in einer weißen Basketballhose und Regenjacke entgegen. Er fragt mich, ob die Baude, die ich gerade passiert habe, offen hätte und ist glücklich als ich ja gesagt habe. Ich weiß es tatsächlich nicht sicher, er wird schon sehen. Dann begegne ich einen etwas festeren jüngeren Mann mit einem feschen Fußballtrikot, der eine Kinderhandtasche mit Comicmuster mit sich trägt, aber so fröhlich sein "dobrý den" singt, dass ich unbesorgt weitergehe. In einem winzigen Laden kaufe ich ein und wundere mich, dass mich die Verkäuferin auf Deutsch anspricht ohne den sonst üblichen tschechischen Akzent. Sie erzählt mir, sie sei Nachfahre von da gebliebenen Sudetendeutschen. Ich kaufe ihr ein großes Stück Käse und einen Liter Milch ab. Letzteren trinke ich gleich vor dem Geschäft komplett als Frühstück. Das Wetter bleibt so bewölkt und wird regnerisch und deswegen bin ich ganz froh dass ich um die Mittagszeit nur mehr 10 km bis Trutnov habe und ich dort ab 15 Uhr einchecken kann. Dann sind so die nötigen Dinge angesagt wie Wäschewaschen, Duschen, Powerbanks laden, Zelt und anderes trocknen. Weil ich zu früh zum Einchecken dran bin, leiste ich mir in einer Vorstadthospoda ein schönes Schnitzel mit Kraut und Knödel. Eine Kombination, die ich so nicht kenne, aber sie schmeckt hervorragend für umgerechnet 10€. Ein unschlagbares Preis-Leistungsverhältnis, in Deutschland ist man mindestens um das doppelte ärmer. Im Hotel bin ich tatsächlich Punkt 15 Uhr. Kann herrlich entspannt meine Klamotten waschen, die auf dem aussichtsreichen Balkon in Wind und Sonne trocknen. Von dort sehe ich schon auf die Schneekoppe!
  3. Hallo zusammen! Da ich neu im Forum bin und gramfex sicher einige noch nicht kennen möchte ich mich und meine Firma kurz vorstellen. Seit knapp 10 Jahren gehe ich leidenschaftlich gerne wandern und biken und dabei genieße ich es besonders auch die Nächte in der Natur und in den Bergen zu verbringen. Dabei habe ich lange nur kürzere Mehrtages-Touren von so 2-5 Tagen gemacht. Eine "richtige" Weitwanderung hatte ich aber schon länger auf meiner Wunschliste und da ich mich beruflich sowieso neu orientieren wollte, hat sich dann letztes Jahr die Chance ergeben. So bin ich kurzer Hand ( okay zugegeben so kurzfristig wars dann auch nicht, braucht ja doch einiges an Vorbereitung ) nach Neuseeland und habe einen Großteil des Te Araroa auf der Südinsel gemacht. Das war wirklich eine traumhaft schöne Erfahrung! Da ich von der Ausbildung her zumindest teilweise einen technischen Background habe und motiviert durch das knappe Budget als Student, hat mich dann relativ schnell auch das Thema MYOG interessiert. Angefangen habe ich dabei mit einem synthetischen Quilt. Während Covid kam dann mit einem Duplex-Clon das erste große Projekt, gut Zeit hatte ich ja genug. 😅 Über die Jahre sind dann noch einige weitere Projekte gefolgt, wie dieses A-Frame Tarp-Tent: und z.B. ein Biwaksack zum Schutz gegen Spritzwasser und Moskitos und co: Nach Neuseeland ist aus dieser Leidenschaft fürs (Weit-)Wandern und dem Wunsch, eigene Ideen umzusetzen sowie das Angebot an Ultraleicht-Ausrüstung in Europa zu bereichern, gramfex entstand. Ein kleines Unternehmen mit Sitz in Graz, das es sich zum Ziel gesetzt hat hochwertige Ultraleicht-Outdoor-Ausrüstung fürs Wandern, Radfahren und Campen zu entwickeln und selbst zu fertigen: https://gramfex.eu (gewerbliche Seite) Aktuell bieten wir folgende drei Produktlinien an: Ultralight Carbon Heringe: Mit 2 g (Länge: 13,5 cm) und 4 g (Länge: 15 cm) gehören sie zu den leichtesten vollwertigen Heringen auf dem Markt und bieten ein unübertroffenes Gewichts-zu-Haltekraft-Verhältnis. In meinen Tests hat die 4g-Version einer Zugkraft von bis zu 14 kg Stand gehalten, nur knapp weniger als die 15 kg der MSR Mini Groundhogs, die 2,5 Mal so viel wiegen! Firefly Ultralight Herings-Kappen: Sie machen es leichter die Heringe mit der Hand in den Boden zu drücken und helfen dabei, Verletzungen durch unabsichtliches drauf steigen zu vermeiden. So bleiben Hände, Füße und Heringe heil. Sowohl die Firefly UL Herings-Kappen als auch die UL Carbon Heringe leuchten im Dunkeln für bessere Sichtbarkeit: Ultralight Rocket Stand: Das Set besteht aus 4 Teilen, wiegt insgesamt weniger als 10 g und hat zwei nützliche Funktionen: 1. Standfuß für Gaskartuschen und 2. Verschluss für Topfdeckel. Sie passen dabei auf die meisten handelsüblichen Gaskartuschen (100 g, 230 g, 445 g) und viele UL-Töpfe, wie z.B. die 750 ml Titan-Töpfe von Toaks, Lixada und BESTARGOT. Ich freue mich auf den Austausch unter Gleichgesinnten und bin immer für neue Ideen, Wünsche, Anregungen und auch konstruktive Kritik dankbar! In diesem Sinne frohes Trekking und schöne Grüße aus Graz! Anian
  4. Eigentlich will ich für so etwas einen extra Bereich schaffen, der kommt auch, aber das dauert noch etwas, zuerst arbeite ich mit Hilfe der neuen OS-Version die alten Versäumnisse ab, da bin ich schon sehr weit 😎 dann muß ich dringend viele neue User aus der Auto-Moderation befreien usw Der Beitrag widerspricht so Einigem, was eigentlich Regeln im Forum sind, aber auf der anderen Seite finde ich es zum Kotz**, daß durch bestimmte EU-Regeln / Gesetze (will jetzt nicht (zu) politisch werden) die kleinen Shops / entsprechende selbst produzierende Hersteller in D und angrenzenden Nachbarländern platt gemacht werden, momentan geben ja (fast) jeden Monat welche auf oder schrappen hart an der Insolvenz, woran natürlich dreiste China-Clones und steuervermeidende Großketten einen nicht unbeträchtlichlichen Anteil haben. Ich denke da kann das Forum für kleine, gute, faire Shops oder selbstproduzierenden kleinen Herstellern in D oder direkten Nachbarn etwas Support leisten... Deswegen habe ich nun den Beitrag schon mal freigeschaltet, @gramfex sorry für die Wartezeit...aber irgendwie war immer zuviel, um mir Gedanken um eine gute Lösung zu machen... Falls Andere glauben, daß sie auch unter diese Beschreibung fallen und gerne etwas zu ihren Produkten schreiben würden -> bitte PN Bitte in diesem Thread keine Grundsatzdiskussionen o.A., sondern höchtens etwas zu gramfex-Produkten.
  5. 5. Im Adlergebirge (Orlické hory) 17.-19. August 90 km In der schönen Útulná blieb ich natürlich nicht alleine. Um halb acht abends pirscht ein junges Paar durch die Birken und fragt schon mal, ob ich alleine bin. Ja, bin ich. Prima, denken die sich auf tschechisch, es könnte schlimmer sein. Flugs packen sie Chips und Bier aus ihren Rucksäcken und stellen sich als Jonaš und Barbara vor. Er kann etwas Deutsch, ist Skilehrer im Krkonoše und sie studiert irgendwas mit Chemie in Prag. Jonaš versetzt mich mit einem seiner Kartentricks ins Staunen. Dann verraten sie mir Neratov als Camping Geheimtipp bzw. Hiker-Heaven gleich neben dem Kloster mit WC und Pipapo. Es liegt nicht direkt an der Via Czechia, sondern 4 km Richtung polnische Grenze, an der Stezka Čezkem. Warum nicht einen Schlenker einbauen? Mich treibt ja nix an und außerdem sind ab spätnachmittags Gewitter angesagt. Also los. In Mladko hole ich mir aus dem potraviny ein Kolatscherl, also Kuchenstück zum Frühstück, Wasser habe ich mir aus einer Quelle besorgt. Später stoße ich auf ein Schild, auf dem darauf hingewiesen wird, dass es sich um eine radioaktive Quelle handelt. Egal, abgefüllt ist abgefüllt. Und so schlendere ich weiter, viel auf Landstraße, später im Wald wieder an der Bunkerlinie entlang. So viele Waldlodges alle 100 m! Wie historisch ist dieser Landstrich. Auf dem Abzweiger nach Neratov, das in einem engen Talkessel liegt, überfällt mich ein erster Wolkenbruch. Kurz davor hatte ich mal Aussicht und vermeinte in der Ferne, einen Blick auf die Schneekoppe zu erhaschen. Kurze Zeit später ist wieder alles in Wolken gehüllt. Dann geht's ins Tal hinunter und um halb drei nach 25 km überragt die große Wallfahrtskirche von Neratov, vormals Bärnwald den engen Talkessel. Dahinter gibt's die Zeltwiese und 2 pyramidenartige Chatas, die erste wird gerade durch eine Familie mit Kindern bezogen, die zweite kann ich mir sichern. Halb drei nachmittags ist also nicht zu früh. Das dritte Pärchen stellt sogleich ein Zelt auf und ein tschechischer Mann fragt mich zugleich auf deutsch, wie lange ich in der Hütte bleibe - na, eine Nacht halt- prima, dann schlafe er heute erstmal im Auto und bezieht dann morgen nach meinem Aufbruch mein Chalet. Das Beste kommt noch: es gibt nicht nur WC, Ladesteckdosen, sondern auch eine sprcha (Dusche) mit warmen Wasser, umsonst! Mein Glück ist perfekt. Ich verbringe den Restnachmittag wie eine Glucke vor dem Chataeingang, koche Ramennudeln und Tee, während das 2. und 3. heftigere Gewitter vorüberzieht. Ganz dicht ist das Hüttchen beim starken Regen nicht, aber es gibt Schlimmeres. Das Ding ist jedenfalls für heute Abend meins. Die Nacht in der Holzpyramide war ein Traum. Ich konnte sie abends noch wild verteidigen, als eine Wanderin im Regen auch da Unterschlupf begehrte. Nun war das Ding sehr intim beengt und duster, und ich wollte nicht schon wieder eine Nacht mit unterschiedlichen Rhythmen anderer Mitübernachter über mich ergehen lassen. Ich erklärte mich dahingehend, dass ich lieber für mich alleine wäre und sie sagte, kein Problem. Am Morgen sehe ich dann, dass sie wie etliche andere an der überdachten Kirchenaußenfassade ein trockenes Schlummerplätzchen gefunden hatte und noch selig poofte, als ich schon längst aufbreche. Die Holzhütte war zum richtigen Zeitpunkt. Es kamen am Abend mindestens 3 sintflutartige Unwetter, dass sogar Wasser in das Hüttl tropfte. Am frühen Morgen geht's doch gleich über die Stezka čezkem zurück zur Via Czechia, natürlich nicht ohne Verhauer. Zuerst dachte ich, das Adlergebirge ist nicht so ansprechend. Eigentlich oft ein grüner Tunnel ohne besondere Aussicht. Aber dann wandere ich kilometerlang auf einem wunderschönen Pfad. Über mir fliegen Scharen von Kreuzschnäbeln, und kurz vermeine ich auch, die weißgefleckten Flügel von Wiedehopfen auszumachen. Hier in der Gegend? Und tatsächlich weist eine Tafel darauf hin, dass es welche gibt. An einem Kreuzungspunkt steht die erste Hütte des Weges, dessen Kiosk wohl nur am Wochenende offen ist. Eine Familie hat den Vorbau als Übernachtungsplatz benutzt und ein Lagerfeuer ist am ausglühen. Ob ich Hermelin will, der sei noch übrig. Jetzt weiß ich endlich, das die Tschechen mit Hermelin einen Camembert meinen. Ich freue mich riesig und verspeise sogleich den ersten der beiden. Später komme ich mit einem älteren Herrn ins Gespräch. Er erzählt mir mit ein paar Brocken Deutsch, dass er schon in Bozen gearbeitet habe. Wir verabschieden uns mit Handschlag. Keine halbe Stunde später stoße ich auf eine herzliche Frauenpartie aus pensionierten Freundinnen. Eine war Lehrerin, eine Physiotherapeutin, eine gynäkologische Krankenschwester. Die Stimmung ist so prima, dass wir ein Selfie machen. Auch der zweite Kiosk des Weges hat geschlossen, und versäumt ein Riesengeschäft, da sich mittlerweile zig Wanderer und Radfahrer wegen des nahen Aussichtsturm versammelt haben. Ich gehe weiter und gerate zur highnoon Zeit an eine große Baude mit Restaurace. Für mein Kofola muss ich mindestens 20 min warten, werde aber dann sehr freundlich vom deutschsprechenden Kellner versorgt. Woher ich denn käme? Die Bayern haben gutes Bier, meint er anerkennend. Ich bin fast peinlich berührt, dass so viele Tschechen ein paar Sätze Deutsch können und wir Deutschen kaum oder gar kein Tschechisch sprechen. Dann geht es über einen letzten Aussichtsturm mit unzähligen Kindergruppen so langsam bergab. Ich verlasse allmählich die Orlické hory, kaufe nochmals ein Ramensüppchen in dem potraviny der kleinen Ortschaft und finde zumindest am Rand einer Wiese an einem plätschernden Bächchen einen leidlich ebenen Platz für mein Zelt. Heute Nacht soll es wieder regnen. Die Nacht auf der polnischen Wiese in meiner Plastikbaude war trotz Regen ganz famos. Natürlich komme ich dann morgens nicht ganz so schnell in die Pötte, wenn noch alles Nasse von den Bäumen auf das Zeltdach tropft. Dann kurz vor acht stapfe ich über nasses Gras die paar Meter nach Tschechien zurück und wandere wieder auf Asphalt. Tatsächlich kommt mir doch am frühen Morgen eine festere Gestalt entgegen, die sich bei näherem Hinschauen als eine einzelne Wanderin mit dickem Rucksack herausstellt. Nach etwa 5 km erreiche ich den ersten Aussichtsturm des Tages auf dem Šibenik. Da gibt's zwar null Aussicht, aber eine Steckdose und Mülleimer. In Nový Hradec um halb 10 gibt's Frühstück aus dem potraviny für mich: ein leckeres süßes Teilchen und einen halben Liter Buttermilch. Später geht es in eine Schlucht mit traumhaften Trails. Am Ende angelangt, stapfen Leute mit Trockenanzug und Kescher durch's Dickicht. Ich erfahre, dass es sich um einen Trupp Biologen handelt, die die kleinen Fische im Waldbach erst per Elektroschock betäuben, um sie zählen zu können. Hier heroben sei noch alles ok, aber weiter unten in der Ebene macht sich die Trockenheit schon bemerkbar. Am Ende der Schlucht befindet sich ein netter tschechischer Biergarten, wo ich mir für umgerechnet 1,60 € ein "Bernard" gönne. Wär ich mal lieber alkoholfrei geblieben, denn der folgende Anstieg hat es in sich. Und der Weg bis nach Náchod zieht sich ziemlich. Das Städtchen ist größer als gedacht. Den LIDL lasse ich links liegen und verspeise auf einer profanen Bank direkt an einer Kreuzung mein 2. von gestern geschenktes Hermelin. So gestärkt gehe ich die 9 km bis nach Hronov, nicht ohne noch den 2. Aussichtsturm des Tages, dieses Mal mit Aussicht, zu besteigen. In Hronov leiste ich mir einen kühlen Liter Milch und eine neue Flasche Mineralwasser. Auf dem dortigen öffentlichen WC kann ich nochmal schön die Hände waschen, bevor ich mich hinter dem Friedhof des Ortes auf einer Anhöhe im dichtesten Dickicht ein verschwiegenes Plätzchen ausspähe. Das ist auch gut so, denn im Wald fahren in den Abendstunden noch allerlei motorisierte Vehikel umher. Heute Nacht soll es wieder regnen, stürmen und gewittern.
  6. 9. Jizerský hory (Isergebirge) 26.-28. August 85 km Ich weiß nicht, was mich am Vorabend geritten hat, aber ich wollte unbedingt ins Kloster.... Auf der Karte entdeckte ich 2 Etappen weiter den Ort Hajnice mit einem Klášter, schön gelegen im Isergebirge. Der Haken dabei, die Entfernung auf der Via Czechia mit allerdings vielen Schlaufen würde wieder auf knapp 50 km kommen. Und es regnet heute. Also lasse ich mir von Mapy.com eine direktere Route kreieren und die App spuckt mir so ungefähr 29 km aus. Das ist doch ein starker Plan, die wichtigsten Abschnitte mit drin, die Luxusschlaufen weg, und ich bin heute Abend glücklich und zufrieden im Trockenen. Genüsslich lasse ich mir das überreichliche Hotelfrühstück schmecken, das Beste an der ganzen Unterkunft. Und so esse ich Dinge am Morgen, die ich sonst nie essen würde. Um halb neun geht es dann im Regen los. Harrachov ist eine ziemlich unidyllische Ski-Stadt und genau die Deutschen zieht es da hin. Es dauert 4 km, bis ich aus Harrachovs Dunstkreis komme und lande schließlich im Tal der Jizera, die zugleich die Grenze zwischen Tschechien und Polen darstellt. Ziemlich einsam spule ich mit Regenschirm bewaffnet die Kilometer herunter. Die Hochfläche des Ortes Jizerka begeistert trotz des schlechten Wetters. Einem älteren Paar, Stenjek und Helena, biete ich an, von den beiden ein Foto zu machen, natürlich sind sie auch bereit für ein Selfie zu dritt. Diese netten Begegnungen sind das Salz in der Suppe. Mein Weg zieht nach rechts in die Wälder, um am Kamm ein Felsenlabyrinth mitzunehmen. Es herbstelt ein wenig. Dann kommt ein einsamer Abstieg zwischen zwei Waldbächen. Letztlich lande ich in Bílý Potok, einem ziemlich herunter gekommenen tschechischen Ort mit Messi-Häusen oder gar zerfallenen Gebäuden. Danach kommt dieses Hajnice mit meinem Klášter...nach endlich 31 km betrete ich die Kirche und bestaune die Fresken. 2 Betschwestern murmeln lautstark irgendwelche Gebietsmonotonien auf tschechisch herunter. Also lieber gleich zur Rezeption und erste Begutachtung meiner Zelle 217. Der Hunger treibt mich ins Klosterrestaurant und dort erwartet mich ein Abendbuffet mit Schlemmereien ohne Ende. Es werden 2 große Gänge mit Fisch, Hühnchen, Kichererbsen, Bohnen, Kartoffeln und Hranolky....naja, wer weiß, was mich wieder die nächsten Tage erwartet. Das Wetter wird nämlich besser und mein Zelt will wieder mal Frischluft tanken. Wenn mich was nervt, dann sind es Trampeltiere in Unterkünften. Nun müsste man meinen, ein Kloster hat so dicke Mauern, daß da gar nichts Akustisches durch dringt, weit gefehlt. Die Kirchenglocken gingen ja noch, aber das Getrappel von gehbehinderten Schwergewichten, die ich schon im Klosterrestaurant begutachten konnte, zwingt mich zum Einsatz meiner Ohrenstöpsel. Vielleicht hatte ich auch deswegen nicht die allerbeste Nacht, weil ich nach dem günstigsten Abendbuffet mit zwei großen Tellern voller Leckereien überkalorisch versorgt mit vollem Bauch im Bett lag. Das Schlemmen geht morgens weiter und so komme ich erst um Viertel vor Neun aus dem Kloster raus. Kurz nach Hejnice beginnt sogleich der Anstieg auf den Poledník und ich komme partout nicht vorwärts, da ich trödele und dann auch noch mit einer fröhlichen Jugendgruppe ein Selfie mache. Der Weg wird nach einer Straßenquerung mit einem noch geschlossenen Gasthaus noch anspruchsvoller, weil sich ein wunderschönes Felsenlabyrinth zum Durchschreiten anbietet. Lange schweißtreibende Stiegen führen letztlich auf den Špičák, von wo man endlich auch in der Ferne den Ještěd mit seinem futuristischen Turm ausmachen kann. Die Via Czechia führt da leider nicht hoch, dafür kann man ihn in Folge aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Ein längeres Asphaltstück führt dann aussichtsreich über Land, man könnte hier keinesfalls Wildzelten, da alle Wiesen mit Elektrozaun umgeben sind. Nur einmal führt der Wanderweg direkt über eine Kuhweide. Mir wird schon ganz anders, weil ein paar von denen sind ganz schön gehörnt. Außer dass ich in einen frischen Kuhfladen versehentlich trete, passiert aber nichts. Später bergab in Richtung Chrastava geht es wieder auf Asphalt entlang, viele Obstbäume flankieren den Weg und so mancher Tscheche oder Tschechin rüttelt und bückt sich, um die Zwetschgen einzusammeln. In Chrastava hole ich mir aus einem Potraviny Mineralwasser, Chips und süße Waffeln. 3 km später im Zelt liegend deucht es mir, dass das wohl für mehrere Tage die letzte Einkaufsmöglichkeit war. Nun denn, dann muß halt mal wieder ein Gasthaus besucht werden, falls eines zum richtigen Zeitpunkt offen hat. Bin ja schon froh, um Wassernachschub. Und wie am Beginn meiner Reise, gut 3l Wasser schleppen, mache ich nicht mehr. Es wird sich schon was auftun unterwegs. Der Morgen im Wald beginnt schon etwas verschlafen, ich war ab 6 Uhr morgens nochmals eingenickt und träumte irgendetwas blödes. Und so trödele ich schon beim Zusammenpacken. Keine Hochstimmung heute morgen, es ist schwül und ich studiere zum x-ten Mal die kommende Wegstrecke nach potravinys, Quellen und Hospodas. Erstere tauchen erst in gut 100 km wieder auf (Hřensko), mittlere sind wenige und mind. zu 75 % ausgetrocknet und letztere gibt es zwar, haben aber Öffnungszeiten, bei denen mehr als 50% wieder ausfallen. Jammer, wo ich doch durch meine Übernachtungsserie in Unterkünften nun vollkommen verwöhnt bin. Jetzt soll ich wieder in den survival-Modus, meine Nescafé Beutel abzählen, die snack-Rationen halbieren und Wasser vorsorglich etwas mehr schleppen.... Das erste Highlight des Tages ist nach wenigen km eine Gondelselbstzuganlage über das Flüsschen Lužická Nisa. Dann geht es ca. 3 km an der Straße entlang. Kryštovofo údolí ist so ein langgezogenes Örtchen mit überwiegend Sommerfrischehäuschen der gut betuchten Tschechen. In Krystovofo údolí überwinde ich mich und spreche 2 Männer zum Auffüllen der Wasserflaschen an. Prima, klappt doch. Und dann kommt prompt 1,5 km später eine munter sprudelnde Quelle mit Unterstand. Beides nutze ich für einen großen Pott Nescafé und esse meine halbe Brotzeit mit Wurst, Käse und altem Brot, muss eh weg. Eine junge Drossel schaut mich bei meiner Pause bedröppelt an. Der weitere Weg verläuft auf dem Kammweg, den ich genau vor 7 Jahren gegangen bin. Markante Kreuzungsstellen erkenne ich wieder, aber das war's dann schon auch. Im Gegensatz zu damals sind lange Strecken des Weges durch Holzarbeiten übelst zu gehen und ich komme nur sehr langsam vorwärts. Auf 10 km kommen schon 500 hm zusammen und die Schwüle tut ihr übriges. Ein paar Zwetschgenbäume am Wegesrand sorgen für die gesunden Snacks. Um halb drei habe ich endlich dieses Örtchen Jítrava erreicht. Ich lasse mich im der erstbesten Imbiss nieder und verzehre eine große Klobása zusammen mit einem pivo, einer Kofola und zur Nachspeise gibt es Mango-Softeis. Dinge, die ich sonst nie verzehren würde... Der Ernegieschub bleibt aus. Zwar nehme ich mir noch eine Strecke von 9 km vor, aber als ich die elefantenähnlichen Felsen Bíle kamení passiere, deucht mir schon, dass heute echt nicht mehr viel geht. Ich schleppe mich noch ein paar schöne Kletterfelsen entlang und bleibe dann bei einem kleinen alten Bunker endgültig hängen. Wollte ich nicht schon immer mal an so einem historischen Ort einen Overnighter machen? Gesagt, getan, ich säubere hinter der Betonhütte einen Platz und steige dem Bunker auf's Dach für's Chillen und Lage checken, ob da überhaupt jemand vorbei kommt. Es kommt keiner vorbei. Prima, dann wird das für die vorausgesagte verregnete Nacht mein Lagerplatz.
  7. Das dir das peinlich ist, mit der Sprache, kann ich verstehen! Ich wohne nur ca 100Km von der Holländischen Grenze und bin immer wieder peinlich berührt, das unheimlich viele Holländer ein ganz passables Deutsch sprechen und umgekehrt fast niemand meiner Mitbürger (einschließlich mir) auch nur mehr als drei Worte Holländisch spricht!
  8. 4. Hruby Jeseník (Altvatergebirge) und Rychlebske hory (Reichensteiner Gebirge): Am Praděd vorbei auf den Schneeberg 13.-16. August 110 km Ich liebe Nächte wie diese: unspektakulärer Fichtenwald, weicher Boden, Windrauschen, überwiegend eben. So geht Regeneration. Um kurz nach 7 Uhr mache ich mich auf um just nach 600 m an der Chata na Skřítků eine Ladestation zu entdecken. 10 min Handyaufladen muss jetzt auch noch sein. Dann beginnt ein langer schöner Anstieg durch den Wald, auf dem mir 15-20 Tschechen unterschiedlichen Alters mit Rucksäcken entgegen kommen. Offenbar ist der Bergkamm wieder ein Hotspot für Sonnenunter- und aufgangsanbeter. Nach einigen Höhenmeter erwartet mich schon der erste verblockte Gipfel Ztracené kameny, auf dem ein junger Tscheche sein erstes Gipfelbier um kurz nach 8 Uhr hineinschüttet. Ich gehe mal besser weiter. Und dann kommt in dieser Morgenstunde der mit Abstand schönste Trail in Richtung Praděd, dem Altvatergipfel mit fast 1500 hm. Aussichten mit 360°-Panorama auf einer riesigen Hochfläche, bei der es klar wird, warum so viele von ihrem Biwak kommen. An der Jelení studánka gibt es reichlich Quellwasser und einen großzügigen Unterstand, in dem viele Leute hineinpassen. Momentan ist hier keiner mehr. Ich bin im flow und wandere an Heidekraut vorbei mit permanenter Aussicht. Immer auch den Blick auf den Praděd voraus dreht sich der Weg an einem Lift halbkreisartig. Das vorläufige Ziel ist das Skiörtchen Ovčárna, in dessen Restaurace ich meinen Brunch mache. Langsam bekomme ich eine smažený sýr mit hranolky -Vergiftung, aber das ist das einzige Gericht, was ich am besten aussprechen kann. Das WC eignet sich für Catwash und die Dame hinter dem Tresen lässt mich mein Smartphone aufladen. Frisch gestärkt geht es auf Teerstraße zum Praděd. Es ist Mittag und eine Massenprozession bewegt sich gen Gipfel. Da lasse ich den Altvater doch lieber rechts liegen und spare mir die letzten hm. Das nächste Ziel ist eine Hütte in Švýcárna. Ich muss für mein pivo garantiert 20 min anstehen, aber mir macht das nichts. Dann folge ich dem Weg weiter, meist abwärts, dann über Bohlen, dann wieder steinig bergauf. Mit einer älteren Einheimischen komme ich auf Englisch ins Gespräch, es schaltet sich ein älterer Herr dazu, der besser Englisch kann und so fragen sie mich ein wenig aus und wünschen mir eine gute Wanderung. So macht das richtig Spaß, wenn man Kontakt zu den Leuten bekommt. Für den Abend suche ich die Vřesová studánka auf, eine Mischung aus Quelle, Kapelle und Unterstandshütte, auf dem Dachboden könnte man nächtigen, aber da ist schon eine Familie mit Kindern. Ich suche mir etwa 50 m weiter oben ein Sonnenplätzchen zwischen Heidelbeeren und Felsen. Über mir fliegen Fichtenkreuzschnäbel. Ich glaube, ich mache heute mal wieder Cowboy Camping. Der Biwakplatz war im Grunde nicht schlecht, unauffällige Lage, aber windige Exposition. Ein Biwak hat den Nachteil, viel anzuziehen und sich nicht ausbreiten können. Der Vorteil besteht in den Wachphasen, dass man direkt in einen gigantischen Sternenhimmel guckt und Sternschnuppen zählen kann. Und man versäumt den Sonnenaufgang nicht. Dieser hier ist wieder sagenhaft schön, wenn sich die neon-rosa Scheibe hinter den blauen Bergketten erhebt. Ohne Frühstück geht's auch gleich los. Auf dem ersten Gipfel des Tages, dem Keprník vrchol, einem 1400er, bin ich schon nicht mehr alleine. 2 nette Burschen lassen englisch mit sich reden, und so machen wir gegenseitig von uns Gipfelfotos. Auf dem Weiterweg nach Ramzová knurrt mir der Magen, kommt jetzt etwa der hiker-Hunger? Und so stolpere ich den sehr steinigen Weg hinab und wundere mich, dass mir immer mehr Touris um diese Zeit schon entgegen kommen. Das Rätsels Lösung ist eine Seilbahn, die alle ein paar hm nach oben schweben lässt. Am späten Vormittag bin ich in Ramzová und kaufe der Minimarket-Frau Wasser und ein paar Snacks ab. Ein gefüllter Krapfen in die Hand muss auch sofort sein. Keine 700 m weiter entdecke ich ein Hüttenresort, dessen Parkplatz mit Laternen bestückt ist, die in den Masten Steckdosen haben. Bis Mittag gibt es also für mich nochmals eine Ladepause. Dann kommt wieder ein Anstieg durch den Wald und auf schönen Trails bis zur polnischen Grenze. Ich mache einen 500 m Abstecher zu einer großen Berghütte, Horská chata Paprsek, wo ich mir Gulaschsuppe und als Nachspeise eine große Heidelbeerdampfnudel gönne. Letztere bereitet mir ein Zuckerkoma, mit dem ganzen Puderzuckertopping und der flüssigen Butter obendrauf. Und Aussicht hat man beim Essen direkt auf den Dalimilova rozhledna einige hm weiter unten, ein Aussichtsturm bzw. eine verkleinerte Replik der Sněžník-Aussichtsplattform. Zu dem Sněžník wandere ich aber erst morgen. Mit vollem Bauch schlendere ich nach langer Pause wieder an den Grenzsteig und nehme mir nochmals 10 km vor. Allerdings schwächle ich heute nach dem frühen Aufbruch und ungewohnt vollen Magen, so kommt es mir gelegen, bereits schon nach weiteren 8 km ein Waldstück zu entdecken, wo sich ein verschwiegenes Plätzchen auftut. Ich brauche heute wieder eine unspektakuläre Nacht. Die Nacht wäre ganz ok, wenn da nicht immer wieder so leichte Raschelgeräusche und ein niedliches Fiepen zu hören wäre. Wahrscheinlich sind Marderchen zu Gange. Ich stecke mir mal Ohrenstöpsel ein und rette si die frühen Morgenstunden für den Schlaf. Um 7 Uhr geht's aber auf, der Sněžník (Glatzer Schneeberg) will heute bestiegen werden, und noch mehr. So geht es erstmal die restlichen km bis zum Sattel. In dessen Chata ist um 8 Uhr erst Aufwachstimmung. Der steile Anstieg kommt erst noch nach einem flachen Gehstück. Dann geht's aber zur Sache. Die ersten Biwakierer kommen mir schon entgegen. Mit einem polnischen Männerduett komme ich sehr ausführlich ins Gespräch. Sie sprechen ausgezeichnetes Englisch, der eine, Tom, hat wohl in den USA studiert, der andere, Jan, kann Japanisch. Sie verraten mir, das kurz vor dem Gipfel eine Quelle sprudelt, somit ist mein Tag gemacht. Beide haben oben biwakiert und zeigen mir traumhafte Sonnenaufgangsfotos. Das Zelt haben sie sich nicht benutzen trauen. Wildzelten ist ähnlich wie bei uns verboten, aber Biwakieren sei eine Grauzone. Was will man denn auch schon dagegen machen, wenn z.B. auf der Schneekoppe im Riesengebirge täglich bis zu 500 Leute bei gutem Wetter dort in Schlafsäcken und Matten den Sonnenunter- und -aufgang betrachten....sagen sie. OK, d.h. hier besser durchstarten oder eben die 501. sein. Dann endlich ist sie da, die Quelle. Ich pumpe mir schon mal einen extra Liter rein und fülle alle Flaschen auf. Das sollte bis morgen reichen. Den Aussichtsturmaufstieg spare ich mir, es ist mittlerweile so oder so halb Tschechien und ein Viertel Polen hier oben. Auf dem E3 geht's wieder hinunter durch den Wald. Es kommen mehrere kleine Bäche, den ersten nutze ich gleich mal für eine ausführliche Wäsche. Dann zieht sich der Abstieg. Das Käffchen Králíky, ehemals Grulich, werde ich heute nicht ganz erreichen und hebe ich mir für morgen Vormittag auf. Dort muss ich wieder nach Wasser schauen. Ein paar km davor lädt ein Waldrand mit Aussicht auf ein Kloster zum Bleiben ein. Das Zelt werde ich wohl erst ganz spät aufstellen. Heute ist Sonntag, und da lasse ich es etwas langsamer angehen. Der Ausblick von meinem Lagerplatz auf das Kloster Hedeč Hora Matky Boží auf dem Bergerl links neben dem Örtchen Králíky wird mir heute noch genügen, denn nach gut 3 km verweile ich erstmal an dem Kircherl Panna Marie, dessen Friedhof einen funktionierenden Wasseranschluss bietet. Perfekt zum Auffüllen meiner Flaschen und zur Morgendusche, ist ja noch keiner da, um Gräber zu gießen. Eine halbe Stunde später gibt es den nächsten verlängerten Stopp. Am Besucherzentrum des Hauptbunkers aus dem 2. Weltkrieg bzw. schon aus der Zeit davor, als die Tschechen ihre Verteidigungslinie aufbauten, kann ich zum einen einen Kaffee trinken und meine Powerbank ein bisschen laden. Am Vortag fand nämlich eine militärische Übung mit sämtlichen tschechischen Organisationen statt und so konnte ich all diese Militärgrößen, die neben mir ihren Morgenkaffee gekrenzt bekommen, beobachten. Nur, dass ich halt leider kein Wort verstehe. Nach einer weiteren 3/4 h der nächste Boxenstopp, namens COOP. Der hat auch am Sonntag auf, und so kann ich wieder Proviant nachkaufen und gebe mich auf der Wiese davor einem ausgiebigen Brunch hin. Da es nun schon später Vormittag ist, spar ich mir die Schlaufe zum Kloster und zu einem Aussichtsturm. Beide Lokalitäten liegen auf einem Hügel und tja, mit vollem Rucksack und Bauch in der Mittagshitze.... Trotzdem blüht mir noch ein Anstieg auf den Suchý Vrch, der knapp unter 1000 m hoch ist. Dahinter liegt ein etwas feineres Restaurant, in dem ich Saláty mit Pute erstehe und mein Handy komplett aufladen kann. Diese 4. Pause zerschießt mein Zeitfenster zum Vorankommen. Egal, ich schalte heute einen Gang zurück und fasse die Útulná U mladkovske školky als Abendziel ins Auge. Wenn die leer sein sollte...immerhin wollte ich ja auch mal in so einer Útulná nächtigen.
  9. Mährisch-Schlesische Beskiden, 4.-8. August, ca. 115 km Beginn natürlich in der Gluthitze der Mittagszeit. Der Anfang oder auch Endpunkt der Strecke liegt idyllisch in einem kleinen Waldstück. Weiter unten daneben plätschert ein Bach. Das geht es wirklich los über steile Wiesen und Landsträßchen. Bergauf heißt schweißgebadet und vergleichsweise langsam. Eine Útulná mit Schlafdachboden kommt viel zu früh. 4-5 l Wasser werden heute verkonsumiert. Da kommen funktionierende Quellen gerade recht. Auf dem Höhenweg suche ich mir ein ruhiges Plätzchen im Wald für die erste Nacht, nicht ganz einfach zu finden, aber es gelingt. Auch am 2. Tag eine schwierige Strecke mit viel hm in einer Gluthitze, auch in den Höhenlagen. Die Beskiden sind mit ihren tiefen Tälern und vergleichsweise hohen hm-Differenzen bekannt. Wunderschöne Abschnitte, die an den Bayerischen Wald erinnern. Ein Teil der Strecke verläuft an der Grenze Tschechien/Slowakei. Ich komme an einem Brunnen vorbei, an dem viele Tschechen Wildcampen. Die Krönung ist ein brutaler Anstieg am Nachmittag auf den Lysá hora, den Kahlberg. Da lerne ich Micha mit ihrer Hündin Myja kennen. Wir stützen uns mental gegenseitig bei der Bewältigung der ganzen Höhenmeter. Das soll der Grundstein für einen super Abend an der dortigen Hütte werden. Wir verständigen uns in Englisch. Auf der Hüttenterasse wird man mit einer herrlichen Aussicht belohnt und kann ausgiebig Durst und Hunger stillen. Ich zeige Micha Fichtenkreuzschnäbel und sie übt das Wort in Deutsch auszusprechen, bis sie es perfekt kann. Die dahinter liegende Biwakwiese ist am Abend brechend voll. In Tschechien ist es ein Hype, an schönen Ferientagen Cowboy Camping zu betreiben, um die Sonnenuntergänge und -aufgänge zu bewundern. Micha biwakiert und ich stelle meine Amiplaste auf. Ohrenstöpsel rein und dann eine gute Nacht! Dobrou noc! Zig Tschechen kommen flashmobartig auf den Lysá Hora zum Cowboy Camping um den 2 minütigen Sonnenaufgang zu bestaunen. Der ist aber auch sowas von schön. Ich nutze den frühen Morgen und mache mich auf den Abstieg zum Trinkwasserspeicher, um dann wieder zum Smrk, den zweithöchsten Gipfel der Beskiden, aufzusteigen. In der Bullenhitze wieder eine Herausforderung. Ein Ranger begegnet mir und bedeutet mir auf tschechisch, dass ich hier nicht zelten darf. Habe ich eh nicht vor. Ich stibitze mir ein paar Heidelbeeren von den unzähligen Sträuchern und schlendere nach einer Mittagspause weiter. Mein Wasserverbrauch liegt wieder über 4 l, nur gut, dass gelegentlich eine Quelle noch sprudelt. Noch ein Nachmittagsaufstieg und dann finde ich außerhalb vom Nationalpark einen verschwiegenen Platz, unter dem mind. eine Stunde wahrscheinlich eine Wildsau trabselt und raschelt. Es zieht ein Gewitter auf. In der Nacht gab es Gewitter und regnete bis zum Morgen. In einer Regenpause wird das Zelt verstaut. Auf wunderschönen Trails geht es nach Pustelvni, einem Skiort, an dem ich an einem Kiosk einen Cappuccino erstehe. Mittlerweile gießt es aus allen Eimern von oben. Das schöne Hotel Radegast liegt leider vollkommen im Nebel. Die Kapelle Cyril a Metoděj ist zum einen sehenswert und zum anderen eine super Ladestelle für mein Smartphone. Ich werfe dafür ein paar Kronen in den Opferstock. Der Abstieg nach Rožnov zieht sich, dafür kommt die Sonne raus. Am Ortseingang leiste ich mir beim erstbesten Kiosk Fastfood, die hranolky werden sofort verspeist, der Doppelhamburger soll als Abendessen herhalten. Der Durchmarsch durch die Stadt zieht sich ziemlich, dafür ist der Stadtpark sehenswert. Und dann geht's wieder bergauf in die für mich letzte Bergkette der Beskiden. Ähnliche Gegend wie der Bayerische Wald, vielleicht noch fernere Aussichten. An einer fast versiegten Quelle finde ich meinen Nachtplatz auf 700 m Höhe.
  10. @Gaeubodenhex keine wohlstandsverwahrlosung? ähm, njaaa 😂
  11. Hallo Khyal, vielen Dank für das Freischalten!☺️ Ich verstehe natürlich absolut, dass es nicht erwünscht ist, dass das Forum von Werbe-Beträgen überflutet wird. Gerade als ganz kleine Firma ist es aber doch eine der besten Möglichkeiten direkt mit der Zielgruppe in den Austausch zu kommen. Neben der Bewerbung sind da besonders auch das Feedback und neue Inputs sehr wertvoll, um die bestehenden Produkte zu verbessern und ggf. neue zu entwickeln. Deshalb freue ich mich sehr über die Entscheidung und ich werde mein bestes geben, auch ganz unabhängig von gramfex einen Beitrag im Forum zu leisten! 😉 Danke! Genau, ist ein sehr ähnlicher Aufbau, nur eben mit Kordel/Schnur. Das dürfte den Großteil das "Mehrgewichts"^^ ausmachen. Unsere 2g Version wiegt ohne Schnur ~2,1 g. Allerdings sind mir von Pachallama keine Gewichtsangaben in Gramm auf die Nachkommastelle bekannt. Zugegeben, ist auch selbst im SUL Bereich nicht wirklich nötig, aber wenn wir schon mal dabei sind. 😅
  12. Plastik - oder auch Plaste

    davethewanderer und ein anderer reagierte auf Ameisenigel für Beitrag im Thema

    2 Punkte
    Wir verwenden Tüten als Liner und für Anderes. Zur Optimierung habe ich etwas recherchiert. Einen Regenrock mit 14,2g habe ich gemacht aus: https://www.avivamed.de/casa/haushalt/muellbeutel/pely-zugband-muellbeutel-extra-breit-60-liter-11-st Als Wäschebeutel und als Liner für den Schlafsack mit 2,6g pro Stück: https://www.csj-emballages.com/produit/sac-de-prelevement-liasse-10-microns-35-x-50-cm-par-1000/ Bei 1.000 Stück kann ich offensichtlich auch ein paar verschicken. Wer möchte: 5 Stück im Briefumschlag für € 1,50 Versand via PayPal. Sie sind dehnbar und aus meiner Sicht für den Zweck ok - aber noch nicht im Einsatz getestet. Wenn einmal beschädigt, dann reissen sie allerdings schnell weiter.
  13. Toller Bericht, den ich erst jetzt entdeckt habe. Ich freue mich schon auf den nächsten Teil!
  14. Die Kombination Broumovské stěny - Riesengebirge - Isergebirge bis in die Lausitz ist für den Felsliebhaber sehr interessant. Ein Highlight jagt das nächste. Da ist man bis zu 10 Tagen beschäftigt. Das Riesengebirge unterscheidet sich - bis auf das Erzgebirge, das auch schon wieder einen eigenen Charakter hat - von den anderen Mittelgebirgen, wie Beskiden, Altvater, Adlergebirge. Das Riesengebirge ist semialpin mit abgeflachten Bergen, aber auch lawinösen Abbrüchen und Schluchten. Erzgebirge alleine zieht sich auch, da ist man so ca. eine knappe Woche unterwegs. Ich persönlich hatte da ein kleines bisschen meine "Anpassungsschwierigkeiten", kilometerweise dichteste Nadelwälder mit hügeligen Waldböden, fast unmöglich flache Lagerplätze zu finden. Hochtäler mit großen Wiesen- und Torfflächen, die für Rinder per Elektrozäune abgesperrt sind, sind für das Auge schon reizvolle Landschaften, aber wie gesagt, lagerunfreundlich...ich mag Mischwälder lieber. Oder aber Böhmische Schweiz ab Děčín (also von West nach Ost) mit der Lausitz kombinieren. Ein weiteres Filetstück des tschechischen Nordrands. Beskiden bis Altvatergebirge fand ich persönlich auch sehr ansprechend, dazwischen halt Agrar-Landschaft im Mährischen Tor, nicht jeder mag das, ich schon, da die Aussichten reichlich waren. Kurzum, man kann eigentlich nicht viel falsch machen, es ist eigentlich alles am Nordrand ansprechend...
  15. Großartiger Bericht und tolle Fotos! Bekomme sofort Lust, loszuwandern!
  16. 2 Punkte
    Hallo zusammen, ich möchte gerne eine Tour kurz vorstellen, die ich Ende August/Anfang September gegangen bin und die mir außerordentlich gut gefallen hat. Für Bergbegeisterte, die das Hochalpine mögen und steiles Gelände nicht scheuen (kein Klettern, nur wenige versicherte Passagen). Die ‚Tour of the Giants‘ ist eine Kombination aus den beiden Höhenwegen ‚Alta Via Valle d’Aosta 1+2‘, auch bekannt als ‚Giro dei Giganti‘ oder ‚Tor des Geants‘. Sie bildet eine Runde um das italienischen Aosta-Tal und verläuft meist zwischen 1.500 um 3.000m Seehöhe, wobei man am ‚Col de Loson‘ 3.299m erreicht. Auf 365km Strecke überschreitet man 25 Pässe über 2.000m und bewältigt ca. 28.000 Höhenmeter. Vom Weg aus sieht man Mont Blanc, Gran Paradiso, Monte Rosa und das Matterhorn und diese ‚Riesen‘ sind für den Weg namensgebend. Weil ab dem 13. September das Ultra-Rennen ‚Tor des Geants‘ stattfand (ca. 1.000 Teilnehmer*innen), habe ich meine Wanderung zeitlich so gelegt, dass ich sie vor dem Rennstart beenden konnte. AnreiseStart und Ziel waren für mich in Courmayeur, das ich von Westösterreich aus mit Flix-Bussen erreicht habe (Umstieg in Genf). ResupplyIch bin gegen den Uhrzeigersinn gegangen und habe mir in folgenden Orten Lebensmittel gekauft, die jeweils kleinere Lebensmittelgeschäfte mit guter Auswahl und teils etwas höheren Preisen hatten. km0 Courmayeur km32 La Thuile km117 Cogne km175 Donnas km235 Gressoney km268 Valtournenche km365 Courmayeur ÜbernachtungenMan kann in Berghütten, auf Campingplätzen oder in Unterkünften im Tal oder in Bivaccos übernachten. Natürlich kann man auch wild campieren, was auf über 2.500m sogar erlaubt ist. Eine Ausnahme bildet der Gran Paradiso Nationalpark, in dem wild Campen streng verboten ist. Hier hat man Berghütten oder Campingplätze/Unterkünfte im Tal zur Auswahl. WegbeschaffenheitDie Wege sind außerordentlich gut instand gehalten und ausgezeichnet markiert. Allerdings sind sie meist sehr steil und steinig (Geröll). Kaum Flachpassagen und, wie schon erwähnt, sehr viele Höhenmeter. Man geht fast ausschließlich auf Wanderwegen und höchst selten auf Asphalt oder Forststraßen. TiereMan begegnet immer wieder Kuhherden, auch im Hochgebirge. Diese werden manchmal von Hirten mit Hunden begleitet. Ich hatte einige unangenehme Begegnungen mit Hunden und habe dann versucht, auszuweichen. Sehr schön waren die vielen Begegnungen mit Steinböcken, von denen ich die Meisten im Gran Paradiso Nationalpark gesehen habe. Einige Gämsen, mehrere Steinadler und ein Bartgeier waren auch zu sehen. Ich hoffe, ich konnte ein wenig Interesse für eine wirklich tolle und herausfordernde Tour wecken und schließe mit einigen Bildern ab. Tour of the Giants.odt
  17. Nízký Jeseník, "Niederes Gesenke", 10.-12. August, 90 km Um kurz nach sechs habe ich alles eingepackt und es geht los im Pullover, denn es hat nur 10° C am Morgen. Kaum vorstellbar, dass es in kurzer Zeit wieder unerträglich heiß sein wird. Der grobschottrige Weg rechts des Flüßchens Budišovká wechselt auch mal in schönere Beläge. Ich wandere vorbei an vielen kleinen Zeltlager, aus denen fröhliche Kinderstimmen zu hören sind. Ich biege vor lauter Begeisterung über die tschechische Mentalität, mit wenig Bespassungsmodalitäten vollkommen zufrieden zu sein, fälschlicherweise in ein anderes Tälchen ab, merke es aber noch rechtzeitig und drehe um. Dann führt der Weg hinauf in die mährische Agrar-Landschaft, die durch weitläufige Wiesen mit Heuballen und glücklich grasenden Tieren geprägt ist. In Podlesí hat eine Hospoda geöffnet, an der ich mir ein kaltes Birell - mein neues Kultgetränk - gönne. Dann entlang durch weitere weite Wiesen mit einer immer bombastisch werdender Aussicht. Der kleine Abstecher auf den Červená Hora beschert mir eine gigantische Aussicht bis zum fernen Altvatergebirge, das nächste Ziel in einigen Tagen. Mittlerweile wird die Hitze durch kräftigen Wind etwas erträglicher, wie wenn jemand einen riesigen Fön angestellt hat. Vorbei an der Kapelle Sv. Jan Nepomucký bestaune ich zugleich die Cesta Česko-německého porozumění, die tschechisch-deutsche Verständnisstrasse, ein Projekt, bei dem immer noch mit dem Land besonders Verbundene ihre eingravierten Granitplatten hinterlegen können. Dann führt der Weg durch eine Windparkanlage mit Siemensrotoren, eine davon scheppert metallisch, was man dann noch kilometerweise hören kann. Ein junger Fuchs quert auf der Suche nach etwas für ihn Interessantem die Straße und bemerkt mich erst gar nicht. Ich biege nach links ab und mache noch 2 km über lange Wiesenwege, bevor ich in einer kleinen Schneise im höheren Gras einen geeigneten, weil versteckten Lagerplatz entdecke. In meinem Zeltlager ist es so kuschelig, dass ich gar nicht so recht aufstehen mag. Ich ködere mich innerlich mit der Vorstellung auf ein Frühstück mit frischen Lebensmitteln in der gut 5 km entfernten Stadt Moravský Beroun, die ich ja schon gestern erreicht haben wollte. Aber das zündet auch nicht so richtig, da ich keinen Kohldampf habe. Also bleibt es beim gemächlichen Aufstehen und Zusammenpacken. Das Städtchen kommt nur langsam näher. Um 8:30 dann taucht der grüne "Tempo potraviny" Markt auf, in dem ich erstmal ausgiebig schauen muss, weil der so gut sortiert ist. Natürlich habe ich wieder mal zu viel im Einkaufskorb, mein Rucksack platzt eh schon bald. Auf dem großen Marktplatz breite ich meine frisch erstandenen Schätze auf einer schattigen Bank aus, und verleibe mir Salami auf Mehrkornsemmel, rote Paprika, Tomaten, Kefir und ein Birell ein. Der Rest wird irgendwie in und an den Rucksack gestopft. Das mit dem Wasser muss noch warten, denn ich komme in weiteren 2 km direkt an der Mineralwasserfabrik Ondrášovka vorbei, wo eine frei zugängliche Quelle sprudelt. Ab da ist der Rucksack wieder maximal schwer und das heißt, ich werde stündlich eine Rückenpause brauchen. Der muckt schon seit dem Vortag. Der Weiterweg führt an der Bystřice entlang, die nur sehr wenig Wasser führt. An geeigneter Stelle gibt es für mich die nächste Pause zum ausgiebigen Waschen und Zähneputzen. Das tut gut. Mittags habe ich dann meine knapp 15 km auf dem Tacho, und die nächste verlängerte Mittagspause steht an. Ich liebe es, in einer mährischen Wiese im Schatten zu fläzen und nur den Wind, das Fliegengesumse und die Grillen im Hintergrund zu hören. Nach der Pause führt mich der Weg kilometerweise durch einen noch sehr jungen Mischwald, offenbar ein Wiederaufforstungsprojekt. In der Senke liegt das Dörfchen Husová. Dessen Kirche ist zwar veschlossen, da hier jedoch eine Sanierung durchgeführt wird, die aktuell aber ruht, bin ich entzückt über den Stromkasten, über den ich mein Smartphone wieder zu 90% aufladen kann. Das übernächste Dörfchen ist Sovinec, in dem eine Burg thront. Mich interessiert nur das WC für eine schnelle Wäsche. Dann geht es ziemlich lang hinunter in ein Tal, um dann wieder steil durch Buchenhänge aufzusteigen. Nach bereits 30 km halte ich Ausschau und finde prompt eine versteckte ebene Fläche im Wald, ideal zum Übernachten. Die Nacht in meinem Buchenwald verläuft schleppend, ich wache oft auf durch das Rascheln der Bäume. Ständig fällt etwas von den Bäumen und im Laub raschelt es öfters. Die Abhilfe kommt durch meine kleinen Ohrenstöpsel. Und am morgen mag ich gar nicht gleich in die Pötte kommen. Ich verzichte wieder auf Frühstück und stapfe als um Viertel nach 7 durchs Laub auf den Wanderweg zurück. Ein paar km noch auf dem Bergkamm, dann ist dieses Řešov erreicht. Von da ab geht ein Weg direkt in eine Schlucht. Es ist erst 8:15, und so nutze ich die Morgenstunde bei nächstbester Gelegenheit für einen Catwash. Ein paar Minuten später käme ich nicht mehr dazu, da sich schon die ersten tschechischen Urlauber nach unten bewegen. Denn da wartet das erste Highlight des Tages: Rešovské vodopády, der Wasserfall der Huntava. Steil über Holztreppen und Steinblöcken führt der Weg weiter an der Huntava entlang, um sich dann später in einen Weg mit geschnitzten Märchenfiguren am Rande fortzusetzen. Es kommen noch ein paar tschechische Dörfer, in denen männliche Einzelpersonen versteckt misstrauisch ein dobrý murmeln. Tschechische Frauen sind vergleichsweise mir gegenüber offener. Nach einem Asphaltstück, das an einem leider nicht mehr in Betrieb genommenen Stromkasten mit Steckdosen entlang geht, biege ich dann links ab und nehme die Höhenmeter zum Rabštejn in Angriff. Dort befinden sich eine Burg, Kletterfelsen und das Beste: ein Restaurace, an dem ich mir ein Huhngericht und 2 Birell genehmige. Eigentlich könnte ich dort für einen schmalen Taler bei den Kletterern zelten, es ist aber erst 14 Uhr, und ein paar km möchte ich noch machen. Das nächste Highlight kommt mit den kleinen Felsengipfeln Černé Kamený und Bílý kámen, knapp unter 1000 hm, aber eine fantastische Aussicht zum Altvatergebirge und in der Ferne vermeine ich auch die Schneekoppe zu sehen, ist sie aber noch lange nicht. Erst kommt der "Schneeberg"! Dann stellt sich die Frage nach einem geeigneten Platz für die Nacht. Ab Skřítek am Sattel würden dann die ganzen hm noch gemacht werden wollen und dann ist man in der absoluten Kernzone. Die einzige Möglichkeit wäre die Útulná Jeleny studánka, die ist zum einen noch ziemlich weit weg und kann dann später am Abend bereits voll belegt sein. Außerdem liegt die auf 1300 hm an einem Aussichtspunkt. Das ist mir zu riskant. Ich bleibe heute einsam in dem ebenen unspektakulären Wald auf 850 hm und nutze die Zeit für eine kleine Näharbeit an meiner Wanderhose.
  18. Servus Moravskoslezské Beskydy, ahoj Moravská brána a Podbeskydská pahorkatina (Mährisches Tor) 8.-9. August, 59 km Heute heißt es Abschied nehmen von den Beskiden, der herrliche Kammweg führt hinab nach Hodslavice. Am Bahnhof leiste ich mir 2 Birell und salzige Chips, mir war danach bei literweise Quellwasser. Dann geht es durch mehrere tschechische Käffer, viel auf Straße, allerdings wartet schon das nächste Highlight mit dem Svinec als Aussichtsberg in alle Richtungen. Ein sehnsüchtiger Blick zurück in die Berge der Beskiden, ganz weit hinten kann man den Lysá Hora ausmachen. Vor mir Starý Jičín und die gleichnamige Burg (Hrad) auf dem Bergerl daneben. Ich spar mir den Aufstieg und wandere rechts des Burgberges über's Land. Eine Storchengruppe grast ein Feld nach etwas Essbaren ab. In Bernatice nad odra lädt ein Restaurant zum 3. Birell des Tages und zum Aufladen des Smartphones ein. Anschließend geht es ein paar wunderschöne Kilometer durch die Oderauen. Am Ende der Auen angelangt suche ich mir in einem verschwiegenen Waldstück ein weiches Plätzchen. Heute ist Cowboy Camping angesagt. Die Cowboy Camping Nacht war nicht ganz so flowig, wie gedacht. Die anrauschenden Züge von und in den nicht allzuweit liegenden Bahnhof von Suchdol können erfolgreich mittels Ohrenstöpsel gedämpft werden. Mehr zu schaffen macht mir die nächtliche Kriechfeuchte, die sich auf alles legt, was ich ausgebreitet habe, inkl. Schlafsäcke. Trotz fehlendem Zeltabbau komme ich erst nach 7 Uhr los, um exakt in einem guten km im großartigen Bahnhofsgebäude von Suchdol zu landen. Und das ist feudal. Mit 10 Kč bekomme ich alles fürs Hikerglück: ungestörten Klogang, Kurzwäsche mit warmen Wasser, Wasser zum Mitnehmen, Seife, eine Haarwäsche und Papierhandtücher. Perfekte Einrichtung. Der weitere Hadsch wird ein Asphalthadsch durch das tschechische Örtchen, ein Coop hätte sogar offen, ich brauche noch nix. Dann geht es über abgemähte Wiesen beschaulich durchs mährische Land. Ich nutze die mittlerweile 10 Uhr Sonne zum Frühstück mit Klobása und zum Schlafsacktrocknen. Um 11 Uhr ist Fulnek erreicht. Das hat eine große Dreifaltigkeitskirche, die mir eine Zwichenaufladung von Handy und Powerbank ermöglicht. Ich bestaune als einzige Besucherin zwischenzeitlich die Fresken und bedanke mich mit einem kleinen Kronenobulus. Am Marktplatz hat ein Vietnamesen-potraviny offen, wo ich mir 2 Dosen Birell und Cracker besorge. Die Dosen werden sofort auf einer Bank am Marktplatz geleert. Dann kommt für mich die anstrengendste Tageszeit. Temperaturen bis 28°C. Es überwiegt das Agrarland und die Feldwege gehen gefühlt meist bergauf und haben groben Schotter. Kein Kindergeburtstag. Die Zwischensnacks aus Minipflaumen schmecken, aber Hunger habe ich in der Hitze keinen. Dafür gibt's grandiose Aussichten zurück nach Fulnek auf das Kloster und dahinter die Beskidenbergkette. Komischerweise kommen mir mind. 4 Motorräder auf dem Wanderweg entgegen, mit den Straßenmaschinen ist es schon fast eine Kunst, die Teile hinunter zu manövrieren. Eine Horde Kühe ist am obersten Punkt hier Zuhause. Deren Fliegenmakrobiom wechselt die Besitzer und begleitet mich fortan kilometerweise als sirrende Wolke bis zum nächsten Wald. Dann gibt's noch paar Straßenkilometer, bis ich mich dazu entschließe, mal auf einem der wenigen auf dem Weg liegenden Camping Plätze nieder zu lassen. Es sind natürlich Ferien und der Platz ist zu 2/3 gefüllt mit Schülergruppen unterschiedlichen Alters. Mir heute egal, ich habe Ohrenstöpsel und gebe mir heute Abend die Powerbombe aus Syr, hranolky und pivo .
  19. Zur Planung: Man braucht sich nicht das Hirn zermartern. Erster Schritt ist die Festlegung auf das Projekt mit Auswahl der Jahreszeit und des Zeitrahmens. Natürlich gibt's wunderbare (auf tschechisch) Bildbände von Jan Hocek, die einem die Vorfreude potenzieren. Es gibt auch Papierkarten über den gesamten Trail. Das Entscheidende aber ist die richtige gute App Mapy.com, in der man sich die Regionen vorab runterlädt und die Einzeletappen darauf legt. Dort ist alles zu finden, von Quelle bis Útulná (Unterstandshütte), Unterkünfte sind teils mit booking.com vernüpft, jedes Potraviny (Lebensmittelgeschäft) mit Öffnungszeiten, so auch die Restaurants oder Imbisse. Eigentlich muss man nicht viel planen. Vielleicht gelegentlich vorher checken, wann die Abschnitte kommen, wo es mal für eine knappe Woche keine potravinys gibt. Selbst Unterkünfte buchen ist spontan ein Kinderspiel und ist für einzelne Regionen, in denen Wildcampen ein No-Go ist, wie z.B. im Riesengebirge, wichtig. Ich entschied mich für August bis Mitte September, wohl wissend, das in Tschechien und Polen Ferienzeit ist und stellte mich für August auf die Höhe Besucherfrequenz in den Mittelgebirgen ein. D.h. aber auch, auf die schönen Útulnás kann man nicht zählen, die sind immer belegt. Wildcampen ist genauso wie bei uns formal nicht erlaubt, was aber toleriert wird ist Cowboy Camping. An warmen Sommerabenden erscheinen zig bis Hunderte Tschechen flashmobartig auf den namhaften Gipfeln und Biwakieren, um die paar Minuten Sonnenunter- und -aufgang zu zelebrieren. So auch ich. Ein paar Campingplätze liegen günstig, und auch die nutzte ich gelegentlich, um warm zu duschen und Powerbank aufzuladen, auch wenn im Sommer viele Jugendgruppen anzutreffen sind. Einen Zeroday gönnte ich mir nach 4 Wochen in Děcin in einer Campingplatzhütte, um paar Sachen zu erledigen, aber auch da kam ich vor lauter Sightseeing auf 10 km. Ansonsten taten es zur Erholung 3-4 "Uzwa's", unter 20 km, zum Schürfwunden pflegen oder wegen eines leichten grippalen Infekts. Nach einem einzigen Gewaltritt mit 45 km und 2200 hm über die Schneekoppe merkte ich schnell, das mein Genusstagespensum so bei 27-32 km im Schnitt liegt. Da fehlt sich nix. Die Tour insgesamt ist kein Spaziergang. Ich kam auf 1100 km (kleine Abwandlungen der Strecke waren auch mal drin) und 32000 hm. Dessen soll man sich bewusst sein. Und die dicken hm hatte ich speziell in den ersten 2/3. Die Temperaturen lagen zwischen 38° bis weit in den einstelligen Bereich hinein. Ich hatte eine Mischung aus ultraleicht und mini-Luxus, z.b. die Kombi Sommerschlafsack mit Sommerquilt (sehr gute Kombi), leichte Daunenjacke, 3 Powerbanks (eine zuviel, obwohl die große 20000er mal versagte), den Agilität von Weitläufer (eigentlich ein toller Rucksack, der mir aber bis zum Schluss "Rücken" bescherte und das Plex Solo Lite von Zpacks, eine schöne Behausung. Meine Trailerinnungsschuhe von La Sportiva haben die 1100 km ausgehalten, ein Regenschirm war Gold wert, die Regenhose habe ich nicht gebraucht (weiß man's vorher?) und die lange Montura-Hose war im Riesengebirge angenehm. Kocher mit dem Rocket von Msr bissi schwer, dafür sparsam im Gasverbrauch. Kartuschen Nachkauf erst nach 4 Wochen. Nun, die TR NXT mit Pumpsack, eine 0,3 mm Evazote, das Ultralightbivi von Cumulus. Das sind so die wichtigsten Eckdaten. Anfangs war der Rucksack knallschwer, weil ich bei der Hitze bis zu 3 l mit schleppte. Im September war das Wassergewicht kein Problem. Essen muß man je nach Gelegenheit. Ramensuppen in Hülle und Fülle. Ich nahm immer Käse und Wurst (Hermelin und Klobása) und diese tschechischen Brötchen mit, hatte unzählige Waffelsnacks und Nescafé 3 in 1 dabei. Und natürlich futtern und trinken, was sich unterwegs so bietet, smažený sýr mit hranolky, Klobása, Hamburger, Birell, Kefir, Milch oder ein Pivo vom Fass. Alles viel günstiger als bei uns daheim.
  20. Eine Woche GR10 im September

    wandering_lukas reagierte auf LorenParkerr für Beitrag im Thema

    1 Punkt
    Danke für die Rückmeldung, das klingt nach ziemlich typischen Pyrenäenbedingungen im September. Die Sache mit dem Duschgel ist ja fast schon ein besseres Thermometer als jede Wetter-App. Interessant finde ich auch, dass die große Wasserflasche noch flüssig blieb. Dann war es offenbar wirklich nur kurzzeitig ordentlich kalt. Beim Quilt hätte ich bei solchen Temperaturen vermutlich auch eher Vertrauen in die Nacht als in meine Finger beim morgendlichen Packen. Dünne Handschuhe mit etwas Grip wären da wahrscheinlich Gold wert. Und die starken Temperatursprünge nach Sonnenaufgang stelle ich mir ziemlich krass vor. Von Frost am Morgen direkt zu Shorts und Sonnencreme ist schon eine Ansage.
  21. Eine Woche GR10 im September

    Epiphanie reagierte auf wandering_lukas für Beitrag im Thema

    1 Punkt
    Hi @Epiphanie, Ich hatte einen Hyberg Nimbus II dabei. Temperaturen habe ich nicht aufgezeichnet, aber ich nehme an dass es so wie von Meteoblue fur 2000m angekündigt +-1°C waren: mein Duschgel hatte kleine Eiskristalle in der Flasche, die große Wasserflasche hatte nichts.
  22. Dir ist schon klar, das Schlemmen in einem Kloster, dich nicht reinwäscht, von der Totsünde der Völlerei? Hahahahaha!
  23. Was an solchen Berichten besonders hilfreich ist: Man bekommt ein Gefühl dafür, welche Regionen wirklich unterschiedlich sind. Für eine erste Teilstrecke würde ich deshalb eher nach Landschaftsmix als nur nach Kilometern auswählen.
  24. Eine Woche GR10 im September

    Epiphanie reagierte auf wandering_lukas für Beitrag im Thema

    1 Punkt
    Hallo zusammen! Ich lasse mich gerade wieder Richtung Deutschland fahren und wollte schon mal ein paar Punkte aufschreiben, falls mal jemand die gleichen Fragen hat: Zu 2) Ich bin mit 6,5 Wandertagen von Arles-sur-Tech nach L'Hospitalet-près-l'Andorre gelaufen, also wie geplant "falsch rum". Am ersten Tag ging es mir mies als ich am Refuge de Batére ankam, da hing aber auch schon ein fettes Gewitter in der Luft und das macht mich auch im Alltag fertig. Ansonsten bin ich gut durchgekommen und hatte nur an wenigen Stellen das Gefühl, in die falsche Richtung zu gehen und zwar: Übersteigen des Canigou (hier bin ich nachmittags hoch, habe mir die Stelle, die ich abklettern müsste angeschaut und wieder zurück zum Refuge de Cortalets, Bonus: am nächsten Tag den Canigou von der Cresta de Barbet anzuschauen war sehr schön), der Aufstieg vom Refuge du Ras de la Carança zum Coll Mitja (habe hier nach dem dritten Mal weg verlieren einfach auf die Schotterpiste gewechselt) und der Abstieg vom Coll de Coma de Anyell zum Refuge de Bésines (Wegziehen von oben schlecht zu sehen und Stufen, die ich teilweise abklettern musste). Zu 3) Ja, war kalt nachts. Im Quilt war es warm genug, problematisch für mich war es dann eher, zusammenzupacken ohne allzu kalte Finger zu bekommen. Hatte Handschuhe dabei, aber keine mit denen ich Dinge tun kann. Sobald die Sonne dann wirklich aufgegangen war, kam dann immer direkt der Wechsel von Mütze und Regenjacke zu Sonnencreme, -brille und Shorts. Zu 4) Entschied mich für die billige Mikrofaser-Variante und hasse alles an meinem Hüttenschlafsack/Inlet. Schwitzig, klettet an trockener Haut, verdreht sich,... 🫣 Zu 5) Ich habe die erste und letzte Nacht in Hütten geschlafen und konnte beide Male mit weniger als 24h Vorlauf glutenfrei mit zu Abend essen. Hatte natürlich trotzdem Massen an Essen im Rucksack... Zu 6) Ich kam immer noch nicht dazu mal meine Klumpen zu wiegen. Zu 7) aktuelles: Selbst jetzt sind noch echt viele gelistete Quellen komplett trocken. Und viele Läden/Unterkünfte/... scheinen ab September ein Soft Closing zu machen und öffnen nur noch, wenn es ihnen passt. Hätte ich nicht so viel Essen dabei gehabt wäre das doof gewesen. Bei Fragen gerne fragen!
  25. Smartwatch zur Navigation?

    Linnaeus reagierte auf Ocram0815 für Beitrag im Thema

    1 Punkt
    Die "normale" erste balance also ohne xt oder 2 oder ultra und was es sonst noch gibt.
  26. Schön dass es mehr UL Produkte in Europa gibt. Deine Heringe sind den Pachalama doch sehr ähnlich nur schwerer. Ist das die Schnur?
  27. Smartwatch zur Navigation?

    rooks reagierte auf Thorsten81 für Beitrag im Thema

    1 Punkt
    Nutze auch eine Amazfit, die T-Rex 3 Pro. Reicht mir, man sieht alles wunderbar, funktioniert mittlerweile wirklich gut und man schont den Handyakku. Allerdings immer noch keine Native übertragung von Komoot zur Uhr. Man muss in Komoot die Strecke "offline" verfügbar machen, dann in die Zepp-App vom Handy, auf die Komoot-Verknüpfung und kann dann dort die gespeicherten Routen auf die Uhr übertragen. Ist generell aber nur ein kleiner Umweg. Du kannst auch jegliche GPX Datei nutzen zum Navigieren.
  28. Ich habe sie nicht im Dauereinsatz seit dem Kauf, sondern nur hin und wieder, weil ich sie auch nicht immer mit dabei habe. Aber aktuell sehen sie immer noch aus wie neu. Ich muss allerdings sagen, ich schone meine Ausrüstung schon sehr und achte da wirklich drauf. Vermutlich bin ich damit nicht wirklich die Referenz ;-) was Langzeittests betrifft.
  29. @Old School Was solls, ist ja positiv gemeint!
  30. unprofessionell ... nee, da geh ich nicht mit ...
  31. Sehr schön, das du so ausführlich berichtest! Ich liebe „unprofessionelle“, von Usern, für User geschriebene Reiseberichte!
  32. Handel ich hier erstmal die Anreise und Abreise ab: Hinfahrt am 3. August mit 2 Flixbusse, erst bis Prag, dann bis Ostrava. Mit der Tram zum Bahnhof (hatte dann in der Hitze einen technischen Defekt), also noch 1,5 km zum Bahnhof laufen. Dann mit dem Zug (Verspätung, aber Info über die App "mju Vlak") nach Navsi (bei Jablunkov), dann 3,5 km zum gebuchten Hotel in Jablunkov. Am nächsten Morgen weiter mit dem Bus die letzten 9 km, dann 3,5 km hin wandern zum eigentlichen Start im äußersten Osten. Start am 4.8. Heimfahrt: easy für mich, vom äußersten Westen 6 km zu Fuß nach Rehau und mit dem Bayern-Ticket nach Hause.
  33. Gäuhex ist korrekt 🤗 Ja, kommt alles noch. Ich werde euch aber nicht jeden Tag Tagebucheintrag präsentieren, da lest ihr euch einen Wolf, sondern versuchen, die Tour in Regionen zusammen zu fassen. Also kleines bissi Arbeit😂
  34. Trekking mit Kleinkind: Windeln

    plumpudding_pi reagierte auf Ragna für Beitrag im Thema

    1 Punkt
    Da ich im Forum wenig dazu gefunden habe: wir waren bis letzte Woche im Maira-Tal wandern mit zwei Kindern (2, 6), der Kleine noch nicht sicher trocken. Um nicht Unmengen Wegwerfwindeln transportieren zu müssen, ganz es eine "Pipi-Flasche" (PET mit weiter Öffnung) um das risiko verpinkelter Kleidung zu reduzieren (bei jeder Pause würde gefragt, ob Bedarf nach der Pipi-Flasche besteht), außerdem hatten wir 2 PUL-Überhosen und 4 Mullwindeln dabei (2 als Reserve, die eigentlich als Handtücher gedacht waren und auch nur als solche genutzt wurden). Wir haben Windelpapier eingelegt für das große Geschäft (wird leider oder nicht verbal angemeldet) und hatten Hundekottüten für benutztes Windelpapier. Die benutzten Windeln wurden abends (oder auch unterwegs mit der Wasserflasche in ausreichend Abstand zur Wasserquelle) ausgewaschen und waren spätestens am nächsten Morgen trocken. Wir kamen gut zurecht, hatten keine Engpässe und mussten am Anfang nicht kalkulieren, wieviele Wegwerfwindeln pro Tag minimal gebraucht werden. (Übernachtung in Herbergen)
  35. Smartwatch zur Navigation?

    Blickpunkt reagierte auf BusySloth für Beitrag im Thema

    1 Punkt
    Ich habe die Suunot Vertical. Auf jeder Tour ist sie dabei. ich möchte sie nicht mehr missen. Ich brauche nur den Träck und die Karten. alles andere ist nicht umbedingt nötig. Seit dem ich die Uhr habe verlaufe ich mich deutlich weniger.
  36. 1 Punkt
    Was man noch berücksichtigen sollte, daß das Nager bzw Fuchs"Risiko" auch sehr von der Gegend bzw Übernachtungsplatz abhängt. Z.B. hatte ich bei der Sierra Nevada / SP recht viel Berichte über Füchse gelesen, die nachts die Lebensmittel aus den Apsiden "klauen", damit hatte ich auf dem GR240 überhaupt keine Probleme, aber der GR240 ist halt deutlich weniger begangen als die anderen Routen dort und ich habe an Stellen übernachtet, wo vermnutlich nich keiner mit Zelt übernachtet hat. ich habe schon früher häufiger auf der südlichen "Sandstrandinsel" im Tjeuker Meer übernachtet und hatte nie Probs mit Nagern, als ich das letzte Mal dort mit Zelt übernachtet habe, hatte ich die Lebensmittel wieder in 2 wasserdichten Beuteln in der Apside liegen (da war noch nie "Nageralarm") in der Nacht haben dann Ratten den einem Beutel komplett zerlegt und meinen Müsliriegel / Schoko-Vorrat aufgefressen. Im Nachhinein stellte sich dann raus, daß in den Monaten vorher häufig (im Gegensatz zu früher) häufiger Youngster mit dem Boot vom "Festland-Camping" zur Insel gefahren sind, Strandparties gefeiert und ihren Müll dort gelassen haben. Fazit Wenn man an Plätzen übernachtet, wo sich schon häufiger Leute aufgehalten haben, kann dort ein erhöhtes Nager / Fuchs Risiko bestehen, falls sich die Vorgänger nicht "gut verhalten haben" (z.B. Müll / Essenreste direkt am Campplatz in die Büsche geworfen haben, statt es mitzunehmen, oder z.B. an Kanu-Rastplätzen die dort häufig vorhandenen geschlossenen Mülltonnen zu nutzen.) Umgekehrt sollte man selber, wenn man an Plätzen übernachtet, bei denen es sein kann, daß auch mal Andere übernachten (daß man Müll mitnimmt, ist ja eh klar) auch Essenreste nicht in der Nähe des Platzes "entsorgen" sondern zumindest weiter wegtragen.
  37. Routenvorschläge für erste Fernwanderung?

    Luna333 reagierte auf Susanne für Beitrag im Thema

    1 Punkt
    OT: Nein, gar nicht entmutigend soll es sein!! 😌 OT aber, weil ich zu deinen Routenanfragen nichts beisteuern kann. (Keine Weitwandererfahrung und eher den Norden bevorzugend 😉) Aber ich finde dein Vorhaben wunderbar und kann es sooo gut nachvollziehen! Ich bin zwar „erst“ 53 1/2, bin aber auch erst im letzten Jahr über meinen Schatten in meinen stillen Traum gesprungen und habe meine erste Mehrtageswanderung mit Zeltübernachtungen probiert. Und es sehr geliebt. Ich glaube, fehlende Fitness ist kein Ausschlusskriterium - fit wird man unterwegs. Man läuft ja beständig. Und das ist, gerade mit Gepäck durchaus Training. Ich wünsche dir wunderbare Touren, ganz nach deinen Vorstellungen und mit der Ruhe nach der „Elternzeit“, die auch bei mir der Grund für die freiheitliche Entscheidung war 😎 LG Susanne
  38. Thermosflasche

    Linnaeus reagierte auf Shabeel für Beitrag im Thema

    1 Punkt
    Wenn die Flasche voll ist sollte eine größere Flasche langsamer abkühlen, wie du schreibst, die Fläche pro Wasservolumen ist geringer. Wenn du nur 0,5l in eine 1l Flasche packst hast du aber mehr Oberfläche als wenn du die 0,5l in eine Flasche gibst welche nur 0,5l fasst. Dadurch kühlt es dann schneller ab als im Vergleich mit einer 0,5l Flasche. Vermutlich ist das aber so gering das man es vernachlässigen kann.
  39. Sammelthread - myog kleine Basteleien

    Steintanz reagierte auf schwyzi für Beitrag im Thema

    1 Punkt
    Danke für das Angebot, @Genusswanderer! Aber beim "drunter" bevorzuge ich andere Farben als Wehrmachtsgrau
Diese Rangliste ist auf Berlin/GMT+02:00 eingestellt

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