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  1. Nevyn antwortete auf RaKu21's Thema in Einsteiger
    Lieber @Martin Solche Aussagen klingen halt sehr dogmatisch. Es ist so und so Punkt. Dabei kann deine Sacheinschätzung durchaus angezweifelt werden. Schmale Schuhe als 'dümmste aller Ideen' oder 'einfach Schrott' zu bezeichnen ist schlichtweg falsch, bzw. deine persönlich Meinung. Vermutlich wäre es schon eine dumme Idee, wenn du solche kaufen würdest, einfach weil du eher einen breiten Leisten hast. Oder deine Füsse ungewöhnlich stark anschwellen. Kann ja sein. Ist eben individuell. Ich wiederum schwitze stark. Trotzdem stören mich Wärme und Schweiss an den Füssen weniger als Tag für Tag nasse Morgentaufüsse. Deshalb laufe ich stets in Gore Tex und bin damit seit Jahren zufrieden. Für mich absolut tauglich für wochenlange Wanderungen. Feuchte Socken habe ich auch nach einem Tag in den Barfussschuhen oder meinen Sportiva Helios Trailrunnern. Wie Madame_Anne sagt, ist doch gerade die Wahl der Schuhe aus verschiedenen Gründen sehr individuell. In zu breiten Latschen hat jmd mit etwas sensibler Haut schneller Blasen und wunde Scheuerstellen als ihm lieb sein kann. Es scheint mir auch, dass bei der Begrifflichkeit einiges unklar scheint. Folgendermassen werden sie auf jeden Fall in der schweizer Bergsportbranche verwendet: Bergschuhe: hoher Lederschaft, steigeisenfest, (Sportiva Nepal Extrem) oder bedingt steigeisenfest (Sportiva Trango oder Nepal Trek) alle mit Absatzkante für rapid fix Verschluss der Steigeisen, sehr stabile Vibramsohle, 'spitze' Sohle für Präzision beim Klettern klassische Wanderschuhe: hoher Lederschaft, Vibramsohle (wie Lowa Tibet) Trekkingschuhe/Wanderschuhe: Lederschaft, etwas weicher und leichter (wie Lowa Camino) Leichttrekkingschuhe: über den Knöchel, oft Meshanteil (wie Lowa Renegade oder Innox) Zustiegsschuhe: tief geschnitten, stabile Vibramsohle, guter Grip für steilen Aufstiege querfeldein Hikingschuhe: tief geschnitten, teilweise Vibram, weich im flex, gute Dämpfung, dadurch meist mehr Sprengung Trailrunner: tief, leicht, weich bis minder stabil, meist sehr gut gedämpft (eva-Zwischensohle, Geleinlagen etc), robustes Aussenmaterial, tiefe Profilsohle mit gutem Grip Barfussschuhe: wenig bis nicht gedämpft, wenig bis null Sprengung, ultraleicht, -weich, und -flexibel Der Übergang besonders zwischen Halb-, Hiking- und Zustiegsschuhen ist fliessend und kommt echt darauf an wer, wie welches Wort verwendet. Der Moab Vent ist kein klassischer Wanderschuh. Er gehört genau in diese Gruppe. Salopp gesagt ein stabiler, robuster (?) Halbschuh mit einer griffigen Sohle. Hiking klingt aber besser. Der 'Anwendungsbereich' des Lowa Camino ist bestimmt nicht der Alpinismus mit Steigeisen, bzw. wüsste ich dann nicht, was du genau unter 'Alpinismus' verstehst. In dieser Liga sind Scarpa und Sportiva die Platzhirsche und wenn Lowa dann bitte Cevedale, Weisshorn oder wie die schweren Dinger alle heissen. Der Camino ist ein lauffreudiger Wanderschuh, der in unwegsamen Gelände besseren Halt bietet. Es kann zwar ein einfaches Riemensteigeisen befestigten werden, taugt aber nur für einfachere Gletscherquerungen. Ganz grundsätzlich ist es ja schon so - je härter die Sohle, je stabiler der Schuh, desto weniger Kraft bracht man beim Stehen im steilen Querfeldein. Als Weitwanderer, dessen Ziel meist hinter dem Horizont und weniger auf den Gipfeln liegt, brauche ich keine solchen schweren Teile und da stimme ich dir im Grundsatz auch durchaus zu. Aber meinen geliebten Salomon will ich nicht missen und auch der Camino war lange ein treuer Begleiter. Blasen kenne ich beim Wandern nicht. Aber das liegt weniger an den Schuhen, als an meinen Füssen (Glück gehabt) und evtl. ein bisschen daran, dass ich ein lebenlang in den Bergen unterwegs bin und mich seit über 20 Jahren beruflich mit Wander- und Bergsteigerfüssen auseinandersetze. Nichts für ungut. Villi Grüäss und guät Lauf!
  2. Hi, willkommen im Forum! :) im Laufe der Zeit habe ich so einige Schuhe zum Wandern durchprobiert. Bewährt haben sich eigentlich nur Schuhe mit ordentlich Profil und Abstand dazwischen. Damit fallen die Merrells raus. Auf matschigem Hang, Schneefeld oder nassem Grashang (oder allgemein im steilen Hang) hast du mit den Schuhe null Chance. Ansonsten nette Schuhe, ich habe ein paar als Alltags-Sport-Büro-Spazier-Einkaufs-usw.-Schuhe. Die Stollen der Inov8 212 sind sehr gut, die greifen äußert gut im Matsch und nassem Gras. Allerdings nutzen sie sich sehr schnell ab. Wenn die Stollen etwas abgelaufen sind, kann man sie aber auch auf Wanderungen im Flachland nutzen. Ansonsten sind die Schuhe recht schmal geschnitten, dehnen sich aber mit der Zeit. Wenn die Schuhe noch neu und eng sitzen, dann verdrehen sie sich am Fuß auch bei steilsten Hängen nicht. Kann aber Dauer unangenehm sein. Wenn du sie etwas größer nimmst, dann sind sie nach einiger Zeit sehr ausgenuddelt ... Obwohl ich selbst seit Jahren nur Barfußschuhe trage, finde ich gerade im unwegsamen Gelänge die leichte Sprengung und die Polsterung der Schuhe super. Nehme sie eigentlich ganz gerne. Da es primär Wettkampfschuhe sind, ist die Haltbarkeit dementsprechend limitiert (also definitiv keine Schuhe fürs Leben). Das ist ein Missverständnis. Ich war mit den nagelneuen Schuhen Joggen auf Asphalt! Da im neuen Zustand die Stollen so lang und leicht flexibel sind, schwimmt der Schuh ganz leicht auf dem harten und glatten Asphalt. Sprich der Schuh federt irgendwie zurück oder so, was dann auf die Gelenke geht. Aber Off-Road ist das überhaupt kein Problem (sind ja auch nicht für die Straße gemacht). Jetzt, wo das Profil deutlich runter ist, könnte man damit auch Joggen gehen (auf Asphalt). Die Vivobarefoot Primus Trail haben einen viel zu weiten Schnitt und zudem kann man sie nicht gescheit festschnürren. Also als Wanderschuhe im ausgesetzten Gelände mit Hängen ungeeignet. Zudem finde ich, dass die Vivobarefoot Schuhe nicht besonders gut verarbeitet sind, also sprich oftmals beginnt sich der Kleber schon nach einigen Tagen zu lösen. Die Merrell MQM Flex 2 kenne ich nicht. Das Profil sieht aber okay aus. Ich war letztes Jahr auf unserer Balkanrunde mit den Alta King MT 1.5 unterwegs. In 14 Tagen so um die 380km, 17km hoch, 17km runter. Sehr viel Geröll und seehr scharfkantiges Karstgestein. Das Karstgestein war wirklich echt fieß, messerscharf, da wäre jeder noch so kleine Sturz echt übel ausgegangen. Aber die Schuhe haben das echt gut weggesteckt. Ansonsten haben sie eine angenehme große Fußbox. Haben keine Sprengung (zero drop), aber dennoch gepolstert. Man kann die Schuhe etwas lockerer schnüren oder auch schön fest (ohne dass es dabei unangenehm am Fuß drückt oder zwickt). Sie haben sich kaum verdreht. Es gibt noch diesen Klettverschluss, mit dem man bei Bedarf den Schuh enger machen kann. Joa, fand ich suboptimal, da sich nur das Band fest um den Schuh zieht und es nicht den Schuh zusammenzieht. Irgendwann begann auch das Band sich am Spann einzuschneiden und zu reiben. Musste die Stelle dann mit Blasenpflaster abkleben, aber zum Schluss ging es wieder. Wäre dieser Klettverschluß nicht, wären es super Schuhe. Es gibt mittlerweile ein Nachfolger, wo die Klettschnürung wohl optimiert wurde (kann ich aber nix zu sagen). Grundsätzlich sind Trailrunner irgendwie immer ein Kompromiss. Sie wurden ja speziell für Trailrunning konzipiert und nicht für wochenlanges Wandern/Trekking. Und kommen dann noch spezielle Anforderungen wie 0mm Sprengung usw. dazu, wird die Auswahl ganz schnell dünn. Meine persönlichen Kriterien sind: richtige Stollen und Abstand dazwischen und die Schuhe sollten nicht zu locker sitzen. Was die Ruschtfestigkeit auf nassen Steinen angeht, ich glaube, das gibt es nicht wirklich. Wenn auf den Steinen Moos oder sich ein schmieriger Wasserfilm gebildet hat, dann rutscht da auch der beste Wanderschuh der Welt. Da hilft nur Aufpassen und vorsichtig Laufen. Die Inov8 212 und die Alta King MT 1.5 haben grundsätzlich einen super Grip auf allen Untergründen. Bei Nässe rutscht es dann irgendwann auch. Durch die gepolsterte Sohle ermüden die Füße auf spitzen Steinen nicht so schnell. Ach ja, was eigentlich (fast) alle Trailrunner noch als Nachteil haben ist, dass sie keinen vernünftigen Geröllschutz haben. Bei allen Modellen die ich hatte lies er zu wünschen übrig und hatte mir mehrmals schon bitter spitze Steine in die Fußseite stechen lassen. War keine Verletzung, tut aber jedes Mal sehr unangenehm weh. Neoprensocken und Membransocken würde ich nicht mitnehmen! Wie heißt es so schön: "Don't pack your fears!" Vielleicht solltest du mal deine Packliste hier vorstellen Neoprensocken muss man mögen. Ich komme damit gut klar, andere nicht. Du hast halt die ganze Zeit nasse Füße (Blasen und Infektionsrisiko). Meine hatte Nähte am Knöchel, das war suboptimal, da sie gerieben hatten. Würde also schauen, ob es welche ohne bzw. mit weniger Schnickschnack und Nähten gibt. Membransocken sind gut, halten aber oftmals nicht so lange. Die Neoprensocken auch nicht unbedingt, aber da stört ein Löchchen nicht. Für Ende Juli würde ich wahrscheinlich normale Socken nehmen oder halt die Membransocken.
  3. wenn ich das richtig sehe sind das überwiegend quasi barfußschuhe. Hatte auch bereits die Idee, dass vielleicht sogar so handschuh artige barfuß schuhe sich ganz gut eignen könnten. Denke aber, dass Schuhe die dazu ausgelegt sind ein möglichst barfuß nahes erlebnis zu bieten für mich am meisten geeignet sind
  4. Ob so was geht hängt sehr von deiner Fuß- und Rückengesundheit ab sowie deiner Hautbeschaffenheit. Selbst unbeladen und theoretisch ohne Rücken-Fuß-Probleme kann ich keine Stunde in Flipflops, Sandalen und co. laufen da meine dünne Haut aufscheuert (und wenn es noch so hochwertiges weiches abgerundetes Leder ist). Wenn überhaupt nur mit Socken aber das ist ja leider verpönt Für einen gesunden Menschen ist es eigentlich nicht gut überhaupt Schuhe zu tragen und auf Asphalt zu laufen bzw. wenn nur Barfußschuhe, aber man braucht halt Schutz für die Haut (Steinchen und co.) und gegen Kälte. Viele moderne Menschen haben erst durch die Kombination falsche Schuhe + viel sitzen überhaupt erst Probleme. Wenn du bequeme Schuhe hast und du damit zurechtkommst bleib dabei. Allerdings sind die Trailrunner die die meisten benutzen schon die sinnvollste Lösung aus Schutz, bequem und Leichtigkeit.
  5. Endlich Mal ein preiswerter Stock Gilt eurer Erfahrung nach bei Stöcken generell (,natürlich nicht in jedem Einzelfall) die Gleichung Hoher Preis = Bessere Qualität. Auf anderen Gebieten (Regenjacke, Barfußschuhe) musste ich nach langjähriger Erfahrung sogar feststellen, dass es eher umgekehrt ist.
  6. Hä? Bin von klassischen Laufschuhen auf nicht gedämpfe Barfußschuhe umgestiegen und im Alltag/Job auf ein Paar Barfußschuhe. Hast Du das was missverstanden? In beiden Fällen habe ich weder das Laufen noch das Gehen neu erlernen müssen.
  7. Ich glaube, dass hier verschiedene Welten aufeinander prallen. Die von mir genannten Trailrunner sind (für mich und jeden passionierten Barfußläufer) keine Barfußschuhe. Die haben so eine dicke Sohle, dass man damit auch ganz normal laufen kann. Unwissende würden wahrscheinlich gar nicht mitbekommen, dass es sich um sogenannte Barfußschuhe handelt. Das ist nicht mit den hauchdünnen Gummisohlen der SoleRunner zu vergleichen. Um nichts in der Welt werde ich meine Füße wieder in Wanderschuhe zwängen. Ich kann mittlerweile auch nicht mehr in Schuhen laufen, die nicht auf Ballengang ausgelegt sind. Gerade bei unwegsamen Gelände ist es für mich wichtig einen frei beweglichen Fuß zu haben. Ich sehe ein, dass Lederschuhe nicht geeignet sind, aber ich habe für mich selbst keinerlei Bedenken, warum ich im Sarek nicht mit Barfußschuhen laufen können soll. Was ist da anders als in anderen Gebirgen?
  8. Früher war ich oft umgeknickt bis es dann auch mal reichte das Aussenband abzureissen. Im Spital willigte ich nicht ein dies zu operieren, am andern Tag ging ich zu einem Sportarzt. Der gab mir eine Aircast Schiene in der man den Fuss nur heben und senken kann. Der Arzt sagte ich solle den Fuss Anfangs noch schonend behandeln aber täglich mehr bewegen damit die Blutzirkulation angeregt wird und so die Heilung beschleunigt. Nach sechs Wochen riet mir der Arzt nach Möglichkeit keine hohen Schuhe tragen, viel auf unebenem Grund gehen um die Muskulatur zu stärken, idealerweise barfuss. Barfussschuhe gab es damals noch nicht. Ein bisschen skeptisch gehorchte ich ihm trotzdem und hatte nie wieder Probleme mit umknicken. Schützen und stabilisieren ist genau das falsche. Wenn man mal begonnen hat stützende Schuhe zu tragen baut sich die Muskulatur ab und man ist dann auf diese "Krücken" angewiesen. Heute trage ich so oft es geht Barfussschuhe und habe keine Beschwerden mehr, auch nicht mit Arthrose die jetzt halt beginnt. (Vor 45 Jahren hatte es mir einen Fuss zerquetscht es waren fast alle Knochen gebrochen) Gute Genesung draussen
  9. Bin ja persönlich auch ein Freund von "so leicht wie möglich, so schwer wie nötig". An das mögliche taste ich mich zwar von oben ran, mit dem Roclite 290 komme ich aber sehr sehr gut zurecht und hab mitlerweile auch schon mein zweites Paar. Als nächstes getestet wird der Lone Peak 4.5. Jetzt nicht unbedingt wegen Gewicht, sondern wegen Zero-Drop und nochmal breiterer Zehenbox. Interessieren würden mich noch Barfußschuhe (Vapor Glove etc), und die werde ich dann auch mal testen. Erstmal nicht so hoch auf der Wunschliste stehen UL-Sandalen.
  10. Ich habe mir jetzt mal für die ersten Eindrücke Altra Lone Peak bestellt und warte noch auf diese. Von Saguaro habe ich Barfußschuhe bestellt. Die fühlen sich schon mal recht angenehm an. Allerdings ist darin eine, wie ich finde, recht dicke Einlegesohle, welche ich direkt entfernt habe. Für knapp 30 Ocken zum Testen - warum nicht. Machen von der Verarbeitung her einen guten Eindruck. Die Fußbox ist angenehm, meine Füße liegen frei entfaltend darin. Ich frage mich allgemein, wie es sich läuft, wenn es länger und steiler bergab geht und die Füße darin nicht "gehalten" werden und die Füße immer nach vorne rutschen... Reizvoll finde ich auch Merrell Trail Glove 5 und Vapor Glove 4. Häufiger finden hier die Trail Gloves Erwähnung. Diese scheinen eine etwas stabilere/steifere Sohle zu haben? Habt ihr zufällig auch Erfahrungswerte zu den Vapor Glove sammeln können? Gerade was unser Hobby anbelangt? Bei Amazon wird berichtet, dass die Sohle schnell durch sei...
  11. Ich habe inzwischen verschiedene Sorten, Merrell trail glove, Nimble Trail, Fivefingers, Senmotic ..., alle haben ein unterschiedliches Laufverhalten. Am angenehmsten und fußfreundlichsten empfinde ich die FiveFingers (draußen) und die Senmotic (Büro), die Merrell sind nicht schlecht, aber ich würde sie nie als "Barfußschuhe oder auch als Minimalschuhe betrachten. Das Fußbett ist ziemlich ausgeprägt (für mich fasrt schmerzhaft unangenehm) und auch sonst ist die 0-Sprengung das einzig "barfuße". Allerdings ist die leicht gepolsterte Sohne auf längere Strecken ganz angenehm. Die Nimble liegen irgendwo dazwischen. Ganz ohne Schuhe ist bei den meisten Untergründen für mich nicht so sinnvoll. In den evolutionär früheren Zeiten war nur ein kleiner Teil des Lauffläche so hart wie heutige Asphalt oder Schotterstrecken. Zumindest ein gewisser Schutz der Fußsohle ist schon ganz angenehm.
  12. Tun sie nicht. Aber man hat einfach mehr Platz für die Zehen und kein aufgenötigtes Abrollen. Es gibt auch welche mit dünnerer Sohle. Ansonsten weisen sie Nullspreizung und breite Zehenbox auf. Deswegen werte ich die in die Kategorie "Barfußschuhe". Aber dazu siehe eins weiter unten! Da hast Du technisch betrachtet recht, aber der allgemein gebräuchliche Begriff für diese Art von Schuhen ist nunmal "Barfußschuh".
  13. Barfußschuhe sind ja eh ein Oxymoron - ich würde wenn überhaupt von Minimalschuhen sprechen. Es geht ja nicht um das Profil, das dick ist, und Haltbarkeit bedeuten würde, sondern eine dicke, dämpfende Zwischensohle. Und was mir in solchen 'Marshmellow Shoes' mit dicker Sohle absolut fehlt, ist das 'ground feel' - die Rückmeldung, wo ich meinen Fuß da gerade platziere, wie sicher der Trit ist, wo es unebenheiten oder bewegliche Bodenteile gibt. Und das ist für mich - vor allem beim Wandern - essentiell. Denn das gibt dem Körper die Möglickeit, sofort zu reagieren, Gewicht zu verlagern, anders aufzusetzen etc. und so wegrutschen, umknicken, Stürzen etc. zu vermeiden.
  14. Danke nochmal für das sehr aufschlussreiche Video über den Barfuß-Gang. In meinem vorherigen Kommentar habe ich schon darauf hingewiesen, dass ich trotz der ZeroDrop-Schuhe von ALTRA meinen Gang nicht geändert habe. Das Video bestärkt mich in dieser Vorgehensweise und ist in seiner Argumentation sehr schlüssig. Das Gegenteil ist bei mir der Fall. Ich fühle mich mit den Schuhen auf jedem Terrain pudelwohl. Gerade die spanischen Jakobswege sind durch ihren großen Anteil an Schotterwegen und Straßen ein besonderer Härtetest für die ALTRA-Schuhe, den sie bei mir aber mit Bravour bestanden haben (ca. 1000 km mit einem Paar). Ich glaube mal gelesen zu haben, dass Barfußschuhe durch 4 Merkmale gekennzeichnet sind: Fußfreiheit bzw. Zehenfreiheit Nullabsatz/Nullsprengung Flexible Sohle Leicht Einzig über den 3.Punkt lässt sich streiten, wie das angemerkt wurde. Aber genau da spielen die ALTRA-Schuhe ihren Vorteil gegenüber "echten" Barfußschuhen aus. Meiner Meinung nach ist das die Haltbarkeit der Sohle für Langstreckenwanderungen. Aber letztendlich ist mir das sowas von egal. Die ALTRA-Schuhe erfüllen ihren Zweck. Ich habe mehrere Jahre gebraucht um das richtige Schuhwerk für das Wandern zu finden. Mir ist klar, dass das eine sehr individuelle Angelegenheit ist. Das muss jeder für sich selbst ausprobieren bzw. testen, was gut für ihn ist.
  15. Weil hier so oft Altras erwähnt werden... Das sind auf Grund der dicken Plateau-Sohle keine Barfußschuhe. mfg der Ray
  16. Die Clips von der Barfefood Academy hatte ich auch schon mal gesehen. Die Erklärung, weshalb der Ballengang Quatsch sei, finde ich nachvollziehbar und schlüssig. @derray wir hatten uns ja auch schon mal etwas darüber unterhalten. Die medizinischen Beweggründe finde ich auch absolut nachvollziehbar, weshalb ich mir eben auch meine Gedanken darüber mache. Auch habe ich die Xeroshoes in Erinnerung behalten Der Clip mit den Naturvölkern untermauert nach meinem Verständnis das, was Barefood Academy sagt: Der Fuß/Körper passt sich automatisch dem Untergrund an. Wenn der Schuh also stark gedämpft ist (was auch orthopädische Gründe haben kann), dann ist der Kontakt zum Untergrund einfach ein anderer, weshalb auch das "Vorfühlen" eher in den Hintergrund rückt. Beim Joggen oder Sprinten ist die Bewegung eine andere, weil wir uns zudem auch mit mehr Vortrieb und Aufenthalt in der Luft bewegen, uns quasi nur noch abstoßen. Diese Bewegung, also erst mit dem Vorderfuß aufzukommen, auf einen normalen Gang zu übersetzen, wäre eher unnatürlich. Anders ausgedrückt: meine Füße passen ihren "Auftritt" entsprechend meiner Geschwindigkeit und dem Untergrund ohnehin automatisch an. Also ein gutes System. Ich wirke dem System dann entgegen, sobald ich unabhängig von Untergrund und Geschwindigkeit immer den gleichen Auftritt nutze (Als würde ich alles nur noch mit Alkohol reinigen, ob Wäsche, Töpfe, Fenster, alles, weil Alkohol ja ganz gute Ergebnisse erzielt). Also im Grunde stellt es sich für mich so dar: So wie wir laufen, laufen wir halt Und wenn wir uns wohler fühlen anders zu laufen, dann ist das individuell gut. Bei gesundheitlichen Beschwerden zu analysieren, ob die Veränderung der Gangart etwas bringt, scheint jedoch sinnvoll zu sein. Meine Gedanken: Ich hatte in der Vergangenheit mit Fersensporn zu kämpfen, habe Kniebeschwerden und Rückenprobleme. Ich bin viel gejoggt und lange mit Bergstiefeln (der Klassiker ) gewandert. Letztere sind natürlich starr ohne Ende, die Füße bleiben nahezu unbewegt eingeschlossen und das ist weder für die Fersen noch die Knie zuträglich, wenn man da schon Neigungen zu Schwierigkeiten hat. Meine Fersensporne konnte ich zum Glück immer durch angefertigte orthopädische Einlagen in den Griff bekommen, da diese an der Stelle eine zusätzlichen Dämpfung zur Entlastung hatten. Dämpfung ist also das Stichwort. In solchen Wanderklumpen hat man diese Dämpfung natürlich nicht, zudem kann der Fuß sich nicht so frei und untergrundbezogen bewegen, als dass er natürlich dämpfen könnte. Barfußschuhe sind i.d.R. auch nicht wirklich gedämpft, doch denke ich, dass es in dem Fall nicht schlimm ist, weil der Fuß sich recht frei bewegen kann und somit die körpereigene Dämpfung einsetzt. Auch denke ich, wenn die Fußbox zu einengend ist, wird die natürliche Bewegung der Zehen gehemmt. Bei einem kurzen Trailrun mag das funktionieren, doch bei einer längeren Wanderung vielleicht schon nicht mehr. Die Altras habe ich neben Xero auch ins Auge gefasst. Optisch, wie technisch (Drainage Öffnungen), finde ich die Altra Lone Peak 4.5 ansprechend. Leider gibt es sie nicht in meiner Größe 40. Laut Altra Kundenservice seien die Damenschuhe für Männer nicht geeigne (gäbe es zudem auch nicht in für mich optisch ansprechenden Farben ). Auf jeden Fall bin ich mal gespannt, wie es sich unterscheidet in Barfußschuhen zu laufen, ob die Füße wirklich reagieren, als würde man barfuß laufen. ist wahrscheinlich das sinnvollste
  17. Ballengang, Fersengang, wusste gar nicht dass da so ein Wirbel im Netz drum gemacht wird. War gerade erstaunt beim googlen. Ich wusste gar nicht, dass das so heißt, was ich da tägllich mache. Barfußschuhe habe ich keine, laufe aber im Haus und im Sommer rund ums Haus / großer Garten / angrenzende Strassen gerne barfuß. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich mich bei unangenehmen Untergrund (z.B. Kies) eher mit dem Vorderfuß "vortaste", bevor ich den Fuß ganz belaste. Meine Schritte sind kürzer. Auf der weichen Wiese, wenn ich schneller unterwegs bin, setze ich oft, nicht immer erst die Ferse auf. Da ist bei mir dann die Schrittlänge größer, ich bin schneller. Auch setze ich barfuß die Füße mehr nach außen auf. Die Zehen zeigen leicht nach außen, nicht gerade nach vorne. Die Schritte feder ich mehr in den Knien, Oberschenkelmuskeln ab. Der ganze Bewegungsablauf wird weicher und erinnert mich an mein Tai Chi-Training. Ich lass den Körper einfach machen und höre auf ihn. Genauso wie beim morgens im Bett räkeln, vorm aufstehen, wo will der Körper gerade gestreckt werden.... Probiers einfach aus, schalte den Kopf etwas aus und lass deinen Körper machen. Vielleicht helfen dir meine Beobachtungen...
  18. derray antwortete auf Randysch's Thema in Ausrüstung
    Ja. Tadeevos sind schmal und tolle Schuhe (von der Haltbarkeit mal abgesehen). Allerdings reinrassige Barfußschuhe. Keine Minimalschuhe um sich an weniger Schuh zu gewöhnen und aus meiner Sicht auch nicht zum Wandern in unebenen Gelände geeignet! Das ist leider gar nicht einfach. Ich hatte Glück und meine Inov8 Trailroc 150 haben deutlich länger gehalten, als gedacht. Die werden allerdings nicht mehr hergestellt. Inzwischen bin ich so viel in Barfußschuhen gewandert, gelaufen und gelatscht, dass meine Füße deutlich breiter geworden sind. Von Inov8 die X-Talon 210 haben nur 3mm Sprengung und 3mm Fußbett. Das ist nicht viel. Probieren könntest du auch die Nimbletoes Trail. Hatte die bisher nur in der Hand. Die Sohle ist am Mittelfuß hoch gezogen und umschließt damit den Mittelfuß gut. Mir war das zu starr und hat mich eher gestört, ähnlich wie die Pronationsstütze bei den Taril Gloves. Aber vielleicht ist es ja genau das richtige für dich. Unter vorbehalt kann ich diese Schuhe auch empfehlen. Sind überraschend gut verarbeitet und schließen schön dicht um den Mittelfuß. Allerdings hab ich später entdeckt, dass es dreiste Kopien von Vibram Five Fingers sind, nur halt ohne Zehen. Daher würde ich sie mir heute nicht wieder kaufen... Soweit meine spontanen Ideen dazu. mfg der Ray
  19. Neulich habe ich mich von meinen Gummistiefeln getrennt... Die waren super, aber schwer und das dünne Leder innen nicht trocken zu bekommen. Um nicht so viel Zeug anzuhäufen, wäge ich ab was gehen muss, wenn ich den Gegenstand durch anderes leichteres oder platzsparenderes ersetzen kann... In diesem Fall waren es die französischen Gummistiefel versus die Zölzer Rollsocken, welche ich bestimmt schon seit 15 Jahren habe. Ein Kompromiss, aber leichter... Gewicht weiss ich nicht, kompakter, wendbar, nehmen kein Wasser auf, multiuse als Packsack, vbl, sie passen knapp über meine Barfußschuhe. Eine Handbreit höher könnten sie sein um über der Wade abzuschließen und aus Dcf wäre fein. Heute hatte ich sie mal wieder an und dachte ich schreibe das mal Grüße, Martin
  20. Hallo Mosven! Ich muss ys76s Bedenken zustimmen. Ich trage seit 6 Jahren Barfußschuhe und fast zwei Jahre die Wildling Tanuki Yuri. Sind definitiv die bequemsten Alltagsschuhe, die ich je hatte. Zum Wandern auf unebenen Untergrund würde ich sie allerdings nicht empfehlen. Die Lücke in der Sohle ist zwar nicht so durchgehend, wie es auf den Bildern den Anschein erweckt, aber der Halt der Sohle auf dem Untergrund, gerade bei Feuchtigkeit, und auch der Halt im Schuh, bei den wenigen Schürmöglichkeiten, nur weit oben am Fuß, würden mir nicht ausreichen. Stattdessen würde ich eher das Kochequipment, Handtuch, Taschenmesser, Trekkingstöcke und Kissen komplett weglassen und Platypus durch PET und Geld- durch Ziplocbeutel ersetzen (~241g gespart). mfg der Ray
  21. Meine Assets drehen ins Plus, ich habe erst am Montag wieder einen Termin. Die Bahn braucht 3,5 Stunden nach Pforzheim. Auch sollte man nicht nur hier in diesem Forum ‘s Maul aufreissen und flapsige Sprüche klopfen, hin und wieder sollten auch echte Trails besucht und diese tatsächlich erwandert werden. Es besteht immerhin eine klitzekleine Chance, den ganzen Trail bis am Montag zu schaffen. 70 km wären dafür am Tag notwendig. Technisch gesehen ist es jedoch Winter. Wie sehr mich der Schnee bremsen wird, werden wir schnell herausfinden. Ich hätte gerne neue Schuhe. In einem Laden werde ich geholfen - ich besuche die örtliche Vivo Barefoot Verkaufsstelle. Der Laden ist sogar parfümiert, die Verkäuferin nett. Sie empfiehlt mir den “Primus Trail Firm”, der “Trail Soft” nutze sich zu schnell ab. Natürlich erst, als ich ihr gesagt hatte, ich suche Trailrunner zum Wandern. Dieser Schuh scheint leider wie Blei im Regal zu liegen, eigentliche Trekking Schuhe in wasserdicht und gefüttert sind hingegen fast ausverkauft. Es gibt Sportgeschäfte, die empfehlen ernsthaft, die Schuhe vor einer Marathondistanz vorsichtig einzutragen. Die Zeit zerrinnt mir zwischen den Fingern, sorry, ich werte halt die ersten 20 km als Eintragen. Um sechs Uhr morgens sitze ich im Zug, schüchterne Schweizer Damen fragen, ob dies die zweite Klasse im ICE sei. Sieht halt schöner aus, als in den Schweizer Zügen die Erste. Mit den Beschwerden über die Deutsche Bahn könnte man ein separates Forum füllen, aber ich komme pünktlich in Pforzheim an. In Pforzheim wandere ich durch die Stadt und komme an einem “Platz des 23. Februars” vorbei. 18’000 Tote, die Stadt sieht ziemlich gesichtslos aus, alles ist neuer. Kurzer Blick auf Wikipedia sagt, die Stadt sei eigentlich zu römischen Zeiten gegründet worden, aber im 1945 sei die Innenstadt dem Erdboden gleichgemacht worden. Krieg muss offenbar eine ganz tolle Sache sein. Ich habe die Memoiren von einem gewissen Winston Leonard Spencer-Churchill gelesen, dennoch deprimieren mich Städte wie eben Pforzheim oder Warschau. Der Grund, weshalb ich am Montag wieder in meiner Residenzstadt sein muss, ist übrigens pazifistischer Natur. Vor ein paar Jahren haben Freunde und ich die Beschaffung neuer Kampfjets in der Schweiz verhindert. Die tapfere Schweizer Luftwaffe besitzt derzeit keine “Erdkampffähigkeit”, d.h. sie können keinerlei Bomben abwerfen (und dies seit 1994). Sehr zum Bedauern unserer hohen Militärs, die Wiedererlangung dieser Fähigkeit steht hoch oben auf ihrer Wunschliste. Und neue Jets wollen sie auch schon wieder, wir halt nicht. Nachdem ich die Stadt durchquert habe, stehe ich vor dem ersten Tor des Westwegs, der goldenen Pforte. Das Tor hat nur einen kleinen Fehler: Es führt nirgendwo hin, der eigentliche Westweg startet daneben. Der Westweg wurde vom Schwarzwaldverein vor über 100 Jahren eingerichtet, Ortsgruppen unterhalten auch Hütten und ganze Türme entlang dem Weg. Leider hat der Schwarzwaldverein offenbar Angst vor dem Wolf und dadurch ausbleibenden Touristen. Nach meiner streng objektiven Erfahrung erscheinen die Touristen aber nicht trotzt dem Wolf, sondern wegen ihm. Natürlich geht es auch um Viehhaltung, es gibt sogenannte “Grinde”, d.h. beweidete Hochmore, die dauerhaft vor Verwaldung geschützt werden sollen. Der Sturm Sabine hat ganze Arbeit geleistet, der Weg ist mit Tannenästen bedeckt, abgesehen davon aber vorerst nicht spektakulär. Mit herkömmlichen Trailrunnern könnte ich jetzt ziemlich schnell vorwärts gehen, meine Barfussschuhe verlangen aber nach einem wohl überlegten Schreiten. Der Vorderfussbereich ist mindestens so breit wie beim Altra Timp. Der Schuh ist schwerer als der Salomon Sense Ride. Dies liegt wohl vor allem an der Sohle. Die ist zwar dünn, hat aber etwas von einem Gummistiefel. Die Sohle ist auch superflexibel, man spürt jedes noch so kleines Ästchen auf dem Weg. Immerhin ist die Innensohle perforiert. Legendäre Ultraleicht-Experten wie der Herr Stromfahrer empfehlen solche Innensohlen für einen schnellen Feuchtigkeitsabtransport, man steht so weniger im Wasser, falls der Schuh nass geworden sein sollte. Herr Stromfahrer nutzt derartige Sohlen eines Drittanbieters, es ist natürlich praktischer, wenn diese bereits mit den Schuhen geliefert werden. Ich trage darn tough Wollsocken, habe aber zwei Paar Sealskinz im Rucksack. Meine Zeltstangen habe ich in einem Leki Beutel getarnt, leider verrät eine dicke Rolle mit der Matte meine wahren Absichten. Ausserdem trage ich engere Hosen. Diese sind mit Gore Windstopper ausgestattet und für kühleres Wetter ideal. Es dauert nicht lange und ein älterer Herr spricht mich an: “Sie wollen aber nicht nach Basel?”. Ich antworte “Doch”. “Haben sie ausklappbare Skier dabei für den Schnee?”. Nun ja, mit dem Winter ist es eben so eine Sache. Ich bin in der Lage, auf Webcams die Schneehöhe einzuschätzen. Angeblich war der Januar der wärmste seit Messbeginn. Die Temperaturen sprechen nicht für sehr viel Schnee, eher für viel Wasser infolge des Tauens des Schnees. Das Wetter ist nicht sehr angenehm, es regnet eigentlich immer. Ein offenes Dach bietet sich als Rastplatz an, es gibt sogar eine kleine Bibliothek darunter. Bald bedeckt eine dünne Schneeschicht den Weg. Ich treffe einen Mann, der fröhlich vor sich hin plaudert, er habe jetzt seine Scheune kontrollieren müssen, sein Schwager sei gerade in Australien, er sei auch bei der Feuerwehr, der Sturm und so weiter. An einem weiteren Rastplatz erklärt er mir, es sei geplant das Dach dieses Rastplatzes als Dach eines noch zu erstellenden Turmes zu verwenden. Es muss ein massiver Turm werden, das Dach ist riesig. In der Schweiz haben wir zwar keine so monströsen Dächer auf den Aussichtstürmen, dafür stehen diese halt seit Jahr und Tag. Besser den Spatz im Teller als den Schwan auf Grundeis oder so ähnlich. Das Wetter wird nicht besser, es zieht ungemein und es schneit. Durch die malerische Ortschaft Dobel hindurch erreiche ich wieder den Wald. Zur allgemeinen Erheiterung beginnt es zu hageln. Meine Hosen werden nass. Normalerweise trocknen sie nach einem Schauer schnell wieder, der Wind bläst jedoch den Regen dagegen. Es stürmt. Ein kleiner Aussichtspavilon kommt nun wie gerufen - es ist die Weithäuslehütte. Ich rüste auf mit Regenhosen und Sealskinzsocken. Von Aussicht kann keine Rede sein. Kaum laufe ich wieder los, geschieht ein kleines Wunder - es klart auf. Meine Handschuhe sind nass. Um ein Haar wäre dies problematisch geworden. Zwar wärmen sie auch in nassem Zustand, aber ich muss sie regelmässig auswringen. Wasserdichte Handschuhe stehen zuoberst auf meiner persönlichen Wunschliste, jedoch aus ästhetischen Gründen keine Bauhandschuhe, wie sie von Herr Skurka vorgeschlagen und von Frau Dixie bereits erfolgreich getestet wurden. Schliesslich gehe ich weiter bis nach Kaltenbronn. Gaia GPS sagt, es seien 50 km, dies kann jedoch gar nicht sein. Gaia oder mein iPhone haben grosse Probleme, die Position zu bestimmen. In Kaltenbronn hüpft die Position wild umher und sammelt virtuelle Kilometer. Bis nach Forbach wären es 48 km, jedoch müsste dazu noch ein Hügel mehr überquert werden. Nächstes Mal nehme ich wieder den Garmin Mini mit, der sieht ohnehin richtig abenteuertriefend aus und darauf kommts ja wohl an. Er zeigt aber auch die gelaufenen Km oder Meilen vernünftig an. Das Hotel Saarbacher ist ein gemütliches Haus. Am Nachbartisch geht es hoch zu, Einheimische haben sich zum Dorfklatsch zusammengefunden. Der Mitarbeiter der örtlichen Sparkasse war schon zum zweiten Mal im Vaterschaftsurlaub. Ich kann mir ein Grinsen nicht verkneifen. “Das verstehen wir hier nicht” sagt eine Dame in meine Richtung. In der Schweiz haben Rechtskonservative das Referendum gegen die Gesetzesvorlage ergriffen, irgendwann wird es eine Volksabstimmung dazu geben. Dann ist Vodafone an der Reihe. Die wollen offenbar 680’000 Euro, um Kaltenbronn mit Glasfaser zu versorgen. Dann die Scheiss-EU, die Idee der Bonpflicht käme von dort. Es gibt wenig gefreutes, sie lassen sich auch über die Gäste des Hotels aus, was ich jedoch gut nachvollziehen kann. An den Wänden hängen kapitale Hirschgeweihe. Ein Förster erklärt, weshalb umgefallene Tannen mühsam von Hand gesägt werden müssen und diese nicht einfach mit dem Vollernter zusammengepackt werden können. Der Dreck verschleisse die Ketten. Diese würden nur noch dreimal neu geschliffen, dann wandern sie auf den Müll. Eine neue Kette koste 16 Euro, früher waren die teurer. Die Ausstattung des Zimmers ist schon älter, ich mag es so aber viel besser, als wenn Hotels mit Ikea-Möbel ausgestattet werden, die mitten in der ersten Saison entsorgt werden müssen. Es ist unglaublich, an was man nach einem Tag im Regen alles denken muss: Sämtliche Kleider müssen irgendwo aufgehängt werden, in einem Hotel muss man jeweils alles elektronische laden. Am nächsten Tag sollte man fairerweise das Zimmer in einem akzeptablen Zustand hinterlassen usw. Am nächsten Tag geht es zunächst nach Forbach. Der Wald von Kaltenbronn nach Forbach ist wilder und alpiner als der bisherige. Der Wald hier ist wirklich sehr schön, ungefähr wie der Stazerwald in St. Moritz, nur viel weitläufiger. Bald komme ich an einem massiven Turm vorbei. In der Hütte darunter sind Menschen. Sie sind mit dem Wagen hier hoch gefahren. Vielleicht handelt es sich um Mitglieder dieses Forums, welche die neusten Unterdruck-Schlafsäcke getestet haben, in dem Fall vielen Dank. Umgestürzter Hochsitz, wohl aufgrund einer Kommandoaktion der Hirschianischen Selbstverteidigungsarmee. Nach Forbach geht es ein wenig weit hinunter, dies hat den Nachteil, dass es auf der anderen Seite eben wieder hochgeht, ca. 700 Meter. Forbach ist die grösste Waldgemeinde der Region und ausserdem gibt es eine Holzbrücke, die im 1954 originalgetreu nach einem Bau aus dem 17. Jahrhundert neu errichtet wurde. Nach Forbach steigt der Weg die ganze Zeit, bis zur badischen Höhe hinauf. Ungefähr der John Muir des Westwegs. Der Weg ist schneebedeckt, hier hat es nun so viel Schnee, dass die Steine darunter nicht mehr sichtbar sind und unter dem Schnee hat es oftmals Pfützen. Schön ist anders, aber was will man machen. Ich wandere eigentlich den ganzen Tag im Schnee. Die Strassen sind nun durch umgeknickte Bäume gesperrt, kurz nach der Talsperre hat sich ein Telefonkabel gelöst. Der Weg ist bisweilen sehr steinig, mein Ziel von 70 km kann ich vergessen. Wer schwache Bänder hat, benötigt hier massive Stabilitätsschuhe, sonst ist schnell Schluss mit lustig. Hin und wieder gibt es einige Abschnitte auf Naturstrassen. Ich komme in Sand vorbei, das Naturfreundehaus zuvor hat geschlossen. Im Restaurant Sand bestelle ich mir ein fettes Schnitzel und ein Paulaner. Am Nebentisch eine Geburtstagsgesellschaft, alle deutlich angeheitert, sie saufen wie die Löcher. Ein Mann spricht mich an, woher ich komme, wohin ich gehe. Ich erkläre ihnen, ich könne überall übernachten, nur nicht auf Schnee. Wiederholt werde ich eingeladen, mit ihnen zu kommen, sie hätten eine Hütte in der Nähe, zu trinken gäbe es auch. Ein Mann steht auf und unterhält sich mit mir, es gäbe Wölfe hier, sein Schwager habe vor zwei Wochen einen Wolf mit fünf Welpen gesehen. Komisch, denke ich, andere sehen weisse Elefanten, wenn sie hinreichend getrunken haben. Erst vor ein paar Wochen hätten sie zwei Wanderer gefunden, die wohl im letzten Jahr erfroren sein müssen. Luchse habe er auch schon gesehen und gerade eben habe er den Auerhahn rufen gehört. Auch erzählt er wilde Dinge von der Bergwacht. “Wie entspannt muss man wohl sein, um aus der Schweiz in den Schwarzwald zu reisen und alleine so weit zu wandern” entfährt es einem andern. Immer wieder weisen sie auf die bald einbrechende Dunkelheit hin. Danke, aber es wurde auch gestern schon Dunkel, sehr wahrscheinlich auch morgen wieder. Sorry liebe Leute, aber saufen kann ich auch zu Hause ausreichend, mein Mitbewohner hat immer ein paar edle Tropfen an Lager. Einer der munteren Truppe sagt tatsächlich immer wieder “Deutschland erwache” und er versucht, dies möglichst eindeutig zu betonen. Na dann Prost, es ist immer wieder schön zu sehen, was reichlich Alkohol mit erwachsenen Männern anstellt. Das mit dem Erwachen würde ich mir ernsthaft überlegen, am besten in nüchternem Zustand. In Pforzheim hat das letzte Erwachen gemäss Wikipedia den Tod von 31.4 % der Stadt-Bevölkerung herbeigeführt. Ein solches Erwachen mag ich niemandem wünschen. Hier wäre eine sanfte Pinselrenovation nötig - wahrscheinlich geschlossenes Hotel in Sand. Für mich geht es jetzt weiter auf die Hornisgrinde. Bis 1999 Sperrgebiet der französischen Luftwaffe, die Deutschen durften den Standort aber später im Rahmen der NATO mitnutzen. Die Windmühlen kann ich nur erahnen, ebenso den Mummelsee. Ein schickes Hotel haben die dort, ich muss aber weiter. Die Darmstädter Hütte hat abends um halb Elf schon zu, ich bin jedoch bald wieder im Nationalpark. In Ruhestein sind die Strassen spiegelglatt gefroren. Der weitere Weg ist nichts für schwache Nerven. Er besteht zu dieser Jahreszeit vor allem aus Tümpeln und umgeknickten Tannen. Mein Ziel ist ein Ort, der Ettlinger Hütte heisst. Vielleicht ist es wegen der Nacht, aber ich finde nur einen Wegweiser. Die Hütte gibt es zwar, sie liegt aber tief im Wald, wie mir Google Maps nachträglich sagt. Und dann wäre nicht mal sicher, dass die Hütte offen gewesen wäre. Gaia GPS meldet einen kleinen Holzverhau bei einer weiteren Hütte, schaue ich mir mal an. Leider ist er so klein, dass ich darin keinen Platz hätte. Ausserdem müsste ich das Holz umschichten, wozu ich nun wirklich keine Lust habe. Aus legalen Erwägungen muss dieser Bericht nun ein wenig unklar werden. Kurz nach Forbach hatte ich eine ideale Hütte gesehen: Zweistöckig, das Schlafquartier oben und winddicht. Natürlich schwebt mir eine solche Hütte auch jetzt vor. Die Nacht ist kalt, mein Schlafsack wird für Temperaturen bis +5 Grad empfohlen. Am nächsten Morgen sehe ich auch eine kleine Plakette, Lagern und Übernachten eher nicht erwünscht. Dumm gelaufen. Der ökologische Mehrwert eines Kiesbodens in einer Hütte ist aber bestimmt nicht der Grund für das Bestehen eines Nationalparks. Der Park wurde im 2014 gegründet und erfreut sich mässiger Unterstützung durch die Bewohnenden der umliegenden Dörfer. Es ist wohl vor allem eine Marketing-Frage. Zum Wald Sorge getragen wurde schon vorher. Ich stellte mein Zelt in einer Hütte auf. Niemand stört mich und ich bin sicher, dass ich niemand gestört habe. Weder schlurft ein missmutiger Hirsch vorbei, noch werde ich von aggressiven Auerhähnen aus dem Schlaf gerissen. Von der Kälte hingegen schon. Ich weiss, dass meine Ausrüstung nicht ideal ist. Vorsichtshalber habe ich viele Kleider dabei. Eine ausreichend dicke Matte wäre auch kein Blödsinn, meine vier mm dicke Schaumstoffmatte hält die Kälte nur dann ab, wenn ich sie vierfach zusammenfalte. Dann ist sie jedoch zu kurz. Ich bin zu faul, um aus dem Zelt zu steigen, meinen Rucksack zu leeren und ihn unter die Füsse zu klemmen. Immerhin habe ich am zweiten Tag 67 km zurückgelegt, fast ausnahmslos im Schnee und mit doch eher speziellen Schuhen. Sie bieten endlosen Grip, aber auf Natur- und festen Strassen muss man wirklich aufpassen. Sonst knallen die Schuhe auf dem Asphalt. Mit bequemem Rollen ist da nix, die Schuhe verhalten sich wie ein Brett. Ich habe keine Ahnung, wie sich das auf meine Knie auswirken wird - ich muss meine gesamte Lauftechnik umstellen. Meine Füsse reagieren und schwellen ziemlich an. Aber es ist gerade das Ziel dieser Schuhe, den gesamten Fuss zu aktivieren und nichts wegzudämpfen. Auf lange Sicht sollte sich das lohnen. Durch das endlose Wasser werden meine Füsse trotz Sealskinz Socken nass und dadurch folgen Blasen. Das Schnürsystem der Schuhe ist wenig durchdacht. Die harten Schnürsenkel drücken auf mein Rist. Wenigstens rutsche ich in den Schuhen nicht umher, sonst wäre bald Feierabend gewesen. Das Gehen mit diesen Schuhen ist einfach anders als alles bisherige. Glücklicherweise gab es einen Weg weiter unten. Dass Schnee liegt, ist Fluch und Segen zugleich. Natürlich rutscht man im Schnee, aber er dämpft eben auch. Dies hat wahrscheinlich meine Wanderung gerettet. Dennoch breche ich am folgenden Tag ab: Es ist zu viel Wasser in den Wegen und ich ertappe mich dabei, wie ich neben dem Weg gehe. Dies sollte man tunlichst vermeiden. Gerne lasse ich auch den Forstbetrieben den Vortritt, damit diese die umgestürzten Tannen beseitigen können. Ich werde bald zur Alexanderschanze zurückkehren und den Rest des Weges in Angriff nehmen. Von der Alexanderschanze gehe ich nach Freudenstadt. Insgesamt hat mir der Schwarzwald sehr gut gefallen. Die Leute waren nett, die Landschaft ist grandios. Die Aussicht war wetterbedingt alles andere als grossartig, aber ich konnte die Vogesen ein paar Male sehen. Vom Schliffkopf aus sieht man gar unsere schönen Schweizer Alpen. Vom Jura aus sieht man immer wieder in den Schwarzwald und ich fragte mich seit ca. 30 Jahren wie es dort wohl aussehen würde. Nun habe ich einen ersten Eindruck davon.
  22. poigfrr antwortete auf Skinner's Thema in Ausrüstung
    Ich kann dir die Vivobarefoot Primus Trail Swimrun empfehlen. Es sind allerdings Barfußschuhe (was nichts mit barfuß im Schuh zu tun hat, sondern es geht dem barfuß laufen recht nahe) und brauchen daher eine gewisse Einlaufzeit. Bzw deine Muskulatur, Sehnen und Knochen benötigen diese - dem Schuh ist das egal. Sie sind sehr leicht finde ich - ca 240g pro Schuh bei Größe 43 (mit Einlegesohle ist er ein Stück schwerer) - und sind robust gebaut. Ich finde die Sohle bei den Swimrun auch besser, als bei den normalen Primus Trail. Sie ist rutschfester auf nassen Felsen. Ich habe meine Primus Trail ca 1 Jahr getragen. Zwar bin ich keine 50 km jedes WE gelaufen, aber das schafft über zwei Jahre hinweg wahrscheinlich kein Trailrunner. Der Kundenservice von Vivobarefoot ist allerdings sehr kundenfreundlich und ich durfte mir ein neues Paar mitnehmen. Ihrer Meinung nach sollte ein Vivo Trailrunner länger als ein Jahr durchhalten. Dazu muss ich noch sagen, dass die Sohle noch voll intakt war und nur das Innenmaterial vom Schuh etwas am bröseln war. Das war etwas unangenehm, aber den Schuh hätte ich auch noch weiterhin benutzen können. Ich wollte ihn eigentlich auch reparieren lassen, dann wurde mir aber ein neues Paar angeboten. Deshalb habe ich mich dann für die Primus Trail Swimrun entschieden. @skullmonkey Cool, dass du mit den Lunas auch wandern gehst. Wie sind da deine Erfahrungen?
  23. Vielleicht gibt es bei Sole Runner und Lizard passende Barfussschuhe. Sole Runner hat zum Beispiel einige Modelle mit hohem Schaft und Innenfutter im Sortiment. Aber die sind wahrscheinlich eher für Wald und Wiesen Touren. Ich hatte noch an Neoprenfüsslinge als Alternative gedacht, aber diese werden wahrscheinlich das gleiche Problem aufweisen.
  24. Ich hab mir die zugelegt: JACKSHIBO Herren Damen Barfuß Wasser Schuhe Unisex Aqua Shoes für Strand Schwimmen Surf https://www.amazon.de/gp/product/B07DQJ97ZZ/ref=ppx_yo_dt_b_asin_title_o04_s00?ie=UTF8&psc=1 67 gr bei Gr 44 und 12€ . Sind wasserfest (im Meer) und als Barfußschuhe auch abends, bei An- und Abreise nutzbar.
  25. Nando antwortete auf Nando's Thema in Ausrüstung
    Die Merrel Barfußschuhe machen eine Saison mit, die zweite bei mir nur mit SeamGrip, die dritte eigentlich nur mit Nasenklammer. Sprichst du aus eigener Erfahrung/ enger Freundeskreis?

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