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Ultraleicht Trekking

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auf dem morgendlichen weg zum pc hab ich was zum teilen gefunden:

da geht einer extrembergsteigen mit dem mindset, mit dem ich wandere:

"SPIEGEL: Training in der Todeszone - sind Sie lebensmüde?

Kobusch: Nein, mich reizt nur der Aufbruch ins Unbekannte. Ich wähle Projekte immer so, dass sie auch scheitern können. Sonst sind sie zu einfach. Und warum sollte ich Zeit und Energie auf etwas verschwenden, was gar nicht mein Ziel ist?"

training, was für eine falsche frage. wandern hat doch für mich schon nichts mit "sport" zu tun. aber JA! satz 1, JA! satz 2.

SPIEGEL: Sie hingegen sind ganz alleine.

Kobusch: Alleine komme ich am besten in einen Flow-Zustand, das ist fast schon meditativ. Sobald ich mit anderen in die Berge gehe, trage ich Verantwortung und bin abhängig.

alleine ist für mich ja die falsche prämisse. zur alterweisheit gehört die feststellung, dass man den flow auch teilen kann. aber der flow ... JA!

SPIEGEL: Wenn Ihnen der Ruhm nicht wichtig ist, warum wollen Sie dann etwas machen, was noch nie jemand geschafft hat?

Kobusch: Ich will meine Neugierde befriedigen, sehen, was möglich ist. Wie ein kleines Kind auf dem größten Spielplatz der Welt.

schon wieder eine völlig falsche frage. aber JA!: neugier, spielen!

das freut einen selbstverständlich und macht den jost mir sehr sympathisch, wenn ich mich in ihm wiederfinden kann. soll mir noch einer sagen, ich sei "radikal", wenn ich durch die unteren alpinen etagen schlenkere. der unterschied liegt wohl in einer gewissen leistungsorientierung:  

Gleichzeitig brauche ich immer ein großes Ziel, um mich zu stabilisieren.

ach, das fiel mir mangels talents zum höheren bergsteigen leicht zu regeln.

*

wer autofrei lebt, ist an obigem mindset näher dran: "Und würde man andererseits die Natur immer noch so lieben, wenn man nicht im Regenfall blitzschnell, warm und trocken mit den Spitzenprodukten der deutschen Automobilindustrie ins Café oder nach Hause käme? Beides ist verwoben."(Minkmar, Naturfreunde auf Parkplatzsuche). wer sich mehr regen aussetzt ("die komfortzone verlässt"), hat mehr vom spiel, mehr freiheit, mehr "stabilität" (Jost Kobusch). das klingt doch auch ganz logisch: wer autofrei lebt, wandert mehr. 

mein nachhaltigkeitsproblem beim wandern ist nicht das autofahren (die parkplatzsuche), sondern die bestellerei. ich sitz hier gerade, dank forum ideen für weitere pakete gehabt, mit den neuen trailrunnern am schreibtisch, 340 gr pro schuh in 46, und werd sie wohl zurückschicken. es ist wohl das vierte oder fünfte paket in folge, das ich dem gleichen grossen bestellhandel zurückschicke und das einzig positive daran ist der gedanke, dass ich mit der zurückschickerei der wirtschaft schaden könnte. so hat wandern in der wandervorbereitung auf die relativ konsumfreie wanderzeit einen weiteren positiven aspekt. wenn das jedeR so machen würde.

man muss die welt dabei als eine sehen. beim wandern wie bei der industriellen landwirtschaft.

bearbeitet von hans im glueck

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    • Von derschorsch
      Wir reden oft über „Skills“ – über erlernbare Fertigkeiten. Geschickter Umgang mit Gelände, Schlafplatz, Equipment usw. Solche Dinge kann man in der Tat auf die eine oder andere Weise angehen und sich dabei weiter entwickeln.

      Was uns oft daran hindert, sind Ängste und Glaubenssätze, die wir selbst kaum wahrnehmen und erst recht nicht in Frage stellen. Das führt zu Aussagen wie „das könnte ich freilich lernen, aber ich will ja gar nicht“. Übertrieben gesagt in etwa vergleichbar mit dem Drogenabhängigen, der sagt: „ich könnte ja aufhören, aber ich will ja gar nicht“.
      Ängste, Irrglauben, Dogmen
      Einige frei gegriffene Beispiele solcher Glaubenssätze könnten sein:
      Mit nassen Füßen bekommt man Blasen Ohne Zelt kommen Krabbelviecher in den Schlafsack Ohne Wechselunterwäsche stinkt man Es ist gefährlich, unbehandeltes Wasser zu trinken Ohne Frühstück kann ich nicht aufbrechen In ein offenes Tarp regnet es herein Wie sehe ich denn mit solchen Klamotten aus? Mit Holz kochen ist umständlich und gefährlich Ohne Planung geht die Tour schief Gut geplant ist langweilig Ich muss unbedingt reichlich zu Essen dabei haben Titan ist cool, Plastik ist doof usw. ...  
      Das Gemeine ist: wir selbst sind für unsere eigenen Glaubenssätze blind. Für uns selbst sind das objektive „Wahrheiten“. Das ist die Schere im Kopf, die alles ausschneidet, was nicht sein soll. Bei anderen lassen sich die Glaubenssätze viel leichter entdecken. Die Summe unserer Glaubenssätze definiert unsere Komfortzone. Der Bereich, in dem wir uns mühelos und ohne Bedenken bewegen können.
      Ich bin davon überzeugt, dass (auch) im Ultraleichttrekking ein Abwerfen von Ballast-Glaubenssätzen die größte Erleichterung (nicht nur, aber auch in Form von Gewichtsreduktion) bringt. Die Komfortzone erweitern heißt persönlichen Handlungsspielraum gewinnen. Weniger bestimmt zu werden von Randbedingungen. Weniger zu leiden unter Dingen, die nicht so laufen, wie ich mir das vorstelle. Ein Konzept übrigens, das weit über das Thema UL-Trekking hinaus weist.
      Hintern hoch! Komfortzone erweitern!
      Die Schritte aus der Komfortzone heraus können ganz klein sein. Kalkuliertes Risiko. Und diese kleinen Schritte werden trotzdem unmittelbar mit dem Erfolgsgefühl belohnt: „Ich habe was ganz neues geschafft“. Das nächste Mal ein Stückchen weiter.
      Daher mein Aufruf:
      Hintern hoch! Komfortzone erweitern! (Und zwar die eigene, nicht die von anderen!) Das geht nur durch SELBST TUN!
      Mal einen Sonntagsspaziergang mit nassen Füßen machen Sich ab und zu abends in den Wald setzen und schauen, was da krabbelt Mit einer billig-Gewebeplane mal nachts ein Tarp improvisieren (200m entfernt vom Auto) Mal auf einer Wochenend-Tour etwas weniger Proviant einpacken Usw. usw. Die obigen Beispiele sind leicht einsichtig und gelten vielleicht besonders für Einsteiger in unser UL-Thema. Aber auch „Alte Hasen“ haben sicherlich ihre blinden Flecken.
      "Komfortzone erweitern" kann dabei individuell sehr unterschiedlich aussehen. Jeder hat andere Grenzen. Für den einen kann es bedeuten, seinen Leistungsanspruch nach oben zu schrauben. Für den nächsten genau im Gegenteil, eine Tour mit geringem Leistungsanspruch trotzdem als gelungen erleben können. Für den einen bedeutet es ein Wagnis, sich tatsächlich mal bei einer Solo-Tour sich selbst auszusetzen. Für den anderen wäre es eine wertvolle persönliche Entwicklungschance, sich auf einen ganz neuen Tour Partner einzulassen.

      Wie bekomme ich nun ein besseres Bewusstsein für meine eigene Komfortzone? Eine Möglichkeit ist das Lesen hier im Forum. Immer, wenn ich denke: „oh nein, das will ich nicht“ oder „oh nein, das kann ich nicht“ - dann ist das ein ziemlich sicherer Hinweis darauf, dass ich über einen meiner Glaubenssätze gestolpert bin und an die Grenze meiner Komfortzone stoße.
      Alles kann, nichts muss. Und jeder geht einen anderen Weg. Aber jeder hat die Chance, sich weiter zu entwickeln. Typischerweise dort, wo der Widerstand am größten ist. Und es gibt unglaublich viel zu gewinnen!
      Auf gehts ...
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      Weiterlesen & Mitdiskutieren
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      Dem ist was hinzuzufügen? Du hast Fragen? Oder Anregungen zum Weiterdenken? Diskutiere mit uns im Forum!
      ---
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