50 Beiträge in diesem Thema

Bei mir war es eigentlich eine gewisse Misantrophie postpubertär !!!:-D Damals wollte ich unbedingt mal "einsam" sein und bin stilecht mit 29,99 DM Zelt,geliehenem AG-Rucksack und Turnschuhen eine Woche durch die Hardangervidda geirrt.Hätte auch gut in die Hose gehen können.Nach diesem Nahtod-Erlebnis wollte ich dann doch etwas "professioneller" an die Sache herangehen und habe mich dann mit Trekking bzw. auch Ausrüstung befasst.Heute liebe ich es einfach,mit meiner Frau und/oder Freunden die Natur zu erleben und immer wieder zu entschleunigen. Mit Basics klarkommen und bewusster  schöne Dinge wahrnehmen.

Ausserdem neigen Trekker jeglicher Kategorie wohl zu einem gewissen Masochismus.Ich weiss nicht ,wie oft ich mir schon die berühmte "Warum mache ich diesen Sch..."-Frage gestellt habe ,nur um hinterher zu behaupten,dass der Urlaub nie mehr zu toppen ist.

Das ist btw auch der einzige Faktor,der mich als Newbie an UL nervt: Hier entsteht oft der Eindruck,es müsse ein schneller,höher weiter generiert werden und genau das will ich nicht. Aber vielleicht ist das auch nur meine Wahrnehmung.Ich habe hier auch sehr viel Nützliches gelernt und auch köstliche Absurditäten gelesen.:-D

bearbeitet von Chris2901
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stilecht mit 29,99 DM Zelt,geliehenem AG-Rucksack und Turnschuhen eine Woche durch die Hardangervidda geirrt.Hätte auch gut in die Hose gehen können.Nach diesem Nahtoderlebnis

hahaha!

Ich weiß genau was Du meinst. Mit der 80er – vermutete Durchschnittsgeschwindigkeit: 80 km/h – ohne Kohle nach Frankreich ... 

Chris2901 gefällt das

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Den Hang zum Masochismus kann ich definitiv bestätigen.. warum stapft man eigentlich bei kaltem Regen im Gebirge rum? :D Gute Frage!

Ich habe für mich herausgefunden, dass etwas so einfaches, simples so schwer fallen kann - Stichwort Meditation. Auf dem Weg ist es nur gut, dass alte Gefühle und Gedanken hochbrodeln und sich einen Weg nach draußen suchen. Man läuft einfach weiter und irgendwann ist Stille im Kopf und man ist ein Stück freier :) und emotional viel leichter! Und wenn man die Tour beendet hat, merkt man, wie wenig man braucht! Nicht nur Fernseher und Bett, sondern auch emotionale Dinge. Letztendlich ernährt uns doch die Mama Natur und es ist schön, sich daran zu erinnern ;).
Außerdem: Sonne, stramme Waden, und gaaaanz viel Schokolade :D 

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Ich finde es auch toll, einfach einen leeren Kopf zu bekommen - wie beim Sport, weswegen meine Touren, welche lang und anstrengend waren, mir am besten gefallen. Wenn das einzige was einen beschäftigt (neben:" ist das hübsch hier!") "wo werde ich heute schlafen", "reicht mein Wasser", "wo gehts lang" sind, ist das herrlich entspannend vom Stressigen Alltag, wo man Tausende von Dingen bedenken und beachten muss und stets konzentriert sein muss.

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Hey,

ich fand es sehr spannend zu lesen, was so deine Gedanken zum Wandern sind und was dich antreibt.

Ich kann verschiedene Erlebnisse mit euch beiden teilen und kann garnicht so genau sagen, wann ich mit dem Wandern angefangen habe. Warum, weiß ich hingegen genau:

Ähnlich wie @Pong bin ich zwar in einer Großstadt aufgewachsen, war aber auch immer viel im Grünen unterwegs.

Meine Patentante hatte z.B. einen Bauernhof, wo wir als Kinder immer Tage und Wochen im Freien umhergestromert sind.

Naja,..

irgendwann, während der späten Schulzeit (12.Klasse oder so), hab ich dann die viel diskutierte NDR Dokumentation über den Appalachian-Trail gesehen und war sofort begeistert.

Am liebsten hätte ich das direkt nach dem Abitur gemacht. Wie bei vielen, war es auch bei mir nicht anders:

Kein Geld, keine adäquate Ausrüstung und die Eltern wollen, dass man irgendwie in den Beruf kommt.. der Klassiker!

Ich habe meine Backpackingenergie vorerst mit Sachen wie Interrail ausgelebt.

Für meine Ausbildung bin ich dann auch in eine noch größere Stadt gezogen, man musste ja unbedingt nach Berlin..

Hier war ich weder wirklich mit der Lebenssituation, noch mit der Ausbildung glücklich. Das Einzige was mich durch diesen drei Jahre dauernden Sumpf getrieben hat, war eigentlich der Gedanke:

Wenn du fertig bist, hast du das Geld, die Freiheit und die Zeit das zu tun was du wirklich willst: Den AT!

Um mich dann davon abzulenken, wie lange drei Jahre sein können, hab ich in den Urlauben Wanderungen unternommen und auch den ein oder anderen Overnighter im berliner Umland (Malerweg, etc.) gemacht.

Ich musste oft erleben wie schwer es teilweise ist, sich im Alltag zu einer Aktion wie einem Overnighter aufzuraffen. Es sind wie @Pong schön beschreibt, oft irrationale Ängste, Sorgen oder Ausreden vor einem selber, die den Körper auf die Couch paralysieren.

Zitat

"When I identified my body as the catalyst of my fears I challenged it. I started running. Slowly but steadily. I convinced my body to do things he didn’t wanted to do."

So ähnlich habe ich das auch gemacht. Es ist erstaunlich wie erholsam ein einziger Tag im Freien sein kann, verglichen mit  vier freien Tagen, die man einfach zu hause verbringt.

Zeitgleich habe ich meine Recherchen über den AT intensiviert und bin recht bald auf die Ultraleichtszene hier gestoßen.

Eins kam zum Anderen, ich habe mir nach und nach eine Ausrüstung zugelegt, ich bin vom AT auf den PCT umgeschwenkt , aber die Grundmotivation blieb.

Ich wollte einfach mal ein halbes Jahr frei sein.

Ich wollte mehr über mich und meine körperlichen und mentalen Grenzen lernen, einfach etwas machen worauf ich stolz sein kann (keine Ausbildungen oder Studien aus gesellschaftlichen/wirtschaftlichem Zwang).

Außerdem erhoffte ich mir einen roten Faden in meinem Leben zu finden, den Blick zu schärfen für andere Perspektiven als: Job, Familie gründen, Haus mit Garten kaufen.

Mittlerweile gehe ich da schon etwas entspannter ran und denke ungefähr zu wissen wohin es gehen soll.

Am 14.04 geht der Flug, ich bin gespannt, ob es so wird wie ich es mir vorstelle!

 

lg Jan

 

 

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Urspruenglich habe ich mal mit dem Wandern angefangen, da ein Freund von mir sehr begeistert davon war. Zuvor war ich nicht besonders oft in der Natur unterwegs, aber in den letzten 10 Jahren habe ich viele kurze und lange Trips unternehmen koennen - oft mit Freunden oder mit meiner Frau. Ich gehe allerdings auch gerne alleine Wandern um den Kopf frei zu bekommen und um dann besser nachdenken zu koennen.

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Am 4.3.2016 at 15:49 schrieb bansaim:

Den Hang zum Masochismus kann ich definitiv bestätigen.. warum stapft man eigentlich bei kaltem Regen im Gebirge rum? :D Gute Frage!

:-D Das frage ich mich dann jeweils auch ab und an. Rückblickend betrachtet überwiegen dann aber die grandiosen und unvergesslichen Erlebnisse. Das versteht aber wohl nur wer selber in der Natur übernachtet. Das Wandern an und für sich betreiben ja viele. Ein wesentlicher Teil des Erlebnisses (zumindest für mich) fängt aber dann an, wenn die meisten Menschen zurück im Tal sind und die Sonne langsam hinter dem Horizont verschwindet.

Ein weiterer Punkt, welcher Du ebenfalls angesprochen hast ist die Erfahrung mit wie wenig man eigentlich auskommt und überleben kann. Das kleine bisschen passt nämlich alles in einen Rucksack. Natürlich schätze ich meinen Computer, Waschmaschine, Geschirrspüler, Kaffeemaschine usw. sehr. All diese Dinge werden aber nicht unbedingt benötigt. Für diese Erklärung ernete ich aber üblicherweise nur ein lächeln und ein "für mich wär das nichts, aber schön wenn es dir gefällt".

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Ich habe das Gefühl, dass man beim Wandern alles viel intensiver aufnehmen kann, weil es nicht an einem vorbeirauscht. Das Gehirn hat Zeit, es zu erfassen und zu verarbeiten.

Außerdem fasziniert es mich, an Plätze zu kommen, die man nur zu Fuß erreichen kann. Man muss sie sich quasi "erarbeiten". Und ja, etwas Quälerei darf auch dabei sein. Die Aussicht von Klippen, die man erst nach mehrstündigem Fußmarsch erreicht und auf denen man mit sich und der Natur allein ist, ist doch viel atemberaubender als wenn daneben der große Parkplatz mit Würstchenbude ist.

LG
Inge

nats gefällt das

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tja, warum Wandern?
Weil ich dann dort bin wo ich eigentlich sein will - in der Natur, also im Leben.
Mir geht der ganze Zivilationskram immer mehr auf den Zeiger.
Andauernd versucht was/wer meine Aufmerksamkeit zu erhaschen und mir
meine Zeit zu stehlen.
Und wenn ich nicht durch die Landschaft laufe bin ich in meinem Garten,
dort ist auch sehr schön.

bearbeitet von immermüde
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Weil die Seen zugefroren sind und ich nicht paddeln kann ...

2014-03-03-alf-eis-auf-dem-wasser.jpg

2017-01-15_095404.jpg

2017-03-12_114814.jpg

und weil ich im Winter nicht so schwitze.

2017-01-14_203948.jpg

Titanflasche (Topf + Wärmflasche + Wasserbehälter), Falttasse als Schöpfgefäß und 107g leichtes Messer zum Eis-Aufhacken

bearbeitet von ALF

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@ALF ah, ich hatte mich schon gewundert, warum so ein monstermesser in deinem bericht auftauchte.

 

nicht OT:

weil wandern eine selbstbestimmte lebensform ist, die philosophisch der immobilie entgegensteht.

man ist so frei und lässt sich gehen soweit es geht (in den grenzen der eigentumsängste anderer - oder eigener).

*

weil man kriegsdienstverweigerer bleiben will:

 

https://www

youtube.com/watch?v=dVZu2KR2MAI

(food, cloth & shelter - mässige aufnahme, als die 80s noch weitergingen)

bearbeitet von wanderrentner
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vor 20 Stunden schrieb immermüde:

Und wenn ich nicht durch die Landschaft laufe bin ich in meinem Garten,
dort ist auch sehr schön

das sein im garten sieht bei uns aus wie gartenballett, hat was von mikro-wandern.

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fühlt sich nach 2x 10 stunden aber anders an als mikro-wandern. nur das breite grinsen das nich weggeht is gleich.

bearbeitet von wanderrentner

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Am 21.3.2017 at 10:29 schrieb rudidercoole:

Folgender Blog beschäftigt sich ausgiebig mit dem Thema: http://wandern-denken.de/

"Geistes- und Sozialwissenschaftler haben meistens keine Zeit zum Wandern." Das meinen die vielleicht, ist aber Unsinn: Tatsächlich wären so einige von ihnen bessere Wissenschaftler, wenn sie mehr wandern gingen... Und der Blog ist für meinen Geschmack zu sehr in (pseudo-) wissenschaftlicher Manier geschrieben, viele Substantive und wenig Humor. Leider: Denn der Ansatz ist eigentlich spannend. Ich bekomme jetzt einen Arbeitsraum in Murnaus neuem "InnovationsQuartier" und will dann u. a. Veranstaltungen anbieten, durch die Kombination von Schreiben und Wandern auf neue Ideen zu kommen - dem Grunde nach uralte Methoden, aber unglaublich wirksam.

bearbeitet von nats

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vor einer Stunde schrieb nats:

"Geistes- und Sozialwissenschaftler haben meistens keine Zeit zum Wandern." Das meinen die vielleicht, ist aber Unsinn

genau. totaler mumpiz. wohl eher das genaue gegenteil ist der fall, sind doch gerade zahlreiche philosphen für ihre ausgedehnten spaziergänge, wanderungen und reisen bekannt: http://www.kas.de/wf/doc/kas_19127-544-1-30.pdf?100429121527

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aber:

da ist ein kleiner unterschied zum wandern, mit vielen abstufungen und ohne wertung: oft wandern nur die gedanken (oder diese mehr als ihre träger). erweckungserlebnisse am silvaplana-see? da kommt doch nur raus an überspanntheit, was drin ist, könnte man (nietzsche) auch marihuana rauchen.

über die frage, ob ich besser wäre in meinem beruf wenn ich mehr wandere, hab ich noch gar nicht nachgedacht. hab keinen chef, dem ich das verkaufen könnte :-)

neue schlenker im leben - ja, immer!

bearbeitet von wanderrentner

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vor 7 Minuten schrieb wanderrentner:

da ist ein kleiner unterschied zum wandern, mit vielen abstufungen und ohne wertung: oft wandern nur die gedanken

zur rein physischen angelegenheit wirds gar, wenn man stöpsel in den ohren hat, dann wandern nicht einmal mehr die gedanken ...

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vor 4 Stunden schrieb dani:

Im Text selbst finde ich die Quelle nicht, aus der der Scheller-Beitrag stammt; kannst Du mir die nennen? Danke!

Edit: Ah, sorry, hatte "Die politische Meinung" für eine Rubrik gehalten, dabei ist es der Titel der Zeitschrift.

http://www.kas.de/wf/de/33.19127/

bearbeitet von nats

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Am 27.3.2017 at 08:56 schrieb nats:

"Geistes- und Sozialwissenschaftler haben meistens keine Zeit zum Wandern."

Unabhängig davon, dass der erkenntnisbringende Gehalt dieses Zitats genauso Gehaltvoll ist wie die Aussage "Gemüsehändler haben meistens keine Zeit zum Wandern" sollte man Wandern nicht zur Optimierung seiner Arbeitskraft (egal ob Uni Mitarbeiterin oder Baumarktangestellter) missbrauchen, sondern (vom sportlichen Effekt und der Neugierde und Sehnsucht abgesehen) als eine von keiner Intentionalität getrübten Bewegung ansehen. Dann zumindest hat Wandern einen ontologischen Mehrwert.

wanderrentner gefällt das

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ja, nü, "keine intentionalität" tu ich bewusst suchen. und geh unterwegs dem nach, was mir in den sinn kommt. sport (= maximum intentionalitäterä) lehn ich ab.

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im gegenteil, wandern ist für mich die wundervolle vereinigung von sinnfreiem bewegen und sinnvoller erholung von den strapazen des erwerbslebens, hernach ich wieder in der lage bin, mit voller kraft das bruttosozialprodukt zu steigern ...

versteigt sich mein hirn während des wanderns gar noch zu geistigen höhenflügen, nehme ich dies als zusätzlichen bonus gerne in kauf.

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