Jump to content
Ultraleicht Trekking

Empfohlene Beiträge

Ein leichtes Hallo!

Die kalte Jahreszeit steht vor der Tür - Zeit sich warme Gedanken zu machen und Bastelprojekte zu planen.
Was mir im Moment vorschwebt ist ein Quilt für zwei Personen, womit ich aber noch absolut Null Erfahrungswerte habe, besonders was die Maße angeht.

Bisherige Gedanken:

  • Als Füllung würde ich gerne Apex verwenden, da es einfach zu verarbeiten, extrem angenehm in der Handhabung und ethisch vertretbarer als Daune ist
  • das Teil soll für Touren im Sommer in den Alpen genutzt werden können, ansonsten auch mal Frühjahr/ Herbst in gemäßigteren Gegenden, Komforttemperatur sollte ca 0°C sein
  • Innen- und Außenstoff wird wohl wieder Membrane 0.66 von RBTR, da es sich bei meinem AT Quilt bereits wunderbar bewährt hat.

 

Fragen:

  • Welche Apex Dicke würdet ihr anraten? Ich tendiere zu 167g/m², wobei ich mit meinem 133er schon bis ca 4°C klarkomme
    • dazu: wie viel "Wärme-Bonus" kann man erwarten, wenn der Quilt zu zweit genutzt wird? Reicht evtl 133er Apex für ein Pärchen doch bis 0°C?
  • Welche Breite ist sinnvoll? EE und ZPacks haben beide 220cm Breite, was mir aber ehrlich gesagt sehr viel erscheint -> beide Nutzer sind recht schmal gebaut und schlafen bequem zusammen unter einer 130cm breiten Bettdecke -> reichen 180cm Breite nicht aus?
  • haltet ihr es für Sinnvoll den Quilt teilbar zu machen (für einfacheren Transport/ aufteilen des Gewichts und vA Volumens)
    • falls ja, wie stelle ich das am besten an ohne, dass es an der Schnittstelle rein zieht? Teilbare RVs finde ich nur bis 150cm..

 

Ich würde mich freuen, wenn Leute mit entsprechender Erfahrung ein paar der Fragen beantworten können :D ( @ys76 ?) Pärchen Trekking ist für mich bisher Neuland und ich kann hierbei viele Faktoren nicht so recht einschätzen.

 

schöne Grüße
Micha

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Du kannst mal @Basti alias Beuteltiere fragen. Der hatte vor Jahren einen Duo quilt genäht. Entweder findet sich hier im Forum noch ein Thread, oder auf seinem Blog. Ich kann aber nicht mir Bestimmtheit sagen ob der mit Kunstfaserisolation war. Naheliegend wäre das aber, denn er ist Vegetarier, wenn nichts sogar Veganer. 

Edit: den Blog hat er wegen der DSGVO geschlossen :( aber via PN sollte er noch zu erreichen sein. Ansonsten via Twitter 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

@Andreas K. Schade ich kann nichts finden, auch nicht hier im Forum.

@crelm Danke, immerhin nutzt RJ wohl auch nur 185cm Breite bei seinem 2P Quilt. Generell muss ich aber sagen, dass ich bei seinen Projekten extrem vorsichtig bin mit den Angaben die er macht. Vielleicht kann ich mal ein Test Quilt nähen (Mysa Gras!) um die Breite herauszufinden.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Ich habe mal eine Decke mit 100er Apex genäht, die Maße sind 180cm x 220cm. Meiner Meinung nach reichen 180cm in der Breite. Da die Decke uns nur bis minimal 12 Grad warm halten soll, habe ich auf eine Fußbox und Kordelzüge verzichtet.

Aus eigener Erfahrung würde ich sagen, wenn eine der Personen eher warm schläft, kann man 3-5 Grad rausholen. Dazu vielleicht ein Beispiel: Mir ist abends meist sehr warm, aber ich kühle im Verlauf der Nacht ab, sodass mir dann morgens kalt ist. Bei meiner Freundin ist es genau umgekehrt, sodass wir uns da gut ergänzen können ;)

Ich persönlich würde trotzdem auch für 0 Grad mindestens 167er Apex (wenn nicht sogar mehr...) nehmen, aber das solltest du selbst einschätzen, da ist sicher jeder anders!

Ich hoffe das hilft ein bisschen :)

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
vor 3 Minuten schrieb nivi:

Ich persönlich würde trotzdem auch für 0 Grad mindestens 167er Apex (wenn nicht sogar mehr...) nehmen, aber das solltest du selbst einschätzen, da ist sicher jeder anders!

133er reicht normal bis ca. 10..13° (Komforttemp).  Für um 0°-2° braucht man schon eher 233 - oder 266er, wenn man eher mehr friert.

Hatte man diverse Zwischenwerte für verschiedene Apex-Kombinationen mit Komforttemperaturen berechnet:

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
vor 1 Stunde schrieb nivi:

Ich habe mal eine Decke mit 100er Apex genäht, die Maße sind 180cm x 220cm. Meiner Meinung nach reichen 180cm in der Breite. Da die Decke uns nur bis minimal 12 Grad warm halten soll, habe ich auf eine Fußbox und Kordelzüge verzichtet.

OT: Hat sich das bewährt ich hatte das auch ein paar mal überlegt. Viel mehr als ein großes Stück Apex in einen alten Bettbezug einzunähen und dann diesen wiederum in einen normalen zum Schlafen zu stecken wäre es ja nicht oder ?

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

@nivi Danke für die Einschätzung, das klingt gut! Wie kommt ihr denn mit den 180cm Breite zurecht? Ist das eher knapp, weit oder gerade recht?

 

@AlphaRay Danke für die Tabelle, aber du schreibst ja schon selbst Komforttemperatur rein - ich gehe eigentlich immer von der LimitT aus und bin damit bisher sehr gut gefahren. Wie gesagt komme ich (allein) mit meinem 133er Quilt bis 4-5°C gut hin (mit Windhose und Fleecepulli). Mein Hauptanliegen ist hier eher der Faktor der zweiten Person im Quilt, da man sich durchaus gegenseitig wärmt. Rein rechnerisch hat man ja auch weniger Quiltoberfläche (über die Wärme verloren geht) bei doppelter Wattzahl die an Wärme produziert wird.
AsTucas listet auch 167er is 0°C - und das für eine Einzelperson. (Ich weiß die Werte dort sind großzügig, aber es gibt wenige Vergleichsoptionen.)

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
vor 4 Stunden schrieb ekorn:

OT: Hat sich das bewährt ich hatte das auch ein paar mal überlegt. Viel mehr als ein großes Stück Apex in einen alten Bettbezug einzunähen und dann diesen wiederum in einen normalen zum Schlafen zu stecken wäre es ja nicht oder ? 

OT: Ist vielleicht falsch rübergekommen, aber wir benutzen die Decke nur auf Touren. Dort hat es sich für die warme Jahreszeit bewährt! Es spricht wahrscheinlich nichts dagegen, so etwas auch Zuhause zu benutzen.

vor 3 Stunden schrieb micha90:

@nivi Danke für die Einschätzung, das klingt gut! Wie kommt ihr denn mit den 180cm Breite zurecht? Ist das eher knapp, weit oder gerade recht?

Das ist schon luxuriös (Zuhause haben wir 140cm) :)  Aber ich würde es beim nächsten Mal auch nicht schmaler machen, da ich gerne mal eine Seite unter mich stopfe. Also: gerade recht!

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

@micha90
Wir haben unseren Duo-Quilt schon ein wenig sehr knapp gemacht - Manchmal raecht es sich einfach, wenn man nicht genuegend Material bestellt  und kurz auf knapp vor dem Urlaub noch fertig werden muss/will.
Somit geht unser Quilt von 1.50m auf 1m Breite bei 2.2m Laenge. (2-Lagen-Laminat aussen, PTX Quantum innen)
Auch wenn das unglaeubige Blicke nach sich zieht: ja es funktioniert zu zweit, allerdings muss man schon recht gut eingespielt sein - Selbst im Schlaf! :grin:  Unsere naechste Version wird aber circa 30-40 cm breiter werden.

Ein groesseres Problem als die Zugluft von den Seiten war der Waermeverlust nach oben hin. Obwohl wir hier ein 10cm breites Stueck als "Draftstopper" an den oberen Abschluss genaeht hatten, zog hier immer wieder die kalte Luft rein. Ob es jetzt bei der naechsten Iteration ein breiterer "Waermekragen", ein Mittelsteg, oder  was anderes wird, wissen wir noch nicht.

Als Iso-Schicht haben wir 233 Apex verwendet - Aber hier gehen unser Temperaturempfinden  doch eigene Wege - Schwitzen und Schnattern gleichzeitig , sprich: Einem von uns  war es bei 3°C deutlich zu kalt, waehrend dem anderen noch deutliche Reserven nach unten blieben. Aber das kann man ja durch unterschiedlich dicke Kleidung einigermassen ausgleichen.

 

Als Isomatte kam bei uns zuerst ne "Exped Hyperlite Duo" (814g) zum Einsatz, aber so wirklich ueberzeugt hat uns der Schlaf auf dieser noch nicht. Seitdem suchen wir auch hier noch den heiligen Gral - unsere aktuellen Favoriten: Solomatten - solange es leicht bleiben soll, entweder Z-Lites, RidgeRests, oder ne Kanchen Junga. Gegen das Auseinanderrutschen nutzen wir zwei Gummibaender, als Acht um die beiden Matten gelegt.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

@micha90 Unser Quilt ist einteilig, an eine Teilung hatten wir gar nicht gedacht, war ja kurz vorm Urlaub und musste noch schnell noch fertig werden :-)

Was das Packvolumen angeht, so ist der Quilt definitiv nix fuer deine kleine Rucksaecke  :mad: Da kommt halt einiges an Material zusammen - Wenn wir dran denken, messen wir heute abend mal den Packsack aus...

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Interessantes Thema. An die Idee den Duo-Quilt teilbar zu machen hatte ich noch gar nicht gedacht.

Zum teilbaren Zipper: Online kannst du diverse Quellen für Zipper-Reparaturkits (o.ä.) finden mit denen man aus Meterware einen teilbaren Reißer machen kann.
Das Teil zum Zusammenführen der Reißerseiten nennt sich 'Kastenteil', oder 'Stopper, Unten'. In Kombo mit einem 'Einführstift' solltest du einen trennbaren Zipper hinbekommen. Ob das dann dauerhaft hält ist eine andere Frage...

Alternativ hat RTBR ja auch einen teilbaren Reißer der 240'' lang ist. Leider aber 5C :-?

Dritte Idee: Du teilst den Quilt horizontal statt vertikal. Einer trägt dann die Fußbox, der andere das Oberteil. 
Wenn du den Quilt trapezförmig auslegst, solltest du ja nur ein paar cm rechts und links ohne RV haben. Da du dann eh sowas wie einen Wärmekragen unter- oder drüberlegen musst, muss der Reißer ja nicht die komplette Breite abdecken.
quilt.jpg.d650a6932075bac04e68f966d4b1d81f.jpg

bearbeitet von heilaender

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

@heilaender Ich hätte evtl eine Quelle für 180cm teilbaren RV, dass Quer geteilt wird ist klar, längs würde das glaube ich weniger Sinn machen (längerer RV, Abdeckleiste und damit einhergehender Wärmeverlust, zudem stört es in der Mitte wohl eher als auf Hüfthöhe).

Zipper selbst basteln ist mir nichts, ich vermute, dass das nicht so ewig hält und ne ordentliche Fummelarbeit sein wird..

vor 4 Stunden schrieb ys76:

definitiv nix fuer deine kleine Rucksaecke 

Das passt mir so gar nicht in den Kram! :D Dann wird er wohl teilbar ;)

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Ich kann mich dunkel daran erinnern, dass es schonmal einen teilbaren Duo-Quilt im Dunstkreise dieses Forums (oder des Vorgaengers) gab. Leider finde ich nichts mehr davon - Vielleicht koennen hier die "Urgesteine" weiterhelfen.

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!

Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.

Jetzt anmelden

  • Gleiche Inhalte

    • Von Kermit
      Hallo,
      oft ist hier die Rede von Cumulus, selten von StS Ember. Wo liegen die Stärken und Schwächen des jeweiligen Quilts? Die "nackten" Daten habe ich gesammelt und da schneiden die Sts´s (Packmass, Füllmenge) besser ab. Ember II vs. Cumulus 350 / Ember III vs. Cumulus 450. Nur ihr als erfahrene Outdoorer bevorzugt m.E. Cumulus und dies hat zu 100% einen Grund. Nur leider erschließt sich dieser mir (noch) nicht.
      Über eine oder auch mehrere Antworten freue ich mich. Vielen Dank.
      LG - Kermit
    • Von micha90
      Ein leichtes Hallo zusammen!
      Es ist endlich so weit. Nach unzähligen Anfragen verschiedenster Leute, hatte ich mich entschlossen eine (sehr) kleine Rucksack Serie zu nähen und zum Verkauf zu stellen. Die entstandenen Rucksäcke beinhalten über 9000km Wandererfahrung und 2 Jahre Entwicklungszeit meinerseits.
      Bevor sich jemand auf den Schlips getreten fühlt, dass ich hier im Forum "kommerzielle" Angebote mache, möchte ich klarstellen, dass sich das wohl um eine einmalige Sache handeln wird und von @Dennis abgesegnet wurde. In Zukuft plane ich erstmal keine weiteren Serienproduktionen.
       
      Mir ist es nicht all zu leicht gefallen die Rucksäcke so zu erstellen, dass sie auch anderen Leuten, als nur mir selbst, passen und gefallen, es ist einfach noch mal eine ganz andere Angelegenheit Ausrüstung nur für sich selbst zu schneidern. Letzten Endes kam ich darauf zwei Versionen zu erstellen, eine mit kürzerem Rücken (von mir persönlich bevorzugt) und eine mit längerem Rücken, für all diejenigen, die nicht darauf verzichten möchten ihre Matte oder die Sitzmatte außen als Rückenpolster zu nutzen.
      Das Modell das ihr hier seht ist nahezu identisch mit dem Rucksack den ich auf dem CDT getragen habe. Änderungen sind lediglich das Material  (damals noch 55g Nylon & Zeltboden), der Verschluss (einfacher Rolltop, statt Kompressionsrolltop, da einfacher & schneller zu bedienen) und Seitentaschen aus festem Material statt Mesh.
      Die Rucksäcke wiegen (ohne Bungees, Trekkingstockschlaufen etc) alle ca 255g.

       

                linkes Bild: lange vs kurze Variante
       
      Die Variante "Lang" hat eine Rückenlänge von 52cm und kleine Schlaufen für Gummizüge um eine Standart Isomatte aufnehmen zu können. Die Variante "Kurz" hat eine Rückenlänge von 45cm und entsprechend keine Schlaufen. (Rückenlänge ist hier die Distanz vom Trägeransatz bis zur Unterkante des Packs) Korpus und Seitentaschen aus DxG Träger aus 3mm 3D-Mesh und DxG Seitentaschen haben kleine Mesheinsätze um ggf Wasser ablaufen lassen zu können Daisychains auf beiden Trägern um zB Kompass, Trinkflaschen oder Brusttaschen zu befestigen  

      Jeder Rucksack hat seitlich (wenn man Ihn trägt links) eine Befestigung um zB Tarpgestänge, Schirm oder andere längere Objekte in der Tasche zu halten auf der Frontseite sind 4 Schlaufen um das Mesh angebracht, die sich optional mit Bungee verbinden lassen um zB eine Isomatte oÄ transportieren zu können ebenfalls optional: Schlaufen für Trekkingstöcke oder Eisäxte (zwei pro Rucksack). Diese lassen sich jederzeit auch entfernen bzw ersetzen.
      Alle Rucksäcke sind mit einfachem Rolltop ausgestattet 15mm Gurtband über dem Verschluss (lang genug um auch eine Matte oben drauf schnallen zu können, lässt sich natürlich kürzen) Beide Versionen sind vom Volumen identisch: Hauptfach ca 30L + ca 10L im Kragen (grob geschätzt!!) Alle Bungees in den Taschen sind austauschbar und durch Tankas auch während dem Gehen verstellbar. Sollten die Bungees ausleiern kann man jeder Zeit neue einziehen. Schulterträger sind über Linelocs verstelltbar, die Schnur hierzu ist ebenfalls auswechselbar (Egal ob wegen Verschleiß, oder weil man Neongelb geiler findet.. ) Persönliche Empfehlung: Rucksack auf angenehme Höhe bringen, Knoten in die Schnur und den überflüssigen Rest einfach abschneiden Obere Komfortgrenze würde ich mit ca 7-8kg angeben, bis 11kg noch funktionell aber nicht mehr bequem.
      Tendenziell sind die Träger für normale bis breite Schultern ausgelegt.
       
      Es gibt insgesamt 6 Rucksäcke zu kaufen:  3 lange und 3 kurze (wobei ein kurzer die Daisychains aus Gurtband statt Reflexband hat..)

      Bestellungen bitte per PN an mich.
      Da der Kauf von Rucksäcken online schwierig ist, biete ich es jedem Käufer an den Rucksack bei nicht gefallen/ passen an mich zurück zu senden. Geld gibts entsprechend natürlich zurück. Wer einen dieser Packs von mir kauft, darf sich im Falle eines Defektes an mich wenden, falls die eigenen Nähskills nicht ausreichen sollten.
      Alle Einnahmen werden für die Finanzierung weiterer Thruhikes genutzt.
      Wer weitere Fragen zu den Packs hat, einfach hier posten.
       
      Schöne Grüße
      Micha
       
    • Von micha90
      Ein leichtes Hallo alle zusammen!
      Seit einiger Zeit bin ich wieder im nasskalten Deutschland gelandet und habe mich schon halbwegs wieder akklimatisiert. Da das beim letzten Mal den Eindruck machte, dass es doch recht viele von euch interessiert, kommt hiermit wieder ein kleiner Überblick darüber, was ich so dabei hatte, was sich bewährt hat und was nicht.
      Die Rahmenbedingungen: Der CDT verläuft durch verschiedene Klimazonen, von nasskalt bis heiß und trocken, von etwa 1200m bis 4300mNN. Ich hatte kein Thermometer dabei, kann also keine akkuraten Angaben über Temperaturen machen, nur schätzen. Ich startete am 21.06.16 an der kanadischen Grenze (Chief Mtn. Trailhead) und kam nach etwa 4500km/ 2800mi am 19.10.16 an der mexikanischen Grenze am Crazy Cook Monument an.

       
      Shelter:
      Tarp: Da ich vor meiner Abfahrt aus Deutschland sehr viel Stress hatte, kam ich leider nicht mehr dazu an irgendwelchen Prototypen zu feilen oder gar ein komplettes Shelter zu nähen, weshalb ich kurzer Hand einfach mit meinem sub100 Tarp losgezogen bin. Genauer genommen dem Nachfolger des vorgestellten Tarps, mit identischen Abmaßen, aber leider ein paar Gramm mehr (Materialschwankungen..  ). Das Tarp ist nicht gerade riesig und man muss doch aufpassen wo und wie man es aufstellt, aber ansonsten war es eine gute Wahl! Ein zusätzlicher Beak wäre schön gewesen, aber so ist das eben. Ich hatte einige Nächte mit ziemlich ungemütlichem Wetter, aber nur zwei in denen ich mir ein etwas geschlosseneres Tarp gewünscht hätte. Bei miesem Wetter kam der Schirm vor die offene Seite um das gröbste abzublocken.
      Das beste an dem Tarp, abgesehen vom winzigen Packmaß und angenehmen Gewicht, war, dass man es in etwa 30-60 Sekunden aufbauen kann. Es benötigt eigentich nur 5 Heringe um stehen zu können, 8Stk wenn es straff sein soll. Ganz anders als auf dem PCT schlief ich die Mehrzahl der Nächte unter meinem Shelter, da es nachts gerne mal kurz nieselte, trotz klarem Himmel am Abend plötzlich zuzog und schüttete und das Wetter schlicht nicht so berechenbar war.
      Würde ich wieder nehmen (wenn auch mit Beak oÄ)!
      Aufstellstange: Die meiste Zeit habe ich tatsächlich einen Trekkingstock mit mir herum getragen. Meine Easton Alu Aufstellstange war viel zu flexibel um das Tarp bei Wind in Form zu halten. Alternativ wäre eine Carbon Stange von MLD eine gute Wahl gewesen (die hatte ich bestellt, dann aber doch nicht genutzt, da ich für den Gila-River den Trekkingstock behalten wollte und es mir zu doof war für die Paar Tage noch meine Ausrüstung zu ändern)
      Heringe: Für den Hauptabspannpunkt nutzte ich einen Easton Nano (der kurze mit ca 15cm). Die Easton Heringe sind deutlich stabiler als die klassischen V-Profile (daovn habe ich schon meherere verboben) und wiegen auch noch weniger. Für die anderen Punkte waren es 8 Titanheringe (3mm dick, ca 15cm lang) wovon einer als Backup gedacht war und bei Wind dazu diente meinen Schirm ebenfalls zu fixieren. In den ersten Wochen habe ich tatsächlich zwei oder drei verloren, so dass ich guten Gewissens den einen Extrahering mit herum trug.
      Würde ich genau so wieder nehmen.
      Unterlage: Klassisches Polycro. Ich kann mich ehrlich gesagt nicht ganz genau erinnern ob ich zwei oder drei durchgelegen habe. Etwa zwei Wochen vor Schluss musste ich nochmal ein frisches aus der Bouncebox holen, da jemand mein (noch gutes) Poloycro für Müll gehalten und entsorgt hatte...
      Würde ich wieder nehmen, außer in New Mexico (hier wäre Tyvek oder sowas praktischer)
      Mückenschutz: Eigentlich nur ein riesiges Kopfnetz, dass sich auch über den Regenschirm spannen lässt. mit ca 100g durchaus tragbar, wurde nur für Montana genutzt. Die Mücken waren eigentlich echt moderat, bis auf einen Abschnitt (Leadore -> Lima) wo wir zwei oder drei Tage von beißenden Fliegen heimgesucht wurden. Das war der einzige Abschnitt, in dem das Mückennetz auch beim laufen genutzt wurde (und mich definitiv vor dem Wahnsinn gerettet hat!). Das Gute Stück wurde nach kurzer Zeit "BugDome" getauft.

      links: überraschender Schneesturm über Nacht; rechts: der BugDome im Einsatz
      Schlafen:
      Quilt: Custom Cumulus auf Basis des 450. Extralang und mit 30g Overfill in der Beingegend wiegt das Teil geschlagene 720g, wobei ich aber kein Gramm Daune missen wollte (Insgesamt sind es ca 510g Daune!). Die Nächte waren deutlich öfter kalt und definitiv auch kälter als auf dem PCT. In Colorado hatte ich einige Nächte in denen es ganz schön frisch war und ich trotz voller Bekleidung ein wenig frieren musste. Genaue Temperaturen kann ich nicht nennen, geschätzt aber minimal -10°C.
      Isomatte: Das leidige Thema für mich, denn ein Optimum habe ich noch nicht gefunden. Losgezogen bin ich mit einer 5mm EVA (120cm lang, 124g) die an sich OK ist, aber von der Isolationsleistung einfach bald an ihre Grenzen stößt. Nach einiger Zeit wurde diese gegen eine Nunataak Schaummatte ausgetauscht, die zumindest von den Daten & Optik identisch mit der GG Nightlight zu sein scheint, aber im Gegensatz dazu in voller Länge zu kaufen war (die GG ist mir mit 78cm zu kurz, ich bin 1,88cm groß). Gekürzt auf ca 90cm war sie ausreichend lang, musste allerdings als Burrito gepackt werden. Leider ist der Schaum wesentlich schlechter als der von GG, so dass die Matte im Laufe der Tour sehr stark komprimierte. Ab Pie Town hatte ich dann wieder meine 5mm EVA.
      Die EVA würde ich wieder nehmen und nur für Colorado was wärmeres (zB eine Ridgerest). Hier habe ich noch keine Optimallösung gefunden..
      Kissen: meine 11g Kissenhülle erfüllte Ihren Zweck und hielt tagsüber meine Sachen als Packbeutel-Ersatz zusammen.
      Würde beim nächsten mal zu Hause bleiben (siehe Bekleidung).

      Rucksack: Natürlich ein MYOG Pack! Seit Anfang 2016 auch bei mir mit Rolltop, was sich sehr bewährt hat. Ursprünglich hatte ich insgesamt drei Rucksäcke dabei (zwei in der Bouncebox) um zu testen, wie das Materialmäßig hin haut: Der erste aus billigem 50g/m² TPU Nylon und 90g/m² Zeltboden machte eigentlich einen recht fragilen Eindruck, besonders das TPU Nylon hatte ich noch nicht zuvor getestet und habe nicht viel davon erwartet. Die anderen beiden waren einmal komplett DxG bzw X-Pac. Zu meiner eigenen Überraschung hielt der Nylon Pack jedoch den kompletten Trail ohne irgendwelche Defekte durch (Ok zwei Tage vorm Schluss bin ich an einem Stacheldrahtzaun hängen geblieben und riss mir eine 5x5mm Dreiangel in den Boden..). Das TPU Nylon delaminierte sichtbar am Rollverschluss, aber die Beschichtung ist noch nicht abgebröselt.
      Gefunden! Das Geweih konnte ich nicht einfach liegen lassen.. sau schwer aber ziemlich cool
      Küche:
      Ansich nicht vorhanden, ich war den kompletten Weg "no cook" Unterwegs (sprich kein Kocher oder Gefäß zum rehydrieren/ "cold-soaking"). Das ging wunderbar und wurde nur am aller ersten Abend vermisst, danach lief es super!
      Würde ich definitiv wieder so machen!
      Wasser: Die meiste Zeit hatte ich zwei ganz billige 0,5L Plastikflaschen, für New Mexico dann eine 0,7L und eine 0,6L Flasche für mehr Volumen. Zudem eine 2L Platypus (in die eigentlich eher 2,3L passen..). Maximales Volumen waren somit etwas ca 3,6L, was nur wenige Male komplett genutzt wurde.
      Beutel für Essen: einfacher Beutel mit Zugschnur aus Gleitschirmnylon. Tat seinen Zweck, ist noch gut in Schuss. (Der ZPacks Cubenbeutel meines Mitwanderers fiel am Ende dagegen völlig auseinander..)
      Löffel: Titanlöffel von Toaks. Alu versuche ich zu vermeiden und mit einem Plastiklöffel ist es echt kein Spaß sich durch Eiscreme zu arbeiten. Super Teil, ich bin nach wie vor zufrieden damit.
      Am Körper getragenes:
      Schuhe: Los ging es mit meinen geliebten Merrell Trail Gloves. Gute Schuhe, halten ca 900-1000mi/ 1500-1600km bei mir. In Breckenridge hatte ich noch ein Paar Saucony Peregrine liegen, die bei mir allerdings für ziemlich üble Fußschmerzen gesorgt haben! Da es sowieso in Richtung New Mexico ging wurden kurzerhand ein Paar Luna "Leadville Pacer" bestellt, in denen ich zufrieden die letzten 850mi/ 1370km zurück gelegt habe. Für Touren in wärmeren Gefilden werde ich absolut wieder in Lunas gehen, ansonsten bleibe ich den Trail Gloves treu. Lediglich bei Matsch sind die Luna Sandalen nervig.
      Trekkingstock: Fizan Compakt, mit GG Griff. Beim Wechsel der Griffe sollte man die neuen definitiv ankleben, da diese ansonsten langsam runter Rutschen und das Rohr irgendwann oben durchsticht. Als das bei mir passierte zog ich den Griff komplett ab um ihn mit Sekundenkleber wieder anzubringen: Leider wurde der Kleber fest, bevor ich den Griff komplett drauf stecken konnte, so dass ich das überstehende Stück kurzerhand abgeschnitten hatte. Der Griff war weiterhin super ergonomisch und machte keine Mucken mehr! Tatsächlich gelaufen bin ich nicht all zu viel mit dem Stock, bei sehr steilen Passagen war er praktisch, und im Gila River absolut Gold wert. Ansonsten auch öfter mal im Rucksack gelandet.
      Für Colorado und den Gila gut, ansonsten eben nur als Tarpstange.
      Hemd: Kurzarm Synthetikhemd zum Knöpfen. Ich war super zufrieden damit! Solange kein Elasthan im Materialmix ist stinken auch Synthetiksachen nicht so schlimm (aus irgendeinem Grund scheint flexibler/ stretchiger Stoff Gestank zu binden). Das Material trocknet wesentlich schneller als meine Merinoshirts und hielt den kompletten Thruhike durch! Einziger Defekt sind ein paar kleine Löcher (2-3mm) die sich am Rücken gebildet haben, wo der Rucksack über der Hüfte aufsetzt.
      Werde ich auf jeden Fall weiter nutzen!
      Shorts: Klassische kurze Laufshorts, Liner entfernt. Gibt es nichts dran auszusetzen, nach 1,5 Thruhikes sind die langsam durchgescheuert, aber das ist auch ok (Das sind immerhin ca 6000km)
      Socken: Darn Tough sind wie üblich super, ich habe ab und zu zwischen DT und Injinji Run gewechselt, einfach um den Füßen mal was anderes zu gönnen. Die Injinji bekommen relativ schnell löcher, aber sind ansonten auch ganz gut. Später dann Barfuß in den Sandalen und die Injinji waren nur als Backup für besonders kalte morgende noch dabei.
      45Meilen/  72km für einen Milchshake
      Zusätzliche Bekleidung:
      Warme Schicht: Los ging es mit einem Cumulus Climalite Pullover, der allerdings an der ersten Station in die Bouncebox wanderte. Ohne Kapuze und Taschen ist das Teil für mich wertlos, das sind die einzigen beiden Features, die ich Abends im Camp haben möchte! Zum Laufen sind Puffy Jacken mMn ungeeignet, da man zu schnell anfängt zu schwitzen, die Jacke ausziehen muss und dann doch wieder friert.. Zwischenlösung war für mich dann die Kombination aus einem Patagonia Cap4 Hoody und einer Decathlon Daunenweste. Das funktionierte eigentlich ganz gut so, die Weste hat Taschen, in dem Fleeceteil kann man laufen ohne sofort zu überhitzen. In Wyoming hatte ich nur das Patagonia Teil, es war nicht all zu kalt.
      Als ich dann jedoch durch Leadville, CO kam, konnte ich nicht widerstehen und kaufte mir ein Melanzana Microgrid Hoodie, welcher von da an meine einzige Isoschicht war. Insgesamt natürlich nicht ganz so warm wie eine Puffy, aber wesentlich flexibler. Ich kann darin noch laufen ohne zu überhitzen, in Kombination mit meiner Windjacke war die Temperatur super zu regulieren. Außerdem ist das Ding einfach tausendmal kuscheliger und gemütlicher als eine Puffy. Bonusfeature: in den Nächten, in denen es nicht all zu kalt ist, ist die Fleecejacke das beste Kissen überhaupt!
      Nächstesmal von Anfang an den Fleecepullover, evtl für Colorado noch die Daunenweste zusätzlich. Außerdem den Fleecepulli ein wenig anpassen und nochmal 30g sparen (ist vom Werk relativ weit..)
      Regenjacke: Driducks! Die billigste Variante, die bisher am besten für mich funktioniert hat. In allen Membranjacken ist es irgendwie schwitzig und der Plastikartige Stoff klebt an der Haut.. Für nur 20$ kann die Driducks da mehr! Innnenseite ist fleeceartig, scheint unglaublich atmungsaktiv zu sein und wiegt sehr wenig. Einzige Nachteile: Passform (extrem kurz und weit geschnitten) die sich aber leicht ändern lässt. Ich hatte eine XXL gekauft und einfach schmaler genäht. Außerdem sind die Jacken nicht all zu robust, so dass man in Gestrüpp etc aufpassen muss; lassen sich aber super mit Duct Tape flicken. Und ganz ehrlich: Welche Jacke sieht nach einem kompletten Thruhike noch gut aus?
      Windjacke: Ebenfalls aus Zeitmangel (wie beim Shelter) wurde eine eigentlich nicht dafür angedachte Jacke eingepackt, aus dem ExTex 27g/m² Stöffchen (ursprünglich wollte ich noch eine aus 35g/m² Pertex machen). Die Jacke hielt aber erstaunlich gut und hat trotz intensiver Nutzung kein einziges Loch und sieht noch fast aus wie neu! Kein Kleidungsteil habe ich so oft tagsüber an- und ausgezogen, die Wärmeregulierung damit ist einfach zu praktisch und man kann sie aufgrund des Packmaßes (ca so groß wie eine Mandarine) immer griffbereit in der Außentasche haben. Auf dem CDT, der häufig sehr ausgesetzt über der Baumgrenze verläuft würde ich das Teil nicht missen wollen!
      Windhose: Ich bin ebenfalls sehr zufrieden damit. Die Wärmeleistung ist erstaunlich gut, dabei ist aber das Packmaß und Gewicht wesentlich besser als eine ähnlich warme lange Unterhose. Gerade an frostigen Morgen war es doch ganz nett die erste halbe Stunde noch was an den Beinen zu haben... Kommt auf Touren mit kühleren Temperaturen auf jeden Fall wieder mit.
      Buff: Tolles Multifunktionsteil, wärmt den Hals, den Kopf und bedeckt Nase und Mund beim Schlafen, wenn es zu kalt wird nachts. Gelegentlich auch um die Hände gewickelt wenn ich meinen Schirm gehalten habe.
      Fleecemütze: mag für manch einen redundant scheinen, aber ich hatte genügend Nächte in denen ich Buff, Fleecemütze und Kapuze an hatte und nichts davon missen wollen würde. Die Fleecemütze war aus dem Fahrradbereich (eigentlich für unter den Helm) aus winddichtem Material auf dem Kopf, aber nicht an den Ohren (so dass man noch gut hört). Sieht bescheuert aus, aber funktionierte prima.
       
      Verschiedenes:
      Schirm: Das war mein erster langer Trail mit Schirm und ich muss sagen, er ist jedes Gramm für mich wert. Bei Regen hat man den Kopf frei, der ganze Oberkörper und der größte Teil des Rucksacks bleibt trocken, bei Hitze läuft man die ganze Zeit im Schatten (so dass sich das Gewicht des Schirms innerhalb weniger Kilometer durch das zu tragende Wasser amortisiert).
      Lampe: Thrunite TI3. Tolle Lampe, ich bin absolut zufrieden damit. Lediglich für das südlichste Stück des CDTs wäre irgend ein dicker Scheinwerfer praktischer gewesen, da es um 18:00 bereits dunkel wurde und kein Trail vorhanden war, ansonsten war die TI3 perfekt.
      Taschentuch: Eigentlich nur ein Stück eines alten Seideninletts, ca 15x15cm, 4g. Ich hatte öfters mal Nasenbluten und finde es ganz angenehm die Nase mal schnäuzen zu können. Reiner Luxusartikel, aber bei dem Gewicht durchaus tragbar.
      Handy: LG G4. Sehr gutes Handy! Die GPS Ortung geht schnell, das Display ist gut lesbar und die Kamera ordentlich. Super praktisch war der auswechselbare Akku, wodurch man sich die Powerbank (und den damit einhergehenden Verlust) spart. Der Akkuwechsel dauert vielleicht eine Minute und man hat wieder volle 100%. Nächstes mal nehme ich nur das Handy mit und lasse die Kamera ganz zu Hause. Für den CDT wollte ich aber auf jeden Fall Fotos von einer richtigen Kamera und habe es auch nicht bereut (Sony RX100, machte geniale Bilder)
       
      Das wars schon! Im Anhang ist noch die komplette Liste (vom Ende) mit Gewichten etc. Falls noch Fragen aufkommen, immer her damit.
      Schöne Grüße
      Micha

      Gearliste CDT 16.pdf
    • Von micha90
      So liebe Leute,
       
      nachdem ich die letzten Monate kräftig die die Staaten gelatscht bin, hat sich mein ganzes Setup doch ein wenig geändert. Auf lange Sicht hat sich doch die ein oder andere Sache als weniger praxistauglich herausgestellt, als in der Theorie und bei meinen Test-Overnightern gedacht. Man lernt eben dazu. Über meine Erfahrungen wollte ich euch deshalb gerne berichten:
       
       
      Shelter:
       
      Los gings mit meinem Eureka Ponchotarp 210gr. Bei leichtem Regen von oben tut es was es soll, sowohl als Poncho als auch als Tarp. Sobald es jedoch windiger wird, macht beides wenig Spaß, da der Poncho durch die Gegend weht (trotz Schnur um den Bauch) und für meine 1,90 als Tarp etwas zu kurz ist.
       
      Für die Sierras dachte ich ein Zelt zu brauchen und hatte mein TT Contrail 760gr aufgelesen, was mir jedoch schon nach kürzester Zeit aufgrund des Packmaßes und unnötigen Gewichts auf den Keks ging. Aufbauen musste ich es auch nur ein einziges mal, das hat mir schon gereicht. Beim testen zuvor fand ich das Contrail super, auf dem Trail in weniger guten Bedingungen ziemlicher Mist..
       
      Also wurde bei ZPacks bestellt und zwar ein gewöhnliches Rectangular Cuben Fiber Tarp ~140gr . Damit war ich bei fiesem Regen gut geschützt und bin auch weitgehend zufrieden. Einziger Nachteil ist die Lautstärke! Mir war zuvor nicht bewusst wie laut Cuben im Wind ist, oder wenn der Regen darauf prasselt. man gewöhnt sich jedoch recht schnell daran. Die Aufbauzeit war meist schneller als jedes Zelt. Sieht auch besser aus.
       
       
      Schlafen:
       
      Mein Cumulus Quilt 480 (750gr, weil extralang) hat hervorragende Dienste geleistet. Im Nachhinein wäre weniger Daune besser gewesen, aber man kann ja vorher nicht wissen wie kalt es letzten Endes wird. Bei -8°C hatte ich noch nicht mal meine Puffy an, so kalt wurde es aber selten mal. Meine Bedenken, dass Daune zusammenfällt, sobald es feucht wird waren auch nicht wirklich begründet. Eis am Morgen
       
      Als Isomatte waren 6 Teile Z-Lite ausreichend. Meine erste war recht schnell durchgelegen, so dass sie nach ca einem Monat gegen eine kurze Ridgerest getauscht hatte, welche zwar wärmer und bequemer war, aber das Packmaß war schrecklich. Also wieder 6 Wochen Später (da wurde die Ridgerest auch schon dünner) gabs ne neue Z-Rest und dazu ne Gossamer Gear 3mm EVA-Matte zur Ergänzung und als Sitzmatte. Das ist wohl noch nicht das Optimum, aber für mich schon recht nah dran.
       
      Mein MYOG Tyvek Biwaksack mit 135gr stellte sich nach kurzem als unnütz herraus, da er nicht atmungsaktiv genug war und mein Schlafsack auch ohne mehr als warm genug war. Auch mit Wind hatte ich weniger Probleme im Quilt als befürchtet. Gutes Beispiel für "don't pack your fears"! Wurde kurzerhand aussortiert.
       
      Das 27gr Thermarest Kissen war wunderbar: im Prinzip nur ne Kissenhülle mit den Laufklamotten, Essen, Mosquitonetz oder was eben zur Verfügung war befüllt. Die Leute, die morgens mit dem Gesicht auf ihren Cuben oder Silnylon Säcken klebten waren neidisch!
       
      Rucksäcke:
       
      Los ging es mit dem SMD Swift mit Hüftgurt (520gr). Am Anfang war er gut, hatte genügend Volumen und lies sich auch vollgepackt noch halbwegs gut tragen. Nach gut zwei Monaten wurde er mir jedoch zu groß und die Schultergurte waren durch, so dass er recht unbquem wurde. Ansonsten guter, scheinbar bodenloser Rucksack!
       
      Da ich der Qual der Wahl nicht gerecht werden wollte, habe ich mir kurzerhand einen ÜLA CDT bestellt und einen Gossamer Gear Murmur Hyperlight gleich dazu. Der ÜLA stellte sich als völlig unbequem herraus (scheint an meinem Rücken zu liegen, die meisten anderen Leute auf dem Trail fanden ihn super!). Für mich wurde es also der Murmur! Mit seinen 28L war er groß genug für bis zu 4 Tage und ist einfach superbequem. Lediglich kleine Details sind nicht perfekt, unter anderem, dass ich die Leute von Gossamer Gear bei Traildays getroffen haben und es wirklich unfreundliche Typen waren. Der Murmur ist aber sehr nahe am Perfekten Rucksack für mich. ganz links, lustigerweise neben einem CDT
       
      Mein Ortlieb "Ultralight" (71gr) Drybag wurde erst gegen einen 20gr Cuben Beutel getauscht, dann jedoch ganz weggelassen. Don't pack your fears! Ging auch ohne wunderbar, besonders, nachdem der Müllsackliner gegen einen von GG ausgetauscht wurde: die Gossamer Gear Müllsackliner sind super und wirken unkaputtbar.(der hielt über 1000 Meilen und ist immer noch lochfrei)
       
       
      Küche:
       
      Eine 400ml Evernew Tasse aus dem TLS mit selbstgemachtem Deckel und darunter ein 4g Dosenkocher (der Migros-kocher, ist irgendwo im Dosenkocher Thread schon drin) hat sich als Optimal herausgestellt. Ergänzt mit Alufolien Windscreen und ner kleinen Bodenplatte um den Untergrund nicht anzusengen und Hitze hoch zu reflektieren. Die 400ml waren eigentlich ziemlich immer genug für jede Mahlzeit, natürlich im Freezerbag rehydriert.
      Zwischendurch bin ich auch Testweise auf meinen an sich geliebten Bushbuddy umgestiegen, aber nach sehr kurzer Zeit war klar, dass der beim Camping besser aufgehoben ist. nach 35 Meilen hab ich kein Bock mehr Holz suchen zu gehen und immer neben meinem Kocher zu sitzen und ihn mit Stöckchen zu füttern. Dank deutscher Eiche geht das hier zu Lande wesentlich besser, mit einer Handvoll Holz ist schnell gekocht. Auf dem PCT wachsen aber nur Nadelhölzer, die haben wesentlich schlechteren Brennwert und rußen dazu noch stark. Außerdem erfordert der BB einen 900ml Topf zum Transport und ist damit zu schwer und vor allem zu Sperrig!
       
      Sea to Summit Alpha light Löffel: Super Teil, hielt den Gesamten Trail. Schmilzt nicht, bricht nicht (selbst harte Eiscreme wird in kürzester Zeit zerlegt). Wesentlich bessere Haptik, als die langen Löffel, die bescheuerter Weise immer ne eckige Schaufel haben! Wurde zur Not auch schon als Hering verwendet.
       
      Sawyer Mini: Trailname "Sawyer Clog"! Zum in die Tonne Kloppen! So ziemlich jeder hat mit diesem kleinen Filter den Trail gestartet, so dass zu Beginn kaum auffiel wie scheiße es ist. Die Durchlaufgeschwindigkeit ist nach kürzester Zeit trotz Backflush unter aller Sau. In konkreten Zahlen: nach 2-3 Wochen Dauernutzung ca 8-10min pro Liter!
      Der "schwere" Sawyer ist um Welten schneller, benötigt weniger Kraftaufwand und verstopft nicht so schnell, sodass viele Hiker auf den alten umgestiegen sind.
      Mein Mini flog nach knapp 700 Meilen raus und aus Frust habe ich angefangen mein Wasser ungefiltert zu trinken. Ging zum Glück auch ohne Erkrankung, aber immer mit gewissen Risiko.
       
      TLS Faltflaschen 2,5L: schienen ein guter günstiger Ersatz für teure Platypus Tüten und dazu noch leichter! Leider gingen alle drei innerhalb der ersten 3 Wochen kaputt. Ersetzt wurde dann durch eine Platypus 2,5L, die bis jetzt noch kein Loch hat.
       
      am Körper:
       
      Fizan Compact Trekking Stöcker: hielten den gesamten Trail stand, über Stock und Stein, Sand und Eis und Wasser. Wenn alles nass war (vom Schnee oder Flussquerungen) sind sie schwer fest zu zuschrauben, auch mit kalten Händen ist es schwieriger. Original Spitzen hielten nur ca 650 Meilen, die Black Diamond Spitzen hielten dann so 800-900Meilen. Gegen Ende des Trips hat sich ein Segment immer wieder zusammengeschoben und der Rest sich so festgefressen, dass ich eine zweite Person zum öffnen brauchte, aber nach 2000Meilen ist das ok.
      Werde ich ohne zu zögern wieder kaufen.
       
      DirtyGirl Gaiters: absolut geil, wenn auch schwankende Haltbarkeit. Erstes Paar ca 1300Meilen bis zu den ersten Löchern. Das Zweite fiel nach 300Meilen auseinander, das Dritte hatte kleine Löcher, hielt aber auch noch 1000Meilen.
       
      Sonnenbrille von Uvex: Super. 30€ die sehr gut Investiert waren. Habe ich die ersten zwei Monate nur zum Schlafen abgesetzt. Es gibt RIESEN Unterschiede zwischen billo Brillen und Markenqualität! Leider habe ich die Brille verloren.
       
      Darn Tough Socken: machen ihrem Namen alle Ehre. Angefangen mit Ulvang, Smartwool etc hielt nichts länger als ein paar Tage, bis ich mein erstes Paar Darn Toughs hatte. Super Socken, stinken nicht (Merino) fühlen sich extrem gut an und halten einfach sooooo viel länger. Falls sie dann doch mal kaputt gehen, kann man sie einfach im nächsten Outdoorladen umtauschen! Ich kann kaum abwarten, bis Darn Tough in Deutschland Fuß fasst!
       
      sonstige Kleidung:
       
      Arc'teryx Nuclei: Leider eine Fehlinvestition. Die Jacke an sich war gut und hielt bis zu letzt warm, aber ich hätte gut 100gr sparen können, wenn ich einfach der Daune mehr zugetraut hätte. Zudem ist das Packmaß auch nur so lala. Die Perfekte Daunenjacke habe ich allerdings noch nicht gefunden. (evtl die Ghost Whisperer mit Kapuze, die ist nahe dran)
       
      billiges 100er Fleece: bei McTrek für 15€ gekauft und etwas zurecht geschneidert. mit nur 250gr für die meiste Zeit warm genug, ist leichter, beim Laufen schwitzt man darin auch nicht so bzw hat nicht so einen Hitzestau und fühlt sich einfach 1000 Mal besser/ kuscheliger an als ne Puffy... aber nur leider ohne Kaputze und auch nicht ganz so warm.
       
      Vaude Windjacke: mit 100gr eines meiner lieblings Bekleidungsteile. Super atmungsaktiv und mit Kapuze einfach perfekt. Musste Später leider der Regenjacke weichen, um Redundanz zu vermeiden. Sah natürlich vorallem gut aus!
       
      Patagonia Regenjacke: ca 220gr, leider weiß ich das Modell nicht. Wurde gegen Ende des Trips bei nem Patagonia Sale erworben. Die Jacke ist simpel (nur eine Brusttasche, sonst nix) die Kapuze ist in Ordnung und wasserdicht war sie auch. Bei länger anhaltendem Mistwetter und wenn es eben mal nicht nur von oben, sondern von der Seite oder auch von schräg unten regnet (ja das kommt vor) ist eine Jacke doch besser als der Poncho, dessen Tarpfunktion ohnehin nicht mehr benötigt hat.
       
      MYOG Tyvek Regenrock 35g: hat sich als unnütz gezeigt. Das Tyvek hat sich komischerweise vollgesaugt, es kam Wasser auf die Beine, der Rock rutschte hoch oder klebte an den Beinen, so dass er sich gelöst hat. Test bei leichtem Regen in der Stadt war super, bei richtigem Regen und bergauf laufen sah es doch schon ganz anders aus. Das Material war außerdem suboptimal.
       
      Merino Buff 50gr unverzichtbar. etwas schwerer als die polyester Version, aber eben auch angenehmer. in den kältesten Nächten einfach übers Gesich gezogen und durchgeatmet, ansonsten schön um den Hals warm zu halten oder die Lücke zw Jacke und Hals zu schließen.
       
      Anderes Zeug:
       
      Kamera Nikon P330: gute Knipse, schlug zwar mit gut 200gr zu buche, aber die Fotos lohnen sich. Der Akku hielt zudem 3-4 Wochen bei durchschnittlichen 10 Bildern/ Tag.
       
      Messer: der "Brieföffner" der Swisscard in MYOG Scheide. incl Pinzette 5g. Tat alles, was ein Messer auf dem Trail muss: Salami schneiden, Paket aufmachen, Sprießel aus dem Finger pulen oder Zehennägel sauber machen. Habe auf keinen Fall was größeres vermisst.
       
      Stirnlampe Mammut S-Flex 47g war in Ordnung. Für im Camp wunderbar, leicht zu bedienen und frisst nur eine AA Batterie. Zum Nachtwandern ging es so, war da aber nicht gerade der Brüller. Für die Wüste hätte ich deshalb evtl auf was helleres umsteigen sollen.
       
      Sea to Summit Mosquito Netz, mit nur 11gr kompakt und leicht und genauso gut wie jedes andere, das ich gesehen habe.
       
       
      Edit:
      Fast vergessen: das Mosquito Zelt! Simblissity Inner Peace: mit 138g incl Packsack ein wunderbares Teil für Tarpnutzer! Lässt sich alleine aufbauen oder ins Tarp hängen. Meine erste Wahl (aus Gewichtsgründen) war das Gossamer Gear Bugnet, allerdings war das ausverkauft und ich bin letztenendes SEHR froh darüber mir stattdessen das Inner Peace gekauft zu haben. Nur 50$ /38€ und wirklich zufriedenstellend!
       
      Wenn noch irgendwelche Fragen über Ausrüstung oder Trail da sind, immer her damit.
       
      schöne Grüße
      Micha
  • Benutzer online   3 Benutzer, 0 anonyme Benutzer, 50 Gäste (Gesamte Liste anzeigen)







×

Wichtige Information

Wir haben Cookies auf Ihrem Gerät platziert, um die Bedinung dieser Website zu verbessern. Sie können Ihre Cookie-Einstellungen anpassen, andernfalls gehen wir davon aus, dass Sie damit einverstanden sind. Lies bitte auch unsere Datenschutzerklärung, sowie unsere Nutzungsbedingungen und die Netiquette.