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Ultraleicht Trekking

Hallo! Von der Couch Potatoe zum Te Araroa - How To ?


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Hallo liebe Leute!

Ich bin komplett neu dabei und noch im Stadium Couch Potatoe. 38 Jahre alt, gerade in den letzten 5 Monaten ca. 20 kg abgenommen (bei 2m von 130 auf 110, Ziel 95) und sehr viel Spaß daran gefunden sich zu bewegen und nicht nur den ganzen Tag zu Hause oder bei der Arbeit rumzusitzen. Sprich ich bin jeden zweiten Tag aktuell 5 km (joggend) und an den Zwischentagen 5-10 km spazierangehend / "wandernd" unterwegs. Im Vergleich zu 2000-3000 Schritten vorher in den letzten paar Jahren. 

Ich habe den Spiegel Bericht zum Te Araroa vor ein paar Wochen gelesen und das hat mich sofort fasziniert. So ein Abenteuer (in der Art) möchte ich unbedingt auch einmal machen, bisher lag das immer in weiter ferne für mich. Wo das Ganze schließlich endet wird sich zeigen, ich beginne gerade erst mich zu informieren, will das ganze dabei aber ruhig angehen lassen und freue mich über Tipps, Ideen & Anregungen.

Der aktuelle Plan:
Weiterhin in Bewegung bleiben joggen und ausgedehntere Spaziergänge / Wanderungen kombinieren, sprich 2x die Woche joggen gehen (und hoffentlich bald mal die 5k am Stück schaffen und dann 2-3 Monate später die 10k und die regelmäßig laufen). Außerdem 2x die Woche ausgedehnte Spaziergänge durch unseren Stadtwald machen, der ungefähr so groß ist wie das Siedlungsgebiet ist und der einige Höhenmeter hat.
Das soll erstmal zum Aufbauen der generell Grundfitness dienen und dafür sorgen, Muskeln, Gelenke und Sehnen an die für sie mittlerweile ungewohnte Belastung zu gewöhnen. Dabei auch eher mal einen Ruhetag mehr einlegen wenn der Körper meckert, die Erfahrung zeigt, dass man nach ein paar Ruhetagen mehr beim nächsten Trip gleich wieder viel aktiver ist.

Das so bis in den Juli hinein. Ich wohne in der Nähe des Harzes, dann würde ich mit Freunden mal ne Harzwanderung machen und im Harz gibt es ja einige Routen, d.h. davon versuchen jeden Monat so 1-2 Routen zu unternehmen (daytrips) über den Sommer hinweg. Ende des Sommers dann vlt. auch schonmal einen ersten Trip mit über 2 Tage inklusive Übernachtung (zunächst noch im Hostel / Jugendherberge oder ähnliches, muss ich mich schlau machen). 

Zwischendurch meine eh seit Jahren laufende Mitgliedschaft im Fitnessstudio auch mal wieder wahrnehmen mit besonderem Fokus auf den Rücken, um später einen schweren Rucksack gut tragen zu können (meine Rückmuskulatur ist unter dem Niveau eines 65 jährigen).

Im nächsten Jahr sollen dann noch ein paar ausgedehntere Wanderungen innerhalb Deutschlands hinzukommen, die dann auch schon einmal 5-6 Tage dauern dürfen (gerne Tipps dafür posten, ich habe allerdings kein Auto muss also mit Bahn / Bus anreisen).

Gezeltet habe ich das letzte mal vor 25 Jahren auf nem Campingplatz auf Neuwerk. Auf dem Te Araroa (den ich aktuell erst so in ca. 5 Jahren realistisch anpeile (Zeit, Geld, Fitness)) wird man ja häufiger mal Zelten müssen, also würde ich dann gerne auch im nächsten Jahr erste Ausflüge mit Zelten unternehmen (auch in D, in der Nähe) um dabei Erfahrungen mit dem Zelten / Campen zu sammeln und auch schon Ausrüstung auszuprobieren.

Und dann nächstes wahrscheinlich eher übernächstes Jahr auch mal eine erste zwei wöchige Wanderung unternehmen.

Ich habe mir tatsächlich schon eine komplette Packliste für den (späteren fiktiven) Neu Seeland Tripp erstellt. 
Das hat mich die letzte Woche beschäftigt und mir vor allen Dingen sehr viel Spaß gemacht weil ich mich so in ultraviele Themen rudimentär einlesen konnte (Wasserfiltern, kochen, Bekleidung, Zwiebelprinzip, zeltphiliosophien, etc. pp.).
Mir ist dabei völlig klar, dass wenn es jemals zu dem Tripp kommen würde, die Sachen die tatsächlich im Rucksack landen ganz andere sein werden, als die die ich bisher rausgesucht habe (viele Reiseberichte gelesen, Packlisten durchforstet). Aber es ist ein Anfang und man braucht ja doch einiges an Ausrüstung, das kann ich dann aber über die nächsten Jahre nach und nach zusammenkaufen und erproben.
Dabei kann ich ja auch einfach nach den zunächst eingeplanten Unternehmungen gehen. Ich habe mir jetzt schon mal ein paar neue Wanderschuhe (Lowa Renegade in 50) geholt, eine Wanderhose (Meier Tajo 2 Zip Hose, gab es sehr günstig bei Amazon (50€), knistert aber sehr laut), sowie Dilling Boxershorts aus Merino und Icebreaker 175er Merino Shirt.

Dazu möchte ich mir demnächst noch eine Fleece Jacke holen und dann sollte ich erstmal für anfängliche Tageswanderungen ausgerüstet sein (oder was meint ihr sollte man sich ganz zum Anfang noch empfehlswerterweise zulegen). Als Fleece Jacke habe ich die ORTOVOX - Fleece Light Melange Jacket - Wolljacke im Auge ein Mix aus Merino & Fleece. Hat da jemand Erfahrungen mit? Ich möchte wenn ich mir Ausrüstung zulege auch gleich so kaufen, dass es später nicht zwingend ersetzt werden muss, sprich gerne leicht und hochwertig, darf dafür auch etwas mehr kosten (jeden Monat ein neues Teil dann hätte ich bis zum Start alles zusammen).

Ich bin leider mit 2m sehr groß, was dazu führt, dass meine Ausrüstung (Zelt, Schlafsack, Isomatte, Klamotten, Schuhe, etc.) immer zum einen deutlich größer, zum anderen dadurch aber auch schwerer sein werden als die Ausrüstung normalgroßer oder großer Wanderer. Trotzdem zeigt  meine Packliste, die eigentlich alles notwendige für einen mehrmonatigen Trip enthält, aktuell 8,6 KG (inklusive Zelt, Schlafsack, Isomatte, Klamotten, Technik, Hygiene, Notfall, sonstiges) an. Das finde ich schon ganz gut und lässt im Zweifel noch Luft nach oben.

Da ich wie gesagt in den nächsten 1-2 Jahren davon noch lange nicht alles brauchen werde, werde ich mir wohl auch demnächst mal einen normalen Wanderrucksack zulegen (da muss ich dann noch recherchieren, aber erstmal Fleece Jacke ist glaube ich wichtiger, habe ja n normalen Rucksack für Wasser + Powerbank + Essen + zusätzliche Kleidungsschichten) und den großen Trekking Ultraleichtrucksack dann erst wenn die erste längere Tour losgeht.
Mich habe auch schon Zuschauer (ich habe einen YouTube Kanal über Brettspiele) eingeladen mit ihnen dann mal ne Alpenwanderung zu machen, wenn ich soweit bin, das fand ich sehr nett.

Solche Tripps kann ich mir dann auch erstmal vorstellen: Alpen, Schottland, Kanarische Inseln, aber ich glaube auch in Deutschland gibt es schon viele schöne Ecken die man zu Fuß erkunden kann.

Ich hab richtig, richtig Bock, habe aber bisher erst einmal einen 6 km Ausflug durch den Wald unternommen (es ist auch immer sehr frustrierend, wenn man da läuft, schwitzt und etwas außer Atem ist und einem dann zwei locker plaudernde Jogger überholen, aber die machen das auch schon etwas länger als ich :)) und dann noch einen längeren 14 km Trip durch den Wald mit deutlich mehr Höhenmetern. Hat ca. 3 Stunden gedauert, war super schön und danach habe ich den Rest des Tages gepennt und bin die nächsten zwei Tage fast nicht aus dem Bett ausgekommen (corona sei "dank" habe ich gerade etwas mehr Zeit (Kurzarbeit 0), das war auch n guter Einstieg in das neue Hobby)). Aber ich habe super viel Bock auf den nächsten Ausflug und hoffe in ein paar Monaten jede Ecke unseres Stadtwaldes auswendig zu kennen und genieße es einfach in der Natur zu sein. Das ist in den letzten Jahren viel, viel zu kurz gekommen und tut einfach gut, ihr werdet das kennen.

Und freue mich schon RIESIG auf den Trip mit meinen Freunden in den Harz, will bis dahin aber körperlich zumindest so fit sein, dass ich nicht immer der bin auf den man warten muss.

Ja ich weiß, es ist gerade viel Anfangsbegeisterung. Vielleicht bin ich in vier Wochen schon wieder komplett raus und stelle fest: "Oh, doch nichts für mich" glaube ich aber nicht, da ich, durch die gesunde Ernährung, die großen körperlichen Fortschritte, das regelmäßige joggen seit 3-4 Monaten, einfach super viel Bock auf Bewegung und draußen sein habe und ich gefühlt die letzten Jahre viel zu viel Zeit in meiner Wohnung verbracht habe (ich arbeite quasi zu 90% von zu Hause aus) und viel zu wenig draußen war.
Daher werde ich jetzt am Anfang auch nicht super viel Geld ausgeben, für einfache Ausflüge geht das ja auch mit den normalen Hausmitteln, aber da ich auch relativ leicht schwitze (und aktuell noch fix außer Atem bin) ist so ein Merino Shirt schon einfach geiler als n normales Baumwollshirt. 

Daher würde ich mich hier über eure Meinungen zu meinen "Plänen" freuen, Tipps von erfahrenen Wanderer und vlt. auch von Leuten die auch meinen Weg hinter sich haben und erst spät eingestiegen sind und am Anfang auch Bewegungsmuffel waren. Tipps wie man fit wird fürs wandern (lasst mich raten: durchs wandern:)), tipps für schöne touren, die man vlt. auch aus Südniedersachsen gut mit Öffis erreichen kann und ja, da ich wahrscheinlich einige Fragen habe und die auch hier im Forum in näherer Zukunft stellen werde und gerne in ein paar Jahren ein "echter" Ultraleicht Trekker wäre und irgendeinen tollen Long-Distance-Trail laufen möchte, dachte ich mir, dass ich mich hier einfach mal vorstelle.
Also: Hallo :)

Bearbeitet von Benjamin
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Als erstes: willkommen im Forum!

Ich habe zugegebener Maßen deinen Post nicht komplett gelesen. Es ist schön, dass du aus eigener Motivation dein Leben so sehr ändern willst und da schon einiges geschafft hast.

Ich gebe mal nur ein paar einzelne Gedanken als Antworten:

Es ist total gut, so ein Ziel wie den Te Araroa zu haben. Aber vergiss auf keinen Fall, das Hier und Jetzt am Wandern zu genießen. Training sollte auch immer wieder Spaß bereiten und wenn die Belohnung erst Jahre später kommt, ist die Motivation schnell weg. Motivation kann ja auch sein, dass man nebenbei Vögel beobachten will, oder oder oder... Es gibt doch noch mehr in unseren Wäldern zu entdecken, als ich lange glaubte.

Zum Thema Rückentraining: bei mir hat sich in letzter Zeit ganz viel im Rücken geändert allein dadurch, dass ich viel (ohne oder mit geringem Gepäck) gelaufen bin. Also ich meine kein Joggen, sondern Wandern ;)

Wenn du gerade so eine massive Änderung an deinem Körper vollziehst, also den Bewegungsapparat so sehr nutzt, ist es vielleicht sinnvoll mal jemanden vom Fach auf den Körper gucken zu lassen. Physiotherapeut, Osteopath? Nicht, dass sich jetzt Fehlbelastungen einschleifen und du dann wegen Schmerzen aufhören musst. Ein Euro in der Prävention machen 10 Euro in der Nachsorge wett... Das ist jetzt eine sehr persönliche Sichtweise, aber klingt für mich sinnvoll.

Aber du scheinst das ja gut anzugehen. Regelmäßige Pausentage sind gut und sich dann Stück für Stück an längere Wanderungen mit dann irgendwann Übernachtungen ranzutasten ist gut.

Ich wünsche dir viel Erfolg und vor allem viel Freude bei deinen neuen Plänen.

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vor 49 Minuten schrieb Benjamin:

Also: Hallo :)

Hallo Zurück. Kennst Du den YT Kanal von Second Chance? Soweit ich dich richtig verstanden habe, möchtest Du noch 15 kg verlieren. Mit Verlaub: Auf langen Wanderungen ist dies gar nichts. Die 15 kg bist Du schneller los, als Du es möchtest. 

Im Moment hindern dich daher nur die Finanzen und deine Bedenken bezüglich dem Trainingsstand an einer grösseren Tour. Sobald es die Finanzen/Job etc. erlauben, würde ich jedoch sofort loslegen. Fünf Jahre Training sind nicht nötig. Langsam starten, wenige km in den ersten zwei Wochen und schon kannst Du sehr wahrscheinlich soweit wandern, wie Du möchtest. Auf sehr langen Touren wie dem TA entscheidet kaum die Fitness am Start übers durchhalten. In sehr seltenen Fällen gibt es Probleme, die man im Alltag nicht bemerkt hat, d.h. mit den Knien oder ähnlich.    

Unsere Schutzheilige, Frau Dixie hat gerade ein Video über Budget Gear gemacht. Zum Anfangen sicher nicht verkehrt, da Du dann länger Zeit hast, dich in Gear hinein zu lesen. Je mehr Du weisst, desto leichter wird deine Gear und desto komfortabler kannst Du tendenziell damit wandern. Nicht alle freuen sich am selben: Ich habe mir zu Beginn ein Tarp zugelegt aber offensichtlich bin ich zu dumm und zu faul, dies richtig aufzuspannen. Daher nun halt Zelt.

500 Euro gehen auf einer Unternehmung wie dem TA im allgemeinen Rauschen unter. Für meinen Flug in die USA hatte ich 800 $ bezahlt, die Lufthansa war aber so glücklich, mich befördern zu dürfen, dass sie mir 400 $ bezahlt haben. 

Der Te Araroa ist sicher keine schlechte Route, man muss sich einfach bewusst sein, dass er als Pfad noch nicht ganz fertig gestellt wurde. Manchen sind die Roadwalks dort zu lang.  

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Hallo auch erstmal von mir,

ein klasse Plan, den du da hast. Und ich sehe jetzt aus der Ferne keinen Grund, warum du deine Träume nicht erfüllen können solltest. Und gute Wahl mit dem Te Araroa und Neuseeland als Wanderland, NZ hat mich damals vor 22 Jahren mit dem Trekking-Virus infiziert.

Zu Wegen in deiner Nähe: kennst du die Seite waymarked trails? Da findest du doch bestimmt etwas in deiner Nähe. Südniedersachsen sagt mir zwar jetzt auf die Schnelle nix. Ein schneller Blick in den empfehlenswerten 'Hikeline Wanderführer Fernwanderwege Deutschland' spuckt aber z. B. den Weserbergland Weg aus. Und von Südniedersachsen ist es ja auch nicht weit nach Nordhessen, wo es um Kassel rum auch ein paar schöne Wege gibt, z. B. Urwaldsteig Edersee. Aber alles Hörensagen, so weit nördlich verschlägt es mich eher selten.

Zur Ausrüstung: Ziele nicht zu tief bzw zu schwer. Mein eigener Weg zu UL war z. B. durch viel zu viele Zwischenschritte und in der Summe teure Mehrfachkäufe geprägt. Selbst in deiner Größe dürfte ein Rucksackgewicht um die 6kg gut zu erreichen sein (schreibt jemand, der sich daran gewöhnt hat, dass sein Setup wegen 1,87m auch immer ein halbes Kilo schwerer sein wird als von jemand, der M trägt). Klar, viele zu schwere Fehlkäufe kann man relativ gut wieder verkaufen, aber wenn man nicht gerade totaler Fan von eBay Verkäufen ist, kann das auch nerven.

Zur Fitness: mach dir kein Kopp, da bist du doch auch auf einem guten Weg. Viele starten einen Thruhike relativ unfit und steigern sich dann. Du hingehen arbeitest schon jetzt an deiner Fitness. Ein extra Rückentraining halte ich aber für überflüssig. Bei den Gewichten von UL Rucksäcken braucht man das meiner Erfahrung nach nicht. Da machen die Knöchel, Knie oder Hüften schon vorher schlapp (das alles natürlich, wenn keine gravierenden Vorerkrankungen vorhanden sind!).

Aus dem Bauch raus erscheint mir übrigens auch dein Zeitplan etwas zu langfristig. Ich würde meinen, dass du keine 5 Jahre warten musst. Wenn du dieses und nächstes Jahr eifrig trainierst, deine Urlaube auf mehrwöchigen Wanderungen verbringst und dich mit dem Wandern und der Ausrüstung vertraut machst, würde das meiner Meinung nach deutlich früher gehen mit dem Te Araroa.

Spezielle Tipps zur Ausrüstung so allgemein hätte ich jetzt keine. Da kannst du für den Anfang nicht viel falsch machen- außer vielleicht bei den Schuhen: zu schwer! Hier im Forum sind wir alle mit wesentlich leichteren Trailrunnern unterwegs. Aber die meisten haben wohl mit so klobigen Bergschuhen angefangen und sich dann langsam an leichtere Schuhe rangetastet, vielleicht probierst du es mal auf einer kleinen Testwanderungs selbst mal aus? Einfach mal mit Laufschuhen eine kleine Wanderrunde machen. Aber hauptsache, du fängst mit dem draußen unterwegs sein an und steigerst dich langsam.

Ein kleiner Tipp zu einer Fleece Jacke: relativ bekannt und beliebt ist die Patagonia R1 oder ein vergleichbarer Micro Grid Hoodie. Sind nicht die leichtesten, aber Patagonia Sachen sind als Marken für den amerikanischen Markt auch mal größer geschnitten.

Wenn du dann mal eine genauere Packliste oder Fragen hast, immer her damit.

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Ich wage mal eine küchenpsychologische Einschätzung: Du bist gerade total euphorisiert und möchtest gern Pläne schmieden und Spielzeug dafür kaufen - kann ich total verstehen, in so einem Zustand bin ich auch manchmal und es macht ja auch einfach Spaß!

Bis zu einem gewissen Maß ist gegen Euphoriekäufe auch nichts einzuwenden, allerdings: Man neigt häufig dazu, sich nicht viel zu informieren oder sich nicht genug Gedanken zu machen. So sind die Stiefel, die du gekauft hast, vielleicht nicht verkehrt, ob es diese aber braucht - insbesondere wenn du erstmal ohne oder mit leichtem Tagesgepäck unterwegs sein wirst - ist fraglich. Auch was die Hose angeht: Keine Ahnung, ob die taugt, aber 50€ ist eigentlich kein so krasses Schnäppchen, da gibt es Sachen von namhaften Outdoorherstellern im Angebot für weniger.

Ich will es dir absolut nicht zerreden, aber aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man sich so viel Unsinn kauft. Wie oft hab ich schon solche "ja, das brauche ich dann, wenn ich mal ..."-Käufe getätigt... Eins meiner Highlights: Die Gamaschen, die ich 2013 gekauft habe, habe ich letztes Jahr tatsächlich auf einem Gletscherkurs vom DAV zum ersten Mal benutzt! Und das auch nur, weil ich zu stur war, die Dinger irgendwann einfach mal zu verkaufen.

Will sagen: Wenn du das kaufst, was du konkret für das nächste Vorhaben brauchst, fährst du deutlich, deutlich günstiger. Klar, bei einem Zelt oder so kann man schonmal über den Tellerrand schielen, was man sonst noch so machen möchte, damit man eins für das richtige Anforderungsprofil kauft, aber ich würde, wie bereits empfohlen, erst einmal im Hier und Jetzt bleiben. Laufschuhe scheinst du zu haben - super. In denen kannst du deine Spaziergänge machen. Für Tageswanderungen tut es irgendein Rucksack, den du eh schon hast oder eben irgendein kleines Exemplar, das du irgendwo findest. Oder, wenn du das Geld übrig hast und schöne Spielzeuge magst: https://www.huckepacks.de/store/packs/packl/ .

Es ist ja eben auch fraglich, wie viel Spaß dir das ganze dann wirklich macht. Den ganzen Tag wandern, mehrere Tage am Stück, kann auch ganz schön öde sein - oder eben friedlich. Das hängt ganz von der persönlichen Empfindung ab. Auf Basis von einigen Spaziergängen zu projizieren, dass man mal 4 Monate durch die Wildnis latschen möchte, ist äußerst optimistisch.

Ebenfalls bereits angesprochen: Deine Zeitplanung ist sehr konservativ. Gehen ist jetzt keine so unfassbar belastende Bewegungsart (im Gegensatz zu Joggen - ich würde übrigens behaupten, dass gerade mit Übergewicht Gehen der effizientere Weg zum Gewichtsverlust ist, es sei denn natürlich Joggen macht dir unfassbar viel Spaß). Wenn du einfach auf deinen Körper hörst und auch mal Ruhetage einlegst, kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, dass du nicht relativ schnell (2-3 Monate oder so) 20-25km wandern kannst. Nagel(t) mich nicht an den konkreten Zahlen fest, aber die Gewöhnung passiert hier schnell.

Bearbeitet von Outdoorfetischist
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Hey Benjamin,

na klar kannst du den TA wandern! (jeder einigermaßen gesunde Mensch kann das)

Aber tue dir bitte selbst den Gefallen und fange so schnell wie möglich mit längeren Trekkingtouren an. Also nicht nur von Hütte zu Hütte mit Bett, Abendessen usw......

Neuseeland ist einfach zu weit weg und teuer, um dort alle naiven Anfängerfehler bzw. - erfahrungen zu machen.

Falls du gefallen an dieser Art zu reisen findest, ist Neuseeland auf alle Fälle ein Traum!

Gruß

 

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Hi Benjamin,

willkommen im Forum. Ich bin selbst neu im Forum und im UL-Wandern, daher habe ich zu deinen Wanderzielen oder Ausrüstung keine Tips parat.

Ich selber bin 1,95 und bei 100kg. Joggen macht mir keinen Spass, daher gehe ich mehrmals die Woche walken (wie Nordic Walking aber ohne Stöcke). Das gibt zwar weniger Kondition, ist aber schonender für die Knochen. Muskelaufbau für den Rücken, bzw. für den kompletten Rumpf kann ich nur ausdrücklich empfehlen. Im Job arbeite ich zu 99% am PC und im Sitzen. Ich hatte jahrelang Rückenprobleme, Training der Rücken- und Rumpfmuskulatur hat geholfen und hilft auch vorbeugend. Wenn du im Fitnessstudio angemeldet bist, lass dir da vom Trainer was zusammen stellen.

Was Abnehmen und Zielgewicht betrifft, da habe ich eine andere Einstellung zu. Anstatt zu sagen, ich will ein bestimmtes Zielgewicht erreichen, nehme ich mir vor, jede Woche mein Sportpensum zu erfüllen (2* Krafttraining 1 Stunde, 2* Walken 1 Stunde, 1 Stunde anderes wie Yoga oder Tai-Chi). Regelmäßigkeit ist mein Ziel, mein Gewicht und mein Körper passen sich dann schon an.

Wenn du jetzt Abenteuerdrang hast, schonmal an (Achtung Hippster-Hashtag!) Microadventures/Mikroabenteuer gedacht? Also einfach  zu Fuß oder mit den Öffis raus dahin wo es grün ist und da eine Nacht im Freien verbringen (mit Biwak). Und Morgens wieder nach Hause/ins Büro. Der Grundgedanke dahinter ist, eben nicht auf das eine, große Abenteuer zu warten, sondern direkt mit dem Abenteuer vor der Haustür zu beginnen. Das kannst du auch mit Ausrüstung starten, die schon vorhanden ist (zumindest im Sommer). Also halt der alte schwere Aldi-Schlafsack, die Yogamatte und der Biwacksack für 15€. Dann lernst du auch deine Bedürfnisse und Anforderungen an deine Ausrüstung kenne, bevor du dir neues Zeug kaufst.

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Mein Weg:

24.12.2018 neue Lebenspartnerin gefunden. Mit damals 44Jahren, und 115kg bei 1,83m und Kettenraucher... Klar, "früher" im ersten Leben viel gewandert (u.a. Marsch von Nimwegen) und viel Rennrad gefahren. Damals wog ich 78kg (ca 2006/07). Dann durch diverse Lebensumstände zum Couch-Potato mutiert und eben im Laufe der Zeit auf 115kg gewachsen. Meine Neue ist begeisterte Wanderin und Radlerin, allerdings bedingt durch einen Schlaganfall vor 5 Jahren alles etwas eingeschränkt. Erste gemeinsame Tour, waren 4km auf den Berg vor unserer Haustür mit vlt 100hm Unterschied. Fix und alle am Abend ins Bett. Muskelkater vom Feinsten. Trotzdem ging es dann 2 Tage später wieder auf gemeinsame Tour. Im März 2019 zog dann Luna (kleiner Brackenmix) bei uns ein. Neues Rad wurde angeschafft. Erster gemeinsamer Bergurlaub im bayrischen Wald. So stand ich am 24.12.2019 mit 79kg auf der Waage. Ohne meine Ernährung umgestellt zu haben! Nur durch das "Mehr" an Bewegung. Von März bis Dezember 2019 habe ich 700km mit 15000hm bei Komoot registriert. Plus die täglichen Gassirunden mit Luna und die Bewegung im Job die ich alle nicht aufzeichne. Dazu kommen fast 4000km mit dem Rad.  

Mein Gewicht halte ich mittlerweile stabil bei 81kg, da ich mich so am wohlsten fühle. Leistung is noch da, aber bin eben nimmer fett. Laufe mittlerweile Strecken jenseits 30km. 

Meine Ausrüstung kaufe ich nach und nach. Klar am Anfang war der Invest höher, hatte aber da schon vernünftige Schuhe. Eben die Lowa Renegade! Trage die auch heute noch in diversen Ausführungen (GTX, LL, halbhoch). Dazu nen guten Bergstiefel und mittlerweile auch Trailrunner für Touren unter 10km ums Haus rum weil ich mich da noch nicht traue.:cry:  Ein guter Anlaufpunkt ist für mich Decathlon. Klamotten hab ich fast nur noch von dort, oder trage meine alten Radklamotten auf. Ausnahme Schuhe: die kaufe ich bei einem sehr gut sortierten kleinen Laden, wo ich eine sehr gute Beratung habe!  Als Rucksack dient mir mein alter Deuter mit 32l. Den trage ich am liebsten. Auch wenn er mit 1,2kg recht schwer ist. Alles was neu angeschafft wird, wird nach Funktionalität und dann erst nach Gewicht gekauft. Aber primär soll mein Baseweight noch deutlich leichter werden. 

Ziele waren für 2020 der GR247, der RheinNeckar50, diverse Hüttentouren sowie der Königsmarsch um den Starnberger-See. Leider alles verschoben... Aber nicht aufgehoben! In 2021 geht das Leben weiter!

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+1 zu allem hier geschriebenen.

Um den Vorbereitungszeitplan etwas zu straffen, hat bei mir gut funktioniert, mehrere Aspekte der Ausrüstung teilweise zeitgleich bei kleineren Aktionen zu testen:

- Mit geliehenem Kocher im Stadtwald Abendessen zubereiten,

- Mit Bauplane und Trekkingstöcken zelten gehen (im Stadtwald?),

- Zwiebelprinzip mit immer den gleichen minimalen Kleidungsset bei jedem Wetter testen,

- Kleinere Wanderungen vielleicht sogar mit Ballast im Rucksack, bei denen man auch gleich den Wasserverbrauch auslitern kann

- usw. und Kombinationen daraus.

Ich habe gemerkt, daß bei all dem Gear was man so hat und kauft, das „Handling“ durchaus geübt werden will. Erst durch das halbwegs realistische Benutzen der Ausrüstung merkt man, was für einen funktioniert, wo man noch optimieren muss oder wofür man zu doof ist (ich und Spiritus zB). Dieses Training kann man gut in den Alltag integrieren. So entsteht nach und nach eine für Dich optimale Ausrüstungsliste.

Bearbeitet von Matzo
„Rücksack“
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Mal noch als Ergänzung:

Joggen habe ich recht früh versucht (kurz vor Pfingsten 2019) und gleich mal übernommen. Folge 2 Wochen war weder an wandern noch Laufen zu denken... Mittlerweile jogge ich auch mal 5km, aber Spass ist anders.

Such dir nen Wanderbuddy. Zum einen für den Erfahrungs und Equipmentaustausch, zum anderen für die Motivation wenn es mal nicht so läuft. Zu 2 fällt vieles leichter. Wenn bei uns einer mal nen Durchhänger hat, motiviert der andere. 

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Erstmal willkommen im Forum!

Der Te Araroa ist ein schönes Ziel! Und mit deinem Zeitplan mehr als möglich, ich würde sogar sagen absolut kein Problem. Auch wenn das Planen und Gear zusammenstellen super viel Spaß macht, ist es gerade als Anfänger total wichtig - du ahnst es - erstmal mehr Wandererfahrung zu sammeln. Wenn du in Südniedersachen wohnst kannst du ja auch Tageswanderungen im Harz (alleine) machen, da gibt es wirklich mehr als genug. Und irgendwann in der Zukunft würde ich dir empfehlen, mal eine Wochenwanderung zu machen (Alpen, Skandinavien...), um zu sehen, ob das lange Wandern und Zelten überhaupt etwas für dich ist.

Der Te Araroa ist ein toller Trail! Aber er ist was den Ausbau angeht überhaupt nicht mit den Amerikanischen Klassikern (PCT, AT, CDT) zu vergleichen. Will heißen: viele Straßensegmente, typisch neuseeländische kleine Schlammtrails, stellenweise wenig Unterkünfte / Verpflegungsangebote für Wanderer. Dazu kommt noch das sehr launische Wetter, gerade auf der Südinsel kann es durchaus jeden zweiten Tag ordentlich regnen. Das kann sich aber in fünf Jahren noch etwas verändern, erwarte aber nicht zu viel. Belohnt wirst du aber mit einer fantastischen Landschaft - besonders auf der Südinsel. 

Da ich selbst in Neuseeland wohne habe ich schon ein paar Section-Hikes gemacht und peile den Thru hike für November an. Kann dir außerdem noch Erfahrung als ehemalige Couch-Potato auf den Weg geben: Anfang 2016 ca. 105kg bei 177cm, Mitte 2017 meinen ersten Marathon gelaufen und meine erste Weiterwanderung (10 Tage Nordschweden), Gewicht runter auf 75kg, seitdem kann ich mir ein Leben ohne Wandern nicht mehr vorstellen. Laufen bereitet allerdings nur bedingt aufs Wandern mit Rucksack vor! 

Bearbeitet von Fabrice
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Am 18.5.2020 um 12:30 schrieb Fabrice:

Der Te Araroa ist ein schönes Ziel! Und mit deinem Zeitplan mehr als möglich, ich würde sogar sagen absolut kein Problem. Auch wenn das Planen und Gear zusammenstellen super viel Spaß macht, ist es gerade als Anfänger total wichtig - du ahnst es - erstmal mehr Wandererfahrung zu sammeln. Wenn du in Südniedersachen wohnst kannst du ja auch Tageswanderungen im Harz (alleine) machen, da gibt es wirklich mehr als genug. Und irgendwann in der Zukunft würde ich dir empfehlen, mal eine Wochenwanderung zu machen (Alpen, Skandinavien...), um zu sehen, ob das lange Wandern und Zelten überhaupt etwas für dich ist.

So war es auch bei mir. Erste Tageswanderungen, gesteigert mit Wochenwanderungen in Schweden und dann nach ca. 3 Jahren den TA ohne besonderes Training (aber mit viel Planung/Vorbereitung). Das Training kommt mit der Zeit. Die ersten 100km (SOBO) am Strand sind gut zum einlaufen und werden dann schnell durch anspruchsvolle Abschnitte abgelöst.

Das wird schon klappen!

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