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Ultraleicht Trekking

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Nach fast einem halben Jahr herumprobieren (die Anfänge finden sich hier), ist "Luftschloss" endlich fertig. Das ist ein 3-in-1 Ding mit einem recht speziellem Anwendungsfall. Biwakfliegen mit dem Gleitschirm (wem das neu ist, hier versuchen wir einen möglichst realistischen Einblick in unser 2018er-Reise zu geben).  Die Grundidee dahinter ist, Biwak(zelt), Schlafsack und Packsack für den Gleitschirm in einem zu vereinen. Das funktioniert, weil der Gleitschirm durch seine Luftpolsterstruktur eine recht gute Isolationswirkung hat, und deshalb als Schlafsack für zumindest 3.5 wenn nicht 4 Jahreszeiten herhalten kann. Der Gleitschirm wird in einer separaten Kammer, die fix in das Biwakzelt integriert ist, gepackt, die dann als quilt-ähnlicher Schlafsack dient. Ausgelegt ist das Ganze fürs Hochalpine Gelände und Sauwetter. Einfachheit, Robustheit und wind/wetterfest ist daher oberstes Gebot. 

Gewicht: 1070g inkl. Gestänge (was für die Kombination Zelt + Schlafsack durchaus akzeptabel ist finde ich)
Meine minimale Gesamtausrüstung für Overnight (Gleitschirm, Gurtzeug, Isomatte, Luftschloss, Rettungsschirm, Vario, Kocher, Helm, ....) beläuft sich damit jetzt auf 9.9kg. für mehrere Tage, bin ich bei 11.4kg base-weight. Das ganze passt super in einen 50L Rucksack.

 

Detaillierte Funktionsbeschreibung - in Englisch - gibt's hier: https://www.thomasbergmueller.com/luftschloss-paragliding-sleeping-system/ 

 

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Schirm, Luftschloss und Gurtzeug - Links typische Situation nach dem Flug, rechts Schirm in der Schirmkammer, die dann den Schlafsack bildet. 

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Innenansicht mit roter Schirmkammer, Isomatte und genügend Platz für anderes Equipment. Hinten sieht man das Moskitonetz bei geschlossener Sturmklappe.

 

Da wir hier im MYOG-Forum sind, möcht ich natürlich auch ein bisschen was zur Entstehungsgeschichte Teilen. 

 

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Angefangen hat das ganze mit einem Schnur-Gestängemodell, um mit der Statik des Tunnelteils ein wenig herumzuspielen. Basierend darauf habe ich dann mehrere Prototypen gebaut, großteils aus einer Bauplane (nicht elastisch, stabil, billig und Panzertape hält perfekt darauf). 

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Ich hab dann lange wegen den Materialen überlegt und tatsächlich bereits 40g atmungsaktives DCF zuhause. Das war für mich die logische Wahl von größtmögliche Atmungsaktivität und wasserdicht. Ich hab mich im Nachhinein dann aber doch für ein etwas schwereres 80g 2.5 Lagen-Laminat entschieden. Gründe dafür waren die Farbe (unauffälliger), vor allem aber einfachere Verarbeitung und kostengünstiger, wenn was in die Hose geht. Um die geringere Atmungsaktivität zu kompensieren, habe ich auf der Rückseite unter einer großzügigen Lasche auf der gesamten Breite Moskito-Netz vernäht. Erste Tests haben gezeigt, dass die dadurch entstehende Zirkulation durchaus angenehm ist. Beim ersten Test (0° außen, trocken) ist jedenfalls kein Tröpfchen Kondens entstanden. Falls es eine nächste Version geben sollte, bin ich derzeit geneigt, auf atmungsaktive Stoffe zu verzichten und nur die Zirkulation zur Belüftung zu verwenden. 

 

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Der Oberteil besteht aus zwei Teilen, dem Tunnelteil und dem Rückteil. Hier im Bild das Rückteil mit dem Belüftungs-Moskito oben, der Öffnung zur Schirmkammer und der Schirmkammer aus rotem Ripstop. Rechts die Bodenwanne aus 65g Ripstop PU. Diese ist - um Material zu sparen - in der Mitte 1x mit einfacher Kappnaht vernäht. Die Ösen für's Gestänge sind in 20mm Gurtband gepresst. Die Gurtbänder sind durchgezogen, um mechanische Belastung am Zeltboden zu vermeiden. 

Sämtliche Reißverschlüsse sind mit Laschen überdeckbar, die im Abstand von 50cm mit Anorak-Druckknöpfen fixiert werden.

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Das Gestänge kommt in einen abgenähten Kanal und wird links und rechts in den Ösen gespannt. Das Gestänge selbst ist übrigends selbst heißgebogen, mit geraden Stangen lässt sich der Radius leider nicht erreichen - selbst nicht mit den verwendeten 8.05mm NSR Featherlite.

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Falls das jemand nachbauen möchte, Schnittmuster gibts gerne auf Anfrage - kann man natürlich auch ohne die Schirmkammer bauen, so viele Gleitschirmpiloten gibt's da draußen wohl nicht, die auch mal am Berg schlafen ;) 

 

 

Liebe Grüße und Danke für den Input hier aus dem Forum

Thomas

 

 

 

 

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Hei Thomas, das ist echt genial was Du da gebaut hast! :) Tolle Fotos von den tests auch auf Deiner Seite! Wäre toll wenn Du irgendwann vielleicht Mal ein Video von dem Aufbau machst, würde mich echt interessieren wie das "in Echt" funktioniert mit dem Aufbau (auch wenn mir Deine Skizzen aufm Blog beim Verständnis geholfen haben!). 

(Nebenbei, wenn Du ne NeoAir Uberlite mitnimmst, statt der XTherm, sparst Du Dir auch noch mal ne Menge Platz + Gewicht :) Die hält mich auch bei 0°C noch warm, und sollte daher passen)

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WOW, das ist ja mal geniales Multiuse, die Luftkammern des Gleitschirms als Schlafsack verwenden, klasse :-)
Verdammt, jetzt muss ich das Gleitschirmfliegen lernen, hehe ...
Die Farbe ist fürs Biwakieren in den Bergen (Alpen) natürlich besser geeignet als das Weiß des Dynema-Gewebes, schließlich darf man das in den Alpen ja eher nicht. Allerdings ist das 40g Dynema überhaupt nicht schwer zu verarbeiten, im Gegenteil, es rutscht kaum und eine Nahtzugabe kann sogar umgeknickt werden um bleibt dann so, optimal für ne doppelte Kappnaht. Habs gerade selber als bei einem Tarptent mit verarbeitet (noch nicht ganz fertig).

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Freut mich wenn's offensichtlich kein kompletter Schuss in den Ofen war :-D 

vor 8 Stunden schrieb skullmonkey:

Du irgendwann vielleicht Mal ein Video von dem Aufbau machst, würde mich echt interessieren wie das "in Echt" funktioniert mit dem Aufbau (auch wenn mir Deine Skizzen aufm Blog beim Verständnis geholfen haben!). 

Das wird sich machen lassen denke ich bzw. ist geplant. Auch noch von Tests in etwas härterem Wetter - mal schauen, ob's so funktioniert wie ich mir das vorstelle. Für dei Uberlite war ich bislang zu geizig (ebenso wie für einen leichten Rettungsschirm). Immer gut zu wissen, wenn man mit Münzeinwurf nochmal 600g aus dem Rucksack rauswerfen kann 8-)

vor 2 Stunden schrieb TappsiTörtel:

. Allerdings ist das 40g Dynema überhaupt nicht schwer zu verarbeiten, im Gegenteil,

Hm... Vielleicht gibt's ja mal eine "Luftschloss Pro"-Version 

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Hi Thomas,

das ist ja mal ein wirklich gelungenes MYOG-Projekt! Weg vom Dual-, hin zum Triple-Use ist die Devise, Hut ab!

Auch wenn bei uns der Coronabann schon aufgehoben ist (war am Wochenende seit gefühlt ewig wieder in der Luft), könnte ich glatt die Nähmaschine anwerfen und nachbauen. Im Spätsommer hab ich eine Tour durch die französischen Alpen geplant, wenn man dann wieder über die Grenze darf, und weitere Gewichtsersparnis ist willkommen...

Eine Frage: ich habe es tatsächlich noch nie versucht, wie ist denn der Schlafkomfort unter dem Gleitschirm im Vergleich zum Schlafsack? Ist das nicht laut? Und kondensiert es nicht darunter, der Gleitschirmstoff ist ja erstmal wasserundurchlässig?

VG Boris

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Hi Boris, 

probier's einfach mal aus. Je älter die Schirme sind, umso leiser wirds :-D aber generell, auch bei einem neuen Schirm ist's nicht lauter als die Thermarest-Isomatten. 

Kondenz ist m.M. sehr interessant - besonders dass es weniger Probleme macht als man glaubt. Wenn ich das am Balkon teste (also nur mit dem Schirm ohne extras zudecken), wird's am ehesten feucht - Temperatur ~ 0-5°C . Ich hab letztes Jahr ~ 10 Nächte in freier Wildbahn im Schirm geschlafen. Großteils mit Zelt, aber auch ein paar Mal nur mit Schirm und Isomatte. Mir war immer schön warm, und ich habe nicht geschwitzt. Man muss dazu sagen, ich schlaf meistens am Berg, also selten dass es mehr als 10°C in der Nacht hat. Eine wesentlicher Komfortverbesserung gab's auch, als ich einen Hüttenschlafsack aus Seide verwendet hab, und der Schirm nicht direkt auf mir lag. Deswegen hat Luftschloss auch diese separate Schirmkammer (dort hab ich 40g Ripstop verarbeitet, 27g würd's auch tun..). Erste Testnacht im Luftschloss gabs null Kondenz, weder im Zeltteil noch im Schlafsackteil. War positiv überrascht. 

Was vielleicht auch mit ein Grund für wenig Kondens im Schirmbereich ist, ist dass ich am Berg / im Luftschloss meistens noch meine Daunenjacke anbehalt, die Kaputze ist fein gegen Auskühlen des Kopfes - denke die Daune kann auch noch einiges an Feuchtigkeit mit aufnehmen. 

HIer sieht man noch Tu-Pack (Tuchent-Packsack, ja mit den Namen hab ich's), der die 2-in-1 Variante darstellt; Kompressionssack und Schlafsack bzw. eigentlich Tuchent / Decke. Ist wesentlich angenehmer da drin zu schlafen als direkt im Schirm. Wiegt allerdings fast 200g und obwohl er zumindest Wasserabweisend ist (Skytex 27 in orange), pfeift der WInd recht gerne an den Seiten rein - ist also so mittelmäßig komfortabel und eher für windschwache Tage. In Kombination mit einem Biwaksack aber vl. ganz interessant. Weiterer Vorteil von Tu-Pack ist, dass man sich nicht nicht ständig in den Leinen verheddert und der Schirm ebenso im taunassen Gras wieder komprimiert werden kann, ohne komplett nass zu werden.  

 

 

 

tupack.JPG

tupack3.JPG

tupack2.JPG

bearbeitet von nichtEssbar

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Hallo @Boris,

das schwarze ist nicht der Innenteil sondern die Bodenwanne. Der Innenteil / Gleitschirmkammer ist in weinrot gehalten. Oberteil (oliv), Bodenwanne (schwarz) und Gleitschirmkammer (weinrot) wurden mit einer einfachen Kappnaht genäht. Die Gleitschirmkammer und den Oberteil habe ich vorab bereits vernäht, weil das die Verarbeitung einfacher machte. 

Beim Zusammenlegen wird der grüne Oberteil nach innen geschlagen, die schwarze Bodenwanne liegt somit beim komprimierten Paket außen (siehe Foto auf der Webseite).

Falls du vom Tu-Pack sprichst, da sind der Kompressionssack und die Hülle des Gleitschirms zwei separate Teile. 1x die Decke mit dem Gleitschirm drin, und 1x der Kompressionssack. Schwarz kommt da beim Zusammenfalten nach innen, der orange Außenteil liegt außen - von Schwarz sieht man zusammengelegt nichts mehr. Dann einfach das Paket in den Kompressionssack und RV zu. 

Wenn du Fragen hast, meld dich doch einfach mal per PN ;)

LG
T

bearbeitet von nichtEssbar
Ergänzung Tu-Pack

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Hallo Thomas,

hast Du zufällig detailbilder oder Zeichnungen, wie Du deinen Tu-Pack gebaut hast? Den würde ich gerne nachschneidern.. Dann kann ich mir am Ende doch meinen Schlafsack beim Fliegen sparen :)

 

Schöne Grüße und Danke,

Marko

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Hallo Marko, 

der ist so einfach dass ich gar nicht gezeichnet habe ;) Einfach 2 Teile mit 120x200cm rechteckig ausschneiden , eine lange Kante vernähen und die anderen drei Seiten mit Schnallen versehen. Aus heutiger Sicht würde ich wahrscheinlich eher einen ca 180cm RV in der Mitte des Oberteils (in Längsrichtung natürlich) reinnähen. Dafür alle 4 Seiten zusammennähen, sodass ein geschlossener Sack entsteht. Normal bekommt man den Schirm da durch die 180cm RV noch komfortabel reingestopft - ansonsten kann man auch auf der Breitseite entweder einen RV verbauen oder einen Teil nicht zusammennähen und entweder offen lassen oder mit 1,2 Schnallen verschließbar um Gewicht zu sparen.

Kompressionssack ist optional, du kannst auch einfach mit zwei Kompressionsbänder ähnlich dem AirDesign Airpack arbeiten - das spart Gewicht und ist auch noch schneller zu packen. Schaut nur nicht ganz so hübsch aus... 

LG

T

bearbeitet von nichtEssbar
Paar Ergänzungen..

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Mega Gut, Danke!

Ich muss mal schauen, was ich noch an Material in meiner Stoffkiste habe.. Letzte Nacht habe ich (von Dir inspiriert) das erste mal ohne Schlafsack unterm Schirm geschlafen.. War warm aber etwas feucht :)

Was für Material hast Du verwendet? 1x Beschichtet 1x unbeschichtet?

Tausend Dank!

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Oben (orange) PU-Beschichtetes Skytex 27, auf der Unterseite in schwarz 27g Ripstop Nylon

Wie gesagt, Wärme ist meiner Erfahrung nach nie das Problem, in wärmeren Nächten wirds oft etwas feucht weils doch nicht so gut atmungsaktiv ist bzw. auch keine Daunen da sind, die ein bisschen Feuchtigkeit aufnehmen könnten.. 

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Hi Fliegerkollege, geniale Idee. Weiter so und Danke fürs teilen. Das Luftschloss wär nicht so meins (ist aber sehr subjektiv). Das Tu-Pack inspiriert mich schon sehr.

Ich frag mich ob man das Ding mit ein paar Bändern (oder RV) ergänzen könnte und dann hat man auch gleich den Kompressionssack.

Gegen den Wind der seitlich reinfahren kann, könnte man doch die einfache Gummiband Methode von den Quilts übernehmen?

Nur hab ich wenig Lust zum selber Schneidern. :(

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Tu-Pack lässt sich auch super in einen (wasserabweisenden) Biwaksack verwandeln. Einfach unten noch ein wasserdichtes Rechteck drannähen (z.B. Zeltbodenstoff) und ggf. oben noch ein Kopfteil z.B. aus Moskitonetz. und schon hat man einen Biwaksack, wo oben der Gleitschirm drinnen ist. Würd dann allerdings mit einem Mittelreißverschluss im orangen Teil arbeiten, ziemlich genau so wie beim Luftschloss - da lässt sich der Schirm noch super reinpacken ohne herumwurschteln zu müssen. 

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    • Von JoFo
      Hallo liebes Forum,
       
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    • Von Southern Flyer
      Pimp your Regenjacke - Belüftungsreißverschlüsse (pit zips) nachträglich einnähen
       
      Es ist schon ein komisches Gefühl, wenn man die Schere ansetzt mit dem Ziel, seine Regenjacke zu zerschneiden, nur um sie anschließend wieder zusammen zu nähen. Hintergrund der ganzen Aktion war die Tatsache, dass meine Regenjacke (Outdoor Research Helium II) zwar ausreichend robust, dicht und leicht ist, aber leider keine Belüftungsreißverschlüsse unter den Achseln hatte. Vermutlich jeder, der schon mal in den Genuss dieser zusätzlichen Lüftungsmöglichkeit gekommen ist, möchte das zumindest bei längerem Tragen nicht mehr missen. Lange hatte ich mich vor diesem Schritt gescheut, aber mit der entsprechenden Corona-Muse dann schließlich doch in Angriff genommen:
       
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    • Von Nimrod
      Moin Kommunity, 
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    • Von Andreas K.
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      Präambel: Die im folgenden beschriebenen Schulterträger sind darauf ausgelegt, dass sie in einem Winkel von 20° am Rückenteil eines Rucksacks angesetzt werden. Der Ansatz beträgt 3cm, der Abstand der Schulterträger zueinander 7-8cm.
      Die Schablonen finden sich im Anhang.
      1) Die Teile der Schulterträger auf rechter Seite des Stoffes der Decklage bzw. auf rechter Seite des Polsters anzeichnen. Der rote Strich längs diagonal auf der Schablone entspricht der gewünschten Ausrichtung bzgl. des Musters auf dem gewählten Material. Die kurzen roten Striche mit Pfeilmarker quer diagonal markieren Einschnitte an Decklage bzw. Polsterung. Die Nahtzugaben auf den Schablonen sind bereits inkludiert.

       
      2) Die beiden Teile eines Trägers rechts auf rechts, von der unbeschnittenen Seite ausgehend, bis zur Schnittmarke mittels Steppnaht (rote kleingestrichelte Linie) vernähen. Die Nahtzugabe beträgt 1cm.

       
      3) Die zwei unteren Ecken und den Überstand der Decklage oben zurückschneiden.

       
      4) Träger auf rechts drehen, dabei Ecken sauber ausformen.

       
      5) Eine „scharfe Kante“ zwischen Decklage und Polster abstecken, anschließend den Träger parallel zur Kante, ca. 4mm, von der unbeschnittenen Seite ausgehend bis zur Schnittmarke (ggf. umgekehrt) absteppen (rote kleingestrichelte Linie Außen).
      (Optional: Eine zweite parallel verlaufende Naht weitere 4mm versetzt absteppen).
      Danach die Mittellinie zwischen den endgültigen äußeren Kanten des Trägers absteppen (rote kleingestrichelte Linie innen). Die Breite des Trägers beträgt 8cm vom oberen Abschluss der unbeschnittenen Seite ausgehend bis zum markierten Einschnitt auf der gegenüberliegenden Seite. Darunter ist die Breite durch den Verlauf der bereits vernähten Kanten klar definiert.
      Im Anschluss die gedachte endgültige Kante auf der beschnittenen Seite, 8cm parallel zur Unbeschnittenen, mit einem lösbaren Heftstich abnähen (blaue großgestrichelte Linie).

       
      6) Jetzt die Kanten der überstehenden Polsterung nach links umlegen und heften (blaue großgestrichelte Linie).

       
      7) Anschließend den überlappenden Teil der Polsterung zur Decklage hin umklappen. Die Heftnaht, die den Rand des Schulterträgers markiert, dient hierbei als Bruchkante. Die jetzt innen liegende Kante der Polsterung muss der Länge nach leicht gedehnt werden, so dass diese beim folgenden Abstecken sauber an der Mittelnaht anliegt.

       
      8) Dann muss nur noch die gedoppelte Polsterung ca. 2mm parallel zu den innen liegenden Kanten und einmal längsmittig zwischen den Rändern abesteppt werden (rote kleingestrichelte Linien). Zum Schluss werden nur noch die Heftnähte (blaue großgestrichelte Linien) gelöst, und fertig ist der Schulterträger.

       
      Decklage Links.zip Decklage Rechts.zip Polster Links.zip Polster Rechts.zip
    • Von Andreas K.
      Wie in der Präsentation des Daunenquilts "Siebenschläfer" angekündigt, kann ich nun auch die Bauanleitung für den Quilt liefern:
      Material:
      ca. 5,7lfm Stoff nach Wahl, daunendicht ca. 2,7m elastische Kordel, Ø 2mm ca. 0,7m Grosgrain (Ripsband), Breite 15mm ca. 3,0m Gummiband, Breite 15mm 7x Flachschnalle, 15mm 2x Tanka 1x Einwege-Reißverschluss, teilbar, Schienenbreite 3mm, Länge 75cm 250g Daune, 850cuin
        Außerdem:
      ca. 40,0 m doppelseitiges Klebeband, Breite 15mm  
      Arbeitsschritte:
      Zuschnitt:
      Teile auf kalandrierter Seite des Stoffes anzeichnen (Konturen, Positionen Befestigungsbänder, Markierungslinien Kammertrennwände); Abb. 1 und 2 Teile zuschneiden  
      Ober-/ Unterseite:
      Ecken nach innen umschlagen und fixieren; Abb. 3 Nahtzugabe nach innen umschlagen und heften; Abb. 4  
      Unterseite:
      Klebestreifen entlang der Markierungslinien für die Kammertrennwände anbringen; Klebeband verläuft oberhalb der Linie, vom Fußende aus gesehen; Abb. 5 Kammertrennwände aufkleben; Nahtzugabe schließt mit oberer Kante des Klebestreifens ab, Trennwand selbst weist zum Fußende hin; Abb. 6 ggf. die über den seitlichen Rand des Unterteils hinausragenden Teile der Kammertrennwände parallel zu deren ursprünglichen Schnittkanten beschneiden; Abb. 7 Kammertrennwände und Unterseite vom Fußteil aus beginnend mittels Steppnähten verbinden; untere Ränder der Klebestreifen entsprechen den Nahtlinien; !ACHTUNG! unbedingt knapp neben den Klebestreifen nähen; Klebestreifen abziehen  
      Oberseite:
      Klebestreifen anbringen (siehe Unterseite) Je Kammer Trennwand aufkleben, Überstand beschneiden, Trennwand mit Oberseite vernähen, Klebestreifen abziehen (siehe Unterseite); !ACHTUNG! Diese Arbeitsschritte Kammer für Kammer einzeln ausführen  
      Tunnelzüge:
      Tunnel zuschneiden: 2 Stück á 75,5x6cm (Kopfende), 2 Stück á 60,5x6cm (Fußende) Enden umschlagen und heften; Stoffstücke 2x der Länge nach zu Tunneln mit 20mm Breite falten und fixieren; Abb. 8 Auf Quiltunterseite die zwei kurzen Tunnel entlang der Kante am Fußende, die zwei langen Tunnel entlang der Kante am Kopfende fixieren; Die Tunnel treffen sich jeweils mittig an Fuß- bzw. Kopfende Je Tunnelbahn 2 Ripsbänder á 10cm zuschneiden Für die Fixpunkte der Zugschnur kopfseitig den männlichen bzw. weiblichen Teil einer Schnalle auf Band fädeln; Bänder in Form eines flachen „G“ falten, in Querrichtung mittig mit Steppstich vernähen; Abb. 9 Für die Fixpunkte der Zugschnur fußseitig die Bänder in Form eines flachen „G“ falten, in Querrichtung mittig mit Steppstich vernähen Gummikordel in Tunnel einziehen; am Treffpunkt zweier Tunnel (Kopf- bzw. Fußseite) Tanka und Kordelgriff auffädeln; alternativ kann Tanka auch nachträglich aufgefädelt und durch einen einfachen Schlaufenknoten darüber vor Durchrutschen gesichert werden; Abb. 10 Kordeln an den Enden mit Bandschlaufen verknoten Bandschlaufen in die Tunnel einschieben und fixieren; fußseitig schließen die Bandschlaufen bündig mit den seitlichen Tunnelenden ab; kopfseitig stehen die Bandschlaufen mit den Schnallenteilen ca. 5mm über  
      Ränder schließen/ Quilt befüllen:
      Trennwände längsmittig, mit Falz in Richtung Kopfende hin, falten und fixieren; Nähte Ober- und Unteseite liegen hierbei aufeinander Ripsbänder auf 6cm zuschneiden; weibliche Teile der Schnallen auffädeln dann mittig falten Bänder an den am Quilt markierten Positionen mit Schnallen nach Außen zwischen die Ober- und Unterseite einschieben und fixieren; Die Falze stehen hierbei ca. 5mm über die Quiltränder hinaus, die Oberseite der Schnallen zeigt zur Quiltoberseite hin Die Quilthälften zu einer Seite hin am Kopf- und am Fußende abstecken, anschließend knapp der Kante entlang absteppen Kammern von der offenen Seite aus einzeln nach Angabe befüllen und abstecken; Abb. 11 Offene Seite mittels Steppnaht, knapp zur Kante verlaufend, schließen Reißverschluss, ausgehend vom Fußende, mit Schiene in Richtung Oberseite zeigend auf Unterseite festnähen;  
      Daunenverteilung:
      Quilt zusammen mit 3 Tennisbällen in den Trockner geben; Maschine auf niedriger Temperatur oder kalt laufen lassen bis die Daunen gleichmäßig verteilt sind Alternativ: Quilt flach ausbreiten, Daunen durch sanftes Klopfen mit der Hand verteilen  
      Mattenbefestigung:
      Gummibänder zuschneiden; Länge entspricht etwa 2/3 des Mattenumfangs Je Band zwei männliche Teile der Schnallen mit Dreisteg auffädeln; die Stecker zeigen jeweils nach Außen, also voneinander weg; Die Oberseite der Stecker liegt auf dem Band auf Bänder an den Enden gegeneinander einfalten (wie bei doppelter Kappnaht) und vernähen  











       
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