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Ultraleicht Trekking

Projekt "West"


mawi

Empfohlene Beiträge

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vor 22 Stunden schrieb AnDrIx:

Wie hast du es denn mittlerweile mit deinen Equipment-Issues gelöst (z.B. Handyhalterung)?

Das Telefon steckt weiterhin in der Rucksackseitentasche  Ist gerade etwas nervig, da ich das Stück von der Elbe zum Heidschnuckenweg. Solange der Weg gut markiert ist stört es nicht, außer das ich ständig nach hinten greife um zu prüfen ob es noch da ist. Eine neue Socke tut es nicht, da das Display gesplittert ist und die spitzen Kanten ziehen Maschen.

Beim Inlet; da sind Schlaufen bei dem Druckknopf und die habe ich einfach mit einem Stück Schnur zusammengebunden.

Vorgestern ist mein Kissen kaputt gegangen. Ist ein Verarbeitungsfehler. Werde ich versuchen zu Tauschen. Bis dahin müssen die Schuhe unter der Matte als Kopfkissen herhalten.

Am Rucksackreißverschluss ist der Schniepel abgebrochen, wo man immer zum auf und zumachen anfasst. Den habe ich mit einer Schnur ersetzt, geht prima.

Mehr ist bisher glaub noch nicht kaputt.

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9. Tag

Die Nacht war mäßig. Ein etwas dickerer Quilt wäre nicht schlecht gewesen. Na ja, is nun ma so. Zudem ist das Kopfkissen kaputt gegangen. Ein Verarbeitungsfehler an einer Schweißnaht. Ich schaue mal ob ich es getauscht bekomme.

Ich passiere Gorleben und bin schon sehr gespannt wie es hier aussieht. Bin aber voll enttäuscht, ich hatte mir Gorleben irgendwie mehr "Hippie" oder protestmäßiger vorgestellt. Es war wohl nur ein Schnipsel Restklischee aus den 80igern in meinem Kopf.

Kurz hinter Gorleben ist ein Aussichtsturm. Ich hoch und wieder enttäuscht. Das mit den Aussichtstürmen haben die hier irgendwie nicht so drauf. Der ist so klein, dass man nicht mal über die angrenzenden Bäume schauen kann. Es gibt nur eine kleine Lücke in den Kronen, man die Elbe erspähen kann:

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Das Hinterland ist nur Wald und Feld. Da bei dem Turm da hinten ist Gorleben:

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Ein Düsenjäger donnert über mich hinweg. Boa, ein Flugzeug. Das habe ich ja seit Corona und der Tegelschließung schon lang nicht mehr gesehen. Da freut man sich ja fast. :)Ich bin hier einige Stunden oben und ziehe irgendwann weiter. Es geht ziemlich öde an ner Straße entlang. Ich habe das Gefühl schon ewig unterwegs zu sein. Beim Waser auffüllen und Planung des nächsten Auffüllstopps bemerke ich, dass ich ja noch 18km vor mir habe und es ist schon 16:30Uhr. Ich düse los ...

Alte zerstörte Eisenbahnbrücke:

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Die Elbauen werden weitläufiger:

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Oahhhhh, wie süüüüüß! Eine Lämmchenfarm!!!!

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So viele Babies und gucke mal, das eine da unten hat sogar einen blauen Pulli an, wie süüüß ...

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Ein Bieber kreuzt hinter mir den Weg und bemerkt mich nicht:

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Ich Frage mich, ob die übertrieben farbigen Sonnenuntergänge hier was mit der Asse zu tun haben :D

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Bearbeitet von mawi
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10. Tag

On Hitzacker gebe ich wieder mein Telefon an der Touriinfo ab und drehe eine Runde in der Stadt. Die Altstadt ist voll hübsch mit schönen Fachwerkhäusern aus dem 16. Jh. Klasse finde ich auch die vielen Infotafeln. Ich bin der Typ, der an fast jeder stehen bleiben muss. In Kyritz sagte eine Frau beim Vorbeiradeln, als ich die sehr interessanten Infotafeln zur Evolution studierte, "Na endlich schaut sich die einer mal an! ..." :D Klasse fand ich in Hitzacker auch die kostenlosen Toiletten mit Dusche (!), letztere waren aber wegen Corona geschlossen. Noch Vorräte im Bioladen (man haben die Preise, mindestens 25% über denen bei mir zu Hause) aufgefüllt, kurz was gefuttert und schon waren 2 Stunden wieder rum. Mit einem Eis in der Hand geht es weiter (Ups, jetzt erst gesehen, eigentlich sollte die schöne Altstadt im Fokus sein...)

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Das hier fand ich ganz lustig. Das Ding ist in der Altstadt zw. den alten Häusern aus dem 16. Jh. fehlplatziert, dass sich viele wohl schon fragten "Was ist das?!?", so dass es eine Erklärtafel bedurfte. Fand ich lustig:

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Der letzte Blick auf die Elbe vom Weinberg:

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Und jetzt verlasse ich die Elbe Richtung Celle. Okay, weil sie so schön ist noch ein allerletztes Bild von der Elbe:

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Ab jetzt geht es überwiegend durch Wälder, Mal schöner, Mal weniger:

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Das hatte ich bisher so noch nie gesehen, dass sehr viele Fachwerkhäuser einen Gottessegen auf dem Holz geschrieben haben. Es gab zuvor schönere, aber falls keins mehr kommt muss das hier herhalten:

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Später lief ich einen Schnur-geraden Weg, auf dem aller paar Meter ein Hochstand stand (man war immer von vorn und hinten in der Schussweite von min. 2 Ständen). Ich kam mir vor, als wäre ich auf einem Grenzstreifen unterwegs. Ich fühlte mich zumindest etwas unwohl. Leider sieht man auf dem Foto die anderen Hochstände weiter vorn nicht so gut :(

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11. Tag

Blick aus dem Tarp:

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Der Wald scheint riesig zu sein. Zudem ist er durchzogen mit unzähligen Wegen, wovon nur die Hälfte auf der Karte sind. Es ist ein reinsten Labyrinth. Trotz GPS vertue ich mich regelmäßig. Bei so viel Verlauferei gibt's erst mal Frühstück. Hab sogar noch ne Banane, mhmm:

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Oki, ich hätte es auch Instagram-freundlich präsentieren können (mit den Bananenscheiben und Nüssen hübsch dekoriert). Nein, stattdessen habe ich alles bereits Berserker-mäßig vermengt. Auch wenn's vielleicht nicht so aussieht: Lecker!!

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Als ich den Waldrand erreiche und das nächste Dorf erblicke atme ich tief durch und bin erleichtert das Labyrinth endlich hinter mir gelassen zu haben.
Irgendein Elbekanal:

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Ein Gewitter zieht auf. Ich erreiche gerade rechtzeitig noch ein Schutzhütte, wo bereits ein Radfahrer und ein Wanderpärchen abwettern. Das Pärchen fragt mich nach einer Weile, ob ich Fernwanderer sei. Ich bin überrascht, sehe ich schon abgeranzt aus? :D Ich fühle mich irgendwie geehrt, obwohl ich ja noch gar nicht so richtig fern gewandert bin. Angehender Fernwanderer währe wohl der richtige Titel ...

Ich habe noch keine richtige Strategie gefunden, wie man den Leuten die Route/das Projekt richtig erklärt. Habe ich vor der Reise jemand gesagt, dass ich zuerst Richtung Hamburg gehe, dann haben an dieser Stelle die meisten schon abgeschaltet, weil es wahrscheinlich für sie unvorstellbar ist das zu laufen. Unterwegs hatte ich es auch Mal mit "Berlin!" als Antwort auf die Frage nach meinem Weg geantwortet. Da hat man es aber immer gleich rattern sehen. Zum einen wie kommt man von hier aus nach Berlin und hey, kommt er nicht aus der Berliner Richtung? Ich ergänzte dann dass es eine große Runde über die Alpen sei, aber das war ihnen dann alles zu konfus. Zuletzt klappte immer gut die nächst größere Station zu nennen und wenn es sich ergab dann noch den Teil mit den Alpen. Wobei hier manche schon nicht drauf klar gekommen sind, dass ich aus Berlin gelaufen bin.

Das erinnert mich an einen Reisebericht über eine Weltumrundung mit dem Rad. Der Typ wurde, als er noch in Deutschland unterwegs war, auch ein paar Mal quasi ausgelacht unter dem Motto "Haha, ja klar Weltumrundung. Da biste aber noch nicht weit gekommen ..." Während das Gewitter noch tobt, gibt es erstmal Mittag. Hab sogar noch ne Dose Bohnen im Rucksack gefunden, die schleppe ich schon seit Wittenberge mit mir rum ...

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Danach geht's weiter durch Wälder und über Wiesen. Das Glück scheint auf meiner Seite zu sein. Zweimal, als ich ein Waldstück betrat fing es an zu schütten und als ich raus war, war es bereits wieder vorbei. So kann es immer bleiben.
Ach ja, hätte ja beinah vergessen mein größtes Abenteuer von heute zu erzählen. Es stand mir eine Bundesstraßenüberquerung (zweispurig mit beidseitigem Standstreifen) bevor. Schon von weitem hatte ich die lückenlosen Kolonnen an Fahrzeugen gesehen und mich gefragt, wie ich da rüber kommen soll. An der Übergangsstelle habe ich locker 10 min auf eine Gelegenheit gewartet, aber es kam nix. Auto an Auto. Ich beschließe die Blechkarawane zu fotografieren. Kaum das Telefon gezückt beginnt ein Hupkonzert. Ich erschrocken das Telefon wieder runter und verpasse bei dieser Aktion meine Chance die Straße zu queren. Mist! Nach etwa weiteren 5 min die Chance. Von links ein Lkw und von rechts ein Lkw. Das schaffe ich setze zu spurt an, bin auf der Straße, sehe das jeweils beim Linken als auch beim rechten Lkw ein Auto zum überholen. Und ich mittendrin. Ich Hupkonzert ertönt, die LKWs weichen auf die Standstreifen aus, was meinen weg verlängert. Ich renne  mein Leben, die Fanfare des rechten Lkws dröhnt im Ohr und ein schneidender Luftzug zieht mir durch den Nacken. Puh, ich glaube ich hab's überlebt .... Aber was zur Hölle war das??? Sind die irre!?!?? Und da fragen die Leute einen immer, huhu so alleine  Wald, was da so alles passieren kann ... Was machste wenn ein Bär kommt ... Echt, ein Bär wäre ein Witz gegen diese Straßenquerung gewesen. Die größten Gefahren sind immer noch die in der Zivilisation  Ich brauche noch einige Kilometer mich von diesem Schrecken zu erholen.

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Als ich auf Deinen ersten Bildern gesehen habe, dass Du nur mit einem Tarp unterwegs bist, habe ich mich gefragt, ob Du nicht mittlerweile bei den steigenden Temperaturen von Mücken zerstochen wirst. Auf Deiner Lighterpack Liste habe ich dann gesehen, dass Du ein Headnet dabei hast. Kannst Du mit dem Ding schlafen? Oder hast Du eine Konstruktion, die das Netz vom Gesicht fernhält? Ich kann nicht Schlafen, wenn mir was mitten im Gesicht liegt und außerdem stechen die Mistviecher ja dann durch, wenn das Netz aufliegt...

 

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Optimal ist das Netz mit, gerade im Sommer ist es sehr warm darunter. Bisher hat es aber immer gereicht. Meist verschwinden ja die Mücken in der Nacht. Falls sie zu aggressiv sind und durch das Netz stechen, dann greif ich zu Anti-Brum.

PS: Du könntest ja mal versuchen Kabelbinder in das Netz zu integrieren, so dass der Kabelbinder das Netz vom Kopf fern hält. Oder du hängst dir ein Netz ans Tarp, was deinen Kopf und Oberkörper bedeckt.

Bearbeitet von mawi
PS hinzugefügt
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12. Tag

Weiter geht es auf dem Schöpfungsweg. Cool, ist bestimmt sowas wie in Kyritz, diese Tafel über Evolution. Schnell bemerkte ich meinen Fehler: Schöpfungsleere != Evolutionstheorie.

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Schützenvereine scheinen ja hier hoch im Kurs zu stehen, in allen Dörfern werden stolz die GGewinnerscheiben mit Jahreszahl ans Haus geheftet. Es gibt aber auch Scheiben für Weinkönigin, dies und das.

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Ab Vormittag beginnt es zu regnen und es soll erst wieder am Abend aufhören. Dementsprechend frisch ist es. Der Weg ist na ja, hauptsächlich Straße oder geteerte Forstwege.

Als ich Richtung Dübelheide gehe sehe ich am Wald schon viele Schilder stehen und einen Zaun. Oje, hoffentlich ist ist hier nicht gesperrt. Die Schilder weisen daraufhin, dass man einen Schießplatz betritt und nicht die markierten Wege verlassen soll. Etwas verunsichert ziehe ich los. In der Ferne wird kräftig geballert. Na hoffentlich hat keiner vergessen das Tor zu schließen ... Nach einigen Kilometern komme ich zu einer Freifläche. Halleluja, da hat ja der örtliche Schützenverein ordentlich Spaß gehabt (man sieht es auf dem Foto schlecht, die ganze Fläche ist völlig übersät mit Kratern und zudem abgebrannt):

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Am anderen Ende der zerbombten Freifläche sehe ich schon von weitem jemanden sitzen. Es sieht wie ein Soldat aus, der in einem getarnten Unterstand sitzt. Ach Scheiße, hoffentlich ist da hinten nicht gesperrt und ich muss die 4 km wieder zurück :( Als ich den Soldaten erreiche, sehe ich dass, es zwei Vogelbeobachter sind :D. Ich bin erleichtert. Auch die geschlossene Schranke weiter vorn gilt nicht mir, sondern einem anderen Weg. Ich bin ein wenig erleichtert, als ich nach 6km das Ende des Schießplatzes erreiche.

Auf der anderen Seite befindet sich die Südheide beim Faßberg. Trotz des schlechten Wetters sind relativ viele Menschen hier unterwegs. Der Parkplatz ist voll mit Campern.

Hier treffe ich auf den Heidschnuckenweg, halte mich aber nicht immer an ihn.

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13. Tag

Der Tag beginnt sonnig:

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Es sind viele Leute mit ihren Hunden unterwegs. Diese lösen sich später mit den Tagestouristen ab. Die Parkplätze füllen sich rasch. Oh Mann, wird das heute voll hier. Aber letztlich war das Gegenteil der Fall. Ich traf glaube keinen Wanderer, nur einige Mountainbiker und vor allem SUVs die im Schritttempo die Wege entlang schlichen (besser als zu schnell) und deren Fahrer sich tierisch freuen, dass sich das 60000 Euro Geländewagenupgrade dafür gelohnt hat ...

Whoo, hier treffe ich das erste Mal auf den E1:

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Und hier gibt's Eis um die Ecke. Mhmm, Eiiiis. Leider fand ich aber nix :(

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Ich freue mich heute den ganzen Tag, denn ich will mir in Celle ein Zimmerchen mieten und eins, zwei Tage Pause machen. Die Beine schreien förmlich danach. Nach unzähligen Telefonaten die Enttäuschung. Die günstigsten Zimmer sind alle weg oder wegen Corona geschlossen und 75 Euro plus pro Nacht ist mir viel zu teuer. Und dabei hatte ich mir die ganze Zeit ausgemalt, wie schön es sein wird 2 Tage nur im Bett zu liegen ...

Na ja, dann halt nicht. Kurz vor Celle gehe ich den Heidschnuckenweg weiter, da ich mir an dessen Route ein Päckchen schicken lassen hab. In Celle Hehlen schaue ich in der App wo die Packstation ist. FUCK!!! Die ist am E1 in Celle! Ich hatte mich vertan :( Die Beine sind bereits völlig im Arsch, die letzten Tag überwiegend Straße gelaufen, öde Heide, scheiß kalt, Regen, kein Zimmer, keine Pause, mein Trail-Paket von zu Hause kam nicht in Celle an - und ich denk nur *Klick* :D

Okay, erstmal Pause und was essen. Ich resete mich und nehme die Situation wie sie ist. Für heute heißt das noch weitere 15 km und dabei haben die Füsse heute schon 35 km auf dem Tacho :( Ich gehe nach Celle und hole mein Päckchen ab. Nicht die erwartete Trail Magic von zu Hause, aber auch nicht schlecht:

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Es ist ein neues Ponchotarp! :) Diesmal von STS:

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Die Tarpfunktion ist schon mal superumd vor allem ist die Kapuze dicht, nicht wie bei dem anderen. Allerdings ist das alte rund 10cm länger, scheinen wohl 275cm zu sein. Und das die beim STS fehlen bemerkt man deutlich. Allerdings ist die Länge noch völlig ausreichend für mich.

Die Farbe ist - na ja. Vermutlich lief das so bei der Besprechung ungefähr so ab:

Designer: "Lass uns ne knallige Farbe nehmen. Wie wäre es mit blau und pink? Für Mann und Frau." Entwickler erschrocken:" Nee , das ist ja viel zu auffällig" Designer: "Ist doch super!" Entwickler: " Aber im Wald ..." Designer erschrocken: "Wer legt sich denn mit ner Plane in den Wald? Wenn die Bären kommen ..." ... Designer irgendwann: "Ich hab's: Lemon Grün!" Marketingtyp:" Find ich super! Lemon ist so fresh und fesch wie unsere Marke und unsere jungen Kunden." Schlipsträger applaudiert ...

Bearbeitet von mawi
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vor 10 Stunden schrieb mawi:

Es ist ein neues Ponchotarp! :) Diesmal von STS:

Moin mawi,
wieso hast Du eigentlich nicht das GWC mitgenommen?
Das Gewicht allein wird's doch nicht gewesen sein ... ;)

VG. -wilbo-

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vor 11 Stunden schrieb mawi:

12. Tag

 

Schützenvereine scheinen ja hier hoch im Kurs zu stehen, in allen Dörfern werden stolz die GGewinnerscheiben mit Jahreszahl ans Haus geheftet. Es gibt aber auch Scheiben für Weinkönigin, dies und das.

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...

:mrgreen: da ist Vorsicht angeraten! Keine fölappsige Bemerkung fallen lassen! Das Schützenvereinswesen hat in der Region den Stellenwert eines Nationalheiligtums :mrgreen: Gegen das örtliche Schützenfest sind die anderen hohe Fest- und Feiertage eher Randerscheinungen

Wir waren dort oben oft in den Ferien bei der Tante. !

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@mawi ich hänge gerade im Grünen in der Hängematte, was ja an sich ne tolle Sache ist. Aber wenn ich deine Berichte lese, möchte gleich meine Sachen packen und los ins Ungewisse:D

Die Überquerung der Bundesstraße fand ich fast schon zu spannend,obwohl es ja klar war, dass du es geschafft haben musst. 

Weiterhin eine tolle Tour und auch mal nen Schauer für den Poncho. 

Interessant. Ich bin nie auf die Idee gekommen, die Firstschnur durch die Kapuze zu führen. 

@wilbo ich bin auch mal vom alten Gwc zum Sts Ponchotarp gewechselt. Ich fand das Flattarp leichter und praktischer und wenn man oft bei Regen durch Dörfer kommt, siehts gefühlt nicht ganz so schlimm aus ;-)

 

Bearbeitet von Omorotschka
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Am 28.5.2021 um 08:20 schrieb wilbo:

Moin mawi,
wieso hast Du eigentlich nicht das GWC mitgenommen?
Das Gewicht allein wird's doch nicht gewesen sein ... ;)

VG. -wilbo-

Das GWC habe ich schon vor Jahren wegen chronischer Nichtnutzung verkauft. Ist sicherlich der bessere Poncho, finde aber ein Rechtecktarp besser. Zumal ich für das GWC ja noch ne Carbonstange mitnehmen müsste und ja, es ist viel schwerer und das Packmass ist deutlich größer ;)  Und es ist mir viel zu teuer, dafür dass ich es nach der Tour vielleicht nicht mehr nutze.

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vor 18 Stunden schrieb Omorotschka:

Interessant. Ich bin nie auf die Idee gekommen, die Firstschnur durch die Kapuze zu führen. 

Nee, ich habe die Schnur mit einer Schlaufe an der Kapuze festgebunden, wenn du verstehst was ich meine. :)

vor 18 Stunden schrieb Omorotschka:


@wilbo ich bin auch mal vom alten Gwc zum Sts Ponchotarp gewechselt. Ich fand das Flattarp leichter und praktischer und wenn man oft bei Regen durch Dörfer kommt, siehts gefühlt nicht ganz so schlimm aus ;-)

 

Find ich auch. Es gab letztens wieder ein paar Tage mit Dauerregen, aber da war ich hauptsächlich im Wald und auf Wiesen unterwegs. Und irgendwann sinkt auch die Hemmschwelle :D

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vor 5 Minuten schrieb mawi:

Es gab letztens wieder ein paar Tage mit Dauerregen, ...

Wie ist die Kapuze den geschnitten?
Sitzt die gut, sprich kann man sich damit umschauen ober schaut man dabei  in die Kapuze?

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vor 23 Minuten schrieb wilbo:

Wie ist die Kapuze den geschnitten?
Sitzt die gut, sprich kann man sich damit umschauen ober schaut man dabei  in die Kapuze?

Fand die bei dem Chinaponcho besser (die war kleiner). Die vom STS ist mir zu groß bzw mein Kopf zu klein dafür. Es wäre gut, wenn es am Hinterkopf noch eine zugschnur geben würde (zum enger ziehen). Und der Schirm nervt, der hängt immer im Blickfeld. Habe schon überlegt sie abzuschneiden ...

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14. Tag

Heute geht es überwiegend aif geteerten Wegen entlang, was ziemlich ermüdend ist. Hin und wieder schlängelt sich der Weg aber über schmale Pfade durch den Wald:

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Super, der Bodensee ist auch schon ausgeschildert, da kann es ja nicht mehr weit sein :)

IMG_20210524_175233.jpg.c126c1f274cde9408db39cd325502480.jpgUps, hier hat wohl jemand vergessen Spargel zu stechen :(

IMG_20210524_110216.jpg.7e862603bfda03e22e2b0d5386d2f98a.jpgDie Landschaft wird zu nehmend abwechslungsreicher und interessanter als die endlosen Wälder:

IMG_20210524_142217.jpg.e20e473636fd718ae0436d9427d70b8e.jpgIch mache auf einer idyllischen Wiese Rast. Plötzlich bellt mich ein Reh an, welches aus ca. 5m Entfernung aus dem Gebüsch guckt. Ich frage was es will, aber es bellt nur zurück. Ich belle, es bellt hin und her bis ich keine Lust mehr habe. Das Reh macht weiter bis es nach einer gefühlten Ewigkeit endlich bellend zurück in den Wald rennt und aus der Ferne noch ein paar Mal bellt.

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Kurz darauf kommt eine Familie aus d Unterholz gestolpert und der Mann erkennt mich sofort als Fernwanderer. Ich fühle mich geehrt :) Er selbst sein den E1 vor Jahren von Flensburg nach Konstanz schon Mal gelaufen.

Auf den letzten Kilometern machen meine Waden zu, ich kann kaum noch laufen. Humpelnd mache ich mich auf die Suche nach einem Nachtlager. Dabei werde ich plötzlich von Mücken und Zecken attackiert. Es waren Millionen!!! Ich greife das erste Mal zu Anti-Brum und komme mit dem einreiben kaum hinterher. Komplett zerstochen krieche ich mit dem Kopfnetz in den Quilt.

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15. Tag

Es geht weiter auf überwiegend Straße.

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Die arme Stadt Neustadt, keiner möchte ihr Partner sein :( :D

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In der ersten Ortschaft Versuche ich mein Kissen zu reklamieren. Ich hänge ewig in der Warteschleife. Das Gespräch ist unbefriedigend, ich werde an ein Online-Formular verwiesen :( Dieses auszufüllen kostet mich auch wieder einiges an Zeit. Letztlich hat es mir fast eine Stunde gekostet und ziemlich viel Akku.

Die Ortschaften ändern sich zunehmend. Auch die Aufschriften auf den Fachwerkhäusern sind nicht mehr Segen, sondern belanglose Sprüche. Hier passend zum Gasthaus irgendein  Bierspruch:

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In Steinhude gebe ich mein Telefon an der Touriinfo ab, die nur noch eine Stunde geöffnet ist. In der Zwischenzeit kaufe ich ein, unter anderem Magnesium Kombi Power Tabletten. Ich haue mir eine Handvoll davon rein und hoffe, dass es bei meinem Waden hilft, denn die machen langsam schon wieder zu.

Am Hafen merke ich, warum das Steinhuder Meer Meer heißt. Es weht hier eine steife Briese wie an der Nordsee:

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Mit einem Eis auf der Hand geht es weiter. Das kleine Unwetter zieht Gott sei Dank an mir vorbei.

Was zur Hölle ist das da hinten? Es sieht so künstlich aus.

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Wohoo, endlich erste Hügel am Horizont, ich freu mich!

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WTF? Scheint eher aufgeschüttet zu sein. Weiß jemand was das ist?

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Kurz vor dem Ziel für heute geht es über einen Elbekanal:

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Am Schlafplatz angekommen beginnt es plötzlich zu regnen. Ich breite schnell das Tarp aus. WTF?!? Jede, wirklich jede einzelne der sieben Abspannleinen verknotet sich beim öffnen. Das ist zu vor noch nie passiert. Zudem bin ich nicht mal hektisch. Grummel, jetzt verknoten sich die Schnüre der Heringe! Herr Sack nochmal! Was ist heute los! Während dessen gießt es bereits durch das Dichte Blätterdach. Durchnässt schlüpfe ich unters Tarp. Beim Ausräumen des Rucksacks bemerke ich ziemlich viel Blut an der Hand. Na toll, ein kleiner Schnitt im Zeigefinger. Wie und wann ist das denn passiert?! Die halbe Ausrüstung ist jetzt blutverschmiert, na toll was für ein Tagesabschluss.

 

Bearbeitet von mawi
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16. Tag

Komme heute viel zu spät los. Wohoo, die Hügel komme immer näher:

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Bräuchte eigentlich Strom, aber zum Laden in Bad Nenndorf ist keine Zeit mehr. Es geht hinauf zum Deister:

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Alle Aussichtstürme sind gesperrt und ansonsten ist der Weg auch nur mittelmäßig und teilweise ziemlich schlecht markiert. Zudem sind die Wege eine einzige Schlammpampe:

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Ich sehe aus wie ein Schwein.

In Bad Münder gibt es drei Friedhöfe, die ersten beiden sind aber mittlerweile Parks und der dritte (und vermutlich richtige) liegt am anderen Ende der Stadt. Also hole ich Wasser bei Aldi, dazu noch Apfelsaft (brauche eine neue Faltschschüssel) und ein Eis.

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Als ich unterm Tarp liege und kurz vor dem Einschlafen bin, beginnt vielleicht 10m von mir entfernt ein Reh anzubellen. Es hört und hört einfach auf. Nach einer gefühlten Ewigkeit verschwindet es endlich.

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