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Anzeigen von Inhalten mit der höchsten Reputation auf 04.01.2026 in allen Bereichen
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Die Toilettenpapier „Innovation“
Wolfwalkerin und 15 andere reagierte auf Blickpunkt für Thema
16 Punkte -
0°C 900Cuin Daunenquilt <400g - Cumulus Style
nitram und 13 andere reagierte auf Clumsiness für Thema
Hallo zusammen, ich möchte euch hier mein letztes Projekt vorstellen und damit dem Forum sowie denjenigen danken, deren Beiträge mich dazu inspiriert haben – und gleichzeitig ein bisschen etwas zurückgeben. Da ich überhaupt erst seit September 2025 nähe und MYOG-Projekte umsetze, bin ich jederzeit offen für Verbesserungen und Tipps, um die Verarbeitungsqualität weiter zu verbessern, vorallem im Bezug auf die Haltbarkeit. Mein erstes Projekt in diesem Jahr war ein Daunenquilt, der einen ähnlichen Schnitt wie mein Cumulus 250 haben sollte, jedoch mit etwas mehr Loft und aus leichterem Material gefertigt ist. Verwendete Materialien: 22 g/m² 10D Taft von AdventureExpert in Blau und Schwarz 250 g 900 cuin Daune von ExTex 25 g/m² Moskitonetz von ExTex 2,5 m 2 mm elastische Kordel mit 4 Kordelstoppern von AdventureExpert 3 × 15 mm Flachverschlüsse von ExTex Alterfil S150 mit Microtex-70-Nadeln Die Form des Quilts ähnelt vielen gängigen Modellen und wurde – wie erwähnt – vom Cumulus 250 inspiriert. Es handelt sich also um einen eckigen Quilt, der im Fußbereich (ca. 80 cm) zu einem Trapez zusammenläuft. Die Maße betragen 140 cm oben, 110 cm unten bei einer Länge von 190 cm. Als Änderung gegenüber dem Cumulus habe ich einen versetzten Kordelkanal am Halsbereich eingearbeitet, um eine Art Wärmekragen zu erzeugen. Nach einiger Recherche und vielen Überlegungen habe ich mich von @Capere inspirieren lassen und mich für Unterbrechungen in den Baffle-Kanälen entschieden. Die Bafflestücke sind 5 × 4 cm groß (+2cm Nahtzugabe), und mit einem Overfill von 15 % wollte ich eine Komforttemperatur von etwa 0 °C erreichen. Die Lücken zwischen den Bafflestücken sind jeweils 5 cm breit. Die finalen Maße des Quilts stimmen auf ± 1 cm. Der Loft beträgt im Durchschnitt etwa 6,5 cm, was rechnerisch einer Komforttemperatur von knapp –5 °C entspricht, wenn ich es richtig verstanden habe. Das muss natürlich noch in der Praxis getestet werden! Für Interessierte: Die Arbeitszeit (ohne Planung etc.) betrug rund 12 Stunden. Der fertige Quilt wiegt mit 250 g 900cuin Daune beeindruckende 399 g und ist somit ca. 140 g leichter als mein Cumulus-Quilt – bei etwa doppeltem Loft! Hier der fertige Quilt und nochmal neben seinem Vorbild - Cumulus 250. Zum Schluss habe ich noch eine Frage an die erfahrenen Leute hier im Forum: Der untere Teil (80 cm) des Quilts ist noch nicht geschlossen, da ich zwischen zwei Optionen schwanke: Einen 3 mm-Reißverschluss (80 cm) einnähen und den Quilt so optional auch als Decke nutzbar machen – gerade bei Touren, bei denen die Temperaturen stärker schwanken und auch wärmere Nächte dabei sind. Die 80 cm vernähen und den Quilt unten dauerhaft schließen. Dabei bliebe er zwar die Kopfseite offen, ließe sich aber per Kordelzug schließen, hätte also zugleich eine kleine Lüftungsoption. Welche Variante bevorzugt ihr – und was spricht eurer Meinung nach dafür beziehungsweise dagegen? Beste Grüße Joschua14 Punkte -
Nationalpark Thy, Dänemark Ydby bis Sjorring 01.01. – 05.01.2026 Mittlerweile im sechsten Jahr machen Stephan und ich uns gemeinsam in den Morgenstunden des Neujahrstages in Richtung Bahnhof auf, um das beginnende Jahr mit einer Mehrtageswanderung zu begrüßen. Die Zugfahrt ist fest eingeplant zum Schlafnachholen und Ausnüchtern nach der jeweils abgefeierten Silvestersause. Dieses Mal haben wir uns den Nationalpark Thy in Dänemark herausgesucht, wo 2020 alles seinen Anfang nahm. Nach 1,5 Stunden Schlaf ging der Zug um 6:37 Richtung Norden wo wir gegen 19:30 unser Ziel Ydby erreich haben. Nach den ersten 500 Metern in die falsche Richtung hat dann alles mit der Navigation perfekt geklappt (Danke Stephan!), sodass wir nach ca. einer Stunde bei Schneefall und kühler Prise unseren ersten Shelterplatz erreichet haben. Schön geschützt in einem Wäldchen gelegen mit überdachtem Unterstand, einer Schlafhütte (wohl eher als Picknickhütte gedacht) und einem Toilettenhäuschen. Nach kurzem Abendessen aus der Tüte und warmem Tee haben wir eine erholsame Nacht verbracht. Der Wetterbericht hatte Temperaturen unter Null, Schneefall und starken Wind für die kommenden Tage vorhergesagt und Recht behalten. Der Wind blies uns immer schön von Norden heftig ins Gesicht und unsere kälteste Nacht lag bei-5 Grad. Wir waren vorbereitet und kamen gut zurecht. Der zweite Tag ging nach Hurup, wo wir eine kurze Buspassage ans Meer nach Agger eingelegt haben und ja, wir waren die einzigen Fahrgäste. Von hier, begleitet vom besagten Wind, sind wir teils am Strand teils in den Dünen Richtung Lyngby mit einer kurzen Pause am Lodbjerg Leuchtturm gewandert, um dort im Redningshus, einem umgenutzten Gebäude, in welchem früher das Rettungsboot gelagert wurde, zu nächtigen. Dort finden sich neben Tisch und Stühlen 4 Doppelstockbetten und ein Elektrokocher zum Wasserkochen. Wer sich das gemütlich und wohlig vorstellt, liegt falsch, es war saukalt. Als Zuckerle allerdings gibt es einen Waschraum mit Toilette und kleiner Elektroheizung. Der folgende Tag, nach einer echt kalten Nacht, hat uns nach Norre Vorupor geführt, wo wir zur Abenddämmerung gegen 16:00 Uhr eintrafen, um uns geplanter Weise in der einzig geöffneten Gastronomie, dem Vesterhavscafeen, die Zeit tot- und die Bäuche vollzuschlagen, begleitet von einem zunehmend mulmigen Gefühl bei Anblick des zunehmenden Schneefalls und Windes. Schnell recherchiert man da nochmal den Windchilleffekt bei vorausgesagten -5 Grad. Gegen 19:00 ging es dann gut eingepackt und mit einer nötigen Prise Humor raus in die Elemente und die etwa eine Stunde dauernde Wanderung zum nächsten Shelter war herrlich, teils mit Stirnlampen, teils ohne durch schöne Natur zu einem tollen Übernachtungsplatz, wo wir die Nacht gut geschützt verbringen konnten. Die nächste Etappe hat uns nach Klitmöller geführt, bekannt auch als Cold Hawai, da hier offensichtlich schöne Wellen zum surfen zu finden sind. Wir haben vier Surfer, mit dicken Neoprens ausgestattet, gesehen, was uns großen Respekt eingeflößt hat. Kleineren orthopädischen Unpässlichkeiten und dem Umstand, dass wir in Klitmöller keine gemütliche Gastronomie finden konnten, wo wir die Zeit abhängen hätten können, geschuldet, haben wir uns spontan gegen eine letzte Nacht draußen und für eine Nacht in einer günstigen und entspannten Unterkunft entschieden. Selten hat warm duschen so gut getan. Der letzte Tag hat uns bei schönem Wetter (kalt war’s trotzdem) zu unserem Ziel Sjorring geführt, von wo aus wir mit dem Zug nach Fredericia gefahren sind, um nach einer weiteren Hotelübernachtung am 06.01.26 wieder über Hamburg zurück nach Karlsruhe zu reisen. Das sechste Mal in Folge und dann noch an einem schon bekannten Ort, ist das nicht langweilig? Sowas von Nein!13 Punkte
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waren am Wochenende zwei Nächte im Sauerland. Tiefsttemperaturen rund -16 Grad. Musste schon alles anplünnen, um ruhig zu schlafen An meiner äußersten Schicht ist beim Wandern sogar der Schweiß gefroren^^ Temperaturmanagement kann ganz schön anstrengend sein. Kennt ihr die Sticker, die die Temperatur am Topf anzeigen? Finde ich recht praktisch. So kann man etwas Gas sparen, wenn man nur Tee oder Kaffee machen will.12 Punkte
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Etwas zum Nähen und den Features: Die Träger wurden aus mehreren Lagen genäht: 300den RS Cordura 5mm Evazote (aus Isomatte gewonnen) 5mm offener Schaumstoff (aufgrund Mindestbestellmenge habe ich jetzt einen Vorrat fürs Leben) festes Netzgewebe (Eyelet? Müsste mal alte extex Rechnunge rauskramen) Die Träger wurden, teils durch Teppichklebeband fixiert, am Rand zunächst mit Zickzackstich geheftet und dann wurde 20mm Ripsband angesteppt. So kann ich optimal alle Schlaufen anbringen und erhalte mein gewünschtes flaches Design. Ein sehr spezielles Feature sollte ein absolutes Low-Profile Band sein, für Reflektoren oder Blinkies. Habe ich mir irgendwo abgeschaut, natürlich. Die Verstärkung mit Schrumpfschlauch erforderte eine spezielle Methodik: man schrumpft ein passende Stahlmaß mit ein, dann schrumpft es nicht zu klein. Man könnte auch ein passenderes Material mit der korrekten Endgröße verwenden, aber das hatte ich nicht. Bei den Schlitzen ist Präzision vonnöten. Abgesteppt dann mit schmaler Raupe AKA Bartack: Anschließend mit einer übriggebliebenen Tube Reparaturkleber rückwärtig versiegelt. Hoffentlich hält das Zeug, ich hatte leider keinen Seamsealer da, war wieder mal alle. Das Innenleben, das muss vor allem hell sein, die Augen werden ja auch nicht besser: Ja, ist ein spürbarer Mehraufwand, aber extra für Euch habe ich mal den Taschenrechner gequält: bei ca. 0,7m² Inlinerfläche mit 70g/m² Flächengewicht kommt man auf rund 49g. Und es ist sehr wasserfest sowie extrem handlich, man spart sich die Hantiererei mit Müllsack-Inlinern, die nach einiger Zeit dann selber Müll sind. Nach der Tour hatte ich dann Zeit, die innere Befestigung am Wandermädelrucksack vorzunehmen. Dazu verwende ich ein festes planenartige Material von extex, das ist auch teilweise als Verstärkung im Hohlsaum drin. Das ist definitiv nicht auf meinem Mist gewachsen, wollte ich aber mal als sehr schlanke Lösung probieren. Man wickelt tatsächlich einen sehr kompakten, faltenfreien Falz, scheint zu funktionieren. Aber ich hatte wieder mal etwas ELEMENTAR wichtiges vergessen! Dann suche ich jedesmal nach einer Fläche, wo ich das da noch rantackern kann, ohne „Dichtflächen“ zu lochen. Das ist nur ein Spaßetikett, ich nähe im Grunde nur für mich (und das Wandermädel): Verwendete Garne und Nadeln: belastete Stellen 60er Aman Serafil / Seraton und 100er Jeansnadel mit „Titan“beschichtung unbelastete Stellen, vor allem der Liner: 60er Microtex-Nadel und Corespun (müsste 75er sein) Warum die 60er Microtex? Die 70er habe ich alle beim Tarp Nähen verbraucht, da bleiben die 60er über. Maschinen: Gritzner Tippmatic 1035 mit DFT Schließnähte mit der guten alten Veritas 8014/2 aus den 50ern8 Punkte
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Winterflucht mit Handgepäck - das war der Plan. Wandern, aber in festen Quartieren übernachten mit einigermaßen leichtem Gepäck kompatibel zu den Vorschriften des irischen Billigfliegers führten zu einem speziellen Design eines „AirPacks”: Das Konstruktionsprinzip entspricht in etwa dem Design von Ray Jardin. Folgende Überlegungen und Randbedingungen standen am Anfang: Maximal Größe (konstruiert) 40cm x 30cm x 20cm entsprechend den Vorschriften für kostenloses Handgepäck. klares Design für sicheres Handling beim Transport robuste, stabile Außenhülle um Flixbus und Co. gewachsen zu sein hohes Maß an Wasserfestigkeit trinkblasenkompatibel verstaubare Schulterträger und ggf. Hüftband unauffällige Erweiterungsmöglichkeiten komfortable Kontaktflächen So entstand ein Entwurf mit folgende Features: kubisches Design 300den RS Cordura außen leichtes RS Nylon als Futter und für den Rollverschluß komplett separat eingehängter Inliner aus dünnem, hellen RS-Material mehrlagige Schulterträger mit verstellbarem Brustgurt und Schlauchführung große RV-Tasche an der Front (Innenmaß 25x25cm) separates Rückenfach für Trinkblase und ggf. Sitzmatte pro Pack insg. 12 kleine Schlaufen für optionale Bekordelung (Wanderstöcke anbringen usw.) stabile Befestigung für Reflektorband oder Blinklicht auffällige Greifschlaufe aus Mantel von gebrauchtem Kletterseil Reflektorschlaufen am Schulterträger Da diesmal ein Wandermädel mit am Start war, wurden zwei Exemplare gefertigt. Das Wandermädel bekam exklusiv ein 25mm Hüftband, ich hingegen meine 38mm MOTASY-Schnittstelle zur Handybefestigung mittels SP Connect Adapters und taktischer Schnalle (im Bild unten am linken Träger zu sehen). MOTASY heißt „Modulares Taschensystem“ und ist meine hauseigene Schnittstelle an allen meinen Backpacks, um eine einheitliche Befestigung von Zubehör zu gewährleisten. Zusammen mit den Brustgurten und dem Gummikordel-Gebamsel konnte ich so Dinge aus dem Bestand nachnutzen. Ein weiterer Unterschied betraf leicht eingekürzte Schulterträger beim Wandermädel, aufgrund der sehr kleinen Rumpfgröße. Ansonsten passt der AirPack mit seinen konstruierten Außenmaßen von 38x28x17cm gerade für kleine Menschen hervorragend. Im Flieger Nach problemloser Sicherheitskontrolle und Boarding passten die AirPacks einwandfrei unter den Sitz vom Vordermann. Da ist sogar noch Luft! Ich schätzte dann die Breite, anhand der auf dem Rückflug mitgenommenen (vor Ort erworbenen) Wanderstöcke, auf 48cm. Da kann man also noch was unter den Rolltopverschluß packen. Auf dem Trail Wir waren 2 Tage auf dem GR 221 unterwegs und die AirPacks haben sich auf Anhieb bewährt. Die wurden nur einmal probe getragen, ich bin mit meinem Exemplar Getränke und Snacks holen gegangen, kurz vor der Abreise. Auch bei starkem Regen drang kein Wasser ein, das Volumen war für eine Art „Hüttentour” mit ca. 20l mehr aus ausreichend und die Kontaktflächen aus einer Art Netzmaterial und 5mm offenem Schaumstoff erwiesen sich als sehr bequem. Was nicht so gut funktionierte: Beide Trinkblasen waren mit meinem gedachten Aufhängemechanismus nicht wirklich kompatibel (hier ohne Trinkblase) Während beim Wandermädel die Sirex Sitzmatte auf den Millimeter genau hineinpasse, hatte der steife und dicke Plastehaken der Camelbag-Kopie keine Chance, an dem G-Haken oder den Schlaufen Platz zu finden. Ein Stück Schnur, zur Schlaufe geknotet, schaffte dann Abhilfe. Meine Schnallen am Schulterträger, waren mangels Neuteile irgendwelchen gebrauchten und das recht dünne extex 20-mm-Band rutschte gerade lastfrei recht schnell durch. Das blaue RS-Außenmaterial war in punkto Wasserfestigkeit leider ein Fehlgriff, aber die innere (teurere) Polyestervariante hat letztlich das eindringende Wasser abgehalten. Aufgrund der kurzen Vorbereitungszeit hatte ich kein System zum „inneren“ Schließen des Rolltopverschlusses. Aber wir bekammen das immer irgendwie wasserfest zusammengerollt. Wenn man die Handgepäckmaße wirklich einhalten möchte, gestaltet sich das formgerechte Packen sehr anspruchsvoll. Mit Trinkblase beult der Rücken schon deutlich aus. Sonst hängt bei meinen MYOG Rucksäcken die Blase hinter der eingerollten Isomatte, da ist die Form viel stabiler. Hier kann man nur möglichst locker Packen, damit sich das von selber zurechtzurrt, sobald man damit wandert. Das wichtigste - die Waage! Mein Airpack wiegt nackig 327g, die Wandermädel-Edition 340g (nun ein paar Gramm mehr, dazu später). Noch ein paar Detailfotos: Das verstaubare Hüftband der Wandermädel-Edition (hier ganz faul nur außen zusammengezurrt): Detail am Träger: Rolltopverschluß (die Schnalle hat eine geniale Klemmwirkung!): Die RV-Tasche: Abnehmbare Gummikordel: BTW, wenn man den Stopper lange am selben Platz lässt, bricht der Gummi regelrecht durch. Stopper immer ans Ende schieben beim Lagern, ist nun meine Devise, und einige Zentimeter Reserve einplanen. Mitten im Tramuntana-Gebirge: Die Jacke hinten zu befestigen hat sich nicht bewährt, ungünstiger Hebel. Aber wir konnten an dem Kordelzeug letztlich die Stöcke seitlich gut befestigen und sind auf der Rückreise so auch unbehelligt in den Flieger eingestiegen, obwohl die Stöcke deutlich länger als 40cm waren. Fazit: auch wenn das nicht das klassische UL-Setup ist, haben sich die UL-Prinzipien hier auch bewährt: an die Situation angepasst, mit den nötigen Features eine individuelle Lösung zu finden. Wir waren sehr zufrieden mit den AirPacks und werden die vielleicht sogar mal für eine extrem leichtgewichtige Übernachtung mir Tarp in klassischer UL-Manier nutzen.7 Punkte
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Tourenvorschlag Lemnos Inseltrekking
zoppotrump und 5 andere reagierte auf sirm3rl1n für Thema
Sinnigerweise wurde die hier in der antike gegründete Siedlung nach ihm benannt, welche den zweiten Höhepunkt der heutigen Etappe darstellt. In Hephaistos gelangen wir an den wohl freundlichsten und lebensältesten Mitarbeiter des Altertumsministeriums und besuchen im Anschluss das gut erhaltene Amphitheater. Man bekommt einen Eindruck davon, was hier vor Jahrhunderten einmal für eine Siedlung auf der Halbinsel existiert haben muss. Und wir lesen beim Verlassen der Stätte die wunderbarsten Einträge im ausgelegten Besuchertagebuch. Hier besteht in der Toilette die Möglichkeit, dass aus einer Zisterne per Schlauch herangeführte Trinkwasser aus dem Waschbeckenhahn zu zapfen (Q 1/2, KM 9,7). Ich habe das ohne Filter gemacht, das gab keine Probleme. Nach dem kurzen Rückweg auf gleicher Strecke folgt der Abzweig nach links, wobei man dem malerischen Naturhafen von Hephaistos in Richtung der Bucht von Tigani folgt. Die andauernde Versandung des genannten Hafens ist übrigens der Grund, warum die Siedlung schließlich aufgegeben wurde. Vorbei an der kleinsten und süßesten Kapelle der ganzen Wanderung erreicht man die Bucht von Tigani. Nach einer sich anschließenden moderaten Querfeldeinpassage und einer ebenso kurzen Teerstraße, bei welcher man auf der linken Seite die Überreste eines der wenigen, groß geplanten, aber gescheiterten Ferienresorts bestaunen kann, gelangen wir dann zum dritten Highlight der Etappe: Der Tempel von Kavirion. Hephaistos gab der Legende nach das von ihm perfektionierte Wissen über die Schmiedekunst an seine Kinder mit der Nymphe Kabeiro weiter, welche allesamt selbst Gottheiten gewesen sein sollen. Die Einwohner auf Lemnos verehrten sie an diesem eigens dafür gebauten Tempel, welcher bereits im 7. Jahrhundert vor Christus erbaut wurde. Die freigelegten Reste des Tempels sind imposant, der Besuch lohnt sich allerdings vor allem für den Blick in die unmittelbar an den Küstenklippen gelegenen Höhle des Philoktetes. Dieser wurde von Odysseus auf dem Weg zu den trojanischen Kriegen hier zurückgelassen, um sich nach einem Schlangenbiss zu erholen – der Überlieferung nach geschah dies durch die besondere Heilwirkung der Vulkanerde, weshalb diese insbesondere bei den Römern ein medizinischer Exportschlager wurde. Ergänzung zu den archäologischen Stätten: An diesem Dienstag gab es in Griechenland einen gesetzlichen Feiertag – daher habe ich für Hephaistos als auch für Kavirion an diesem Tag keine fünf Euro Eintritt zahlen müssen, der Eintritt an Sonn- und Feiertagen ist umsonst. Allerdings haben alle Stätten an allen Wochentagen nur bis 15:30 Uhr geöffnet. Ich war relativ spät und hatte daher nur 20 Minuten zu Besichtigung von Kavirion – das hat mir persönlich aber auch tatsächlich ausgereicht. Der Wasseranschluss hier in Kavirion war nicht in Betrieb. Da die Stätte erneut eingezäunt ist, verlässt man diese wieder durch den Haupteingang und schreitet um den Zaun herum. Vorbei an einer weiteren Kapelle erreicht man nach kurzem Querfeldeinabschnitt die Dünen und den Strand von Neftina. Der Rest der Etappe ist ab hier ein schlichtes Kilometermachen auf Schotterstraßen, wobei die Route ein oder zweimal über Felder abkürzt. Bei einem nicht mehr bewohnten, aber noch bewirtschafteten Bauernhof befinden sich große Wasserbehälter, aus denen man theoretisch nochmal Wasser nachfüllen kann, sofern man einen passenden Behälter dabeihat, in die man das Wasser zunächst zum Abpumpen einfüllen kann (Q 2/2, KM 20,4) – die abgehenden Schläuche und Ventile sind nämlich sehr groß und das Wasser schießt wie aus einem Regenabflussrohr. Die Etappe endet an der Kapelle am Strand von Axa. Unmittelbar daneben bietet sich eine ebene Grasfläche für den Zeltaufbau an, in der sehr aufgeräumten Kapelle befindet sich ein Tisch mit Sitzgelegenheiten. Der Strand liegt unmittelbar daneben. Etappe 9 – 11 Kilometer zur Nordspitze und zum Abschluss nach Plaka – Bademöglichkeit vorhanden: Diese sehr kurze Etappe entstand in der Planung wie bereits erwähnt aus dem Umstand, dass ich die Rückreise gerne ohne Stress halbtags erledigen möchte. Von der Kapelle folgt die Route auf dem ersten Kilometer querfeldein der Küstenlinie. Ab da geht es über Schotterstraßen weiter in Richtung des nordöstlichen Kap Plaka. Wer am Ende von Etappe 8 schon direkt in Plaka enden möchte, biegt hier nach ca. 2 Kilometern nach rechts ab, sobald das Dorf rechterhand sichtbar ist. Die Route an sich ist bis auf den sehr fotogenen weißen Leuchtturm an der Landspitze quasi komplett unspektakulär. Dieser ist allerdings wieder militärisches Sperrgebiet mit den bereits erwähnten großen Verbotsschildern. Man kann bis zum nicht mehr besetzten Wachhäuschen kurz vor dem Leuchtturm gehen, um einen guten Blick auf die beiden Inseln Samothraki und Gökceada sowie die Dardanelleneinfahrt zu haben. Ich wurde zwar aus der Ferne kritisch von den Soldaten beäugt, man hat aber keine Anstalten gemacht, mich anzusprechen oder gar zu verscheuchen. Fotos habe ich hier aber auch nicht gemacht. Eine Landzunge weiter südlich besteht die Möglichkeit, für ein „Geschafft!-Foto“ mit dem Leuchtturm kurz bis zur Küste zu laufen. Kurz vor dem Hafen von Plaka wird aus Schotter dann für die restlichen Kilometer wieder Teer – hier am Hafen besteht am Strand nochmal eine Bademöglichkeit. Die Route endet an der Kirche von Plaka. Läuft man an dieser links vorbei und hält sich geradeaus, befindet sich im ersten Haus links wieder ein Minimarkt. Der Inhaber hat mir hier sehr freundlich ein Taxi gerufen, was mich an der Kirche abgeholt und wieder zurück nach Myrina gebracht hat.6 Punkte -
Stromversorgung zuhause nur aus einer 12 V Solaranlage 200 Wp / 200 Wh Bat-Speicher
Schlurfer und 5 andere reagierte auf Ein.Plattfüssler für Thema
Guten Tag allesamt, … tzzz… da habe ich ja was angezettelt… 🙂 Auf mehrfachen Wunsch einige Erläuterungen zu meiem Leben in Einfachheit und mit weitgehender Eigenversorgung, auch beim Strom. Ausgangspunkt ist für mich unabhängig und mit dem, was ich tatsächlich brauche, zu leben… Brauchen tue ich für meinem Körper Nahrung, Kleidung, Unterkunft. Das ist nicht anders als beim UL-Trekking. Dabei will ich weder von meiner eigenen Gier, als auch nicht von der Gier von anderen (wie z.B. Stromanbietern) abhängig sein… Also war der erste Schritt, alles wegzulassen, was ich nicht oder kaum brauche. Sowie zu überlegen, wie ich das Wenige mit geringstem Aufwand realisieren kann… In der Stromversorgung war und ist für das Wenige für mich eine 12V-Solaranlage. Ich begann im Jahre 1998 mit einer 50 Wp-Anlage, erweiterte bald auf 100 Wp, dann auf jetzt ca. 200 Wp. Der Strom wird in zwei 100 Wh-Solarbatterien gespeichert. Als Überbrückung der dunklen Abschnitte im Winter (etwa Mitte Dezember bis Mitte Januar, abhängig von der Anzahl der dennoch auftretenden Sonnentagen) gibt es noch eine 30 Wp-Anlage mit zwei 100 Ah-Autobatterien. Die 30 Wp ermöglichen insbesondere eine Erhaltungsladung der Autobatterien und den Betrieb eines Netbooks (wie gerade jetzt)… Als Strom-Verbraucher habe ich Akkulampen (mittels USB aufladbar), Stirnlampen, Mini-Staubsauger, Handy, Diskman, Taschenradios, MP3-Player, mobilen DVD-Player… Also keine Großverbraucher… Im Bereich des Handwerkerns gibt es bei mir Handarbeit (HANDwerk hat ja goldenen Boden, oder... 😉 ) ... Heizung mittels Holz aus dem eigenem Wald (Benzinkettensäge, Spaltung per Axt und Keil)… Trinkwasser aus einer Quelle (in Kanister tragen)… Regenwasser als Brauchwasser (im Winter auch mal aus dem Bach wegen Einfrierens der Regentonnen, Transport in 60 l-Behälter mittels Schubkarre)... Lebensmittel-Kühlung (oder auch für Powerbanks) im Keller (im Sommer max. 10 Grad)… Kochen mittels Küchenhexe (Oma’s Holzofen, mal fragen... 🙃 )… Eine 12 V- Sufflopumpe (Bootszubehör) gibt es auch (kaum im Einsatz, derzeit sowieso defekt)… Einige Powerbanks mit 10.000 mAh, 20.000 mAh, 26.400 mAh (im Sommer mittels der Solaranlage geladen) garantieren eine Winter-Reserve für Kleinverbraucher wie Handy u.a. (s.o.)… Sollte es (alle paar Jahre im Winter mal vorkommend) zu wenig Nachlade-Strom aus der Solaranlage geben, kommt ein kleines Notsromaggregat/ Stromerzeuger (800 W, benzinbetrieben) zum Nachladen der Solarbatterien (Kfz-Ladegerät 10 A) zum Einsatz… Die ätesten Solarpanele sind jetzt 27 Jahre im Einsatz, noch funktionsfähig. Im Sommer, will ich mal nachmessen, was jedes einzelne an Spannung und Strom noch so bringt… Solarbatterien halten 10 Jahre etwa, oder etwas länger, je nach Nutzung (Lade-Entladetzyklen)… Mehr fällt mir derzeit nicht ein… Zu meiner Motivation sei noch gesagt: Antrieb für mich ist SEIN… nicht nur DASEIN….... LEBEN eben... 😇 Alles nix Besonderes sagt sich Ein.Plattfüssler6 Punkte -
Tourenvorschlag Lemnos Inseltrekking
zoppotrump und 4 andere reagierte auf sirm3rl1n für Thema
0 Einleitung Hallo an die Community, ich möchte euch heute eine knapp 190 Kilometer lange Trekkingtour vorstellen, welche ich selbst ausgearbeitet habe und im Oktober 2025 Solo in dieser Form innerhalb von 8,5 Tagen mutmaßlich „erstbegangen“ bin. Ich hoffe, dass dieser Bericht den ein oder anderen hier anspricht und dazu inspiriert, auch mal solch ein (Planungs-)Abenteuer oder vielleicht meine Route zu wagen. Ich entschuldige mich vorab schonmal für die Länge der Posts, neben dem Wandern ist mein zweitliebstes Hobby das Schreiben. Ich teile diesen Routenvorschlag so ausführlich, weil es mich selbst bei meinen Recherchen oft extrem nervt, wenn man sich alle Infos aus gefühlt 349 verschiedenen Quellen ziehen muss und dann doch nicht weiß, ob die Reise nachher aufgeht. Daher hier eine hoffentlich ganzheitliche Zusammenfassung für jeden, der das auch mal machen möchte. Ich hoffe, euch ein wenig Fernweh machen zu können und würde mich dabei über jede Art der Rückmeldung freuen. Den zugehörigen GPX-Track habe ich bei Outdooractive unter folgendem Link veröffentlicht: https://www.outdooractive.com/de/track/lemnos-inseltrekking/334117623/ 1 Schnelle Infos - Ziel: Lemnos, nördliche Ägäis, Griechenland - Stil: Inseltrekking von Küste zu Küste - Routenlänge: ca. 190 Kilometer, davon 180 per GPS geplant plus ungefähr 10 Serpentinen- und Kamerastativ-Aufschlag - Dauer: 8,5 Tage - Durchschnittliche Tageskilometerlänge: ca. 22km, letzte Rauslaufetappe allerdings nur 10km - Gelaufene positive Höhenmeter: ca. 4.500 nach GPS-Tracking, 800 mehr als per Tool berechnet - Planung: Per Hand und Luftbildkarte, als Quellen lediglich WikiVoyage und ein Computerspiel - Navigation und Tracking: Garmin Epix 2 am Handgelenk, Garmin Explore App auf dem Telefon und inReach mini am Rucksack, allesamt bespielt mit OSM-Kartenmaterial Ziel: Meine Wanderung führte mich auf die achtgrößte griechische Insel namens Lemnos, welche in der nördlichen Ägäis vor der türkischen Küste und der Einfahrt zu den Dardanellen liegt. Falls sie überhaupt jemand kennt, dürfte einigen von euch diese genauso wie mir lediglich aus einem böhmischen Computerspiel aus dem Jahr 2013 bekannt sein, wo sie in einer um den Faktor 25 verkleinerten Version namens Altis komplett digital 1 zu 1 nachgebaut und für einen zukunftsfiktiven Militärkonflikt missbraucht wurde. Kurzer sprachlicher Einschub: Die deutsche Schreibweise ist Limnos, da man aber direkt nach dem ersten Tag vor Ort selbst nur noch die griechische Schreibweise Lemnos benutzen wird, bleibe ich auch hier im Reisebericht dabei. Die echte Lemnos ist knapp 500 Quadratkilometer groß und misst in ihren Ausmaßen knapp 30 x 35 Kilometer, wobei die Insel aufgrund ihres bereits sehr weit erodierten Vulkancharakters eine sehr differenzierte Landschaftsform mit etlichen Stränden, tief eingeschnittenen Buchten und einem relativ weich gezeichnetem Hügelrelief besitzt. In der Vergangenheit wurde das Aussehen der Insel als „im ägäischen Meer schlafender Schmetterling, der seinen Kopf unter Wasser hält“ beschrieben – wer auf die Karte schaut wird merken, dass diese Beschreibung recht passend ist. Warum die Wanderung auch bei entspannt geschwungener Oberfläche – der höchste Berg Vigla ist lediglich 430 Meter hoch – anspruchsvoll und herausfordernd bleibt, die Insel aus meiner Sicht gerade für Individualtrekker ein Paradies ist, man während der Wanderung mit Blick auf die Landschaft manchmal Vergleiche mit Schottland, Südafrika, Jordanien und den Falkland-Inseln zieht, man fast jeden Abend im Meer baden kann, man von der wunderbaren Tierwelt und der ältesten Besiedlungsgeschichte Europas im Hinblick auf die zahlreichen archäologischen Stätten begeistert sein und als Weitwanderer quasi von allen Einwohnern herzlich empfangen wird – und manchmal auch umarmt – das erkläre ich im Weiteren. Und wie unfassbar gut wilder Thymian duften kann. 2 Hinweise zur Schwierigkeit, den persönlichen Anforderungen und Rechtliches zum Wege- und Campingrecht Vorab: Es handelt sich ausdrücklich NICHT um eine existente, NICHT um eine offizielle und erst recht NICHT um eine ausgeschilderte Route! Den von mir gelaufenen Trail gibt es so nur in meiner GPS-Version! Verlauf und Markierungen: Es gibt auf Lemnos keinen markierten Weitwanderweg – überhaupt gibt es so gut wie keine markierten Wege auf der Insel! Insgesamt bin ich nur an zwei Touristen-Hotspots auf zusammengenommen vielleicht 800 Metern über sowas wie markierte Routen gelaufen, die dabei über sehr ausgesetzten Felsen verliefen und nur deshalb markiert wurden. Ich habe diese Route tatsächlich relativ spontan innerhalb von einer Woche per Luftbild und GPS-Routentool geplant, mehr dazu unter Punkt 8. Die Route ist in dieser Version also ausdrücklich nur mit GPS ablaufbar. Wegbeschaffenheit: Ich habe so wenig Teerstraße wie möglich verplant. Viele Abschnitte führen über Schotterstraßen, welche auch mit Abstand den größten Teil des Straßen- und Wegenetzes der Insel darstellen. Ein weiterer Teil führt lediglich über inoffizielle Wege und teilweise vorbei an oder sogar über Privatgelände wie zum Beispiel Weizenfelder oder Schafwiesen und in drei Fällen auch unmittelbar über Bauernhöfe. Und einige Kilometer sind tatsächlich lediglich Durschlageübungen querfeldein, welche größtenteils aus vorgetretenen Trails von Ziegen und Schafen bestehen, in kurzen Abschnitten aber tatsächlich nur durch das zugewucherte Buschwerk führen! Ich habe es mal grob ohne Berücksichtigung von Serpentinen überschlagen, dabei teilen sich die 180 Kilometer der GPS-Route auf in ca.: - 50% Schotterstraßen und Feldwege, - 15% Asphalt- oder Betonstraßen sowie gepflasterte Wege in und um Ortschaften, - 35% Querfeldein-Abschnitte, auf denen größtenteils die genannten Trampelpfade der Ziegen genutzt werden können und damit problemlos ein Single-Trail-Eindruck entsteht – wenngleich es auch einige kurze Abschnitte ohne jeden Weg durch die Botanik gibt, mehr dazu im zweiten Post mit den Etappenbeschreibungen. Schwierigkeit: Wegbeschaffenheit: Einfach Gesamtschwierigkeit: Eher schwer. Warum das? Zu zwei Dritteln sind die Wegbeschaffenheit und die Höhenmeter wie oben beschrieben eher einfach bis mittelschwer und technisch leicht einzuordnen. Nichtsdestotrotz würde ich die Gesamtschwierigkeit als eher schwer bezeichnen, da: 1. Der Trek in dieser Form nur als GPS-Route existiert, 2. die genannten Querfeldein-Abschnitte steil bergauf und -ab, über ausgesetzte Felspassagen, über Sanddünen und über stacheliges Buschwerk führen, und 3. Erfahrungen im Management mit Wasser und Nahrungsmitteln, also das Rucksackgewicht betreffend, aufgrund des Fehlens von Nachschubquellen unerlässlich sind. Trinkwasser und Nahrungsnachschub: Pumpfilter ist Pflicht! Nahrungsnachkauf ist bei einem teilweise recht eingeschränkten Sortiment und unsicheren Öffnungszeiten möglich. Weiteres unter Punkt 9 bzw. im zweiten Post. Unterkünfte: Es handelt sich ausdrücklich um eine reine Zeltroute! Es gibt praktisch keine buchbaren Schlafmöglichkeiten auf der Route. Jedermannsrecht: Es gibt in Griechenland kein Jedermannsrecht, im Gegenteil, die Freiheiten im Hinblick auf Camping und Zelten sind in den letzten Jahren immer mehr eingeschränkt worden. Dies gilt aus meiner Erfahrung allerdings nur für das Festland und nicht für Lemnos. Beinah die ganze Insel wird als Weidefläche für Schafe und Ziegen genutzt, weshalb es etliche Weidezäune aus lediglich aufrecht gestellten Stahlmatten gibt, die sich kilometerweit über die gesamte Insel ziehen. Fast alle Sehenswürdigkeiten der Insel lassen sich jedoch nur erreichen, wenn man diese Zäune an Toren bzw. offenen Stellen durchschreitet oder die Zäune einfach übersteigt. Daher gibt es so etwas wie ein erweitertes Wegerecht, was durch jeden Anwohner toleriert wird. Ich habe auf der Wanderung ca. 60 Zäune überstiegen und mindestens genauso viele offene oder verschlossene Tore überwunden, häufig wurden mir diese auch durch Schäfer auf deren Höfe geöffnet, welche ich teilweise über deren Privatgrund und Ackerflächen begangen habe. Dies hat nie ein Problem dargestellt, im Gegenteil, ich wurde stets freundlich empfangen und es schien, als sei dies einfach normal bei ihnen. Wichtig ist hierbei nur, den Zaun so zu hinterlassen, wie man ihn vorgefunden hat. Militäranlagen: Die Route verläuft teilweise unmittelbar an geschützten Militäranlagen vorbei, welche in Griechenland zur kritischen Infrastruktur gehören und an denen besondere Regeln gelten, insbesondere im Hinblick auf das Fotografieren und Filmen derselben. Ich hatte dort absolut keine Probleme, habe meine Routenwahl aber daran angepasst. Näheres siehe unter 13 und im zweiten Post. In der Gesamtschau aller Punkte kann ich die Route daher nur Wanderern empfehlen, die nicht davor scheuen, einen Trek lediglich querfeldein per GPS abzulaufen, die bereits Erfahrungen in eher wasserarmen Regionen haben, die kein Problem darin sehen, vom Rucksackgewicht ohne Nachkauf gegen sich zu gehen und die damit klarkommen, auch mal Privatgrund sowie Zäune überschreiten zu müssen und daher auch zwingend mit Einheimischen in Kontakt kommen werden! Mein Vergleich: Wer in seiner Trekkingkarriere bislang nur ausgeschilderte Pilgerpfade mit Tagesrucksack und allabendlicher Unterbringung in einem Hotel mit Vollverpflegung beschritten hat, sollte diesen Trek besser sein lassen. Wer schonmal den Arctic Circle Trail in Eigenverantwortung gelaufen ist: Feuer frei! 3 Warum Lemnos? Als ich dieses Computerspiel damals spielte, hatte ich direkt den Drang, irgendwann mal das echte Vorbild zu besuchen und mir einen Eindruck davon zu machen, ob die Landschaft eben nicht nur als Bühnenbild für einen fiktiven militärischen Konflikt in mittelfristiger Zukunft herhalten kann, sondern vielleicht auch als erfüllendes Wanderziel dienen könnte. Nachdem ich jetzt selbst da war, habe ich den unweigerlichen Eindruck, dass Lemnos aus meiner Sicht das perfekte Reiseziel für Individualtrekker ist. Warum? 1. Optimales Wetter mit angenehmen Tages- und Nachttemperaturen insbesondere auch in der Nebensaison. 2. Ein ausreichend hohes, aber sehr differenziertes Relief - man sieht von fast jedem hohen Punkt auf der Wanderung, wo man schon war oder wo es noch hingeht. 3. Geringe Reisekosten in Bezug auf so gut wie alle Posten: An- und Abreise, Unterkünfte, Herumkommen, Essen und Trinken, Eintrittspreise und Mietwagen. 4. Große Dichte an antiken Sehenswürdigkeiten im Kontext der griechischen und europäischen Geschichte. 5. Reiche Artendiversität insbesondere bei der Fauna, mit hoher Wahrscheinlichkeit, auch eher seltene Arten in direkter Nähe zu sehen. 6. Trekkingtechnisch absolute Abgeschiedenheit mit Wildnis-Charakter bei durchaus ausreichender Versorgungsstruktur – sofern dies gemäß Individualurlaub-Ethos gelebt wird. 4 Warum kennt man Lemnos nicht? Und warum sollte man das ändern? Gute Frage. Warum kennen die meisten Westeuropäer (meiner 90er-Generation) Lemnos nur aus einem Computerspiel? Weil die Insel touristisch bislang vollkommen am Leben vorbeigelaufen ist. Lemnos wird in den wenigen Reiseführern, die sie thematisieren, als verschlafene griechische Perle beschrieben. Trotz ihrer Größe hat die Insel nur knapp 16.000 Einwohner, aber ungefähr fünfmal so viele Schafe und Ziegen. Große, ausgebaute Ferienkomplexe für Pauschalurlaube gibt es überhaupt nicht, sondern nur einige kleine, aber mit hohem Standard geführte Familienhotels. Die meisten Urlauber sind selbst Griechen, welche Lemnos aufgrund ihrer über 200 Sandstrände in den Sommermonaten zur griechischen Ferienzeit besuchen und die Zeit mit Baden und Partys an den etlichen kleinen Strandbars verbringen. Dazu gesellt sich eine kleinere Anzahl von Touristen aus Osteuropa sowie per Fähre übergesetzte Camper – tatsächlich auch aus Deutschland! – welche die hier im Vergleich sehr günstigen Preise schätzen. Denn auf Lemnos läuft das Leben tatsächlich noch so ab, wie es sich in den ländlichen griechischen Regionen in den letzten 150 Jahren eingependelt hat. Die meisten Einheimischen leben entweder vom Fischfang, der Viehhaltung oder dem Anbau von Hartweizen. Die Vulkanerde auf Lemnos hat nämlich nicht nur eine in den Sagen über Odysseus überlieferte heilende Wirkungen, sondern sorgt auch für eine große landwirtschaftliche Fruchtbarkeit, welche sich dem Urlauber vor allem durch den charakteristischen zitrusartigen Geschmack des auf Lemnos gekelterten Weines erschließen dürfte. Ich bin froh, Lemnos kennengelernt zu haben. Und das bei mir ausnahmsweise mal nicht nur wandertechnisch, sondern auch in dieser sehr charmant verschlafenen, griechischen Glückseligkeit, die das Einfach-so-vor-sich-hinplätschern mit sich bringt. Wer nach der Wanderung alles in Myrina gesehen hat und bei einem Tag ohne Programm einfach mal bei einem oder mehreren Gläsern Lemnoswein 3 Stunden lang am Strand in den beginnenden Sonnenuntergang glotzt, wird verstehen, was ich damit meine. 5 Warum teile ich diese Route? Ich habe tatsächlich etwas länger überlegt, ob ich diesen Trek wirklich teilen soll, da ich von dem einzigartig verschlafenen Charakter der Insel bei der gleichzeitig grandiosen Landschaft einfach begeistert war. Dieser Umstand rührt vermutlich nur genau daher, weil kaum jemand diese Insel kennt und dort wandern geht. Und genau deswegen hat mich der Spirit dort auch so sehr abgeholt. Ich habe bei meiner Internetrecherche im Voraus überhaupt keinen Bericht darüber gefunden, dass jemand dort schonmal auf diese Art wandern war. Falls das irgendwer liest und das in der Vergangenheit schonmal gemacht hat: Meldet euch bitte hier! Der Umstand der vermeintlichen Erstbegehung hat mich in meiner Planung und Umsetzung auf jeden Fall nochmal mehr motiviert. Im ausgelegten Feedback-Buch im Amphitheater haben Menschen aus etlichen Ländern dieser Erde bescheinigt, dass Lemnos der vermutlich friedlichste Ort auf diesem Planeten ist, dass jemand dort wandern war, hat aber niemand verewigt. Zum Teilen der Route hier habe ich mich aufgrund der vielen positiven Rückmeldungen der einheimischen Bevölkerung während meiner Wanderung entschieden. Der ein oder andere wird diese Gefühle kennen, wenn man als Trekker Länder bereist, in denen irgendwie alle ehrlich froh sind, dass man in ihrem Land wandern geht. Den häufigsten Kontakt hatte ich aufgrund der Abgeschiedenheit der Route mit lokalen Bauern, die selbst größtenteils noch in alten Steinhäusern leben und von denen kaum jemand Englisch spricht. Per Übersetzungs-App und mit Händen und Füßen habe ich aber ausnahmslos positive Rückmeldungen zu meinem Projekt erhalten. Irgendwie waren alle Menschen, die ich dort getroffen haben, wirklich glücklich darüber, dass es Menschen wie uns Wanderer gibt, welche ihre Heimat und ihre Lebensweise auf die grundlegendste aller Arten kennenlernen wollen. Bei meiner stinkenden, aber glückseligen Rückkehr nach 9 Tagen Wanderung in mein erstes Hotel in Myrina hat mich meine Hotelmama trotz der Umstände umarmt und ich musste ihr vor dem Duschen erstmal eine halbe Stunde lang Fotos von der Wanderung auf meinem Mobiltelefon präsentieren, wobei sie sich teilweise gefreut hat wie ein kleines Kind, weil sie seit Jahren nicht mehr an den tollen Orten gewesen ist, die ich auf dieser Wanderung sehen durfte. Ohne mein Zutun sagte sie von selbst, dass ich das irgendwo in Deutschland veröffentlichen solle, damit mehr Menschen die Schönheit ihrer Heimat kennen lernen können. Was soll ich sagen, den Bericht lest ihr jetzt gerade. Daher kurzer Einschub: Ich empfehle das Arxontiko Hotel in Myrina! Gute Preise, wunderbare Inhaberin! 6 Anforderungen an mein Ziel und den Routenverlauf Die Ideen für diesen Urlaub: - Routenlänge zwischen 150 und 200 Kilometern - machbar in zwei Wochen, wobei Puffertage für organisatorische und genusstechnische Erlebnisse vor und danach möglich sein müssen - An- und Abreise per vergleichbar günstigem Flug - möglichst homogener Verlauf durch alle wichtigen Naturregionen, wobei man im besten Fall alle wichtigen touristischen Highlights mitnimmt Dieses Jahr war ich planungsfaul und hatte mir lange Zeit keine Gedanken zu meinem Herbsttrekking gemacht. Alle meine bisherigen Wanderpartner waren in anderen Verpflichtungen gebunden, womit eine Solo-Tour anstand, deren Planung mich nur für mich selbst verantwortlich machte und meine Motivation nochmal schmälerte. Vier Wochen vor dem Urlaub musste dann irgendein Ziel her, weshalb ich mir Lemnos von der Löffelliste gefischt habe und siehe da, die Flüge waren vergleichsweise günstig. Daher habe ich, ohne groß über die Konsequenz nachzudenken, die An- und Abreise vor der Planung gebucht, was mich in den nötigen Zugzwang versetzte. Die Planung gestaltete sich dann aufgrund fehlender Quellen tatsächlich recht schwierig, ich habe lange gesucht, aber einfach nichts zu Trekkingreisen auf Lemnos gefunden. Ich habe daher etwas gemacht, was ich zuvor noch nie getan habe, nämlich mir die spannendsten Sehenswürdigkeiten der Insel aus der englischen WikiVoyage rausgesucht und per Hand über eine GPX-Anwendung eine vermeintliche Route in einem Luftbild zusammengestrickt. Erstaunlicherweise kam ich auf die ungefähr gewünschte Routenlänge, die im GPX-Trek 180 Kilometer lang war. Da ich hierbei keinen Serpentinenzuschlag oder das Zurücklaufen von Kamerastativen mit eingerechnet habe, konnte ich aus Erfahrung von knapp 3 bis 8% zusätzlicher Strecke ausgehen. Dies ist auch so aufgegangen, am Ende hatte ich getrackte 190 Kilometer auf dem Tacho. Die von mir vorgeplante Route nimmt die aus meiner Sicht sechs wichtigsten und höchsten Berge, alle eingerichteten Naturschutzgebiete sowie alle geologisch und archäologisch interessantesten Sehenswürdigkeiten mit, wobei sie so verläuft, dass man bis auf zwei Ausnahmen eigentlich jeden Abend im Meer schwimmen kann. Zusätzlich habe ich versucht, nach Möglichkeit besondere Zeltplätze in die Route einzuweben. Was für mich am Erstaunlichsten ist: Obwohl die Route nur per Luftbild geplant war, ist sie fast ohne Abweichungen genauso und damit gefühlt perfekt aufgegangen. Ich habe sie vor Ort lediglich in Abschnitten angepasst, wenn bestimmte Relieflinien oder Felder einfacher zu begehen gewesen sind. Was auf der Route fehlt: Die mutmaßlich interessanten Zentralbereiche rund um den alten Vulkankegel von Vouni bei Katalakko sowie die grünen Hügel von Agios Dimitrios. Die haben schlicht und ergreifend nicht in die Routenvoraussetzungen gepasst. Man kann sie auf der fünften Etappe von den Höhen sehen, wer sie aber wirklich erleben will, dem empfehle ich den Besuch nach der Wanderung per Mietwagen. 7 Reisezeit und Wetter Meine persönlichen Präferenzen sind entspannte Tagestemperaturen ohne großartiges Geschwitze bei moderaten Nachttemperaturen, welche eine leichte Ausrüstung ermöglichen. Aufgrund meiner beruflich vorgeplanten Urlaubszeit hatte ich keine andere Wahl als den Zeitraum in den letzten beiden Oktoberwochen. Auf der Insel wurde mir von allen Einheimischen tatsächlich die Haupturlaubszeit zwischen August und September empfohlen – ich sollte dann nochmal wieder kommen, weil dann so richtig was los sei auf der Insel. Spätsommerliche Temperaturen über 30 Grad und überfüllte Strände brauche ich aber nicht, der Osram von oben hat mir auch so schon gereicht. In meinen zwei Wochen Ende Oktober hatte ich entspannte Tagestemperaturen von 22 Grad, welche sich in der Nacht auf minimal 13 Grad abkühlten. Bei neun Tagen Wanderung hat mittags viermal die Sonne ohne Wolken auf mich runtergebrannt – da habe ich insbesondere in den Aufstiegen gut geschwitzt und dementsprechend viel aus der Trinkblase getrunken. Weitere vier Tage hatte ich eine dankbare Wolkendecke. Auf der siebten Etappe hatte ich kurzfristig für knapp eine Stunde richtig Platzregen am Strand von Keros, wobei dann wirklich regentechnisch einmalig die Welt untergegangen ist. Denn ab Ende Oktober beginnt die Regenzeit auf Lemnos. Der kurzzeitige Starkregen an Tag 7 war der Einzige während der Wanderung, wobei es in weiteren drei Nächten leichten Nieselregen während der Nachtstunden gab, allerdings immer erst spät, als ich schon im Zelt lag. Davon hat man aber tagsüber nichts mehr wahrgenommen, das Zelt war beim Aufstehen immer trocken. Wichtiger Hinweis: Trotzdem wird die von mir vorgeplante GPS-Route so nur vom Beginn des Sommers im Juli bis zum dauerhaften Eintritt der Regenzeit Anfang November funktionieren. Das liegt daran, dass ich einige Abschnitte verplant habe, in denen man entweder a) nur in der Trockenzeit durch Bachtäler schreiten kann oder b) über so spät im Jahr nicht mehr bestellte Felder laufen muss. 8 Hin- und herumkommen Schnelle Preisliste: - Flug von und nach Deutschland: ca. 350 Euro - Taxifahrten: Flughafen nach Myrina ca. 28 Euro, Fahrt über die komplette Insel von Plaka nach Myrina ca. 55 Euro - Mietwagen: Je nach Saison 20 bis 40 Euro pro Tag (deutscher Kartenführerschein in Verbindung mit Personalausweis reicht aus, Umschreibung auf EU-Führerschein ist nicht nötig) Flüge: Direktflüge aus Deutschland gibt es nicht. Da ich in der Nebensaison da war, gab es auch nicht so viele Tagesflüge vom griechischen Festland wie sonst. Ich bin ab Frankfurt mittags mit Lufthansa nach Athen und von dort zwei Stunden später mit Olympic nach Limnos geflogen, Ankunft dort war um 20:45 Uhr Ortszeit. Durch die späten Rückflüge hatte ich auf der Rückreise eine Nacht von 22 Uhr bis 6:45 Uhr Stopover am Flughafen Athen. Der Flugpreis betrug inklusive 23kg Aufgabegepäck für Hin- und Rückflug insgesamt 350 Euro, in der Hauptsaison dann vermutlich dementsprechend teurer. Busfahrplan: Ein zusammenhängendes Bussystem mit Linien gibt es auf der Insel nicht. Oft fährt ein Bus morgens früh mit den Schulkindern aus dem jeweiligen Dorf in die Hauptstadt Myrina und von dort am Nachmittag wieder zurück. Ich habe keinen davon genommen und mir wurde bei meinen Rückfragen in den Ortskernen auch immer mitgeteilt, dass es eigentlich keinen festen Fahrplan gibt, sondern man mal so, und dann auch mal so fährt. Taxis: Besser klappt es mit den Taxis. Es gibt ein offizielles System per Taxameter, wobei man erwartungsgemäß zu Fahrtbeginn vom Fahrer immer nach einem schwarzen Festpreis gefragt wird. Für die erste Nachtfahrt vom Flughafen nach Myrina habe ich den Festpreis von 30 Euro genommen, bei meiner Rückfahrt mit Taxameter von Plaka hätte die Strecke vom Flughafen dann 28,50 Euro gekostet. Hab allerdings bei der zweiten Fahrt die Anfahrt nach Plaka nicht berechnet bekommen, da ich den gleichen Taxifahrer angerufen habe… Muss jeder für sich selbst entscheiden. 9 Details zu Nachschub und Quellen Wasser: Lemnos verfügt nur über eine Handvoll natürlicher Süßwasserquellen, welche insbesondere außerhalb der Regensaison häufig in nicht erreichbaren Lagen entspringen und nur selten am Ende das Meer auch erreichen. Als Erstbegeher der Route ohne genaue Kenntnisse über Quellen oder Bachläufe ergab sich daher für mich die Besonderheit, immer mit dem Unbekannten und damit mit Wasserknappheit rechnen zu müssen. Ich bin leider jemand, der durch Transpiration sehr viel Wasser verliert und dementsprechend intensiv ist mein Durst und damit Wasserverbrauch. Daher habe ich zu Beginn jedes zweiten Tages die Wassermenge von zwei Tagen geschleppt, das waren in der Regel so zwischen 5 und 6 Litern. Nach dem Trek kann ich sagen: Wer einen gescheiten Wasserfilter mitführt, kann fast an jedem Tag irgendwo Wasser zapfen oder kaufen! Fast. Ausnahmen: Lediglich für Etappe 2 (Fako-Halbinsel) und Etappe 8 (Überführung vom Salzsee Richtung Plaka) sollte man für zwei Tage Wasser mitschleppen. Die genauen Details zu den jeweiligen Wasserquellen sind den Etappenbeschreibungen im nachfolgenden Post zu entnehmen. Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass das Leitungswasser in Myrina ausdrücklich nicht zum Trinken geeignet ist, da es aufgrund der alten Leitungen mit Chlor versetzt wird. Alle anderen Ortschaften auf dem Trek nutzen eigens angebohrte Grundwasserreservoirs, weshalb die Wasseraufnahme an den jeweiligen Hähnen auch ohne Filter kein Problem darstellt. Ich habe auch an den Tiertränken – sofern das Wasser nicht mit Kot verunreinigt sein konnte und frei floss! – teilweise ohne Filter getankt und hatte keinerlei Probleme, näheres siehe im zweiten Post. Nahrung: In Bezug auf den Nahrungsnachschub sieht der Trek leider relativ mau aus. Da ich in der Nebensaison gelaufen bin, hatten eigentlich alle Strandbars und die außerhalb gelegenen Restaurants bereits geschlossen. Ein zielführender Nahrungsmittelnachkauf während des Treks ergab sich bei mir daher nur auf folgenden Etappen an folgenden Stellen: - Etappe 3 in Kontias: Im Ortskern gibt es die Sariklis-Bäckerei. Der Inhaber Teo war einer der wenigen Kontakte auf der Wanderung, der perfektes Englisch sprach und mir, nachdem ich ihm von meinem Projekt erzählt habe, die komplette Getränkerechnung erlassen hat… Neben allerlei superleckeren griechischen Backwaren – unbedingt die gefüllten Blätterteigrollen mit Philadelphia-Frischkäse mitnehmen! – gibt es auch ein kleines Supermarktsortiment mit allerlei Säften, Bieren, Sprudeln, Nüssen, Keksen, Knabbersachen und sogar Tiefkühlware. Die Öffnungszeiten haben sich mir nicht so ganz erschlossen, er hat mir aber seine Mailadresse gegeben – fragt also im Zweifel unter teosariklis@gmail.com nach, ob er offen hat bzw. falls nicht, für euren Ankunftstag ein Carepaket bereithalten kann. - Etappe 4 an der Hauptstraße hinter Therma: Hier könnte man zum Trinkwasser- und Nahrungsmittelkauf ein paar hundert Meter auf der Hauptstraße Richtung Myrina laufen, dort befinden sich mehrere Tankstellen und ein Supermarkt, wobei man dann über Umwege wieder (auf eigener Routenfindung!) auf den Trek gelangen müsste. - Etappe 6: Am Ziel in Moudros, der zweitgrößten Stadt auf der Insel, gibt es eine Handvoll Supermärkte und Bäckereien, wo sich eigentlich so gut wie alles kaufen lässt. Abseits davon gibt es keine Einkaufsmöglichkeiten. Da ich seit jeher mit Tütennahrung arbeite, hatte ich keine grundsätzlichen Probleme, habe mich aber an jeder verfügbaren Bäckerei mit Backwaren eingedeckt. Ich bin selbst noch nie nahrungstechnisch komplett „blank“ gewandert, glaube aber, dass Hardcore-Ultralightpacker auch mit dem kleinen Sortiment in diesen Läden klarkommen werden. Blöd wäre nur, wenn die zuhaben… Ruft also besser vorher an bzw. schreibt eine Mail. Und daher ebenfalls nice to know: Die Öffnungszeiten der Geschäfte sind an die Entspanntheit auf der Insel angepasst. Die meisten Läden öffnen morgens um 9 Uhr und schließen zwischen 12:30 Uhr und 14:30 Uhr wieder, um dann gegen Abend um 18 Uhr nochmal bis ca. 21 Uhr zu öffnen. In der Zwischenzeit haben nur die großen Supermärkte in Myrina (LIDL, etc.) oder die wirklich kleinen Kioske, in denen man nur Getränke oder Süßigkeiten bekommt, offen. 10 Gaskartusche, Kartenmaterial und Ausrüstung Gaskartusche: Egal ob zum Stechen oder Schrauben, diese bekommt man direkt in Myrina tatsächlich relativ einfach. Fast jeder kleine Mini-Markt in der Altstadt führt ein großes Sortiment. Ich habe zwar am ersten Morgen etwas suchen müssen, werde euch aber auf der folgenden Karte zwei Märkte markieren, die definitiv beide Typen in verschiedenen Größen führen. Der Preis für meine 500 Gramm Schraubgaskartusche lag bei 4,80 Euro. Markt Nr. 1 liegt unmittelbar neben dem kleinen Marktplatz im griechischen (nördlichen) Altstadtviertel, Markt Nr. 2 am Ende der einspurigen Ampelregelung im türkischen (südlichen) Altstadtviertel. Kartenmaterial: Ich habe insgesamt vier ausprobiert und kann nun ausnahmslos die Karte vom Verlag Anavasi aus Athen empfehlen, diese lässt sich auch in Deutschland bestellen. Mal abgesehen vom schönen Werbslogan „Waterproof & Tearproof“ ist dies die aktuellste Karte, Stand bei mir war Ende 2024. Außerdem lässt sich diese wohl in einer App nutzen, die ich allerdings selbst nicht getestet habe. Hinweis: Trotzdem enthält die Karte nur alle offiziellen Straßen und Wege, die Querfeldeinabschnitte sind wie erwähnt nur per GPS machbar. Ausrüstung: Auf die persönliche Ausrüstung möchte ich nicht intensiv eingehen, jeder hat da seine eigenen Präferenzen. Ich habe aufgrund der Wettervorhersage eine Basisausrüstung im Komfortbereich von 10 Grad Schlaftemperatur ausgewählt, damit bin ich sehr gut gefahren. Ich hatte einmalig an Tag 7 eine Stunde tagsüber richtig starken Regen, wo mir die Regenjacke gute Dienste geleistet hat. Nachts hat es mehrfach geregnet, weshalb die Mitnahme des Außenzeltes die richtige Entscheidung gewesen ist. Aufgrund der Bodenbotanik empfehle ich allerdings dringend vernünftige Wanderschuhe mit Schaft sowie das Mitführen eines Wanderstocks für die steilen Abschnitte. Und leichte Aquaschuhe haben mir beim Baden sehr gute Dienste erwiesen, insbesondere im Hinblick auf die vorhandenen Seeigel. Zu beidem mehr im Post mit den Etappenbeschreibungen. 11 Kontakt mit den Einheimischen – Mobilfunkempfang - Naturschutzgebiete Kontakt mit Einheimischen: Auf dieser Route wird man aufgrund der örtlichen Begebenheiten unweigerlich insbesondere mit den örtlichen Bauern in Kontakt kommen. Ich habe, wie bereits teilweise beschrieben, ausnahmslos positive Erfahrungen gemacht. Mir wurden alle Tore geöffnet und immer wurde gefragt, was ich mache und warum es ausgerechnet ihre Heimat Lemnos zum Wandern geworden ist. Oft wurde lachend mit dem Kopf geschüttelt, mehr als einmal hat man mich als Helden bezeichnet oder mich umarmt. Am ersten Abend habe ich mich tatsächlich kurz etwas unwohl gefühlt, weil zwei Jäger – die Vogeljagd ist auf der Insel noch weit verbreitet – vor der Dämmerung mit ihren Flinten und ihren Jagdhunden im Bereich meines Zeltes unterwegs waren und diese mich auch definitiv gesehen haben mussten. Sie kamen gegen ca. 19 Uhr Ortszeit, also bereits im Dunklen, zurück und leuchteten erneut mit einem großen Scheinwerfer ihres Pickups die Brackwasserlagune ab. Einen direkten Kontakt gab es nicht, mein Unwohlsein war im Nachhinein unbegründet. Im Gegenteil hatte ich keinerlei negative Erfahrungen. Mehrfach bin ich direkt über Höfe und privates Besitztum gelatscht, aber das gehört wie erwähnt bei der lokalen Bevölkerung einfach dazu. Man hat mich dabei sogar mehrmals gefragt, ob man mich mitnehmen oder mir anderweitig helfen könne. Die Hilfsbereitschaft hat mich ehrlich begeistert. Verständigung: Außerhalb von Myrina kann auf Lemnos eigentlich niemand Englisch sprechen. Daher empfehle ich, vorab die griechischen Sprachpakete einer Übersetzungsapp auf das eigene Telefon zu laden, um immer kommunizieren zu können. Mobilfunkempfang: Der ist grundsätzlich fast überall vorhanden, aber eben nur fast. Auf der Fako-Halbinsel und dem kompletten nordwestlichen Inselbereich gibt es einige blinde Flecken, in denen man keinerlei Verbindung hat. Ich habe standardmäßig ein InReach-Gerät mitgeführt und würde dieses zumindest für Solobegehungen insbesondere für etwaige Notfälle in diesen Bereichen empfehlen. Ansonsten findet man ein Mobilfunknetz ohne Probleme jederzeit innerhalb einer Halbtagesetappe. Naturschutz: Die Halbinsel von Fako, Teile rund um den höchsten Berg Vigla, die Dünen und der geologische Park an der Nordküste und auch die Salzseen an der Ostküste sind teilweise als Naturschutzgebiete gemäß den Habitat-Richtlinien „Natura 2000“ der europäischen Union ausgewiesen. Das sieht man auf etlichen, auch aktuellen Wanderkarten wie von Anavasi leider nicht. Zur Erklärung: Diese EU-Naturschutzgebiete werden zwar als für Vögel und Flora besonders schützenswert ausgewiesen, unterscheiden sich aber in ihrer Beschaffenheit extrem, oft ist ein generelles Betreten durch den Menschen erlaubt, auch querfeldein. Eine gemeinsame Nutzung von Natur und Mensch schließt sich also nicht grundsätzlich aus, Betretungsverbote sind eher die Ausnahme. So ist es auch auf Lemnos. Die genannten Orte sind zwar als Naturschutzgebiete ausgewiesen, werden hier aber sehr intensiv mit Ziegen und Schafen beweidet und daher auch mit deren Trails belaufen. Jeder sollte das für sich selbst entscheiden, wie er mit der Natur umgeht. Die von mir hier bereitgestellte Tour führt durch den Lebensraum von seltenen Pflanzen, Tieren, durch Dünenlandschaften und über einen der letzten Salzseen Europas. Ich selbst folge dem Eindrücke-Fußspuren-Kodex und hatte damit auf dieser Wanderung wunderbare Begegnungen mit der heimischen Tier- und Pflanzenwelt – mit griechischen Landschildkröten, Gottesanbeterinnen, Fledermäusen, der ein oder anderen Schlange und mehreren Scheltopusiken (ja, den kannte ich vorher auch noch nicht, sucht selbst nach dem Begriff, mehr dazu unter Punkt 14). Und von dem Duft des wilden Thymians will ich gar nicht sprechen – wer aber damit Probleme hat, durch den Lebensraum dieser Tiere und Pflanzen zu laufen, sollte die Route vielleicht besser bleiben lassen. Es besteht übrigens auf jeder Etappe die Möglichkeit, den selbst verursachten und mitgetragenen Müll in Sammelbehältern zu entsorgen. Es gibt nämlich an den Straßen stehende Sammelmülltonnen, die in regelmäßigen Abständen geleert werden. 12 Militäranlagen Aufgrund ihrer Lage nahe der türkischen Küste verfügt Lemnos über mehrere militärische Anlagen und Stützpunkte, welche insbesondere eine Infrastruktur für die griechische Luftwaffe bereitstellen. Es ist in Griechenland unter Strafe verboten, Fotos von militärischen Anlagen zu machen oder diese im umzäunten Sicherheitsbereich zu betreten. Im Gespräch mit der örtlichen Polizei wurde mir bestätigt, dass insbesondere von Touristen angefertigte unberechtigte Fotos alle Jubeljahre mal vorkommen, die Strafen reichen dabei von Geld- bis hin zu tatsächlichen Gefängnisstrafen. Die Polizei und auch die Wachsoldaten sind berechtigt, bei der Kontrolle von Personen die mitgeführten Mobiltelefone und sonstigen Kameras anzusehen und diese auf unberechtigte Fotos zu durchsuchen. Nach meiner Recherche wurde das in der Vergangenheit auch tatsächlich gemacht. Auf Etappe 1 (Stützpunkt unmittelbar hinter dem Ortsausgang von Myrina), Etappe 4 (Überschreitung des höchsten Berges Vigla), Etappe 5 (Stützpunkt vor Moudros) und Etappe 9 (Nordostkap) hat man auf dieser Route unweigerlich Berührungspunkte mit dem Militär. An allen Stützpunkten sind bereits ca. 200 Meter vorher große Schilder aufgestellt, die Fotos und Drohnenflüge untersagen. Aus meiner Sicht am kritischsten ist hierbei die Überschreitung des höchsten Berges Vigla bei Etappe 4, da auf diesem die Radardome für die Luftraumüberwachung der nördlichen Ägäis liegen und der eigentliche Gipfelbereich damit hinter dem Zaun militärisches Sperrgebiet ist. Zusätzlich erreicht man den Gipfel querfeldein und läuft unmittelbar an der Straße bzw. dem Einfahrtstor zum Stützpunkt vorbei, wo normalerweise niemals ein Tourist einen Fuß hin verliert. Ich bin da ehrlich gesagt einfach dran vorbei gelatscht, bis auf drei zivile Autos innerhalb der Umzäunung habe ich keinerlei Aktivitäten geschweige denn Wachsoldaten gesehen. Von mir hat auch trotz der dort installierten Kameras offensichtlich niemand Notiz genommen, wie auch auf dem Rest der Wanderung nicht. Im Gespräch mit der örtlichen Polizei wurde mir gesagt, dass man sich im Falle einer Kontrolle einfach kooperativ verhalten und seine Wanderabsichten äußern soll. Im Zweifel soll man das Mobiltelefon oder die Kamera vorzeigen und beweisen, dass man keine direkten Aufnahmen der Anlagen gemacht hat. Ich hatte keinerlei Kontakt mit Wachsoldaten, habe mich aber an die Regeln gehalten und niemals direkte Aufnahmen der Militäranlagen gemacht. In der Gesamtschau war dieser Punkt sehr entspannt. Nichtsdestotrotz möchte ich dies erwähnen, da ich nach meiner vorhergehenden Internetrecherche etwas Bammel hatte, der im Nachhinein aber völlig unbegründet gewesen ist. Macht euch also nicht unnötig Stress mit den Gedanken darüber. Und dazu noch historisches Nice-to-know: Unabhängig davon hat Lemnos militärisch gesehen eine sehr lange und aus meiner Sicht interessante Geschichte durch ihre besondere Lage vor den Dardanellen. Man sieht auf der Wanderung immer wieder Bunkeranlagen und Küstenbefestigungen aus den beiden Weltkriegen, teilweise nebeneinanderstehend sowohl aus dem britischen Gallipoli-Feldzug im ersten als auch von der Besatzung durch Nazi-Deutschland im zweiten Weltkrieg. Ein oder zwei meiner Zeltplätze liegen auch unmittelbar an alten Küstenbunkern oder Strandbatterien. 13 Was euch vom Trek abhalten könnte Kurz und schmerzvoll: 1. Dornige Birbanelle und andere Stachelpflanzen: Die komplette Insel ist in den Querfeldeinabschnitten von diesem kleinen, äußerst stacheligen Busch und anderem Kraut überwuchert, welches durch das konsequente Wachstum von Stacheln versucht, dass wenig vorhandene Wasser gegen Fressfeinde zu verteidigen. Obwohl ich die Büsche nicht verzehren möchte, gelangen die Stacheln ohne zu fragen problemlos durch jede Hose, sodass ich bereits nach zwei Tagen den Kampf aufgegeben und einfach mit kurzen Beinen weitergelaufen bin. Die Schienbeine sahen jeden Abend aus, als hätte man ein Jugend-forscht-Projekt im Hauptfach Akupunktur an mir durchgeführt. Die Stacheln nerven, tun aber nicht wirklich stark weh. Ich empfehle, vernünftige Schaftschuhe auf der Wanderung anzuziehen, damit man die Büsche in den Bereichen platttreten kann, in denen man die Ziegentrails verliert. 2. Der Geruch von Schaf- und Ziegenexkrementen: Die gesamte Insel wird intensiv für die Beweidung mit den genannten Tieren genutzt, welche dementsprechend häufig ihre Köttel in die Landschaft ablassen. Mich persönlich hat das nicht gestört, aus Erfahrung mit unserer damaligen Jordanien-Planung weiß ich aber, dass es Wanderer gibt, die sich explizit daran stören. 14 Was euch für den Trek motivieren könnte 1. Das Einlassen auf das Abenteuer. Mal wirklich ein ganzheitliches Abenteuer ohne bestehende Route. Was aber trotzdem wunderbar klappen wird. 2. Völlige Abgeschiedenheit auf einem Wanderweg, den es so nicht gibt. Niemand geht einem auf den Senkel, man kann tun und lassen, was die persönliche Auseinandersetzung mit der Natur hergibt. 3. Intensive Begegnungen mit der örtlichen Fauna. Man fängt plötzlich völlig sinnbefreit an, mit Schildkröten zu sprechen und fragt sich dauerhaft, was sich die Evolution bei der Entwicklung von Scheltopusiken da eigentlich so gedacht hat. Der Moment, wenn die Gottesanbeterin mit ihren beiden Fangarmen in deine Richtung argumentiert und sich offensichtlich darüber beschwert, dass du ihr die Sonne genommen hast. Und der Moment, wenn am Ende von Tag 5 bei Faraklos beim Abendessen tatsächlich Delfine in der Bucht herumhüpfen. 4. Der Genuss einer wunderbaren Landschaft, die einen als Beobachter in Ruhe lässt. Einer Landschaft, die eigentlich völlig flach und gleichzeitig ziemlich anstrengend ist. Und bei der einem aber trotzdem ständig die Kinnlade runterfällt, wenn man doch mal in die Ferne schaut. 5 Die für mich neue Möglichkeit, beinahe jeden Abend im Meer schwimmen gehen zu können. Gegen diese Form des Waschens kommt keine auch noch so intensive Deo-Dusche an. 5. Die ehrliche Dankbarkeit der auf Lemnos lebenden Bevölkerung. Das kann ich nicht beschreiben, dass muss man vor Ort selbst erleben.5 Punkte -
Das ist so ungefähr wie die Frage nach einem Auto oder Fahrrad. Auch wenn ich den Zorn des Forums auf mich ziehe: Fange mal mit leichten Klamotten bei Decathlon an. Trailrunningschuhe, leichter Fleecepullover, Windjacke usw. Die haben auch eine Fasthiking Serie, ganz gute Sachen dabei, mal selber recherchieren. Trinkblasen neueren Datums sind leider nicht wirklich dicht, leider, aber das halbe Forum schwört ohnehin auf Einweg PET Flaschen. Dann noch den legendären 25-l-Faltrucksack https://www.decathlon.de/p/rucksack-kompakt-faltbar-wasserdicht-travel-25-l-grun/309863/c405c71m8560421 packste mal alles rein für eine 8 bis 10 Stunden Tour: Vesper, 2 l Wasser, Windjacke, dünnes Fleece usw und wanderst los. Das zur Gewöhnung an den UL Style: dünne Materialien, sorgsamer Umgang im Unterholz, Rucksack halt nicht in die Ecke pfeffern, sonst kaputt. Wenn Du das gemacht hast, fragst Du hier nach den nächste Schritten Falls das nichts für Dich ist, hast Du nichts gekauft was für Tagestouren unsinnig ist.5 Punkte
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Tool gesucht: Liste mit POI entlang einer route
Wander Schaf und 4 andere reagierte auf kuki808 für Thema
Hallo zusammen, es ist immer wieder hilfreich, wenn man eine Liste hat mit POI entlang einer Route. Kennt Jemand ein gutes Tool mit dem man sich entlang seiner Route POI setzen kann oder auswählen und sich dann eine Liste erstellen kann. Etwa in dem Still: 0km Ort POI 5km Ort POI Ich würde die Liste mir gern als Ausdruck noch mitnehmen. Excel geht natürlich immer 😉 onroutmap.de ist übrigens ein schönes tool um POI entlang der Route zu finden5 Punkte -
Grundthread autarke Stromversorgung "zuhause"
Old School und 4 andere reagierte auf Christian Wagner für Thema
Aus eigener Erfahrung und der von zahlreichen anderen Seglern sind flexible Panele nix. Von meinen drei sind zwei innerhalb von eineinhalb Jahren eingegangen. In der Karibik sind die Mülltonnen der Boatyards voll von flexiblen Panelen. Das sind IMHO Wegwerfprodukte. Ich würde nur noch Glaspanele kaufen. Wir haben am Boot jetzt insgesamt gut 6 Jahre "Off Grid" gelebt. Meine Erfahrungen beschränken sich allerdings auf Mittelmeer, Tropen. Entscheidend für die Auslegung des Stromspeichers war immer der Verbrauch des Kühlschranks. Dieser läuft die Nacht über durch (das bisschen Laptop und LED- Beleuchtung am Abend fällt kaum ins Gewicht). Am Morgen waren am Batteriemonitor ein Minus von ca 40-50 Ah (~ -500- -600Wh) zu verzeichnen (das kann bei eurem Kühlschrank mehr oder weniger sein- also Verbrauchsmessung machen und ausprobieren). Das muß der Speicher also minimal schaffen, und das ist für den Fall wenn man am Tag immer wieder genug Solarstrom hat zu nachladen. Es hat sich als komfortabel erwiesen wenn diese 40 Ah bis 11 Uhr wieder in den Akku nachgeladen worden waren. Dann hat man den Rest des Tages Stromüberschuß und kann z. B. auch mit Strom komfortabel Kochen, einen Wassermacher (so man ihn hat) betreiben etc. Auch hat man dann Reserven falls an einigen Tagen der Solarertrag nicht ganz so klappt. Mehrere Monate im November bis Februar kann man aber IMHO nicht überbrücken, da muss der Verbrauch nochmal krass runter- allerdings müsste man ja in diesen Zeiten den Kühlschrank nicht betreiben wenn man am Balkon einen Vorratsschrank hat den man nachts öffnet zum abkühlen und tagsüber verschließt- könnte also klappen. Vielleicht kann @Ein.Plattfüssler da noch was schreiben wie es mit der Autarkie in unseren Breiten aussieht. Ob man unbedingt zu Hause ein 12V Stromnetz braucht sei jetzt mal dahingestellt, der Installationsaufwand ist enorm, allerdings verbraucht unser Wechselrichter (Victron) gut 1 A beim nichts tun. Dies entspricht also ca 300 Wh die die Solaranlage zusätzlich schaffen muß. Bei beschränkter Solarfläche also eine Überlegung wert. Komplette Autarkie ist IMHO schwer, aber wenn man nur ein Paar Tage im Winter den Akku Mal über das Stromnetz volllädt, dann bricht einem nicht unbedingt ein Zacken aus der Krone und der Umwelt kommt das ja trotzdem noch zu gute. Der Investitionsaufwand sinkt ebenfalls gewaltig. My 2 cents, Christian5 Punkte -
Packra(f)t-Tour auf dem Nam Xueng in Laos
khyal und 4 andere reagierte auf ultraleichtflo für Thema
Habe einen richtig coolen Fluss zum Packrafting in Laos gefunden Der Fluss läuft ca. 50 km östlich parallel zum Nam Ou River und mündet im Mekong bei Luang Prabang Der Fluss ist durchaus als Rafting River bekannt. Vorallem der untere Teil von Pakseng nach Luang Prabang, wo während der Regenzeit auch Passagen bis Wildwasserstufe IV zu finden sind. Der obere Abschnitt dagegen ist dagegen kaum bekannt Ich habe 70 km flussaufwärts angefangen, in Vieng Kham 50 km östlich von Nong Khiaw, einem bekannten Touristenspot am Nam Ou. Der Ort gefällt mir persönlich nicht so toll, aber Muang Ngoi 1 Stunde mit dem Longtail flussaufwärts ist einer meiner Lieblingsspots in Laos. Ich wollte ursprünglich von Muang Khua den Nam OU in 2-3 Tagen bis Muang Ngoi hinunterpaddeln. Aber leider war der Name Out wegen diverser Staudâmme einfach still wie ein See. Und so fuhr ich mit dem local Boot. Also habe ich mir stattdessen den ziemlich unbekannten Nam Xueng vorgenommen. Es gab ziemlich wenig Informationen über diesen Fluss, besonders nicht über den oberen Teil und es war schwierig überhaupt dort hinzukommen. Ich hatte zum ersten Mal vor Jahren von diesem Fluss gehört. Von einen local guide, der sogar deutsch sprach. Damals hatte ich aber nur mein Abfibio Nano dabei. Jetzt hatte ich das, MRS Alligator 2 S dabei Ich bin also erstmal einen Tag vorher den Fluss mit einem Moped erkunden gegangen. In Nong Khiaw wollte oder konnte mir keine lokale Reiseagentur weiterhelfen. Obwohl sie Kayaktouren anboten. Der Weg hin und zurück ging über eine nur teilweise asphaltierte Straße und die Landschaft und die Straße und auch armen staubigen Dörfer haben mich an Nepal erinnert. Ich bin dem Fluss ein paar km gefolgt, um einen Eindruck zu bekommen Es sah machbar aus und der Fluss schien eine ordentliche Fließgeschwindigkeit zu haben. Also fuhr ich zurück nach Nong Kiaw und nahm am nächsten Tag einen local Bus ( was etwas besser war s auf dem Moped, trotzdem schluckte man auch im Bus ordentlich Staub ) wieder nach Vieng Kham, wo ich in einem Guesthouse übernachtete. Hier sprach keiner Englisch, sondern nur laotisch oder Vietnamesisch. Am nächsten Morgen habe ich mir einen gebratenen Reis mit Gemüse und Schweinefleisch in einer Plastiktüte mitgenommen als Lunchpaket. Wo ich übernachten sollte war mir unklar. Auf Google Maps oder Maps.me waren keine Orte eingezeichnet, zu klein bzw. namenlos Ich hatte eine Mosquito Hängematte von Cocoon und einen Schlafsack dabei. In Nordlaos ist es am Tag geschmeidige 30 Grad, aber nachts kühlt es bis auf 10 Grad runter Vielleicht würde ich ja auch in einem Dorf am Fluss ein Guesthouse oder ein Homestay finden oder Ich trug mein Packraft hinunter zum Fluss und bereitete es vor. Ich hatte nur leichtes Gepäck. Was ich in der Burgtasche und im Fußraum verstaute. Mein Hauptgepäck hat ein Freund nach Liang Prabang vorausgebracht, der auch mit Packraft dabei war. Aber der hatte sein Packraft zuvor an einem Stacheldraht aufgeschlitzt und dem erschien meine Unternehmen etwas zu riskant Das Essen deponierte ich hinter dem Sitz, da es dort am kühlsten zu sein schien. Ich kam aber erst um 10:30 los und genau zu der Zeit löste die Sonne die Wolken und Nebel auf Hier gab es jeden Morgen einen dichten mystischen Nebel. Für den ersten Tag hatte ich mir vorgenommen etwas die halbe Strecke bis Pakseng zu schaffen. ca. 30 km Etwas mulmig war mir schon, so allein auf dem unbekannten Fluss ohne echte WW Erfahrung und ich hatte auch meine aufblasbare Schwimmweste zuhause vergessen... Auch weiß man nie ob in dem Gebiet nicht noch irgendwo Streubomben und Minen aus dem Vietnamkrieg liegen. Die Flüsse dort dürften wichtige Transportwege des Vietkong für Waffen und Munition gewesen sein. Und Laos ist deshalb heftig von den Anerikanern bombardiert worden Der Start war recht rasant unter der Dorfbrücke hindurch, dicht an einem Brückenpfeiler vorbei. Das hatte ich mir am vorherigen Abend gemerkt. Der Fluss verlief zuerst sehr kurvig und am Ufer sah ich ein paar Goldwäscher Der Fluss hatte hier einen recht niedrigen Wasserstand, so dass ich mich gelegentlich flach auf den Rücken gelegt habe, um nicht aufzusetzen. Der Fluss floss zunächst recht gemächlich, ab und zu kleine Stromschnellen Fortsetzung folgt5 Punkte -
Vorstellungsthread
Hans-Jürgen und 4 andere reagierte auf PicaPau für Thema
Hallo allerseits, ich bin Kathi, Anfang 40 und lese schon seit einigen Jahren interresiert hier mit. Auch wenn mein Rucksack immer leichter wird, bin ich noch nicht komplett UL unterwegs. Erfahrungen im Mertageswandern habe ich bisher auf dem Forststeig, dem GR54 und einem Stück des GDT sammeln können. Schöne Grüße und happy trails!5 Punkte -
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khyal und 4 andere reagierte auf FlorianHomeier für Thema
5 Punkte -
Ich finde auch, daß man beim darüber Nachdenken oder sich gerade im öffentlichen Raum austauschen auch immer im Fokus behalten sollte, daß jemand zu Tode gekommen ist, daß die letzten std bestimmt heftig waren, daß es trauernde Angehörige gibt, die man durch unbedachte Äußerungen oder gar Schuldzuweisungen leicht verletzen kann.... Aber eine sachliche Auseinandersetzung über die Ursachen, durch jemand, der richtig kompetent für so etwas ist und dem alle Fakten vorliegen, kann helfen, so etwas in Zukunft zu verhindern, da denke ich z.B. an Schubert mit seiner Ursachenforschung im Kletterbereich oder Mehl im Packraftbereich, deren Berichte haben zumindest bei mir dazu geführt, daß ich in manchen Punkten wesentlich anders handele, entscheide, andere Ausrüstung benutze... Was solche Prozesse betrifft, finde ich diese Schuldsuche in der ja für eine Schuldzuweisung auch schon die Garantenstellung reicht, sehr problematisch. Bei Kindern, Jugendlichen klar, da habe ich ne klare Verantwortung, daß denen nichts passiert, muß sie evtl einschränken, da sie u.U. die Folgen nicht übersehen können, aber bei erwachsenen Mittourern, die rechtliche Verantwortung in Garantenstellung geht ja sehr weit, da bewege ich mich schon auf sehr dünnem Eis, wenn ich z.B. beim Packraften hier auf meinen rel harmlosen Hausflüssen jemand mitnehme, der nicht ein vollständig ausgestattetes WW-Packraft benutzt, mir entsprechende Paddelerfahrung nachweisen kann, was ich für sehr übertrieben halten würde, oder wenn ich beim Wandern, sobald es in die Berge geht, jemand mit Trailrunnings "mitnehme". Im gewerblichen Bereich, klar, man bezahlt für eine bestimmte Leistung und kann dann imho auch erwarten, daß die Orga bzw deren Vertreter dafür sorgen, daß es auch sicher ist, aber unter Freunden, wo auch meist sehr unterschiedlichen Ansichten darüber sind, was sicherheitstechnisch nötig ist, da stehst Du als der "Erfahrenere" in Ländern wie D oder A bildlich gesprochen schon mit einem Bein im Knast...4 Punkte
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Tourenvorschlag Lemnos Inseltrekking
zoppotrump und 3 andere reagierte auf sirm3rl1n für Thema
Etappe 6 – 21,5 Kilometer Überführungsetappe nach Moudros – Bademöglichkeit vorhanden: Es handelt sich um eine relativ entspannte Etappe, welche lediglich dazu dient, auf die östliche Inselhälfte zu gelangen. Ab hier flacht das Relief bis zum Ende des Treks sowieso stark ab, sodass man in Verbindung mit den Schotter- und teilweise Teerstraßen gut Strecke machen kann. Das Highlight der Etappe findet sich direkt kurz nach dem Start: Die Sandsteinfelsen des Faraklo-Geologieparks unmittelbar an der Küste lassen optisch nachvollziehen, wie die vulkanische Entstehung der Insel vor vielen tausend Jahren stattgefunden haben muss. Die erste Hälfte der Etappe führt nach einigen Querfeldein-Einlagen an der Küste über schnurgerade Schotterstraßen bis zur Bucht von Kotsinas, wo auf dem Hügel der heutigen Kapelle einst eine der drei Festungen der Insel gestanden hat, welche damals von einem venezianischen Herzog errichtet worden ist. Davon sind nur noch ein paar Grundmauern zu erahnen, allerdings findet sich hier die Statue von Maroula, welche sich 1478 der Legende nach im Alter von 18 Jahren bei einem Angriff der Türken zur lemnotischen Jeanne d´Arc mauserte, als sie durch ihren Mut den Verteidigern zu einem großen Sieg verhalf. Hier gibt es die vermutlich spektakulärste Möglichkeit auf dem Trek, Wasser nachzutanken (Q 1/4, KM 10,3): Direkt am Eingang der Kapelle kommt man über ziemlich viele Treppenstufen (ich habe irgendwas zwischen 60 und 70 gezählt) durch einen kleinen steinernen Gang in einer Katakombe, welche scheinbar mal Teil der Burg war, ziemlich tief liegt und echt modrig riecht… Hier lässt sich mittels eines Eimers Grundwasser hinaufschöpfen! Nach Kotsinas erreicht man die Ortschaft Repanidi, in welcher man nach dem Ortsschild an einer kleinen Infotafel die damalig in Griechenland einzigartige Methode zum Traubenstampfen kennenlernen kann. So wurden per Hand ca. brusthohe Kavernen in den Vulkanboden geschlagen, in welche man dann die Trauben füllte und direkt im Boden den Most freistampfte. In Repanidi selbst gibt es wieder die Möglichkeit, Wasser (Q 2/4, KM 13,4) nachzutanken: Rund um den Dorfplatz finden sich eine Kneipe und eine Mini-Markt. Der folgende Abschnitt nach Romanou ist der längste und nervigste reine Straßenabschnitt der Route, da er auf der Hauptstraße und über mehrere Kilometer führt. Die Routenwahl erfolgte, weil es nordöstlich von Romanou einen weiteren Militärstützpunkt gibt und ich nicht sicher war, ob man diesen an der westlichen Seite umgehen kann. Ich glaube, dass dies generell nicht möglich ist, da zur Zeit meiner Passage dort der komplette Garnisonszaun neu gemacht wurde und insbesondere an der nordwestlichen Seite sehr viel Arbeiten in dem Bereich am Gange waren, den ich für eine Route in Betracht gezogen hatte. Da ich abends in Moudros sein und Kilometer sparen wollte, erschien mir der Umweg über Lychna als unsinnig. In Romanou findet sich am Dorfplatz wieder eine kleine Kneipe für Wasser (Q 3/4, KM 15,9). Über viele Felder erreicht man schließlich Moudros. Wer nicht wie ich in der Stadt übernachten möchte – einzige Hotelnacht des Treks – kann für Wasser (Q 4/4, KM 20,8) nach der Ankunft im Ort vor dem Abknicken der Route nach Süden kurz 300 Meter Richtung Norden gehen, dort findet sich an der Ecke zur Hauptstraße der größte Supermarkt der Stadt. In Modrous selbst gibt es mehrere Hotels und insbesondere am Hafen einige gute Restaurants. Ich kann hier das Hotel To Kyma empfehlen: Als Zwei-Sterne-Hotel geführt, bat es mir für 43 Euro einen Komfort, für den man in Deutschland vermutlich eher 143 Euro in einem 3-Sterne-Plus-Hotel zahlen würde. Etappe 7 – 22 Kilometer über den letzten Berg der Route und durch die älteste Großstadt Europas – Bademöglichkeiten vorhanden: Nach dem letzten Besuch im in Etappe 6 beschriebenem Supermarkt zum Nachfüllen des Trinkwassers (Q 1/2, KM 0,4) verlässt man Moudros in südöstlicher Richtung, um zum letzten der sechs geplanten „höheren“ Berge zu gelangen. Der Kamm des sogenannten Paradisi teilt die südliche Halbinsel in der Mitte, wobei der eigentliche Aufstieg nach der kleinen südwestlichen Bergab-Episode nach einem Bauernhof beginnt. Der Aufstieg an sich verspricht leider kein Paradies, ich hatte sehr tiefhängende Wolken und mal wieder nervig mit der niederen Botanik zu kämpfen. Die Erosion des Hügels schreitet fort und mehr als einmal brach geschichtetes Gestein unter meinen Füßen in dem sehr steilen Aufstieg ab – es war eine Erfahrung, ja, es war der letzte Berg, ja, es war meine geplante Route und ich wollte den unbedingt mitnehmen, ja, aber ich hatte keinerlei Aussicht oben, da die Suppe so tief über der Kuppe hing, dazu kamen die Birbanzellen und der echt nervige Wind. Was ich sagen will: bei Tageskilometer 3,8 könnte man einfach weiter ostwärts gehen und den Berg komplett rechts liegen lassen, wenn das jemand machen möchte. Der Abstieg ist zum Glück wesentlich entspannter, da anfangs sehr seicht und über Ziegenpfade verlaufend. Bei dem eingeschnittenen Seitental bei Kilometer 7 hält man sich auf jeden Fall in Richtung des Geröllfeldes, auch wenn das bei der Annäherung optisch eher viel zu steil aussieht - denn auch hier haben die Ziegen gute Vorarbeit geleistet, man kann fast auf einer Treppe auf die andere Seite gelangen. Danach folgt ein straffer, serpentinenartiger Abstieg zur kleinen Kapelle. Ab hier folgt man den Schotterwegen in Richtung der östlichen Küste. Dort erreicht man die Ruinen von Poliochni. Ein von mir geplanter Einstieg am südlichen Ende ist wie bei den anderen offiziellen archäologischen Stätten auf der morgigen Etappe nicht möglich, da es nur jeweils einen zentralen Eingang gibt. Poliochni ist - je nach Forschungsstand bzw. Interpretation - die älteste Stadt Europas, welche mutmaßlich aus östlicher Richtung von der türkischen Küste besiedelt wurde und aufgrund ihrer besonderen Lage eine lukrative geografische Stellung als Handelsplatz zwischen großen antiken Weltmächten einnahm. Ob dies wirklich wahr ist, vermag man ich nicht zu beurteilen. Was aber auf jeden Fall beindruckt, ist der Umstand, was die in mehreren Ausgrabungen freigeschaufelten Grundmauern darüber vermitteln, was vor mindestens 5.000, vielleicht auch bis zu 7.000 Jahren hier an Leben stattgefunden haben muss. Der Eintritt beträgt wie an den anderen Stätten 5 Euro – das Angebot wird durch einen interaktiven Ausstellungsraum abgerundet, in dem man allerlei interessante Dinge über die Stätte, ihre Erforschung und ihren Erhalt erfährt. Meinen Rucksack durfte ich hier völlig unproblematisch bei dem netten Herrn im Ticketschalter abstellen. Nach der Überschreitung der Landzunge von Vroskopos folgt man sehr lange dem Strand an der Bucht von Roussopouli, wo sich die ein oder andere selbstgeschusterte Strandlounge zur Pause anbietet. Danach folgt hinter dem Kap Kavalaris einer der schönsten Strände der Insel – auf der linken Seite liegt der Salzsee von Chartarou, während uns rechter Hand der Strand der Keros-Bucht begleitet. Hier hatte ich leider meine einzige Regenstunde der Wanderung, ich hoffe, ihr könnt das alles bei Sonne genießen. Die Bars waren nicht nur zu, sondern sind augenscheinlich auch alle bereits dauerhaft geschlossen. Dafür gibt es ab dem Ende der Bucht wieder ein paar zusammenhängende Kiefernhaine – in einem dieser nahe Livadeli, welcher augenscheinlich auch häufiger von Einheimischen für Grillabende genutzt wird, fand ich meinen Zeltplatz für die Nacht. Etappe 8 – 24 Kilometer mit Salzseen, griechischen Odysseen und malerischen Kapellen – Bademöglichkeiten vorhanden. Zum Start der Etappe geht es zurück auf die Schotterstraße zurück und um den Hügel herum in Richtung Norden. Denn als erster Tipp: Eine wie von mir durchgeführte Durchschlageübung von den Kiefern direkt nordwärts durch die Sumpfgräser ist absolut nicht zu empfehlen. Vorbei am kleinen Aussichtshügel für die Vogelbeobachtung – wer später in der Regenzeit da ist, sieht mit etwas Glück hier überwinternde Flamingos! – erreicht man das erste Highlight der Etappe: Den Salzsee Aliki. Meine Route führt ab hier in einem weiten Bogen nordwärts unmittelbar über die Pfanne des Salzsees. Daher der zweite und vielleicht wichtigste Tipp der Wanderung: Sollte es regnen oder in den letzten Tagen geregnet haben, dann geht auf keinen Fall weiter über den Salzsee! Folgt lieber den westlich gelegenen Wegen Richtung Norden. Unter der Salzkruste liegt nämlich extrem feine Vulkanerde, die in Verbindung mit Wasser nicht nur mineralisch-interessant(-penetrant) in der Nase liegt, sondern sich auch in eine Wattwanderungserfahrung unter den Wanderschuhen entwickeln wird. Die Bilder sprechen für sich. Die Wanderung war durch das Einsinken maximal anstrengend und mehr als einmal habe ich überlegt, auf direktem Wege zum Ufer zurückzukehren. An ein Stehenbleiben zum Verschnaufen war mit dem schweren Rucksack durch das unkontrollierte Einsinken im Schlick nicht zu denken. Nach Verlassen des Sees habe ich dann konditionstechnisch relativ zerstört eine halbe Stunde lang an den Schuhen herumgekratzt, um sie einigermaßen vom Schlamm frei und damit wieder laufbar zu bekommen. Nach Verlassen des Sees geht es über weniger schlammige Schotterstraßen vorbei an einer eingefassten, aber bei mir nicht mehr vorhandenen Wasseraufnahmemöglichkeit hinauf auf die Halbinsel von Paleopoli. Und damit mitten hinein in die antike griechische Geschichte der Insel. Der bekanntesten Version der antiken griechischen Sage nach schleuderte Hera, die Gattin des Göttervaters Zeus, ihren zu klein gewachsenen und hässlichen Sohn namens Hephaistos vom Olymp herunter, welcher sodann auf Lemnos landete und im Volksglauben durch die dortigen vulkanischen Aktivitäten als Gottheit des Feuers und der Schmiedekunst identifiziert wurde. Unter Ausnutzung des Feuers soll er hier die tollsten griechischen Götterrüstungen und -waffen geschmiedet haben.4 Punkte -
Tourenvorschlag Lemnos Inseltrekking
zoppotrump und 3 andere reagierte auf sirm3rl1n für Thema
Nach dem Abstieg ins Tal überschreiten wir einen kleinen Bachlauf mit sehr langsam fließendem Wasser (Q 7/7, KM 19) – diesen Bach führe ich der Vollständigkeit halber mal auf, er war an besagter Stelle aber deutlich mit Schafexkrementen verunreinigt und mit nicht definierbarem, schleimigem Grünzeug durchwachsen, also nur eher was für den absoluten Notfall. Auf der anderen Seite steigen wir auf den letzten Kamm des Tages auf. Mit etwas Glück liegen hier die ersten griechischen Landschildkröten entspannt auf dem Weg, die uns kurz mustern, sich dann aber wieder dem frischen Grün widmen. Nach Erreichen des Schotterwegs steigt man unter steigenden Fußschmerzen ob der langen Etappe in Richtung Mourtzerflos ab. Über den schmalen Isthmus aus Kiesstrand erreicht man zum Schluss die kleine Kapelle, welche nicht nur über eine kleine Wiese für das Zelt verfügt, sondern auch über Sitzgelegenheiten außen, eine kleine Küche innen und sogar elektrisches Licht für fortgeschrittene Abendstunden - Sicherungskasten ist im Gebetsraum rechts oben neben dem kleinen Schrank, einfach die rechte Sicherung reinmachen, schon hat man Licht in der Küche! Baden ist direkt neben der Kapelle möglich, hier wieder auf Seeigel achten. Etappe 5 – 21 Kilometer über den höchsten Berg, entlang an der Nordküste und durch die nördlichsten Wüstendünen Europas – Bademöglichkeit vorhanden: Über die Landzunge geht es zurück auf die Hauptinsel. Nach einem kurzen Querfeldein-Aufstieg zum Metersparen beginnt im nächsten Tal die endgültige und bis zur Etappenmitte notwendige Querfeldein-Durchschlageübung, da man nun zum höchsten Berg der Insel aufsteigt und es dafür lediglich Ziegenpfade gibt. Es geht stetig steil bergauf, während man sich unentwegt durch die Birbanellen schlägt und versucht, so viele der Ziegentrails wie möglich mitzunehmen. Den ersten Vorhügel des Abelitis unterschreiten wir leicht südlich über einem Moränenabgang, um dann immer dem Kamm folgend zum Vigla aufzusteigen. Durch die ein oder andere Ruine folgt man stetig aufsteigend dem Kamm, bis fast auf der Höhe die Militärstraße erreicht wird. Rechts ist ein kleiner Fahrzeugstützpunkt, man folgt aber der Straße weiter in östlicher Richtung zum Gipfel. Wachsoldaten sehen wir absolut nicht, lediglich ein paar Privatautos hinter dem Zaun weisen darauf hin, dass hier irgendwo auch Personal arbeiten muss. Kurz vor dem Stützpunkttor erreicht man den mit knapp 410 Metern höchsten Punkt der Wanderung. Das Tor lässt man allerdings links liegen und wandert weiter über den Kamm. Hier ergeben sich einige wunderbare Blicke auf den Rest der Insel. Es folgt ein steiler, aber machbarer Abstieg in Richtung Ammotines. Um einen guten Überblick über die nördlichsten Sanddünen Europas zu haben, führt die Route auf den letzten Vorhügel hinauf, von welchem sich tolle Fotos auf den sandigen Gegenhang anbieten. Nach einem erneuten unschönen Birbanellen-Abstieg steht man dann unten im Tal mit den Dünen im Hintergrund vor einer schier undurchdringlichen grünen Wand aus Hartholz, wobei die gut ausschlagende Botanik dabei auch Hinweise auf möglicherweise vorhandenes Wasser bieten. Ich habe den gröbsten Weg durch diesen Wirrwarr schon freigeschlagen, aber ihr werdet euch vermutlich so wie ich im Kriechgang vorwärtsbewegen müssen. Unmittelbar vor den Dünen befindet sich im Talgrund eines der kleinsten Süßwasserrinnsale, aus denen ich jemals Wasser getankt habe, was mich aber sofort an meine Erfahrungen in Jordanien erinnert hat. Direkt auf der Route befindet sich eine badewannengroße Senke, aus der man mit Filter perfekt Wasser mitnehmen kann (Q 1/1 KM 9,4). Trinkt euch hier nochmal sitt, da die folgende Dünenüberschreitung absolut fordernd, wenn auch wunderschön ist. Bei drei Schritten nach oben rutscht man gefühlt wieder zwei nach unten… Vom Wanderparkplatz geht es dann in Richtung Küste durch die Dünen. Nach der Strandüberschreitung kann man bei der Kapelle von Panagia eine Pause machen, tolle Bilder des zugewachsenen Ruderbootes über der Bucht inklusive. Nach der letzten Kiesstrandüberquerung in der nächsten Bucht biegt man auf der Kuppe nach links in ein Tal voller Felder ab, dass euch hoffentlich wie mich an eine Wanderung in der Provence erinnern wird: Tausende von strahlenden und duftenden gelben und lilafarbenen Blumen säumen diesen Weg, sodass die Kinnlade während des Wanderns erneut in tiefst möglicher Stellung einrastet und die Glückseligkeit alle Begeisterung übernimmt. Der Rest der Route in Richtung des geologischen Parks ist über Schotterstraßen einfach erklärt: Runterlaufen, Kilometer sparen, am Ende auch durch Abkürzen über ein Feld. Gezeltet habe ich hier in der Bucht vor der Kapelle Agios Nikolaos, an deren nördlichem Ende sich wieder neben einigen Küstenbunkern ein paar geschützte Zeltplätze zwischen den hier schon beginnenden Sandsteinformationen finden lassen.4 Punkte -
Tourenvorschlag Lemnos Inseltrekking
zoppotrump und 3 andere reagierte auf sirm3rl1n für Thema
Etappendetails Erläuterungen zur besseren Planbarkeit für Wasser: (Q1/6, KM 7,0) = Quelle 1 von insgesamt 6 auf der jeweiligen Etappe, Kilometer 7,0 der jeweiligen Etappe. Eigennamen sind kursiv geschrieben – die Bezeichnungen und Schreibweisen beziehen sich größtenteils auf die Begriffe der Karte vom Anbieter Anavasi. Etappe 1 - 20 Kilometer vom Castro Myrina zur Steno-Bucht – Bademöglichkeit vorhanden: Wir starten an der markantesten Stelle in Myrina, der alten Burg auf dem vorgelagerten Felsen, unter den Blicken des hier freilebenden Damwildes. Ich kann nur dringend empfehlen, sich nach der Wanderung noch einen kompletten Tag zur Erkundung der Festung zu nehmen – wer den Eingang zu den Katakomben findet, eine Kopflampe mitführt und sehr vorsichtig ist, kann schlafende Fledermäuse an der Höhlendecke beobachten! Die Route beginnt am eher unbekannteren Nordtor und führt einmal an den wichtigsten Stellen der Festung vorbei – auch über die höchsten mauern und über teilweise ausgesetzte Treppen. Wer das nicht machen möchte, lässt diese einfach rechts liegen und läuft direkt aus dem Haupttor heraus. Danach geht es in die ehemals türkische Altstadt von Myrina. Nach dem Auftanken von Wasser (Q1/1, KM 1,7) beim letzten Kiosk am Jachthafen verlässt man die Stadt und biegt nach rechts in Richtung Südwestspitze ab. Vorbei am ersten Militärstützpunkt geht es zur ersten Stranderfahrung. Danach werden um den Berg Vigla herum die Klippen des südwestlichen Kap Tigani erreicht, von denen man in südlicher Richtung am Horizont die Insel Agios Efstratios erblicken kann. Über ausgesetzte Ziegenpfade an der Steilküste erreichen wir mit tollen Weitblicken die Bucht und den Strand von Thanos. Nach dem Durchschreiten des trockenen Sumpfes geht man rechts am Weidezaun über die Klippen und macht stetig bergauf die ersten Erfahrungen mit der stacheligen Botanik der Bodenschicht. Auf der Höhe begegnen wir erneut einem prächtigen Damhirsch, der hier nicht mit Touristen rechnet und daher lange stehenbleibt und uns neugierig mustert – also mich zumindest, ich hoffe, ihr dürft das auch so nah erleben. Nach dem Abstieg kann man kurz vor der Straße im besten Fall rechts über den Bauernhof abkürzen, wenn dort aber wie bei mir eine riesige Herde Schafe steht, nimmt man den Umweg nach links. Man verlässt die Straße nach dem Hotelneubau nach rechts in Richtung Küste über einige Felder, um zum Strand von Zematas zu gelangen, welchem man die komplette Länge bis zu den Klippen folgt. Hier ist ganz am Ende des Strandes der Zaun niedergedrückt, sodass man hier über den letzten Hügelkamm die Bucht von Stenos erreichen. Am Strand gibt es eine tolle Sitzgruppe, kurz dahinter am Gegenhang ein brach liegendes Haus, was über eine umzäunte und ebene Wiese für ein Zelt verfügt. Etappe 2 – 22 Kilometer von der Stenos-Bucht bis zum alten Leuchtturm von Fako – Bademöglichkeit vorhanden: Nach 700 Metern besteht die einzige Möglichkeit bis zum morgigen Mittag, per Pumpfilter Wasser (Q 1/1, KM 0,7) an der langsam fließenden Tiertränke nachzutanken. Eine Verunreinigung durch Tierexkremente oder ähnliches bestand bei mir nicht. Über den Kamm, einen kurzen Schotterabschnitt und in der Fogle die Teerstraße geht es zur Bucht von Kontias, wo sich der Strand von Diapori mit Blick auf die Fischerboote für das Frühstück anbietet. Wir überschreiten den schmalen Isthmus zur Halbinsel von Fako und folgen dem Schotterweg stetig bergauf, wobei uns der Anblick der Hügel an Schottland erinnert und wir uns fragen, wo wir da jetzt eigentlich gleich hochkraxeln sollen. Nach der kleinen Kapelle steigt man dann auf den Kamm auf, womit sich der atemberaubende Blick auf den Rest von Lemnos eröffnet. Wir haben mit nun knapp 320 Metern den ersten von sechs wirklich hohen Bergen namens Skopos auf unserer Wanderung erklommen. Auf den Kammwegen in Richtung des Golfes von Moudros laufen die Ziegen vor einem weg und zeigen so unproblematisch die besten Single-Trails zum Wandern an. Von der Höhe erblickt man in östlicher Richtung den Leuchtturm am südlich-östlichen Kap Koubi. Der Abstieg ist steil und mit komischen grünen Büschen durchsetzt – tritt man auf diese, explodiert kurze Zeit später die eigene Nase in einem der aromatischten Düfte der ganzen Wanderung. Es handelt sich um wilden Thymian, leckerer kann es hier eigentlich nicht riechen! An der Ostküste biegt man wieder nach Norden ab und vorbei an der Vulkansteilküste, welche den Blick auf rotgelb-gebräunte Erdschichten aus Tausenden von Jahren geologischer Aktivität freigeben, nähert man sich dem Golf von Moudros. Am Ende der letzten Landzunge steht das Betonfundament des alten Leuchtturms, dessen untere Ebene sich hervorragend zum exklusiven Aufstellen des (Einmann-)Zeltes eignet. Beim Baden in den Felsen unbedingt mit den Füßen auf die hier in großer Zahl heimischen schwarzen Seeigel achten! Etappe 3 – 22 Kilometer von Kontias auf die zwei heiligen Berge der Insel – Bademöglichkeit NICHT vorhanden: Die erste Hälfte bis Kontias besteht aus einer klassischen Überführungsetappe – man muss erstmal wieder auf die Hauptinsel kommen. Über etliche Agrarflächen mit wieder extrem freundlichen Bauern – beim Verlassen der Fako-Halbinsel wurde ich umarmt und mit selbstgemachtem Ziegenkäse beschenkt – und der längsten Einzelgeraden der Wanderung gelangt man nach Kontias. Bei der Bäckerei Sariklis im Ortskern kann der Wasserstand (Q1/2, KM 9,1) wieder aufgefüllt werden, die leckeren Backwaren sind nur zu empfehlen! Nach dem Erkunden der wunderbar verwinkelten Gassen stehen am Ortsausgang die restaurierten Windmühlen, welche wir links liegen lassen und den erstaunlich begrünten Ort über einen Trampelpfad in Richtung Westen verlassen. Hier liegt der einzige Bauernhof, bei welchem ich Pech hatte, da augenscheinlich kein Zweibeiner zuhause war und die Hunde richtig Stress geschoben haben – Wer verbellt, ist der Held. Daher führt die Route in einem kleinen Bogen nördlich um den Hof herum. Nach Überschreiten der nächsten Anhöhe ist man fast wieder am letzten Strand von Tag 1, biegt aber vorher rechts in Richtung des kleinen Stausees ab. Kurz hinter der Kapelle ist der See bei Tageskilometer 13,7 zwar leer, davor gibt es aber einen laufenden Wasserhahn, an dem nochmal Wasser (Q 2/2, KM 13,6) nachgetankt werden kann. Im Anschluss beginnt der steile Anstieg in die Felsen des Kakavos, bei welchem man sich beim Umdrehen und in die Ferne schauen nicht in Griechenland, sondern aufgrund der Gesteinsformationen auf den Falkland-Inseln oder vielleicht auch direkt auf dem Mond wähnt. Der verwinkelte Weg ist tatsächlich auf kurzer Strecke mit einem so winzig kleinen einzelnen roten Punkt markiert, dass man ihn leicht mit einer besonderen Flechtenart verwechseln könnte. Oben angekommen wartet eines der Highlights der Insel auf uns: Panagia Kakaviotissa, der Rückzugsort der Mönche. Da die Insel im Mittelalter häufig Piratenangriffen ausgesetzt war, hat der Mönchsorden hier in einer natürlichen Höhle hoch im Felsen zu Beginn des 15. Jahrhunderts eine Fliehburg in den Stein gebaut. Ich hoffe, dass ihr die Kapelle wie ich für euch alleine bei tollem Wetter genießen und vielleicht die ein oder andere Gottesanbeterin beim Sonnenbaden auf den Steinen beobachten könnt! Auf dem offiziellen, recht gut ausgebauten Weg zum Wanderparkplatz ergeben sich tolle Blicke auf die umgebenden Berge. Nach Verlassen des Wanderparkplatzes und des Abbiegens nach links nimmt man von den drei verfügbaren Wegen den mittleren und hält sich eng an der Felswand in östlicher Richtung, wobei man kurz nach dem Hof aufgrund der mit dem Zaun verwachsenen Botanik eine ganz kleine Klettereinlage einlegen muss. Auf dem folgenden moderaten Anstieg, der wegen der ausgetretenen Ziegenpfade eigentlich recht erträglich ist, brechen wir aufgrund der Sonneneinstrahlung trotzdem hinter dem einzig dort stehenden Mini-Bäumchen direkt auf dem Weg im Schatten zusammen und ziehen beim Blick zurück auf die Felsformationen des Kakavos in Verbindung mit der gut bratenden Hitze auf einmal neue Vergleiche mit der Geologie von Südafrika. Nach der kurzen Pause und der folgenden leichten Kuppe erblickt man das Tagesziel: Die Kapelle Profitis Ilias auf dem gleichnamigen, 355 Meter hohen Berg. Die letzten 300 Meter sind mit den riesigsten weißen Wegmarkierungen bekleckert, die ich in 11 Jahren Trekkingerfahrung jemals gesehen habe. Gibt es den ein oder anderen brauchbaren Zeltplatz schon vor dem eigentlichen Gipfel, hämmern wir das Zelt aus purer Euphorie direkt auf den kleinen Vorplatz unmittelbar unterhalb des Gipfels und der kleinen Kapelle. Der Dank ist der vermutlich beste Blick auf die komplette Insel und einer der schönsten Sonnenuntergänge, die wir bislang erleben durften. Kapelle und auch die zwei „Langhäuser“ sind offen, allerdings so gut wie nicht möbliert. Etappe 4 – 23 Kilometer mit der Athanasios-Überschreitung und Westküstenflair bis zum Kap von Mourtzerflos – Bademöglichkeit vorhanden: Beim Zeltabbau morgens um 7 Uhr erreicht eine offensichtlich lebensältere Einwohnerin der Insel den Gipfel, welche überrascht fragt, ob wir hier oben genächtigt haben. Nach kurzer Erläuterung des Projektes lacht sie herzlich und teilt mit, dass sie seit fast 20 Jahren mindestens einmal die Woche morgens hier hoch pilgert, um den Sonnenaufgang zu erleben und hier oben zu beten. Dass jemand hier oben gezeltet hat, hat sie in dieser Zeit noch nie erlebt. Sie ist begeistert und spendet mir vor ihrem Abstieg ihren Segen für die weitere Reise. Ich bin sprachlos und starte mit einem guten Gefühl in den Wandertag. Geplant war hier eine Überschreitung des Ilias, die mir aufgrund des ausgesetzten Felscharakters auf der Nordseite aber zu gefährlich erschien. Daher erfolgt der Abstieg auf dem gleichen Weg wie der gestrige Aufstieg. In nördlicher Richtung erreicht man daher auf Schotterwegen die Gemarkung Therma. Das offizielle Bad ist geschlossen, aber rechts der Route befindet sich ein großer Brunnen mit Wasserhähnen, in dem man sich das (nachgewiesen!) trinkbare Thermalwasser (Q 1/7, KM 3) abfüllen kann – es hat allerdings beim Abfüllen tatsächlich Badewannentemperatur. 300 Meter die Straße runter befindet sich auf der linken Seite ein Wasserhahn (Q2/7, KM 3,3) mit nun fließendem, kaltem Süßwasser. Weiterhin würde am nächsten Abzweig die Möglichkeit bestehen, nach links auf die Hauptstraße abzubiegen und dieser ein paar hundert Meter bis zu einer Tankstelle zu folgen (Q 3/7, KM 4). Die geplante Route führt hingegen durch die Weinfelder bis zum Fuße des Athanasios. Am Bauernhof vor dem Aufstieg biegt man links auf einen kleinen Nebenweg ab und folgt diversen Ziegenpfaden bis zum Sattel des Vorhügels, wo man nach dem Feld über den Zaun steigt und der Aufstieg beginnt. Immer auf der rechten Seite des Zaunes geht es im Zickzack den relativ steilen Berg hinauf, wobei man so gut wie möglich den Ziegenpfaden folgt. Auf dem knapp 330 Meter hohen Einzelgipfel Athanasios ergibt sich ein wunderbarer Blick in südlicher Richtung auf Myrina. Die Militäranlagen hier oben sind gänzlich verlassen, lediglich die Sendeanlage wird noch automatisiert betrieben. Über die Schotterstraße und eine kleine Abkürzung baut man auf der anderen Seite genauso schnell Höhenmeter ab, wie man sie im Aufstieg aufgestiegen ist. Um Strecke zu sparen, erfolgt die zweite Abkürzung über ähnlich steiles Gelände – hat bei mir gut geklappt, wer sich das nicht zutraut, muss ein paar Serpentinen mehr machen. Unten folgt man der Teerstraße in Richtung Agios Ioannis. Um hier ebenfalls Strecke zu sparen, erfolgt eine weitere Abkürzung an der Neubauvilla links vorbei über ein Feld, wo man nach dem Übersteigen des Weidezauns wieder auf offizielle Straßen gelangt. Entlang der wunderbaren Küstenstraße von Agios Ioannis erreicht man die markante Kapelle auf dem von den Gezeiten durchlöcherten Felsen. Unmittelbar, bevor die Straße den Felsen umrundet, befindet sich rechts die Toilettenanlage der Strandbar. Die Metalltür rechts war bei mir nicht verschlossen, Wasser (Q 4/7, KM 12,5) aus dem Hahn lief ohne Probleme. Das Dorf nutzt einen gebohrten Tiefbrunnen als Frischwasserquelle für die Leitungen, ich habe hier komplett wieder aufgefüllt. Nachdem die Teerstraße sich wieder in einen Schotterweg verwandelt hat, gibt es vor dem letzten Hof erneut einen eingefassten Hahn mit Tränke, wo ich allerdings kein fließendes Wasser festgestellt habe. 100 Meter danach überquert man einen der wenigen Bachläufe, in dem Wasser (Q 5/7, KM 15,2) fließt – man müsste zur Wasseraufnahme hier allerdings eine mutmaßlich kritische Klettereinlage in den Graben einlegen. Nach dem Ende der Straße überquert man den Hof und steigt über eine mutmaßlich alten, teilweise gepflasterten Viehweg über die Felsen auf den Hangrücken der Skalosies auf, wobei man in nördlicher Richtung einen tollen Blick auf die Küste hat. Bei moderatem Anstieg wird der Kamm in Richtung Norden abgefrühstückt. Um nach links in Richtung des Gegenhangs von Neroviglia zu kommen, hält man sich über den erstaunlich gut ausgetreten Ziegenpfad, der wirklich mehr an einen guten Trekkingwanderweg erinnert, immer links am Hang. Bei Tageskilometer 18 bietet sich ein durch eine elektrische Pumpe gefüllter Tränkenteich zum letzten Aufstocken der Wasservorräte (Q 6/7, KM 18,2) des Tages an.4 Punkte -
Wohin mit dem ganzen Zeug... Welcher UL-Rucksack?
Linkshaenderin und 3 andere reagierte auf DerOutdoorer für Thema
Danke für eure Hilfe! Nach vielem anschauen und durchlesen habe ich mich für den MT900UL entschieden. Warum: Das Tragegestell!, 10 Jahre Garantie und die Möglichkeit bei Problemen einfach zu Decathlon zu fahren. Jetzt, mit noch einigen Taschen an Hüft- und Schultergurt ist er für mich perfekt. Mit Zelt, Schlafzeug, Navi, 1,5l Wasser, Nahrung, ... trägt er sich mit 9 kg wirklich super. Die Aussentaschen sind gross genug für alles alles was man mal schnell braucht - kompakt und stabil. Mehr brauch ich nicht. Werde aber noch das ein oder andere modifizieren, abschneiden. Vielleicht hilft das ja jemandem bei seiner Entscheidungsfindung.4 Punkte -
OT: Vielleicht hast du früher gerne kühles Bier getrunken.4 Punkte
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4 Punkte
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Ich nutze jetzt seit einigen Jahren neben meinem konevntionellen Rahmenrucksack (Osprey Kestrel 38.. der auch wirklich was taugt!) für (ultra)leichtes Gepäck den ZPacks Arc Haul mit 40 Ltr. inkl. Multipack und bin mit dieser Kombi sehr zufrieden. In den letzten 10 - 12 Jahren hatte ich auch unterschiedliche rahmenlose Rucksäcke im Gebrauch (Granite Gear Virga II, Liteway Gramless, Gossamer Gear Murmur etc. ..) Ende der Reise waren letztlich wieder die Rucksäcke mit Rahmen😅... Da würde ich mich meinem Vorschreiber anschließen. Rahmenrucksäcke funktionieren für mich besser..4 Punkte
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Test einer Verklebung von DCF
dermuthige und 3 andere reagierte auf Ameisenigel für Thema
Abschließend ist es jetzt Zeit für eine Zusammenfassung. Die aktuelle tie-out Konstruktion habe ich belastet mit 10kg und dann 15 kg für jeweils zwei Tage. Es war keine Veränderung erkennbar. Dann folgten 20kg für vier Tage. In den ersten 36 Stunden haben sie sich um 2mm gesenkt, dann gab es keine Bewegung mehr. An einer Stelle - da wo etwas 3M 1099 zum Einsatz kam - ist geringe Faltenbildung zu beobachten. Es ist notwendig, jeweils mehrere Tage zu testen. Denn manche Veränderungen treten erst nach längerer Belastung auf. Alle Tests, die ich im Netz fand, dauerten maximal ein paar Minuten. Klebeflächen mit 1099 oder 9485PC werfen unter Belastung immer strahlenförmige Falten, Delopur PU nicht. Aus meiner Sicht lassen sich die beiden ersten Klebstoffe wegen ihres Kriechverhaltens nicht für eine tie-out Klebung verwenden. Aber sie dürften sich für Nähte eignen und kamen da ja schon zum Einsatz. Die reine Klebung von tie-outs scheint mir nur mit einem Reaktionsklebstoff mittlerer Härte (shore D 50) und in sehr dünner Schicht möglich. Aber da geht es eben. Die Verarbeitung ist nicht einfach und braucht Zeit. Kommerziell ist das bestimmt nicht sinnvoll, für mich ist es ja ein Hobby. Die Schleife ist aus Dyneema Composite Hybrid 3.2 104g/qm in olivgrün. Die Plane ist aus DCF 0.55 in dunkeloliv. irl ist die Plane aber viel heller als das woven. Darauf kommen von beiden Seiten Patche aus DCF 1.6 weiß. In die Schlaufe kommt zur besseren Lastverteilung ein Röllchen aus PEEK zur besseren Lastverteilung - 1,7g - Eigenproduktion an der Drehbank. Als Schnur habe ich Salvimar 400360/B verwendet - die hat 1,5mm. Den Spanner habe ich selbst aus Aluminium gefertigt - 0,3g. Denn ich wollte mit dem Gewicht gleich die ganze Konstruktion so testen, wie sie mal aussehen wird. Vorgehensweise: Delopur kommt erst mal für 1 Stunde in den Kühlschrank, um die offene Zeit zu verlängern. Das woven wird auf beiden Seiten der Plane mit wenig Transferklebeband fixiert, damit es nicht verrutscht. Dann wird es auf beiden Seiten mit möglichst wenig Delopur verklebt und geht sofort in die vorgewärmte Presse bei 55 bis 60 °C und 10 bis 12 bar für eine halbe Stunde - 20 Minuten reichen vielleicht auch - auf keinen Fall länger. Währenddessen ist das Delopur wieder im Kühlschrank. Schließlich werden die Patches analog aufgesetzt und es geht für 2 Stunden in die Presse. Dann muss die Spitze zum mischen in den Müll. Man verbraucht also pro tie-out eine. Zu viel Klebstoff wird seitlich rausgepresst und verunstaltet die Plane. Delopur ist schwarz. Bei zu wenig ist der Rand lose. Da kann man mit etwas 1099 nachhelfen. Für die Teile habe ich inzwischen Schablonen aus Alu Blech gefertigt und mit Skalpell ausgeschnitten. Ich habe nun nicht jedes Detail aufgelistet. Falls jemand Fragen hat, bitte stellen.4 Punkte -
@Wanheda Das ist typisch, für die Art von Zelt! Hatte ich mal und habe es sehr schnell wieder verkauft. Ich weiß ja nicht, in welchen Jahreszeiten du so unterwegs bist. Denn wenn du nur im Frühjahr, Sommer und Herbst (3 Jahreszeiten) wandern gehst, kann ich dir, wenn du viel Platz haben möchtest, eine Kombi aus Tarp und Messhelter empfehlen. Ich nutze als Shelter die winzig kleine Hundehütte, das Simplex 1 Personen Meshtent von Liteway. Man muss schon hinein kriechen, aber es ist auch nur zum Schlafen da. Pluspunkt sind für mich die hochgezogenen Seitenwände, ist es absolut Windstill im Shelter. Wenn man sich umziehen will, oder im Sitzen kochen möchte, hängt man das Ding einfach aus, am vorderen Ende und bums, haste eine absolut geräumige Unterkunft. Ich würde dir ein Tarp empfehlen, mit mindestens 3x2 Metern. Ich nutze ein Yama Mountain Gear Tarp, das hat mehrere eingenähte Schlaufen, um den „Schlafsarg“ in verschiedenen Positionen einhängen zu können. Tarp wiegt 405g und das Shelter 310g. Es geht natürlich um einiges leichter, wenn du ein DCF Tarp benutzt, aber das kostet halt. Ich habe beides beim Kleinanzeiger gebraucht gekauft und habe zusammen weniger als 200€ bezahlt. Bin komplett begeistert davon. Ich habe keine anderen Fotos auf die Schnelle gefunden, aber im ersten Bild habe ich das Shelter noch ganz vorne eingehakt. Mitlerweile hake ich es ganz hinten ein, das Shelter ist ja vorne und hinten geschlossen, so das ich vor dem Shelter, aber unter dem Tarp, fast einen ganzen Meter Platz habe. Außerdem sei noch festgehalten, das es an den Tagen, als die Fotos entstanden, Regnen sollte. Deshalb habe ich es relativ tief abgespannt. Bei gutem Wetter kann man es natürlich noch wesentlich höher aufstellen, dann haste Platz wie in einem Palast. Bin kein Freund von Seitliche Ein- und Ausstiegen, da außer beim Rainbow, immer die Problematik besteht, das man überm Kopf- und Fußende die schräg anfallenden Wände hat. Ich bin eher für A-Frame Zelte zu begeistern. Allerdings ist mein am häufigsten benutztes Zelt, das Tarptent Protrail. Das ist sicherlich nix für dich, weil man dort aus anderen Gründen kaum Platz hat. P.S. Das Shelter ist übrigens 210cm lang, wenn mich nicht alles täuscht. Ich bekomme meinen gesamten Quatsch am Fußende untergestellt und lasse nur die Sachen, die nachts oder am Morgen brauche, vorne. Kocher, Kaffee, Lampe, etc…4 Punkte
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Ach - scheiß drauf!4 Punkte
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Schau mal hier: https://www.ultraleicht-trekking.com/forum/topic/146404-test-einer-verklebung-von-dcf/#findComment-840067 In das Tarp passt auch ein 3F inner rein. Kann man auch mit verschließbaren Front-Paneelen bauen: Oder sogar als Zelt konstruieren. Damit wird der Aufbau einfacher aber dann ist die Fläche aber nicht mehr zweidimensional. Prototyp in Tyvek: VG. -wilbo-4 Punkte
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Richtig Ultraleicht ist übrigens auch dieses 5g Skalpell Messerchen von Chouka: https://le-chouka.com/de/shop/klettern-berg-ski/ultraleichtes-chouka-messer/3 Punkte
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ich nutze das Victrinox SD classic mit Schere, Messer, Zahnstocher und Pinzette, wiegt 22g. Nutze es aber fast nie, Nur um mal eine Salami oder tape zu schneiden. die Schere nutze ich, falls ich mal Probleme mit Finger- oder Zehennägeln habe.3 Punkte
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Wildwasserflüsse für min Tages oder Mehrtagestouren Angeregt durch den tollen Packraft-Reisebericht von @ultraleichtflo aus Laos, dachte ich mir, ich nehme auch mal den Hinter hoch ein bisschen über verschiedene Flüsse „zu erzählen“... Ich möchte den Fokus eher darauf legen, (nur) einen Eindruck von dem, jeweiligen Fluß zu geben, eine Einschätzung welche WW-Stufen, für was für Packrafts geeignet, wie es mit Übernachtungen aussieht, welche Besonderheiten, Gefahren und natürlich jeweils ein paar Pics zum Antörnen dazu Mit den „Ausnahmen“ Ombrone & Schwarzer Regen alles Flüsse in den Alpen Drau Enns Gail Kössener Ache bzw Entenlochklamm Lech Mur Salza Salzach Schwarzer Regen Soca Steyr Ziller Schon mal 3 Kartentips Was sehr nützlich für die Planung in A bzw für die Planung der Fahrtrouten von einem Fluß zum Andern ist → Jüberman Österreich, bei jedem Fluß steht so grob der WW-Grad und zu welcher Zeit befahrbar, unbedingte Kaufempfehlung Für den (Schwarzen) Regen → Jübermann D-Südost mit u.A. Regen Für die Soca, falls Ihr sie noch irgendwo bekommt → Soca Bild und Erlebniskarte 2 Buchtips Luc Mehl Packraft-Handbook, english, ein absolutes Muß für jeden WW-Packrafter, bekommt Ihr u.A. beim Packrafting-Store, Sack & Pack und Packrafting Europe Kajakparadies Nordalpen Klasse Buch, wenn man auch mal neue ½ bis Tagestouren dort paddeln will, sehr zutreffende Beschreibungen, viele Pics, zutreffende WW-Einschätzung Noch eine Sache, die mir sehr am Herzen liegt, einige Flüsse liegen mit ihren interessanten Parts in Naturschutzgebiete und es wird recht deutlich darauf hingewiesen, daß dort Zelten, Campierewn usw verboten bzw nicht erwünscht ist. Bitte benutzt dort die Campings (sind meist recht preisgünstig und viele Paddelverrückte ) macht von da aus Tagestouren und neben Naturschutz liefert ihr dann denen, die gerne ein komplettes Paddelverbot durchsetzen wollen, keine „Munition“, dasselbe gilt sinnmgemäß für Uferbetretungsverbote oder die Westen & Helmpflicht auf Teilen des Schwarzen Regen. Natürlich ist es toll, wenn Andere, die dann den jeweiligen Fluß auch gepaddelt sind, ergänzen bzw schildern was sie völlig anders als ich sehen / einschätzen. So das war der Einleitungstext, da sich das über etwas Zeit ziehen wird, könnt Ihr gerne drunter oder mir via PN schreiben, wenn jemand gerne hätte, daß ich möglichst bald über einen bestimmten Fluß schreibe. Mal schauen, je nach dem, wie sich das entwickelt, wird es auch Sinn machen, evtl bei manchem Fluß einen eigenen Thread draus zu machen.3 Punkte
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AirPack 1.0 oder UL anders interpretiert
mtb_squirrel und 2 andere reagierte auf RaulDuke für Thema
@icefreak Also ich hab in den letzten 2 Jahren öffter Flugreisen mit dem ganze Kleinen Handgepäck unternommen. 40x30x20. Einmal 14 Tage „Fishermens Trail“, Portugal und einmal ungefähr 10 Tage „Cami de (oder da?) Ronda“, Costa Brave, Spanien und noch ein paar mehrtägige Winterfluchten ohne Wandern. Ich habe als kleinsten, bequem zu tragenden Rucksack, den Huckepacks Packl Special. Der hat die Maße (ungefähr) 50x30x20. Wenn man den halt nicht ganz füllt, passt der auch prima in diese Testkäfige, (zu hause mit Maßband ausprobieren!) die an den Sicherheitskontrollen stehen. Einmal musste ich es sogar vorführen. Ich empfehle dir, solltest du so etwas nochmal neu nähen, auf jeden Fall, den Rucksack etwas zu groß zu nähen, dann paßt vor Ort einfach noch ein bisschen mehr hinein! Den Rucksack finde ich wirklich super bequem und den großen Reißverschluss in der Mitte finde ich prima. Er hat zwar keine Meshtasche an der Rückseite und an den Seiten, aber er hat an den Schultergurten jeweils eine Meshtasche, wo ne 1/2 Liter Wasserflasche reinpasst. Sowas würde ich in jedem Fall nachrüsten, an deinen Rucksäcken. Desweiteren hat er untern, also an der unterern schmalen „Seite“ eine Meshtasche, in die easy meine Regenjacke und die Rainchaps passen. (Rainskirt passt in die Deckeltasche, die ich aber überflüssig empfinde. ich würde die einfach in den Fannypack tun) So ein Fannypack kann man ja relativ großvolumig machen. Da geht einiges rein, während des Fluges und der wird nicht beanstandet, als weiteres Gepäckstück. Weder bei Ryan Air, noch bei Eurowings. (Die beiden einzigen Fluggesellschaften, die ich gebutzt habe, in den letzten Jahren) Ich würde mir noch wünschen, der Rucki hätte noch je 1 Strechtasche pro Seite, wo man einen Liter Wasser rein bekommt. Trekkingstöcke habe ich mir insgesamt 2x bei Decathlon am Startort gekauft. Und zwar die billigsten, die es da gibt, für 5€ das paar. Für 14 Tage haben sie hervorragend gehalten und am Ende habe ich einfach in dem Hostal, wo ich die letzte Nacht geschlafen habe, die Angestellten gefragt, ob sie nicht jemanden kennen, der die Stöcke gebrauchen kann. Hat beide Male geklappt. Auf jeden Fall ein schönes MYOG Projekt, deine Mini Ruckies und hervorragend, das das Thema Handgepäck Reisen hier mal Thematisiert wird.3 Punkte -
Double-Rainbow-Nachfolger gesucht. X-Mid? leichter Dome?
Gibbon und 2 andere reagierte auf Albwanderer für Thema
Ich habe sowohl das Durston X-Dome 1+ wie auch die 2-Personen-Variante. Eigentlich war ich immer gerne, gerade wenn ich alleine unterwegs war, lieber in einem 2-Personen-Zelt unterwegs. Vor allem aus dem Grund, weil ich meinen Rucksack und alles bis auf die Schuhe innen im Zelt haben möchte. Im X-Dome 1+ habe ich jedenfalls für meinen Rucksack innen gut Platz, weil das Zelt eben auf der Kopfseite die gleiche Breite hat wie ein 2-Personen-Zelt. Will sagen: ich brauche jetzt kein 2-Personen-Zelt mehr, wenn ich alleine unterwegs bin.3 Punkte -
VID-20260125-WA0002.mp4 So sah das bei uns aus im Dezember am Ostkap bei Ponta de Sao Lourenco, es war wahnsinnig windig! Wir hatten einen kleinen Steinwall gebaut damit das Stratospire nicht davon fliegt aber ein paar von unseren Heringen sind leider auch abgebrochen. Aber es war wunderbar und wenn man Wochen danach noch roten Sand überall findet denkt man gerne an diese Nacht zurück!3 Punkte
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Bin gerade dort unterwegs, erste Nacht auf dem Ponta de Sao Lourenco Platz verbracht und Junge Junge, hat es mein xmid gebeutelt. Ständig haben Böen das Zelt aufgepustet und mich mit dem feinen roten Sand bestäubt. Mehrmals haben die Linelocs nachgegeben (mal in Luv, mal in Lee), bis ich sie verknotet habe. Dann ließ es sich irgendwie leben. Ich empfehle daher, sich für den Spot eine Wettervorhersage anzusehen. Ansonsten ist es ne schöne Jahreszeit für die Insel. Und ich habe gelernt, was ich dem xmid zumuten kann.3 Punkte
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Neue Ultraleicht-Ausrüstung
itisjustgear und 2 andere reagierte auf fettewalze für Thema
Lundhags Padje Ultralight 45 L backpack, ~820g, mit Alu-Rahmen wie die alten GG Mariposas https://lundhags.com/eu/guide/backpack-guides/padje-ultralight-backpack3 Punkte -
3 Tage Habichtswaldsteig
mtb_squirrel und 2 andere reagierte auf RaulDuke für Thema
1. Tag Anreise Samstag der 8.10.2022, 6.41Uhr mit dem Zug ab Oldenburg. Geplante Ankunft in Zierenberg, 10.00 Uhr. Ca 7.10 Uhr Delmenhorst, nix geht mehr bei der Bahn! Funkausfall, dank Sabotage, in ganz Nord Deutschland, alle Züge stehen! Wir behalten gute Laune, ist ja (kurz) Urlaub!!! Planänderung, der erste Wandertag fällt aus, wir steigen schon in Kassel aus, eigentlich das Ziel des ersten Wandertags und nächtigen bei meiner Quasi Schwester Mina und Freund Collin! Feuchtföhlicher Abend, trotzdem am nächsten Tag um 9 Uhr on the Road und gegen 10 Uhr Abmarsch beim Herkules… 2. Tag… Blick auf Kassel, vom Herkules aus… Es folgten ca 21 Km, vorwiegend durch Buchen- und Mischwälder, Berg rauf, Berg runter, teilweise wunderschönen Ausblicken, bis knapp außerhalb von Sand zum Trekkingplatz „Läuseküppel“. Ausblick von der Schaumburg und ein Affenkottlet… Oben das Logo des Habichtswaldsteigs, unten ein Zeichen, das auf muntere Aktivitäten des Soulboy, oder des Solboys Schergen schließen läßt. Hat uns die meiste Zeit begleitet. Ankommen, kochen, Wein trinken und Cowboy Camping. Habe das erste Mal mit dem Borah Gear Bivy geschlafen, bei 4 Grad Temperatur. Was soll ich sagen, im Bivy wars genau so feucht, wie außerhalb des Bivys!!! Zum Glück benutze ich einen 233er Apex Quilt von GramXpert, da war mir trotzdem richtig warm. Natürlich in Verbindung mit nem Polartec Alpha Pullover von Outliteside, der nagelneuen Patagonia Micropuff und ner Langen U-Hose von Liod. 3. Tag… Start in den Tag mit gutem ersten Frühstück am Platz… und zweitem Frühstück bei Edeka in Sand, ca 1,5km offtrail… Und wahrhaft UL tauglichem Rotwein Resuply… An diesem Tag ging es recht wenig durch Wald und Berge, als vielmehr um selbige herum und duch Feld und Flur… Erst kurz vor Ende der, wieder ca. 21Km langen Etappe, ging es mit einem recht knackigem Anstieg, rauf zur Seibelsburg… Von da war es nur noch einen Steinwurf, bis zum Trekkingplatz „Brederich“, ca 3-4 Km vor Naumburg. Mittagsrast mit Blick auf den einzigen See auf dieser Wanderung (kein Foto gemacht) und Quilt trocknen auf dem Geländer der Eisenbahn Brücke… Ausblick von der Weidelsburg… Der Trekking Platz war hervorragend, da auch ich mein Zelt aufstellen konnte… Es gab keine Holzplattform, sondern eine umzänte Wiese mit Bänken und Schutzhütte… Zu essen hatte ich das erste Mal ein selbstgebasteltes Travellunch dabei. Wocknudeln, Mandelsplitter, viel getr. Basilikum, gehackte schwarze, marokkanische Oliven, gehackte getr. Tomaten und eine kleine Hand voll geriebenen Parmesan. Die ersten 3 Zutaten in einem Plastigbeutel, Tomaten und Oliven in einem und den Parmesan in einem weiteren Beutel. Zum Zubereiten alles zusammen in den Topf gegeben und mit kochendem Wasser knapp bedeckt. 5 Minuten später ein total geiles Essen, ca 200g schwer. Ach ich habe noch den Teelöffel Harissapaste vergessen, den ich ebenfalls in einem Beutelchen mit hatte… Abends dann den obligatorischen Rotwein aus dem Platypusbeutel und… GROG! Aus, mit heißem Wasser aufgegossenem Fireball Whiskey-Zimtlikör! Schmeckt erstklassig und ist absolut UL, da der Likör bei Lidl zur Zeit, zu je vier Stück, in Plastikflachmännern verkauft wird. Die funktionieren übrigens auch hervorragend zum Abfüllen von flüssiger Seife oder Spiritus für den Overnighter, etc…etc…etc…. 4. Tag… Der Tag beginnt lausig kalt, das Kondenzwasser am Zelt ist gefroren, aber uns beiden macht weder das noch der nicht existente Brumschädel etwas zu schaffen, sondern nach einem weiteren erdten Müsli und Kaffee Frühstück geht es Munter auf den Weg… Apropos Kaffee… Mein Kumpel hatte peruanischen Kaffee von Blaek mit und ich hatte Kaffee von Mount Hagen dabei. Seine Beutelchen enthielten 3,8g und von den 2g Mount Hagen Beutelchen nehme ich sowieso immer zwei. Also hatten wir fast gleich viel Kaffee im Becher. Mir schmeckte der Mount Hagen wesentlich besser, wegen seiner deutlich herauszuschmeckenden Säure, die dem Blaek komplett fehlte. Aber das ist natürlich Geschmacksache… Der letzte Tag unserer Wanderung führte uns wieder mehr durch Wälder als der Tag zuvor, auch ging es wieder mehr rauf und runter…. Bis nach Waldeck am Edersee sind wir allerdings nicht gelaufen, da mein Freund am folgenden Tag sehr früh zur Arbeit mußte und somit nicht erst um 23 uhr zu Hause sein wollte. Wir sind so ca 10-12 Km gelaufen und sint dann vom Trail ca 1,5 Km südlich nach Böhne gelaufen. Von dort kann man ein Sammeltaxi anrufen, das einen, immer 25 Minuten nach der vollen Stunde, nach Bad Wildungen zum Bahnhof fährt. 4,70€ pro Person, war voll in Ordnung… Telefon: 05631/5062088 mindestens ne halbe Stunde vor gewünschter Abfahrt bestellen… Naumburg von Oben… FAZIT: Zu erst einmal, ist uns natürlich der erste Wandertag gestohlen worden… (wird nachgeholt) Die Etappe soll eigentlich die schönste sein und hat auch den größten Anteil an Bergen aufzuweisen. Nichts desto trotz ist diese Strecke die schönste Wanderung, durch ein deutsches Mittelgebirge, die ich in meiner, zugegebenermaßen recht kurzen Wanderkariere, bisher absolviert habe. Die Mischung macht es aus. Wald und Wiesen, Hügel und Berge, viele Kilometer an Waldrändern, was ich für meinen Teil ganz besonders schätze, an allen drei Tagen immer wieder schöne Ausblicke, und nicht mehr als zwei Ortschaften auf dem Weg. Praktischer Weise sogar so verteilt, das man den Tag immer mit ner 1 Liter Flasche Wasser übersteht und erst „kurz“ vor Ende 2-3 Liter Wasser bunkern kann, je nachdem, wie viel Wasser man so benötigt, fürs Biwak… 100 Punkte für den Habichtswaldsteig!! Zu guter letzt sei noch erwähnt, das es auf den ca. 85Km des Weges drei Trekkingplätze gibt, die praktischer Weise immer 21-23 Kilometer von einander entfernt sind. Zu buchen sind sie über folgende Internetseite… https://www.naturpark-habichtswald.de/erleben/wandern/habichtswaldsteig P.S. Ja, ich wandere mit zwei Hüten. Einer ist ein „Strohhut“, für trockenes sonniges Wetter… ca 120g Der andere ist ein Wollfilzhut. Für kaltes bis feuchtes Wetter… 82g Dafür nehme ich aber auch nur eine U-Hose mit…3 Punkte -
Packra(f)t-Tour auf dem Nam Xueng in Laos
Linnaeus und 2 andere reagierte auf ultraleichtflo für Thema
Zuerst ging es so weiter wie am Tag zuvor, die Natur war wild, ich kam gut voran, und hatte meinen Spaß in den vielen kleinen Stromschnellen. Am Ufer und auch teilweise im Fluss standen und fischten Leute, die mir freundlich zuwinkten oder sogar zu zujubelten. Ein Farang (westlicher Ausländer) und ganz allein war ein seltener oder gar einmaliger Anblick. Vielleicht war ich der erste Packrafter hier überhaupt Einmal zeigte mir ein Einheimischer auch die geeignete Fahrrinne, die überigens interessanterweise fast immer auf der linken Flußseite war. Die eine Stunde Fahrzeit war längst vorbei, und von der Passage, vor der ich gewarnt wurde war auch nach über 2 Stunden nichts zu sehen. Dann aber würde es zunehmend rauer, ich gewöhnte mich aber an dieses neue Niveau. Dann kam auf einmal eine enge sehr rasante Passage und plötzlich stürzte ich eine Wellental und vor mir eine (aus meiner Perspektive) Riesenwelle, der ich besser nicht versucht habe auszuweichen und nahm sie und dann wurde ich richtig herauskatapultiert und hob ab. Ein gefühlt 3 m Satz, aber da ich das Boot schon gerade gehalten habe, landete ich perfekt und es kam nicht mal Wasser ins Boot. Ein paar kleinere Manöver noch und ich hatte es geschafft und musste einen Jubelschrei loswerden. Ich legte gleich danach an, um mich erstmal zu erholen. Es war wunderschön hier Nach einer kurzen Schwimmpause, bin ich nochmal zurück um dieses bisherige Highlight zu filmen. Danach genoss ich den schönsten Teil der Tour. Einmal hielt ich an einem wunderschönen Mini-Wasserfall an, dort hâtte ich das Wasser auch getrunken, wenn ich Bedarf gehabt hätte Nicht lange danach kam ich zu einer Passage, wo man das Gefälle richtig krass sehen konnte, wie eine Stufe von vielleicht 10-20 m Gefâlle, diese Passage schien vielleicht 200 m lang zu sein. Es gab einige große Felsen dazwischen und mehrere Optionen. Erst dachte ich scheissdrauf, da wurschtel ich mich jetzt irgendwie durch, dann wollte ich doch anhalten an den Felsen in der Flussmitte, aber schaffte es nicht mehr und wurde von der Strömung weitergerissen. Ich richtete mich auf und der Tanz begann..erst traf ich die richtigen Entscheidungen ,aber dann wählte ich die etwas breitere Mitte und auf einmal sah ich eine große Stufe, fuck, ein Felsen knapp unter der Wasseroberfläche..konnte nicht mehr ausweichen, ich setzte ein bisschen auf aber kam gleich wieder frei und nahm die Stufe. Dann war es vorbei. Ich musste erstmal tief durchatmen und mein Boot ausleeren, das doch ordentlich geschluckt hatte. Bis Pakxeng kamen dann noch viele Stromschnellen, wenn auch keine richtig heftigen mehr, allerdings musste ich das Boot oft leeren, hätte wohl besser die Spritz-Schürze nutzen sollen. Aber ich wollte im Falle einer Kenterung lieber leichter aus dem Boot kommen. Nach ca. 7 Stunden erreichte ich Pakseng. Mit inzwischen Blasen an den Händen Ich hatte mir ausgemalt, ein idyllisches Dorf am Fluss mit allen touristischen Annehmlichkeiten zu finden. Ein Guesthouse direkt am Fluss hatte ich mir ausgemalt,einfach anlegen, erstmal ein kühles Bier Stattdessen erwies sich sich Pakxeng als ziemliches schäbiges Kaff und am Fluss direkt gab es kein Guesthouse, also packte ich mein Boot zusammen, am Ufer allein zurücklassen wollte ich es natürlich nicht und ging das Dorf erkunden. Als ich einen Menschen nach einem Guesthouse fragte, wies er grinsend auf ein Gebäude mit zugemauerten Fenstern und Leuchtreklame Hier handelte es sich, auch wenn Guesthouse dran stand, augenscheinlich um ein Bordell und als solches war es auch in meiner Maps.me Karte eingezeichnet. Aber um die Ecke fand ich dann ein richtiges. Der Besitzer verstand aber nur Bahnhof und konnte mir nicht mal sagen, was die Übernachtung kostete. Aber 2 cleverere Mädels haben dann verstanden und der Preis war 200.000 Kiel, 8 Euro Einem Standartpreis in Laos Es war auch dafür zwar âußerst Basic und hatte nur ein Hock-Klo, also einen Loch im Boden, aber verglichen mit dem Homestay gestern bestimmt 2 Sterne. Dann suchte ich etwas zu essen, was auch nicht einfach war. Aber als ich schon aufgeben wollte, und mich mit Spieße mit Innereien zufrieden geben wollte, fand ich endlich ein tolles Restaurant am Fluss, wo Büffelsteak nach laotischer Art, Papaya-Salat und geröstete Ente hatte. Köstlich. Ente gut, alles gut! Danach habe ich mit den Leuten dort noch ziemlich gefeiert und gesoffen, natürlich durfte Karaoke dabei nicht fehlen, ein schreckliches Gejaule. Aber ich habe jetzt endlich verstanden, dass Karaoke eigentlich nur ein Vorwand zum Saufen ist Ich torkelte zurück zum Guesthouse, nicht ins Bordell und entschloss mich hier meine Tour zu beenden und den Bus zu nehmen, um nach dem Erlebnissen, die Annehmlichkeiten von Luang Prabang zu genießen, dass ich nach erstaunlich komfortablen 3 Stunden erreichte Erst genoss ich eine Massage und das gute Essen, schon am nächsten Morgen begann mich das zu langweilen und wünschte, ich hätte das weiter durchgezogen..3 Punkte -
Wohin mit dem ganzen Zeug... Welcher UL-Rucksack?
roli und 2 andere reagierte auf Ameisenigel für Thema
Ich habe auch eine Weile gebraucht, um mich an die Idee mit dem rahmenlosen Rucksack zu gewöhnen. Dann aber fand ich ihn bequemer als jeden anderen zuvor.3 Punkte -
Packra(f)t-Tour auf dem Nam Xueng in Laos
RaulDuke und 2 andere reagierte auf ultraleichtflo für Thema
Nachdem ich die ersten 2-3 Stunden nicht so wirklich voran kam auf der gps- Karte ( maps.me) , weil der Fluss sehr starke Windungen machte, machte ich eine kurze Mittagspause und aß meinen Proviant an einem kleinen Strand, wo 2 Longtail Boote lagen Nach der Pause war ich erfrischt und endlich floss der Fluß viel gerader und gewann, wie ich gehofft hatte, richtig an Fahrt. Das Wasser wurde tiefer, und ich saß jetzt nur noch aufrecht im Boot. Ich hatte nun weniger Angst aufzusetzen und die aufrechte Position ermöglichte es mir auch mehr Kontrolle und Übersicht. Ich lernte die Hindernisse und den Fluss zu lesen und wählte fast immer die richtige Durchfahrt und setzte nie auf, und bekam kaum Wasser ins Boot. Ich fuhr ohne Spritz Schürze Wo vorher noch viele Dörfer waren und leider auch viel Müll in den Bäumen hing vom Hochwasser, würde es nun richtig urwaldig So hatte ich mir das vorgestellt Einmal kreuzte eine Schlange den Weg. Ich verfolgte sie bis zum anderen Uferrand.bis sie im Gebüsch verschwand. Der Fluss wurde immer rasanter und die Stromschnellen und es machte mir soviel Spaß, dass die Müdigkeit weg war. (Auch müsste ich nicht mehr viel paddeln) Und die Zeit rann nur so vorüber Aber es war nun doch schon später Nachmittag Und ich überlegte, wo ich nun schlafen sollte. Ich hatte nur noch nen knappen Liter Wasser und auch nicht viel zu essen. Auch hatte ich noch keinen richtig guten Lagerplatz gefunden. Ich war nun 6-7 Stunden unterwegs Als ich gegen 17 Uhr das erste Dorf nach langer Zeit erreichte, entschied ich mich hier nach einer Unterkunft zu fragen. Ich hatte ungefähr die Hälfte der 70 km nach Pakxeng geschafft, wo ich zwischenzeitlich nicht mehr dran geglaubt hatte. Ich hatte am Enderichtig Strecke gemacht und hatte bestimmt noch 2 Stunden so weitermachen können, aber es wurde nun schnell dunkel Am Dorfstrand wuschen sich einige Dorffrauen und ich gestikulierte, dass ich einen Schlafplatz suche. Eine Frau schien mich zu verstehen und nickte. Zum Dorf hoch führte ein glitschiger Pfad und so musste ich das Packraft zusammengepackt hochtragen. Dort wiesen mich die Dorfbewohner zu einer Hütte. Es handelte es sich um ein typisches Stelzenhaus, wo oben der Schlafboden für alle ist, nur ein kleines Separet für die Familie , Säcke mit Reis oder anderen Vorräten und der Fernseher. Es war Weihnachten, also kaufte ich im örtlichen Minimarkt einige Flaschen Beerlao und Chips für mich und die Familie und Zigaretten für den Vater Und Eine Instant Nudelsuppe, die neben etwas Fisch und gedörrtem Büffelfleisch und einem anderen Fleisch, was ziemlich widerlich schmeckte mein Weihnachtsessen war. Wir haben dann noch ein Stündchen Fernsehen geguckt und gingen sehr früh schlafen Ich lag neben dem ständig hustenden Mann. Während die Frau mit dem Kind im Separet schlief. Nach einer den Umständen entsprechenden Nacht, bin ich sehr früh aufgestanden und habe meine Sachen gepackt. Ich habe die Familie großzügig für die doch recht ärmliche Bewirtung entlohnt. Auch wenn ich froh war irgendwo zu pennen, hätte ich mich im Nachhinein doch eher für eine Nacht in der Hängematte entschieden. Als Lunchpaket gab's eine Handvoll Reis und etwas geräuchertes Büffelfleich. Die angebotene Ratte lehnte ich ab. Vielleicht hätte ich mich auch noch r falsch ausgedrückt, ich hatte doch um etwas Veganes wie Rattatouille gebeten Vermutlich hatte ich sie schon am Heiligabend zuvor gekostet.. Am Ufer bewunderten 2 Dorfbewohner mein Packraftaufbau bis ich ablegte. Ich war gespannt wie es weitergeht und irgendwie froh hier wegzukommen Am Abend zuvor hatte ich einen Mann bei Dorfladen getroffen. Der einzige, der Englisch sprach und mich vor einer etwas heftigen Passage warnte, die nach einer Stunde kommen würde und er riet mir davor anzuhalten und mir das ganze erstmal anzuschauen. Ich hoffte nur, dass ich diese Stelle auch rechtzeitig erkennen, und ich nicht in einen gefährlichem Canyon reingesogen werde Es wurde also kribbelig3 Punkte -
Stromversorgung zuhause nur aus einer 12 V Solaranlage 200 Wp / 200 Wh Bat-Speicher
Gibbon und 2 andere reagierte auf Ein.Plattfüssler für Thema
Hallöchen allen, … danke für die vielen interessanten Beiträge… Erst mal noch genannt, was ich bisher unterschlagen / vergessen habe. Früher mußte ich öfters ‚Behördenbriefe‘ schreiben. Daher nenne ich auch einen Drucker/ Scanner/ Kopierer mein eigen. Der ließ sich für mich, nicht auf 12 V umrüsten. Beim Vorgänger ging das… Also nutze ich kurzzeitig auch einen Konverter/ Spannungswandler auf 220 V mit einer Leistung von 600 W… Als ich noch eigenes Brot gebacken (Lehmofen) habe, nutze ich den auch einmal wöchentlich für die Kornmühle zum Mahlen von ca. 2,5 kg Roggen… Sollte ich mal Lust (nur) auf eine Tasse Tee oder Kaffee haben, geht das Kochen auch mal mit dem 0,5 l Kelly-Kettle (holzbefeuert). Auch der Trangia, normalerweise genutzt für Radreisen, kommt gelegentlich zum Einsatz (Bequemlichkeit meinerseits)… Mein Leben scheint aber dennoch unbequem. Doch für Bequemlichkeit müsste ich zahlen. Und für das Zahlungsmittel arbeiten (auch unbequem und bedingende Abhängigkeit) oder Lotto spielen und gewinnen. Mache lieber aus dem, was ich hab, das mir Nützende… Über einen Windgenerator habe ich auch schon nachgedacht. Kenne auch die Selbstbauanleitungen aus diesen benannten Heftchen. Doch mein Wohnort ist zu wenig windexponiert, weil halbe Tallage. Der Hang gegenüber wäre nach meinen Beobachtungen geeignet… Auch scheinen derzeit solche Kleinstanlagen nicht käuflich zu erwerben sein... Sonst würde ich meinem Motto 'Probieren geht über Studieren' mal frönen... Habe mir aber mal einen Wassergenerator für den Bach im Tale gebastelt. Grundlage war ein Nabendynamo vom Fahrrad. Dazu Spannungswandler und Spannungsstabilisator. Sicher nur max. 0,5 A, aber Kleinvieh macht in 24 h auch Mist. Im Winter vereist das Ding dann… Stabilitätsprobleme... Hab ich aufgegeben… In der c’t war mal ein Wassergenerator vorgestellt. Aber offensichtlich nie in Serie gefertigt… Als Solarbatterien nutze ich GEL-Batterien, also wartungsfrei und auslaufsicher gekapselt. Inzwischen gibt es auch Li-Ion-Solarbatterien. Dazu müßte der Solar-Laderegler aber passend sein. Gibt es die ?... Generell gehen alle 12 V – Batterein, auch die aus dem KFZ-Bereich. Nur ist die Nutzung eine verschiedene und somit die innere Bauart. KFZ-Batterien garantieren hohe Ströme für kurze Zeit (Anlasser), Solar-Batterien gleichbleibend lange vergleichsmäßig geringe Ströme… Ja, die gesamte angegebe Kapazität auch einer Solar-GEL-Batterie ist nie voll nutzbar. Das ist auch bei Powerbanks u.ä. so… Muß man bei der Dimensionierung von Wp und Laderegler eben berücksichtigen… durch Probieren… und Erweitern der Anlage… Viel Sonne auf die Solarplatte wünscht sich Ein.Plattfüssler3 Punkte -
Die Toilettenpapier „Innovation“
TheRebel und 2 andere reagierte auf ChristophW für Thema
Hach, bedrucktes bzw sogar beBILDertes Papier nehmen, um sich den Ar*** abzuputzen, ist doch ein alter Hut. Mein Lerneffekt damals: die beBILDerte Variante taugt nicht mal richtig dafür, alles eher verschmiert. Schmierenblatt also? 😁3 Punkte -
Das sollte nicht passieren. Dann macht man einen gewaltigen taktischen Fehler. Taktik Kalt: Innenhandschuh + Außenhandschuh geschlossen Wärmer: Innenhandschuh zeitnah (!) ausziehen und griffbereit verstauen, ggf. am Körper unter den Klamotten vorwärmen. Noch wärmer: nur Innenhandschuh anziehen. Notfalls alle Handschuhe ausziehen. Das berühmte Layer Prinzip, dachte, das ist hier bekannt. Wer natürlich mit massiven 3-Lagen-Membranhandschuhen losrennt, der wird die vollschwitzen und dann frieren. Das kann ja aber für die Bewertung meines getesteten Systems nicht der Maßstab sein. Das ist zumindest das, was für MICH funktioniert.3 Punkte
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Es ist ja schon alles gesagt worden, aber noch nicht von allen Befestigung, Inlet: ich kann dem NICHTS abgewinnen. Aber - ich bevorzuge breite Quilts. Je kälter desto breiter. Dabei rotiere ich zuweilen oft, deshalb ist die geschlossene Fußbox so wichtig. Deshalb funzen auch Inlets, Bänder usw auch gar nicht bei mir. Fußbox straff ziehen, auf den unteren Quiltrand legen (bin Seitenschläfer) und den anderen Rand vorne unterstopfen. Fußbox ist überhaupt der Faktor bei mir. Ggf. noch paar Cam Snaps dran, um die Fußbox zu verlängern. Ich nähe meistens Bestandsschlafsäcke oder neu gekaufte um, habe auch den Forumsquilt genäht, funktioniert beides. Gewichtsersparnis nach Umnähen ca 1/4 bis 1/3 (Sommerquilt). Fleecehoodie oder Mütze sollte dann aber am Start sein, die Rayway Methode mit Kopf halb einwickeln geht nur bei extralangen Quilts, wo man somit die Extralänge 99% umsonst mitschleppt, Mütze/Hoodie kann man ans Wetter anpassen. Kalte Hüfte: Da drückt man ja auch die Isommatte am meisten ein, vor allem LuMas. Da eventuell ein Stück Schaummatte unterlegen, in der Größe vom Fußabtreter (oder dass es in den Rucki am Rücken genau passt).3 Punkte
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Neue Ultraleicht-Ausrüstung
sevenfifty und 2 andere reagierte auf icefreak für Thema
Update: Test nachts im Wald, ca -7º, Abstieg nach Klettersteig (war mein Backup Handschuh). Mit einem Decathlon Unterzieh-Fleecehandschuh eine sehr funktionale Kombi: Sehr warm, da geht noch mehr. Auch mit Klappe drüber hat die Innenhand guten Grip an Geländern, Leitern etc. Dünne Fleecehandschuhe 25g Kombi gesamt 111g3 Punkte -
Vorstellungsthread
Thorsten81 und 2 andere reagierte auf Clumsiness für Thema
Hallo zusammen, mein Name ist Joschua, ich bin 30 Jahre alt und komme aus NRW. Seit September 2025 bin ich stiller und begeisterter Mitleser im Forum – vor allem im Bereich MYOG –, durch den ich überhaupt erst auf das Forum gestoßen bin. Seit einigen Jahren liebe ich es, wandern zu gehen, insbesondere auf mehrtägigen Abenteuern und Trails. Dieses Jahr hat mich die Begeisterung für UL-Ausrüstung gepackt, weshalb ich zwangsläufig auch auf MYOG gestoßen bin. Bis August 2025 hatte ich persönlich noch nie eine Nähmaschine oder Ähnliches angefasst. Durch dieses Forum habe ich jedoch extrem viel Inspiration und Wissen aufgesaugt, was dazu geführt hat, dass ich mittlerweile zwei Rucksäcke, drei Synthetik-Quilts und einen Daunen-Quilt hergestellt habe – und natürlich noch viele weitere Projekte in Planung habe. Mein Baseweight liegt aktuell bei ca. 4,2 kg, Tendenz sinkend. Um dem Forum auch etwas zurückzugeben, werde ich mir demnächst die Zeit nehmen, meine MYOG-Projekte vorzustellen und dem ein oder anderen Member, der mich beim entsprechenden Projekt inspiriert hat, zu danken. Beste Grüße Joschua3 Punkte -
Ein neuer Rucksack soll her (Rahmenlos)
zergcheese und 2 andere reagierte auf sevenfifty für Thema
Ich habe meinen Bandit noch etwas gepimpt. Die Shockcord über der Netztasche habe ich gegen eine dünne ZPacks getauscht, was das Gewicht um die Hälfte reduziert. Die gesparten Gramm habe ich genutzt um die Sitzmatte als Rückenpolster ebenfalls mit ZPacks Shockcord (3,4mm) zu befestigen. So habe ich einen sinnvollen Platz für die Sitzmatte, ohne Mehrgewicht, gefunden. Oberen beide Bilder >>> vorher Unteren Bilder >>> nachher3 Punkte -
Welches Ultralight Messer?
mtb_squirrel und ein anderer reagierte auf schwyzi für Thema
Nachdem das nun schon zweimal zitiert wurde - wenn man's genau nimmt, stimmt das eben nicht. Das Opinel ist kein Einhandmesser. Und das Merkmal "feststellbar" ist kein Merkmal der Illegalität. Und selbst ein Taschenmesser ohne Feststellmechanismus ist in den diversen Waffenverbotszonen in D grundsätzlich verboten, wenn es nicht zugriffsicher verwahrt wird. In Hamburg ist das z. B. nicht nur jeder Bahnhof, sondern sogar jede Straßenbahn- oder Bushaltestelle. Ansonsten ist sowohl das Skelettmesser als auch das Opinel safe.2 Punkte -
Double-Rainbow-Nachfolger gesucht. X-Mid? leichter Dome?
Gibbon und ein anderer reagierte auf RaulDuke für Thema
@Gibbon Warum machst du ihn nicht ganz leer, und legst ihn am Fußende einfach unter deine Isomatte?2 Punkte -
4 Monate auf dem Panorama-Fernwanderweg Sentiero Italia - Apennin-Halbinsel & Sizilien
khyal und ein anderer reagierte auf Mia im Zelt für Thema
Hinter Gangi ging es zunächst an weiteren Ackerflächen vorbei, bis ich endlich den Madonie-Nationalpark erreichte. Vor meiner Wanderung durch Sizilien hatte ich noch nie etwas von diesem Nationalpark gehört, schade eigentlich. Dieses Gebiet eignet sich super zum wandern und zudem habe ich sehr viele wilde Hirsche gesehen. Insbesondere die herbstlichen Buchen gefielen mir mehr als gut: Das Wetter war zwischenzeitlich auch wieder angenehmer, auch wenn auf der Höhe die Abende doch etwas frisch waren. Bergab ging es ins Dorf Scillato, in welchem ich eine Unterkunft gebucht hatte. Die meisten Nächte auf meiner Wanderung verbrachte ich im Zelt, doch das wilde Zelten wurde auf Sizilien schwieriger und bedarf einer besseren Vorausplanung als auf dem Festland. Im ersten Teil bis incl. dem Nebrodi-Park war es meistens gut möglich, einen Zeltplatz zu finden. Dahinter wurden die Waldgebiete seltener und die zivilisierten Gebiete häufiger. Zum Glück gibt es auf Sizilien in vielen Dörfen und Städten günstige Unterkünfte, sodass dies zumindest finanziell kein Problem darstellt. Und der Komfort einer warmen Dusche nach einem anstrengenden Wandertag ist auch nicht zu verachten. Hinter Scillato ging es teils auf Wanderwegen, teils auf Straßen bis ins Dorf Sclafani Bagni. Das Highlight erwartete mich unterhalb auf einem etwas zugewachsenen Wanderweg: Dort gibt es eine (kostenlose) heiße Quelle, direkt am Wegesrand. Natürlich verbrachte ich dort eine ausgiebige Pause von mehr als einer Stunde. Obwohl Wochenende war, blieb ich alleine. Die Nacht daraufhin verbrachte ich somit halbwegs sauber in meinem Zelt, an einer Stelle, die ich mir vorher auf der Karte ausgesucht hatte. Nachts wurde ich dann noch von einem (zum Glück) harmlosen Gewitter überrascht. Die beiden Tage danach waren landschaftlich wenig spektakulär, es ging überwiegend an Ackerflächen vorbei. Mir persönlich gefällt dies nicht so sehr, da ich nackte Ackerflächen ziemlich unschön finde. Die Wege waren zudem abschnittsweise matschig. Mit jedem Schritt sank ich ein bisschen in den Erdboden ein. Zudem musste ich unzählige Weidegatter öffnen und wieder schließend. Leider sind die Weidegatter auf Sizilien vielerorts nicht sehr benutzerfreundlich, da sie sich teilweise nur schwer oder gar nicht öffnen lassen. Zwischendurch wurde der Weg für ein paar Kilometer aber wieder ganz schön. Bevor ich das Dorf Piana degli Albanesi erreichte, durchquerte ich den letzten größeren Wald. Dort gefiel mir das Wandern gleich viel besser als zuvor. Wenn es den halben Tag nur an Ackerflächen vorbei geht, sinkt meine Stimmung doch ein bisschen ab. Die Luft im Wald ist feucht und würzig und die Natur belebt irgendwie doch mehr als die Zivilisation. Hinter Piana degli Albanesi musste ich zu einem Pass hochlaufen, wo die Natur überraschend wild wirkte. In der Steinhütte hätte ich sogar schlafen können... Doch auch aufgrund der kurzen Tage in Verbindung mit der langen Siesta der Supermärkte, ging ich auf Nummer sicher und hatte in einer Unterkunft übernachtet. Die ersten Stunden ging es immer mal wieder bergauf und dann wieder bergab durch schöne Natur mit kargen Bewuchs, die ich sehr genoss. Im Anschluss hatte ich eine lange Passage auf Wirtschaftsstraßen bis in die Stadt Alcamo vor mir. Die Strecke war einfach und langweilig, sodass ich immerhin Strecke machen konnte und die 38,5km des Wandertages hinter mich bringen konnte. In Alcamo angekommen legte ich noch einen drauf und lief noch einen Umweg zum Lidl. Der macht nämlich keine Siesta! Hinter der Stadt Alcamo wartete noch ein tolles Highlight auf mich, denn es gab ganz in der Nähe die heißen Quellen von Segesta, denen ich einen Besuch abstattete. Um dorthin zu gelangen musste ich einen Bach überqueren, der mir bis zu den Knien ging. Der Aufwand hatte sich aber gelohnt, denn das Becken mit dem schwefelhaltigen Wasser war richtig schön heiß und sehr angenehm. Blöderweise vergaß ich ein Foto davon zu machen... Bevor ich im Dorf Calafafimi ankam, durchquerte ich ein kleines Waldgebiet. Die Ferienwohnung in Calatafimi gefiel mir extrem gut, so lieblich wie sie eingerichtet war. In der Nacht und am nächsten Morgen goss es in Strömen. Eigentlich hätte ich mir an dem Tag den am Wegesrand befindlichen Tempel von Segesta anschauen wollen, aber da hätte man Eintritt bezahlen müssen. Hätte ich mehr Zeit gehabt, hätte sich das wahrscheinlich gelohnt, aber bloß für einen Foto-Stop hatte ich keine Lust darauf. Denn an diesem Tag wollte ich meine letzte Nacht im Zelt verbringen, was aber nur mit einem gewissen Aufwand bei der Suche möglich war. Zuvor ging es erneut an zahlreichen Ackerflächen entlang. Die konnte ich inzwischen nicht mehr sehen. Erst in der Nähe von Visicari wurde die Landschaft und die Natur wieder ansprechender, hier wollte ich auch meinen Zeltplatz suchen. Auf dem Foto sieht das noch ziemlich einfach aus, doch der Boden ist dort uneben und zudem wachsen dort viele stachelige Pflanzen. Irgendwann fand ich dann doch noch ein geeignetes Plätzchen. Am nächsten Tag stand der Besuch des Zingaro-Naturreservat an. Dies ist eines der wenigen Gebiete, wo man in Italien Eintritt bezahlen muss. Der Sentiero Italia nimmt hier den Pfad, der oben am Hang entlang führt und somit viele grandiose Ausblicke ermöglicht. Auffällig ist die karge Vegetation. Mir hat dieser Abschnitt sehr gut gefallen. Am Ende des Naturreservats ging es bergab in Richtung dem Dorf Macari. Dieses durchquerte ich bis zur Küste und bezog das Tiny-House in Casteluzzo, welches ich mir für die Nacht gemietet hatte. Eine sehr gute Wahl! An meinem vorletzten Wandertag wurde es noch mal so richtig regnerisch und gewittrig. Mehrere Stunden lang blitzte und donnerte es immer wieder. Trotzdem genoss ich den Wandertag sehr, denn es ging durch das Naturreservat Monte Cofano, welches meiner Meinung nach genauso schön ist, wie das beliebte Zingaro-Reservat. In Custonaci machte ich einen Umweg zum Supermarkt und saß einen weiteren heftigen Regenguss in einer Bar aus. Am Nachmittag stand nur noch der steile Anstieg hoch nach Erice an. Bereits in der Dämmerung kam ich in dem auf einem Berg gelegenen Ort an und konnte mein Ferienhaus (ja, richtig) beziehen. Vom Fenster aus sah ich in der Ferne weitere Blitze am Himmel zucken. Und da könnte man meinen, Ende November sollte die Gewittersaison vorbei sein... Am letzten Tag standen mir bloß noch 10,5km bergab zur Promenade nach Trapani bevor. Schon von weitem konnte ich mein Ziel erkennen. Als ich in der großen und lauten Stadt angekommen war, beeilte ich mich zum Ziel zu kommen. Doch am Ende des Trails befand sich nichts außer dem Mittelmeer. Kein Monument, keine Statue, nichts. Irgendwie enttäuschend. So setzte ich mich alleine auf eine Bank und aß eine Pizza. Es war ein komisches Gefühl nach einer solch langen Wanderung am Zielort angekommen zu sein. Nun hieß es den Heimweg antreten. Mit Bahn und Fähre ging es in den nächsten Tagen zurück nach Deutschland. Zuhause vermisste ich schon sehr bald die beeindruckende Natur und die angenehm milden Temperaturen.2 Punkte