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  1. [Sammelbericht] Hardangervidda

    momper und 2 andere reagierte auf retox1 für Beitrag im Thema

    3 Punkte
    Moin, nachdem @einar46 sein Interesse an einer Unterhaltung über die Hardangervidda (HV) geäußert hatte, dachte ich mir, dass ich einfach mal hier einen Sammelbericht über meine Erfahrungen in der HV verfasse. Ich hoffe, dass das so Regelkonform ist. Es folgt eine Übersichtskarte mi den ungefähren Strecken, die ich in den letzten fünf Jahren gegangen bin. Ich kann mich nicht an alle Details erinnern, die erste, zweite und die letzte Tour werden die ausführlichsten sein. Ich schreibe das quasi alles aus der Erinnerung, habe nur sehr wenige Bilder, da ich kein Fotomensch bin. Die dargestellte Karte stammt von UT und ist von der Norwegischen Kartierungsbehörde erstellt worden. Diese hat und hält sämtliche Rechte an dem dargestellten Kartenmaterial.©Kartverket-- 0. Prolog Ich bin in einem klein Städchen im Norden von Deutschland in der Holsteinischen Schweiz aufgewachsen. Aufregende Natur gab es hier nicht. Während meiner letzte Schuljahre fing ich an, religiös Bear Grylls zu gucken (nicht verurteilen bitte). Vorher hatte ich mit Outdoor nichts viel am Hut (war 3 Jahre bei den Pfadfindern, aber das zähle ich mal nicht als Outdoor). Aber das, was ich da im Fernsehen sah, hat mich gepackt. Los ging die Planung, nach der Schule 6 Monate Backpacking mit Wandern durch Rumänien. Für die Studienfahrt habe ich die gesamte Klasse überzeugt, nach Baad zu fahren und da mit Outward Bound eine Abenteuerwoche zu machen. Zu hause dann weiter gelesen und geguckt, wo ich hin will. Lange Rede kurzer Sinn: Habe es nicht gemacht, bin lieber zu Hause geblieben, perspektivlos und Videospielsüchtig. Auf Druck meiner Eltern habe ich mir dann was gesucht, von dem ich dachte: Hey, vielleicht kommst du da ein bisschen raus und lernst Disziplin. Richtig gerraten, Bundeswehr. Luftwaffe, GA bei Nürnberg, danach Objektschutz (Luftwaffen infanterie). Ich war viel draußen aber nicht so, wie ich wollte. 2016 bin ich dann ausgestiegen und habe mich tatsächlich von meinem Computer losreißen können und mir endlich einen Traum erfüllt: Outdoor, Wander, Trekking, so wie ich es wollte. Habe viel geguckt und geplant und nach langem hin und her, wo es denn hin gehen soll, bin ich auf die HV gestoßen. Sie Bilder die ich sah, haben irgendwas in mir ausgelöst. 1. Erste Schritte - Baby Steps Ich war nicht besonders mutig oder erfahren. Habe mir also online eine Karte der HV angeguckt und mir eine kleine Runde im Norden der HV rausgesucht. 40 km, ich dachte dass wären dann so 3-4 Tage, ist ja hügelig. Bin dann mit einem sackschweren Gregory Baltoro (ca. 20 kilo für 4 Tage wandern... und einem Kumpel los. Wir sind in Ovre Eidfjord (OE) gestartet und haben uns erstmal einen Aufstieg von knapp 1000 hm am ersten Tag gegönnt. Ich möchte einmal anmerken, dass der höchste Berg meiner Heimat, auf dem ich vorher war, ca. 60 Meter über nN gelegen war. In Baad hatte ich zwar mal einen Berg bestiegen aber ohne Rucksack und ich konnte mich eh nicht dran erinnern. Vielleicht kennt ja einer die Straße im Valursdalen. Für alle anderen: 6km, 950hM, 18 Serpentinen. Und das mit unserer UH Ausrüstung. Mein Wanderkumpane hatte zwar ein bisschen mehr Erfahrung als ich (er war in NZ und ist da einiges gewandert) aber ich war durch meine Zeit beim Bund besser im Training. Was aber egal war, da wir beide komplett fertig waren. In gefühlt jeder Serpentine haben wir eine Pause gemacht, Rucksack ab, hinsetzen, leiden, Rucksack auf, mehr leiden, weiter gehen. Wir haben dann, als wir oben waren, eine ziemlich abgefahrene Landschaft vorgefunden. Hochmoore im Nebel, tosende Gebirgsbäche, Geröllfelder soweit das Auge reichte. Auf Trampelpfaden und Behelfsbrücken durchquerten wir das Buadalen. Wir machten sogar einen Abstecher (oder auch: wir bogen falsch ab) und hatten plötzlich einen genialen Ausblick auf den Valursfossen. Wir überquerten die Veig und schlugen völlig erschöpft um ca. 16 Uhr und nach (für uns damals unglaublichen) 12 km und 1370 hm das Zelt im Schatten des Harahaugane auf. Im Zelt erzählten unterhielten wir uns über den Aufstieg. Bei jedem Auto, dass von hinten kam, dachte jeder von uns still und heimlich: "Hey, wollen wir da fragen, ob die uns mitnehmen können?" Aber keine wollte es sagen, zum einen, um nicht der schwächere zu sein, zum anderen, da es gefühlt ein Ritus war, diesen Aufsteig zu Fuß zu machen. Wir glaubten, wären die HV nicht wert, wenn sie nicht zu Fuß erklimmen könnten. Am nächsten Tag bestiegen wir den Nonhaug und genossen erneut den Ausblick über die karge Landschaft. Anschließend machten wir erste Off-Trail Erfahrungen, da wir den Weg nicht fanden. Durch Gestrüpp und Moor ging es durch Vedal und das Gummarsteinsfjellet hinauf. Von dort hatten wir einen atemberaubenden Blick über die Svello-Ebene und hinab auf OE. Kurz hinter Fivlingen schlugen wir das Zelt auf einer Bergkuppe auf. Die Stimmung war eigentlich gut, aber auch gedrückt, da wir in wenigen Stunden zurück am Auto sein würden. In den folgenden Tagen unternahmen wir Verletzungsbedingt nur einige Daytrips, auf die ich hier nicht weiter eingehen werde. 2. Die erste Herrausforderung: 100km Nachdem ich die erste Tour also überstanden hatte, ging es direkt mit der Planung für das Folgejahr los. Studiumsbedingt war ich diesmal an den Juli gebunden, hatte also knapp 365 Tage Zeit, mein Vorhaben zu planen. Während der ersten Tour hatte ich den Ferne den selbsternannten "Nippelberg" (Harteigen) entdeckt und irgendwie hatte der etwas magisches. Er sah so fremd aus in der Landschaft der HV. Erwürdig ragte er empor. Überall schienen doe Wolken tief zu hängen, nur nicht um ihn herrum. Egal, wann wir nach ihm sahen, immer stand er da, mächtig, ruhig und mystisch. Ich schweife ab. Also, Tour 2 ging dann los. Start war diesmal in Odda. Das Auto lies ich (erste Solotour) auf meinem Lieblingscampingplatz in OE (soll keine Werbung sein, aber Myklatun ist ein sehr netter, wenn auch spartanischer, Campingplatz). Mit dem Bus fuhr ich nach Odda. Ich hatte erst überlegt, die HV in Tyssedalen zu betreten, entschied mich aber wegen der Trolltunga (wegen der Menschen) dagegen. Der Aufstieg in Odda war mörderisch. Ich hatte zwar im vergangenen Jahr viel trainiert, aber eben nur im norddeutschen Flachland. Mein Rucksack war immer noch der Baltoro, wog immer noch gute 20 Kilo. Ultralight war mir ein Fremdwort. Das Stück bis Mosdalsbu war relativ Ereignislos. Ich war vom Aufsteig zu kaputt, um die Landschaft richtig zu genießen. Nach der Mittagspause am See (mit einem kalten Bad bis zu den Knien oder der Hüfte) ging es dann weiter. Das Wetter war unfassbar gut, die Sonne brannte. Ich trug damals noch einen Hut. Bushcrafting-mäßig. Hatte auch genug Sonnencreme für 3 Wochen Mallorca dabei. Eine große Flasche LSF 30 und eine nicht ganz so große LSF 50 für mein Gesicht. Wenn ich mich so daran erinnere... aiaiai. Die Landschaft vos Mosdalsbus bis Tyssevasbu (klingt nach einer Etappe, waren aber für mich damals zwei ganze Tage) war extrem abwechslungsreich. Gut, sind auch 25 oder 30 km, da kann man das eigentlich erwarten. Aber es war alles dabei. Geröllfelder mit Brocken so groß wie Autos (ich erinnere mich noch gut ans Hüpfen), morastige Wiesen, zwei lange Staudämme mit riesigen Stauseen und zu meiner linken immer das Ringdalsvatnet, wie ein Ruhepool. Ich hatte mir die Strecke so ausgesucht weil ich dachte, dass ich mich nicht verlaufen kann, wenn es immer am Wasser langgeht. Auf dem Abschnitt von der Trolltunga (ich sah sie mir kurz an...) bis zur Tyssevasbu hatte ich zum ersten mal das Gefühl, auf dem Mond zu sein. Spitze Steine, karge Landschaften. Weit und breit nichts Grünes mehr. Bäche wurden auf Schneebrücken gequert, einmal schmiss ich meinen Rucksack über den Fluss, wollte hinterher, Schneebrücke brach ein. Musste 30 min Flussabwärts um eine neue Stelle zum queren zu finden, 30 Minuten zu meinem Rucksack. Das war toll. Von Tyssevasbu bis Torehytten (wieder zwei Tage...) war es eher eintönig um ehrlich zu sein. Zwei Flüssen wurden gefurtet, sonst wear da nicht viel. Kurz vor Torehytten dann zwei große Schwarzsanddünen (denke ich mal) und... ich war ganz nah am Harteigen. Dem Berg meiner Träume. War nice. Von den letzten Kilometern ist mir vorallem das Gröndalen sowie der Absteig nach Hedlo im Gedächtnis geblieben, diese beiden Orte sind unfassbar magisch und fast schon familienfreundlich von der Erreichbarkeit. Wenn ich jemanden von der HV überzeugen müsste, dann mit einer Wanderung von Torehytten bis Hedlo. Bis zum heutigen Zeitpunk für mich der landschaftlich schönste Abschnitt. 3. Hardangervidda Thru-Hike (S-N) (Platzhalter) 4. Hardangervidda Thru-Hike (O-W) 5. Ein Spaziergang in der Hardangervidda (Platzhalter)
  2. Leichte aber dennoch warme Trekkingjacke

    masui_ und 2 andere reagierte auf UL-MUC für Beitrag im Thema

    3 Punkte
    Preislich zwar eine ganz andere Liga als Decathlon, müsste aber Deine Kriterien erfüllen: Patagonia Micro Puff Hoody. https://www.bergfreunde.de/patagonia-micro-puff-hoody-kunstfaserjacke/
  3. israel national trail dezember/januar

    BitPoet und 2 andere reagierte auf effwee für Beitrag im Thema

    3 Punkte
    Ab durch die Mitte: Jerusalem, die Kälte und einmal ist immer das erste Mal Der Masterplan sieht vor zunächst eine Nacht in Tel Aviv zu machen, weil wir ansonsten viel zu spät in Jerusalem ankommen würden. Unser Guest House hatte eine Waschmaschine- erste Wäsche nach fünf Trailtagen. Dosenbier und Chips. Mit Blick auf den Wetterbericht und dem Umstand, dass eine Kaltfront über Zentralisrael ziehen soll steht auf der Agenda noch am nächsten Morgen zu Decathlon und den Temperaturbereich zu boosten. Lange Fleecehose für meine Freundin. Ich bin fine so far. Obgleich die Verlockung einer bequemeren und wärmeren Alternative oder Ergänzung zur ZLite im Raum stand. Vorher aber noch im Super- Pharm Bandagen, Schmerzmittel und Voltaren für die Ferse und das anstehende Gesundungsprogramm kaufen. Wir kommen am trubeligen Jerusalemer Busbahnhof an und mussten direkt Zeugen werden wie antiarabischer Rassismus israelischer Provinienz funktioniert: erniedigende Gängeleien an der Sicherheitsschleuse des bahnhofseigenen Shopping-Centers. Es beschämte uns nicht intervenieren zu können ob unserer sprichwörtlichen Sprachlosigkeit, sowie die Feststellung dass niemand anderes intervenierte. Etwas bedrückt ob des Erlebten traten wir in die Sonne des Vorplatzes und versuchten uns zu orientieren. Ein Freund hatte uns ein Hostel am Jaffa-Gate empfohlen und obgleich es eigentlich nur herauszufinden galt welche Richtung der einzigen Strassenbahn für uns die richtige sei, waren wir im ersten Moment überrumpelt von den ersten Eindrücken. Charidim mit Plastiktüten liefen geschäftig umher, Touristen mit großen Kameras vor dem Bauch und Reiseführern unterm Arm, ältere Orthodoxe lasen kopfwippend in religiösen Schriften, junge Frauen kaum älter als zwanzig standen in Uniformen mit Sturmgewehren zusammen und lachten über Tiktok-Clips, Araber verkauften Sesamkringel. Die Sonne ließ den Jerusalemstein der Bauten gülden Leuchten. Im Schatten war es kalt, wir schoben uns alle auf dem Bahnsteig zusammen. Das Hostel liegt in einer Seitengasse der jerusalemer Altstadt. Die Dachterrasse bietet einen Blick über das Häusermeer jenseits der Stadtmauer. Um 17 Uhr wallen die Rufe des Muezzin herüber, kaum sind sie vorbei beginnt Glockengeläut, als dieses endet beginnt der Muezzin einer anderen Moschee und keine fünf Minuten darauf beginnt eine andere Kirche zu läuten... diesem Schauspiel hören wir bei Tee und süssem Gebäck für eine gute halbe Stunde zu. Da wir Jerusalem gar nicht grossartig in unserer Reiseplanung berücksichtigt haben sind wir etwas planlos und fragen die Hostelbesitzer was sie tun würden. Es sind Palestinenser und sie empfehlen uns das arabische Viertel und ein Cafe am Fusse des Ölbergs. Wir schlendern zunächst durch das enge Gassengewirr der Altstadt und dann verlaufen wir uns im engen Gassengewirr der Altstadt, stehen auf einmal vor dem Eingang der Al‘Aksa Moschee wo uns der Eintritt verweigert wird- ehrlicherweise wird uns da erst bewusst wo wir und gerade befinden. Irgendwie schaffen wir es zum Kaffee. A. legt ihre geschundene Ferse hoch und schmiert eine grosse Ladung Voltaren auf ihren Fuss. Ein Ritual dass uns bis zum Schluss begleiten soll und die konkrete Ausgestaltung der nächsten Kilometer mal mehr mal weniger beeinflusst. Den nächsten Zerotag verbringen wir im wesentlichen damit in Cafes mit Heizungen zu verbummeln. Es ist empfindlich kalt, unser Hostel hat keine Heizung. A.‘s Fuss hat die Pause gut getan, die wir sind froh dass es weiter geht. Zwangspausen sind langweilig. Und der Wetterbericht sieht stabil aus: kalt zwar, aber trocken. Wir sind sehr gespannt auf den Zustand der Wege, mit ihnen steht und fällt das weitere Vorgehen - weil Fakt ist, das Damoklesschwert des Tourabbruchs baumelt über unseren Köpfen und würde uns damit in ein nächstes Dilemma stürzen: Unsere Reisekasse ist nicht auf Urlaub ausgelegt, sondern auf thruhiken. Tourabbruch hieße finanzieller Ruin oder nach Hause fliegen. Aber das ist nicht der Deal den wir gemacht haben. Also getragen von einem unerschütterlichen Optimismus haben wir diesbezüglich keinen Plan B und gehen einfach davon aus, dass die Wege fersenfreundlich sind und wenn sie es nicht sein sollten wir, wie bereits im Norden geschehen, uns um die schwierigen Stellen herumimprovisieren oder eben durchbeißen oder -quälen (je nach Tagesform freilich). Wir steigen in einen Bus der uns an den Stadtrand bringt und völlig kontraintuitiv mit jeder Station tiefer ins Jerusalemer Suburbia voller wird. Angekommen, steigen wir sprichwörtlich über viele Menschen und schaffen es beinah nur zur Hälfte aus dem Bus raus – auch sprichwörtlich, kaum war ich draußen ging die Tür zu. Zuglück (naja) hatte meine Freundin den Fuß schon draußen und ich geistesgewärtig den Arm wieder drin. Die Tür geht wieder auf. Das Abenteuer möge wieder beginnen. Wir verlassen die Vororte und erahnen einen grauen Strich auf den gegenüberliegenden Hügeln. Der Zaun zwischen der Weestbank und Israel. Der Ausblick wird uns noch etwas begleiten und beklemmen. Der Weg führt uns über den Park der Quelle Ein Lavam oberhalb des Nahal Refa'im. Etwa eine Stunde geht es durch terrassierte Olivenhaine und lichte Pinienwälder bis zum Ein Kobi. Hier schlagen wir uns durch dichtes Unterholz und Buschwerk langsam das Tal hoch bis wir an einem der unzähligen Picknick- und Campplätzen des Trails stehen, manche sind mit Wasserhähnen ausgestattet, so auch dieser. Wir tanken Wasser. Der Platz weil nicht zum verweilen ein, er ist ziemlich verdreckt und es ist recht kalt. In Bewegung angenehm, für Pausen etwas zu frisch. Die Wege sind gut, hart und nicht vermatscht. Es ist eine wohltat. Obgleich es meist breite Feld- und Wirtschaftswege sind, wir sind mit diesem Umstand recht zufrieden. A.'s Ferse ist glücklich – sie motzt zumindest nicht mehr als sonst. Der Trail ist recht gefällig. Landschaftlich nicht sonderlich spektakulär, aber auch nicht sonderlich langweilig. Wir nähern uns der Ortschaft Mata über einen baumlosen Hügelrücken, die Sonne scheint, der Wind bläst frisch, Schakalspuren in ausgetrockneten Pfützen... in Mata wollen wir frisches Essen für den Abend kaufen. Unsere Resupply-Strategie sieht vor häufiger rauszudroppen, lecker, frisches Essen zu kaufen – ist gut für die Moral, wir haben aus dem Norden gelernt. (Nicht dass wir dass im Norden nicht auch so schon gemacht hätten... hier bekommt es eine besondere Note). In Mata angekommen müssen wir durchs ganze Dorf, dafür haben wir jetzt Wasser und ziemlich lecker Essen. Eine spannende Frage bei Ortschaften in Israel ist, ob es noch andere Wege raus gibt. Mata ist wie viele Orte in Israel von einem hohen Zaun umgeben, auf den Karten können wir nur erahnen und hoffen, dass die Wege uns zu einer Tür führen und dass diese auch offen ist bzw. sich öffnen lässt. Beim reinlaufen hat A.'s Adlerblick den offenen Zugang bereits entdeckt, beim rauslaufen bleibt es spannend bis zum Schluss. Wir passieren eine Tür – das Tor ist umständlich mit Stacheldraht gesichert – und sind ziemlich zufrieden, auf dem alten Weg zurück wäre sehr frustrierend gewesen. Der Steinbruch Zanuha kündigt sich durch laute Abbrucharbeiten an. Mit Blick auf die Uhr, der bisher gelaufenen Kilometer (ca. 25) wird es langsam Zeit einen geeigneten Zeltplatz zu finden. Wir sind beinah der Geräuschkulisse entlaufen, als ein lichtes Wäldchen mit Terrassierungen auftaucht. Wir gucken auf Ramat Beit Shemesh und der Stadtteil Gimel, selber eine Baustelle beschallen sanft von der anderen Seite. Aber bald ist ja Feierabend und den Wecker können wir dann auch getrost auslassen. Zelt aufgebaut und den Sonnenuntergang genießen. Kaum ist die Sonne weg ist es ziemlich kalt. Wir haben vorgesorgt für die langen Zeiten im Schlafsack und haben in Jerusalem noch ein paar mehr Podcasts runtergeladen: Wir starten diese Nacht die Nächste Stufe unseres Bildungsurlaubs. Haben wir vorher immer alles was uns so ein- und auffiel gegoogelt und auf „Wollen-Wir-Wissen-Listen“ gesetzt, um es dann in Doku-Channels zu gucken oder alten Zeitungsberichten zu lesen (so haben wir uns in Jerusalem, die meiste Zeit mit Dokus und ähnlichem zum Charidim auseinandergesetzt). Nun sind Podcasts zum Thema Christentum. Islam und Judentum dran – wir sind schließlich im heiligen Land. Morgens werde wir vom Baulärm und oder vom Lärm des Nahegelegen Steinbruchs wach. Es ist recht frisch und es ist die erste Nacht on Trail die wir im Zelt venbringen. Ich wundere mich, als ich steif aus dem Zelt krabbel warum ich auf der E1/E5 Tour dachte das die Zlite eine komfortable Matte sei, war es schon die Genügsamkeit der 2200km Traillebens oder ist Italien nicht so ein hartes Pflaster wie Israel ober bin ich einfach nun ein halbes Jahr der 40 nahe und dies macht sich nun wirklich bemerkbar...? Was es auch sei, die nächsten Nächte werden interessant. Meine Freundin hat weniger prickelnd geschlafen, ich beglücke sie mit Kaffee am Bett bzw. zum Abbauen uns beide beglückt die Aussicht, dass etwa anderthalb Stunden später im Kibbutz Netiv Ha Lamed Hei eine Bäckerei geben soll. Der Kibbutz mit dem für uns etwas sperrigen Namen, ist nach 35 Haganah Kämpfern benannt, die im Bürgerkrieg bei dem Versuch den belagerten Kibbutz Gush Etzion in der Nähe Jerusalems mit Nahrung zu versorgen, in einem Hinterhalt arabischer Milizen getötet wurden. Obgleich historisch und politisch interessiert ist das für uns eine Randnotiz, vornehmlich stellen wir uns meist die Frage ist es ein Kibbutz und wenn ja welche Form des Kibbutz und ansonsten haben wir die profaneren Interessen ob es dort Essen gibt – schlau vielleicht, aber am Ende doch einfach nur Hikertrash. Im Kibbutz selbst irren wir durch alte Großstallungen, die mittlerweile in diverse andere Nutzungsformen überführt worden sind und sind etwas irritiert immerhin sagt Google, dass es hier eine Bäckerei gibt – und wenn Google das sagt... Wir sind schon kurz davor aufzugeben als uns ein Mann mit einer Brötchentüte entgegen kommt und fragt „Can I help you?“ und wir ihn freudig anstrahlen „You already did“ und wir auf die offene, mit Maschendraht vergitterte Seite einer alten Stallung zeigen und fragen ob dies die Bäckerei sei. Er strahlt zurück „Yes“ und sie sei wirklich gut, was wir denn hier machen und shabbat shalom. Wir stehen in dieser Bäckerei, die uns irgendwie an besetztes Haus, fancy Wagenplatz und Hipster-Cafes in Kreuzkölln oder auf der Schanze erinnern, irgendwie beides, irgendwie unwirklich. Eine Frau lächelt uns an und sagt ist es nicht wahnsinnig, dass es sowas mitten im nirgendwo gebe. Mit Blick auf die Auswahl geben wir ihr begeistert recht. Frisch gebackene Zimtschnecken, Challot, Brote, Pain au Chocolate, Sauerteigbrote, Vollkörnbrötchen. Es gibt eine Siebträgermaschine, es gibt Hafermilch... wir sind selig. Sofort sind wir in diversen Mitwartenden in Gespräche verwickelt, was wir machen, wo wie her seien. Wir unterhalten uns länger mit einem Ex-Shvil Thru-Hiker, dessen Töchter gerade dabei sind mit viel Lust und Freude Pain au Chocolate in Wassergläsern einzuweichen und die eine Hälfte davon in ihrem Gesicht zu verschmieren und die andere auf dem Servierbrettchen. Als er den Shvil gelaufen ist gab es die ganze Infrastruktur der Trail Angels noch gar nicht, es gab Menschen in derr Wüste, die einen beim Wasser-Management unterstützt haben, es sei total großartig wie sich das drumherum um den Shvil seit dem entwickelt habe. Wir pflichten bei, immerhin hat uns dieses System im Norden schlicht den Arsch gerettet. Die Zimtschnecken, lauwarm noch, sind ein Traum, die Sonne scheint. Wir haben das Gefühl alles richtig gemacht zu haben. Uns wird noch angekündigt dass das nun kommende Stück sehr schön sei. Wir sind gespannt. Episches und biblisches trug sich im HaElah-Tal zu, hier ist der Ort des Kampfes David gegen Goliath, auch wenn wir nicht dran vorbei sind, die Google-Reviews sind spannender, aber nur ganz knapp vor dem ersten Buch Samuel Kapitel 17. Der Trail ist wirklich sehr schön. Immer auf den Höhenzügen den Judäischen Berge mit bisweilen grandiosen Fernsichten bis nach Tel Aviv, dem Mittelmeer, in das hier sehr grüne Westjordanland und wir vermuten bis zurück auf die Vororte Jerusalems. Gegen 16 Uhr finden wir einen Platz für unser Zelt, hinter einem Busch unter einem ausladenen Baum. Direkt neben dem Weg. Egal. Der Platz ist vor allem Windgeschützt. Es hat zwar den ganzen Tag die Sonne geschienen und der Himmel schmückte sich mit nur wenigen Wolken, es war jedoch vor allem durch einen beständigen und gerade auf den Höhen oder in Tälern – die meist als Windkanal fungierten – doch sehr frisch. In Bewegung und bei Sonne kaum auffällig, in dem Moment in dem die Sonne spektakulär hinter den Hügeln versank wurde es schlagartig kalt. Heute wählten wir die Strategie der Abendbeschäftigung Feuermachen statt Podcast hören und bastelten uns ein kleines Feuer das neben der Beschäftigung noch Wärme und Lagerfeuerromantik bot. Der nächste morgen war saukalt und tief hing ein grauer Himmel über uns. Der Wind blies und den letzten Rest Schlafsackwärme aus den Knochen, wir verzichteten auf den Kaffee und glaubten dem Versprechen Googles, dass die Tanke in etwas weniger als einer Stunde so ne richtig tolle mit Drinnen-Sitz-Möglichkeiten ist, wir imaginierten süße Teilchen die ein heißen Kaffee im warmen getunkt wurden – wir bekamen eine etwas runtergeranzte Tanke mit einer großen Terrasse und keinen Sitzmöglichkeiten drinnen, die Teilchen waren erst fertig al wir gingen, die Toiletten waren unterirdisch... aber immer das gute sehen, wir durften uns zwei Plastikstühle reinholen, der Kaffee war immerhin aus einer Siebträgermaschine und gar nicht mal schlecht, es gab dazu irgendwelche veganen Power-Bällchen und mit der Tiefkühltruhe konnten wir uns sowas wie einen Tisch improvisieren und für den Weg gab es auch noch Schokoriegel... alles gar nicht mal sooo schlecht, naja... Wir machen uns nach unserem Frühstück und einer kurzen – zugegeben ziemlich ekligen – Morgentoilette auf in die Kälte. Der Weg ist ist ziemlich ereignisarm. Auf der Infoatafel wird angepriesen, dass wir durch dieses und jenes liebliche Tal am Rande dieses und jenes Nationalparks laufen, über sanfte Hügel und an Rebstöcken vorbei um schließlich die Etappe an Tel Keshet zu beenden... Die Realität ist schnell erzählt: Ein breiter Schotterweg, auf der einen Seite Felder begrenzt von unspektakulären Hügeln, die andere Seite von Stacheldraht eingezäunter Nationalpark mit Kühen zur Kulturpflege drin; die Rebstöcke sahen, da es Tafeltraubenproduktion war eher aus wie der Versuch von Agrikultur nach der Zombieapokalypse und war einfach nur öde, dann kamen Felder, braune Äcker und Tel Keshet war ein Hügel neben einer Strasse auf einer Ebene mit viel Geröll, Wiese und Müll... drüber hin ein grauer Himmel und ein eisiger Wind fegte um unsere Ohren. Sieben Stunden Wanderung sind damit umschrieben. Zugegeben der Himmel war bisweilen spektakulär, vor allem als wir über die Äcker wanderten... sie waren mein Lichtblick, A.'s Blick war durch die vorheige Ödnis bereits getrübt und sah nur Matschacker... Es ist halb drei. Wir gucken auf den Himmel, der ist noch grauer und das Internet sagt, dass es just hier und gerade regnen soll. Tut es nicht. 10 Minuten Später fängt es an zu nieseln, da es nicht aufhört ziehen wir unsere Regenklamotten an. Wir checken die Karte. Vor uns liegt ein Waldstück und dann erst wieder in acht Kilometern das nächste zwischen drin liegen reine Ackerfläche ohne irgendeine Möglichkeit das Zelt aufzustellen. Wir erreichen den ersten Wald machen eine kurze Pause und erörtern die Sachlage. Es ist noch viel zu früh das Zelt aufzuschlagen, es sei vernünftiger weiterzulaufen und den anderen Wald zu erreichen, zudem der hiesige eher uneben ist und nur suboptimale Stellplätze anbietet. Zeitlich sind die acht Kilometer bis zum Einbruch der Dämmerung zu schaffen, d.h. kein Nachtwandern und Zeltaufbau im Dunkeln. Sollte gehen. Das mit dem Regen ist kalkuliertes Risiko, der Wettervorhersage ist nicht zu entnehmen ob es so bleibt oder mehr wird, die Wetterbeobachtung ist widersprüchlich. Der Wind steht so dass die tiefgraue Wolkenfront sich von uns wegbewegt und die Wegführung zeigt an dass wir uns nicht wirklich darauf zu bewegen, eher davon weg, aller höchstens parallel dazu...Wir besiegeln unsere Entscheidung mit Schokoriegeln und laufen los. Der Wind drückt uns den Nieselregen ins Gesicht. Wir erreichen mach 300 Metern einen ausladenden Wadi mit Eukalyptusbäumen und ich sage noch „Sieht nicht schlecht aus“... 20 Minuten später stehen wir vollkommen schutzlos mitten auf einer laaaang gezogenen Anhöhe mitten auf Äckern ohne eine einzige Form des natürlichen oder menschgemachten Schutzes in einer Gewitterfront, die über uns in Wellen hinwegfegt. Binnen von 5 Minuten sind meine Füße patschnass, 15 Minuten später fängt es an mir den Rücken nass runter zulaufen. Ich bin nass bis auf die Unterhose sprichwörtlich. Es gibt keine Möglichkeit Schutz zu finden, also laufen wir stur weiter (Wo ich das schreibe frage ich mich warum wir nicht zurück zum Wald sind...). Wir versuchen einen Platz für unser Zelt zu finden, der Wind zerrt an und und drückt uns das Wasser senkrecht ins Gesicht. Wir finden keinen. Rechts und Links von uns nur Acker. Verzweifelung macht sich breit und eine stumpfe Akzeptanz was ist: Es regnet, wir sind eh schon nass bis auf die Haut, wir finden keinen Platz für unser Zelt und die Bewegung schützt uns vor der Hypertonie- also laufen wir weiter. Es ist bei allen Trailkilometern der letzten fünf Jahre, dass erstemal, dass mir wirkklich sowas passiert, ich hatte das alles für sich schon, aber all das Zusammen wirklich noch nie. Meine Freundin fragte mich schon im Norden mit einem Augenzwinkern „Das ist also Thruhiken und das findest du geil?“ Ich habe schon da geantwortet, dass das es auch ist, aber nicht immer, ansonsten fände ich es auch nicht soo prickelnd. Jetzt muss ich wieder dran denken und teile ihr dies mit. Wir beiden quittieren dies mit einem Schulterzucken, einem „Isso“ und einem lächeln. Der Altbekannte Matsch hängt sich mit dicken Placken wieder an unsere Fersen und wenn er es nicht tut schlittern wir wie auf Schmierseife auf ihm herum. Wir kommen bis zum Nahal Sad. Kein Wasser drin. Wir entdecken links von uns sowas wie eine Baumgruppe und wollen dort hin, wir versprechen uns minimalen Windschutz von ihr und vor allem eine freie Fläche für das Zelt. Wir kommen zunächst gar nicht soweit, nach dem der Regen kurz abflaute, öffnete sich wieder der Himmel und es prasselte auf uns herab, wir sondierten das Gelände und fanden eine Senke, die etwas windgeschützt und eben und nicht Flutungsgefährdet war und versuchten das Zelt aufzubauen. Es ging nicht. Der Boden war bereits so aufgeweicht der er keine Hering hielt, entweder der Wind oder der notwendige Zug auf die Guylines oder beides verunmöglichten uns das Zelt aufzubauen (es gab natürlich keine Steine zum Beschweren der Heringe). Wir suchen weiter. Wir finden eine weitere Senke. Könnte gehen. Ging nicht. Wir haben das Zelt schon gar nicht mehr eingepackt. Wir, das Zelt, alles ist total vollgematscht und nass. Wir finden eine Ebene Stelle kurz vor Tel Naglia. Es hört auf zu regnen, der Wind bläst unvermindert weiter. Der Boden ist hart genug und vor allem mit Steinen durchsetzt, die Heringe bleiben im, Boden, wir verstärken sie dennoch mit Steinen, bauen uns noch zur Wetterseite einen kleinen Windwall. Dann fängt es wieder an zu schütten. Wir schaffen es eben noch so uns Zelt und beginnen uns zu organisieren. Mein größtes Problem ist, meine Puffy ist irgendwas zwischen nass und feuchtklamm – ich habe sie den ganzen Tag zum wandern getragen, weil es so kalt war und habe als ich mein RainGear anzog sie auch angelassen... sie macht zwar ihre arbeit noch, aber nicht so richtig. Ich habe eigentlich auch alle Layer bis auf mein Schlafshirt und meine Tights an... die beiden retten mich. Wir kochen uns eine Brühe, kippen Chilisoße rein und tunken reichlich Pitabrot hinein. Es ist das beste Essen unseres Lebens – gefühlt. Noch ein Tee. Wir organisieren irgendwie eine Schalfsacktrocknung meiner Sachen und ich bekomme trockene Klamotten von meiner Freundin um mich darin einzuwickeln, weil ich größenbedingt nicht reinpasse. Der tösendem Regen schaffen wir es noch eine Podcast zu hören und schlafen dann ein, wohl wissend das wir das schlimmste überstanden haben und morgen wieder alles anders, besser, wird... Dieses Gefühl hält bis zu dem Augenblick als ich verpennt und demnach etwas kurzsichtig im strömenden Regen mit meinen letzten trockenen Klamotten stehe und verzweifelt versuche den Hering von der windzugewandten Apsidenseite in den Boden zu treiben während der Wind mit aller Gewalt an der Guyline zerrt. Ich wurde durch einen Donnerschlag wach und sehe meine Freundin wie sie durch das Moskitonetz den Trekkingpole mit aller Kraft gegen den Wind stemmt und festhält. „ich glaub der Hering ist raus, was machen wir jetzt?“ Verpennt wie ich bin rolle ich nur innerlich mit den Augen ziehe meine FroggToggs über und gehen raus... ob das schlau war, darüber habe ich nicht nachgedacht. Es war nicht die beste Idee, aber ich war schnell genug, so dass ich nur mit klammen Klamotten zurück in den warmen Schlafsack kriechen kann, Der Regen und der Wind machen die ganze Nacht weiter, zerren an dem Zelt, hämmern auf ihm rum. Als wir morgens aufstehen, sind wir beide 1000% von dem Duplex überzeugt. Bombproof, ist kein Regen reingekommen, da alle Heringe von vornherein mit Steinen beschwert waren ist bis auf das eine Malheure nichts passiert. Stabil das Dingen... und alle meine Klamotten sind auch fast trocken. Es ist dank des Windes grimmig kalt. Bereits beim Zelt abbauen und zusammenpacken sind meine Finger steif vor Kälte. Wir verzichten auf ein Frühstück, lassen die letzten nassen Klamotten im Wind beim abbauen trocken pusten und machen und schnell los. Der Himmel sieht harmlos, gar schön aus, viele lichte, blaue Stellen, die Sonne kommt immer wieder durch. Zurück auf den Trail. Ersteinmal orientieren und hoch auf den Hügel des Tel Naglia. Irgendetwas Archäologisches. Wir sehen nur einen zerrupften Picknickplatz übersät von Feuerstellen und Müll und wir sehen noch was anderes. Wir müssen noch über den Shikma rüber, ein Wadi bzw. nach dem gestrigen Nachmittag/ Nacht ein breites, braunes Band aus Wasser. Da wollen wir nicht rüber, da können wir nicht rüber, dafür müssen wirr gar nicht bis dahin laufen um die Lage vor Ort zu checken, also Plan B improvisieren. Es gibt einen Weg der dem Shikma bis zur Autobahn, die wir auch noch irgendwie überwinden müssen, folgt, dieser Weg kreuzt an anderer Stelle den Shikma und wir hoffen über das Ablaufen eine geeignete Stelle zum überqueren zu finden. Aber erstmal querfeldein immer den Blick auf den Wadi voller Wasser auf der Suche nach einer Furt. Wir werden fündig. Ein 1 meter breiter Bach ist es hier. Damit sind auch zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, wären wir dem vorgegebenen Weg gefolgt, wären wir länger parallel zur Autobahn gelaufen, so kommen wir direkt an unserer Querungsmöglichkeit an. Schön. Und dazu scheint die Sonne. Der Matsch hält sich sogar in Grenzen. Wir kommen zügig voran. Recht bald stehen wir vor einer Betonunterführung unter der Autobahn, die einmal komplett unter Wasser steht. Wir checken kurz die Lage. Da wollen wir nicht durch. Also Karte raus. Idee: Wir laufen bis Beit Karma an der Autobahn entlang, da gibt es eine Brücke. Okay. Wir trauern unserem Frühstückskaffee hinterher, den die Tanke uns versprochen hatte und trotten auf einem öden Asphaltweg neben der Autobahn Richtung Beit Karma. Google Maps verkündet jedoch die frohe Botschaft, dass es dort einen Mc Donalds gibt. Halleluja! Burger zum Frühstück? Oder Pommes? Oder beides und noch irgendwelchen perversen Scheiß...? Wir fühlen uns moralisch dazu geradezu verpflichtet e uns gut gehen zu lassen nach den letzten 18 Stunden. Die Vorfreude überdeckt die Unsicherheit ob die Autobahnüberquerung hier wirkliche eine Brücke ist bzw. ob wir sie ohne weiteres passieren können. Egal. Erstmal frühstücken und dann kümmern wir uns um den Rest. An der Tanke angekommen stellen wir erst einmal fest, dass der McDo noch nicht aufhat, aber bei Aroma gibt es Kaffee mit Pflanzenmilch und die Information, dass hinter dem einen McDo noch ein weiterer ist, der vielleicht auf hat. Wir blinzeln in die Sonne trinken Kaffee und schauen uns das geschäftige Treiben auf der Tanke an – ausschließlich IDF-Soldaten und Busgruppen. Es soll heute nur nach Dvir gehen, einen Kibbutz nicht weit von hier. Vier, fünf Kilometer noch. Wir haben einen Trail Angel kontaktiert, also egal wie das Wetter wird: Wir sind trocken, save und hoffentlich warm. Mc Donalds essen hat diese Angewohnheit, in dem Moment in dem dem Verlangen nach diesem Essen nachgegeben wird, es sich unglaublich befriedigend anfühlt – exakt für fünf bissen, dann schalten die Synapsen, dass das eigentlich der letzte scheiß ist und man fragt sich warum man diesem Verlangen nachgegeben hat. Dennoch gibt es einen inneren Drang alles aufzuessen was ausgebreitet vor einem liegt, um dann dem Körper dabei zuzuhören wie er mit Abwehr auf das eben gegessene reagiert. Mir ist unmittelbar nach schlechtem Fast Food schlecht und ich schwöre mir jedes Mal, dass es das letztes Mal war. Heute war es anders: Ambivalent. Es war irgendwie auch sehr geil. Wir brechen auf und überqueren die Autobahnzubringerbrücke problemfrei, auf der anderen Seite klauen wir junge Rote Beeten aus einem Acker für unser Abendessen und wir laufen weiter an der Autobahn entlang. Der Himmel ist blau, die Sonne scheint, es ist beinah warm, wir können bi zu den Hügeln der Westbank schauen. Wir sind zufrieden. Der Great Universal Trail meint es gut mit uns, nachdem wir gestern leiden mussten, werden wir nur mit kleinen Prüfungen unseres Glaubens an das Thruhiken herausgefordert. Dvir umlaufen wir etwas umständlich, finden den Eingang, sind superfrüh da und können alles was noch nass, klamm oder vermatscht ist in die Sonne hängen und bei Tee dem ganzen beim trocknen zu sehen. Es gibt eine heiße Dusche, im Kibbutzeigenen Laden, kaufenb wir lecker Essen und Bier. Der Tag ist gut. Wir sind gespannt auf Morgen. ...to be continued...
  4. israel national trail dezember/januar

    effwee und ein anderer reagierte auf Mars für Beitrag im Thema

    2 Punkte
    Sehr guter Bericht, der Style gefällt mir sehr gut, wahrscheinlich hast Du sogar einmal ein Buch gelesen, saugeiler Wortschatz, in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit. Ehrlich gesagt, kam ich mir im Herbst wie der hinterletzte Vollpfosten vor. Es war heiss, staubig, dauernd hatte ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich mir zur Mittagszeit eine Cola an der Tanke gegönnt hatte, ich hatte ständig das Gefühl, fast stehen zu bleiben. Und an den Stränden hätte ich auch lieber die Badehosen angezogen und mir ein, zwei Long island Ice Teas reingezogen. Es gab da auch sehr knackige Jungs und Mädels, alle wie direkt vom Fotoshooting für leicht grenzdebile Medien. Im Winter verwandelt sich aber offenbar alles in eine Matschwüste. Dies ist offensichtlich noch anstrengender als Staub zu fressen und vom Geruch des Düngers angesäuselt zu werden. Vielleicht ist es im März besser? So oder so, eine extreme Erfahrung, da lobe ich mir die im Vergleich simple Hikerautobahn namens PCT...
  5. Packliste GR20

    Backpackerin und ein anderer reagierte auf fettewalze für Beitrag im Thema

    2 Punkte
    Bevor die Packliste zerpflückt werden kann: Wieviel Erfahrung hast Du mit dem Wandern im Gebirge? Von wo startest Du? Wieviele Tage planst Du für die Tour ein?
  6. Packliste GR20

    Miji und ein anderer reagierte auf bri für Beitrag im Thema

    2 Punkte
    Hi Miji, willkommen im Club. Ich habe diese hier als Campschuhe: https://www.amazon.de/dp/B072JBL8D1/ref=dp_cerb_1 Die wiegen zusammen 69g, lassen sich knüllen und stopfen, trocknen schnell und sind für Abends und Morgens gut geeignet. Die Sohle ist sehr dünn, wenns steinig ist, geht man vorsichtig. Zum Wandern nicht geeignet. Ich benutze zum Wandern Trailrunner und habe tagsüber kein Bedürfnis, sie auszuziehen. Und mach dir nicht so viele Gedanken über Reinlichkeit. Hält man auch mal mit weniger aus. Mit Wasser und zwei gesunden Händen kann man solche Wandertage schon gut überstehen. Zur Unterstützung etwas Gras, Moos, Blätter, wenn vorhanden. Wenn nicht, dann nicht. Und ja, ich meine damit durchaus auch eigene und tierische Hinterlassenschaften Ich weiß, das ist vor der ersten Wanderung eine etwas befremdliche Vorstellung, danach selbstverständlich. Über die Klamotten wurde ja schon geschrieben. LG Inge
  7. israel national trail dezember/januar

    BitPoet und ein anderer reagierte auf effwee für Beitrag im Thema

    2 Punkte
    ...weiter gehts... Der Finger - Regen, Matsch und die Kälte Der zentrale Busbahnhof Tel Avivs ist ein Meisterwerk und Monster des Brutalismus von Ram Karmi, über 30 Jahre Bauzeit, bürokratischer Irrsinn aus sieben Etagen- ein dystopisches Raumschiff aus Beton und roten Kacheln das mitten in der Stadt gelandet ist und riesige Arme ins Viertel geschlagen hat. Es riecht nach Desinfektionsmittel und Urin. Neonlicht und Ramschwaren. Die klaren Linien kaschieren halbherzig den konfusen Aufbau. Wir waren bereits am Vortag zum Probeverlaufen da, somit wissen wir welcher der vielen Eingänge unserer ist, wo unser Bus abfährt und viel wichtiger, wie wir über das offene Gewirr von Etagen, Emporen, Treppen und Rolltreppen zu unserem Bus kommen. Wir erreichen den 845er nach Kirjat Schmona kurz vor Abfahrt und etwa drei Stunden später stehen dort bei Ankunft etwas verwirrt rum, finden eher zufällig unseren Bus zum Kibbutz Dan. Es regnet gerade nicht - entgegen der gesamten Fahrt, die immer wieder durchsetzt war von Nieselregen und Wolkenbrüchen - der Himmel sieht spektakulär aus, Wolken unterschiedlicher Farben und Formen haben sich Zusammengeschoben, wir kleben an der Fensterscheibe, die ersten Trailmarkierungen. Aufregung. Um 13h stehen wir am Trailhead. Recht spät, aber heute stehen nur kurze 13 Kilometer bis Metula zu einem Trail Angel an. Dan. Einer von vielen auf einer unglaublich langen Liste von Menschen, die in Bett, Dusche, Handyaufladen, manchmal was zu Essen, eine Waschmaschine für INT-hikende bereitstellen. Einfach so, wie es scheint. Whatsapp und meistens „i am glad to host you“ als Antwort bekommen. Bevor es los geht noch die obligatorischen ikonographischen Trailhead-Fotos, drei Mal tief durchatmen, zwei doofe Sprüche. Wir laufen los und es fängt leicht an zu regnen. Der Weg ist gefällig. Zunächst Obstplantagen, später Weiden. Der Golan verschwindet in Wolken, die Hügel des Süd-Libanon hängen in Wolkenfetzen... die Sonne bricht immer mal raus und taucht vor dem bleischweren Himmel alles in eine irrwitzige Szenerie. Drüber spannt sich ein Regenbogen auf. Wir stehen nach drei Kilometer vor der ersten Flussüberquerung. Nur, die Regenfälle der letzten Tage haben den Bach unpassierbar anschwellen lassen: Direkt mit knietiefem Einstieg und nach zweidrittel der Strecke einer Art Stufe im Bachbett, die es für meine 20 Zentimeter kürzere Freundin durchaus hüfttiefes durchwaten gehießen hätte, bei 10 Grad. Vielleicht erstmal eingrooven, bevor wir voll ins Abenteuer starten. Wir sind noch keine Stunde unterwegs... morgen vielleicht. Also begeben wir uns auf die Suche nach einer Stelle wo wir rüberkommen. Etwa eine Stunde später und nur wadentief und nur wenige Schritte breit - und sind wir auf der anderen Seite. Dafür wurde von meiner Mitwanderin der erste Schakal gesichtet. Am Nahal Snir Nationalpark gekommen stehen wir vor verschlossenen Türen. Der Trail geht durch den Park, dieser hat Öffnungszeiten und kostet Eintritt. Hm, außerhalb der Öffnungszeiten. Wir umlaufen also den Park. A. schlägt sich damit rum, dass ihre Schuhe voller Wasser sind, GTX ohne Drainage jeder Schritt quatscht... Richtung Mayan Baruch, die Berge vor uns hängen in bleigrauen Wolken, die dumpf Grollen. Genau in die Richtung wollen wir. Der Weg ist aus tiefrotem Matsch, der binnen Minuten unsere Füße zu tonnenschweren Wanderstiefeln verwandeln. Wir erreichen eine Straße, es fängt an zu regnen, wir sind kurz vor Metula... es fängt an zu schütten... klatschnass, ziemlich verdreckt geben ir die traurige Variante von Hikertrash ab.. Nichts destotrotz halten wir auf doof den Daumen raus. Es nimmt tatsächlich jemand mit. Und er will uns einfach zu unserem Trail Angel Dan fahren, statt uns an der entsprechenden Kreuzung rauszuwerfen. Wir gurken ersteinmal etwas in der Gegend herum, weil unser Schlafplatz, wie sich heraus stellt eine Schafsfarm ausserhalb von Metula ist, der Weg führt über abenteuerliche Feldwege, die teilweise überspült sind, wir jedes Mal unseren Fahrer daraufhinweisen, dass es völlig okay sei uns hier raus zulassen, da er uns schon einen riesen gefalen getan haben und wir jedes Mal ein ruhig lächelndes „It's Okay. Don't Worry“ zur Antwort bekommen. Wir kommen an, hinterlassen Dreck und nasse Sitze für die wir uns mit schlechtem Gewissen entschuldigen. „It's Okay. Don't Worry. It's just Water. Welcome to Israel“ Dan heißt uns willkommen. Auf seinem Profilbild sieht er aus wie ein Hustler, jetzt mit schwarzen vermatschten Gummistiefel, zwei großen Eimern voller Futter und einer Knarre am Gurt, begeleitet von zwei großen weißen Hütehunden, sieht er aus wie Landwirt mit Knarre. Es irritiert uns, aber verunsichert uns nicht. Er zeigt uns unseren Schlafplatz, die Toilette macht uns Feuer in einem riesigen Kanonenofen. Die Katze Sunul – benannt, nach der Tankstelle auf der Dan sie fand, hüpft frech auf uns herum, wir legen unsere Füsse, Schuhe, Socken und unser Brot auf den Ofen. Wetterleuchten über dem Libanon, Schkale heulen, Schafe blöken... unsere erste Nachton trail. Die Nacht bricht ein Unwetter rein, es regnet zehn Stunden, es hämmert auf unser Dach, es donnert und unser Schlafcontainer wird immer wieder taghell erleuchtet. Am näxten morgen hängen die Wolken tief über den Bergen und den Obstbäumen. In Begleitung der beiden Hunde laufen wir zwei Kilometer zurück auf den Trail. Ob der morgendlichen Kälte hat sich unsere Morgenroutine auf das wesentliche Beschränkt: Kaffee, Tee, Zähneputzen, Taschenlampe verlieren (was aber erst am abend merke). In Kfar Giladi sind wir etwas warm gelaufen und holen uns ein kleines Frühstück und etwas frisches Obst. Da heute wieder möglicherweise Bachläufe überquert werden müssen und eingedenk dessen was die Nacht runter kam, haben wir uns für Nummer sicher entschieden und laufen näher oberhalb von Kyrjat Shmona um nicht wieder vor unpassierbaren Bachläufen zu stehen. Der Ausblick ins HaHula Tal war weit, verlor sich in tiefhängenden Wolken, der Golan blieb eine vage Ahnung und die Höhenzüge der Naftali Mountains verschwinden auch in den Wolken, eine Stunde später können wir keine 50 Meter weit sehen und es regnet. Der Himmel bricht wieder auf, verwunschen hängen Wolkenfetzen im Tal und am Golan fest. Kurz vor Ramon Naftali - unserem Etappenende- bekommen wir Sonne ab und etwas blauen Himmel. Es ist verrückt. Wir haben wieder unsere Matschboots an und quälen uns über den Trail. Den Wadi Quedesh skippen wir, der Trail und der versicherte Steig stehen halb unter Wasser und der Trail ist matschige Schmierseife. Wir umlaufen das Ganze auf der Straße - pretty roadwalk- , kommen in Ramot Naftali an, warten darauf dass unser Trail Angel Uri seinen Mittagsschlaf beendet hat und uns einsammelt. Baba Ganoush an der Bushaltestelle und leichtes frösteln. Uri, in seinen 60ern und einen feuernden Merkava als Whatsapp-Profilbild, wirkt jung, graumeliert und ein freundliches Gesicht strahlt eine weiche Ruhe aus. Er bringt uns in den dorfeigenen Schlafraum für shvil-hiker, der alte Kindergarten. Irgendwie ist Uri mit der Situation unzufrieden, die Heizung ist kaputt, der Raum ist kalt, aber wir sind super happy, es gibt eine heiße Dusche, eine kleine Küche, Schlafgelegenheiten... aber scheinbar stellt ihn unsere selbstgenügsame Zufriedenheit selber nicht zufrieden, zudem wir alle Angebote ob wir noch was bräuchten mit einem Lächeln verneinen: es ist trocken und es gibt eine heiße Dusche! „Okay. We have to do some thing drastic“ er nimmt uns kurz entschlossen mit zu sich nach Hause und läd uns noch zum Essen ein. Seine Tochter mit Kindern ist da, es ist Chanukka. Aber hallo ist Chanukka: ein Queensize-Bed, ein eigenes Zimmer, Heizung, Regendusche... wir sind hin und weg. Das Abendessen ist grandios, die Familie unglaublich herzlich und freundlich. Die Gespräche anregend. Der äußerste Norden Israels eingeklemmt zwischen Golan, dem Libanon nördlich des See Genezareth wird in Israel „der Finger“ genannt, Uri ist den shvil bereits vor Jahrzehnten selber gelaufen, kennen nun den Unterschied zwischen Kibbutz und Moschaw, wie die Familie es Chanukka und Waldorfpädagogik hält und vieles mehr. Wir rollen rundgefuttert ins Bett und sind bereits jetzt tiefbeeindruckt von der herzlichen Gastfreundschaft, die uns bereits von unterschiedlicher Seite angekündigt wurde. Über den Agamon Hula Aussichtspunkt kommen wir morgens wieder zurück auf den Trail. Das Tal ist ... wolkenverhangen. Es nieselt. Der Trail baut uns binnen kurzer Zeit Matsch-Highheels, die das Laufen erschweren. Dafür ein schöner Singletrail, leicht geschwungen den Hang entlang. Im Unterholz des Buschwerks kracht es immer wieder und dann sehen wird den Grund, eine ganze Rotte Wildschweine bricht in sicherer Entfernung hervor. Acht, neun, zehn Tiere zählen wir. Neuland für uns beide. Der Aufstieg auf den Keren Naftali ist erstaunlich anstrengend, der Wind bläst eisig, die Aussicht läd‘ nicht zum verweilen an, also wieder absteigen bzw. schliddern. So geht das die nexten Kilometer weiter- bis zum Wadi Dishon. In dem Tal durchqueren wir den Dishon fünf Mal, die Füße sind wenigstens nicht mehr matischig. Das Tal ist wunderschön, der Regen hat die Felsen schwarzgewaschen, Wolken hängen an den Hängen - wenn nicht Shabbat gewesen wäre: Myriaden von 4x4 Vehikeln bewegen sich auch durch das Tal. Ungefähr auf der Hälfte des Wadis wird eben jener durch eine Straße unterbrochen, statt dem Flussverlauf weiter zu folgen, umlaufen wir den weiteren Teil des Trails, unsere Füße sind nass und eiskalt und riesige Matschklumpen hängen an unseren Füssen. Also laufen wir auf der 886 Richtung Alma, unterwegs sammeln uns einen handvoll Quadfahrer auf und schmeißen uns an der Rihanyia-Kreuzung raus und wir laufen weiter zur 899 und hoffen da wieder auf den Trail zu kommen... der ist nur eingezäunt. Also weiter an der Strasse entlang. Wir finden wieder Zugang und binnen Minuten haben wir wieder dicke Matschplacken an den Sohlen -tendenziell genervt schlurfen wir zurück auf die Strasse... Nach zwei weiteren Kilometern haben wir keinen Bock mehr und halten den Daumen raus. Ein dicker und sehr sauberer Jeep mit vier Stangen Camels mit libanesischen Steuerbanderolen, zwei Fußballschals und einem schweren Moschusgeruch sammelt uns ein und mit Händen und weniger den Füssen, dafür mit google maps und translate schaffen wir verständlich zu machen was uns hilft: Tziv‘on Junction. Passt. Da stehen wir. Es ist drei Uhr irgendwas und unsere Trail Angel im Kibbutz haben erst ab 19h Zeit. Uri hat uns empfohlen, wenn wir eh in der Ecke sind nach Gush Halav zu gehen- ein arabisch-christliches Dorf, es sei schön weihnachtlich geschmückt und die Geschäfte und Gastronomien haben geöffnet – vor ersterem sind wir geflohen, Letzteres! Es ist mega kalt. Wir laufen ein Stück die Straße entlang, weil der Blick auf den Mt. Meron - dem höchsten Berg des Trails- ziemlich beeindruckend ist in der tiefstehenden Sonne...- dann haben wir keinen Bock mehr und hängen den Daumen raus. In Gush Halav füllen wir unsere Vorräte auf, trinken Tee im warmen, warten und planen den nexten Tag - immer mit beiden Augen kritisch auf die Wettervorhersage: „rain“ und „unseasonably cold“ sind die beiden Stichwörter die uns seit unserem loslaufen begleiten - und to be honest: bis zu unserem letzten Tag on trail (und in israel) begleiten sollen. Nahal Meron soll bei schlechtem Wetter tricky sein, sagt das www, sagt insta... wir basteln einen Plan B. So gehen 18 brechen wir auf - roadwalk im Dunkeln nach Tzvi’on. Wir sind keine Viertelstunde unterwegs, da fährt ein Auto an uns vorbei, verlangsamt, fährt weiter und fährt auf einen Schotterparkplatz in Sichtweite und der Fahrer steigt aus uns fängt an Dinge von der Rückbank in den Kofferraum zu räumen... for no reason- es ist dunkel, es nieselt, es ist saukalt- natürlich for a reason: wir! Wir je näher wir uns dem Auto nähern umso mehr ziehen wir in Erwägung, dass wirklich wir gemeint sind... wir machen immer noch ungläubige Witze bis ein älterer freundlicher Herr uns höflich bittet einzusteigen. Wieder diese israelische Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft- wir stehen schon wieder sprachlos vor ihr und sind begeistert. Unsere Trail Angels sind ein junges Paar, sie ist den Shvil - wie die Israelis ihren INT nennen, hebräisch für Weg im übrigen- von Dan nach Arad gelaufen, damals, als sie noch jung und ungebunden war, sagt sie mit einem Lächeln. Sie arbeitet als Sozialarbeiterin mit traumatisierten Jugendlichen in Gush Halav und er erforscht wie Futtermittel für Fische aus Müll durch Proteinsythese hergestellt werden kann (-oder so ähnlich) es gab viel zu erzählen und zu erfahren. Dazu gab es Pizza und Salat. Warum sie Trail Angles seien? Die haben dieses große Haus, aber nur ein Kind bisher und viel Platz - also warum nicht, man erlernt viele neue Menschen und Geschichten kennen. Chapeau! Das kleine Kind der beiden wollte mich zum Gute Nacht sagen noch schnell umarmen „laila tov“, der Hund schlief auf den Füssen meiner Freundin... Trail Angel System we are in love! Als ob wir eine Familie wären knubbelten wir uns alle morgens gemeinsam in den japanischen Familienkombi. Avithay hatte uns angeboten uns zum Trail zu fahren - von Tzvi’on aus vielleicht ein, zwei Kilometer. Die Sonne scheint, es ist saukalt, der Himmel leuchtet klar. Der Gipfel des Mount Meron hebt sich als klare Linie ab - da gehts jetzt hoch. 1208 Meter. Durch das sanft geschwungene Tal Nahal Tzvi’on geht es durch dichtes Buschwerk langsam aufwärts, aus Buschwerk wird Wald und der Pfad zieht sich langsam auf den Gipfel des Berges - zumindest jenes Teils der für Nicht-Armeeangehörige zugänglich war. Immer wieder öffneten sich Blicke auf die Dalton Höhenzüge, die dem Mount Meron nordöstlich Vorgelagert sind. Der Himmel verspricht keinen Regen, doch er kann scheinbar nicht anders: Sonnenschein und kleinere Nieselschauer begleiten unseren aufstieg. Oben angekommen teilen wir uns das kleine Gipfelplateau vor dem Militärstützpunkt mit mindestens zwei australischen Busgruppen: wir bekommen Props für unsere Wanderung. Auf dem Weg zu den Aussichtspunkten auf der südöstlichen Flanke bekommen wir zum ersten Mal seit langem - gefühlt das erste Mal seit wir auf dem Trail sind - Sonne ab, gierig strecken wir unsere Nasen der Wärme entgegen. Der wahnsinnige Ausblick Mount Bar Yohai und Mount Hila an deren sanft abfallenden Hängen Wolkenschlieren von der Sonne in einen silbernen Schleier verwandelt werden, das überzeugt auch die israelische Schulklasse mit der wir uns den Aussichtspunkt teilen. Selfie-Time. Wir rutschen, schlittern, glitschen über diverse Matschformen langsam absteigend Richtung Meron. Mal versinken wir bis die Soße sich zumindest durch mein Mesh drückt, Mal kriegen wir wieder fette Placken unter die Sohlen - alles zehrt an Tempo und vor allem an den Nerven, Sehnen und Bänder. Über einen breiten Grat steigen wir ab an den Stadtrand von Meron, wir rutschen über glattpolierten Fels... mal was anderes. Unten angekommen stehen wir am Einstieg in den Nahal Amud. Es sieht hier harmlos aus, dennoch: wir skippen. Eine andere Shvil-Thruhikering, die ob des Wetters von Sobo auf Nobo geswitcht hat, und Avithay , sowie der Wetterbericht rieten uns das Tal zu meiden- zu slippery, zu gefährlich an den versicherten Stellen. Also stehen wir an dieser Kreuzung. Verarzten eine mögliche aufkommende Blase an A.s Fuß, schauen noch einmal sehnsüchtig in das Tal und laufen dann die Straße entlang. Wir versuchen trampenderweise zur Kadarim Junction zu kommen, das Tal des Amud lässt sich nur recht großräumig umlaufen -nach unseren Informationen - das versuchen wir. Recht bald hält ein Ungetüm von einem Pick Up Truck neben uns und läd uns ein. Mit der bewährten Kombination aus ein bisschen englisch, Händen, wenig Füssen, google Maps und translate kommen wir an die nexte Kreuzung. Das Problem ist nun, das wir an einer vierspurigen Straße mit baulich getrennten Mittelstreifen stehen... 7km vor Kadarim Junction wo wir vermuten, wir können wieder auf den Trail kommen. Eine verzweifelte schlechte Laune macht sich breit. Wir waren die meiste Zeit damit beschäftigt entweder über Matschpisten zu rutschen mit fetten Placken an den Schuhen oder um wetterbedingte Unpassierbare Stellen zu navigieren. Das schlägt aufs Gemüt. Und so stehen wir an dieser autobahnähnlichen Straße an einer Bushaltestelle (die uns ironischerweise unserem Ziel nicht näher bringen kann), es ist kalt und wir verlieren wertvolle Zeit. Tapfer stehen wir am Strassenrand, A. hält den Daumen raus, ich tanze etwas gegen die schlechte Laune und zwecks Erhöhung der Mitnahmechancen, neben vielen irritierten Gesichtern ernten wir viele Lacher und thumbs up - nur es hält niemand. Zwei Minuten bevor unsere selbstgesetzte Deadline abläuft hält eine Frau und zeigt uns das nexte Problem unserer Planungsidee auf ... Kadarim Junction ist wirklich sowas wie ein Autobahn-Dreieck und als wir draufzufahren denke ich mir das wird nix. Unsere Fahrerin überlegt auch fieberhaft wo sie uns am besten absetzen kann, damit wir unsere Ziel Migdal am See Genezareth erreichen können. Sie schmeißt uns an der North Nahal Tsalmon Junction raus, so können wir über einen sieben Kilometer Roadwalk auf der 807 nach Migdal. Wahrscheinlich das beste was wir aus dem Tag machen können. Wir steigen aus und es direkt wärmer.Der Himmel ist blau und die Sonne scheint. Wir sind unzufrieden mit dem roadwalk, wir haben nur einen schmalen Randstreifen und viele LKWs rollen eng an uns vorbei, so suchen nach Alternativen. Wir finden ein paar Feldwege. Nach wenigen hundert Metern kehren wir wieder auf die Straße zurück. Die Matschplacken waren gefühlt die größten, der ganzen letzten Tage. Der Vorteil der ganzen hitchhikerei ist, das wir superfrüh in Migdal sind. Wir haben erst ab 16h einen Platz bei einem Trail Angel. Also gehen wir vorher eine Falafel essen, wir hängen in der Sonne rum, genieszen die Wärme, planen den nächsten Tag. Es geht hoch auf den Mount Arbel, hier steht eine exponierte Kletterei an, sagt die Recherche. Was sie wirklich bedeutet und wie sie aussieht bekommen wir nicht heraus. Wir basteln B Pläne falls die Stellen nicht gangbar sind. Als wir damit genug Zeit damit verbracht haben, konnten wir uns los machen zu Richtung Trail Angel. Wir sind etwas verwirrt als wir dort ankommen: Unser Trail Angel ist nicht da und niemand der Anwesenden weiß das wir heute kommen... Toll! Der Nachbar, der sich nun um unseren Schlafplatz kümmert aka er bekommt erst einmal heraus wo sie sich überhaupt aufhält, aber zunächst versorgt er uns mit Tee und Knabberkram. Etwa eine dreiviertel Stunde später ist alles klar: Stav ist selber auf dem Shvil unterwegs, hat zwar uns per whatsapp ins Bild gesetzt, hat sich aber nicht um eine etwaige Schlüsselübergabe gekümmert... wir hatten schon Schiß um unseren Schlafplatz. Als wir endlich in einem etwas muffigen und kaltem Raum oder einer Zeitkapsel 70er Jahre Einrichtungssünden stehen, ist das Bett sicher. Mehr auch nicht. A. hat sich irgendeinen stechenden Schmerz in die Ferse gelaufen. Die Klimaanlage funktioniert nicht und der Wetterbericht sagt für morgen starke Regenfälle voraus. Es ist der vierte Tag und wir hängen schon jetzt dem Zeitplan hinterher. Hühnerbrühe und Ibuprofen, eine lauwarme Dusche und ein kuscheliger Schlafsack. A.‘s Laune ist im Keller. Die Brühe hilft... Wir stehen früh auf heute steht ein anstrengender Anstieg bevor... 400hm um am ende 80 Meter über NN zu stehen. Der Morgen ist kalt und klar. Die Sonne scheint. Wir laufen Richtung Hamam durch Grapefruit-Plantagen und klauben Fallobst vom Boden auf. Snack-Pause ist gesichert. Auf der Höhe Hamams schieben sich die Berge immer weiter zusammen. Wir wollen Richtung Mt. Arbel und stehen vor einem Schild das der Trail geschlossen sei - welcher? Hier laufen drei, vier durch. Pfff. Auf dem Schild steht ne Telefonnummer. Anrufen. Bandansage auf hebräisch. Ratlosigkeit. Dennoch probieren? Blick auf die Karte. Immer noch ratlos. Vielleicht nochmal anrufen? Bürozeiten ab 8 Uhr. Eine Horde Hunde tackelt sich noch durch das Telefonat. Aufregung und Multitasking. Am Ende sind wir schlauer: Der INT-Aufstieg ist geschlossen, wir können aber den grünen Trail durch den Wadi Arbel nehmen und oben wieder auf den Trail. Der grüne Trail ist anclecracking sehr geröllig, immer wieder matischig und der Bach führt Wasser und muss mehrfach überquert werden- ach was solls nach den Tagen und heute ist es auch mal warm. Der Weg ist schön. Die Felswände des Nitay fallen steil und leuchtend rot in der Morgensonne ins Tal, auf der anderen Seite nicht minder imposant ragen die Flanken des Mount Arbel in die Höhe, immer wieder gezeichnet durch Höhlen und ähnliche Zeugnisse menschlicher Besiedlung, die es in die True-Crime-Love-Story der Bibel geschafft haben, wandern im Heiligen Land, inklusive einer Gruppe Amerikaner, die den Jesus Trail laufen und uns vorwarnen, dass weiter oben noch eine steile Kletterei ansteht und das auch oben der Trail gesperrt ist. Bei ersterem bin ich immer geneigt nur so halb zuzuhören, wein sowas sehr subjektiv ist und zweiteres verwundert uns, aber das werden wir ja oben sehn und eigentlich betrifft es uns nicht, weil der weg von unten ja schon gesperrt ist. Das gekraxel ist in der Tat steil und anstregend, der Matsch und vor allem matschig getretenen Griffe und Tritte durch die Jesus Trail Wandergruppe verleihen dem Ganzen etwas Würze, machen es aber nicht gefährlicher. Oben angekommen sind wir klatschnass geschwitzt. Auf einer schnurgraden Strasse laufen wir Richtung Nationalpark Mount Arbel und bekommen hier gesagt wir kommen nicht rein wenn wir den Shvil laufen wollen, denn der sei gesperrt. Häh? Wie kommen wir jetzt nach Tiberias? Keine Ahnung, aber der Weg ist gesperrt. Schon klar. Aber umlaufen geht. Wir blicken auf einen roten Matschtrail eingeklemmt zwischen Stacheldraht begrenztem Nationalpark und sanft geschwungenen satt grünen Felder. Wir erahnen hinter den Hügeln im Süden und Osten den See Genezareth und Tiberias, nach wenigen Schritten haben wir fette Matschplacken an den Schuhen, die das laufen zur Hölle machen. Vor einem Wasserreservoir auf einem Felsen von dem wir einen Blick auf den See erhaschen können essen wir unser Fallobst- eine saftige Pink-Grapefruit, A. Achillessehne ist überhaupt nicht begeistert, meine Laune ist nach fünf Tagen kaum vorankommen, ständigen Umwegen und Matschttrails ziemlich weichgespült - der Wetterbericht hat für den heutigen Tag wieder Regen mit Gewitter vorhergesagt... noch sieht es gut aus. Wir laufen los und ein Schakal kreuzt unseren Weg, den wir weiter um den Park improvisieren. Wir kommen leidlich gut voran. Genervt vor allem. tAn jedem Stein, den wir sahen streiften wir unsere Schuhe wohlwissend der Unsinnigkeit des Unterfangens fühlen wir uns in einer ewigen Don Quichotterie oder dem Camus‘schen Sisyphus - nur als glückliche Menschen konnten wir uns nicht vorstellen als wir den Hügel hinabschritten. (trailmarkeirung lost in matsch) Als wir hinter dem Friedhof wieder versuchen auf den Trail zukommen gelang uns dies bis zu jenem Zeitpunkt als A. den Blick vom Matsch des Weges und unseren Füssen gen Tiberias richtete und sagte „Komische Wegführung... Wir gucken, die ganze Zeit drauf, aber wir kommen Tiberias nicht näher...“ in dem Moment machte es Klick. Navi raus... Ja wir haben den Weg gefunden aber nicht den Abzweig in die richtige Richtung, wir laufen zurück auf dem INT zum Mount Arbel. Ach du scheiße! Die Stimmung ist unversehens im Eimer. Ich verfluche diesen Tag und diesen Trail - und weil ich schon dabei bin, alle anderen Tage davor auch. der Frust der letzten Tage entläd sich. A. dreht sich einfach um und sagt „Ich lauf schon mal vor, Du holst mich ja eh ein“... Ich fruste etwas vor mich und mache mich dann los. Den gleichen Matschweg nochmal laufen fühlt sich ironischerweise nicht so schlimm an, wie beim ersten Mal. Wir finden den verpassten Einstieg und checken zwei Mal gegen ob wir richtig sind. Wir umlaufen Kfar Hitim. A. Sehne brüllt, sie läuft merklich langsamer und ihr Gesichtsausdruck spricht Bände. Wir beratschlagen nach kurzem Blick auf die Karte und den Wetterbericht, dass wir heute mir bis Tiberias laufen uns spontan einen Trail Angel oder eine Unterkunft organisieren, Sehne schonen. Soweit der Plan. Im Nordosten zieht bleigrau eine Wolkenwand auf die sich erstaunlich schnell nähert. In etwa zwei Kilometer kommt eine Tanke mit Grocery Store, die wir ansteuern wollen... wir sind gerade dazu gekommen uns Süssigkeiten, Softdrinks und salziges Frustfutter auszusuchen und es uns an dem Tisch unterm Vordach gemütlich zu machen als der Himmel sich grollend öffnete. Wir stecken die Köpfe zusammen und lassen den Zucker in unseren Synapsen arbeiten... Eine Stunde später saßen wir in einem Bus nach Tel Aviv und sind der festen Überzeugung, dass das was wir vorhaben ob aller äußeren Umstände das vernünftigste ist was wir machen können. Wir fahren nach Tel Aviv und am nächsten Morgen weiter nach Jerusalem machen dort zwei Tage Pause und Schonung, das Wetter soll ab dort auch etwas besser sei und steigen bei Jerusalem wieder in den Trail ein. Wenn wir gut druch kommen können wir später wieder zurück nach Tiberias oder so und wenn nicht eben nicht. Über dem Meer geht die Sonne unter und wir stehen im Stau der Tel Aviver Vororte... ...to be continued...
  8. Packliste GR20

    Backpackerin reagierte auf Miji für Beitrag im Thema

    1 Punkt
    Keine Sorge, da habe ich meine Recherchen gemacht. Ist eben Bergwetter! Wir gehen im August. Minustemperaturen und Schnee erwarte ich da wahrscheinlich nicht aber auf den Höhenlagen im Norden sind laut Statistik windige 3-5 Grad wohl nichts ungewöhnliches. Deshalb nehme ich ja auch nicht meinen Yeti Fever Zero auch wenn der die meisten Nächte wahrscheinlich abdecken würde. Und an warmen Nächten kann man sich mit Quilt ja schön locker zudecken und die Füße rausstrecken. Statt Notfall Bivi war mein Plan eben die Rettungsdecke wahlweise im oder über den Quilt, besonders bei Wind. Das könnte reichen? Ich bin hier eh im falschen Klima geboren - unter 10 Grad finde ich es echt kalt, so richtig gemütlich wird es mir erst ab 25 Grad. Daher Masui: Warmer Tee bei 30 Grad kein Problem! Beim arbeiten in Burma bei 35Grad ohne Klimaanlage gabs thailändischen 3in1 Instant Kaffee oder Tee und heisse Asia Nudelsuppen :-)) Warmes Essen ist in der Tat Luxus aber möchte zumindest bei der ersten grösseren Tour nicht auf diesen Motivationsboost verzichten. LG M.
  9. Leichte aber dennoch warme Trekkingjacke

    ULgäuer reagierte auf ekb für Beitrag im Thema

    1 Punkt
    Bis 5°C reicht mir Fleece + Regen-/Windjacke. Die Kombi ist leicht und flexibel. Ansonsten vielleicht sowas hier: https://www.decathlon.de/p/hybridjacke-winterwandern-sh900-extra-warm-herren/_/R-p-159216 Mit über 400g aber nicht sonderlich leicht.
  10. Leichte aber dennoch warme Trekkingjacke

    BorisG reagierte auf dennisdraussen für Beitrag im Thema

    1 Punkt
    Die Arcteryx Atom LT ist auch ziemlich klasse.
  11. Decathlon NH100 30L

    Red.Green.Blue reagierte auf martinfarrent für Beitrag im Thema

    1 Punkt
    OT: Schon okay... bist ja recht neu hier. Wir haben aber eine relativ gut nachvollziehbareEinteilung der Unterforen. Ob der Rucksack UL ist? Darüber ließe sich vielleicht streiten... aber ganz sicher ist er keine 'Aktion' (da nämlich war der Beitrag ursprünglich zu finden).
  12. Packliste GR20

    Miji reagierte auf JanF für Beitrag im Thema

    1 Punkt
    https://www.decathlon.de/p/sonnenbrillen-clip-polarisierend-mh120-kategorie-3/_/R-p-11778?mc=8583028&c=GRAU
  13. Packliste GR20

    Miji reagierte auf Craftsman für Beitrag im Thema

    1 Punkt
    Ah gut, dann besser ganz aus der Liste rausnehmen. Viele Leute kennzeichnen So etwas, das sie noch kaufen müssen/wollen. Bezieht sich auf die gesamte Kategorie. Beim Rucksack alleine gehen locker 600g. Meiner wiegt 280g (Selbstgenäht ahnlich diesem Hier). Nur so als grobe Orientierung was möglich ist. Ansonsten könnte man noch die recht schwere ISO Matte angehen. geht auch bei rahmenlosen Packs aber klar - der Rucksack wird als letztes optimiert. Kenne ich, Bin auch Brillenträger. Ggf eine Brille mit adaptiver Tönung in Betracht ziehen? wie gesagt das ist der Punkt der insbesondere bei einer Gruppe durchaus 200g wiegen darf. Lieber die Drohne weglassen (hat durchaus das Potential Tier und Mensch auf die Palme zu bringen unabhängig von der Rechtslage) oder eine kleinere Powerbank nehmen, ...
  14. Packliste GR20

    Miji reagierte auf tofu für Beitrag im Thema

    1 Punkt
    Noch zwei Anmerkungen von mir. Zumindest in Asco-Stagnu und Vizzavona gab es bei mir 2018 Lademöglichkeiten. Ich hatte eine Mini-Powerbank mit, hab die aber nie gebraucht. Habe aber alle Etappen gedoppelt, war also nicht so lange unterwegs. Zum Aspekt der Höhenangst und der Schwierigkeit. Kennt ihr euch alpin ein wenig aus. Also ich würde den Trail nur an manchen Stellen mit T4 einschätzen. Hauptsächlich T2-T3. Also wenn ihr schon ein bisschen alpiner unterwegs, dann wird es nicht extrem schwierig. Jemand der das nicht gewohnt ist, kann es als sehr schwierig empfinden. Aber zumindest im Süden und die letzte Etappe nach VIzzavona (vom Norden aus) kann leicht umgangen werden. Und wenn ihr vom Norden startet, dann nicht verzagen. Der Süden ist wesentlich einfacher. Ich bin im Süden gestartet und fand das wesentlich angenehmer, um rein zu kommen.
  15. Packliste GR20

    Miji reagierte auf slayerilen für Beitrag im Thema

    1 Punkt
    ich bin den gr 20 2019 leider immer nur abschnittsweise gelaufen. ich war mit meinem 22 liter 100g sea to summit Plastikbeutel aufm rücken immer wieder erstaunt, wieviel die Leute da rum schleifen. irre. deswegen, finde ich es toll, dass du dich dem Forum stellst und versuchst zu optimieren. ich würde hinsichtlich Optimierung neben der erwähnten Kleidung und camp Schuhen folgendes einwerfen: gopro und drohne rauswerfen. Drohnen waren immer wieder letztes jahr eh Verboten und nerven die anderen Wanderer. iphone 8 photo Qualität sollte ja vergleichbar mit gopro sein. Powerbank ist viel zu schwer. einen Trekking stock daheim lassen und nur einen mitnehmen. gibt eh viele kraxel-stellen wo die dinger mehr stören als nützen. ich war Mitte September da. da war es ziemlich warm und trocken. auch auf den hohen gipfeln. nachts kühlt es ab, aber ohne frost. würde auf jegliche merino midlayer verzichten. machst ja kein Wintertrekking. t Shirt. daune. Windjacke/leichte Regenjacke. reicht. wenn die welt untergeht in Schlafsack und zelt einwickeln. du gehst ja nicht nach Norwegen sondern in den sonnigsten Teil Frankreichs. ich hatte keinen sawyer mit, habe alles so getrunken. keine Probleme gehabt
  16. Packliste GR20

    Miji reagierte auf Mia im Zelt für Beitrag im Thema

    1 Punkt
    Hallo Miji, ich bin auch noch Anfängerin und habe noch kein UL-Baseweight erreicht. Mein Rucksack ist mit 1,5kg sogar noch schwerer als deiner, soll aber irgendwann mal ersetzt werden. Ein Trägertop trägt sich zusammen mit einem schweren Rucksack nicht gut, hat mir meine Erfahrung gezeigt. Das gibt Druckstellen. Daher würde ich weglassen. Mir hat für zwei Wochen bisher gereicht: 1x Merinoshirt kurz, kurze Hose, Leggings, Langsarmshirt, Pullover, dünne Daunenjacke, Regenponcho oder Regenjacke- und Hose, Schal und Mütze. 3x Unterhosen, 2x Socken (je eine davon am Körper). Merinoshirts müffeln zum Glück nicht so schnelle wie andere Sachen und müssen daher seltener gewaschen werden. Auf feuchtes WC-Papier würde ich an deiner Stelle komplett verzichten und daher lieber mehr normales Papier mitnehmen. Als Frau braucht man davon ja mehr als die Männer. Deine Campschuhe wären mir auch zu schwer. Sitzkissen und Rettungsdecke würde ich weglassen. Ebenso das Talcum. Mir hat 50ml Shampoo für Haare, Hände und Kleidung gereicht. Viele Grüße
  17. Längere Touren/Reisen vs. Beruf

    AllofWorld reagierte auf Mia im Zelt für Beitrag im Thema

    1 Punkt
    So sieht es im Prinzip aus. Richtig! Ob ich meine Rente je bekommen werde weiß kein Mensch und ob ich dann noch fit genug bin, ist auch mehr als fraglich. KLar lege ich privat was zurück, doch ich möchte nicht mein Leben nach dem Geld ausrichten, was ich später mal haben könnte und dafür in den jungen Jahren zurückstecken. Lieber lebe ich jetzt mein Leben und lebe im Rentenalter minimalistisch oder verdiene etwas dazu. So ist jeder unterschiedlich. Wahrscheinlich reizen mich längere Touren bzw. Reisen auch deshalb, weil ich sowas noch nie in meinem Leben hatte. Bisher waren es max. drei Wochen. Meistens nur zwei. Meine Frage scheint viele zu interessieren. Das freut mich! Die Resonanz hier ist großartig. Kann deinen Beitrag zu 100% unterschreiben! Ich wünsche dir Glück, damit sich deine Gesundheit bessert. Bei den Beamten gibt es immerhin ein Gesetz, welches Auszeiten regelt. E Ich hoffe, sie finden sich damit ab und gewöhnen sich daran. Wenn sie mir Steine in den Weg legen wollen, werde ich mit einer Kündigung drohen. Ich bin schon ein Mensch, der eine gewisse Sicherheit mag. Meine Leidenschaft ist mir sehr sehr wichtig. In meiner Beamtenstelle sehe ich in dieser Hinsicht mehrere Vorteile: - Gleitzeit - Gesetz im Beamtenrecht, welches Sabbaticals regelt. - unbezahlter Sonderurlaub dürfte auch möglich sein. So weit ich weiß, dürfte dann sogar eine Vertretung gesucht werden. Ich weiß nicht, ob es sonst noch viele Stellen gibt, die sowas bieten. Versetzen lassen möchte ich mich ohnehin nicht. Mein Wohnsitz ist fest.
  18. Packliste GR20

    Miji reagierte auf notenblog für Beitrag im Thema

    1 Punkt
    Als Camp-/Bade-/Hüttenschuhe habe ich welche von Nomaquito dabei (bei amazon gerne auch als iPretty o.ä. bezeichnet), ohne Einlegesohle wiegen die 150g. Nehme ich außerdem als Hausschuhe. Alternativ denke ich über Skinners nach.
  19. Packliste GR20

    Miji reagierte auf tofu für Beitrag im Thema

    1 Punkt
    Beim Wasser würde ich mir auch nicht so viele Gedanken machen. Wie @berghutze, war ich auch im August 2018 auf dem GR20 unterwegs. An jeder Hütte befindet sich eine Quelle. Dazu noch ein paar wenige zusätzliche Quellen mit dazwischen und ein paar Versorgunspunkte gibt es auch noch. Außerdem ist der Trail besonders im Norden sehr exponiert, so viele fließende Gelegenheiten für einen Filter gibt es da dann auch nicht. Ein paar Micropur Tabletten für den Notfall sollten reichen. Ansonsten sind es wirklich viele Klamotten. Besonders Shirts, reichen eigentlich zwei. Eins zum laufen (vielleicht aus Merino dann wird es auf Dauer nicht zu unangenehm für die Mitwanderer) und eins zum schlafen. Vielleicht noch ein Tanktop, es wird wirklich heiß am Tag. Was hast du mit dem zusätzlichen Rain Poncho vor? Als Campschuhe finde ich Clogs ideal. Die wiegen so etwa 180g und würden dort locker reichen. Fleece würde ich auf jeden Fall weglassen. Du hast ja eine Daunenjacke. 3 paar Socken wäre für einige auch Overkill. Die kannst du auch gut abends waschen. Der Schlafsack ist sicher Daune? Für Kunstfaser wäre das Gewicht etwas frisch. Nachts wird es teilweise empfindlich kalt. Liner ist Geschmackssache, aber eigentlich unnötiges Gewicht. Toillettenpapier könnt ihr in der Mitte in Vizzavona nachkaufen. Da gibt es eigentlich alles inklusive Sonnencreme und Seife (nur mit Esbit wird es schwierig werden).
  20. Packliste GR20

    Miji reagierte auf berghutze für Beitrag im Thema

    1 Punkt
    War Ende August/Anfang September 2018 auf dem GR20 und da gab es keine Probleme mit schlechtem Wasser an den Hütten. Die Etappen zwischen den Hütten sind ja auch nicht so unendlich lang, ich habe mich immer an den Hütten versorgt. "Mal einen halben Tag laufen" wäre mir das Gewicht für ein zweites Paar "richtige" Schuhe nicht wert. Ich würde eher leichte Badeschlappen/Flipflops nehmen, mit denen man auch unter die Dusche kann. Dazu gibt es auf jeden Fall schon Threads. Ja. In nassen Klamotten schlafen ist mir noch nicht passiert. Statt feuchtem Klopapier einfach Klopapier (auch vom Müllaspekt her - an den Refuges gibt es häufig Trockentoiletten, in die kannst Du kein feuchtes Klopapier werfen, das verrottet nicht)?
  21. Packliste GR20

    Miji reagierte auf shotta51 für Beitrag im Thema

    1 Punkt
    Anstatt Wasserfilter einfach die Micropur Forte Tabletten.
  22. Packliste GR20

    Miji reagierte auf berghutze für Beitrag im Thema

    1 Punkt
    Du hast einige Sachen, die ziemlich viel wiegen (z.B. wie schon erwähnt der Rucksack, der auch ziemlich groß ist) - aber ich gehe jetzt mal davon aus, dass Du die Sachen halt schon hast und Dich nicht komplett neu ausrüsten willst. Weglassen ist daher die Devise. Du hast sauviele Klamotten dabei. Als getragen gibst Du Skorts und ein Longsleeve an. Daneben hast Du aber noch 1 Merino T-Shirt, 1 Trägershirt und noch 1 Merino Top auf der Liste (neben einem weiteren Fleece). Das Fleece würde ich mitnehmen, aber mindestens das zweite Longsleeve und ein T-Shirt rausschmeißen (verstehe auch gar nicht, wann Du das alles anziehen willst, wenn Du im Longsleeve wanderst). Ich bin auch ein Anhänger von Camp-Schuhen, aber 385g ist schon ordentlich... Einen Wasserfilter braucht man auf dem GR 20 mE nicht. An den Campingplätzen gibt es immer Quellen. Haarspray? Feuchtes Toilettenpapier (an den Campinplätzen gibt es soweit ich mich erinnere überall fließendes Wasser)? 100g Sonnencreme und 140g Seife? - nehme mal an, das ist etwas zu großzügig geschätzt. Ziemlich viel Brennstoff - an den Campingplätzen gibt es meistens Gas. Ich würde einen eigenen Topf mitnehmen, aber vielleicht nur so für 50% der Kochgelegenheiten eigenen Brennstoff. Ich bin selbst auch eher nur leicht, als ultraleicht unterwegs - aber bei Deiner Packliste sehe selbst ich Potenzial Ergänzung: War vorher wohl geistig etwas umnachtet, das Fleece würde ich nicht mitnehmen, wenn Du eh schon ein Longsleeve dabei hast. An Oberteilen hatte ich 1 T-Shirt, 1 Longsleeve, 1 Windjacke, 1 Daunenjacke und 1 Regenjacke dabei. Falls beim Wandern kalt: T-Shirt + Longsleeve + Windjacke (hatte aber maximal T-Shirt + Windjacke an), falls am Refuge kalt: T-Shirt + Longsleeve + Daunenjacke.
  23. Garmin inReach Explorer+ Alternative

    momper reagierte auf khyal für Beitrag im Thema

    1 Punkt
    Der Geraetepreis ist ja jetzt, finde ich, gar nicht so das Thema, halt 200 € Aufpreis fuer Sat-Technologie, aber das Abo...
  24. Aufbau Schlafsystem Anfängerfrage

    Miji reagierte auf wilbo für Beitrag im Thema

    1 Punkt
    Die Befestigungs-Ideen von @Stromfahrer kennst Du schon?! https://www.ultraleicht-trekking.com/forum/topic/2049-pimp-my-comforter-cumulus-l500-l430-m400-m350/?do=findComment&comment=73080 https://www.ultraleicht-trekking.com/forum/topic/2049-pimp-my-comforter-cumulus-l500-l430-m400-m350/?do=findComment&comment=82909 VG. -wilbo-
  25. Aufbau Schlafsystem Anfängerfrage

    effwee reagierte auf Painhunter für Beitrag im Thema

    1 Punkt
    Da ich immer versuche auf der sicheren Seite zu sein was die Wärme gerade nachts angeht und ich es WIRKLICH MOLLIG WARM haben möchte nachts und abends beim einschlafen werde ich mir einen 450er von Cumulus für den Bereich 5 bis etwa 2-4 Grad minus besorgen. Damit sollte jemand der eine richtige Frostbeule ist gut auskommen.
  26. Armin Maiwald hat es verstanden!

    zeank reagierte auf nassersand für Beitrag im Thema

    1 Punkt
    Ich weiß nicht, ob es schonmal gesendet wurde, habe es zumindest nicht gefunden. Sachgeschichte zum Thema Fleece. Habt eine schöne Restwoche!
  27. Längere Touren/Reisen vs. Beruf

    roli reagierte auf martinfarrent für Beitrag im Thema

    1 Punkt
    OT: Ja! Jung und langhaarig wähnte ich mich irgendwie 'außerhalb' - Spaß machte das aber nur, weil wir so viele waren!
  28. Längere Touren/Reisen vs. Beruf

    Mia im Zelt reagierte auf Dingo für Beitrag im Thema

    1 Punkt
    Nun, sich von einer Gesellschaft zu befreien ist selten befreiend. Und wenn Du dann nicht schlecht Gleichgesinnte findest hilft Dir all die Freiheit nichts in Deiner Einsamkeit. Am Ende geht es um Schnittmengen, die man mit anderen findet ohne die eigene Freiheit allzu sehr zu gefährden. PS: Eine Stelle als Beamter gibt man ungerne auf, wenn man Sicherheit wünscht. Und Beamte können sich auch nicht mal eben so einfach versetzen lassen. Die Frage ist, braucht die/der TE die Sicherheit und wieviel Opfer sind ihr/ihm das wert?
  29. Armin Maiwald hat es verstanden!

    zeank reagierte auf Wander Schaf für Beitrag im Thema

    1 Punkt
    Vllt nutzt er Untertitel Aber ein Wissensfilm für Kinder = TLDW Clip: ab 2 min geht's los, mit der Erzeugung des Fadens. Ab 4:30 ca mit dem Weben, dann Färben und ab 7 min das, was Fleece flauschig und isolierender werden lässt. Ich fand den letzten Teil durchaus aufschlussreich
  30. Aufbau Schlafsystem Anfängerfrage

    truxx reagierte auf paddelpaul für Beitrag im Thema

    1 Punkt
    hat ja m.W. noch niemand an dieser Formel rumgemäkelt; wenn also alle damit zufrieden/einverstanden sind, könnte man sie z.B. im Glossar verewigen, oder wilbos post im Magazin, oder ins Weltkulturerbe aufnehmen... ...so taucht sie immer mal wieder auf, aber ist nie da wenn man sie braucht.
  31. Aufbau Schlafsystem Anfängerfrage

    Wolfwalkerin reagierte auf wilbo für Beitrag im Thema

    1 Punkt
    Ich habe mich in der Vergangenheit gewundert, (und wundere mich immer wieder), wie diese sehr optimistischen Temperaturangaben für Quilts zustande kommen. Nachdem ich einige Jahre vorrangig dieses Schlafsystem bevorzugt verwendet habe, kann ich mir jetzt langsam vorstellen, womit das zusammenhängt. … Aus Zeiten als ich noch hauptsächlich Schlafsäcke verwendet habe, sind mir die Rezensionen von odoo.tv gut in Erinnerungen geblieben. (Nicht mehr online ) Hier wurden bei Produktvorstellungen die Temperaturangaben der Hersteller regelmäßig mit der Loft-Höhe der Schlafsäcke verglichen und die Werte mithilfe einer einfachen Rechnung in eine Komfort-Temperatur umgewandelt. Leider ist mir die ursprüngliche Quelle dieser Formel nicht bekannt. Kann aber aufgrund vieler Übernachtungen in den letzten Jahren, die verblüffend treffende Schätzung dieses Komfort-Wertes bestätigen. Komfort-Temperatur "Frauen": 23,5 Grad - (Loft in cm x 3,5 : 2) Komfort-Temperatur "Männer": 17,5 Grad - (Loft in cm x 3,5 : 2) Diese beiden Temperaturangaben findet man bei Schlafsäcken meist als Komfort-Temperatur, für Warmschläfer und als Temperatur-Limit oder Grenztemperatur, für Kaltschläfer. OT: Eine ähnliche Unterscheidung zwischen den beiden Schlaftypen wird in der Norm EN 13537 gemacht. Um das Testverfahren zu standardisieren ist zu beachten, dass alle Schlafsäcke, also auch die Sommerschlafsäcke, auf einer Winter-Isomatte mit einem R-Wert von 4 bis 5 getestet werden. Das kann schon mal zu einem gewissen Unterschied in der Performance eines leichten Schlafsacks führen. Quilts werden meines Wissens, nach diesem Verfahren nicht gemessen. Zu individuell sind die verschiedensten Möglichkeiten, die so ein Schlafsystem mit sich bringt, als dass man hierfür eine Norm einrichten könnte. Das, was ich allerdings ableiten kann, ist ein Vergleich der Isolationsfähigkeit des verwendeten Materials. Obwohl es sicherlich feine Unterschiede im Wärmerückhalt von unterschiedlichen Füll-Materialien gibt, ist es für eine grobe Schätzung gleich, ob ich jetzt Daunen- oder Kunstfaserfüllungen bewerte. Bei der Messung des Loft's wird sowohl die Ober- als auch die Unterseite vom Schlafsack gemessen. Da aber zwischen dem warmen Körper und der kalten Umgebung eigentlich nur eine Schicht isoliert, wird der doppelte gemessene Loft, in der Formel durch zwei geteilt und damit verrechnet. Somit kann ich ebenfalls meinen Quilt doppelt legen und den Loft wie bei einem Schlafsack messen. Die so ermittelten Werte sind zwar allesamt nur Schätzwerte, decken sich aber erstaunlich gut mit meinen Erfahrungswerten in der Praxis. Vermutlich wird an diesem Punkt schon klar, wie es zu so deutlichen Unterschieden in der Temperaturbewertung kommen kann. Allein die Differenz zwischen einem Kalt- und einem Warmschläfer beträgt schon ungefähr 6 Grad. In diesen Unterscheidungen sind noch keine exakten Klimadaten eingeflossen, keine individuelle Konstitution, keine spezielle Kleidung, keine skills wie man mit Temperaturtiefs umgehen kann, usw. … Besonders der Bereich um null Grad herum, ist schwierig zu beurteilen. Bei diesem Klima habe ich die Erfahrung gemacht, dass eine Daunenfüllung unter der hohen Luftfeuchtigkeit sehr leidet und zusätzlich die eigene Körperwärme über die feuchte Luft schneller abgeleitet wird. Die Luftfeuchtigkeit ist also ein wesentlicher Bestandteil bei der Beurteilung einer Temperaturangabe. Wenn man im trockenen, kontinentalen Klima unterwegs ist, kann ein rating, bei identischer Temperatur, deutlich anders ausfallen als im feuchten Küstenklima. Ein wichtiger Faktor für die Ausweitung eines Temperaturbereichs ist der Einsatz von Wärmekleidung. Wenn ich für die Zeit im Frühjahr und Herbst sowieso eine Iso-Jacke und -Hose mit dabei habe, ergänzt dies perfekt mein Schlafsystem. Eigentlich sollte der Hersteller bei der Angabe eines seriösen Temperatur-ratings nicht davon ausgehen, das dies selbstverständlich ist. Leider ist nur selten der einzelne Quilt bewertet und auf genaue Angaben, mit wie viel zusätzlicher Isolation das Schlafsystem gepimpt wurde, wird gerne verzichtet. Möchte ich Wärmekleidung mit in mein rating des Schlafsystems einrechnen, kann ich den Loft einfach genauso messen und zu dem, des Quilts hinzurechnen. Hierbei ist wieder darauf zu achten, dass eigentlich nur eine Schicht isoliert. Wenn man also beim Rechenmodell des Schlafsacks bleibt, messe ich zwei Schichten der Kleidung und teile in der Rechnung nachher durch zwei. Um den geringeren Loft bei meiner Kleidung besser messen zu können, lege ich die Schichten gerne vierfach und teile den Wert dann entsprechend. Ein oft vernachlässigter Faktor ist eine „längere“ Reisezeit über drei Tage hinaus. Besonders nach ein, zwei Nächten mit hoher Luftfeuchtigkeit und keinerlei Möglichkeit den Schlafsack zu trocknen, kann sich die Isolationsfähigkeit der Daunen stark verringern. Kommt noch Kompression der empfindlichen Füllung dazu, bleibt nach einigen Tagen vom ursprünglichem Loft nicht mehr viel übrig. Wenn sich z.B. unterwegs mein Daunen-Loft von 14 auf 10 cm reduziert, habe ich plötzlich eine neue Komforttemperatur von + 6 Grad statt der erhofften -1 Grad. Das kann schon mal zu einer unruhigen Nacht führen. Daher bin ich mit der Einschätzung meines Schlafsystems eher konservativ unterwegs. Auch, wenn ich immer wieder zu den netten kleinen Ruckis der Anderen rüberschiele. Backpackinglight.com-Hikers-Guide-to-Backpacking-Quilts.pdf Download: https://t.dripemail2.com/c/eyJhY2NvdW50X2lkIjoiNjI0MDU0MSIsImRlbGl2ZXJ5X2lkIjoiajd6Z3U0enl3eTlxaDVmajhzMnMiLCJ1cmwiOiJodHRwczovL2JhY2twYWNraW5nbGlnaHQuY29tL3dwLWNvbnRlbnQvdXBsb2Fkcy9zZWN1cmVwZGZzLzIwMTkvMTIvQmFja3BhY2tpbmdsaWdodC5jb20tSGlrZXJzLUd1aWRlLXRvLUJhY2twYWNraW5nLVF1aWx0cy5wZGY_X19zPWNodW95enBybTR6eGNkZ2h6cHFlXHUwMDI2dXRtX3NvdXJjZT1kcmlwXHUwMDI2dXRtX21lZGl1bT1lbWFpbFx1MDAyNnV0bV9jYW1wYWlnbj1IaWtlciUyN3MrR3VpZGUrdG8rQmFja3BhY2tpbmcrUXVpbHRzKyUyOEZyZWUrRG93bmxvYWQlMjkifQ VG. -wilbo
  32. The Original Space Quilt (MYOG)

    mtb_squirrel reagierte auf Lugovoi für Beitrag im Thema

    1 Punkt
    Liebe Ultraleicht-Gemeinde, ich hatte es bereits angekündigt dass ein zweiter Prototyp meines „Spacequilts“ auf meiner Agenda stand. Nach vielen Überlegungen und ein paar Material- und Konstruktionstests liegt das Ergebnis jetzt fertig in meinem Atelier. Die konkrete Umsetzung hat dann ein ganzes Wochenende in Beschlag genommen, aber der ganze Prozess hat viel Spaß gemacht. Der erste Übernachtungstest steht leider noch aus. Ich hoffe dass es spätestens gegen Karneval damit in die Winternacht geht, vielleicht nehme ich den Quilt auch schon mit auf meine Tour über Madeira in anderthalb Wochen. Die Idee/Konstruktion: Es handelt sich um einen Vapor-Barrier-Liner-Quilt. Eure Überlegungen und die Hinweise auf die VBL-Schlafsäcke von Gryphon-Gear und vbl-dcf-Quilts die ich im Netz fand haben mich da nochmal motiviert. Aufbau: Oberstoff 44gr softstructure Tyvek, 100gr/m2 Apex-Isolation, Innenstoff handelsübliche Rettungsfolie. Dazu eine über 100cm schließbare Footbox per Klettverschluss. Oben und unten Tunnelzüge zum schließen und ein kleiner Wärmekragen am Kopfende. Verbunden sind die Materialien mit einer Mischung aus Kleben und Nähen. Kurz zum Ablauf (Details gerne auf Nachfrage): Tyvek zuschneiden. Der fertige Quilt sollte ungefähr 200cm lang sein, oben 135cm breit, unten 110cm. Da die Seiten am Ende umgenäht werden mussten (für Stabilität und Klettverschluss) und oben und unten ein Tunnelzug entstehen sollte, darüber hinaus noch am Kopfende das Tyvek über die Folie überlappen sollte für das Hautgefühl und eventuellen Wärmekragen, habe ich entsprechend allen Seiten einige cm zugegeben. Tyvek am Kopfende mit der Nähmaschine perforieren, denn: Tyvek und Folie bilden am Ende eine geschlossene geklebte Einheit. Es muss aber für das Komprimieren und Loften ein Luftaustausch über die Atmungsaktivität des Tyvek hinaus gewährleistet sein. Ohne das Perforieren wäre die Konstruktion tatsächlich so dicht dass man den Quilt kurzzeitig komplett unter Wasser nehmen könnte ohne Sorgen um das Apex. Da beim Schließen der Footbox die beiden Seiten überlappen sollten um die Kältebrücke zu verhindern, musste die eine Bahn Klett nach innen versetzt bereits jetzt genäht werden. Dann die Bahnen mit Doppelseitigem Klebeband ziehen. Eine für das Apex, die andere zum Anbringen der Folie. Meine Tests haben ergeben dass es möglich sein sollte das Apex primär durch kleben zu fixieren. Apex entsprechend zuschneiden. Da mir aber nicht klar war wie diese Kombination über die Zeit (heiß-kalt-Effekte etc.) und bei eventueller Handwäsche hält, habe ich alle vier Ecken danach noch vernäht, also Tyvek und Apex so nochmal doppelt verbunden. Es steht aber zur Debatte ob es nicht sinnvoller (da fester und Gewicht des Klebebandes sparend) wäre das Apex nur per Naht zu verbinden. Folie zuschneiden und verkleben. Anschließend die Seiten umschlagen und vernähen, auf der einen Seite darauf die zweite Bahn Klettverschluss aufnähen. Unten den Kanal für die Footbox nähen. Ich habe mich dann entschlossen noch einen Wärmekragen zu bauen. Im Nachhinein bereue ich es womöglich oder würde es etwas anders machen. Ich hatte etwas zu knapp mit dem umschlagbaren Tyvek kalkuliert. Und ich habe einen Streifen Apex umgeschlagen und vernäht, also doppelt genommen. Im Ergebnis ist der Kragen in Kombination mit dem Zugtunnel zu steif geworden. Das heißt wenn ich ihn der Kälte wegen zuziehe klappt das zwar, der Kragen wird aber zu unförmig und fest. Die Funktion ist noch gegeben, aber der Komfort leidet. Ich müsste den Kragen lockerer konstruieren und, was ich ursprünglich überlegt hatte, den Tunnel zum Schließen aus einem weniger „steifen“ Material als Tyvek machen. Vielleicht werde ich dass noch korrigieren. Zuletzt noch Kordeln einziehen, Tankas etc. Ach ja: zu Beginn der Tyvekbearbeitung habe ich noch vier Schlaufen zum Befestigen der Isomatte aufgenäht. Dazu das Tyvek mit 60gr Tyvek nochmal von hinten verstärkt und die Schlaufen wiederum aus Tyvek gebaut und aufgenäht. Die Festigkeit muss sich noch beweisen... Soweit so gut. Ich denke auch hier wieder: es ist ein ambitioniertes Experiment, und wird sich sicher nicht als neuer Standard durchsetzen. Der Quilt muss aufgrund der Folie mit einer gewissen Sorgfalt behandelt werden. Zugkräfte auf das Mylar sind gar kein Problem, aber trocknen auf Dornengestrüpp oder Hantieren mit spitzen Gegenständen im Quilt verbieten sich von selbst. Andererseits gibt es wohl kaum ein Material was leichter zu reparieren wäre als Rettungsfolie. Da reicht simpler Tesafilm. Auch gilt es mit dem Vbl-Spacequilt die zusätzliche Schlafkleidung anzupassen. Lange Unterhose und Longsleeve-Baselayer sind für den Komfort und um eine Schicht zwischen Haut und Folie zu bekommen (Isolationsprinzip der Folie) sinnvoll oder notwendig, trage ich aber sowieso immer. Die Daunenjacke fällt in einem VBL natürlich flach, hier werde ich auf eine leichte Fleecejacke setzen. Ich erhoffe mir einen Isolationsgewinn von maximal 7Grad. Der gerne angegebene optimistische Komfortbereich für 100er Apex von ca. 10Grad (AsTucas, Gramexpert) würde sich damit auf 3Grad erweitern. Ich rechne für mich mit Komfort 7 und Limit 0. Die Tests werden es zeigen... Gewicht: 450Gramm Ich hatte ursprünglich 420 errechnet, aber Klebeband, langer Klettverschluss und Wärmekragen haben nochmal was draufgepackt. Man könnte mit anderem Oberstoff (7 oder 10d) Apex nähen statt kleben und Verzicht auf Wärmekragen nochmal bis zu 70 Gramm sparen. Liebe Grüße Lugovoi
  33. Neue Puffy gesucht

    DonCamino reagierte auf ice_machine für Beitrag im Thema

    1 Punkt
    Update: Jacke gefunden [Kurzreview] Marmot Alpha 60 Die lange Suche hat ein Ende gefunden. Die Marmot Alpha 60 Jacke erfüllt meine Wünsche bestens. Gewicht in Größe small: 241g Mit 89€ im Sale, im Vergleich zu anderen Kandidaten der Vorauswahl, preiswert für eine Marmot Jacke. Vor allem das Tragegefühl und die Funktion haben mich überzeugt. Außenstoff ist Pertex Quantum Air. Den Stoff kannte ich bisher noch nicht. Er ist hinreichend winddicht und DWR beschichtet. Insbesondere der weiche Griff des Stoffes lassen mein Trekkingherz höher schlagen. Als Isolation wurde Polartec Alpha 60 verwendet. Am Anfang war ich sehr skeptisch mit dem Material. Es ist sehr dünn und locker gewebt. Aber was soll ich sagen – das Material fühlt sich super an und hält erstaunlich warm. Ich denke, dass es vor allem die Kombi aus windabweisendem Material + Alpha ist, die die Wärme so gut isolieren kann. Ich denke, dass Apex oder Primaloft möglicherweise wärmer sind. Bei meiner alten Dynafit Jacke ist die Isolierung (Primaloft) allerdings platt und dementsprechend im Vergleich nicht mehr so warm wie das Alpha 60. Die Marmot Jacke hat neben den genannten Eigenschaften eine super Kapuze, die auch mit Alpha ausgekleidet ist. Vor allem beim Drehen des Kopfes liegt die Kapuze angenehm an. Ich hatte früher schon oft Jacken, bei denen sich die Kapuze wie ein Fremdkörper anfühlt. Bei der Marmot Jacke ist das nicht so. An den Ärmeln sind elastische Bündchen angenäht; ein weiterer Gummibund ist an der Hüfte (das bevorzuge ich im Vergleich zu Bungee-Cords o.ä.). Außen gibt es eine Tasche auf Brusthöhe und zwei für die Hände. Die Taschen für die Hände sind mit auch mit Alpha gefüttert. Der Front RV schließt bis ans Kinn und hält die Wärme sehr gut im Inneren. Hinten ist die Jacke etwas länger als vorne, genau richtig würde ich sagen. Vor allem war die Marmot die erste Jacke, die mir sehr gut passt, in meiner gewohnten Größe. Ich denke nicht nur im Alltag lässt sich die Jacke hervorragend tragen, sondern auch beim Trekking. Denn darum geht es letztendlich ja auch. Das Feuchtigkeitsmanagement der Jacke ist top bei Bewegung. Und das insgesamt sehr stretchige Material lässt alle gewünschten Bewegungen problemlos zu. Zusammen mit meiner Wind- oder Regenjacke wird die Marmot Jacke mein neuer Begleiter bei allen Witterungsbedingungen. Zusammenfassung: für meine Ansprüche ist die Jacke bestens geeignet fürs Trekking und im Alltag. Kapuze und Isolationsmaterial überzeugen sehr. Preis und Gewicht sind auch sehr gut innerhalb meiner Definition.
  34. Neue Puffy gesucht

    DonCamino reagierte auf Lugovoi für Beitrag im Thema

    1 Punkt
    Hier noch eine weitere Option, wenn ich mich nicht täusche ist folgende Jacke hier (und allgemein in der UL-Puffyszene) überhaupt noch nicht aufgetaucht: die CIL-Jacke von Clawgear. Ich bin eben noch im kalten Köln (3 Grad) draußen gewesen um die CIL ein weiteres mal auf ihre Wärmeleistung zu testen. Nur ein sehr leichtes Longsleeve tragend hat sie mich sehr gut warm gehalten. Ein paar Daten: Clawgear, mit Sitz in Österreich (schimpft sich aber "Swiss Performance Engineering", ist spezialisiert auf Outdoor und wie mir scheint Freizeit-Military-Equipment. Die CIL-Jacke entspricht so ziemlich dem was Ice-Machine sucht: Gewicht in M von 277 Gramm (nach Änderung des Gummizugs unten (ca.10 Gramm gespart)). Ripstop-Nylon außen und innen, ich vermute 20d. Ohne Kapuze. Kunstfaser, und zwar 67 Gramm Climashield Apex. Durchgehender Reißverschluss plus zwei große Reißverschlusstaschen außen. Made in China... Guter Preis: aktuell 79.99Euro (unter Umständen günstiger, ich habe mit Versand damals 64Euro gezahlt). Für meine Begriffe eine Top-Alternative zur EE-Torrid-Jacke. Ich habe sie zuletzt (Mitte September) auf meiner Tour in Jotunheimen Norwegen genutzt und das zu meiner Zufriedenheit. Es gibt ein zwei Reviews auf Youtube zu der Jacke. Ich kann die dort gegebenen Eindrücke bestätigen, super Jacke. Kleine Anmerkungen: die Regenfestigkeit scheint mir ziemlich begrenzt. Ich bin mir nicht sicher ob das Nylon ein DWR-Coating hat. Ich sag mal so: bei Regen braucht es eine wasserdichte Shell oben drüber, was für mich ok/normal ist, die CIL ist im Grunde als Midlayer angepriesen. Das vorhandene Drawstring-System hat mich nicht überzeugt. Um ehrlich zu sein habe ich den richtigen Gebrauch nicht verstanden. Es ist so konstruiert dass man das Bungeecord auch aus den Taschen heraus justieren kann/können soll. Ich habe das schwerere Bungee gegen ein leichteres getauscht und die Tankas entfernt bzw gegen Minitankas ersetzt. Damit kann man ca 10 Gramm einsparen und es ist besser zu bedienen. Was andere Tester bezüglich "Fusseln" des Apex sagen stimmt: auf der Außenseite gibt es Steppnähte (anders als bei EE Torrid). Hier können bei längerem Gebrauch minimal die Apexfasern rauskommen. Eigentlich kein Problem, nur ein kosmetisches. Ich empfehle nach einer ausgedehnten Tour simpel mit einem Feuerzeug die paar wenigen Fusseln wegzuflämmen Weiterhin stört (mich) etwas, dass der Innenstoff der Ärmel beim Anziehen gerne mal ein bisschen nach außen gezogen wird (was andere auch von der EE Torrid berichtet haben). Ist nicht tragisch, aber eben nicht perfekt. Sonst keine Klagen. Werde die Jacke in Zukunft fest in meinem Repertoire haben.
  35. Aufgrund eines MYOG-Rückfalls (ich hatte einige Monate nicht genäht) und mit Materialien aus einem naiven MYOG-Fail kam folgender ungeplante Rucksack zur Welt: Anforderungen: größtenteils wasserdicht stabile L-Öffnung im Rücken für schnellen Zugriff Geschütztes Laptop-Fach (jaja, damit ist er schon nicht mehr klassisch UL ) hohe Seitentaschen große Netztasche Reststücke nutzen, nix Neues bestellen Das einzig besondere ist die Laptop-Tasche mit Rückenöffnung und die gebügelten Nähte. UL war nicht das oberste Ziel, aber 300g sind trotzdem noch im Rahmen meine ich. Zum Einsatz kamen u.a. 70er TPU-RipStop-Nylon-Reststücke, ein recycelter O-5C-RV mit zwei Schiebern, ein 3C-RV, ein upcycletes Tragegeschirr und recyceltes Netzfutter aus einer Jacke. Das Schnittmuster war darauf ausgelegt die Front wasserdicht zu gestalten: Hier sind alle Nähte (z.B. solche für die Netztasche) von innen mit schmalen Streifen wasserdicht (zumindest sind das die Erfahrungen aus sechs Monaten) gebügelt worden. Einige STreifen doppeln innen als Seitentaschen. Maße: Hauptfach: 68*30*17 Netztasche und zwei Seitentaschen sind 40cm hoch, Flaschentasche 17cm Durch die eingeschobene Z-Lite ist die Rückenöffnung sehr leicht und sogar einhändig zu bedienen (ein Lerneffekt daraus, dass ich bei zwei Backpacks Front-U-Öffnungen hatte, die schwer und nur zweihändig bedienbar waren). Das Laptopfach geht nicht ganz bis zum Boden, sodass die Z-Lite bei einem Sturz wohl einiges abfedert. Die RV-Schiene ist beidseitig regenverdeckt. Der Body ist nicht so hoch, muss dank RV dafür nicht elends lang heruntergerollt werden und bei maximalen Volumen ist kein Korpusstoff eingerollt. Der Rolltop-RV nutzt einen Blitzer mit integriertem Feuerstahl. Das hat mir bei Flugreisen schon häufiger den Feuerzeug-Stress beim Handgepäck erspart. Der Rucksack leistete bei Kurzausflügen und einem Trip in die USA gute Dienste. Das Tragegeschirr werde ich allerdings noch verbessern (z.B. Brustgurt oder komplett myoggen). Anders, als @Wanderfalter es gestern beim spontanen Leipziger Forumstreff prophezeite, hoffe ich, dass meine Packs dann bald auch wieder leichter werden
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