Tag 4: Camasunary bis Sligachan
Der vierte Tag sollte landschaftlich einer der interessantesten werden. Zunächst starten wir bei Sonne in Camasunary.
Hier gibt es zwei mögliche Routen des Skye Trails: direkt nach Norden bis Sligachan oder zunächt westlich über den Bad Step zum Loch Coruisk und von dort aus weiter nach Sligachan. Wir entscheiden uns für die zweite Variante, auch wenn ich gehörigen Respekt vor dem Bad Step habe. Zunächst einmal stehen wir vor einem anderen Problem: In Elgol wurden wir gewarnt, dass der Abhain Camas Fhionnairigh wegen des kräftigen Regens zu hoch sein könnte, um ihn zu überqueren. Andere Wanderer in der Hütte bestätigten uns, dass sie bis zur Hüfte im Wasser waren (mit meinen 1,57m also vermutlich eher zur Taille). Vor Ort bestätigte sich das, weshalb wir zuerst ein gutes Stück nördlich laufen, um dort durch den Fluss zu furten. Hier ist eine kleine Insel im Fluss, bis zur Insel geht mir das Wasser bis zum Knie, danach ist es nur noch knöcheltief. Wir kommen also gut und relativ trocken durch.
Nun laufen wir um den Sgurr na Stri herum an der Küste entlang, immer noch bei Sonnenschein. Der Weg verändert sich langsam, anfangs ist er noch recht grün (mein Partner mit großem Rucksack hat manchmal Probleme, unter den Bäumen durchzukommen), dann wird er immer felsiger. Der Blick in die Black Cuillins ist gigantisch!
Richtig genießen kann ich ihn noch nicht, der Gedanke an den Bad Step macht mir zu schaffen. Dann sind wir auch schon davor. Wir werden von zwei Frauen ohne Gepäck überholt, sodass wir zumindest wissen, wo wir rein müssen.
Wir schaffen ihn irgendwie, aber gerade mit Rucksack sollte man ihn nicht unterschätzen, ganz ohne ist er nicht.
Dann werden wir für die Mühe belohnt: die Sonne scheint immer noch, es ist hier richtig warm und vor uns liegt ein winziger kleiner Sandstrand. Wir machen kurz Pause und fühlen uns wie in der Karibik.
Dann geht es weiter zum Loch Coruisk in die Black Cuilins hinein. Schlagartig ändert sich das Wetter, es beginnt zu regnen und zu stürmen und von den Bergen ist nichts mehr zu sehen.
Etwas enttäuscht gehen wir hoch über den Druim Hain und weiter durch das Sligachan Tal.
Das Tal ist schön, aber der Weg zieht sich und wir schlagen irgendwann kurz vor Sligachan müde das Lager auf, das wir uns in der Nacht mit Rehen und Schafen teilen.