Geschrieben 4. Juni 20251 J. Hallo zusammen, ich bin noch relativ neu im UL-Bereich und hatte mich von einem YouTube-Video zum Thema Tarp inspirieren lassen â dort wurde es regelrecht beweihrĂ€uchert und als in jeder Hinsicht ĂŒberlegen dargestellt. Also habe ich mir das Sea to Summit Escapist 2x2,6âŻm geholt. Nach ein paar Testaufbauten frage ich mich ehrlich: Wie soll man damit bei Regen UND Wind trocken bleiben? Selbst bei gĂ€ngigen Setups wirkt es, als wĂ€re man komplett dem Wetter ausgeliefert â es sei denn, der Regen fĂ€llt senkrecht und es ist windstill. NatĂŒrlich habe ich die SuFu bemĂŒht, aber viel zur konkreten Praxis (gerade mit dieser Tarp-GröĂe) habe ich nicht gefunden. Auch bei YouTube sieht man meist nur gröĂere Tarps oder "Schönwetter-Setups". Meine bisherigen Gedanken: GröĂere Tarps (z.âŻB. 3x3âŻm) bieten mehr Schutz und Aufbaumöglichkeiten â aber dann relativiert sich der Gewichtsvorteil wieder Ich besitze das TT Protrail Li (quasi ein geschlossenes Tarp) und das TT Rainbow Li â beides deutlich komfortabler bei schlechtem Wetter. Daher meine Frage: Gibt es hier erfahrene Tarp-Nutzer, die mir den Mehrwert eines kleinen Tarps im Vergleich zu leichten Zelten erklĂ€ren können â besonders bei nassem, windigem Wetter? Oder ĂŒbersehe ich einfach etwas Grundlegendes?
Geschrieben 4. Juni 20251 J. Ich bin meistens mit Tarp unterwegs, aber nicht deswegen, weil es technisch irgendwie grundsĂ€tzlich besser als ein Zelt wĂ€re, sondern weil es mir besser gefĂ€llt, wenn ich meine Umgebung sehe. Im Zelt fĂŒhle ich mich zu sehr abgeschlossen von der Umgebung. Wenn man im Wald ĂŒbernachtet, wo wenig Wind ist, dann ist ein Tarp auch kein Problem. Wenn man an exponierteren Stellen ist, dann ist ein Zelt natĂŒrlich besser. Insofern hast Du ja schon tolle Modelle im Besitz. Also probier es einfach mal aus, letztlich ist es auch Geschmackssache.
Geschrieben 4. Juni 20251 J. Autor Ich hatte noch keine Zeit das richtig zu testen. Zum anderen wollte ich nicht direkt den "Feldversuch" starten, sondern erstmal schauen wie es sich allgemein im Garten verhÀlt, da ich mir mein Zenbivy nicht mit Feuchtigkeit versauen möchte. Welches Tarp benutzt du denn? Wird das schlafsetup merklich nass unter nem Tarp?
Geschrieben 4. Juni 20251 J. Mit richtigen Tarps bin ich jetzt kein groĂer Experte, da werden dir andere hier im Forum mehr zu sagen können. Jedoch bin ich bis jetzt immer mit einer Kombination aus Bivy und AuĂenzelt unterwegs, zuletzt mit dem Fly vom Flame's Creed Xunshang. Das ist ein Ă€hnliches Prinzip wie mit Tarp, hat jedoch im Gegensatz zum Tarp nur eine Aufbaumöglichkeit. Ist dann so ein LĂ€ngslieger wie das Protrail. vor 36 Minuten schrieb VlagG:  Also habe ich mir das Sea to Summit Escapist 2x2,6âŻm geholt. Nach ein paar Testaufbauten frage ich mich ehrlich: Wie soll man damit bei Regen UND Wind trocken bleiben? Bei dieser TarpgröĂe wahrscheinlich nur bei einem sehr niedrigen Aufbau. Plus einem Bivy, der dich vor Wind und Spritzwasser schĂŒtzt (sowie vor Zecken und Schnecken). Bei nassem und windigen Wetter wĂŒrde ich allerdings auch immer das Zelt bevorzugen. Vorteil von der Tarp-Bivy Kombi ist halt, das man einigermaĂen preiswert ein relativ leichtes Schlafsetup hat. Man kann einfach Cowboy-Camping machen oder sich in SchutzhĂŒtten legen und muss dabei nicht auf den Insektenschutz verzichten. Theoretisch gĂ€be es noch eine die rechtliche Komponente, Zelten (verboten) vs. Biwakieren (unter UmstĂ€nden erlaubt). Jedoch gibt es hier dutzende verschiedene Regelungen je nach Kommunen, BundeslĂ€ndern, Naturschutzgebieten, etc., ĂŒber das Thema wurde schon sehr ausfĂŒhrlich auch hier im Forum diskutiert. In der RealitĂ€t wird die Auslegung dann Nachts um Zwei durch den Förster passieren, dessen Anweisungen man dann besser Folge leistet.
Geschrieben 4. Juni 20251 J. Ich finde dieses Tarp Kacke, weil es einfach zu kurz ist! Ich wĂŒrde, selbst mit einem Bivi dabei, immer Tarps wĂ€hlen, die 3 Meter lang sind. DafĂŒr reichen in der Breite eigentlich um die  2 Meter!
Geschrieben 4. Juni 20251 J. Habe aber auch nur noch das Protrail Li, da es einfach das perfekte Zelt ist, fĂŒr meine Zwecke!
Geschrieben 4. Juni 20251 J. Ich war oft mit einem wirklich minimalistischen Tarp unterwegs - und das funktioniert nur, wenn man auch vorausschauend unterwegs ist, passende BiwakplĂ€tze wĂ€hlt, etc. Also kleines Tarp in bösem Wetter fĂŒr sich allein reicht nicht aus - wenn man die Umwelt, Platzwahl, mitnĂŒtzt, dann kann es gelegentlich etwas ungemĂŒtlich werden. In meiner persönlichen Erfahrung ist es halt keine rundum sorglos Lösung.
Geschrieben 4. Juni 20251 J. WĂŒrde vermuten: Tarp = leichter, kleineres PackmaĂ, gĂŒnstiger, flexibler (beim Aufbau, beim Standort und bei den Verwendungsmöglichkeiten), unauffĂ€lliger, besser belĂŒftet, nĂ€her an der Natur ABER: evtl. Probleme mit Wind/Regen/Insekten, BelĂŒftung im Biwi Zelt = Besserer rundum-Schutz (Boden, Insekten, Wind, Regen), besser belĂŒftet als Biwi  => Auch wenn das Tarp viele Vorteile bietet, fĂŒr mich persönlich wiegt das ABER dennoch schwerer. Verwende Solo Serenity Net Tent + Gatewood Cape, bei gutem Wetter und BedĂŒrfnis nach Freiluft spanne ich dann nur das Net Tent auf.   Â
Geschrieben 4. Juni 20251 J. Naja, wieso sollte man auf nem Weekender bei schönem Wetter ein komplettes Zelt mit schleppen, und wenn Du dann problemlos unter deinem 250g Ponchtarp pennst, kannst du damit noch super deinen Kumpelz auf die Nerven gehen đ Aber ja, ich hatte auch immer den Eindruck, dass wenn man ein Tarp sucht dass der Funktion eines Zeltes sehr nahe kommt, man schnell sehr nahe an dessen Gewicht ist. Tarp/Tent Hybriden wĂ€ren ein Plan B, aber dann verliert man FlexibilitĂ€t.... Der Kostenfaktor bei nem Tarp ist sicher besonders positiv hervorzuheben. Und die Abenteuerlichigkeit Bearbeitet 4. Juni 20251 J. von Epiphanie Con Calma Y Con Alma
Geschrieben 4. Juni 20251 J. vor 8 Stunden schrieb VlagG: Gibt es hier erfahrene Tarp-Nutzer, die mir den Mehrwert eines kleinen Tarps im Vergleich zu leichten Zelten erklĂ€ren können â besonders bei nassem, windigem Wetter? Der Mehrwert ist in vielen Punkten der gleiche wie bei gutem Wetter: Gewicht, PackmaĂ, etc. Die Nachteile werden halt offensichtlicher: Weniger Witterungsschutz, selbst bei gutem Platz und BerĂŒcksichtung von Wetterrichtung, etc. Die Aufbau-FlexibilitĂ€t ist fĂŒr einen normalgroĂen Menschen bei der Tarp-GröĂe aus meiner Sicht sehr limitiert. Nen wirklichen Schlecht-Wetter-Aufbau sehe ich da auch nicht. Da kommt es dann eher auf die LeidensfĂ€higkeit an. Am Ende ist es also wie so oft eine AbwĂ€gung zwischen Minimalismus und Komfort. Persönlich sehe ich das so: FĂŒr nen paar Tage zivilisationsnahes Fastpacking bei absehbar schönem Wetter â jederzeit. FĂŒr nen Monat in Schweden â nein, danke.
Geschrieben 4. Juni 20251 J. Neben der bereits erwĂ€hnten FlexibilitĂ€t (bei mir als Bergwanderer ist ein Ponchotarp + Bivy definitiv >>> als reine Tarptents), dem geringen PackmaĂ (bei mir der entscheidende Faktor beim Bikepacking), geringerer Ausfallwahrscheinlichkeit, spielt natĂŒrlich auch die Geschichte mit rein. FrĂŒher gab es keine 500g DCF-Zelte. Da war ein MYOG-Tarp halt nur ein Viertel so schwer, wie das leichteste zu erwerbende Zelt. Heutzutage sind die Gewichte der Zelte so nah herangerĂŒckt an reine Silnylon-Tarps, dass fĂŒr die Meisten nur noch monetĂ€re Aspekte (beim Kauf o. möglichem Totalverlust durch Sturm o.Ă€.) den entscheidenden Faktor spielen. Die Wandererevolution hat sich Dank Internet stark verkĂŒrzt. Eigentlich ist jeder frĂŒher mit einem 2kg Billo-Zelt gestartet, hat es fĂŒr zu schwer empfunden, ist dann auf Tarps umgestiegen, fand diese zu umstĂ€ndlich und unsicher (wie Du zB) und ist dann auf die teuren Tarptents gewechselt. Heute schaut man sich 5 Videos auf youtube an, kauft sich die fĂŒr ihn passendsten Produkte und startet fast schon bei Stufe 8 von 10 der Wandererevolution. Man verĂ€ndert nur noch Kleinigkeiten, beziehungsweise wechselt Gear aus bestimmten Bequemlichkeiten (bei mir seit Jahren so đ), nicht Notwendigkeit. Man macht defintiv weniger Fehler als heutiger WanderanfĂ€nger, es fehlen aber durch die abgekĂŒrzte Entwicklung Skills, um Nischenprodukte wie Tarps, bestimmte RucksĂ€cke etc schĂ€tzen zu können. Tl;dr: FrĂŒher war der Gewichtsabstand zwischen Zelt und Tarp deutlich gröĂer, dementsprechend auch der Bedarf an Tarps. Die Wandererevolution war anders als heute, im Endergebnis minimal besser, aber durch mehr Misserfolge erkauft. Bearbeitet 4. Juni 20251 J. von fettewalze âThatâs the cool thing about having a path. Even when you get lost, itâs still there waiting for you to find your way back.â
Geschrieben 5. Juni 20251 J. vor 19 Stunden schrieb VlagG: da ich mir mein Zenbivy nicht mit Feuchtigkeit versauen möchte. Kufa Schlafsack ist bei dem offenen Aufbau sicher die bessere & wieder die gĂŒnstigere wahl. Ich hab auch von Setups gehört, wo man sich bis zum Hals in ein Bivy verkriecht und das mini Tarp nur fĂŒr den Oberkörper nimmt Btw.: Von @wilbo kam mal der Tip zum "asymmetrical Holden" Aufbau Bearbeitet 5. Juni 20251 J. von Epiphanie Con Calma Y Con Alma
Geschrieben 5. Juni 20251 J. vor 2 Stunden schrieb Epiphanie: Btw.: Von @wilbo kam mal der Tip zum "asymmetrical Holden" Aufbau Genau, das hatten wir hier mal diskutiert und @wilbo hat Erfahrungen mit seinen Testaufbauten geteilt.
Geschrieben 5. Juni 20251 J. Ich finde das Tarp einfach schlecht geschnitten, 2.6 m KantenlĂ€nge sind nur bei 2 Bahnen DCF erlaubt, fĂŒr SilNylon ist das Quatsch. Anderer Punkt: ein Tarp zu kaufen relativiert schon den ersten Vorteil: ein Tarp kann einfach selbst gemacht werden und bietet daher einen einfachen Zugang zum (UL) Wandern. Wenn man ein Tarp sinnvoll ausprobieren möchte und schon ein Top of the Line DCF Tarptent hat, dann wĂŒrde ich ein minimalistisches Cuben Flattarp aus 0.5er DCF in 3m bis 3.30 m LĂ€nge vorschlagen. Damit kommt man bei 100g und ca 150⏠Materialkosten raus und es ist an einem Wochenende zusammengeklebt/genĂ€ht. Das wird dann als Halbpyramide aufgebaut mit 1m StocklĂ€nge. Bearbeitet 5. Juni 20251 J. von Martin
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