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Ultraleicht Trekking

Leistungsgrenzen: UL-Trekking im Alter


Gast

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Hallo,

im kommenden Jahr werde ich 60. Mit 71 kg bei 1,76 m Größe bin ich zwar noch ziemlich schlank und habe keine körperlichen Gebrechen. Auf meinen beiden größeren Touren im vergangenen Sommer (3 Tage Durchquerung Val Grande und 12 Tage Katharerweg über die Pyrenäen) hatte ich aber einige Male das Gefühl, dass es körperlich doch ein bisschen viel wird. Und einmal auf jeder der beiden Touren war ich auch an einem Punkt, wo ich mich fragen musste, ob ich nicht vielleicht sogar über meine Leistungsgrenze hinaus gegangen bin.

Ich meine damit nichts, was einen in eine Arztpraxis treiben würde. Sondern eher eine unruhige Nacht, in der einem auf der Matte im Zelt oder in der Hüttenkoje einfach alles weh tut. Wo man morgens beim Aufstehen ein ganz leichtes Schwindelgefühl hat, das ich sonst nicht kenne. Oder ein Gefühl von totaler Erschöpfung, weil man den ganzen Tag über einfach nicht genug Wasser in sich hineinpumpen konnte, um den Schwitzverlust auszugleichen (im Val Grande hatte es 38 Grad im Schatten...).

Früher (ja, ein typisches Wort alter Leute) war das wohl nie ein Problem für mich. Da habe ich solche Extreme einfach weggesteckt. Inzwischen merke ich aber, dass mir solche Belastungsspitzen etliche Tage nachhängen, dass ich nicht so schnell wieder richtig auf die Füße komme. Da fragt man sich dann schon, ob man hier noch richtig ist bzw. für sich noch alles richtig macht.

Wie geht Ihr mit solchen Grenzen und Einschränkungen um, seien sie nun altersbedingt oder von anderen körperlichen Begrenztheiten (Übergewicht, Gelenke etc.) herrührend? Ich sehe im Moment zwei Wege für mich:

1. Auf die vorgeschlagene oder durch die Infrastruktur vorgegebene Etappenführung pfeifen. In den Pyrenäen waren einige Etappen 12 Stunden lang, und damit meine ich wirklich 12 Stunden laufen, ohne an jedem Blümelein am Wegesrand zu rüsseln. Inzwischen denke ich darüber nach, dann einfach auch mal nach nur 6 oder 8 Stunden in den Sack zu Hauen, das Tarptent Protrail in der Pampa aufzustellen und der anvisierten Hütte die kalte Schulter zu zeigen. Eigentlich habe ich in meinen rund 9 kg Gesamtgepäck (incl. Essen, Wasser) ja tatsächlich alles dabei, was ich brauche. Warum schleppe ich mich trotzdem bis ans Etappenende, um dann ächzend in einer überfüllten Hütte anzukommen? Nur weil das in irgend einem schlauen Wanderführer steht und ich mir selbstverständlich nicht eingestehen möchte, dass ich diese "einfache" Etappe nicht schaffe?

2. Zelt (800 gr), Quilt (700 gr), Matte (450 gr), Minikissen (50 gr), kleines Kochset (ca. 200 gr) und Essensvorräte (ca 1000 gr) ganz weglassen, vom GG Gorilla (ca. 800 gr) auf einen ganz kleinen und leichten Rucksack wie den GG Murmur (ca. 300 gr) oder den Laufbursche Packsack umsteigen und dann quasi nur noch mit 4 bis 5 Kilo Tagesgepäck leichtfüßig von Hütte zu Hütte springen? Aber irgendwie fühle ich mich dann nackt, unangenehm abhängig vom Hüttensystem, naja, irgendwie einfach untermotorisiert. Klar soll die Ausrüstung so leicht wie möglich sein. Aber sie soll eben da sein, zu meiner Verfügung sein, wenn ich sie brauche, und nicht zuhause im Schrank liegen.

Mir ist schon klar, dass es hier wie so oft im Leben keine Patentlösung gibt. Umso mehr interessiert mich, welche Strategien Ihr angesichts Eurer persönlichen Leistungsgrenzen entwickelt habt. Gerade dann, wenn Ihr auch nicht mehr ganz jung seid. Aber natürlich auch sonst.

Oder sind Leistungsgrenzen und Erschöpfung kein Thema für Euch?

Robert

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Nach meiner eigenen Erfahrung gibt es da (zumindest für mich) eigentlich nur zwei praktikable Lösungsansätze.

1. Auch den Rest des Jahres sich so fit halten wie möglich. Muss ich zwangsläufig, da mein vorgeschädigter Rücken ohne regelmäßiges Training sonst eine einzige Tortur währe.

Was das Alter angeht macht es mein Chef vor. Er steht kurz vor der Rente und steckt vermutlich die meisten jungen Hüpfer dank regelmäßiger Bewegung noch in die Tasche.

2. Der schwierige Teil ist wohl tatsächlich eher Kopfsache. Wie Du schon schreibst sollte man Tourenvorschläge eben nur als Vorschläge betrachten. Wie man sich eine Route einteilt, wie schnell oder lange man unterwegs ist, oder ob man gar eine andere Strecke wählt ist die Sache jedes einzelnen. Und das bezieht sich nicht nur auf die Planung im Voraus! Gerade unterwegs sollte man seine Tourenplanung regelmäßig überdenken und nicht verbissen am ursprünglichen Ziel festhalten. Egal ob aufgrund Fitness, Wetter, etc. Wenn man bereit ist flexibler auf veränderte Bedingungen zu reagieren, dann wird auch die Tour entspannter.

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Aus meiner bescheidenen Sicht als 57-Jähriger kann ich nur folgendes sagen:

1. Akzeptiere, dass du nicht mehr 30 bist (ja nicht mal mehr 40). Sehr wichtig.

2. Plane deine Touren locker. Es bringt dir nichts, jeden Tag mit 30-40km zu planen und nach 5 Tagen ist man klinisch tot ;-)

3. Plane für deine Tour genügend Ersatztage ein. Blöd, wenn man merkt, dass der Zeitplan nicht einzuhalten ist, weil zu eng gespannt. Es ist egal, ob deine Tour 15 Tage dauert oder letztendlich nach 20 Tagen geendet hat.

4. HIKE YOUR OWN HIKE !! Renne keinesfalls hinter irgend Jemanden her (du schaffst es eh nicht, über längere Zeit dranzubleiben). Gehe deine Geschwindigkeit und deine Strecke, egal ob dich die halbe Welt überholt oder über dich lacht.

5. Lass dich nicht ohne triftigen Grund von deiner Planung abbringen. Ziehe es so durch wie DU es geplant hast. Sei aber so realistisch, einen gut gemeinten Ratschlag anzunehmen.

6. Sei ehrlich. Brich ab, wenn es nicht mehr geht. Es kommen wieder bessere Tage.

7. Eins der wichtigsten Dinge, die eigentlich an die erste Stelle gehören: Sieh zu, dass du Ultraleicht unterwegs bist !

Ohne die nachsichtige Hilfe dieses Forums hätte ich niemals so tolle Touren, so entspannt machen können !

 

Grüße

Tumurbel

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Basti und Tumurbel, das Physische (sowohl die Grundfitness als auch die ultraleichte Ausrüstung) ist vorhanden oder händelbar. Das Entscheidende ist wohl wirklich die Kopfsache.

"Hike your own hike" ist der zentrale Satz für mich aus Euren Postings.

Der größte Feind im eigenen Kopf dabei ist das "Du schaffst das schon". Mit diesem Mantra geht man noch ein Stück weiter und noch ein Stück und noch ein Stück - und dann merkt man plötzlich, dass es zu viel, zu weit ist; womöglich sogar erst, nachdem man tatsächlich am Etappenende angekommen ist.

Das ist also offenbar ein Scheiß-Mantra, von dem ich mich jetzt konsequent verabschieden muss.

Sowohl in der Planung als auch in der Ausführung. Das wird nicht ganz leicht werden. Aber vielleicht gehört ja auch das zu ultraleicht: Ballastreduzierung bei den Ansprüchen an sich selbst.

 

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vor einer Stunde schrieb Lahmeente:

"Hike your own hike"

Ich werde im Februar auch 60. Immer noch muss ich mir sagen "sei zufrieden mit der Leistung, ich muss nicht Leute die 20 Jahre jünger sind überholen"

Es ist wirklich eine Kopfsache, nicht nur einmal, immer wieder muss ich mir das vergegenwärtigen. Langsam komme ich an den Punkt wo es sich gut anfühlt so viel zu leisten wie es mir passt oder wie ich es kann. Wenn es mir schwindelig wird beim aufstehen gehe ich halt nochmals runter und mache es etwas langsamer.

Ich lerne gerade langsam die Langsamkeit zu geniessen. Wenn es mir manchmal gelingt fühlt es sich gut an.

 

Gruss
draussen

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War bisher immer nur 4/5 Tage zufuß unterwegs ,vorwiegend aus Zeitgründen.

Ich habe die in meiner Nähe befindlichen Fernwanderwege einfach 

in Etappen gelaufen.

Dabei stimme ich meinen Vorrednern zu.

Habe mich auf ca 5 bis 6 Kg Gesamtausrüstung eingependelt,

Ich plane nicht viel Laufe und ruhe nach Befinden bin mit "Notprofiant" 

unabhängig und autark wo es paßt zu Übernachten.

Mal schauen wie lang es bei mir noch geht !

Bin 53 und habe starke Artrose in allen Gelänken.

Du hast ja schon erkant was wir alle raten.

Viel Spaß auf all deinen Turen!

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hey,

alles weh, morgens schwindel, erschöpfung ... wenn man das so quer- und zusammenliest würd ich das als planloser umherspazierer ü50, der so alle drei, vier jahre mal beim arzt vorbeiguckt, schon für einen anlass halten, den doc wegen allgemeinen checks mal aufzusuchen (nämlich wenn/weil die "länger auslaufenden belastungsspitzen" :-) sich gehäuft haben und es ...grummel...nach noch sonem jahr wieder...nich auf irgendwie begründbare schlechte tagesform zu schieben ist).

ballastreduzierung bei den ansprüchen ist schön grob geschrieben. als esel muss man halt aufs eis (später dann nur noch zum eis) und läuft sich ein paar tage (mehr) ein, bevor man sich die pferde durchgehen lässt. interessen können sich auch verschieben ... ich hab mir meinen ersten fotoapparat am tag vor der augen-op gekauft, deren notwendigkeit einige monate zu spät festgestellt wurde (meine schuld). seitem ich wieder gut sehen kann, guck ich mir echt gern jedes blümlein an und mach auch noch nen foto davon, hat mich früher nicht interessiert.

leistungsgrenzen und erschöpfung?

kein thema, ich bin ja nich unterwegs, um mich zu quälen. und wenn doch, dann weiss ich, dass weh und schwindel nix mit dem alter zu tun haben, sondern eine konkrete situative ursache. 

weg vom planwahn ist wahre reife und ermöglicht die verlängerung der verlängerten adoleszenzphase.

sagt der hobbypsychologe im altenthread.

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Gut das Du geschrieben hast Leistungsgrenze und nicht Altersgrenze :mrgreen:
Klar, mit 50, 60, 70, 80 kann man absolut gesehen nicht das leisten was man mit 20,30 konnte, die Biologie setzt nun mal Grenzen. Die Reaktion darauf ist aber doch total simpel: ich komme mit meinen 55 Jahren gar nicht erst auf die Idee in 2 Wochen einen 500km Trail zu klotzen ... mit 20, top trainiert, wars kein Problem ... allerdings wäre ich damals trotz top trainiert nicht auf die Idee gekommen einen Marathon in 2 Stunden 10 zu laufen ... KANN ICH HALT NICHT ... und jetzt mit 55 ... KANN ICH HALT NICHT. Also mache ich immer NUR das wobei ich während der Ausführung Spass dran habe ... DAS KANN ICH.
Beispiel letzte Tour in den Vogesen:
Habe von Anfang an gedacht "schön wenn ich bis Thann komme" ... aber wenn ich mich physisch schwer tun sollte oder ich an tollen Aussichten so lange verweile, dass die Zeit nicht reicht, na, dann eben nicht ... ich kam bis Thann.

Ich kann gar nicht wirklich nachvollziehen warum sich übergaupt jemand darüber Gedanken macht !!
Wandern, Trekking, Bushcraften, ... ist doch kein Leistungssport !!
Macht doch jeder, der an diesen Dingen Spass hat eben das wozu er/sie in der Lage ist (physisch betrachtet) und es ist automatisch in jedem Alter und mit jedem Leistungsvermögen einfach nur eine erfüllende Sache für alle die daran Spass haben.

Irgendwie freue ich mich schon jetzt auf den "Übernachter" 2km "hinterm Haus" wenn ich (vielleicht) mal 90 bin (für die 2km brauche ich dann ja womöglich den ganzen Nachmittag bis zum Nachtlager) ... 3 Monate über den Inarisee paddeln wie mit 25 werde ich dann sicherlich nicht mehr können ... freue mich aber falls es doch gehen sollte :-P

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Toller Thread!

Ich finde klar deine 1. Überlegung die bessere. Wenn du wie bei 2. alles weglässt, bleibst du abhängig und musst im Zweifel bis zur nächsten Hütte durchhalten.

Bei Variante 1 bleibst du flexibel und kannst somit auf dein Körpergefühl reagieren, deinen eigenen Hike hiken.

Was vom anderen Ende der Altersspanne her noch beisteuern kann: Wenn ich Touren mit meiner Tochter plane, dann habe ich immer ein oder zwei Abkürzungen oder Abstiegsvarianten im Kopf, die wir benutzen können, falls die Kräfte an dem Tag nicht so sind oder das Wetter oder oder oder.

Für mich selbst halte ich es so: „Wärme, Essen und Shelter dabei, dann bin ich frei“ (in meinen Entscheidungen).

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Ich bin zwar noch nicht 50+, merke aber auch den Unterschied zu vor zehn Jahren. 

Heute gehe ich meine "Touren"  oder "Toürchen" ganz entspannt an.  Meist habe ich ein definiertes Zeitbudget zur Verfügung.  Diese Zeit genieße ich, wie weit ich in diesem Zeitraum komme ist für mich sekundär. Hektik möchte ich um jeden Preis vermeiden. 

Ebenso habe ich meine Ausrüstung angepasst. Nicht mehr das minimal mögliche Gewicht ist mein Ziel,  sondern vielmehr ist ein gewisses Maß an Komfort unerlässlich. Dabei kenne ich jedes Detail meiner Ausrüstung genau und weiß sie zu nutzen.

Kurz zusammengefasst: Gelassenheit ist für mich der Schlüssel zu entspannten Touren - unabhängig vom Alter. 

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Natürlich habt Ihr absolut recht mit dem allgemeinen Bekenntnis zu Gelassenheit und Entspanntheit. Nur ist das nun auch nicht immer ganz so leicht umzusetzen, wie sich das spontan anhört. Vor allem bei Auslandstouren ist man an Flug- oder Zugzeiten für die Heimreise gebunden. Die muss man vorher beim Ticketkauf festsetzen, meist ohne dass man die Tour oder das Gelände oder das Wetter genau kennt.

Wenn Du von Toulouse aus durch die Pyrenäen läufst und von Barcelona aus zurückfliegst, hast Du einfach Null Flexibilität. Wenn irgend etwas (Gelände, Wetter, eigene Befindlichkeit) nicht so ist, wie Du das geplant hast, hechelst Du leicht einem Zeitplan hinterher, der dann eben nicht mehr entspannt ist.

Natürlich kann man eine Tour immer abbrechen und mit dem Bus oder notfalls sogar Taxi fahren. Aber ein bisschen deprimierend ist das dann schon. Und wenn Du gar in Gegenden wie dem Val Grande unterwegs bist: Da gibt's nicht mal ne Straße, keinen Bahnhof, keine bewohnte Ortschaft, keine bewirtschaftete Hütte, einfach nichts. Also musst Du auf Deinen eigenen Beinen wieder raus, auch wenn's 38 Grad im Schatten hat.   

Wer dann an knappe Urlaubszeiten gebunden ist wie ich, der kommt da schon bei der Planung ganz schön in die Zwickmühle. 50% zeitlicher Sicherheitspuffer wären sicher schön, würden einen bei der Tour-Auswahl jedoch ziemlich einschränken. Ich finde es eben toll, längere Touren von A nach B zu gehen und nicht nur Tageswanderungen oder Kurztouren von einem festen Punkt aus zu unternehmen. Und wenn man von A nach B geplant hat, muss man eben auch zur festgesetzten Zeit nach B kommen, weil es sonst mit der Heimreise sehr schwierig und teuer wird.

Hat da jemand ein Patentrezept für die Planung?

 

 

 

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Zitat

Hat da jemand ein Patentrezept für die Planung?

für uns das wichtigste ist: der urlaub muss der erholung dienen.

daraus folgt für uns, dass wir entsprechend flexibel sein müssen.

z.b. letzten sommer wollten wir eine 3-wöchige GTA-tour machen. den flug nach nizza hatten wir schon gebucht, als meine freundin probleme mit ihren füssen bekam und nur noch maximal ein, zwei stunden pro tag am stück laufen konnte. so haben wir uns nach einem ferienort in den italienischen alpen umgesehen und ein paar tagestouren von dort geplant.

dann kam die hitzewelle mit 38° im schatten. uns war sofort klar, dass wir uns dies nicht antun wollen. so haben wir den flug umgebucht und stattdessen ein paar tage in schottland und den rest hoch oben in den schweizer alpen verbracht.

oder im 2013 hatten wir vor, eine knapp 3-monatige tour durch die pyrenäen zu machen. hin- und rückreise buchten wir rund 3 monate im voraus. vor ort stellten wir dann fest, dass die schlüssel-etappen immer noch unter einer dicken schneedecke lagen. so mussten wir eben ad-hoc einen umweg machen. u.a. auch mit bahn und bus.

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Hallo

....für mich ist, so glaube ich der Weg das Ziel.......

.....ich will  nur unterwegs sein, dabei ist es eigentlich egal wie...mit Bus....Bahn...Auto....Rad oder zu Fuß....

...zu Fuß ist bei mir immer noch am nachhaltigsten.......

Ich gehe gut auf die 60 zu....habe Übergewicht, Zucker und Bluthochdruck.......

....ich habe das alles bekommen nachdem ich mit dem Rauchen aufgehört habe...

......(hätte ich nur weiter "gequalmt"...währe ich jetzt gesünder.).......:cool:

.....nein.....und seit dem ich meine Ernährung etwas umgestellt habe geht es mir sehr Gut......

Am 01.04.2024 gehe ich in Rente........dann ist AT und PCT geplant....(möglichst mit meiner Frau)....

...das einzige Problem ist die englische Sprache.....

Bisher bin ich für mehrere Tage auf dem Lykischen Weg oder in Schweden (Bohusleden) unterwegs gewesen...

.....ich habe festgestellt dass ich mich am ersten Tag regelmäßig übernehme...mit Bauch und Wadenkrämpfen einschlafe...

mich aber ab dem 3. Tag eingelaufen habe und "Fit wie ein Turnschuh" bin...

d.h. dass ich nach ein paar Tagen laufen und laufen und laufen kann

......und ich genieße gleichermaßen die Strecke zu Fuß und die Ruhe im Camp beim "Süppchenkochen"...

Ich Glaube man muss seinen Rhythmus finden, und die Ziele an den Rhythmus anpassen,  und dabei hat mir meine leichte Ausrüstung geholfen, ich bin völlig unabhängig von Raum und Zeit.......

....möge die Macht mit mir sein......

 

Wallfahrer

 

 

 

Bearbeitet von Wallfahrer
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vor 7 Stunden schrieb Wallfahrer:

.....ich habe festgestellt dass ich mich am ersten Tag regelmäßig übernehme...mit Bauch und Wadenkrämpfen einschlafe...

mich aber ab dem 3. Tag eingelaufen habe und "Fit wie ein Turnschuh" bin...

d.h. dass ich nach ein paar Tagen laufen und laufen und laufen kann ...

 

Freut mich, dass da noch jemand ist, dem mal was weh tut.... äh, bzw. freut mich natürlich gar nicht :???:.

Aber ich bin froh, dass Wallfahrer von Wadenkrämpfen am Anfang einer Tour schreibt. Es ist nämlich so: Wenn ich Entspannung pur will, darf ich keine größere Trekking-Tour machen.

Tour bedeutet für mich immer auch Ausprobieren, ein bisschen Wildnis erleben, die eigenen Grenzen kennenlernen, und ja, auch Abenteuer. Da sind kleinere Malheurs und Wehwehchen fast unvermeidlich. .

Mein Ausgangspost war eher die Frage: Wo ist die Grenze? Ab wann wird die gesunde Belastung zur körperlichen Stresssituation oder gar zum echten Problem? Wo muss man - besonders ab einem bestimmten Alter - vor- und fürsorglich die Grenze setzen, bevor der eigene Körper die Reißleine zieht?

Natürlich weiß ich, dass jeder nur für sich selbst die richtige Antwort erspüren kann.

Trotzdem finde ich es spannend und irgendwie auch tröstlich zu lesen, wie andere damit umgehen.

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Hallo

@Lahmeente

....ich habe nicht das Verlangen auf Tour oder anderswo meine Grenzen kennen zu lernen das ist nicht das Ziel...

Wenn man  allerdings die Grenzen kennen zu lernen zum Ziel macht, und immer früher an seine Grenzen kommt, was man ja nicht will, weil man eben älter wird, oder irgend ein Gebrechen hat, dann ist es sicherlich schwer seine Ziele zu verschieben.....oder sie an die Realität anzupassen.

 

Wallfahrer

 

Bearbeitet von Wallfahrer
Grammatik
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Ich denke, es ist bei dir tatsächlich eine Kopfsache.

Und ich kann das gut nachempfinden...bin jetzt fast 57 und ertappe mich auch noch manchmal dabei, dass ich mein Spiegelbild stumpf ignoriere und im Spiegel den topfitten knapp 20-jährigem sehe,als der ich mich fühle ( bis der Arthrose-Schmerz wieder einsetzt)

Ich sehe aber mittlerweile keinen Grund mehr, mir was beweisen zu müssen. Ein Beispiel: Als ich 2013 am sogenannten "Sahara-Wochenende" auf dem Hermannsweg unterwegs war, haben wir uns ein Hotelzimmer mit Dusche!! Gegönnt, und ich hab es genossen, mich/uns mit dem Taxi !! Wieder an den Einstieg zum Hermannsweg bringen zu lassen, anstatt 8 km durch ein total ödes Tal zu laufen...

Vielleicht hilft das etwas?

LG schwyzi

 

 

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vor 20 Minuten schrieb schwyzi:

Ich denke, es ist bei dir tatsächlich eine Kopfsache.

Und ich kann das gut nachempfinden...bin jetzt fast 57 und ertappe mich auch noch manchmal dabei, dass ich mein Spiegelbild stumpf ignoriere und im Spiegel den topfitten knapp 20-jährigem sehe,als der ich mich fühle ( bis der Arthrose-Schmerz wieder einsetzt)

Ich sehe aber mittlerweile keinen Grund mehr, mir was beweisen zu müssen. Ein Beispiel: Als ich 2013 am sogenannten "Sahara-Wochenende" auf dem Hermannsweg unterwegs war, haben wir uns ein Hotelzimmer mit Dusche!! Gegönnt, und ich hab es genossen, mich/uns mit dem Taxi !! Wieder an den Einstieg zum Hermannsweg bringen zu lassen, anstatt 8 km durch ein total ödes Tal zu laufen...

Vielleicht hilft das etwas?

LG schwyzi

 

 

 

Danke Dir, hilft definitiv!

Muss mich halt nur schon bei der Planung etwas umpolen: unbedingt kürzere Tagesetappen. Das ist wohl das A und O. Gegebenenfalls kann man ja ein bisschen herumtrödeln, falls man wirklich mal zu früh da ist.

Und was ich vor allem gelernt habe: Wenn es heiß ist, unbedingt was Geschmackliches fürs Wasser einpacken. Beim letzten Mal in den Pyrenäen hat da simples Frigeo-Brausepulver in kleinen Tütchen schon wahre Wunder bewirkt. Ich konnte die doppelte Flüssigkeitsmenge trinken im Vergleich zu lauwarmem Wasser ohne alles. Ist zwar bestimmt Zucker pur, aber so what. Ultraleicht ist es jedenfalls: Ein 10-Gramm-Tütchen peppt 1 Liter Wasser geschmacklich schon ordentlich auf.

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Ich bin 63, herzmäßig mit diversen Ersatzteilen ausgestattet, übergewichtig und erstaunt darüber, wieviele ältere Semester hier unterwegs sind. Ich dachte immer, ich wäre hier eher ein alter Knacker unter jungen Sprintern, ein Exot sozusagen. Nun gut. :-)))

Ich bin letztes Jahr 1200 km auf der Via Francigena gelaufen und dabei der weiter oben genannten Maxime "Hike your own hike" gefolgt. Für mich ist es wichtig, mein eigenes Tempo (vor allem uphill) zu gehen, zu entscheiden, wann, wo und wie lange ich Pausen mache und wann ich aufhören will. Ich höre auf meinen Körper und handle danach. Beweisen muss ich niemandem, auch mir nicht, etwas.

Auf Strecke bin ich daher zumeist allein unterwegs, denn es ist schwierig eine weitgehend kompatible Partnerin (die hab ich zwar, ist aber noch berufstätig) oder Partner zu finden.

Für mich ist es am besten, wenn ich aufhöre bevor ich erschöpft bin. Dafür hab ich inzwischen recht gute Frühwarnsensoren entwickelt. So hab ich noch genügend Reserven fürs Lager, friere weniger leicht, kann am Abend ausruhen und vor allem gut schlafen. Bei Erschöpfung funktioniert das alles nicht so gut.

Ach ja SUL oder so bin ich nicht unterwegs, da ich altersgemäß etwas mehr Komfort brauche und das bringt halt Gewicht. Aber UL oder sehr leicht und Ü60 vertragen sich sehr gut.

 

HAL

Bearbeitet von HAL23562
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  • 1 Jahr später...
vor 58 Minuten schrieb ticipico:

... und jetzt sitzt der Text richtig.

Hallo.

Ich habe gerade mal etwas geblättert und diesen Faden gefunden und ich freue mich darüber, dass es diesen gibt.


Ich bin fast neu hier im Forum und freue mich darüber, dass hier doch recht viele Menschen in meiner Altersklasse (61) sind. Derzeit bin ich (noch) fit und freue mich sehr darüber und bin dankbar dafür. 

Es sind schon viele Tipps und Anregungen gegebenen worden, die ich auch teilweise anwende. Daher möchte ich sie nicht zu wiederholen.

Etwas wichtiges für mich ist, dass ich mit mir selbst verzeihlich umgehe. Das mache ich mit anderen doch auch ("Ist ja nicht so schlimm ...", "das macht doch nichts...", "wer weiß für was es gut ist ...", usw.). Nur mit mir selbst war ich eine lange Zeit in meinem Leben viel strenger.

Bei mir sind mit der Zeit noch andere Qualitäten zum DraußenSein dazu gekommen:

- Zusammensein mit anderen Menschen (muss ja nicht während des eigentlichen Laufens sein, - das mache ich meist gern allein, weil ich mich sonst zu sehr anpassen müsste).
- das gezielte Wahrnehmen, was bei mir während der Tour passiert: Denken, Fühlen, körperliches Befinden.
  Ich versuche dann, mit diesen Gratwanderungen

    -Vorurteil: "dafür bin ich schon zu alt ..." vs. "das schaff ich locker",
    -Motivation: "das ist doch ganz toll, was ich tue ..." vs. "warum mache ich das überhaupt?"
    -Selbstwahrnehmung: "Ich kann nicht mehr" vs. "eine Schaufel geht noch..."
    -u.v.a.

bewusst umzugehen. Häufig gelingt es mir. Und dann sorgt meine Intuition automatisch dafür, dass ich mich bei einer mehrtägigen Tour die meiste Zeit wohlfühle.

Denn eigentlich geht es mir nur um das BEWUSSTE WOHLFÜHLEN, sei es beim Laufen oder in anderen Situationen.

Klaus

Bearbeitet von ticipico
Text richtig zugeordnet
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Der thread war mir auch entgangen, danke fürs rauskramen...

Wenn "Leistungsgrenzen" in einem Satz mit "Alter" genannt werden, scheint das auf den ersten Blick ne gewisse Logik zu haben. Nach meiner Meinung trifft das aber in erster Linie auf Leistungssportler zu, und natürlich auf obere Alters"randbereiche" (Grenzbereich Todeszone 8-)).

Ansonsten spricht nix dafür, warum man im "Alter" nicht genau so leistungsfähig sein soll wie früher; Voraussetzung dafür ist allerdings sich im Alltag sportlich nicht hängen zu lassen und ein, sagen wir mal wöchentliches, Bewegungspensum mit gewohnter Intensität durchzuziehen (s. das oben angeführte Beispiel von Bastis Chef).

Mir ist klar dass es jüngere gibt, die fitter sind als ich; die gab es schon immer, es gab auch schon immer ältere, die fitter sind als ich; interessant ist doch nur der Vergleich mit mir selbst.

So kann ich dank regelmässiger Radleinheiten in gewohnter Umgebung, wo mich keine neuen Eindrücke vom starren Blick auf den Tacho abhalten, sagen, dass ich mit 60 so fit bin wie mit 44; d.h. so fit wie ich es mir mit 20 nie hätte träumen lassen.

Und dann gibts bei Urlaubsunternehmungen auch keine Überraschungen, das irgendwas nicht mehr so geht wie früher.

Aber Stillstand ist Rückschritt, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

 

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oh, schon ein jahr her, ist ja ein kurzweiliges forum!

da ich grade eine wintertour entgegen meiner schlenkermentalität doch eher akribisch am planen bin, nachdem ich feststellte, dass die lawinensichere variante von hütte zu hütte bei 8:30 sommergehzeit läge, würde ich jetzt grade auch anders antworten:

9 kg tragen sich mit nem crux leichter als mit nem ul-pack, muss man also vom gewicht runter.

und wenn ich mir andererseits überlege, was der ü80 kollege mit den beiden hüftgelenken, u65 gewichtsklasse, so als tagesrucksack beim täglichen sommerausflug dabeihatte (nämlich gefühlte 10 kg an pausenmaterial), ohne dass es ihn beeinträchtigte ... der joggt, fährt rad, gärtnert, raucht nicht. da könnte was dran sein.

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