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Ultraleicht Trekking
SouthWest

[IT] Abruzzen / Mittelitalien April 2018

Empfohlene Beiträge

In diesem Faden möchte ich von meiner diesjährigen Tour in Mittelitalien berichten.

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Italien ist ja für Trekkingfreunde eher ein schwieriges Land. Die Markierungen sind vielfach unzureichend, die Karten oft ungenau, die Wege häufig anspruchsvoll. Mangelnde Fremdsprachenkenntnisse der dortigen Ureinwohner, die Hitze im Sommer, schlechte Infrastruktur, der Mangel an Informationen, und die Entfernung von Deutschland machen es nicht leichter. Vom Aostatal und den Dolomiten jetzt vielleicht mal abgesehen wird man selten jemanden finden der in Italien wandern geht. Auch die Italiener tun das kaum. Die fahren ja alle ans Meer.

Dies hat aber auch alles ungemeine Vorteile: Wenn man sich auf das Abenteuer einlässt, dann wird man dort fast alleine unterwegs sein.

Das tolle an Italien sind auch die überall sichtbare uralte Kulturlandschaft und das fantastische Essen.

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Diese Vorteile habe ich in den letzten Jahren für mich entdecken können. Zunächst habe ich in mehreren Jahren alle Abschnitte der fantastischen GTA kennengelernt. Obwohl diese nun immer beliebter wird (was auch gut ist) kann man dort noch fast alleine durch grandiose Berglandschaft wandern und die geschichtlichen und kulinarischen Highlights geniessen.

Die Abruzzen wiederum waren mir bis vor kurzem auch fremd. Kaum ein ausländischer Tourist wagt sich dort hin, obwohl es dort eine grandiose Hochgebirgslandschaft zu sehen gibt. Schroffe Felswände, bewirtschaftete Hochflächen, kahle Bergkuppen, tief eingeschnittene Täler, enge Canyons, Wasserfälle und kleine Seen. Relativ selten findet sich die unangenehme Seite der Zivilisation: Appartements, Hotels und Skilifte, die in den Alpen so viel Unheil angerichtet haben. Fast das gesamte Gebirge steht unter strengem Naturschutz. Das ist in der Landschaft auf angenehme Weise spürbar.Edited-01717.jpg.125fb0719a47274414c240859c98a09a.jpg

Ich bin auf der Suche nach einem Ziel für den Frühling auf die Abruzzen aufmerksam geworden. Im April musste ich zwar einen Bogen um die Gipfel machen, die noch mit Schnee bedeckt sind, jedoch konnte ich sehr schön in mittleren Höhenlagen (<1500 m) um die Gipfel herumwandern.

Um auch etwas von der Gastfreundschaft und von den kulinarischen Highlights mitzubekommen (und vielleicht auch um etwas Geld vor Ort zu lassen) hatte ich mich wie auf den letzten GTA Abschnitten dazu entschlossen, die Hälfte der Nächte in Hotels und die andere Hälfte im Tarp zu verbringen. Das hat auch super funktioniert.

bearbeitet von SouthWest

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vor 9 Stunden schrieb SouthWest:

Italien ist ja für Trekkingfreunde eher ein schwieriges Land. Die Markierungen sind vielfach unzureichend, die Karten oft ungenau, die Wege häufig anspruchsvoll. Mangelnde Fremdsprachenkenntnisse der dortigen Ureinwohner, die Hitze im Sommer, schlechte Infrastruktur, der Mangel an Informationen, und die Entfernung von Deutschland machen es nicht leichter.

Das macht es doch gerade so reizvoll! :) 

Hach, Abruzzen steht auch schon sehr lange auf der Wanderliste. Hoffe, dass das noch mehr folgt und das zwar hurtig, hurtig!

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Kann ich bestätigen, letztes Jahr bin ich mit meiner Frau den Franziskus-Weg Florenz-Assisi gelaufen (sie mag es lieber kulturell, aber der Weg ist ein guter Kompromiss zwischen Pilgerweg und Trail :-D), tolle Landschaften und unglaublich freundliche Menschen. Hinsichtlich der Sprachbarriere waren ein paar Wochen Duolingo-App italienisch sehr hilfreich, auf dem Land sprechen höchstens ein paar jüngere Leute Englisch. 

Dass es die Italiener nicht so mit dem Wandern haben kann ich allerdings bestätigen, fast alle anderen Wanderer, die wir getroffen haben waren deutschsprachig und ein Neuseeländer :grin:, was man auch bei der Ausrüstungsbeschaffung beachten sollte, Gaskocher wäre uns fast zum Verhängnis geworden.

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Zunächst ein paar Infos zur Anreise und Logistik.

Anreise

Die Abruzzen erreicht man recht einfach von Rom aus. Alternativ bekommt man vielleicht einen Flug nach Pescara an der Ostküste, von wo aus es noch näher ist. Von Rom (Busbahnhof Tiburtina) ist man dann mit dem Bus in weniger als 2 Stunden in l'Aquila oder Sulmona, den zwei grösseren Städtchen in den Abruzzen, die sich gut als Ausgangspunkt für eine Abruzzentour eignen.

L' Aquila, die Hauptstadt der Region, bietet sich als Ausgangspunkt für den nördlichen Teil der Abruzzen an. Es ist (war) ein sehr schöner Ort, der vielen vielleicht nur durch das Erdbeben in 2009 bekannt ist. Die unzähligen Sehenswürdigkeiten im Stadtzentrum (Kirchen und Fresken aus dem Mittelalter, der Renaissance und dem Barock, charmante Innenhöfe, Arkaden, Herrenhäuser und anderes) sind teilweise zerstört worden und nach dem Erdbeben noch nicht wieder aufgebaut oder restauriert worden. Die Spuren des Erdbebens sind im Stadtzentrum noch immer überall offensichtlich. Da noch viel hinter Baugerüsten versteckt ist und überall Kräne herumstehen, lohnt sich ein längerer Aufenthalt im Moment wohl nur eingeschränkt.

Busverbindungen von Tiburtina gibt es mit TUA oder nach l'Aquila auch mit Flixbus.

Versorgung mit Gas

In Italien sollte man zur Versorgung mit Gaskartuschen am besten einen Decathlon ansteuern. In l'Aquila gibt es einen, allerdings ausserhalb des Zentrums. Ich war nicht dort, habe ihn nur von der Autobahn aus gesehen. Für mich einfacher war es den Decathlon in Rum Fiumicino in Flughafennähe anzusteuern. Er ist mit Bahn (eine Bahnstation in Richtung Rom) und zu Fuss gut erreichbar (Achtung, die Position auf der Karte ist falsch. Google maps hat es richtig).

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Routenplanung

Für meine Tour habe ich mich von dem Buch Wilde Wege, stille Dörfer von Christoph Henning inspirieren lassen. Der Autor ist - wie ich - ein grosser Freund der italienischen Gastfreundschaft und Küche, und hat eine Tour in 20 Tagesetappen quer durch die Abruzzen zusammengestellt. Die Etappen werden recht detailliert beschrieben (was wichtig sein kann) und führen auf Pfaden, Feld- und Wiesenwegen, kleinen Sträßchen und teilweise auch querfeldein von fester Unterkunft zu fester Unterkunft. GPS Wegpunkte gibt es per Download, was zusammen mit Navigation auf dem iPhone (Gaia GPS) extrem hilfreich war.

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Ich fliege nach der Arbeit am Abend nach Rom. Der Rucksack mit ein wenig Proviant für drei Nächte im Shelter war nagelneu und hatte Handgepäckabmessungen (siehe auch hier).

Leider komme ich zu spät an um noch schnell bei Decathlon Gas zu kaufen. Deshalb habe ich in Fiumicino, im Auto 5 Minuten vom Flughafen entfernt, ein Zimmer für die Nacht gemietet. Ich lasse mich abholen, da ich faul bin. Ein kleiner, klappriger Chevrolet und der ständig per Whats-App mit seiner Kollegin kommunizierende Fahrer bringen mich zur Unterkunft. Ansonsten hätte man auch den Zug in Richtung Rom zur nächsten Station Fiumicino Parco Leonardo nehmen und dann noch 15 Minuten laufen können. Die hilfsbereiten und  freundlichen Gastgeber bestellen mir noch eine Pizza beim Lieferservice, welche ich auf einer netten Terrasse noch vor dem Schlafen verspeise. Um auf die Mindestmenge für eine Lieferung 10 Eur zu kommen, muss ich dazu noch 2 Bier mitbestellen und trinken. Da muss ich halt durch ... ;-)

Am nächsten morgen laufe ich nach einem guten Frühstück in 20 Minuten zum Decathlon. Man muss dabei an einer Abfahrt eine Autobahn überqueren. Das funktioniert auf schmalen Fusswegen am Rande der Fahrbahn gut. Von dort kommt man dann recht schnell (wieder zurück über die Autobahn) zum Bahnhof, von dem alle Stunde ein Zug nach Rom fährt.

Im Rom Tiburtina angekommen esse ich was in einem Restaurant und nehme dann einen Flixbus nach l'Aquila. Die Fahrtzeit war glaube ich etwa 1h30 ohne Zwischenstopp. Die Besichtigung von L' Aquila hebe ich mir für einen späteren Besuch auf und nehme (da es an dem Tag keinen Bus mehr gibt) ein Taxi nach San Demetrio ne'Vestini, dem Startpunkt.

Um 15h30 Uhr laufe ich los. Ich will noch bis zum Abend ein wenig vorankommen. Sehr schnell taucht man ein in eine stille italienische Landschaft mit blühenden Bäumen und Büschen, kleinen Pfaden und zwitschernden Vögeln. Unterwegs kreuzt man den "Tratturo Magno", eine breite Schafautobahn auf der Jahrhundertelang riesige Schafherden zwischen den Abruzzen und Süditalien hin- und hergeführt wurden. Die Wanderschäferei war früher der Grund für einen relativen Wohlstand der Region.

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Hochplateau

Auch an alten römischen Ruinen kommt man vorbei. Kein Mensch ausser mir schaut sich die an.

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Die Ruinen von Peltuinum

Die Landschaft ist ersteinmal noch nicht besonders spektakulär. Am Horizont sieht man die schneebedeckten Berge. Die Wegbeschreibung führt an einer Stelle über einen Weg der inzwischen ziemlich stark überwachsen ist. Leider spielen Brombeerranken dabei eine nicht unbedeutende Rolle. Meine Beine und Arme werden ziemlich zerkratzt. Am abend frage ich an einem Haus nach Wasser (Brunnen gab es in diesem Teilabschnitt in den Dörfern kaum) und fülle meine Faltflasche auf. Dann steige ich auf schönem Pfad noch auf 1053 m auf, wo ich etwa am höchsten Punkt kurz vor dem Ort Bominaco und kurz vor Sonnenuntergang ein schönes Plätzchen für die Nacht finde.

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Camp 1

Statistik:

4 Stunden Gehzeit inklusive Pausen
+550m, -185m

 

bearbeitet von SouthWest
Statistik

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Kleine Ergänzung zur Gasversorgung:

In Florenz blieb uns am Ende tatsächlich nur der Decathlon am Ar.... der Welt, wobei selbst der nur ein paar Kartuschen vorrätig hatte. Wer in Rom noch touristische Ziele besucht kann sich aber auch in der Innenstadt eindecken: Der Montura Shop liegt sehr innenstädtisch in der Nähe des Trevi Brunnens und Campo Base in Vatikannähe führt ebenfalls eine Auswahl Gaskartuschen. Wir haben allerdings eh nicht viel gebraucht, da der Reiz einfach unterwegs essen zu gehen in Italien einfach zu hoch ist :-D. Beim nächsten mal werde ich wohl auf Spiritus umschwenken, pinkfarbenen 90% Alkohol gibt es in jedem Dorfladen.

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Die Nacht war frisch (Raureif am Tarp) und etwas feucht (Tau auf dem Quilt). Ich starte also am morgen eher langsam, und in der Sonne trocknet alles dann innerhalb von 30 Minuten.

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Aussicht auf den Monte Sirente

Nach 20 Minuten erreiche ich das Örtchen Bominaco. Hier gibt es ein tolles Highlight: Die beiden Kirchen San Pellegrino und Santa Maria Assunta. Der Eingang ist verschlossen, aber da hängt ein Schild mit einer Telefonnummer, die man anrufen kann wenn man die Kirchen besichtigen will. Und das lohnt sich. Man bekommt eine Privatführung (auf italienisch ...) und bekommt wunderbare Beispiele der mittelalterlichen Kunst. Insbesondere die Kirche San Pellegrino begeistert mich mit der kompletten Ausmalung mit Fresken. Das erinnert an die Sixtinische Kapelle. Nur dass man sich dort die Kapelle mit tausenden anderen Touristen teilen muss. Hier habe ich alles für mich alleine. Leider darf ich drinnen nicht fotografieren. Einen deutschen Wikipedia Eintrag zu der Kirche gibt es nicht, aber ein paar Bilder kann man sich auf dem italienischen Wiki anschauen.

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Detail an der Aussenfassade

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Aussenansicht Santa Maria Assunta

Das nächste Teilstück der Wanderstrecke ist schon wieder total überwachsen. Ich werde ziemlich verkratzt. Nach 30 Minuten ist der Teil aber überstanden. Es geht von Dorf zu Dorf über Feldwege und querfeldein über Wiesen. In fast jedem Dorf trinke ich einen Espresso und esse ein Toast mit Käse und Schinken (lecker!).

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Hochebene von Navelli 

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Olivenbäume

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Ort unterwegs

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Ort unterwegs

Am abend steige ich dann ein paar Hundert Meter auf ich Richtung Forca di Penne. Angeblich gibt es kurz vor der Höhe einen Brunnen an dem ich meinen Wasservorrat für die Nacht auffüllen will. Erst nach einigem Suchen finde ich diesen Brunnen tatsächlich.

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Aufstieg auf einem schönen Pfad nach Forca di Penne

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Brunnen

Ich finde ein recht ebenes Plätzchen für die Nacht und baue im schönen Abendlicht mein Shelter auf.

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Camp 2

Am abend merke ich dass mein linker Fuss ziemlich weh tut. In den nächsten Tagen wird das nicht mehr weggehen. Es tut beim schnellen laufen auf guten Wegen (mit grossen Schritten) weh, währen langsameres Wandern auf schwierigeren Pfaden kein Problem ist. Die Tour bietet einen Mix aus allen Konditionen. Der Schmerz nervt etwas, aber es lässt sich gut damit leben.

Statistik:

9.5 Stunden Gehzeit inklusive Pausen
+996m, -1073m

 

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Am nächsten morgen scheint schon wieder die Sonne. Ein weiterer wunderbarer Tag beginnt.

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Ich habe heute nicht vor weit zu gehen um erst einmal zu sehen was der Fuss so macht. Es geht weiter durch hügelige, sehr schöne Landschaft mit toller Aussicht in alle Richtungen. Nach drei Stunden erreiche ich  Pecosanonesco Vecchio (das zweite Bild im ersten Beitrag). Dort nehme ich den Bus nach Torre de'Passeri, weil es erstens am Nachmittag viel zu heiss für mich ist und weil ich dort zweitens die romanische Kirche San Clemente a Casauria besichtigen will, ein weiterer Höhepunkt der Baukunst. Der Busfahrer nimmt mich auch ohne Busticket mit (hätte man am Kiosk kaufen müssen, im Bus gibt es keine), fährt mich bis zur Kirche (die nicht auf der Busroute liegt) und erzählt mir alles über die lokalen Spezialitäten und was ich alles unternehmen könnte. Leider habe ich dann aber Pech und die Besuchszeiten für die Kirche sind nur vormittags ... :-( Da ich heute nicht mehr weitergehen will vertreibe ich mir den Nachmittag in dem Ort (der nicht viel bietet). Viel fotografiert habe ich heute auch nicht.

Statistik:

3.5 Stunden Gehzeit inklusive Pausen
+99m, -486m

bearbeitet von SouthWest

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Die geschlossenen Kirchen sind uns auch aufgefallen, aber so konnten wir die italienische Mentalität schätzen lernen: Als wir "in the middle of nowhere" vor einer geschlossenen Kirche standen schleppte uns kurzerhand der örtliche Postbote (!) zum Pfarrhaus und der ca. 80 jährige Pastor tapperte im original Don Camillo Outfit mit uns zurück und es gab noch ein Privatführung (von der wir wegen rudimentärer Sprachkenntnisse höchstens 10% verstanden haben).

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@schrenz Schöne Anekdote. Passt wirklich genau zu dem was ich so kennen gelernt habe! Überall gibt es tolle kulturelle oder historische Highlights und die Leute die dort leben sind natürlich auch stolz darauf.

Natürlich ist nicht alles in Italien so überlaufen wie Pisa und Florenz. Man ist dann in kleineren unbekannteren Orten um so mehr froh einem Touristen mal was zu zeigen. Wer Sprachkenntnisse hat ist natürlich klar im Vorteil in solchen Situationen. Aber auch ohne klappt es immer irgendwie.

bearbeitet von SouthWest

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In Torre de'Passeri habe ich übrigens in der einzigen Unterkunft geschlafen die es dort zu geben scheint.

Mit 178 m liegt der Ort recht niedrig und die relative Hitze am Nachmittag war deshalb gestern schon fast zu viel für mich. Obwohl Temperaturen um 20 Grad ja eigentlich perfekt sind. Aber in der prallen Sonne auf schattenlosen Wegen zu wandern macht mir mehr Spass bei kühleren Temperaturen. Deshalb stehe ich früh auf um kurz nach Beginn der Morgendämmerung schon unterwegs sein zu können. Ein Frühstück gab es hier nicht, was gut ist, denn sonst wäre ich erst später losgekommen.

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Wein wächst hier (insbesondere Montepulciano d'Abruzzo)

Der kleine Ort Bolognano ist interessant für Kenner der modernen Kunst. Joseph Beuys hat hier viel Zeit verbracht und verschiedene skurrile Kunstgegenstände und Museen im Örtchen erinnern daran.

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Bolognano

Die Wanderung geht weiter durch schönes Kulturland.

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Man taucht auch öfter mal in den Wald ein und kommt in eine Landschaft wo die kleinen Flüsse Orta und Orfento relative tiefe Canyons gegraben haben. Hier ist es etwas schattiger. Kurz vor dem Tagesziel Caramanico Terme kann man zum Fluss hinabsteigen und dort sehr schön in Canyon wandern. Dort habe ich viel Zeit mit Fotografieren verbracht.

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Schöner Pfad in der Orfento Schlucht

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Zu mittag bin ich dann im Ort Caramarico Terme. Es ist eine Art Kurort mit Termalquellen. Im April hat das alles aber noch zu, es ist schön ruhig, sogar am heutigen Sonntag. Ich esse lange und lecker in einem Restaurant zu mittag (fast der einzige Gast) und gehe dann in mein Hotelzimmer. Ich bin der einzige Gast im Hotel. Hier werde ich 2 Nächte schlafen.

Im Ort gibt es eine Bar in der sehr gutes Craft Bier ausgeschenkt wird. Da kann man schon ein paar Stunden zubringen :cool: Normalerweise ist Bier in Italien entweder eher langweilig oder schlecht. Das hier ist eine grosse Ausnahme. Und sowas hätte ich hier am A#$%h der Welt auch nie erwartet.

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Hier noch ein bisschen Abendstimmung im Ort:

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Caramarico Terme

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Caramarico Terme

Statistik:

7 Stunden Gehzeit inklusive Pausen
+935m, -479m

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Heute mache ich einenTagesausflug von Caramanico Terme aus in die Orfento Schlucht und ein wenig bergauf in Richtung oben. Da wo Schnee liegt.

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Diese Schlucht geht es auf- (am Hang) und dann wieder abwärts (im Grund).

Eine Variante der Tour führ auf sehr kleinen und ganz wunderbaren Bergpfaden am Steilhang entlang. Erst durch schönen Wald, ...

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... mit wunderbaren blühenden Blumen (ist ja Frühling hier) ...

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... und dann später auf lichte Bergwiesen mit schönen Aussichten:

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Von oben hat man einen sehr netten Ausblick. Man könnte hier noch weiter in Regionen aufsteigen in denen jetzt leider noch zu viel Schnee liegt. Ab Ende Mai sollte das aber sehr machbar sein, denke ich mir. Muss dringend mal wieder hierher kommen. Ich steige wieder zum Fluss ab und wandere durch den Wald wieder abwärts in Richtung Caramanico Terme. Das Wandern in diesem schönen Wald, abwechselnd mit tollen Aussichten, macht Spass: 

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Auf schönen Pfaden

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Blick talaufwärts

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Durch schönen Bergwald

Das letzte Stück geht wieder am Fluss entlang. Hier kann man die Füsse ins kalte Wasser hängen und schöne Pausen machen. Am heutigen Montag ist hier keine Sau unterwegs, während ich am gestrigen Sonntag schon einige Ausflügler (in Strassennähe) angetroffen hatte. Dies ist eigentlich eine recht bekannte Wanderung in den Abruzzen.

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Orfento Flüsschen

Nach ein paar herrlichen Stunden kehre ich ins Hotel zurück. Leider hat die Bar mit dem Craft Bier heute geschlossen :-(. Den Nachmittag verbringe ich also mit lesen und schlafen ... Beim Abendessen gibt es heute noch andere Gäste ausser mir! Sage und schreibe zwei Tische sind besetzt. Das Essen ist fantastisch ...

Statistik:

7 Stunden Gehzeit inklusive Pausen
+909m, -909m

bearbeitet von SouthWest
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