Hallo Mil,
ich war vor ein paar Jahren an Weihnachten in elChalten und bin damals neben der klassischen Fitz Roy Geschichte auch den Huemul Trek gegangen. Diesen kann ich sehr empfehlen, oftmals wird nur bis zum Passo Viento gegangen, weil der Rest "langweilig" wäre, kann ich nur widersprechen, das riesige Gletscherfeld ist auch nach Stunden noch beeindruckend und der Teil am See entlang, mit türkisfarbenen Eisbergen, Gletscherbruchkante und Bergkulisse einfach traumhaft.
Zu Deinen Fragen:
Zelt: Du siehst alle möglichen Zelte auf der Tour , vom (Weg)-Wurfzelt bis zum Hillebunker ist alles vertreten, wichtig ist die Standplatzwahl. Die Einheimischen sehen nicht Regen oder Schnee als schlechtes Wetter an sondern Wind. Wird dieser zum Sturm dann siehst du Ultraheavy Wanderer Purzelbäume schlagen. Gestandene Mannsbilder werden einfach umgeworfen.
Folglich, keine Experimente bei den Heringen, diese sollten solide sein und ordentliche Auszugskräfte haben. Bei der Standplatzwahl bist du auf Grund der Parkregeln oft an feste Plätze gebunden, diese sind einzuhalten und es wird auch kontrolliert. Vorteil der Camp sites ist, das diese immer optimalen Windschutz bieten, jedoch wenn es trocken ist dann immer noch sehr viel Gletschersand und Staub umhergeblasen wird und du im Zelt extrem viel Dreck abbekommst. Solid Inner fand ich sehr angenehm ( bin sonst auch meist mit Myog Pyramide und DIY Bivy unterwegs). Riesiger Nachteil der Zeltplätze ist, das zum einen der Boden stark verdichtet ist, du wenig bis am späteren Tage keine Auswahl mehr bei der Platzwahl hast. Wir hatten am 24.12. ,im Hochsommer!, weiße Weihnachten und als wir an das Fitz Roy Camp kamen, standen dort 20 Zelte in Pools. Wir haben einen letzten brauchbaren Platz gefunden und saßen dann 40 h im Zelt bei Schneefall und Regen. Happy end: Vormittags noch Schneefall, dann Regen,15:00 Uhr erster blauer Himmel, 22:00 Uhr alles trocken und am nächsten Tag nur mit Shirt gewandert. Das Wetter wechselt rasend schnell.
Klamotten: Ich bin fast allzeit langärmlig und immer langbeinig gelaufen, die einzige Bekleidungsänderung war Kapuze der Windjacke auf oder ab, durch die schnellen Wechsel ändert sich auch die Temperatur sehr schnell. Einmal Wind vom Gletscher und es ist eisig frisch, um die Ecke rum Windstille und Strahlungswärme von der dunklen Felsflanke.
Tyrolisien: Ich hatte für die Seilbrücke meinen Gletschergurt (loopo light) und zwei alte HMS Alu Karabiner dabei, etwas Bandschlinge und ganz wichtig mindestens 15 Meter Zip line zum Rückholen der Rolle. Stahlkarabiner war zum einen nicht notwendig, da eine Rolle da war, zum anderen halten auch Alukarabiner die paar Meter über die Seilbrücke aus, sollte die Rolle weg oder unerreichbar sein. Ich habe hier etwas Erfahrung aus dem Seilgartenbau, der Alukarabiner ist relativ schnell hinüber, aber nicht binnen 15 Meter.
Schuhe: Ich finde die Ultra Raptor von La Sportiva auf nassem Fels noch einigermassen gut. Leider zahlt man das dann auch in schnellem Verschleiß.
Brennstoff: Ich hatte damals Gas dabei und sowohl Stechdorn als auch Schraubkartuschen waren leicht, aber zu enormen Preisen erhältlich. An Spiritus kann ich mich nicht erinnern, aber da dort 90% der Touristen Zielgruppe Trekker sind gibt´s den vermutlich auch.