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Ultraleicht Trekking

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So, wie versprochen der Bericht über die kurze Wanderung auf dem Jordan Trail. Das Ganze gibt es eher in der Form einer Anleitung, als in einem Etappenreport. Die Landschaft, die Menschen, die Kultur - sprich alle Eindrücke vor Ort ließen sich sowieso nur äußerst schwer und sperrig in Worte fassen. Der Bericht dient hauptsächlich dazu, euch die Region schmackhaft zu machen und ein wenig Reisefieber zu wecken

 

Wo: Jordanien - der Trail zieht sich von Norden, nahe Um Qais an der israelischen/syrischen Grenze für 650 - 700 km (je nach genauer Route) nach Aqaba am Roten Meer. Je nach Tagespensum braucht es vielleicht 35-45 Tage.

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Quelle: https://jordanjaunt.wordpress.com/2016/12/03/about-the-jordan-trail/ (Abgerufen: 3.5.2018)

Anreise: Die Anreise per Flugzeug ist hier sicherlich am einfachsten, wobei euch der Landweg durchaus auch offen steht. Es geht entweder direkt von Frankfurt in die Hauptstadt Amman (Lufthansa - ca. 350 € Return) oder über/mit Zwischenstopp in Istanbul (Turkish Airlines). Es gibt auch die Möglichkeit nach Aqaba zu fliegen, falls der Trail von Süden nach Norden gegangen werden möchte. Vor Ort gibt es eine schier unendliche Auswahl an Taxiunternehmen, die es ermöglichen zum Startpunkt des Trails oder der jeweiligen Etappe zu gelangen. 

 

Visum: Gibt es vor Ort am Flughafen für 40 JD (entspricht ca. 45 Euro). Kann mit Karte gezahlt werden

 

Reisezeit: Am besten im Frühling oder Herbst. Die Temperaturen sind dann zwar gerade im Norden noch oder schon deutlich kühler (10 - 15 °C tagsüber) und es kann gelegentlich regnen, aber spätestens in der Wüste wäre es im Sommer eine Tortur (40+ °C). Im Frühling ließ es sich dort bei 30 °C noch einigermaßen gut wandern. 

 

Etappen: Wie Ihr dem Bild entnehmen könnt, lässt sich der Trail in mehrere Etappen einteilen - die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der Norden ist hügelig, aber nicht bergig, im Frühjahr überzogen mit Wildblumenmeeren, grünem Gras, Ziegen- und Schafherden und dem einen oder anderen Dorf . Je weiter der Trail im Süden verläuft, desto trockener, und bergiger wird es, bevor es 2 Tage hinter Petra in die Wüste geht. Diese wird dann auch bis Aqaba nicht mehr verlassen. Im Süden werden dementsprechend auch die durchlaufenden Dörfer innerhalb einer Etappe gegen 0 tendieren. Jeweils am Etappenanfang und -ende befidnet sich jedoch ein Dorf oder eine Stadt. 

 

Ausrüstung: Anbei seht Ihr eine Liste von den Dingen die ich mit dabei hatte. Bitte bedenkt aber, dass ich nur die Etappe von Petra nach Wadi Rum gelaufen bin, dementsprechend keinen Regen erwartet habe und die gesamte Wanderung geführt stattfand. Ich also auch kein Zelt "mitschleppen" musste.

--> https://lighterpack.com/r/32mmnj (meine alte Liste wurde gelöscht, deshalb z.T. nur ca. Angaben)

 

Würde ich den Trail komplett als Thru-Hike oder auch nur einzelne Region wandern, kämen noch hinzu:

- Montane 777 Regenjacke (Regen und gleichzeitiger Windschutz im Norden)

- Swingflex ( eigentlich unverzichtbar in der Wüste)

- Tarp (die meiste Zeit ist es möglich unter freiem Himmel zu schlafen, müsste dementsprechend nur selten verwendet werden; ein Zelt lohnt sich imho nicht)

(- Inner [ es gibt Schlangen und Skorpione - von denen ich allerdings keine gesehen habe. Eventuell auch gegen Sand, obwohl ich dies als kein großes Problem empfunden habe])

- Platypus (2x 2 Liter, mindestens)

 

Petra nach Wadi Rum:  Eine wahnsinnig spannende Etappe. Sie zieht sich von der alten Handelsmetropole Petra (Indiana Jones lässt grüßen) durch imposante Täler von einst reißenden Flüssen, vorbei an faszinierenden Felsformationen durch relativ karges Land. Dabei wechselt sich die Farbe des Bodes stündlich von braun über gelb und rot zu weiß. Die ersten drei Tage folgen verschiedenen Flussläufen, die zum Teil noch mit ein wenig oberflächigem Wasser gefüllt sin und dementsprechend noch ein paar Pflanzen am Leben erhalten können. Mit der Zeit wird des Gelände deutlich flacher und sandiger, wobei links, rechts und in der Ferne immer wieder Berge sich gen Himmel strecken, verläuft die Route meist dazwischen und führt letztendlich in den Grand Canyon Jordaniens. Von dort geht es über endlose Ebenen in die Wüste des Lawrence von Arabien in Wadi Rum. 

 

Geführte Tour: Nicht meine Idee, aber letztendlich eine sehr angenehme Erfahrung. Organisiert wurde die Tour von der Jordan Trail Association, die sich um die Markierung, GPS-Tracks und Instandhaltung des Trails kümmert. Die Guides ermöglichten es, mit der lokalen Bevölkerung, sprich den Beduinen in Kontakt zu kommen, ihre unglaubliche Gastfreundschaft und somit auch ihre traditionelle Gerichte zu genießen (insgesamt eine sehr tolle Erfahrung). Außerdem wird man durch die Organisatoren mit Wasser und anderen Lebensmitteln versorgt. Gerade Wasser spielt auf der Strecke Petra - Wadi Rum eine entscheidene Rolle, da es hier keine verlässlichen Quellen gibt. Hier muss sich im Voraus um entsprechende Wasser-Caches bemüht werden )siehe nächstes Kapitel).

 

Tour auf eigene Faust: Für selbstständig geplante Touren empfiehlt sich die offizielle Seite der Trail Association http://www.jordantrail.org/ Dort finden sich alle benötigten Infos bezüglich GPS-Tracks, Karten mit Routenbeschreibung, Wasserquellen im Norden, Kontakte für Wasserdrops im Süden..Im Falle, dass nur eine Etappe gegangen werden soll, empfiehlt es sich meiner Meinung nach, verpacktes Trailessen aus Deutschland mitzunehmen, da die wenigen Supermärkte vor Ort nicht unbedingt auf leichte Wandernahrung spezialisiert sind - mit Ausnahme der wohlschmeckendsten Nüsse überhaupt. 

 

Bilder: Selbsterklärend

 

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Am 3.5.2018 um 16:55 schrieb SouthWest:

Danke, mal was anderes! Sehr schön.

Fast das gleiche Canyon Bild habe ich aus den USA (Antelope Canyon). Krass.

 

das ist doch das Schöne am Reisen. die wiederkehrenden Muster, die Erkenntnis, dass die Natur überall monumentale, aber manchmal doch ähnliche Wunder geschaffen hat; und auch das wir Menschen eigentlich alle recht ähnlich sind ;)

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  • 1 Monat später...

Gern geschehen. Seine eigene Reiselust zu wecken, ist doch immer wieder etwas schönes. 

Die angegebenen Zeiten kannst du auf jeden Fall unterbieten, sofern die hohe Temperaturen in der Wüste nicht allzu viel anhaben können. Im Norden sollte die Temperaturen keine größere Rolle spielen, da ist es je nach Jahreszeit eher noch etwas frisch. Später in der Wüste kommt es ganz darauf an, ob du eine größere Pause während der Mittagszeit einlegen möchtest oder nicht.

Abgesehen von Petra, das natürlich überlaufen ist, haben wir in unseren 7 Tagen genau 2 andere Wanderer getroffen. Als überlaufen würde ich das nicht bezeichnen..

 

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  • 1 Jahr später...

Wir sind die Etappe von Dana nach Petra im Oktober 2018 in 4 Tagen und ohne Guide gelaufen. Kann mich nur anschließen, dass es eine absolut beeindruckend und gänzlich andere Hiking Erfahrung war als das was wir bisher gemacht haben. Wirklich schwer in Worte zu fassen.

Andere Hiker haben wir auch nicht getroffen und stattdessen die Einsamkeit und hin und wieder den Kontakt mit ein paar Beduinen genossen. Nur um little Petra und in Petra selbst war es dann mit den üblichen Tagestouris recht überlaufen.

Was die Organisation angeht, sofern man es ohne Guide probieren möchte, sollte man in jedem Fall ein GPS dabei haben. Trail-Kennzeichnung ist absolute Fehlanzeige und manchmal ist man selbst mit GPS am suchen.

Die zweite große Herausforderung, wenn nicht gar die größte ist tatsächlich das Wasser. Etwa auf halben Weg zwischen Dana und Petra gibt (gab?) es zumindest einen kleinen Bachlauf, der in unserem Fall auch Wasser führte. Wäre das nicht der Fall gewesen, hätten wir tatsächlich ein Problem gehabt. Davon abgesehen waren alle eingezeichneten Quellen versiegt oder wir haben sie nicht gefunden. Am besten fragt man am Ausgangspunkt in Dana im Dana Reserve Office ob jemand zu Quellen oder dem Bächleich Auskunft geben kann. Am Ausgang der Dana Schlucht gibt es dann noch ein Eco Ressort, bei dem man ein letztes mal seine Wasserreserven auffüllen kann. 

Ein Tipp vielleicht noch für little Petra. Wir hatten das Glück von einem beduinischen Besitzer eines Touri-Kaffee-Zeltes am Eingang angesprochen zu werden, ob wir nicht in seiner Höhle - ja Höhle - übernachten wollen. Wir waren zwar zunächst sehr skeptisch, haben uns dann aber doch darauf eingelassen. Die Höhle lag 200m vor little Petra in einem großen Felsblock, war mit einer Tür versperrt und im Inneren mit Teppichen und Matratzen ausgelegt. Der Besitzer hat uns dann sogar ein super leckeres Abendessen vorbeigebracht und mit uns gespeist und erzählt, bevor er wieder nach Hause ist. Nachts und auch Abends hatte man dann vom Felsblock aus einen wunderbaren Blick auf little Petra und den Sternenhimmel.

Wadi Rum im Anschluss würde ich auch noch empfehlen. Falls nicht zum wandern, dann doch zum ausspannen in einem der vielen Beduinen-Camps. 

 

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Danke für die Erfahrungsberichte JoeDoe und Murx. Den Abschnitt vom Jordantrail möchte ich gerne im Dezember laufen. Ein Garmin liegt im Keller - GPS sollte also kein Problem sein. Nur das Wasser macht mir schon etwas Sorgen. Hoffentlich schaut es in der Hinsicht im Dezember besser aus. So übermäßig viel Wasser kann ich auch nicht schleppen. 5 Liter werden ja auf der Website empfohlen, was ja schon eine Menge Gewicht ist. Noch mehr stelle ich mir schwierig vor. :wacko: 

Murx, welchen Kocher habt ihr verwendet? Die Beschaffung von Brennstoff ist bei Flugreisen ja immer so eine Sache. 

Bearbeitet von Mia im Zelt
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vor 12 Stunden schrieb Mia im Zelt:

Danke für die Erfahrungsberichte JoeDoe und Murx. Den Abschnitt vom Jordantrail möchte ich gerne im Dezember laufen. Ein Garmin liegt im Keller - GPS sollte also kein Problem sein. Nur das Wasser macht mir schon etwas Sorgen. Hoffentlich schaut es in der Hinsicht im Dezember besser aus. So übermäßig viel Wasser kann ich auch nicht schleppen. 5 Liter werden ja auf der Website empfohlen, was ja schon eine Menge Gewicht ist. Noch mehr stelle ich mir schwierig vor. :wacko: 

Murx, welchen Kocher habt ihr verwendet? Die Beschaffung von Brennstoff ist bei Flugreisen ja immer so eine Sache. 

Hi Mia, wir hatten den EOE Lithium dabei und haben in Amman nach einigem Suchen auch tatsächlich eine Schraubkartusche gefunden. Wo genau, müsste ich allerdings nochmal scharf überlegen. Ich meine es war in einem Mini Elektro/Werkzeug/Allzweck-Laden an einer der "Hauptstraßen" im Zentrum. Allerdings haben wir zum kochen auch nur heißes Wasser benötigt, da wir Tütenfutter dabei hatten. Eine kleine Tasse zum erhitzen hat dann gereicht. 

Ansonsten gab's in Amman auf dem Markt noch getrocknete Früchte und Nüsse die wir uns zusammengestellt haben. Sehr zu empfehlen und außerordentlich lecker, wie JoeDoe ja schon angemerkt hat und auch gut geeignet um sich bei dem ein oder anderen Beduinen für die Gastfreundschaft zu bedanken.

Wir waren übrigens zu zweit unterwegs und sind die ersten beiden Tage mit 5 bzw. 6 Liter Wasser gelaufen. Grenzwertig vom Gewicht, aber absolut notwendig mMn, zumal wir ja Tütenfutter dabei hatten und das Wasser zum erhitzen brauchten. Auf waschen und zähneputzen haben wir verzichtet - Wasser lernt man sehr schnell schätzen und nutzt es für die wesentlichen Dinge. Nach der Hälfte des Trails geht es dann aber einigermaßen bergauf mit der Versorgungslage. Zumindest gibt es dann einige Anzeichen von Zivilisation, die einem zur Not aushelfen können und ab little Petra ist man sicher unterwegs. 

Wasser kann auf dem Trail allerdings auch ins Gegenteil umschlagen - sollte Regen "vorhergesagt" sein, sollte man den Trail wegen Sturzfluten tunlichst meiden. Es geht teilweise durch enge Flussbetten. Das wird dann wirklich gefährlich. Gerade mal 2 Wochen nach unserer Wanderung wurde Petra überflutet. Da gibt's ganz imposante Videos dazu auf YT aus 11/2018.

Aber lasst euch davon nicht abhalten, den Trail zu gehen. Er ist wirklich toll, wenn man weiß auf was man sich einlässt und wie gesagt auch ohne Guides machbar, auch wenn es einige Herausforderungen gibt, die nicht ganz ohne sind.

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Klingt super, wenn ihr sogar eine Gaskartusche mit Schraubverschluss gefunden habt. Wenn dir irgendwann noch genauere Infos zum Laden einfallen, freue ich mich über Mitteilung. Diese grobe Information hilft aber auch schon weiter. 

Hmmm...Nüsse. Die kaufe ich dort gerne ein! 

Zu zweit wollen wir auch gehen. Du meinst bestimmt 5-6 Liter Wasser pro Person? Aufs waschen kann ich problemlos ein paar Tage verzichten, aber aufs Zähne putzen nicht. Karies muss ich nicht als Urlaubssouvenir mitbringen. :ph34r: Aber dafür reichen mir zwei-drei Schlucke Wasser. 

Hoffentlich passiert dies nicht. Das wäre echt blöd, wenn sowas genau in der Zeit passiert. 

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Ja genau, 5-6l Wasser pro Person waren das.

Den Laden hab ich leider nicht mehr genau gefunden, aber ich meine er müsste irgendwo im unten rot eingezeichneten Bereich gewesen sein. Also K.Talal Street oder Quraysh St. Das sind die beiden "Hauptstraßen" im Bereich zwischen al-Husseini-Moschee und dem Nationalmuseum. Der Laden war in jedem Fall auf der rechten Straßenseite, wenn man aus Richtung Nationalmuseum kommt. Nagel mich nicht drauf fest, aber ich dass ist das was ich noch grob zusammenbekomme - schon erschreckend wie schnell man Details nicht mehr wiederfindet :)

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