Neuseeland hat eine hervorragende touristische Infrastruktur und sehr viele wunderschöne Wanderwege und Attraktionen, die recht gut frequentiert sind. Dies lässt bei dem ein oder anderen trügerische Sicherheit aufkommen. Also sprich, da machen sich teils Leute auf den Weg, die zuvor noch nie Wandern waren (deren längste Tour bis dahin war vielleicht von der Haustür bis zum Briefkasten) und dann völlig überfordert sind.
Extrem fand ich es auf beim Tongariro crossing, wo ja täglich schon mal über 1000 Menschen unterwegs sind. Nach 3km kamen wir an einer übergewichtigen Deutschen vorbei, die bereits einen Kreislaufkollaps hatte. Ich behaupte mal, dass sie schon sehr lang nicht mehr 3km an einem Stück gelaufen war und wollte dann eine ca. 20km lange Bergtour machen ... Etwas später kurz vor den Schwefellöchern und -seen wird es etwas steiler. Da war ein deutsches Mädel, das einen Nervenzusammenbruch hatte, da sie mit dem Weg völlig überfordert war (evtl auch Höhenangst). Ein Stück hin geht es eine etwas steilere Geröllpiste runter, wo dutzende heulende asiatische Mädchen im Hello Kitty Outfit anzutreffen waren. Wir hatten sogar eine Gruppe Jugendlicher gesehen, die mit Flip-Flops unterwegs waren. Unbegreiflich!
Und solche Menschen sind teilweise auch auf anderen Wegen anzutreffen, überhaupt nicht richtig ausgerüstet, nicht auf Wetterumschwünge vorbereitet (in den Höhenlagen kann es da auch mal im Sommer schneien bzw. sehr kalt werden), keinerlei Orientierungsvermögen in der Natur und da muss man sich über Unfälle nicht wundern. Deshalb gibt es an bestimmten Wanderwegen viele ausdrückliche Warnhinweise, die vom Vorhaben abraten. Das hatte uns damals auch immer wieder irritiert und an unseren Vorhaben zweifeln lassen. Aber letztlich war es für uns nie ein Problem und waren froh, dass wir uns nicht abbringen lassen haben.
Für Jemanden, der schon mal wandern war, halbwegs ausgerüstet ist (also z.B. nicht mit Flip-Flops loszieht), ggf schon mal die ein oder andere Nacht draußen verbracht hat und gesunden Menschenverstand und Selbsteinschätzung mitbringt, der sollte da sehr gut klar kommen. Und gerade jemand, der schon mal in den Pyrenäen unterwegs war. Da würde ich mir wirklich keine Gedanken machen und verunsichern lassen.