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Ultraleicht Trekking
Monkeybomb

Faire Produktion bei Outdoor-Ausrüstung

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Liebe Community

Ich habe mich die letzten Jahre intensiv mit dem Thema UL beschäftigt und meine Ausrüstung gewichtstechnisch laufend reduziert. Nachdem ich die drei von vier schwersten Ausrüstungsgegenstände durch UL-Varianten ersetzt hatte, beschäftige ich mich nun mit dem Schlafsack.

Dabei stiess ich auf den in der Szene hochgelobten Schlafsack Cumulus Lite Line 400. Nun interessiert mich auf der einen Seite natürlich den Preis sowie die Leistung, welche beide sehr gelobt werden. Auf der anderen Seite hat für mich die Art und Weise der Produktion, also unter welchen Herstellungs- und Arbeitsbedingungen ein Produkt hergestellt wird, ebenfalls hohe Priorität.

Ich will hier nicht den Klugscheisser markieren, ich frage mich nur, inwiefern ich beim Kauf eines solchen Schlafsacks davon ausgehen kann, dass dieser fair produziert wurde. Ich habe gehört, dass die für die Daunengewinnung verwendeten Gänse in Polen aufs Übelste gequält werden und ihnen die Federn bei lebendigem Leibe ausgerissen werden. Wie ist diesbezüglich eure Meinung dazu? Muss ich davon ausgehen, dass dies stimmt?

Als Schweizer informierte ich mich nach landeseigenen Alternativen, musste aber herausfinden, dass unsere eigenen Firmen wie Exped und Mammut ebenfalls mit dem Thema konfrontiert sind (gemäss Recherchen von Tierschutzorganisationen). Das bedeutet, man kann auch bei teuren Label-trächtigen Produkten nicht wirklich sicher sein, ob diese fair produziert wurden.

Ich möchte mich nicht in einen Schlafsack einkuscheln, bei dem ich befürchte, dass dieser unter widrigsten Bedingungen hergestellt wurde...

Wie handhabt ihr das? Sorry für diesen unangenehmen Post, aber mich beschäftigt das Thema grad enorm, denn der Schlafsack wäre ja gewichts- und leistungstechnisch ideal :-)

 

LG aus der Schweiz

Monkeybomb

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vor 1 Minute schrieb Monkeybomb:

man kann auch bei teuren Label-trächtigen Produkten nicht wirklich sicher sein, ob diese fair produziert wurden.

das ist so. teurere produkte sind nur teurer.

am einfachsten fragst du mal bei cumulus nach, wie denn deren herstellungsbedingungen sind.

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vor 34 Minuten schrieb derray:

Will man einen cuin-Wert von über 650 (manche sprechen auch von 700) geht das nur mit Lebendrupf.

Patagonia hängt sich schon ziemlich rein in die Nachweisbarkeit ihrer Daunen, und die verarbeiten 800 er.

Die meisten anderen mauscheln mehr oder weniger rum, die besseren berufen sich auf Verträge mit den Produzenten (welche besser oder schlechter kontrolliert werden), andere machen lieber keine offiziellen Angaben.

Ich denke, oberhalb von 800er wirds prinzipiell heikel.

 

Edit:http://down.four-paws.org/

bearbeitet von paddelpaul

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Merci vielmals für eure Antworten!

Ich habe dem Hersteller diesbezüglich geschrieben und warte nun eine Stellungnahme ab. Dies werde ich dann hier posten.

Laut Homepage verwenden sie für ihre Schlafsäcke einen Wert von 700cuin. Nun würde mich ebenfalls sehr interessieren, woher du (derray) diese Info hast. Dies würde ja bedeuten, dass die Firma Cumulus die Gänse lebendig rupfen lässt.

Könnt ihr mir denn einen guten Kunstfaser-Schlafsack empfehlen, der ähnliche Werte beim Preis/Leistungsverhältnis hat? Darf auch etwas mehr kosten, aber nicht grad doppelt so teuer sein.

Jedenfalls danke euch allen für die aussagekräftigen Feedbacks!

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Zitat

"

vor einer Stunde schrieb Monkeybomb:

hat für mich die Art und Weise der Produktion, also unter welchen Herstellungs- und Arbeitsbedingungen ein Produkt hergestellt wird, ebenfalls hohe Priorität.

dann solltest du keinen Schlasa mit Gänsedaunenfüllung (egal wieviel Cuin) kaufen.
nimm doch 80/20 Ente.
"Während die Federn und Daunen bei Enten ausschließlich nach der Schlachtung entnommen und verwendet werden"

http://www.tierschutzbund.de/verbrauchertipps-federn-daunen.html

 

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Cumulus hat das selber verfasst. Zu erst als Email an einen ODS-User, der diese dann veröffentlicht hat. Dann später auch öffentlich auf der eigenen Homepage. Das war wohl auch der Grund, warum es eine Zeit lang die Wahl zwischen zwei Daunenarten gab, 850 und 700 cuin. Heute haben die Schlafsacklinien unterschiedliche Daunen: Tenequa 700 (850 cuin),  Mysterious Traveller 700 (700 cuin).

Generell zu Lebendrupf vs. Totrupf:
1. Woher die Daunen tatsächlich kommen und wie sie gewonnen werden ist für die Hersteller in den meisten Fällen nicht nachvollziehbar. Es gibt zu viele Unter- und Zwischenhändler.
Siehe dazu auch Patagonia-Skandale Daunen und Museling


2. Es gibt auch bei der Gewinnung von von Totrupfdaunen eine Zwickmühle: Diese Daunen sind auf dem Markt weniger wert, da schlechtere Leistung. Dadurch lohnt sich eine Haltung von Gänsen für nur ein einziges Rupfen und etwas Fleisch meistens nicht. Das bedeutet, das auch die Daunen, die durch Totrupf gewonnen werden, von Gänsen stammen, die schon vorher lebend gerupft wurden und/oder für Stopfleber gequält werden.

 

Gute Kunstfaser Schlafsäcke:
Mountain Hardwear Lamina ud Hyperlamina Serie
Kufa Quilts: As Tucas, enlightened equipment, ...

mfg
der Ray

bearbeitet von derray

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germantourist schwört ja auf kufa. für winter hat sie auf ihrer gearliste den "Enlightened Equipment Prodigy 15 F" mit 992g.

generell ist kufa bei selber iso-leistung aber immer noch schwerer als daunen, da führt z.z. nichts dran vorbei.

bearbeitet von dani

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Merci derray für den schockierenden Beitrag! Der Lamina ist aber extrem schwer :( so ein 2kg-Ding hab ich schon von Kaikkialla... 

Ich schau mal nach der Entendaune oder auch in Richtung Kunstfaser mit Inlett oder so.

Bin gespannt auf die Antwort von Cumulus.

@dani: den germantourist schau ich mir auch noch gleich an.

 

 

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Was ist denn von dieser Aussage von Vaude zu halten?

Zitat


RDS: Mit dem Responsible Down Standard (RDS) stellt VAUDE sicher, dass die in den Produkten verwendeten Daunen oder Federn ausschließlich von tierschutzgerecht behandelten Gänse, Enten oder anderen Wasservögeln stammen. Er schließt Praktiken wie Lebendrupf und Stopfleberproduktion ausdrücklich aus. Der RDS wird von der unabhängigen Organisation Textile Exchange vergeben und ermöglicht Vaude die lückenlose Nachverfolgung der Daunen und Federn über die gesamte Lieferkette.

 

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vor 2 Stunden schrieb Ansgar:

Hab seit kurzem einen AsTucas Quilt, wiegt unter 700 Gramm mit Apex 200.

Ist ordentlich warm, konnte ihn noch nicht im Winter testen aber traue ihm einiges zu... 

Ich halte die Temperaturangaben bei den As-Tucas-Quilts für ziemlich optimistisch. Hier mal der Vergleich mit den Angaben von Enlightened Equipment für den Prodigy, die Umrechnungen zwischen metrischen und amerikanischen Einheiten sind leicht gerundet:

133 g/qm, 4 oz/sqyd: AT (As Tucas): 5°C, EE (Enlightened Equipment): 40°F/5°C

166 g/qm, 5 oz/sqyd: AT: 0°C

200 g/qm, 6 oz/sqyd: AT: -5°C, EE: 30°F/-1°C

266 g/qm, 8 oz/sqyd: EE: 20°F/-6°C

 

 

bearbeitet von Milchmann

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Die Hyperlaminas sind toll. Ich habe den Spark, der ist TComfort +5 und wiegt knapp 800g in Reg. Und das Packmaß ist auch ein Traum. 

Alles bis um die 0 Grad kann meiner Meinung nach gut mit KuFa abgedeckt werden, das geringere Untergewicht und Packmaß eines Daunenschlafsacks rechtfertigt für mich nicht, Daune vorzuziehen.

Cumulus ist ohnehin nicht so billig, die Preise haben angezogen und sind für Direktvertrieb jetzt auch nicht immer ein Kracher.

Ab -5 bzw richtig kalte würde ich Daune wohl vorziehen, vor allem,wenn ich diese tragen muss.

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Übrigens glaube ich, dass die Industrie in einer Zwickmühle ist. Korrekte Daune wird es nicht geben, am Ende stirbt das Tier in einer industriellen Gesellschaft. Zu behaupten, man würde ja "nur" Totrupf verwenden, weil die Daunen eh übrig sind, ist auch nur Schönreden!

bearbeitet von Dingo

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So, ich hab eine Antwort von Cumulus erhalten. Obwohl die HP und das Feedbackformular auf deutsch war, konnte man mit meiner in deutsch geschriebenen Anfrage nichts anfangen und bat mich, nochmals auf englisch zu schreiben :-P

Mal schauen ob sie mit der Google-Übersetzung was anfangen können ;-)

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Generell kann Daune nicht fair zu den Vögel sein, dann würden sie ihre Federn behalten und auch keine Federn als "Abfallprodukt" der Fleischindustrie hergeben.

Dennoch macht es einen Unterschied ob der Schlafsack z.B. mit fairen Löhnen produziert wird. Das würde ich eher unter fair verstehen.

 

 

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Der Responsible Down Standard wurde von TNF initiiert, wohl auf Antwort auf den ähnlichen Standard von Patagonia, und kostenlos an andere Daunen-verarbeitende Firmen gegeben. Mountain Equipment hat noch den Down Codex der interessant ist. Ich denke das sind alles sehr positive Entwicklungen die mehr Licht ins Dunkle bringen, den Kunden aufklären, die Firmen zur Verantwortung ziehen und sich dafür einsetzten das es den Tieren besser geht. 

Ich war beim Launch vom RDS vor einigen Jahren in München dabei, dort wurden die Daunen Fabriken et al. gezeigt, war sehr aufschlussreich. 

Recycelte Daune wäre natürlich eine sehr gute Sache, bin aber gerade nicht sicher ob es das schon wo gibt (Nikwax arbeitet glaube ich an sowas?).

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vor 2 Stunden schrieb Nature-Base:

Ich wage mal zu behaupten das es im Schlafsack / Quilt Bereich nur kleine Cottages gibt die faire (natürlich nicht entsprechend zertifizierte) Produkte anbieten.

Wenn ich mir anschaue was eine Firma für einen gigantischen Aufwand treiben muss, um z.B. auf der "Four paws"-Liste weiter nach oben zu klettern, scheint mir das für cottages schon finanziell, zeitlich und verwaltungstechnisch schier nicht leistbar; zumal sie mit ihren Produktzahlen ja auch kaum Druck machen können.

Umso grösser die Schande imo wenn Firmen wie WM anscheinend gar keinen Ehrgeiz entwickeln die Sache voranzutreiben; zumindest hab ich auf deren HP nix gefunden ausser Hinweise auf die geographische Herkunft der Daune. Sehr mager!

 

 

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vor 27 Minuten schrieb skullmonkey:

Responsible Down Standard wurde von TNF initiiert, wohl auf Antwort auf den ähnlichen Standard von Patagonia, und kostenlos an andere Daunen-verarbeitende Firmen gegeben. Mountain Equipment hat noch den Down Codex der interessant ist. Ich denke das sind alles sehr positive Entwicklungen die mehr Licht ins Dunkle bringen, den Kunden aufklären, die Firmen zur Verantwortung ziehen und sich dafür einsetzten das es den Tieren besser geht. 

anscheinend ist/war PETA da anderer ansicht. glaubt man deren recherchen sind diese labels vorallem ein white-wash, um die kunden zu beruhigen, da man vor ort gar nicht wirklich effektive kontrollen durchführen kann.

bearbeitet von dani

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vor 14 Stunden schrieb paddelpaul:

Umso grösser die Schande imo wenn Firmen wie WM anscheinend gar keinen Ehrgeiz entwickeln die Sache voranzutreiben; zumindest hab ich auf deren HP nix gefunden ausser Hinweise auf die geographische Herkunft der Daune. Sehr mager!

 

 

Dann hast Du nicht wirklich gesucht. Es steht ganz klar unter ABOUT folgendes:

Zitat

Sourcing Commitment

As a manufacturer of products which are filled with goose down, we are very concerned for the welfare of all geese that provide the insulation that is ultimately used in our products. The down we purchase does not come from geese that have been live-plucked or subjected to force feeding. We have a unique direct contact in Eastern Europe which sources our plumage from a mother goose farm. This is a location where the geese are raised for breeding as opposed to strictly being raised for poultry. This means that their life span is much longer and they do not live their life in confinement or cages. These geese have relatively little interaction with humans on a day to day basis since the plumage is gathered from their nesting area while the geese are out on other parts of the property. We take the time to visit both the farm and the processor, and have always found the geese to be in good health, with a clean, covered nesting area on a large rural property with a stream and several ponds.

 

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    • Von bieber1
      Daunenärmel - Beinlinge
      Ich habe schon Jahre etwas Daune Zuhause ,die verwendet werden will.
      Angeregt von Andreas "Daunenhose" , und einem Jou Tube vom "Hängemattenguru " Schuck ,
      Habe ich nun meiner Daune einen Nutzen zugeteilt.
      Mit zwei einigermaßen leichten "Stöffchen" von Extrem - Textiel . habe ich mich ans Werk gemacht .
      Gute Planung ist die halbe Miete "sagt man".
      Das musste ich beim "lerning by duing " feststellen .
      Der Druckknopfband-Verschluss an den Seiten , wurde durch die Daune so weit aufgezogen ,
      das ein Wärmekragen nötig wahr.
      So kahm es , das ich einige Nähte mit kurzem Stich wieder auftrennen und ändern musste ( grzdmpfeieiei ).
      Das Fertige Produkt , hat mit 162 g /Stück etwas mehr Gewicht als gewünscht ,
      aber dennoch sehe ich das Projekt als gelungen.
      Nutzen :
      In erster Linie ,  sollten die Beinlinge die kalten Oberschenkel in der Hängematte warm halten.
      Zweitens , zusammen mit einer Weste , einen schnellen , flexiblen , Temperaturwechsel am Oberkörper ermöglichen.
      Drittens , das einziehen der Hände in die Ärmel , hier ist (mit dem kleinen Lappen ) ein Verschluss  entstanden ,
      der mit einfachen einführen der Hand , das Ärmelloch schleißt . Kein zu klämmen  mit den Fingern mehr .
      Viertens , am Zeltofen  , oder Lagerfeuer ist es bekanntermaßen vorn heiß und hinten kalt .
      Hier kann ein oder zwei geöffnete Teile  am Rücken eingelegt werden.
      Fünftens , Die geöffneten Teile als Weste zu tragen geht bedingt , weil das Schließen der Seiten
      eine passende Figur erfordert.    Mit was drüber geht .
      Sechstens , die beiden Teile lassen sich Seitenversetzt zu einem "rechteckigem Degchen" knöpfen . 
      Siebtens , Das herausklappen des "Handlappens" ermöglicht es diesen , als Handschuh-Verstärkung zu nutzen .
      Achtens , Gummischlaufen an den Ecken ermöglichen diverse Befestigung , z .b . Fuß box  Schafsack , an Hängematte....
      Neuntens , fällt mir noch nicht ein .
      Daten :
      Gesamtgewicht / Stück                        162 g
      Der Stoff pro teil.                                      41 g
      Ein Handlappen mit (Primalofft)             7 g
      Daune ca . nicht hochwertig                  76 g
      Ein Wärmekragen (Primalofft)              11 g
      Der Rest errechnet sich aus Snapplibändern , Gummieinfassung , Faden .
       
      Wer sie sehen will muss zum Treffen kommen. 
       
       





    • Von Southern Flyer
      Hallo zusammen,
      nach der Bauanleitung von @micha90 für einen APEX-Quilt hier nun eine Anleitung für die Daunen-Variante mit geschlossener Fußbox im Karo Step, als eine der zwei grundlegenden Kammerdesign-Möglichkeiten für Daunen-Quilts. Bei der Auslegung des Quilts habe ich mich an den YT-Videos von Joe Brewer und dubber zum Quiltdesign, zur Berechnung der Daunenmenge und zum eigentlichen Bau orientiert, habe aber viele Details anders umgesetzt. Zudem helfen einem bei der Abschätzung des Temperaturbereichs und der entsprechenden Daunenmenge Vergleichsangaben/-tabellen von z.B. Enlightened Equipment und ZPacks (Achtung: bei gleicher Daune sind die amerikanischen cuin-Werte höher als die europäischen!). Von den darin verwendeten Daunenmengen und -qualitäten lässt sich dann auf die Höhe der Baffles (nicht zu verwechseln mit dem Loft!) zurückrechnen. Soll der Daunen-Quilt ultraleicht werden, sollte man bei der Daune nicht unter 850cuin gehen und beim Stoff nicht über 35g/m², besser 27g/m².
      Mein Quilt sollte für einen Temperaturbereich von ungefähr -5 bis -7°C ausgelegt sein. Dazu ist anzumerken, dass ich eher wenig friere. Bei einer Hüllenlänge von 201cm (79in) und einer Hüllenbreite von 146cm (57.5in) habe ich dafür eine Bafflehöhe von 5,5cm (2.2in) vorgesehen, bei einer EU-Daunenqualität von 860cuin. Oft wird auch 6,2cm (2.5in) Bafflehöhe für diesen Temperaturbereich (bei ähnlicher Daunenqualität) angegeben. Für das Hüllenvolumen und einem overfill von 20% (weniger sollte es nicht sein) waren somit 400g 860er Daune nötig.
      Bei der Größendimensionierung sollte man bei der Länge zur Körpergröße 15-20cm zurechnen (hier 15cm), ebenso sollten Seitenschläfer bei der Breite etwas großzügiger sein als Rückenschläfer. In der Regel wird die Breite jedoch eher durch die Rollenbreite des Stoffes begrenzt. Da hatte ich etwas Bauchschmerzen bei der Bestellung, da das 27g/m² daunendichte Ripstop Nylon von Extex (nachgewogen 28g/m²) mit 145cm angegeben war, mit der Unsicherheit nicht zu wissen, wieviel des Webrandes noch abgeschnitten werden muss. Umso erfreulicher, dass der Stoff in 152cm Breite kam und nach Bereinigung der Längskanten noch echte 150cm übrig blieben. Klasse!
      Die Karos habe ich entsprechend einem 5:7 Muster (5 Karos quer, 7 Karos längs) dimensioniert. Viele wählen ein 4:5 Muster, was einiges an Baffles erspart, aber auch zu stärkerem Verrutschen der Daunen führt. Daraus ergibt sich unter Berücksichtigung der Saumzugaben eine Karogröße von 29cm (quer) x 28cm (längs), bei einer Bafflelänge von 17 bzw. 16cm. Insgesamt mussten 62 Baffles vernäht werden.
       
      Arbeitsschritte
      Säubern des Webrandes an der Längsseite des Stoffes. Am besten dafür, und für die weiteren nächsten Schritte, den Stoff mit Malerband glatt auf dem Fußboden fixieren. Auf Länge schneiden (hier 207cm, davon 2x2cm für den Saum am Kopf- und Fußende, sowie 2cm für den Kordelkanal). Der Rest (hier 43cm) wird später für das Fußboxende benötigt. Eine mikroverzahnte Schere leistet hier gute Dienste. Da die Fußbox sich zum Ende hin leicht verjüngt (hier von 146cm Breite auf 104cm Umfang (=33cm Durchmesser) diese Ecken rechts und links auch noch abschneiden (hier von 0-70cm Länge). Mittellinie anzeichnen. Karo-Schablone aus Pappe mit Position der Baffles erstellen. Ausgehend von der Mittellinie die Position der Baffles jedes einzelnen Karos mit Malerband (17 bzw. 16cm lang) entsprechend der Schablone aufkleben. Einen Kreidestrich sieht man bei dem glänzenden Stoff nur sehr schlecht, daher das Malerband. Wichtig dabei, auch auf dem Malerband die jeweilige Längskante an der der Baffle anliegen muss zu kennzeichnen. Ab und an Symmetrie und Maße kontrollieren. Nach jedem genähten Baffle kann der entsprechende Malerbandstreifen entfernt werden.
      Baffles schneiden. Darauf achten, dass die elastische Richtung der Bafflelängskante entspricht. Am einfachsten macht man es sich, wenn man den Bafflestoff aufrollt und die Stoffrolle dann entsprechend abschneidet. Hier waren es 7,5cm, da der Bafflestoff im Bereich der Nähte gedoppelt wurde. Ca. 0,7cm umschlagen und auf der Hälfte annähen, macht pro Naht 1cm Verlust. So kommt man dann auf 5,5cm Bafflehöhe. Da das 25g/m² Mosquitonetz von Extex (nachgewogen 22g/m²) ziemlich sperrig ist, habe ich den umgeschlagenen Teil mit Nadeln fixiert (nur im Netz selber, nicht am Stoff!). Um Löcher in dem sehr dünnen Stoff zu vermeiden habe ich immer dann, wenn Nähte/Stoff fixiert werden mussten, Malerband benutzt. Ging super und kann man für diese Stoffe nur weiter empfehlen. Längskanten von Innen- und Außenstoff jeweils doppelt einschlagen und säumen. Hier habe ich für das erste Einschlagen einen Prittstift zur Hilfe genommen (Tipp von @moritz). Auch das hat sich bei dem dünnen und rutschigen Stoff absolut bewährt. Nach dem Säumen hat man ringsherum einen 1cm breiten Saum mit dreifacher Stofflage auf dem später alle wichtigen Nähte genäht werden können. Baffles zunächst an Innen- oder Außenstoff annähen. Nahtenden verriegeln. Zusätzlich habe ich die Garnenden noch gegeneinander stramm gezogen.
      Baffles an die andere Stoffseite annähen. Dabei immer wieder mal kontrollieren, ob die Baffles auch da sitzen wo sie sitzen sollen. Nach einer Weile hat man sich an die 6qm Stoff und das Baffle-Wirrwarr gewöhnt. Wenn das erledigt ist, hat man auch schon den ‚schlimmsten‘ Teil hinter sich. Innen- und Außenstoff an der Kopfseite mit einer doppelten Naht zusammen nähen. Die elastische Kordel (hier 3mm) an einem Ende mit Garn zu einer Schlaufe knoten (das habe ich bei den Seitentaschen von meinem Rucksack auch so gemacht, hat sich bewährt). Die Schlaufe habe ich dann in eine Stofffahne (hier aus Diamond-Ripstop) eingenäht. Dadurch vermeidet man unschöne Knubbel in der seitlichen Saumnaht. Stofffahne an den Seiten einkürzen. Die Höhe der Stofffahne entspricht der späteren Höhe des Kordelkanals (hier 2cm incl. 1cm Saumnaht).
      Saumnaht des Kopfendes 2cm nach innen umschlagen. Das freie Ende der Stofffahne in die umgeschlagene Seitennaht einnähen. Da hier später noch 2 Nähte drauf kommen reicht ein zwei- bis dreifaches Verriegeln der Naht. Auf ¼ der Länge (37cm) der Stoffbreite am Kopfende mit 2,5cm Abstand zum Saumrand 2 Ösen (4mm) einschlagen. Hier geht die Kordel für den Tanka durch. Die meisten Hersteller machen die Ösen mittig, wodurch die Kordel im zugezogenen Zustand immer im Gesicht hängt. Die Variante mit offenem Kordelzug, die man auch oft sieht, hat mir nicht zugesagt, da man dann immer die langen Kordelenden mit zwei Tankas irgendwo unter sich liegen hat. Kordel mit Tanka und Zeltring durch die Ösen durchfädeln. Kordellänge möglichst knapp bemessen und am anderen Ende ebenfalls mit Garn zu einer Schlaufe knoten. Die Schlaufe wieder in eine Stofffahne einnähen. Saumnaht des Kopfendes auch hier 2cm nach innen umschlagen. Das freie Ende der Stofffahne wieder in die umgeschlagene Seitennaht einnähen. Nun kann die umgeschlagene Saumnaht auf ganzer Länge mit einer doppelten Naht mit dem darunter liegenden Innen- und Außenstoff vernäht werden. Der Kordelkanal ist nun fertig. Seitliche Saumnähte von Innen- und Außenstoff am Kopfende beginnend miteinander vernähen. Bis zum Beginn der Fußbox mit einer Doppelnaht, danach reicht eine einfache Naht, da hier später beim Schließen der Fußbox noch zwei weitere Nähte hinzu kommen. An den entsprechenden Positionen werden in die Seitennähte noch drei 3,5mm flache Steckschließen mit 20mm des elastischen Bandes eingenäht. Mit den Steckschließen lässt sich der Quilt an der Isomatte fixieren oder notfalls auf der Unterseite verschließen.
      Wenige cm vor Beginn der Fußbox wird zunächst nur an einer Seite ein ca. 5cm langes Stück des elastischen 20mm Bandes eingenäht und später, beim Nähen der 2. Seitennaht, das andere Endes dort mit eingenäht. Das elastische Band entlastet später das Nahtende der Fußbox. Bei anderen Quilts ist dort häufig ein kleines Stoffdreieck eingenäht, was ich aber eher suboptimal fand. Jetzt kann die Längsnaht der Fußbox vernäht werden. Dazu die beiden Saumnähte links auf rechts (!) übereinander legen und mit doppelter Naht vernähen (könnte man auch als falsche Kappnaht bezeichnen). Auch wenn hier 12 Stofflagen übereinander liegen ist das ganze immer noch SEHR dünn. Die Variante recht auf rechts schien mir für die Fußbox als nicht so stabil, da letztendlich eine Naht die komplette Querbelastung auffangen muss und Kältebrücken an dieser Stelle keine Rolle spielen. Der Quilt wird an der noch offenen Saumnaht des Fußendes mit den Daunen befüllt. Da die Daunen zu je 100g (nachgewogen alle je 103g) in kleinen handlichen Kissen geliefert werden, kann man die Kissen in eines der letzten Karos legen, vorsichtig ein Ende mit einer kleinen Schere aufschneiden und die stark komprimierten Daunen in die dahinter liegenden Karos verteilen. Das geht erstaunlich gut, da die Zwischenräume den Baffles mit 12cm so ausreichend groß sind, dass eine Faust durch passt. Damit kein Daunen entweichen, die Naht rechts und links der Unterarme mit Wäscheklammern provisorisch schließen. Zudem hatte ich einen Staubsauger griffbereit daneben liegen, bei dem das Rohr vorne mit dem Mosquitonetz verschlossen war. So konnte jede frei umherfliegende Daune eingefangen werden. Auch das hat sich sehr bewährt. Von den Daunen müssen 12g für das runde Fußboxende aufbewahrt werden. Die untere Saumnaht nun vernähen (Innen- mit dem Außenstoff). Der Quilt ist jetzt bis auf das runde Fußboxende fertig. Bevor das runde Fußboxende angefertigt wird muss nochmal der Umfang am unteren Ende der Fußbox nach dem Zunähen kontrolliert werden. Zu dem errechneten Fußboxradius müssen für den Stoff 3cm addiert werden, 2cm für den doppelt umgeschlagenen Saum und 1cm für die Saumnaht (für das Vernähen mit dem Rest des Quilts). Vier Baffles (8cm lang) über Kreuz mit 4cm Abstand von der Mitte einnähen, dann den gemeinsamen Rand (in diesem Fall also nicht einzeln) doppelt umgeschlagen säumen. Auch hier half der Prittstift wieder sehr. Einen ca. 10cm breiten Spalt für das Füllen mit den Daunen offen lassen.
      Rundes Fußboxende mit den restlichen Daunen füllen und anschließend den Saum schließen. Fußboxende und den Rest des Quilts an der unteren Saumnaht rechts auf rechts vernähen. Hier war es mir wichtig, keine Kältebrücke zu haben. Daher keine überlappende Naht wie bei der Fußboxlängsnaht. Hinter der äußeren Naht noch eine zweite zur Sicherheit setzen. Zusätzlich habe ich noch eine 10mm Gurtbandschlaufe mit eingenäht an der man den Quilt kopfüber aufhängen kann. Quilt in alle Richtungen gut ausschütteln, damit die Daunen sich gut verteilen und aufbauschen können. Fertig!!!!  
      Genäht habe ich das gute Stück mit einer alten Pfaff 260, einer frischen Microtex 70er Nadel und Gütermann Allesnähergarn (die Farbe 68 entspricht dabei dem dunkelgraublau des Außenstoffes). Stichlänge für die Baffles war 2mm, sonst 2,7mm. Mit der Fadenspannung (tendenziell niedriger) muss man so lange probieren bis es passt. Alle Materialien von Extex bis auf die Steckschließen (1,7g nachgewogen), die kamen vom Thal-Versand.
    • Von Nature-Base
      Hi Leute,
      ich habe durch einen Zufall einen Wingace Schlafsack günstig bekommen. Nachdem ich sie mir bei Aliexpress angeschaut hatte, konnten sie ja nicht so schlecht sein...
      Es handelt sich um diesen Doppelschlafsack mit 3500g(!) Füllung!
      Ich kann nicht sagen auf welcher Zeit der bei mir nun Vorhandene stammt, aber wenn sich die Daunenqualität nicht gravierend geändert hat, sind die ihr Geld absolut nicht wert!
      Keine Ahnung wie die auf 800+ cuin kommen. Die Daunen ähneln kleinen Stäbchen mit 1-2mm kurzen Härchen. Allein das Packmaß macht ihn schon untauglich. Mein Modell lässt sich kaum in den Packsack mit ca. 50l(!) rein stopfen weil die Daunen kaum zu komprimieren sind.
      Ich habe glücklicherweise noch gute Daunen hier rum liegen und werde mal schauen was das OST dazu sagt- ob sie mir meine Daunen in de Sack packen können. Dann kann ich mir vorstellen das es ein recht akzeptables Produkt wird.
       
       
    • Von backpackersimon
      Hallo zusammen, 
      der Sommer neigt sich allmählich dem Ende zu. Zeit für mich das Sammelsurium an Ausrüstung einer weiteren Prüfung zu unterziehen und unbenutztes auszusortieren. 
      Da ich unlängst auch noch den Einstieg ins MYOGen gewagt habe, sind auch ein paar Teile übrig, die ich prinzipiell gerne benutzt habe (oder hätte), jetzt aber vor allem auf meine Marke Eigenbau setze. 
      Die Teile sind allesamt neu oder neuwertig mit höchstens minimalen Gebrauchsspuren. 
      Preise incl. Versand. 
      Konkret handelt es sich um folgendes: 
       
      1. MountainLaurelDesigns Cuben Fiber Poncho Tarp - weiß
      Das Tarp ist naturgemäß recht klein bemaßt aber gerade für kleinere Personen dürfte es ausreichend groß sein. Für meine 1,93m ist es minimal zu klein. 
      inclusive Packsack und original MLD Spannleinen (gelb - noch am Stück, d.h. ~15m) Das Cuben ist 0.74 oz/sqyd. 
      Zustand: neu (1x aufgebaut)
      Gewicht: 145g (ohne Spannleinen, ohne Packsack)
      Preis: 165€ 

      2. Cumulus Comforter L500 - custom
      Eine Seite aus blauem Pertex Endurance, die andere Seite aus schwarzem Pertex Quantum. Je nach Bedarf kann die eine oder andere Seite nach innen bzw. außen gelegt werden. 
      gefüllt mit 500g hydrophober Daune (850+cuin nach EU Norm)
      inclusive Packsack (recht knapp bemessen) und Lagerungsbeutel
      Zu diesem Comforter auch interessant: @Stromfahrers Mod mit der Knopflochgummimethode 
      Zustand: neu (0 Nächte) 
      Gewicht: 820g 
      Preis: 285€ (incl. vers. Versand)

      3. Gossamer Gear Murmur 36 Hyperlite (2016er Version) 
      Zustand: sehr gut bis neuwertig (1 Woche benutzt)
      Gewicht: ohne Hüftgurt 240g mit Hüftgurt ~270g. mit Rückenpolster~300g
      Preis: 155€

      4. TrailDesigns Caldera Cone F-Keg 
      Bekanntes UL Kochsystem hier inclusive Cuben Fiber Stuff Sack (so kann z.B. der ultraschwere Candy zuhause bleiben)
      Zustand: neuwertig (abgesehen von ein paar Verfärbungen am Boden der Dose)
      Gewicht: ohne Caddy ~100g
      Preis: 50€

       
       
    • Von immermüde
      Hallo zusammen,
      biete einen nur eine Nacht benutzten, immer sehr gut gelagerten Schlafsack an.
      Der Schlafsack hat eine zusätzliche Füllung von 150g.? (ich weiss es nicht mehr ganz genau)
      Damals bei -17C° getestet, null Problem. Sehr bequemer und angenehmer Schlafsack.
      Packsack hab ich leider nicht mehr gefunden.
      https://www.bergfreunde.de/marmot-couloir-daunenschlafsack/
      https://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php/3031-Schlafsackvergleich-Joutsen-Ruka-vs-Marmot-Couloir
      http://www.draussen.de/app/store.pl?pro=843&kat=&lang=DE&wgr=&s_k_w=1__&shop=1&

      Ich hätte gerne noch 220€ incl. Paketversand DHL.




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