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Ultraleicht Trekking

Unibody – eine Regenjacke aus einem Stück*


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Damit der aktuelle Jacken-Flow im Forum nicht abreist ;-) ...

Ich habe schon ne Weile daran getüftelt, das Schnittmuster für meine OmniSmocks weiter zu reduzieren. Und tatsächlich:

Aus einem Stück Stoff von ExTex 80er atmungsaktiv in peridot *bis auf die Kapuze (ebenfalls ein Stück) kommt hier eine unibody Regenjacke, die meinen Bedürfnissen vollständig entspricht:

  • ultraleicht 135g all incl.
  • ultraklein in die eigene verdeckte Tasche verpackbar
  • atmungsaktiv, robust, stealthy Farbe
  • kleines Sichtfenster, 70cm RV bis zum/übers Kinn
  • schirmlose Kapuze mit "Regenrinne"
  • Bewegungsfreiheit
  • lange Ärmel bis über den Handrücken mit "Regenrinne", Daumenlöcher
  • langer "Rücken" für Fahrradfahrten
  • modular über KAM snaps kombinierbar mit
    • einer isolierten Futterschicht (155g) aus APEX 67er und Quantum GL 23er schwarz, verstaubar in eine der beiden RV-Taschen
      (diese kann auch einzeln getragen werden)
    • weiteren APEX-Modulen dazwischen
    • OT: weiteren Projekten
  • OT: Bauvorleistungen für evtl. gewünschte 3D-Kordelzug in der Kapuze und Kordelzug in Saum (momentan: nö)

Als isolierte atmungsaktive Regenjacke mit einer Climashield/Futter-Modul dann insg. 290g. :wub:

PS: Warum ein Stück? Weil weniger Sollreiß-/Sollfeuchtstellen, Näharbeit und Gramm :-D

PSS: Was mir am meisten Sorgen bereitet war, dass ich irgendwo die Geometrie falsch einschätze und unibody nicht funzt. Zum Glück nicht. Bisher super Begleiter durch die kaltfeuchte Zeit.

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Frohe Glühweinzeit. 

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Ansich eine schöne Idee, ich versuche auch bei ziemlich allen Teilen möglichst wenig Nähte zu machen.
Aber: bleibt bei deinem Schnitt nicht eine Tonne Materialverschnitt über? Ich nehme mal an, du hast das Material nur gefaltet und die Konturen genäht, so dass du quasi ein großes, doppellagiges "T" hast, das an den Seiten verschlossen wird, richtig?

Wie schätzt du die Stabilität des Materials ein? 2,5 Lagen sind ja nicht gerade dafür bekannt robust zu sein..

 

Danke fürs Teilen!
Micha (bei dem auch bald ein Regenjackenprojekt ansteht)

Bearbeitet von micha90
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vor 5 Minuten schrieb micha90:

Aber: bleibt bei deinem Schnitt nicht eine Tonne Materialverschnitt über? Ich nehme mal an, du hast das Material nur gefaltet und die Konturen genäht, so dass du quasi ein großes, doppellagiges "T" hast, das an den Seiten verschlossen wird, richtig?

Gute Idee, so sahen die ersten Überlegungen/Reststückexperimente auch aus.

Aber nein, schau mal in die Bilder: die Ärmel haben ihre Naht auf der Unterseite, der Rumpf wird horizontal umgeschlagen und der Brustbereich über die Schulter vertikal nach vorne über geschlagen, dadurch hat der Rücken keine Naht auf Brusthöhe – es entsteht ein ziemlich komisches Schnittmuster, ca. 190*105.

Ich lade mal später ne Skizze hoch, die aber nichts für andere taugt, da sie genau auf mich bemessen ist.

Die Reststücke habe ich so, dass ich daraus eine weitere Jacke machen kann, die für Kapuze und Rumpf ein leichteres Silnylon nutzt und so noch ein paar Gram und cm3 rausholt. 

vor 10 Minuten schrieb micha90:

Wie schätzt du die Stabilität des Materials ein? 2,5 Lagen sind ja nicht gerade dafür bekannt robust zu sein..

Schau mal in den ersten Link, da hatte ich unten was zu den Materialien geschrieben. Der OmniSmock II aus dem selben Material hält super seinen Dauereinsatz bei einer Freundin durch.

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@#PackLessPlayMore Eine Skizze des Schnittmusters fände ich interessant, von der Beschreibung kann ich es mir ehrlich gesagt nicht zusammenreimen. Auf den Bildern kann ich nicht erkennen, wie was wo genäht wurde. (Skizze impliziert ja schon, dass es nur skizziert ist, Maße sind völlig irrelevant)

Danke!

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Dein Projekt finde ich klasse!

Aber was hast Du jetzt reduziert? Die Anzahl der Teile des Schnittmusters oder real die Nähte? Eins muss ja nicht in gleicher Weise das andere bedeuten wenn Du z.B. diverse Abnäher o.ä. nähen mußtest, um die Passform herzustellen. Interessiert mich, weil ich immer selbst an solchen Sachen rumtüftel.

HAL

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Sehr cooles Projekt - Respekt!!! Ich denke auch, dass die Reduktion von Nähten messbare Gewichtseinsparungen bringt. Und bei einer Regenjacke natürlich auch mögliche undichte Stelle minimiert. Du bis mit Deine Projekten wirklich sehr kreativ!!!

Gruß,

Waldkind

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vor 14 Stunden schrieb micha90:

Skizze des Schnittmusters

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vor 14 Stunden schrieb HAL23562:

Aber was hast Du jetzt reduziert? Die Anzahl der Teile des Schnittmusters oder real die Nähte? Eins muss ja nicht in gleicher Weise das andere bedeuten

In diesem Fall schon. Also sowohl als auch. Der Unterschied zum von @micha90 vermuteten Doppel-T bzw. Kreuz sind insg. 24 cm weniger Naht (die gestrichelten Senkrechten). Wichtig war mir zusätzlich, dass dieses Schnittmuster mir bessere Reststücke gibt (und locker in die Stoffbreite passt), die auch schon verplant sind. OT: Außerdem finde ich einen "optischen Bruch" an der Brust bei diesem spacigen Material ganz nett. Ich vermute auch, dass auf der Brust weniger Stress wirkt als auf die "Seiten im T-Schnitt".

Btw:  Die Ärmel sind frz. Nähte, die oben dick markierten Nähte sind falsche Doppelkappnähte mit einer sichtbaren Naht nach außen und zwei nach innen.

Bearbeitet von #PackLessPlayMore
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Cool, wieder ein unverwechselbares Projekt von dir! Zum Thema Gewichtsparen durch wenig Nähte muss ich aber zu bedenken geben, dass dies evtl. durch mehr Stoff negativ kompensiert wird, wenn der simple Schnitt dem Körper nicht optimal folgen kann. Siehe die vielen Falten auf der Rückseite der Ärmel. Aber Nähte oder Falten fallen geschätzt eh nur mit max. 5g ins Gewicht...

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vor 18 Minuten schrieb ChristianS:

Zum Thema Gewichtsparen durch wenig Nähte muss ich aber zu bedenken geben, dass dies evtl. durch mehr Stoff negativ kompensiert wird, wenn der simple Schnitt dem Körper nicht optimal folgen kann.

Jupp, sehe ich ähnlich. Bei einer Regenjacke kommen nun mal noch einige weitere Vorteile hinzu.

Außerdem muss grundsätzlich gelten, dass es keine klassische Textilie gibt, die eine 1:1 bodymapping solution gibt. Das heißt alle Schnittmuster sind suboptimal. Die bodymap approximiert man nur via verschiedener Kompromisse.

vor 18 Minuten schrieb ChristianS:

Siehe die vielen Falten auf der Rückseite der Ärmel.

Die Falten fallen nur wegen nach-vorne-beugen, Holzkreuz und "Armenachhinten" (warum auch immer, vrmtl. wollte ich mir schnell vorkommen) zum Fahrradfahrenimitieren :blink:. Ich hab noch ein Foto, da würdest du sehen, dass hinten sich kaum Falten bilden.

Ein gekrümmter Ärmel ist nur mit mehr Nähten zu machen und dort kaufst du dir die Falten mit nicht umsignifikant Mehrgewicht weg und Stellen zum reißen und feuchten.

vor 18 Minuten schrieb ChristianS:

Aber Nähte oder Falten fallen geschätzt eh nur mit max. 5g ins Gewicht...

Ich glaube die Faustregel kann nicht gelten, da es unmittelbar vom Stoffgewicht abhängt. Wenn du viele frz. Nähte oder auch falsche Doppelkappnähte hast, dann ist der Unterschied bei 80g Laminat deutlich größer als beim 22g Ripstop, geschweige denn von einem schweren Softshell.

Bearbeitet von #PackLessPlayMore
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Ja, dort ist's tatsächlich interessant. Ich hab's so gelöst, dass ich zunächst die dick markierten zusammengenäht habe (falsche doppelkappnaht). Dann Ärmel rechts auf rechts vernäht und beim links auf links Nähen verschwindet die Doppelkappnaht der Brust endgültig im Inneren der frz. Naht. Bei genauerem Hinblick wirkt die Stelle dort dann wie ein nach unten geöffneter Mini-Hof, ist tatsächlich aber vollständig geschlossen und auch abseits gefährlicher Belastungen, denn die liegen ja vor allem in der Achsel/Kurve weiter oben. Schon bei einer anderen Prototypen Jacke hatte ich das so gelöst und auch die hat dort keine Mängel davongetragen.

Diese Lösung soll aber auf keinen Fall heißen, dass sie die beste ist. Ein angesprochenes Kreuz-Schnittmuster würde dieses "Problem" ausräumen.

Als professionellere Alternative hatte ich überlegt, dort eine Kurve zu legen und alles mit frz. Naht zu machen. Ein solches kurvenreiches Schnittmuster hätte dann aber zu vielen Fehlern eingeladen.

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Für ein weiteres aber verwandtes Projekt frage ich mich folgendes:

Lässt sich der mitgelieferte einseitige Schieber des teilbaren 3C Aquaguard 70cm durch den einzeln (in der nichtwasserfesten Kategorie "Spiral Meterware") verfügbaren beidseitigen 3C Schieber ersetzen?

Dazu müsste ich vmtl. das obere Ende "öffnen"/Stopper abschneiden. Dann den installierten Schieber abziehen und den neuen beidseitigen Schieber aufschieben. Dann müsste alles wieder funktionieren, da der teilbare RV-Hafen ja nicht verändert wurde. Hat das schon mal jmd erfolgreich gemacht?

Da der mitgelieferte 3C einseitige Schieber genauso wie der 3C Schieber für die nichtwasserfesten aussieht (und dieser wiederum vermutlich dieselbe Bauweise wie der beidseitige 3C für die nichtwasserfesten hat), sagt meine Intuition das müsste funzen. Liege ich falsch?

Danke im Voraus.

Bearbeitet von #PackLessPlayMore
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Du kannst den Schieber nehmen. Hatte nämlich selbe Frage vor geraumer Zeit an Extremtextil gestellt und laut M. Gaebert passen alle 3C Schieber auf alle 3C Reißverschlüsse. egal ob wasserabweisend oder nicht. 

Bearbeitet von Andreas K.
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  • 1 Jahr später...

Mit dem OmniSmock Unibody habe ich bis heute gute Erfahrungen gemacht. Mehrmals wurde er auch zufrieden ausgeliehen.

Auf einer Alpenüberquerung habe ich verstaubare Handschuh-Extensions angenäht. Mit diesen war ich ebenfalls zufrieden, da das lästige Handschuhsuchen und der Übergang Handschuh/Ärmel nicht erst wasserdicht arrangiert werden musste.

---

Aus obigen Überlegungen ist schon im Vorjahr eine weitere Unibody Version hervorgegangen.

Diesmal in Schwarz: Unibody Black aus einem Stück Stoff von ExTex 50er atmungsaktiv in schwarz *bis auf die Kapuze (ebenfalls ein Stück)

Gegenüber der ersten Unibody gibt es folgende Verbesserungen und Änderungen:

  • noch leichter 112g all incl. 8-) trotz größerem "Volumen"
  • zwei regenverdeckte RV-Taschen
    • groß genug für die Hände
    • ultraklein in eine der beiden verpackbar
  • leichterer, leichter bedienbarer regenverdeckter RV, statt wasserdichter RV
  • keine Naht senkrecht zum Regenabfluss (Nahtverlauf wird zusätzlich für die Taschen genutzt, auch die Taschen sind Teil des Unibody vgl. Schnittmuster) 

Das 2-Lagen-Laminat ist auf der Innenseite glücklicherweise nicht klebrig wie andere 2LLs. Un diesmal war es auch tatsächlich 50g/m2 nicht wie vor einigen Jahren wo es dann doch eher 65g war.

Die 18cm Mini-RVs stammen aus einem 50er Pack von eBay. Kommen bei mir in vielen Projekten zum Einsatz. Dass die Schieber sich etwas schwieriger bedienen lassen, als die Standard-YKK-Dinger gehe ich gerne ein, da das dann auch für Taschendiebe gilt ;-) 

80% der Zeit ging auf Überlegungen zum Schnittmuster drauf :shock:, der Rest ging bei so wenigen Nähten entsprechend schnell an einem Nachmittag. Der größte Aufwand waren die beiden RV-Taschen.

Unibody Black ist momentan meine Lieblingsjacke: super klein passt sie in fast jede meiner Hosentaschen, die Kapuze liegt auch bei stürmischen Verhältnissen gut an, die Länge garantiert auch beim Fahrradfahren guten Regenschutz, die Größe erlaubt viel Iso darunter und die RV-Taschen erlauben noch mehr Ausgänge ohne weiteren Rucksack/Tasche :wub:

Ich kann jedem nur zu diesem Unibody-Design mit minimierten Sollbruch/nassstellen raten.

PS: Entschuldigt - Ich war so lange nicht im Forum, dass ich nicht mal mehr weiß wie ich Bilder verkleinert darstelle. Un entschuldigt auch die Kartoffel-Qualität der Bilder :oops:

Love. Craig.

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Bearbeitet von #PackLessPlayMore
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  • 2 Wochen später...

Mit dem Unibody-Schnittmuster bin ich sehr zufrieden. Deshalb habe ich mir auch einen unibody Kapuzenpulli aus 100er Fleece genäht. 

Der 225g-Fleece teilt sich schon seit einiger Zeit die Einsätze mit seinem 270g-Merino-Pendant, einem 360g-Isoparka und einer 323g-Daunenjacke (stelle ich vlt. später vor) je nach Einsatzprofil. Auf dem Markt gibt es mWn keine leichtere Fleece-Kapuzenjacke, geschweigedenn mit integrierten Handschuhen :P

An den Ärmeln habe ich etwas neues probiert, das sich für mich schon jetzt sehr bewährt hat: Integrierte Handschuhe (das entsprechende habe ich auch an der grünen unibody Regenjacke, z.B. in einem Foto hier zu sehen). Zusätzlich gibt es weiterhin die Thumbloops. 

Clou ist es die Ärmelenden zumindest auf einer Seite nach innen mehrere cm umzuschlagen und derart festzunähen, dass man die Finger am "Ausgang" vorbei in diese "Tasche" schieben kann.

In der Kapuze ist keine Schirmverstärkung und keine Kordelzug, die Kapuze liegt dennoch bis heute gut an :ph34r:. Die Kapuze ist wie auch der Body aus einem Stück Fleece. Hinzu kommen noch die zwei Daumenfleecestücke.

Natürlich erhöhen die integrierten Handschuhe das Gewicht des Hoddies etwas, aber das wird durch die wegfallenden Fleece-Handschuhe und die übergangslose Konstruktion mehr als kompensiert. Außerdem gibt es den Komfortvorteil, dass die Handschuhe immer da sind.

Für bessere Optik lassen sich die Daumen nach innen stülpen. Die Ärmelenden etwas hochgeschoben sieht der Fleecepulli wie ein ganz normaler aus.

Für den Fleece-Hoodie habe ich das ursprüngliche Unibody-Schnittmuster verwendet. Die Brustnaht ist im untersten Bild kaum zu erkennen. Würde ich ihn noch einmal machen, würde ich das neuere unibody Schnittmuster direkt über diesem Post nutzen und ggf. zumindest Einschubtaschen, vlt sogar RV-Taschen, in die vertikalen Torsonähte einbauen. Allerdings benötigt das neue Schnittmuster mehr "Höhe", verkürzt also die Jacke etwas.

* Ich hoffe Fleece ist kein rotes Tuch der UL Szene ;-)  Fleecepulli ist mEn ein dankbares Nähanfänger-Projekt. Nur der RV war schwierig.
** Entschuldigt die vielen Hundehaare auf den Bildern :evil:

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Bearbeitet von #PackLessPlayMore
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Zum einen war er zeitweise mit der grünen unibody Jacke via zip zu einer isolierten Regenjacke kombinierbar. Zum anderen schätze ich den 10g-teuren Komfort, schnell und einfach lüften und ausziehen zu können (z. B. in "engen Verhältnissen"/Zelt). Außerdem sind beide unibody Schnittmuster in jedem Fall so, dass dort ein Rand ist, wo jetzt der RV sitzt. Ich kann mir gerade nicht vorstellen, wie sich das noch reduzieren lässt...

Aber grundsätzlich hast du recht, man kann ihn auch weglassen ;-) 

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Am 23.6.2018 um 13:46 schrieb #PackLessPlayMore:

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Das Projekt ist nach wie vor spannend. Ein paar Fragen zum besseren Verständnis:

- Worin liegt der Vorteil dieses Schnittmusters gegenüber dem vom Anfang des Tröts? Haben sich die Brustnähte doch nicht so bewährt? Der Stoffverbrauch scheint auch größer.
- Welchen Zweck hat das kleine quadratische Stück an der rechten Seite des obigen Schnittmusters?
- Kannst Du auch noch eine Prinzipskizze der Kapuze zeigen?
- Wie bist Du beim Entwickeln Deines Maßschnittmusters vorgegangen nachdem Du erst einmal das Schnittprinzip ausgetüftelt hattest? Hast Du es z.B. mit billigem Stoff direkt m Körper abgesteckt?

Fragt gespannt HAL

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vor 3 Stunden schrieb HAL23562:

- Worin liegt der Vorteil dieses Schnittmusters gegenüber dem vom Anfang des Tröts? Haben sich die Brustnähte doch nicht so bewährt? Der Stoffverbrauch scheint auch größer.

Den Hauptvorteil sehe ich darin, dass es keine exponierte Naht senkrecht zum Regenabfluss gibt. Ein weiterer dankbarer Aspekt ist der wegfallende Nahtwinkel unterhalb der Achsel.
Der Vorteil des ersten Schnittmusters ist das absolute Minimum an Nähten, da die Brustquerung bei mir weniger lang als die beiden Seitensenkrechten ist. Eine Freundin schätzt die Optik der Brustnähte ;-). Ein schöner Nebeneffekt des neuen Schnittmusters beantwortet auch deine zweite Frage ...

das quadratische Stück Stoff ist für eine der RV-Einschub-Taschen. Tatsächlich gibt es das auf beiden Seiten. Wenn das Stück direkt am Hauptstoff ist, spare ich natürlich eine Naht, eine Sollbruchstelle, ein bisschen Stoff, ...

vor 3 Stunden schrieb HAL23562:

Kannst Du auch noch eine Prinzipskizze der Kapuze zeigen?

Die Idee der Kapuze ist einfach: Keine Naht am Hinterkopf (hier ist die längste mögliche "Gerade"). Ich kann aber gerne eine Skizze nachreichen.

vor 3 Stunden schrieb HAL23562:

Wie bist Du beim Entwickeln Deines Maßschnittmusters vorgegangen nachdem Du erst einmal das Schnittprinzip ausgetüftelt hattest? Hast Du es z.B. mit billigem Stoff direkt m Körper abgesteckt?

Zig male Maß anbestehenden Jacken nehmen, zig male anprobieren und sich von konservativen Nähten zum Ziel vorarbeiten (heißt, dass die Kapuze ggf. am Anfang noch zu groß und die Ärmel zu weit sind). Eine kleine MYOG Jacke habe ich entlang der vermuteten Nähte aufgeschnitten und meine Hoffnungen überprüft.

Ich hoffe das beantwortet einiges...

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vor 13 Stunden schrieb #PackLessPlayMore:

... Ich hoffe das beantwortet einiges...

Tut es, tut es! :-D

Ganz, ganz großes Dankeschön für die ausführliche Beantwortung meiner Fragen. Ich finde Deine Idee genial und die Ergebnisse wirklich gelungen. Werde wohl über Herbst und Winter auch versuchen, so ein Teil auf die Beine zu stellen.
Auf die Skizze der Kapuze bin ich gespannt.

Gruß aus Lübeck - Hartmut

Bearbeitet von HAL23562
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    • Von LJMiller
      Hallo Zusammen,
      Ich wollte mich erkundigen ob jemand schon Erfahrungen mit Regenjacken hat, wo die Membran direkt außen dran ist, wie bei Shake Dry von Gore, oder Outdry von Columbia. An sich finde ich das eine Geniale Idee, sehe aber eine Problematik mit Reibung der Schulter & (Hüftgurte). Die Gore Shakedry H5 soll sehr beliebt gewesen sein, ist aber leider nicht mehr erhältlich.
      LG LJMiller
    • Von #PackLessPlayMore
      Ich hatte schon lange vor, die atmungsaktiven Reste zu einer bunten Regenjacke zusammenzunähen ... herausgekommen ist ein Parka mit zwei Einschubtaschen, 2-Wege-Wende-RV und variabler Wassersäule zwischen 7000mm und 20000mm .
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      Dauert übrigens länger zu nähen als die unibody Modelle weil es halt viele schräge Stücke sind. Alles genäht per Auge ohne vorstecken. Fast alles falsche Kapnaht. Sehr lange Ärmel mit Thumbloops und „hidden gloves“.
      Wenn jmd nicht weis, wohin mit den Reststücken ... bitte PM an mich, vlt lässt sich das ultraleicht verschicken  
      Cheers & frohes Nähen

      290g 

       
       
       

    • Von Nando
      Hier ist eine Tierra GoreTex Paclite Jacke zu haben. Die Schultern und Kapuze sind aus einem etwas stärkeren Außenstoff gefertigt, aber innen ist alles Gore. Eine Tasche auf der Brust, leicht asymmetrischer Reißverschluss. 275g, auf der Innenseite ist eine sehr kleine Stelle die nicht mehr grau sondern weiß ist, aber die Jacke ist noch dicht. 
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      ich muss demnächst bestellen damit sie rechtzeitig ankommt so über viel Information würde ich mich freuen. 
    • Von einar46
      @wilbo: Interessantes Projekt, bitte berichte!
      So hat es ein Forumsteilnehmer in einem anderen Thread geäußert, wo ich nach geeigneten Reißverschlüssen für eine MYOG-Regenjacke gefragt habe.
      Idee
      Da meine Regenjacke von zpacks (Vertice Rain Jacket) nach 2 Jahren intensiver Nutzung und mehrmaliger Imprägnierung nicht mehr richtig dicht ist, habe ich lange überlegt, ob ich mich nicht einmal an einer Regenjacke (MYOG-Projekt 3) versuchen sollte.
      Angestachelt durch die vielen hervorragenden MYOG-Projekte hier im Forum, bin ich dann  zur Tat geschritten.
      Vorbereitung
      Durch Zufall bin ich auf der Internet-Seite von extremtextil über ein Projekt gestolpert, in dem eine Regenjacke aus DCF (Cuben) nur durch kleben angefertigt wurde. Sofort war ich „angefixt“. Durch das Kleben konnte ich das Nähen weitestgehend vermeiden. So war der Plan.
      Ein zweiter Zufall hier im Forum hat mich über einen Thread stolpern lassen, wo ein bestimmtes atmungsaktives DCF-Gewebe (Dyneema® Composite Fabric, atmungsaktiv m. ePTFE-Membran, CTB1B3-1.0/H2 I, 40g/qm) eine Rolle gespielt hat. Obwohl ich die Atmungsaktivität von Materialien kritisch sehe, schien mir das Material für eine Regenjacke geeignet zu sein.
      Jetzt hatte ich die Art der Verarbeitung und das Material geklärt.
      Weil ich nicht sofort mit dem teuren DCF-Material loslegen wollte, habe ich mir noch „billigeres“ DCF von extremtextil besorgt. Mit diesem Material habe ich DCF-Beutel (MYOG-Projekt 1) verschiedener Größen angefertigt. Ich verstaue zusammengehörende Ausrüstungsgegenstände (Quilt, Kleidung, Hygiene, Medizin usw) gerne in Beuteln. Dadurch habe ich sehr schnell Zugriff auf bestimmte Ausrüstungsgegenstände und muss nicht ewig im Rucksack rumsuchen. Diese Beutel waren bisher aus einem Netzgewebe (zB Cocoon). Nach und nach habe ich alle Netzbeutel durch leichtere DCF-Beutel ersetzt. Bei der „Massenproduktion“ der einfachen DCF-Beutel habe ich viel über den Umgang mit dem DCF-Transferklebeband gelernt.
      Dann habe ich mich an ein filigraneres Projekt herangetastet. Ich habe mir eine DCF-Geldbörse (MYOG-Projekt 2) für Karten, Scheine und Münzen angefertigt. In diesem Projekt kam es vor allem auf eine saubere Klebetechnik auf kleinstem Raum an. Die Geldbörse (19 g) hatte ich schon im Oktober/November 2019 auf meiner 1200-km-Tour auf dem Jakobsweg Camino de Levante in Spanien im Einsatz. Dort hat sie sich sehr gut bewährt. Alles hat gehalten, nichts ist kaputt gegangen.
      Jetzt hatte ich eine ganze Menge an Erfahrung in der Verarbeitungstechnik (Klebetechnik) gesammelt.
      Es fehlte nur noch ein Schnittmuster. Dann konnte es losgehen.
      Als Schnittmuster habe ich mich nach einer intensiven Recherche im Internet für die Herrenjacke „Fehmarn“ von Farbenmix entschieden (siehe Bild 1).

      Bild 1: Schnittmuster
      Dabei wollte ich zusätzlich auf die Ärmelbündchen, die Taschen und den durchgehenden Reißverschluss verzichten.
      Um mir ein Bild von den Größenverhältnissen zu machen und um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie sich meine 3 Kleidungsschichten (1=T-Shirt (Merino), 2=dünner langärmliger Pullover (Merino), 3=dicker langärmliger Cumulus Climalite KuFa-Pullover) im Extremfall unter einer Regenjacke der Größe XXL (selber trage ich in der Regel XL) „machen“, habe ich mir ein „Vorserienmodell“ aus stabilen Plastiksäcken aus dem Baumarkt gebastelt. Das Modell habe ich ohne Ärmel angefertigt und nur grob mit einem Tacker „zusammengetackert“.
      Beim Test hatte ich alle Kleidungsschichten an. Überrascht musste ich feststellen, dass es trotz des XXL-Modells relativ eng in der Test-Regenjacke zuging. Die Bewegungsfreiheit war nicht berauschend. Dann habe ich mich entschieden trotzdem das XXL-Modell zu nehmen, mehr war in dem Schnittmuster eh nicht abgebildet. Aber statt der Nahtzugabe von 1 cm, habe ich eine Nahtzugabe von 2 cm zu gewählt. Was das schneidertechnisch für Auswirkungen haben könnte, war mir nicht klar. Auch meine Frau konnte mir da nicht weiterhelfen. Ich habe mir dadurch einfach etwas mehr Bewegungsfreiheit versprochen.
      Die Vorbereitungen waren jetzt abgeschlossen. Der Plan war in groben Zügen klar. Irgendwo habe ich dann noch eine Fotoanleitung (PDF-Datei) aufgetrieben, wo für mich als absoluten Schneider-Laien zu erkennen war, wie ich anfangen muss.
      Go - „Vorwärts immer, rückwärts nimmer“ (frei nach E.Honecker)
      Dann habe ich das Schnittmuster hergenommen und dass XXL-Modell ausgeschnitten. Die von mir verwendeten Teile sind im Bild 2 zu sehen.

      Bild 2: Einzelteile in Position
      In dem Bild habe ich die Einzelteile so positioniert, wie sie ungefähr zusammengefügt werden müssen.
      1   = eine Hälfte des Vorderteils
      2   = eine Hälfte des Rückenteils
      3   = eine Hälfte der Schulterpasse
      6   = ein Arm
      10 = eine Seite der Kapuze
      11 = Mittelstreifen der Kapuze
      Schei.e! Als ich die ausgelegten Teile des Schnittmusters von oben betrachtet habe, wurde mir mit einem Schlag bewusst, was mir bevorstand. Kurven, teilweise schlimmer als bei der Alpenetappe der Tour de France hoch nach Alp d’Huez. Kurzfristig habe ich daran gedacht das Projekt zu den Akten zu legen. Kurven über Kurven, speziell die Armanschlüsse, schienen für mich auf den ersten Blick in der Klebevariante nicht vernünftig lösbar zu sein.
      Erstmal habe ich das Projekt zur Seite gelegt und überlegt, was ich mache. Nach ein paar Tagen des Grübelns und nach der Aufmunterung durch meine Frau war mein Ehrgeiz wieder erwacht.
      Dann habe ich die Teile mit der Nahtzugabe von 2 cm angezeichnet und ausgeschnitten. Bei den Teilen 1(=Vorderteil), 2(=Rückenteil), 3(=Schulterpasse), 6(=Arm) und 10(=Kapuze) habe ich das DCF-Material doppelt gelegt, weil diese Teile symmetrisch sind.
      Im Bild 3 ist zu sehen, dass ich die Ärmel ab der Mitte etwas breiter habe auslaufen lassen. Zusätzlich habe ich die Länge der Ärmelbündchen dazugegeben. Die wollte ich ja nicht haben.

      Bild 3: Arm verlaengert und verbreitert
      Ich habe lange überlegt und auch getestet, wie ich eine stabile Klebeverbindung herstellen kann. Dass es gehen muss, hat das MYOG-Projekt auf der Internetseite von extremtextil gezeigt. „Normales“ DCF hat einen etwas anderen Aufbau als das atmungsaktive DCF-Material. Bei Klebeversuchen habe ich festgestellt, dass die „weiße“ Membran-Innenseite, nicht besonders stabil ist. Die Klebeverbindung, Außenseite auf Innenseite und umgekehrt, ließ sich relativ leicht lösen. Das kannte ich von „normalem“ DCF aus meinen Test-MYOG-Projekten 1 und 2 so nicht. Mit der Außenseite, der „grau-weißen“ Seite, also Außenseite auf Außenseite, war die Klebeverbindung stabiler, aber für meine Begriffe auch nicht optimal (siehe Zugtest weiter unten).
      In den Bildern 4, 5 und 6 ist an Mustern zu sehen, wie ich letztendlich eine Klebeverbindung, Außenseite auf Außenseite, hergestellt habe.
      Zuerst habe ich die Außenseite (grau-weiß) in der Breite des DCF-Transferklebebandes (10 mm) in Richtung der Innenseite (weiß) gefaltet. Das DCF-Transferklebeband habe ich dann sozusagen auf einer gefalteten Außenseite aufgebracht und mit der anderen, ebenfalls gefalteten, Außenseite verklebt. Auf der Innenseite des DCF-Musters entsteht dann ein Steg, wie er im Bild 4 zu sehen ist.

      Bild 4: Klebeverbindung 1
      Diesen Steg lege ich dann in eine bestimmte Richtung um. In welche Richtung ich das mache, erkläre ich in einem späteren Bild. Im Bild 5 ist dieser teilweise umgelegte Steg zu sehen.

      Bild 5: Klebeverbindung 2
      Zum Abschluss einer Klebeverbindung überklebe ich den umgelegten Steg mit DCF-Reparaturklebeband (Dyneema® Composite Fabric (ehem. Cuben Fiber), Reparaturklebeband, 25mm). Das ist im Bild 6 zu sehen. Bei einer Breite des Steges von 10 mm (, wenn ich genau klebe, was mir nicht immer durchgehend gelungen ist) und einer Breite von 25 mm des DCF-Reparaturklebebandes, überlappt das DCF-Reparaturklebeband den Steg auf beiden Seiten mit 7-8 mm. Dadurch geht das DCF-Reparaturklebeband nicht nur eine Verbindung mit dem Steg ein, sondern auch mit der Innenseite des DCF-Materials. Der „glänzende“ Bereich im Bild 6 ist das DCF-Reparaturklebeband. Man sieht schön, wie es über der Verklebung liegt und auch noch rechts und links von der Verklebung Kontakt mit der Innenseite des DCF-Materials hat.

      Bild 6: Klebeverbindung 3
      Alle Stege auf der Innenseite habe ich zusätzlich mit DCF-Reparaturklebeband überklebt. Das hat das Gewicht der Regenjacke gehörig in die Höhe geschraubt. Am Schluss meines Berichts gehe ich noch auf das Gewicht der Regenjacke ein und welche Rolle das „reichlich“ verklebte DCF-Reparaturklebeband dabei gespielt hat.
      Warum habe ich das getan?
      Der erste Grund ist das negative Ergebnis eines Zugtests der Klebeverbindung.
      Bei Zugtests der Verklebung ohne DCF-Reparaturklebeband auf der Innenseite konnte ich die Verklebung unter mäßiger Kraftanstrengung lösen. Das ist mir auch mehrere Tage später gelungen. Dann habe ich den Steg auf der Innenseite umgelegt und mit DCF-Reparaturklebeband überklebt. Bei dem sofort anschließenden Zugtest ist es mir trotz äußerster Kraftanstrengung nicht mehr gelungen die Klebeverbindung zu lösen. Das DCF-Reparaturklebeband hat offenbar für eine Zugentlastung des Stegs gesorgt.
      Bleibt die Frage, ob solche extremen Zugbelastungen, wie ich sie simuliert habe, bei einer Regenjacke auftreten können.
      Den zweiten Grund für die Benutzung des DCF-Reparaturklebebandes auf der Innenseite des DCF-Materials erkläre ich etwas später.
      Zuerst habe ich die Schulterpasse (Teil 3) mit dem Rückenteil (Teil 2) verklebt. Das war kein Problem, weil die zu verklebenden Seitenkanten gerade waren. Anschließend habe ich das Vorderteil (Teil 1) an die Schulterpasse angeklebt. Alle Stege auf der Innenseite habe ich umgelegt und mit DCF-Reparaturklebeband überklebt.
      Jetzt habe ich mich an das erste „Kurventeil“, den rechten Arm, herangewagt. An den einzelnen Teilen sind Markierungen (Pfeile), die ich vom Schnittmuster auf das DCF-Material übertragen habe. Im Bild 7 ist ein solcher Pfeil zu sehen. Der Arm, das Teil unten im Bild 7, muss mit dem Teil oben genau an der Pfeilposition angeklebt werden.

      Bild 7: Markierungen
       
      Zusätzlich habe ich in regelmäßigen Abständen das gefaltete DCF-Material eingeschnitten, damit ich besser um die „Kurve“ komme. Die Einschnitte habe ich nur an dem Teil gemacht, das ich vorher aus den Teilen 1 (=Vorderteil), 2 (=Rückenteil) und 3 (=Schulterpasse) zusammengeklebt hatte.  
      Die Bilder 8, 9 und 10 zeigen das Kleben eines solchen „eingeschnittenen“ Teiles.
      Bild 8 zeigt das aufgebrachte DCF-Transferklebeband.

      Bild 8: Einschnitt mit DCF-Transferklebeband
      Bild 9 zeigt den Beginn des Ablösens der Schutzschicht vom DCF-Transferklebeband. Genau an dieser Stelle sollte die Schutzschicht vom DCF-Transferklebeband abgezogen werden. Macht man das an einer anderen Stelle, richtet sich die umgeknickte Kante wieder auf und kann nur unter großen Schwierigkeiten verklebt werden. Im Notfall muss man den Kleber mit den Finger berühren und die umgeknickte Kante wieder „flachlegen“ (Ha, der Ausdruck gefällt mir).

      Bild 9: Ablösen der Schutzschicht vom DCF-Transferklebeband
      Bild 10 zeigt den verklebten Steg an dieser Stelle.

      Bild 10: Verklebter Steg mit Markierungen
      Bild 11 zeigt einen Steg, der einige Falten enthält. Diese Falten entstehen,
      -wenn nicht sauber geklebt wird oder
      -wenn die Einschnitte zu weit auseinanderliegen oder
      -wenn es „krass“ um die Kurve geht.
      Die Abstände zwischen den Einschnitten habe ich aber absichtlich etwas größer gewählt, weil ich keine 1 cm- oder 2 cm-Stücke kleben wollte. Da wäre ich zwar besser um die „Kurven“ gekommen, aber das war mir zu viel „Fummel“-Arbeit. Nach dem Verkleben der Arme habe ich besonders faltige Stellen an den Stegen mit etwas Kraftaufwand „glattgezogen“.  
      Das mit den Falten hat mich aber weniger gestört, weil die meisten Falten innen liegen. Die Optik des DCF-Materials geht nach längerer Nutzung eh in einen „Knitterlook“ über, der angeblich die Eigenschaften von DCF nicht beeinträchtigen soll. Ich habe einige Ausrüstungsgegenstände aus DCF, die durch die jahrelange Nutzung genau diesen Knitterlook aufweisen. Einen Verlust von bestimmten Eigenschaften (zB Wasserdichtheit) konnte ich noch nicht feststellen.

      Bild 11: Verklebter Steg mit Falten
      Bild 12 zeigt ein weiteres Problem, ein kleines Loch, das entstehen kann,
      -wenn unsauber eingeschnitten wird oder
      -wenn die Einschnitte unsauber verklebt werden.

      Bild 12: Verklebter Steg mit Loch
      Genau dieses Loch ist der zweite Grund für die Verwendung des DCF-Reparaturklebebandes auf der Innenseite der Regenjacke. Um die Regenjacke an dieser Stelle trotz unsauberen Arbeitens dicht zu bekommen, lege ich den Steg einfach in Richtung des eingeschnittenen Teils um (siehe Bild 13 und 14) und überklebe ihn mit dem DCF-Reparaturklebeband.

      Bild 13: Umgelegter Steg

      Bild 14: Verklebter Steg wird mit DCF-Reparaturklebeband überklebt
      Mit dem 2.Arm bin ich ebenso verfahren.
      Das Ergebnis der für mich sehr komplizierten „Armoperation“ ist im Bild 15 zu sehen.

      Bild 15: Die Arme sind endlich dran
      Die Ärmel sind angeklebt, aber noch nicht geschlossen. Bevor ich die Arme schließen und das Vorderteil mit dem Rückenteil verbinden konnte, musste ich mir überlegen, was ich mit den Ärmelabschlüssen machen wollte.
      Ein Gedanke war eine elastische Kordel einzuziehen, wie es an vielen Regenjacken zu sehen ist. Ein anderer Gedanke war das Annähen eines Klettbandes, was auch oft Verwendung findet. Beide Varianten würden mir einen variablen und einigermaßen wasserdichten Abschluss gewähren.
      Da ich auch bei Minusgraden keine Handschuhe trage, die unter die Ärmel passen müssten, war ein variabler Ärmelabschluss eigentlich nicht unbedingt erforderlich. Deshalb habe ich mich entschieden für den Ärmelabschluss einfache Kam-Snaps zu verwenden. Das war für mich die einfachste Variante mit dem geringsten Aufwand.
      In den Bildern 16 und 17 ist zu sehen, wie ich den Ärmelabschluss einmal umklappe und verklebe und anschließend dann mit DCF-Reparaturklebeband auf der Innenseite verstärke.

      Bild 16: Armabschluss mit DCF-Transferklebeband

      Bild 17: Armabschluss mit DCF-Reparaturklebeband verstärkt
      In den Bildern 18 und 19 ist zu sehen, wie die Kam-Snaps angebracht werden.

      Bild 18: Armbund mit geöffneten Kam-Snaps

      Bild 19: Armbund mit geschlossenen Kam-Snaps
      Die Position der Kam-Snaps an den Ärmelabschlüssen habe ich durch ausprobieren bestimmt, so dass noch etwas „Luft“ zwischen Arm und Ärmel vorhanden ist.
      Jetzt habe ich das Vorderteil mit dem Hinterteil verklebt und gleichzeitig auch den dazugehörenden Arm. Auf der anderen Seite habe ich das auch getan. Das Ergebnis ist im Bild 20 zu sehen.

      Bild 20: Regenjacke nach Armverschluss
      Das Bild 21 zeigt im Gegenlicht die Verklebungen in der Breite (ca. 10 mm) des DCF-Transferklebebandes.

      Bild 21: Klebestellen im Gegenlichtbild
      Jetzt war die Kapuze an der Reihe. Bei der Kapuze habe ich mir überlegt, wie ich bei Regen und starken Winden einen festen Halt erreichen wollte. Bei meinen anderen Regenjacken wird das immer durch einen elastischen Kordelzug bewerkstelligt. Aber erstmal musste ich die 3 Teile der Kapuze verkleben. Dabei habe ich die Techniken verwendet, wie bei den anderen Teilen. In „Kurven“ habe ich das Seitenteil (Teil 10) eingeschnitten, wie bei den Armen, und dann das Seitenteil mit dem Mittelteil (Teil 11) verklebt. Mit dem anderen Seitenteil habe ich das ebenso gemacht.
      Jetzt habe ich im Vorderteil der Kapuze die Kante zweimal umgeklappt und verklebt. So ist ein Kanal für einen späteren Kordelzug entstanden. Leider habe ich von diesem Vorgang keine Bilder angefertigt.
      Zum Abschluss habe ich die Kapuze an den Torso der Regenjacke angeklebt. Dabei war es wichtig auf die Markierungen zu achten, damit die Kapuze genau in die Regenjacke eingepasst werden kann.
      Das Bild 22 zeigt die Regenjacke im fertig geklebten Zustand ohne den Reißverschluss.

      Bild 22: Regenjacke mit Kapuze und ohne Reißverschlss
      Jetzt war der Reißverschluss an der Reihe. Dafür habe ich mir Meterware (YKK AQUAGUARD 3C, Meterware, graphitgrau) nebst einem passenden Schieber von extremtextil besorgt. Den Reißverschluss habe ich auf die passende Länge zugeschnitten und oben und unten mit Metall-Endstücken versehen.
      Jetzt war die Frage: Wie befestige ich den Reißverschluss?
      Hier im Forum war die Meinung, dass es besser wäre den Reißverschluss wegen der zu erwartenden Schälbelastungen anzunähen.
      Also doch nähen.
      Dann habe wir, meine Frau und ich, versucht Probestücke des DCF-Materials mit einer einfachen Naht zu nähen. Nach ca. 1 Stunde haben wir entnervt aufgegeben. Es ist uns einfach nicht gelungen. Hier im Forum habe ich dann nach Problemen in MYOG-Nähprojekten gesucht und bin auf eine Menge von Kommentaren gestoßen, wo die unterschiedlichsten Probleme behandelt wurden. Einige habe ich auch bei unseren erfolglosen Versuchen vorgefunden, aber trotzdem habe ich das mit dem Nähen erstmal zur Seite gelegt.
      Dann habe ich mir überlegt, dass ich den Reißverschluss einfach mal einkleben könnte. Selbst wenn die Verklebung nicht richtig halten sollte, würde mir das später beim Nähen helfen, weil ich dadurch der provisorischen Befestigung des Reißverschlusses mit Stecknadeln aus dem Weg gehen würde.
      Also habe ich den Reißverschluss mit DCF-Transferklebeband eingeklebt. Schon bei der Verklebung habe ich festgestellt, dass die Klebeverbindung des Reißverschlusses mit dem DCF-Material erstaunlich stabil war. Zusätzlich habe ich auf der Innenseite den Reißverschluss mit dem DCF-Reparaturklebeband fixiert. Ein vorsichtiger Zugtest, den ich dann langsam immer weiter verstärkt habe, ergab die Erkenntnis, dass der Reißverschluss „bombenfest“ mit dem DCF-Material verbunden war. Ich war total überrascht.
      Das Bild 23 zeigt den „vorerst“ nur eingeklebten Reißverschluss.

      Bild 23: Regenjacke mit Reißverschluss
      Als letzte Arbeit habe ich das elastische Kordelband in die Kapuze eingefädelt, was im Bild 24 zu sehen ist.

      Bild 24: Regenjacke mit Kordelzug an der Kapuze
      Das Bild 25 zeigt das Endergebnis nach einem ersten Test in leichtem Regen.

      Bild 25: Das Kunstwerk ist fertig
      Gewicht
      Ich hatte ja schon angedeutet, dass das DCF-Reparaturklebeband das Gesamtgewicht der Regenjacke entscheidend beeinflusst hat. Hätte ich es nicht verwendet, würde die Regenjacke weniger als 100 g wiegen.
      DCF-Material (Stoff)                     75 g
      DCF-Reparaturklebeband und
      DCF-Transferkleber                      37 g
      Reißverschluss + Kordel             20 g
      Gesamt                                       132 g
      Das DCF-Material und den Reißverschluss habe ich exakt gewogen. Den Rest, das DCF-Reparaturklebeband und den DCF-Transferkleber (ohne Schutzschicht!!!), habe ich aus dem Gesamtgewicht der Regenjacke „herausgerechnet“. Dabei wird das Gewicht des DCF-Reparaturklebebandes den eigentlichen DCF-Transferkleber deutlich übersteigen.
      Fazit
      Den ersten Test im Regen und unter der Dusche hat die Regenjacke mit Bravour bestanden. Jetzt muss ich noch weitere Tests durchführen und prüfen, wie sich die Regenjacke im täglichen Alltag schlägt.
      Die Regenjacke macht wegen des DCF-Materials einen sehr „gebrechlichen“ Eindruck. Deshalb werde ich Tests mit dem Rucksack sehr vorsichtig angehen.
      Wenn das Problem mit dem Nähen des DCF-Materials gelöst ist, werde ich den Reißverschluss aus Sicherheitsgründen noch annähen. Man weiß ja nie…
      Ob ich das atmungsaktive DCF-Material nochmal verwenden würde?
      Ich kann es nicht genau sagen. Da bin ich zwiegespalten. Unschlagbar leicht ist es ja, wie in der obigen Rechnung zu sehen ist.
      Die nächsten Wochen müssen zeigen, was die Regenjacke kann…
       
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