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Erste Erfahrung mit dem Zelt

Featured Replies

Geschrieben

Hallo zusammen, da ich in 4 Wochen meine erste Bikepackingreise starten will, habe ich dieses Wochenende das erst mal im Garten im Zelt Probegeschlafen. Ich habe mir das Nemo Hornet Osmo 2P zugelegt, weil es mir wÀrmstens empfohlen wurde.

Vorgestern waren es nachts noch 20 Grad. Kann also nicht viel passieren wĂŒrde ich sagen. Doch war ich von dem vielen Kondeswasser ĂŒberrascht. Vor allem an der Innenseite des Überzelts. Aber auch ein ganz kleines bisschen im Innenzelt in BodennĂ€he.  Ich hatte Innen und Außenzelt komplett zu. Mir wurde eigentlich gesagt, dass dieses Zelt eine gute BelĂŒftung hat.

Gestern habe ich noch mal drin geschlafen. Es hatte nachmittags sehr stark geredet. Von außen also nass. Und es war schwĂŒl heiß.

Ich habe extra eine Seite des Außenzelts offen gelassen, damit die Luft besser zirkulieren kann. Diese Nacht war noch mehr Kondeswasser vorhanden. Auch innen.

Ist das normal? Muss ich jetzt immer alles trocken wischen, bevor ich es verstaue? 

Wie sind eure Erfahrungen mit zelten?

Viele GrĂŒĂŸe 

Geschrieben

Ich habe mich vor einiger Zeit gegen das Hornet 1p entschieden, weil es so eine schlechte LĂŒftung ( nĂ€mlich keine) hat.

Die einzige LĂŒftung erfolgt ĂŒber das recht hochgezogene Außenzelt. 
 

Aber auch mit guter LĂŒftung (mein 2erZelt hat vier LĂŒfter) kommt es bei bestimmten Witterungen zu viel Kondenswasser, das lĂ€sst sich nicht verhindern. 
Ich schleudere das Außenzelt nach dem Abbau etwas vor dem Verpacken, ganz trocken wird es dann erst beim nĂ€chsten Sonnenschein oder zu Hause. 

Geschrieben

Zur Physik hat @khyal schon viel und fachlich korrekt geschrieben. Die geschilderten Bedingungen sind auch ziemlich kondensattrÀchtig. 

So ganz ohne wird es selten gehen. Ich bin den Weg gegangen von einem kleinen Einmenschzweiwandzelt Ă€hnlich wie Du ĂŒber ein Einwandzelt jetzt zu einem Rechtecktarp. Kondensat gibt es meistens. Und ein A-Frame ist nun wirklich gut belĂŒftet.

Ich schĂŒttel morgens erstmal aus. Mein Rucksack hat eine große Außentasche aus Mesh. Da kommt Alles rein, was nass ist. Sobald die UmstĂ€nde es zulassen, mache ich eine Trocken- und FrĂŒhstĂŒckspause.

Trocken wischen hilft, aber etwas Feuchtigkeit bleibt immer.

Bearbeitet von Ameisenigel

Geschrieben

Weiss nicht wie fitt Du in Physik bist, aber die FĂ€hig von Luft Wasser dampfförmig aufzunehmen ist abhĂ€ngig von der Temperatur. Je WĂ€rmer es ist, desto mehr Feuchtigkeit kann Luft aufnehmen. Wenn es jetzt Nachts kĂ€lter wird verliert die Luft also diese FĂ€higkeit, und die relative Luftfeuchtigkeit steigt. Im Zelt selbst ist die Luft meist noch wĂ€rmer als drauße, da sie von der KörperwĂ€rme erwĂ€rmt wird. Das Delta kann erstaunlich groß werden. Und dein Schweiß verdampft. Wenn das auf die kalte Zeltbahn trifft, kondensiert das halt. 

Passiert das oft? Je nach Wetter. Wenn du zB im FrĂŒhjahr schon mal bei Sonne 22°C hast, fĂ€llt es Nachts auf 5°C, da kannst nach Sonnenuntergag zusehen wie der Nebel aus dem Boden aufsteigt und Dein Zelt wird pitschnass sein, egal was du tust. Im Sommer ist es weit besser. Bei Regen ist Dein Zelt eh nass.

Was tun? Du kannst das Inner getrennt vom Outer transportieren und so immer in einem trockenen Innenzelt schlafen, egal wie nass Dein Fly ist. Das mach ich zB. Das ist einer der GrĂŒnde warum ein Doublewall Zelt ĂŒberhaupt Sinn macht. Es gibt Leute die sagen, sie transportieren alles zusammen und trocknen es nach dem Aufstellen durch ihre KörperwĂ€rme. Habs nie probiert. Wischen hilft ggf, bin zu faul fĂŒr.

Das zweite ist die Wahl des Campspots. In a nutshell: Nicht bei GewĂ€ssern, nicht unten im Tal, Wind hilft bei der EntlĂŒftung, und am besten unter BĂ€umen, aber da haben erfahrenere schon dazu geschrieben, zB hier:

https://andrewskurka.com/tag/five-star-campsite-selection/

Wenn Du's lieber auf deutsch hast - @Robert Klink hat auf seinem Youtube Kanal auch einiges dazu - wenn Du die Werbung ertrĂ€gst 😉

Con Calma Y Con Alma

Geschrieben
  • Autor

Vielen Dank schon mal.

NatĂŒrlich ist mir klar, dass Kondenswasser bei extremen Temperaturunterschieden immer ein Thema sein wird, aber bei Nachts 20 Grad??

Ich hÀtte nicht gedacht, dass es dann ein Thema wÀre. 

Bei der zweiten Nacht mit dem Regen vorher und der SchwĂŒle schon eher. Aber auch da war trotzdem sehr warm. HĂ€tte nicht mit der Menge an Kondeswasser gerechnet 

Geschrieben

Meine Erfahrung: Wiese und freier Himmel = nasses Zelt, egal welche Temperatur.

Trocken bleibt es nur im Wald (unter BÀumen) oder bei krÀftigem Wind.

Geschrieben

Kondens gibt es fast immer, außer hoch oben im Gebirge oder an der KĂŒste mit ausreichend Wind. Daran wirst du dich gewöhnen. Wenn man das Zelt am nĂ€chsten Camp rechtzeitig wieder aufstellt, ist es ganz schnell wieder trocken.

Geschrieben

Ich kenne dein Zelt zwar nicht, kenne solche Kondenswasserprobleme aber eigentlich fast nur von einwandigen Zelten.

Seitdem ich das Portal habe, hatte ich nie wieder Probleme mit extremer NĂ€sse. Das hĂ€ngt natĂŒrlich auch immer davon ab, wo man es aufbaut, wie das Wetter ist und wie die ZeltlĂŒftung konstruiert ist. Generell habe ich die Erfahrung gemacht, dass die BelĂŒftung einen riesigen Unterschied macht.

Ich habe mal mit einem Kumpel draußen geschlafen: Ich in meinem einwandigen Rainbow, er in einem sauschweren, doppelwandigen Billigzelt von Amazon. Ich musste die ganze Nacht aufpassen, nicht an die Zeltwand zu kommen, und am Morgen war alles komplett durchfeuchtet. Bei ihm war hingegen fast gar nichts.

Ich wĂŒrde an deiner Stelle also mal schauen, ob du dein Zelt irgendwie besser belĂŒftet bekommst.

Aber wie geschrieben wurde, etwas Kondenswasser gibt es fast immer.

Bearbeitet von Shabeel

Geschrieben
  • Autor

Mein Zelt ist super leicht, fĂŒr 2 Personen und doppelwandig.

Aber dann sind es definitiv viele Erfahrungswerte, die mit reinspielen. Ich werde also einfach lernen :-)

Ich könnte auch beide Seiten vom Außenzelt auf machen. Dann wĂ€re Durchzug. Aber irgendwie hab ich da Beklemmungen. Kann ja jeder reingucken 😅

Geschrieben
vor einer Stunde schrieb MaryLou:

Ich könnte auch beide Seiten vom Außenzelt auf machen.

Eine Seite reicht.
In den warmen Tagen habe ich im Tarp so gut wie nie Kondenswasser, (es sei denn der Taupunkt will es so).
Meine Tarps haben keine spezielle ToplĂŒftung. Das wird hĂ€ufig ĂŒberbewertet.

_DSC8284.thumb.jpg.15fa4ed49a6af75767a7bc3577b1f1f4.jpg

VG. -wilbo-

 

Bearbeitet von wilbo

- Signatur von mir gelöscht -

Geschrieben
vor 5 Stunden schrieb MaryLou:

Aber irgendwie hab ich da Beklemmungen. Kann ja jeder reingucken 😅

OT: Dann sei mal froh, dass dein Nemo nicht aus DCF ist. Da kann man auch bei geschlossenen TĂŒren reingucken. 😉

Geschrieben

Ansonsten ist es aber leider, wie es ist und Kondensation gehört zum Zelten einfach dazu und man muss es irgendwie hinkriegen, damit umzugehen. Maßgeblich positiv beeinflussen kann man das Ganze mit einer geeigneten Stellplatzauswahl. Die typischen Instagram Motive mit Blick auf einen See oder Fluss sind dabei die denkbar schlechtesten StellplĂ€tze, wenn man Kondensation vermeiden will. Je mehr „Dach“ in Form von BĂ€umen oder GewĂ€chsen ĂŒber dem Zelt, umso trockener bleibt das Zelt auch innen.

Und trotzdem hat man nicht immer die Möglichkeit, einen aus Sicht der Kondensation perfekten Stellplatz zu finden. In solchen FĂ€llen habe ich dann immer einen kleinen Lappen parat, um das Innenzelt nach dem Aufwachen so trocken wie möglich zu wischen. Das gleiche mache ich dann von außen, solange das Zelt noch steht und gespannt ist. Und nach dem Aufbau schĂŒttelt man noch mal krĂ€ftig. Viel mehr kann man dann erst mal nicht tun und hat auf jeden Fall schon mal eine Menge NĂ€sse entfernt. Im weiteren Tagesverlauf kann man das Zelt dann in einer Pause aus dem Rucksack holen und in der Sonne oder Wind weiter trocknen lassen.

Geschrieben

Ich habe schon so einige UL Zelte durchgetestet.

Mein absolutes lieblings Zelt ist und bleibt das Tarptent Protrail Li.

Ist ein einwandiges Zelt.

Aber man kann es hinten und vorne komplett geöffnet lassen, ist gegen MĂŒcken etc
 total geschĂŒtzt und durch den Überhang des Zeltdachs geht das sogar bei leichtem Regen, bzw bei Regen und Windstille.

Wenn ich beide Öffnungen unverschlossen lasse, habe ich noch nie Kondenswasser im Zelt gehabt.

NatĂŒrlich kann man dann reingucken, aber man ist doch nicht nackt im Zelt?!?

Außerdem ist es ja irgendwann auch dunkel.

Geschrieben
vor 4 Minuten schrieb RaulDuke:

Mein absolutes lieblings Zelt ist und bleibt das Tarptent Protrail Li.

Diese HundehĂŒtte ist schon fĂŒr die meisten Wanderer nichts. Man kann im Zelt nicht aufrecht sitzen und bei Schmuddelwetter nicht drin kochen, ohne dass man Gefahr lĂ€uft, dass das DCF Schaden nimmt. 
Es wird ein Zelt fĂŒr eine Radreise gesucht. Dazu ist das Zelt meiner Meinung nach ein No-Go, weil man das ĂŒbrige Geraffel nicht mal in die Absiden nehmen kann, da sie nicht vorhanden sind. Bei einer lĂ€ngeren Radreise sind die Vorteile des Protrail (leicht und kleines Packmaß) sicher nicht der entscheidende Faktor.

Geschrieben

@Lolaine

Ich weiß nicht, ob wir ĂŒber das gleiche Zelt reden, aber erstens hat das Zelt eine Abside, in der man auch bei geschlossenem Zelt ganz hervorragend kochen kann (ich koche mit Spiritus) und zweitens kann ich darin, im vorderen Bereich bequem sitzen. SchĂ€tze, das das problemlos möglich ist, bis ca 175cm.

Außerdem bezog ich mich auf das unsĂ€gliche Kondens Problem, um das es hier mindestens zu 50% geht.

UnsÀglich deshalb, weil eben bei schönem Wetter nicht unbedingt Kondens auftreten muss, wenn man nur das richtige Zelt hat.

Das Protrail (mit oder ohne Li) ist ein A-Frame Zelt, was man vorne und hinten öffnen kann. Geöffnet hat man quasi ein Tarp mit MĂŒckennetz.

Ich habe damit schon an FlĂŒssen, an FlĂŒssen bei leichtem Regen, an FlĂŒssen bei Gewitter und an Sehen gezeltet.

Nie hatte ich nennenswerte Kondensation, außer beim Gewitter, mit den dazugehörigen Wassermassen und der SchwĂŒhle.

Bearbeitet von RaulDuke

Geschrieben
  • Autor

Vielen Dank schon mal an alle. FĂŒr mich heißt es dann wahrscheinlich einfach austesten, austesten, austesten.

 

Geschrieben

@MaryLou

Da wirst du wohl nicht drum herum kommen!

Denn hier bekommst du zwar viele Tipps, was Zelte, RucksÀcke, Quilt oder SchlafsÀcke, Regenbekleidung oder Kocher, etc
 etc
 etc
 angeht.

Das hilft einem schon mal, in der Theorie, einige Sachen auszuschließen, aber was genau dir persönlich am besten gefĂ€llt, kannst du tatsĂ€chlich nur ĂŒber Ausprobieren erfahren.

Aber wenn man das Meiste, also alles außer Daunenquilts, bzw SchlafsĂ€cke, gebraucht kaufst, kannst du vieles ausprobieren und nach ein bis zwei Testtouren oder Overnightetn, fĂŒr den gleichen Preis, weiter verkaufen.

Ich schreibe mir immer auf, was ich fĂŒr wie viel Euro gekauft und verkauft habe.

Ich habe tatsĂ€chlich fĂŒr 5640€ Sachen verkauft, in den 5 Jahren, die ich mittlerweile UL unterwegs bin.

Gekauft habe ich die Dinge fĂŒr 6310€.

Habe also in 5 Jahren gerade mal 670€ drauf gezahlt. Und das auch nur, da da natĂŒrlich auch Sachen bei waren, die ich ein Jahr, oder so, genutzt und dann natĂŒrlich einen gewissen, geringen Verlust eingerechnet habe.

Und du brauchst natĂŒrlich auch nicht sooo viel ausprobieren, wie ich, denn ich habe mich im Laufe der Zeit zu einem Gearnerd entwickelt.

Es waren 7 Zelte, 10 Tarps, 9 RucksĂ€cke, mehrere Quilts mit SyntetikfĂŒllung, Luftmatratzen, Isomatten, Kocher etc
 etc
 etc
 

Aber auf Dauer wirst du bestimmt 2-3 Zelte und oder Tarps und eben so viele RucksÀcke, bzw Fahrradtaschen, Lenkradrollen oder Arschraketen ausprobieren
 wenn du am Wandern oder Bikepacken gefallen findest und am Ball bleibst.

Der Gebrauchtmarkt bietet so viele Möglichkeiten
 und was man bequem findet, kann sich im laufe der Jahre auch leicht mal Ă€ndern.

Ich habe sogar meinen ersten Daunenquilt, hier ĂŒber das Forum, gebraucht gekauft. Der User hatte ganz ehrlich geschrieben, das der Loft schon etwas nachgelassen hatte und er den Quilt, bevor er ihn mir anbot, gewaschen hatte. 
 

Hahahahaha, des schönste ist, das der Quilt eine kleine BeschÀftigung hat, die mein Vorbesitzer einfach mit einem Fitzelchen Leukoplast Pflaster geflickt hat. Was soll ich sagen, der Flicken hÀlt noch immer!

Ich nutze ihn immer noch, denn er ist ein hervorragender Sommerquilt, fĂŒr alle Temperaturen ĂŒber 15 Grad.

80€ habe ich damals fĂŒr den 250er Cumulus Quilt bezahlt.

Bearbeitet von RaulDuke

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