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Ultraleicht Trekking
Harakiri

Durchquerung Finnmark Februar/März '20

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Guten Tag!

Nachdem ich eine ganze Weile auf dem Fahrrad unterwegs war, bin ich aus Kostengründen letztes Jahr auf den Rucksack umgestiegen und eine erste lange Tour zum Nordkapp in ca. drei Monaten gelaufen. Die Landschaft des hohen Nordens hat es mir wirklich angetan und deshalb habe ich vor, noch diesen Winter dorthin zurückzukehren. Mein Ziel ist es, die Finnmark von Osten nach Westen hin zu durchqueren. Dabei wollte ich in Vardø starten und versuchen, bis nach Alta oder Hammerfest zu laufen. Essen und Benzin wollte ich alle 5-10 Tage laufen. Auf der Route müsste das möglich sein. Das Unterfangen würde mindestens 30 Tage lang dauern. Am 24. Februar will ich starten.

Ich habe bereits viel Outdoorerfahrung, allerdings primär auf dem Rad und auch nicht bei ernsthaft kalten Temperaturen. Unter etwa -6°C war ich noch nie unterwegs, geschweige denn länger bei tiefen Minusgraden. Meine Ausrüstung war immer sehr schlecht und schwer. Schnee und Kälte machen mir nichts aus, aber ich habe noch nie Schnee geschmolzen oder länger als einen Tag auf Schneeschuhen gelaufen. Mit Kochern habe ich generell gar keine Erfahrung. Luxusgüter wie Kaffee oder generell warme Küche brauche ich nicht. Einen Schlafsack habe ich bisher nur bei der langen Wanderung letztes Jahr benutzt. Bei den Radreisen kam ich immer ohne aus, auch in Skandinavien. Wegen den Temperaturen mache ich mir also keine Sorgen. 
Viel eher frage ich mich, ob man in den nicht gebirgigen Teilen der Finnmark überhaupt gut mit Kompass und Karte navigieren kann. Kennt vielleicht jemand die Finnmarksvidda, die Varangerhalvøya oder den Stabbursdalen-Nationalpark im Winter und kann mir einige Tipps geben? Ist Stabbursdalen klimatisch zu extrem oder stark lawinengefährdet? Ist die Tour generell zu riskant?
Zu meiner Route finde ich fast nichts. Leider touren fast alle Leute in den Skanden. Für mich kommt das nicht in Frage. Ich will keinen Tageswanderern, Schneemobilen und Hundeschlitten begegnen und auch nicht in Hütten übernachten. Draußen schlafe ich sowieso viel besser. Für eine Pulka und Ski fehlt mir leider das Geld, außerdem ist das logistisch schwierig.

 


https://lighterpack.com/r/zwr7f1
Hier ist meine (unfertige) Packliste. Die mit einem Stern gekennzeichneten Gegenstände habe ich mir noch nicht angeschafft. Wie kann ich für wenig Geld das Gewicht minimieren? Und was für (bezahlbare) Schneeschuhe würdet ihr mir empfehlen? Nimmt man diese aus, dürfte man jetzt schon ein gutes Bild von dem Gewicht haben. Bei der Tour kommt natürlich noch viel Essen und Benzin dazu.

Mit der Kleidung, die ich mir bisher angeschafft habe, bin ich sehr zufrieden. Schon in der dünnen Daunenjacke habe ich bei meinen Tests bei leichten Minusteperaturen extrem geschwitzt - und das nur mit einem Unterziehshirt darunter. Alle Daunenprodukte haben 800cuin, nur die Handschuhe haben weniger. Vielleicht ist mein Setup zu warm. Mitte Februar werde ich das in den Alpen überprüfen. Ich denke aber, dass die Bekleidung so passend ist. Eventuell packe ich noch ein Oberteil dazu.

Brauche ich ein zweites Paar Schuhe? Ich könnte noch Trailrunningschuhe einpacken, aber wüsste nicht, welchen Zweck die hätten, außer am Flughafen nicht lächerlich auszusehen... 

Wie kann ich mit möglichst wenig Geld mein Schlafsystem nach unten hin wärmer gestalten? Die Matten von Therm-A-Rest usw. sind mir zu teuer. Gibt es günstigere Alternativen zu den hochpreisigen Modellen?

Macht es Sinn, sich eine leichte Kopflampe wie die Nitecore NU05 zu kaufen, oder sollte ich eher bei einem Modell mit langer Akkuleistung und höherem Gewicht bleiben? Ich brauche Kopflampen nur selten und wenn, dann stelle ich sie sofort auf eine niedrige Stufe. 

Und zu guter Letzt: Könnt ihr mir ein günstiges Gerät empfehlen, mit dem ich einen Notruf mit meiner Position absenden kann, das auch bei Kälte zuverlässig funktioniert?

Mein Budget ist leider gering, weil ich Student bin. Es wäre nett, wenn ihr das berücksichtigen würdet.



Hoffentlich könnt ihr auf einige der Fragen eingehen. Ich würde mich auch generell über Anregungen freuen. 
Danke für's Lesen. Vielen Dank im Voraus!

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vor 35 Minuten schrieb Harakiri:

Mit der Kleidung, die ich mir bisher angeschafft habe, bin ich sehr zufrieden. Schon in der dünnen Daunenjacke habe ich bei meinen Tests bei leichten Minusteperaturen extrem geschwitzt - und das nur mit einem Unterziehshirt darunter. Alle Daunenprodukte haben 800cuin, nur die Handschuhe haben weniger. Vielleicht ist mein Setup zu warm. Mitte Februar werde ich das in den Alpen überprüfen. Ich denke aber, dass die Bekleidung so passend ist. Eventuell packe ich noch ein Oberteil dazu.

2x Daunenjacke, da würde ich eine rausschmeißen. Wenn du dich bewegst dann brauchst du wahrscheinlich nur ein Unterhemd und eine Windjacke. In den Pausen dann Daunenjacke drüber und gut ist, im Camp dann noch Fleece drunter und falls im Verlauf des Abends doch zu kalt dann ab in den Schlasa. 2x Fleecehose ist wohl auch overkill.

5l Kanister Benzin ist zu viel.

vor 35 Minuten schrieb Harakiri:

Wie kann ich mit möglichst wenig Geld mein Schlafsystem nach unten hin wärmer gestalten? Die Matten von Therm-A-Rest usw. sind mir zu teuer. Gibt es günstigere Alternativen zu den hochpreisigen Modellen?

Nimm lieber noch ne geschlossenzellige Matte mit. Unkaputtbar und billig. Im Schnee kann man sich den Untergrund eh etwas zurechtkneten, da ist eine superfluffige Thermarest nicht soo notwendig. Wenn die Thermarest im Eimer ist, dann ist das im Winter u. U. der Supergau. Zumindest bist du dann jeden Abend damit beschäftigt Tannenwedel als zusätzliche Isolation unters Zelt zu packen. Bei 2 m Schnee nicht gerade lustig.

vor 35 Minuten schrieb Harakiri:

Luxusgüter wie Kaffee oder generell warme Küche brauche ich nicht.

Warme Küche ist bei -20 Grad kein Luxus sondern Notwendigkeit. Ein -20 Grad kalter Müsliriegel ist nicht gerade angenehm im Mund und sollte in einer Jackentasche oder im Schlafsack wenigstens annähernd auf essbare Temperaturen gebracht werden. Schnee schmilzt sich auch nicht von alleine und kann nicht literweise am Körper erwärmt werden. Um den Kocher kommst du also nicht drumrum.

Irgendein dünnes Sperrholzbrett (so ca. 30x40 cm) ist als Unterlage für den Kocher sinnvoll, sonst sinkt er in den Schnee ein.

Auch praktisch ist ein kleiner Becher mit Schnur dran. Dann kann man an offenen Wasserläufen Wasser angeln ohne zu nahe an das Wasser ran zu müssen (Gefahr des Nasswerdens). Jedes Wasser das man nicht schmelzen muss spart eine Menge Brennstoff.

Denke daran alles was warm bleiben soll abends mit in den Schlafsack zu nehmen (Elektronik am besten in Plastiktüten wegen Kondens und Taupunkt und so).

Denk daran viel zu trinken, ich habe meine einzige Wintertour in Skandinavien abgebrochen wegen Austrocknung.

LG, Christian

bearbeitet von Christian Wagner
Ergänzung

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vor 37 Minuten schrieb Christian Wagner:

2x Daunenjacke, da würde ich eine rausschmeißen. Wenn du dich bewegst dann brauchst du wahrscheinlich nur ein Unterhemd und eine Windjacke. In den Pausen dann Daunenjacke drüber und gut ist, im Camp dann noch Fleece drunter und falls im Verlauf des Abends doch zu kalt dann ab in den Schlasa. 2x Fleecehose ist wohl auch overkill.

Die Jacken wiegen etwa 380g und 300g. Ich denke schon, dass die beide nötig sein werden, wenn ich mich nicht bewege. Normalerweise laufe ich den ganzen Tag und mache regelmäßige Pausen, nicht nur zum Essen. Die 300g sind es mir wert - alleine schon, weil ich mich dann sehr sicher fühle.
https://www.decathlon.de/p/bergsteiger-jacke-daunen-alpi-light-isolierung-herren/_/R-p-177432?mc=8510082&c=ORANGE
https://www.decathlon.de/p/daunenjacke-trek-100-herren/_/R-p-167571?mc=8397296&c=BLAU

Bei den Hosen bin ich mir noch unsicher, wie viele nötig sind. Die Daunenhose ist bestellt, aber noch nicht angekommen. Erst wenn ich sie habe, weiß ich mehr.

 

vor 39 Minuten schrieb Christian Wagner:

5l Kanister Benzin ist zu viel.

Ja, wahrscheinlich schon. Ich werde mal nach einem kleineren Kanister gucken. 3,5l muss ich insgesamt schon transportieren können. Zwei große MSR-Flaschen reichen leider nicht für 10 Tage.

 

vor 41 Minuten schrieb Christian Wagner:

Nimm lieber noch ne geschlossenzellige Matte mit. Unkaputtbar und billig. Im Schnee kann man sich den Untergrund eh etwas zurechtkneten, da ist eine superfluffige Thermarest nicht soo notwendig. Wenn die Thermarest im Eimer ist, dann ist das im Winter u. U. der Supergau. Zumindest bist du dann jeden Abend damit beschäftigt Tannenwedel als zusätzliche Isolation unters Zelt zu packen. Bei 2 m Schnee nicht gerade lustig.

Klingt gut. Ich habe bei Luftmatratzen sowieso immer Paranoia und benutze sie deshalb eigentlich nicht. 
Nadelwald gibt es auf der Strecke nicht so viel.

 

vor 43 Minuten schrieb Christian Wagner:

Warme Küche ist bei -20 Grad kein Luxus sondern Notwendigkeit. Ein -20 Grad kalter Müsliriegel ist nicht gerade angenehm im Mund und sollte in einer Jackentasche oder im Schlafsack wenigstens annähernd auf essbare Temperaturen gebracht werden. Schnee schmilzt sich auch nicht von alleine und kann nicht literweise am Körper erwärmt werden. Um den Kocher kommst du also nicht drumrum.

Ja, das ist mir klar. Das war auf die vorherigen Touren bezogen. Trotzdem werde ich nicht jede Mahlzeit kochen, um mein Gewicht zu minimieren und Zeit zu sparen. 

 

vor 45 Minuten schrieb Christian Wagner:

Irgendein dünnes Sperrholzbrett (so ca. 30x40 cm) ist als Unterlage für den Kocher sinnvoll, sonst sinkt er in den Schnee ein.

Aktuell habe ich die Unterlage des Kochers von MSR dabei. Die ist recht leicht. Eventuell könnte ich noch einen Untersetzer für Töpfe aus Kork einpacken. Der dürfte den Kocher effizienter machen.

 

vor 47 Minuten schrieb Christian Wagner:

Auch praktisch ist ein kleiner Becher mit Schnur dran. Dann kann man an offenen Wasserläufen Wasser angeln ohne zu nahe an das Wasser ran zu müssen (Gefahr des Nasswerdens). Jedes Wasser das man nicht schmelzen muss spart eine Menge Brennstoff.

Ich denke nicht, dass ich viel offenes Wasser finden werde. Die Idee ist auf jeden Fall interessant. Vielleicht könnte jemand, der die Gegend im Winter gut kennt, etwas dazu sagen.
 

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N´Abend Harakiri!
Das ist eine sehr ambitionierte Tour, die Du Dir vorgenommen hast.
Bei dem aktuellen Stand Deiner Vorbereitungen sind noch eine Menge Variablen offen.

vor 3 Stunden schrieb Harakiri:

... Unter etwa -6°C war ich noch nie unterwegs, geschweige denn länger bei tiefen Minusgraden.
... Schnee und Kälte machen mir nichts aus, aber ich habe noch nie Schnee geschmolzen
... oder länger als einen Tag auf Schneeschuhen gelaufen.
... Mit Kochern habe ich generell gar keine Erfahrung.
... Einen Schlafsack habe ich bisher nur bei der langen Wanderung letztes Jahr benutzt.
... Wegen den Temperaturen mache ich mir also keine Sorgen. 
... Viel eher frage ich mich, ob man in den nicht gebirgigen Teilen der Finnmark überhaupt gut mit Kompass und Karte navigieren kann.

Versteh mich bitte nicht falsch, ich habe meine ersten Winter-Wanderungen unter ähnlichen Voraussetzungen begonnen. War mir aber in der Zeit vor Mobilfon & Satellitenempfang über die Konsequenzen im Klaren. Dementsprechend habe ich versucht möglichst viele meiner "offenen Positionen" Vorort zu klären. Das funktionierte mit kurzen Test-Touren innerhalb des hiesigen Winters ganz gut.

Dabei klärte sich unter anderem, dass über drei Tage hinaus mein Schlafsystem nicht zuverlässig funktionierte und meine Schuhe die Füße nicht richtig warm halten konnten. Hinzu kamen noch andere Dinge, an die ich bis dahin nicht mal gedacht hatte. ;)

Ich kann Dir die Informationen über alle Wintertouren von Andrew Skurka wärmstens empfehlen. Hier beschreibt er beispielsweise wie lange es brauchte, bis ein VBL System zusammen hatte was gut für ihn funktioniert. https://andrewskurka.com/vapor-barrier-liners-theory-application/

vor 3 Stunden schrieb Harakiri:

Zu meiner Route finde ich fast nichts.

Das ist an sich nichts Schlechtes, setzt aber eine intensive Auseinandersetzung mit der Strecke voraus. Bei allen Fährnissen des Geländes und der Unberechenbarkeit des Klimas würde ich mir jede mögliche Ausstiegsoption genau anschauen und mit einplanen.

vor 3 Stunden schrieb Harakiri:

Könnt ihr mir ein günstiges Gerät empfehlen, mit dem ich einen Notruf mit meiner Position absenden kann, das auch bei Kälte zuverlässig funktioniert?

Diese Geräte und Verträge sind leider alles andere als günstig.

VG. -wilbo-

 

bearbeitet von wilbo

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vor 51 Minuten schrieb dennisdraussen:

Also nach kurzer konsultation der Klimatabelle, OHNE ERNSTHAFTE WINTERERFAHRUNG IST DAS KEINE GUTE IDEE!

Das kann ich persönlich nicht nachvollziehen. Letztes Jahr war ich mit absolut unangemessener Kleidung, dem billigsten Zelt von Amazon und einem billigen Synthetikschlafsack Anfang Frühjahr im Nordteil Schwedens und ich kam ganz gut klar. Das einzige Problem ist gewesen, dass mein Schlafsack nass wurde, weil mein Zelt undicht war. Bis -6°C ging das ungefähr nachts. Gefährlich war das nicht. 

Jetzt habe ich zwei Daunenjacken, die ich vorher nicht hatte. Eine ordentliche Softshellhose, die ich vorher nicht hatte. Daunenfäustlinge und zwei Lagen darunter. Mehrere Lagen Socken, Plastiktüten und Stiefel mit integrierten Gamaschen. Eine Mütze hatte ich auch nie dabei, jetzt schon. Dazu kommen noch die Kaputzen der Jacken und eine Maske mit Neophren, eine Skibrille für starken Wind und Kälte, ein Notfallbiwaksack, zwei Isomatten usw.
Mein Schlafsack hat 1100g 800er Daunen (zum Vergleich: der Kodiak GWS von Western Mountaineering hat ca. 900g Füllung mit minimal besseren Daunen, Komfort -18°C), einen Daunen-Sommerschlafsack und den Notfallbiwaksack als VBL.
Das Hilleberg Soulo ist auch angemessen für die Bedingungen. Es trägt den Schnee ohne Probleme und es regnet auch nicht rein. 
Bis -20°C dürfte ich ganz gut aufgestellt sein und wenn es dann nachts deutlich kühler wird, bin ich im Schlafsack. 


 

vor 6 Minuten schrieb wilbo:

Versteh mich bitte nicht falsch, ich habe meine ersten Winter-Wanderungen unter ähnlichen Voraussetzungen begonnen. War mir aber in der Zeit vor Mobilfon & Satellitenempfang über die Konsequenzen im Klaren. Dementsprechend habe ich versucht möglichst viele meiner "offenen Positionen" Vorort zu klären. Das funktionierte mit kurzen Test-Touren innerhalb des hiesigen Winters ganz gut.

Ich versuche jede Nacht raus zu gehen, wenn es hier mal etwas kälter ist. Mich stören die Minustemperaturen hier in Deutschland gar nicht. Meine Kleidung kann ich hier nicht wirklich testen, weil ich mit Jogginghose, langer Unterhose und Laufschuhen auch nach mehreren Stunden nicht friere. Vor ein paar Tagen waren es hier -2°C und ich habe am Ende nur noch ein dünnes Fleeceoberteil und ein Merinoshirt am Oberkörper gebraucht, um warm zu bleiben. Dabei hatte ich als Training etwa so viel Gewicht wie auf der geplanten Tour dabei.
Zwei Tage vor der Tour bin ich noch in den Alpen und werde dort meine gesamte Ausrüstung bei ein paar Übernachtungen am Berg testen. Die Schneeschaufel und der Kocher werden dann auch ausprobiert.

Damit Missverständnisse ausgeräumt werden: Ich habe bisher ca. 15 Nächte unter Null draußen verbracht, davon eine ohne Zelt in einem Unterstand. Vom Skifahren in den Alpen kenne ich auch die Temperaturen, die dort oben auf mich zukommen. Als Wintererfahrung zähle ich das nicht, weil das mit einer wochenlangen Tour im Norden Norwegens wenig zutun hat.

Mit der Aussage "einen Schlafsack habe ich bisher nur bei der langen Wanderung letztes Jahr benutzt" meinte ich, dass ich bei meinen anderen Touren nie einen benötigt habe. Bis ca. 7 oder 8°C geht das ohne Probleme. Bei Temperaturen darunter klappt es bestimmt auch noch, aber ich war in dem Bereich nie ohne Schlafsack unterwegs.

vor 32 Minuten schrieb wilbo:

Das ist an sich nichts Schlechtes, setzt aber eine intensive Auseinandersetzung mit der Strecke voraus. Bei allen Fährnissen des Geländes und der Unberechenbarkeit des Klimas würde ich mir jede mögliche Ausstiegsoption genau anschauen und mit einplanen.

Von Vardö bis Tana verläuft die Strecke sehr nah an der Straße. Vielleicht bleibe ich sogar am Anfang drauf, um mich an die Situation heranzutasten. Bis nach Tana wäre es auch schneller. Die Europastraßen sind immer geräumt und man hat überall Empfang mit dem Handy. Erst gegen Ende der Reise wäre das Gelände anspruchsvoller und weiter von den Straßen entfernt. Ich muss sowieso immer wieder Nahrung und Benzin kaufen, daher werde ich nie zu weit von der Zivilisation entfernt sein.

 

vor 49 Minuten schrieb wilbo:

Ich kann Dir viele Informationen über die Wintertouren von Andrew Skurka ans Herz legen. Hier beschreibt er beispielsweise wie lange es brauchte, bis ein VBL System endlich gut für ihn funktionierte. https://andrewskurka.com/vapor-barrier-liners-theory-application/

Das werde ich mir direkt mal durchlesen. Danke für die Anregungen! 





 

IMG_20190502_060633.jpg

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Dein Schlafsack hat eine Komforttemperatur von -12 Grad, möglich sind in der Gegend aber auch mal Temperaturen unter -20 da wird’s dann blöd... deine 2 Schlafsäcke sind zwar von der Idee her ganz gut aber passen wohl kaum mit vollem Loft ineinander.

 

Da du das Geldthema ja schon erwähnt hast, Norwegen ist Richtig teuer.

 

bearbeitet von dennisdraussen

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Auf welchen Skiern willst du vorankommen und wie sollen u.a. 5L Benzin transportiert werden?

wie sieht die Proviantliste aus?

HB Soulu ist an sich ein super Zelt, aber für das viele Zeug zu eng und zu nass?

Funktioniert der VBL zuverlässig?

Funtioniert die Powerbank bei -20Grad?

Ersatzbenzinpumpe?

Warst du schonmal in Skandinavien?

Whitout in Nordnorwegen ist etwas anderes als im deutschen Schmuddelwinter im T-Shirt vor die Tür zu gehen oder auf der Skipiste in die Jagertee Stube einzukehren!

Die Finnmark zu durchqueren ist als Anfängertour vielleicht nicht die beste Idee?

(Die Seite https://www.winterfjell.de

habe ich mit auch gerade angeschaut und erklärt das notwendige Knowhow sehr gut)

 

bearbeitet von pielinen

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Hallo, ich war nie so hoch im Norden,war mal gepland und habe damals viel gelesen (und viel gekauft :wink:)

Hier einige Links

https://www.princeton.edu/~oa/winter/wintcamp.shtml

http://www.etisurvival.com/snocv.htm

https://andrewskurka.com/vapor-barrier-liners-theory-application/

Hab nog das Buch von Nols Winte rcamping (Englisch) hier liegen, kann ich dir gerne gegen versand(aus Belgien) zukommen lassen.

 

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vor 11 Stunden schrieb Harakiri:

[..] Das einzige Problem ist gewesen, dass mein Schlafsack nass wurde, weil mein Zelt undicht war. Bis -6°C ging das ungefähr nachts. Gefährlich war das nicht. 

Jetzt habe ich zwei Daunenjacken, die ich vorher nicht hatte. Eine ordentliche Softshellhose, die ich vorher nicht hatte. Daunenfäustlinge und zwei Lagen darunter. Mehrere Lagen Socken, Plastiktüten und Stiefel mit integrierten Gamaschen. Eine Mütze hatte ich auch nie dabei, jetzt schon. Dazu kommen noch die Kaputzen der Jacken und eine Maske mit Neophren, eine Skibrille für starken Wind und Kälte, ein Notfallbiwaksack, zwei Isomatten usw.
Mein Schlafsack hat 1100g 800er Daunen (zum Vergleich: der Kodiak GWS von Western Mountaineering hat ca. 900g Füllung mit minimal besseren Daunen, Komfort -18°C), einen Daunen-Sommerschlafsack und den Notfallbiwaksack als VBL.
Das Hilleberg Soulo ist auch angemessen für die Bedingungen. Es trägt den Schnee ohne Probleme und es regnet auch nicht rein. 
Bis -20°C dürfte ich ganz gut aufgestellt sein und wenn es dann nachts deutlich kühler wird, bin ich im Schlafsack. 

[..]

Vor ein paar Tagen waren es hier -2°C und ich habe am Ende nur noch ein dünnes Fleeceoberteil und ein Merinoshirt am Oberkörper gebraucht, um warm zu bleiben. Dabei hatte ich als Training etwa so viel Gewicht wie auf der geplanten Tour dabei.
Zwei Tage vor der Tour bin ich noch in den Alpen und werde dort meine gesamte Ausrüstung bei ein paar Übernachtungen am Berg testen. Die Schneeschaufel und der Kocher werden dann auch ausprobiert.

Damit Missverständnisse ausgeräumt werden: Ich habe bisher ca. 15 Nächte unter Null draußen verbracht, davon eine ohne Zelt in einem Unterstand. Vom Skifahren in den Alpen kenne ich auch die Temperaturen, die dort oben auf mich zukommen. Als Wintererfahrung zähle ich das nicht, weil das mit einer wochenlangen Tour im Norden Norwegens wenig zutun hat.
[..]

Vorweg: ich habe selber auch noch keine mehrtägige Wintertourerfahrung in Nordskandinavien, aber habe mich eingehend damit beschäftigt und durfte lang genug in der Ecke leben, um zu wissen, wie der Winter in Nordnorwegen aussehen kann. Deshalb mach' mit meinen Anmerkungen was Du willst, aber wenn Du die Tour durchziehst würden wir uns sicher alle über einen Bericht freuen ;-)

Den Schlafsack nicht trocken zu halten können, wird bei mehreren Tagen schnell gefährlich; erst recht wenn es kein Backup durch Hütten o.ä. gibt. Und bei -6 Grad kam der nasse Schlafsack bestimmt nicht mehr durch ein undichtes Zelt, sondern durch Kondenswasser. Und verlass', Dich nicht zu sehr auf die Straße als Notausstieg - denn ein Notausstieg geschieht selten bei Prachtwetter und guten Bedingungen, sondern meistens dann wenn es richtig ungemütlich wird und keine Sau auf den Straßen unterwegs ist, wenn diese nicht ohnehin gesperrt sind oder nur Kolonnekjøring angesagt ist

Das Problem wird zudem nicht sein, in Bewegung warm zu bleiben - auch bei knackigen Minusgraden wird einem dabei recht schnell warm. Erst recht mit Schneeschuhen (die Finnmark ist jetzt zwar nicht für ihren Schneereichtum bekannt, aber wenn Du Strecke machen willst, wären Ski dennoch die gängigere Wahl). Das Ziel sollte eher sein, bei Bewegung übermäßiges Schwitzen zu minimieren, weil Du sonst in Pausen und am Abend zu schnell auskühlst und die nassgeschwitzten Sachen zum Brett frieren. Was die Temperaturen angeht, kuck' mal z.B. hier: Letztes Jahr im März eine Durchschnittstemperatur von -10 Grad - allerdings auch bei einer Spanne von +5 bis -35 Grad.

Ich kann Deinen Wunsch sehr gut nachvollziehen, aber vielleicht wäre ja für die erste Wintertour etwas "gemäßigteres" in den Skanden doch genau das Richtige - ja, da werden womöglich mehr Menschen unterwegs sein als in der Finnmark, aber es muss ja auch nicht die letzte Wintertour bleiben.

EDIT: Hier habe ich noch einen Tourenbericht von Februar/März letzten Jahres gefunden; vielleicht hilft das ja etwas weiter.

bearbeitet von moritz

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vor 20 Stunden schrieb dennisdraussen:

Dein Schlafsack hat eine Komforttemperatur von -12 Grad, möglich sind in der Gegend aber auch mal Temperaturen unter -20 da wird’s dann blöd... deine 2 Schlafsäcke sind zwar von der Idee her ganz gut aber passen wohl kaum mit vollem Loft ineinander.

 

Da du das Geldthema ja schon erwähnt hast, Norwegen ist Richtig teuer.

Die Angabe des Herstellers wird wohl recht zurückhaltend sein, bei der Menge an so guten Daunen. Ich rechne damit, dass der Schlafsack deutlich mehr drauf hat. Das wird sich bei den Tests in den Alpen zeigen. Wenn es nicht reicht, wird ein anderer Schlafsack gekauft, koste es was es wolle.

Ich finde das Essen in Norwegen nicht teuer, andere Sachen natürlich schon . Wenn man nur Essen kauft, zahlt man 50% als in Deutschland. Ist also immernoch billig, weil die Preise hier in Deutschland meistens zu gering sind. Ich bin bei meiner letzten Wanderung am Ende in Norwegen mit 3€ pro Tag ausgekommen: Es gab Kartoffelsalat und Knäckebrot für mehrere Wochen. Im Winter geht das nicht und schwer ist es auch. Aber auch im Winter sind 8€ pro Tag locker möglich. 
Für drei Monate in Schweden, Finnland und Norwegen habe ich ca. 1400€ zahlen müssen, Anreise inklusive. Nach der Hälfte der Tour musste ich mir neue Schuhe kaufen. Der Preis in Jokkmokk war mehr als doppelt so hoch wie herkömmlich. 180€ für das vorvorletzte Asics-Laufschuhmodell haben schon geschmerzt... Auch die Aufenthalte auf Campingplätzen am Anfang und am Ende (um auf den Flug zu warten) waren echt teuer. Das Essen ist preislich total in Ordnung gewesen, wenn man das vergleicht.

 

vor 14 Stunden schrieb momper:

https://www.winterfjell.de kennst Du ja vermutlich ... 

Ja, ich müsste alles gelesen haben. 

 

vor 14 Stunden schrieb pielinen:

Auf welchen Skiern willst du vorankommen und wie sollen u.a. 5L Benzin transportiert werden?

Eigentlich hatte ich Schneeschuhe eingeplant, aber wenn es Ski sein müssen, muss ich mir noch um das ganze Setup Gedanken machen. Ich habe zwar welche, aber das sind Alpinski. Per PN habe ich ja schon mehr dazu geschrieben. Von Wandern mit Ski habe ich keine Ahnung und ich habe nicht das Verlangen, es im Winter in der Tundra spontan auszuprobieren. Mal davon abgesehen, dass ich damit nicht einmal bis zur ersten Tankstelle komme, um dort Benzin zu kaufen, außer wenn ich mein Zeug irgendwo im Schnee vergrabe und mir dann einen Anhalter suche oder durch den Unterwassertunnel in den Ort laufe.

vor 14 Stunden schrieb pielinen:

wie sieht die Proviantliste aus?

Ist noch nicht aufgestellt. Ich wollte alle 5-10 Tage eine Ortschaft ansteuern und mich dort mit Sachen eindecken. Daheim kann ich mal Zeug in die Kühlung schmeißen und gucken, was noch genießbar ist. Nüsse werden wahrscheinlich die Basis sein, wahrscheinlich auch Couscous und vielleicht Chips oder so, wenn das geht. Auf der Tour decke ich mich dann eventuell mit mehr ungesundem/fettigem Zeug ein, weil das die beste Kaloriendichte hat.

vor 14 Stunden schrieb pielinen:

HB Soulu ist an sich ein super Zelt, aber für das viele Zeug zu eng und zu nass?

Wenn es nicht unerwartet warm wird, kann ich das meiste Zeug in der Apsis lassen oder auf den Schlafsack legen. Darin abzuwettern ist kein Vergnügen, klar, aber zu sterben macht noch weniger Spaß.

vor 14 Stunden schrieb pielinen:

Funktioniert der VBL zuverlässig?

Weiß ich nicht und das macht mir Sorgen. Auch in den Alpen kann ich das nicht wirklich testen. Ich werde wahrscheinlich noch weitere bestellen.

vor 14 Stunden schrieb pielinen:

Funtioniert die Powerbank bei -20Grad?

Die wird immer in der Innentasche der Jacke oder im Schlafsack bleiben, genau wie die ganze restliche Elektronik. Das Handy benutze ich eventuell ein paar mal zum Fotografieren und sonst auch nicht wirklich.

vor 14 Stunden schrieb pielinen:

Ersatzbenzinpumpe?

Aktuell habe ich nur die Standardpumpe des Kochers. Die spezielle Winter-Expeditions-Übertreiberversion ist unverschämt teuer. Vielleicht lege ich mir noch eine zweite Pumpe zu, wenn ich einen glaubwürdigen Bericht finde, in dem die Pumpe versagt. Die Dichtung soll ja nicht so toll sein, aber auch nicht unbedingt kaputt gehen.

vor 14 Stunden schrieb pielinen:

Warst du schonmal in Skandinavien?

Ja, letztes Jahr für fast drei Monate mit dem Rucksack und mehrfach mit dem Rad oder als klassischer Urlaub. Die Finnmark bin ich schon vom (praktisch) südlichsten bis zum nördlichsten Punkt durch, deshalb kommt jetzt eine Ost-West-Durchquerung dran.
 

 

vor 12 Stunden schrieb iggyriggy:

Hier einige Links

https://www.princeton.edu/~oa/winter/wintcamp.shtml

http://www.etisurvival.com/snocv.htm

https://andrewskurka.com/vapor-barrier-liners-theory-application/

Hab nog das Buch von Nols Winte rcamping (Englisch) hier liegen, kann ich dir gerne gegen versand(aus Belgien) zukommen lassen.

Danke, das werde ich mir auf jeden Fall durchlesen. Wir schreiben ja schon.
 

 

vor 11 Stunden schrieb moritz:

Und bei -6 Grad kam der nasse Schlafsack bestimmt nicht mehr durch ein undichtes Zelt, sondern durch Kondenswasser.

Ein Teil war rückblickend gesehen wohl Kondenswasser, stimmt. Aber das war eher unproblematisch. Mein Zelt ist einfach extrem im Regen/Schnee zusammengefallen und mein Schlafsack wurde nachts nass, weil ich an die Wand gestoßen bin. Im Fußraum war er komplett von der Feuchtigkeit durchtränkt. Er wurde auch beim Regen (deutlich über Null) an den Füßen nass, aber dann war es kein Problem mehr. Der Synthetiksack hatte nur einen Komfortbereich von +4°C. Bei trockener Luft war es trotzdem bei Minusgraden sehr angenehm in dem Schlafsack, was auch eher gegen die Kodenswasserhypothese spricht.

vor 11 Stunden schrieb moritz:

Und verlass', Dich nicht zu sehr auf die Straße als Notausstieg - denn ein Notausstieg geschieht selten bei Prachtwetter und guten Bedingungen, sondern meistens dann wenn es richtig ungemütlich wird und keine Sau auf den Straßen unterwegs ist, wenn diese nicht ohnehin gesperrt sind oder nur Kolonnekjøring angesagt ist

Ja, man muss das erst absitzen. Und wenn man viel viel Pech hat, muss man lange abwettern. Ist mir auch schon mehrfach passiert. Nur gab es da das Problem mit dem Brennstoff nicht. Es könnte also schon schwierig dabei werden, an Wasser zu kommen, wenn es wirklich sehr lange unangenehm draußen werden sollte.

vor 11 Stunden schrieb moritz:

Letztes Jahr im März eine Durchschnittstemperatur von -10 Grad - allerdings auch bei einer Spanne von +5 bis -35 Grad.

Karasjok ist der kälteste Ort Norwegens und liegt viel weiter südlich als die geplante Route. Natürlich kenne ich die Temperaturen auf meiner Strecke und -30°C sind auf jeden Fall drin. Dann bin ich aber wahrscheinlich nicht mehr draußen. Und wenn doch, erfrieren dürfte ich nicht. Die +5°C sind wahrscheinlich schlimmer, weil ich dann tagsüber nur in Unterwäsche und zwei Oberteilen laufen kann. Wenn überhaupt. Mit den Schuhen wäre das nicht schön. Blasen vorprogrammiert, wenn ich dann noch eine Tüte im Schuh habe. 

vor 12 Stunden schrieb moritz:

Ich kann Deinen Wunsch sehr gut nachvollziehen, aber vielleicht wäre ja für die erste Wintertour etwas "gemäßigteres" in den Skanden doch genau das Richtige - ja, da werden womöglich mehr Menschen unterwegs sein als in der Finnmark, aber es muss ja auch nicht die letzte Wintertour bleiben.

Die langen Routen im Norden der Skanden sind aber nicht gemäßigter, weil es dort noch kälter werden kann, die Lawinengefahr in einigen Tälern enorm ist, dort viel mehr Schnee fällt, Hütten einen zum Weiterlaufen in zu schlechtem Wetter einladen, wirkliche Ausstiegspunkte fehlen... Die Strecke am Kungsleden ist wahrscheinlich etwas schöner, aber wenn ich mich dort einmal mit dem Tal vertue, kann das schon tödlich enden, weil einige davon unglaublich lawinengefährdet sind. In der Finnmarksvidda lande ich irgendwann einfach an der Straße und mache nur ein paar unnötige Kilometer. Die Position müsste man auch recht leicht ermitteln können, wenn man sie mal verloren hat, indem man einfach einen der kleinen Berge besteigt. Wahrscheinlich dürfte das sogar öfters passieren. 

vor 12 Stunden schrieb moritz:

EDIT: Hier habe ich noch einen Tourenbericht von Februar/März letzten Jahres gefunden; vielleicht hilft das ja etwas weiter.

Genau so einen Bericht habe ich gesucht, danke!



 

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vor 10 Stunden schrieb Harakiri:

Ein Teil war rückblickend gesehen wohl Kondenswasser, stimmt. Aber das war eher unproblematisch.

Karasjok ist der kälteste Ort Norwegens und liegt viel weiter südlich als die geplante Route. Natürlich kenne ich die Temperaturen auf meiner Strecke und -30°C sind auf jeden Fall drin. Dann bin ich aber wahrscheinlich nicht mehr draußen. Und wenn doch, erfrieren dürfte ich nicht.

Die langen Routen im Norden der Skanden sind aber nicht gemäßigter, weil es dort noch kälter werden kann, die Lawinengefahr in einigen Tälern enorm ist, dort viel mehr Schnee fällt, Hütten einen zum Weiterlaufen in zu schlechtem Wetter einladen, wirkliche Ausstiegspunkte fehlen... Die Strecke am Kungsleden ist wahrscheinlich etwas schöner, aber wenn ich mich dort einmal mit dem Tal vertue, kann das schon tödlich enden, weil einige davon unglaublich lawinengefährdet sind. In der Finnmarksvidda lande ich irgendwann einfach an der Straße und mache nur ein paar unnötige Kilometer. Die Position müsste man auch recht leicht ermitteln können, wenn man sie mal verloren hat, indem man einfach einen der kleinen Berge besteigt. Wahrscheinlich dürfte das sogar öfters passieren. 

Genau so einen Bericht habe ich gesucht, danke!

Das war vielleicht unproblematisch, aber wird ganz ein schnell ein Problem, wenn Du Dein Zeug nicht trocken halten kannst. Woher die Feuchtigkeit dann kommt, ist in dem Moment dann auch erstmal wumpe ;-)

Sicher mag Karasjok für Deine geplante Route ein etwas kälterer Ort sein, aber wo planst Du denn dann zu sein, wenn es doch mal -30 Grad werden? Du scheinst da ja recht zuversichtlich zu sein, gerade dann wenn es so kalt wird, irgendwo drinnen unterzukommen.. :?

Deshalb setzte ich "gemäßigter" in Anführungszeichen - die Touren in den besser besuchten Gebieten werden von Anspruch und den Bedingungen mindestens genauso herausfordernd sein, wie die Finnmark. Aber andere Menschen und Hütten können eben auch ein Pluspunkt sein, den es in der Finnmark so eher nicht gibt. Und man sollte in beiden Ecken wissen was man tut; wenn man sich zB von den Hütten zum Weiterlaufen bei Schlechtwetter animieren lässt, in das falsche Tal abbiegt oder auch öfters mal die Position verliert, dann ist das imho nicht gegeben..

Und was soll an der Straße in der Finnmark passieren?! Da stehst Du genauso in der Pampa, nur dass sie unter dem Schnee asphaltiert ist. Ob und wann jemand vorbeikommt, weißt Du da auch nicht und ein paar unnötige Kilometer weiter sieht es ggfs. genauso aus. Wenn Du da oben doch schon radeln warst, weißt Du doch in welchen Abständen da Orte kommen. Zumal ich mich bei Deiner geplanten Route frage, auf welche Straßen Du da zählen willst? Auf Deiner anvisierten Strecke von Vardø nach Alta kreuzt Du einmal die E6 bei Tana und noch einmal im Dunstkreis von Lakselv, das war's dann auch schon.

Ich hoffe Du liest in dem verlinkten Bericht auch den Part über die Anreise..

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Moin!
Ich schreibe mal spontan auf, was mir zu Deiner Liste einfällt. :wink:

Rucksack und Zubehör

  • Ich finde den Rucki zu schwer.
  • Ob Dir die camelbak einfriert, kann ich nicht beurteilen.
  • Sind die Trekkingstöcke aus Metall?
  • Ist die Nachtflasche groß genug. Ich finde 1L im Liegen etwas knapp.
  • Schneeschuhe halte ich für die Vidda für suboptimal, habe aber grundsätzlich gute Erfahrungen mit den Tubbs Flex Alp gemacht.

Zelt und Zubehör

  • Kannst Du im Liegen den Kocher bei offener Apsis starten. Ist die Apsis hoch genug für eine eventuelle Stichflamme.
  • Sind die Schneeheringe mit Handschuhen einfach als „deadman“ zu setzen.
  • Gibt es einen kleinen Satz „Nägel“ die man in gefrorenen Boden schlagen kann.
  • Hast Du mit der Schaufel schon mal ein Biwakloch ausgehoben. https://ich-liebe-berge.ch/test-arva-ultra/

Schlafen

Kocher und Zubehör

  • MSR XGK, wie startet der bei Kälte, (Flammenhöhe, siehe oben)
  • Sind die Dichtungen in der Kälte druckdicht.
  • Windschutz, kochst Du draußen?
  • Big Feuerzeuge.
  • 900 ml sind mir zum Schneeschmelzen zu klein. Ich brauche knapp 2l.
  • Becher.
  • Karabiner, wozu.

Bekleidung

  • Es fällt mir auf, das Du eine Menge Kleidung einplanst. Welche Schichten passen locker übereinander. Neben den Ersatzsocken und extra Handschuhen würde ich den Rest kürzen.
  • Ich finde keine Windjacke.
  • Windschutz-Fäustlinge.
  • Eine Brille aus Metall ist suboptimal.

Pflegeprodukte / Elektronik, Navigation usw.

.. justmy2cents

VG. -wilbo-

bearbeitet von wilbo

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Mein Kumpel hat ja auch immer ein Soulo mit auf Wintertour und da passt nun wirklich nicht viel in die Apsis rein.

Die Stiefel, sein Arakis und dann kann man gerade so noch kochen wenn man vorsichtig ist. Er nutzt Spiritus (ja, das geh auch bei minus 20 noch ganz gut), ob er sich trauen würde dann noch einen Benziner zu betreiben wage ich mal zu bezweifeln. Sein Zelt hat schon einen Brandschaden von einer netten Aktion. Ich frage ihn nachher gerne.

Wie du also mit dem ganzen Klimbim in das Zelt passen willst ist mir schleicherhaft. Sich alles mögliche auf den Schlafsack zu legen halte ich für keine so ausgereifte Idee. Ich nutze für solche Touren einen 2P Tunnel mit fetter Apside. Den Platz will ich nicht missen. Nach einem langen Tag will ich nicht nicht noch Tetris mit meinen Klamotten spielen müssen. 

Auch der Schlafsack erscheint mir fragwürdig. Das ist ein Billigsack von Decathon, ich würde nicht zuviel erwarten. Meine Penntüte schaft mit 800g Gänsedaune einen besseren Komfortwert. 

Den VBL immer gut zumachen, dann sollte er auch seinen Dienst verrichten. Ich benutze einen WM Hotsac. Bei dem geht allerdings mit der Zeit die Silberbeschichtung ab. 

LG

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Am 8.1.2020 um 08:09 schrieb moritz:

Wenn Du da oben doch schon radeln warst, weißt Du doch in welchen Abständen da Orte kommen.

Am 8.1.2020 um 08:09 schrieb moritz:

Deshalb setzte ich "gemäßigter" in Anführungszeichen - die Touren in den besser besuchten Gebieten werden von Anspruch und den Bedingungen mindestens genauso herausfordernd sein, wie die Finnmark. Aber andere Menschen und Hütten können eben auch ein Pluspunkt sein, den es in der Finnmark so eher nicht gibt.

Ich bin schon einmal durch die ganze Finnmark von der finnischen Grenze im Süden bis zum Knivskjellodden gelaufen und auch per Anhalter in mehreren Etappen durch die ganze Gegend von Kautokeino bis zum Nordkapp gefahren. Mit einer Bekanntschaft auf einem Campingplatz sind wir dann noch durch den ganzen Westen getourt. Die Gegend ist erstklassig erschlossen und das Netz aus den zahlreichen Europastraßen ist auch im tiefsten Winter nahezu jeden Tag komplett befahrbar, die Touristenroute zum Nordkapp ausgenommen. Von meiner Strecke aus kommt man fast immer in weniger als zwei Tagen zur Straße, meistens viel schneller. Schließlich bin ich auf Proviant und Benzin angewiesen. Bei dem langen Stück zwischen Tana und Lakselv gibt es im Nordosten eine Straße, die im Winter meistens unpassierbar ist. Deshalb macht es dort wirklich keinen Sinn, im Notfall Richtung Straße zu wandern. Von Tana aus breche ich nur Richtung Kunes auf, wenn das Wetter wirklich stabil und nicht zu kalt ist.

Irgendwie bin ich jetzt abgedriftet, aber Offtopic ist es auch nicht so richtig. Daher bleibt es stehen.

In der Finnmark fühle ich mich sicher, weil ich die Gegend gut einschätzen kann. Von den Skanden hingegen habe ich einfach zu viele schlechte Dinge gehört. Ursprünglich war mein Ziel, den Kungsleden und Nordkalottleden letztes Jahr zu laufen, aber mir wurde von mehreren sehr erfahrenen Leuten aus der Gegend davon abgeraten. Einer von ihnen hat in Abisko Touriststation gearbeitet. Für viele mag das eine furchtbar tolle Wanderung sein, aber das suche ich gar nicht. Für mich ist die Finnmark ein Paradies, in dem ich extremes Klima verhältnismäßig sicher und günstig komplett alleine erleben kann. Betonung auf "komplett alleine".

Am 8.1.2020 um 08:09 schrieb moritz:

wo planst Du denn dann zu sein, wenn es doch mal -30 Grad werden?

Im Auto Richtung Küste. Wenn es wirklich kalt wird, sind die Straßen frei. Dort ist es dann nachts nicht -30°C kalt, sondern bspw. nur -18°C.

Am 8.1.2020 um 08:09 schrieb moritz:

Ich hoffe Du liest in dem verlinkten Bericht auch den Part über die Anreise..

Ein Flug von Düsseldorf nach Vardö kostet keine 150€ und dauert im schlimmsten Fall 18 Stunden mit Übernachtung in Oslo. In Abisko kommt man nach drei Tagen mit leerem Geldbeutel an. Meine Fahrt letztes Jahr nach Östersund war sicherlich nicht sparsamer an Emissionen. Das hat zwei volle Tage mit Auto, Fähre und Bahn gedauert. Billiger war das natürlich auch bei weitem nicht.

 

Am 8.1.2020 um 08:50 schrieb wilbo:

Ich finde den Rucki zu schwer.

Definitiv. Wenn der große Decathlon-Schlafsack da ist, werde ich mal gucken, ob ich auch mit 70l auskomme. Aktuell sieht es stark danach aus. 

Am 8.1.2020 um 08:50 schrieb wilbo:

Ob Dir die camelbak einfriert, kann ich nicht beurteilen.

Die isoliert auf jeden Fall lange genug, um über ein oder zwei Stunden hinweg eine Flasche zu trinken. Eine Nacht muss sie gar nicht schaffen, weil ich dann nichts trinke. Morgens würde ich dann direkt zwei Liter kochen und die direkt trinken.

Am 8.1.2020 um 08:50 schrieb wilbo:

Sind die Trekkingstöcke aus Metall?

Ja, aber sie haben extralange isolierte Griffe und sind sehr robust.

Am 8.1.2020 um 08:50 schrieb wilbo:

Ist die Nachtflasche groß genug. Ich finde 1L im Liegen etwas knapp.

Ehrlich gesagt habe ich gar keine und würde immer wieder spontan bei jedem Einkauf eine mitnehmen. Das ist nur eingetragen, damit ich das Gewicht und Packmaß besser einschätzen kann.

Am 8.1.2020 um 08:50 schrieb wilbo:

Schneeschuhe halte ich für die Vidda für suboptimal, habe aber grundsätzlich gute Erfahrungen mit den Tubbs Flex Alp gemacht.

Die Schuhe sind notiert.

Am 8.1.2020 um 08:50 schrieb wilbo:

Kannst Du im Liegen den Kocher bei offener Apsis starten. Ist die Apsis hoch genug für eine eventuelle Stichflamme.

Kommt auf den Zeltaufbau an. Vermutlich kann ich meistens auf die Zelthaube verzichten, die die Apsis vor Schnee und Regen schützen soll. Solange es nicht stark schneit, dürfte das problemlos gehen.

Am 8.1.2020 um 08:50 schrieb wilbo:

Gibt es einen kleinen Satz „Nägel“ die man in gefrorenen Boden schlagen kann.

Das Zelt ist freistehend und hat auch ohne Heringe eine ziemlich starke Spannung, wenn man es ordentlich einstellt. 

Am 8.1.2020 um 08:50 schrieb wilbo:

Hast Du mit der Schaufel schon mal ein Biwakloch ausgehoben.

Am 8.1.2020 um 08:50 schrieb wilbo:

Ist der VBL wirklich dampfdicht.

Muss ich auf jeden Fall noch vorher ausprobieren. Habe zum Glück in vier Wochen die Chance dazu. Den VBL-Sack teste ich direkt in den nächsten Tagen ausgiebig. 

Am 8.1.2020 um 08:50 schrieb wilbo:

Sind die Reißer mit Handschuhen zu bedienen.

Ja, trotzdem mache ich an Jacke und Zelt noch größere Bänder.

Am 8.1.2020 um 08:50 schrieb wilbo:

Okay, ich kaufe mir definitiv eine andere Matte! Danke!

Am 8.1.2020 um 08:50 schrieb wilbo:
  • MSR XGK, wie startet der bei Kälte, (Flammenhöhe, siehe oben)
  • Sind die Dichtungen in der Kälte druckdicht.
  • Windschutz, kochst Du draußen?
  • Big Feuerzeuge.
  • 900 ml sind mir zum Schneeschmelzen zu klein. Ich brauche knapp 2l.
  • Becher.

Ja, ich werde draußen Wasser mit dem Windschutz und der Unterlage des Kochers erwärmen. Ab und zu muss ich draußen kochen, ich kann ja nicht 3-5l nur morgens und abends trinken.
DerMSR XGK EX soll absolut zuverlässig sein. Es gab einzelne Berichte davon, dass die Dichtung der normalen Pumpe ein paar Probleme gemacht haben soll, aber nirgendwo war das eine Katastrophe. Den Kauf der unverschämt teuren Expeditionspumpe ist es mir nicht wert. 
Feuerstahl ist finde ich besser mit dünnen Handschuhen. Hat das Feuerzeug denn irgendwelche Vorteile?
Ich schmelze nur für eine Flasche (800ml) und ein bisschen zum direkten Trinken. Dafür habe ich den Topf extra ausgesucht, weil er perfekt zu der Größe des Kochers passt und Energie spart, weil die Wärmewirkung so optimiert wird.
Die Flasche ist Becher genug.

Am 8.1.2020 um 08:50 schrieb wilbo:

Karabiner, wozu.

Um Zeug ordentlich außen am Rucksack zu befestigen, notfalls auch einen Packsack.

Am 8.1.2020 um 08:50 schrieb wilbo:
  • Es fällt mir auf, das Du eine Menge Kleidung einplanst. Welche Schichten passen locker übereinander. Neben den Ersatzsocken und extra Handschuhen würde ich den Rest kürzen.
  • Ich finde keine Windjacke.
  • Windschutz-Fäustlinge.
  • Eine Brille aus Metall ist suboptimal.

Die Fleecejacke lasse ich wohl hier, die ist zu klein mit mehreren Schichten. Den Rest würde ich gerne behalten.
Mit den Handschuhen bin ich Recht zufrieden. Die sind auch bei starkem Wind definitiv warm genug und sowieso ordentlich beschichtet.
Als VBL werde ich wohl eine Regenjacke von Decathlon nehmen und die Windschutzweste weglassen. Dazu packe ich eine dünne, leichte Hardshelljacke ein.

Am 8.1.2020 um 08:50 schrieb wilbo:

Eine Brille aus Metall ist suboptimal.

Ich gucke mal nach einem Neophrenschutz für das Gestell. Trotzdem ist sie wohl besser als aus Plastik, da sie robuster ist.

Am 8.1.2020 um 08:50 schrieb wilbo:

Hat der Kompass einen Spiegel, sodass man sich auf Erfrierungen untersuchen kann.

Nein, aber das Handy spiegelt.

Am 8.1.2020 um 08:50 schrieb wilbo:
  • Nähzeug.

Packe ich ein.

Am 8.1.2020 um 08:50 schrieb wilbo:

Ich lege mir wohl eines der Garmingeräte zu. Wahrscheinlich aber eine etwas größere Variante. Das bisschen Gewicht würde sich denke ich auszahlen, weil ich das Gerät dann noch für andere Aktivitäten verwenden kann.

Am 8.1.2020 um 09:23 schrieb Tipple:

Auch der Schlafsack erscheint mir fragwürdig. Das ist ein Billigsack von Decathon, ich würde nicht zuviel erwarten. Meine Penntüte schaft mit 800g Gänsedaune einen besseren Komfortwert. 

OT: Simond ist schon lange eine etablierte Bergsport-/Klettermarke. Meine neue Daunenjacke davon ist absolut genial. Verdammt hochwertig, leicht und warm. Ich würde fast makellos sagen. Durch die Strukturen von Decathlon kann das Zeug wohl so spottbillig produziert und verkauft werden. Wenn man "Mammut" draufschreiben würde, könnte man natürlich 500€ dafür nehmen. Bemerken würde es niemand.
Dass der Schlafsack von Simond mehr drauf hat, als drauf steht, dürfte schon die Füllung verdeutlichen: 1100g 800cuin-Gänsedaune. Die Leute bei Simond/Decathlon müssten schon ordentlich inkompetent sein, wenn sie damit keine Penntüte mit 800g 850+Daunen schlagen würden. 
Ich will das Teil jetzt aber auch nicht zu sehr in den Himmel loben, schließlich ist es noch gar nicht angekommen.

Am 8.1.2020 um 09:23 schrieb Tipple:

Mein Kumpel hat ja auch immer ein Soulo mit auf Wintertour und da passt nun wirklich nicht viel in die Apsis rein.

Die Stiefel, sein Arakis und dann kann man gerade so noch kochen wenn man vorsichtig ist. Er nutzt Spiritus (ja, das geh auch bei minus 20 noch ganz gut), ob er sich trauen würde dann noch einen Benziner zu betreiben wage ich mal zu bezweifeln. Sein Zelt hat schon einen Brandschaden von einer netten Aktion. Ich frage ihn nachher gerne.

Wie du also mit dem ganzen Klimbim in das Zelt passen willst ist mir schleicherhaft. Sich alles mögliche auf den Schlafsack zu legen halte ich für keine so ausgereifte Idee. Ich nutze für solche Touren einen 2P Tunnel mit fetter Apside. Den Platz will ich nicht missen. Nach einem langen Tag will ich nicht nicht noch Tetris mit meinen Klamotten spielen müssen. 

Mit Spiritus ist diese Tour nicht machbar. In keinster Art und Weise. Genauso wenig kann man sich auf bessere Brennstoffe als Benzin verlassen. Da oben ist man froh, wenn man nach 70km endlich einen Tankautomaten oder eine Postfiliale mit Dorfladen findet. 
Der MSR XGK ist für die Stichflammen bekannt und ich werde ihn natürlich nicht einfach so in der geschlossenen Apsis bedienen, wenn darüber Zeltgewebe ist. Wie oben beschrieben gucke ich mal, ob das Zelt nicht in den meisten Fällen auch ohne die Haube oben drauf seinen Zweck erfüllt. Dann kann man definitiv ohne Probleme in der Apsis kochen.

Das Zeug hat ein ziemlich geringes Packmaß, wenn ich warm angezogen bin. Kleidung kann man in Unmengen im Zelt lagern. Sonst gibt es ja gar nicht so viele Sachen. Wahrscheinlich ist es zu wenig für meinen 100er-Rucksack.

Am 8.1.2020 um 09:15 schrieb dennisdraussen:

Bei den Temperaturen im Soulo einen Benzinkocher zu betreiben halte ich für sehr optimistisch, draußen kochen ist manchmal nicht drin was dich vor ernsthafte Probleme stellen dürfte. Aber ich mag Optimisten, also tu uns den Gefallen und schreib einen Reisebericht.

Weil das jetzt mehrfach angesprochen wurde, baue ich das Zelt morgen auf und gucke mal, wie das mit der Apsis und dem Kochen funktionieren könnte.

Danke auf jeden Fall an alle für die Ratschläge. Es war einiges dabei, was mir geholfen hat. In ein paar Tagen aktualisiere ich die Liste und erweitere den Text etwas!









 

 


 

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vor 48 Minuten schrieb Harakiri:

Als VBL werde ich wohl eine Regenjacke von Decathlon nehmen und die Windschutzweste weglassen

Eine Regenjacke ist normalerweise keine gute Wahl als VBL, weil die meisten doch mehr oder weniger dampfdurchlässig sind. Und eine Windjacke ist im Winter eine der besten Kleidungsschichten die man dabei haben kann. Man arbeitet meistens doch sehr hart und produziert dann auch dementsprechend Hitze. Eine Base Layer Schicht und eine Windjacke reichen dann in Bewegung oft aus, selbst wenn es sehr kalt ist.

Viel Spaß und viel Erfolg bei der Route! Hört sich sehr cool an!!

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vor 11 Stunden schrieb Harakiri:

Im Auto Richtung Küste. Wenn es wirklich kalt wird, sind die Straßen frei. Dort ist es dann nachts nicht -30°C kalt, sondern bspw. nur -18°C.

[..]

Ein Flug von Düsseldorf nach Vardö kostet keine 150€ und dauert im schlimmsten Fall 18 Stunden mit Übernachtung in Oslo. In Abisko kommt man nach drei Tagen mit leerem Geldbeutel an. Meine Fahrt letztes Jahr nach Östersund war sicherlich nicht sparsamer an Emissionen. Das hat zwei volle Tage mit Auto, Fähre und Bahn gedauert. Billiger war das natürlich auch bei weitem nicht.

In welchem Auto? Wenn Du im im Zweifelsfall erst mal einen oder zwei Tage bis zur nächsten Straße brauchst, musst Du halt ggfs. die kalten Temperaturen auch vorher schon abkönnen. 

Also hast Du den Teil des Berichts anscheinend nicht gelesen ;-) Wie man da hin kommt ist ja ohnehin Geschmackssache.. ich wollte vielmehr auf den Punkt hinweisen, dass die beiden Norweger eigentlich nach Lakselv fliegen wollten und (un)wetterbedingt schon in Alta landen mussten. Weiter ging es mit Bussen - aber auch erst mit einem Tag Verzögerung, weil die E6 ebenfalls gesperrt war.

Und, um das auch noch mal zu betonen: Hier würden sich sicher viele über einen Bericht freuen ;-)

OT: Eine ganz allgemeine Betrachtung/Überlegung: Vielleicht wirken gerade Berichte über Wintertouren oftmals verführerisch, weil man beim durchscrollen ja eigentlich nur schöne Bilder von Winterlandschaften, Schnee und Eis sieht. Denn wenn es garstig wird, packt halt kaum einer die Kamera aus, wodurch dann evtl. ein recht einseitiger Eindruck entsteht..

 

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vor 13 Stunden schrieb Harakiri:

Simond ist schon lange eine etablierte Bergsport-/Klettermarke. Meine neue Daunenjacke davon ist absolut genial. Verdammt hochwertig, leicht und warm. Ich würde fast makellos sagen. Durch die Strukturen von Decathlon kann das Zeug wohl so spottbillig produziert und verkauft werden. Wenn man "Mammut" draufschreiben würde, könnte man natürlich 500€ dafür nehmen. Bemerken würde es niemand.
Dass der Schlafsack von Simond mehr drauf hat, als drauf steht, dürfte schon die Füllung verdeutlichen: 1100g 800cuin-Gänsedaune.

Nein es ist Entendaune und keine Gänsedaune im Schlafsack.  :wink:

https://www.decathlon.de/p/schlafsack-makalu-iii-light-große-l/_/R-p-177495

Decathlon ist eine "Heuschrecke" die  auf Teufel komm raus billig und fragwürdig produziert. #kinderhändeausbangladesh

Deswegen ist das Zeug so "günstig"zu haben. Das sind ihre "Strukturen"! 

Sidmond hat sich vielleicht einen gewissen Namen gemacht, da magst du recht haben. Gehört im Decathlon Sortiment zur besseren Ausrüstung.  Da ist aber noch viel Luft nach oben!

Du kannst dir den Sack gern weiter schönreden, kein Ding. Fakt ist das er für sein Gewicht und Füllmenge ein schlechtes Wärmeverhältnis aufweist. Warum sollten sie viel weniger angeben als er kann? Ein krasser Komfortwert ist doch ein viel besseres Verkaufsargument. 

Mit der Tüte würde ich nicht auf eine Tour gehen wo minus 30 drin sind. Zu wenig Reserven. 

vor 13 Stunden schrieb Harakiri:

Mit Spiritus ist diese Tour nicht machbar. In keinster Art und Weise. Genauso wenig kann man sich auf bessere Brennstoffe als Benzin verlassen. Da oben ist man froh, wenn man nach 70km endlich einen Tankautomaten oder eine Postfiliale mit Dorfladen findet. 
Der MSR XGK ist für die Stichflammen bekannt und ich werde ihn natürlich nicht einfach so in der geschlossenen Apsis bedienen, wenn darüber Zeltgewebe ist.

Das geht durchaus.

Letztes Jahr war ein Bekannter vor uns 2 Wochen solo im Langfjället unterwegs und rate mal wie er gekocht und Schnee geschmolzen hat? Mit einem Trangia Spiritus Set. 

Mein Kumpel mit dem Hilleberg Soulo hat gestern noch mal bestätigt das es echt tricky ist in einer gut gefüllten Apside zu kochen. Wie gesagt er kocht dann "nur" mit Spiritus. Da gibt es keine krassen Stichflammen. Mit dem XGK wäre ich also etwas vorsichtig. Wenn das Wetter schlecht ist und du drauf angewiesen bist im geschlossenen Zelt zu kochen wird es dann lustig. 

Stichflammen sind mMn meist eine Folge von falscher Bedienung. Man muss am Ende nur auf seine Ohren hören. Die sagen einem wann man langsam die Leitung aufdreht. Funktioniert zumindest bei meinem uralten Primus Multifuel wunderbar. Außerdem habe ich ne große Abside die locker 120cm hoch ist, so what!? :)

 

In deiner Packliste ist einiges der "Worn" Items mit 0 Gramm geführt, was hat es damit auf sich?

Generell fehlen viele Gewichtsangaben. So schaut das BW natürlich super aus.:ugeek:

Eine Daunenjacke die insgesamt 383g wiegt nennst du einen "dicke " Jacke? Dick wäre wohl eher eine Jacke wo alleine die Füllung soviel wiegt. Vielen Lagen müssen auch gut übereinander passen. "Zwiebeln" ist super, keine Frage, aber zumindest bei mir ist am Hals irgendwann Schluss mit lustig. Ich möchte die äußerste Lage auch noch zubekommen ohne erwürgt zu werden. 

Dann ist mir noch deine Isomatte aufgefallen. Wie willst du mit der Robens Matte plus einer "Noname" Luftmatte eine Bodenisolation für sagen wir minus 20 Grad generieren? Der Eierkarton hat gerade mal einen R-Wert von 2,2, also 2 Grad. Wie sieht es mit Redundanz aus? 

Eine Windschutzweste kann kein VBL sein, da beim tragen kein geschlossener Raum entsteht.

Für mich bist du zu leichtsinnig. Ich sage nur:  Schlafsack. Komf. -12 für minus 30 die es werden können. 

Ich werde das hier, wie mein Kumpel gestern am Telefon sagte, Zitat: "weiter verfolgen" und abwarten ob du das wirklich machst, schaffst, oder ob dich irgendwann die Archäologen finden. Zitat: "In seinem Soulo". :mrgreen:

Für mich klingt das alles etwas blauäugig. Kann klappen, kann aber auch Folgen haben.   

 

vor 12 Stunden schrieb BorisG:

eine Windjacke ist im Winter eine der besten Kleidungsschichten die man dabei haben kann. Man arbeitet meistens doch sehr hart und produziert dann auch dementsprechend Hitze. Eine Base Layer Schicht und eine Windjacke reichen dann in Bewegung oft aus, selbst wenn es sehr kalt ist.

Das unterschreibe ich gern. Ich habe in Bewegung idR nur einen Baselayer, Fleece und meinen Paramo Schmock an. Lange rumstehen ist damit natürlich nicht. 

 

LG

bearbeitet von Tipple

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vor 16 Stunden schrieb Harakiri:

Ehrlich gesagt habe ich gar keine ...

https://www.amazon.de/Nalgene-Faltflaschen-1500ml-2018-Trinkflasche/dp/B0048SW38C/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=ÅMÅŽÕÑ&dchild=1&keywords=nalgene+faltflasche+1%2C5+liter&qid=1578645061&sr=8-1
Meine hat einen roten Deckel, damit es bei der Lagerung zu keinen Verwechslungen kommt. ;)

vor 16 Stunden schrieb Harakiri:

Das Zelt ist freistehend und hat auch ohne Heringe eine ziemlich starke Spannung, wenn man es ordentlich einstellt. 

Bei etwas mehr Wind wirds einfach weggeblasen. (Wie auch andere Dinge! Ich bin einmal zwei km meiner, im Wind weg rollenden Isomatte hinterhergelaufen.:D )
https://www.youtube.com/watch?v=kLligRPO4tU   Der Ton ist leider unerträglich!
Auch freut sich das Gestänge über die Eine und Andere Abspannung.

Für mich war es ein Erlebnis das Zelt zu Hause zum ersten Mal mit Fausthandschuhen aufzubauen ...

vor 16 Stunden schrieb Harakiri:

... ich kaufe mir definitiv eine andere Matte!

Muss nicht zwingend sein, die Matte ist an sich ja okay. Du könntest eine Zweite drüber legen.

vor 16 Stunden schrieb Harakiri:

DerMSR XGK EX soll absolut zuverlässig sein. Es gab einzelne Berichte davon, dass die Dichtung der normalen Pumpe ein paar Probleme gemacht haben soll, aber nirgendwo war das eine Katastrophe.

Ich hatte den XGK oft im Winter mit. Außer einigen Tropfen aus der Zuleitung war meiner immer dicht. (Dafür würde ich den Brenner mit einem kleinen Lappen im Ziplock einpacken sonst riecht das Zelt bald nach Dieselschuppen)
OT: Das Teil ist halt tierisch laut und wurde daher irgendwann gegen einen Optimus explorer ausgetauscht.

vor 16 Stunden schrieb Harakiri:

Hat das Feuerzeug denn irgendwelche Vorteile?

Einhandbedienung + Redundanz bei mehreren Feuerzeugen. (Ich fummle immer diese seltsamen Kindersicherungen ab)

Zitat

Viel eher frage ich mich, ob man in den nicht gebirgigen Teilen der Finnmark überhaupt gut mit Kompass und Karte navigieren kann.

Das Laufen nach Marschrichtungszahl hast Du aber schon praktiziert ..?!

Auch ich würde mich sehr über einen Reisebericht freuen!
VG. -wilbo-

bearbeitet von wilbo

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      Hallo zusammen! 
      Da sich die Tour ungewöhnlich in die Länge gezogen hat, gibt es ziemlich viel zu erzählen. Lange habe ich es aufgeschoben, mich an den Bericht zu setzen, doch weil ich es euch schuldig bin, veröffentliche ich ihn nun stückweise hier. Vorab könnt ihr bereits eine Testversion des Reisevideos sehen, die allerdings noch nicht ordentlich vertont ist. 
       
      [Im Video sieht man nur den Teil aus Norwegen. Dass die Welt ein weiteres Video von der Strecke Abisko-Nikkaluokta braucht, bezweifele ich. Da ich meine Zweifel daran habe, kommt es nur, wenn ich in der Stimmung dazu bin.]



      Teil 1: Anreise
      Ach, wäre die Rückreise nur so einfach gewesen! Leider verlaufen die Geschichten, die das Leben schreibt, selten so gradlinig.

      25. Februar 2020: Nachdem ich morgens die letzten Wegpunkte ins Navi eintrug, die letzten Karten ausdruckte und meine Sachen für den Flieger packte, ging es am Nachmittag im Auto Richtung Flughafen Düsseldorf. 
      Erstaunt über mein Vorhaben entschied sich das Personal dazu, meinen Rucksack zum Sondergepäck zu verfrachten. Nachdem ich penibel kontrolliert wurde, machte ich mich mit der dicken EVA-Matte im Handgepäck auf zum Terminal. Sich durch das Gedränge wühlen zu müssen ging mir ordentlich auf die Nerven. Immerhin war das Gate leer. Ich war früh dran. Und der Flieger hatte Verspätung. So saß ich also mit Plastiktüten an den Füßen am Düsseldorfer Flughafen und schrieb gelangweilt den ersten Absatz im Tagebuch.

      In Oslo angekommen hastete ich eilig durch den Flughafen, um noch rechtzeitig die Maschine nach Tromsø zu erreichen, Zum Glück war auch dieser Flieger spät dran und konnte erst gegen Mitternacht beladen werden. Leider wurde ich diesmal wie eine Sardine zwischen zwei großen, übel riechenden Männern eingequetscht, die während des Fluges fürchterlich schnarchten. Ich versuchte vergeblich, einzuschlafen und starrte stattdessen mit müden Augen auf die Sitzreihe vor mir, in der Hoffnung, der unrasierte Mann neben mir würde wenigstens seine überdimensionierte Daunenjacke ausziehen. Rückblickend ist es vielleicht doch ganz erfreulich gewesen, dass er die Jacke anließ. Schließlich hatte ich keine Nasenklammer im Handgepäck und wollte mir meine erste MYOG-Erfahrung für einen besseren Zeitpunkt aufheben!

      Zu meiner Überraschung wurde die Meute, zu der ich mich in Tromsø gesellte, nicht aus dem Flughafen geworfen. In jede Ecke kuschelte sich irgendein Gast, der dazu verdonnert war, hier die Nacht zu verbringen. Unter einer Treppe lag eine größere Gruppe, die es sich neben ihren Ski gemütlich gemacht hatte. Ein Pariser Schlitten lag nahe der Gepäckannahme herum. Wach war kaum jemand. Sogar die Leute, die sich auf den Gepäckbändern ein Plätzchen gesucht haben, schienen Schlaf gefunden zu haben. Obwohl ich eine Matte dabei hatte, brauchte ich sehr lange dafür und wechselte mehrfach mein Plätzchen.




      Von Tromsø aus ging es dann in einem kleinen Flieger in den richtig hohen Norden. In der Maschine hätte man nicht einmal eine Schulklasse unterbringen können. Wir hatten freie Platzwahl. Ich guckte den ganzen Morgen lang aus dem Fenster und verfolgte mit den Augen die Sonne, die schüchtern am Horizont ihre Bahnen zog. Hinter Hammerfest wurde es dann richtig hell und beim Anflug von Berlevåg konnte ich bereits mein Ziel aus der Vogelperspektive betrachten. Die Insel war ein einziges weißes Schild, das sich erhaben aus dem von Eisschollen übersäten Beringmeer hervorhob.




      Die kleine Dash 8-100 erreichte nur geringe Höhe zwischen den Stopps. Unter mir sah ich zwei dicke Wale, die nach Luft schnappten. Wenig später erreichten wir meinen Startort, Vardø. Der Flieger schlitterte über die eisige Landebahn und wir liefen in das kleine Häuschen, in dem auf vielleicht 50m² alles von Check-In bis Gepäckannahme erledigt wurde. Wir bekamen unser Gepäck direkt aus dem Bauch des Flugzeuges gebracht. Als letzte Person verließ ich das Gebäude und verstaute in der kleinen angebauten Laube, die als unbeheizten Verschlag für Raucher diente, mein Gepäck im Rucksack. Draußen wartete die Sonne auf mich. Ich schnallte die Spikes unter meine Stiefel und machte mich auf zum Unterseetunnel, den ich durchqueren musste, um in den Ort zu gelangen. Er war der älteste Tunnel seiner Art in Norwegen und etwa drei Kilometer lang.

      Nachdem ich etwa einen Kilometer über die vereiste Straße schleppte, spannte ich meine orange Daunenjacke auf den Rucksack, um im nasskalten Tunnel gut sichtbar zu sein, und stapfte gemächlich in die Tiefe. Was anfangs noch wenig störend war, wurde mit zunehmender Tiefe immer unangenehmer. Ich erreichte den tiefsten Punkt des Tunnels und begann den Aufstieg.
      Nach einigen Metern hielt neben mir ein alter Geländewagen an. Die alte Frau gestikulierte unmissverständlich und ich verfrachtete meinen Rucksack neben ihrem Hund, bevor ich auf dem Beifahrersitz Platz nahm. Tommen (?) fuhr sprach nur Finnisch und Norwegisch. Sie setzte mich direkt am Dorfladen ab und verabschiedete sich von mir. 

      Da ich keinen brauchbaren Brennstoff im Laden fand, zapfte ich etwa zwei Liter Benzin an der Tankstelle ab und füllte großzügig meine Brennstoffflaschen. Immerhin gab es eine Menge kalorienreiches Futter, mit dem ich meinen Rucksack vollstopfen konnte.




      Ich erkundete etwas den verschneiten Fischerort, besichtigte die Insel mit ihren Sehenswürdigkeiten und näherte mich erneut dem Tunnel. Diesmal durchschritt ich ihn komplett. Nun lag nur noch verschneite Tundra zwischen mir und meinem Ziel! Ich schnallte mir die Schneeschuhe unter die Füße und lief in Richtung meines ersten Wegpunktes. Die Sonne blendete. Alles war weiß, der Himmel war strahlend blau. Eine frische Brise fegte über die verschneite Landschaft. 



      Nach etwa 5km stelle ich mein Zelt auf, als ich das erste Hochplateau erreichte. Die Sonne blinzelte verlegen hinter den Schneefeldern. Ihre Strahlen wärmten kaum noch. So legte ich mich also am frühen Nachmittag hin. Nun konnte ich endlich den Schlaf nachholen, den ich in der vorherigen Nacht vermisste.
      Trotz -10°C schlummerte ich wie ein Baby. Genauer gesagt wurde ich ständig wach und musste immer wieder dem Ruf der Natur folgen. Der Schlafsack war ziemlich warm und ich öffnete ihn ein Stück weit. Beim nächtlichen Blick aus dem Zelt staunte ich nicht schlecht. Grüne Lichter flackerten schwach am Himmel. Leider war die Aurora Borealis wenig fotogen. Trotzdem war das Schauspiel unvergesslich.
    • Von Mars
      Meine Assets drehen ins Plus, ich habe erst am Montag wieder einen Termin. Die Bahn braucht 3,5 Stunden nach Pforzheim.
      Auch sollte man nicht nur hier in diesem Forum ‘s Maul aufreissen und flapsige Sprüche klopfen, hin und wieder sollten auch echte Trails besucht und diese tatsächlich erwandert werden. Es besteht immerhin eine klitzekleine Chance, den ganzen Trail bis am Montag zu schaffen. 70 km wären dafür am Tag notwendig. Technisch gesehen ist es jedoch Winter. Wie sehr mich der Schnee bremsen wird, werden wir schnell herausfinden. 
      Ich hätte gerne neue Schuhe. In einem Laden werde ich geholfen - ich besuche die örtliche Vivo Barefoot Verkaufsstelle. Der Laden ist sogar parfümiert, die Verkäuferin nett. Sie empfiehlt mir den “Primus Trail Firm”, der “Trail Soft” nutze sich zu schnell ab. Natürlich erst, als ich ihr gesagt hatte, ich suche Trailrunner zum Wandern. Dieser Schuh scheint leider wie Blei im Regal zu liegen, eigentliche Trekking Schuhe in wasserdicht und gefüttert sind hingegen fast ausverkauft. 
      Es gibt Sportgeschäfte, die empfehlen ernsthaft, die Schuhe vor einer Marathondistanz vorsichtig einzutragen. Die Zeit zerrinnt mir zwischen den Fingern, sorry, ich werte halt die ersten 20 km als Eintragen.

      Um sechs Uhr morgens sitze ich im Zug, schüchterne Schweizer Damen fragen, ob dies die zweite Klasse im ICE sei. Sieht halt schöner aus, als in den Schweizer Zügen die Erste. Mit den Beschwerden über die Deutsche Bahn könnte man ein separates Forum füllen, aber ich komme pünktlich in Pforzheim an. 
      In Pforzheim wandere ich durch die Stadt und komme an einem “Platz des 23. Februars” vorbei. 18’000 Tote, die Stadt sieht ziemlich gesichtslos aus, alles ist neuer. Kurzer Blick auf Wikipedia sagt, die Stadt sei eigentlich zu römischen Zeiten gegründet worden, aber im 1945 sei die Innenstadt dem Erdboden gleichgemacht worden. Krieg muss offenbar eine ganz tolle Sache sein. Ich habe die Memoiren von einem gewissen Winston Leonard Spencer-Churchill gelesen, dennoch deprimieren mich Städte wie eben Pforzheim oder Warschau.
      Der Grund, weshalb ich am Montag wieder in meiner Residenzstadt sein muss, ist übrigens pazifistischer Natur. Vor ein paar Jahren haben Freunde und ich die Beschaffung neuer Kampfjets in der Schweiz verhindert. Die tapfere Schweizer Luftwaffe besitzt derzeit keine “Erdkampffähigkeit”, d.h. sie können keinerlei Bomben abwerfen (und dies seit 1994). Sehr zum Bedauern unserer hohen Militärs, die Wiedererlangung dieser Fähigkeit steht hoch oben auf ihrer Wunschliste. Und neue Jets wollen sie auch schon wieder, wir halt nicht. 

      Nachdem ich die Stadt durchquert habe, stehe ich vor dem ersten Tor des Westwegs, der goldenen Pforte. Das Tor hat nur einen kleinen Fehler: Es führt nirgendwo hin, der eigentliche Westweg startet daneben. 
      Der Westweg wurde vom Schwarzwaldverein vor über 100 Jahren eingerichtet, Ortsgruppen unterhalten auch Hütten und ganze Türme entlang dem Weg. Leider hat der Schwarzwaldverein offenbar Angst vor dem Wolf und dadurch ausbleibenden Touristen. Nach meiner streng objektiven Erfahrung erscheinen die Touristen aber nicht trotzt dem Wolf, sondern wegen ihm. Natürlich geht es auch um Viehhaltung, es gibt sogenannte “Grinde”, d.h. beweidete Hochmore, die dauerhaft vor Verwaldung geschützt werden sollen. 
      Der Sturm Sabine hat ganze Arbeit geleistet, der Weg ist mit Tannenästen bedeckt, abgesehen davon aber vorerst nicht spektakulär. Mit herkömmlichen Trailrunnern könnte ich jetzt ziemlich schnell vorwärts gehen, meine Barfussschuhe verlangen aber nach einem wohl überlegten Schreiten. Der Vorderfussbereich ist mindestens so breit wie beim Altra Timp. Der Schuh ist schwerer als der Salomon Sense Ride. Dies liegt wohl vor allem an der Sohle. Die ist zwar dünn, hat aber etwas von einem Gummistiefel. Die Sohle ist auch superflexibel, man spürt jedes noch so kleines Ästchen auf dem Weg. 

      Immerhin ist die Innensohle perforiert.
      Legendäre Ultraleicht-Experten wie der Herr Stromfahrer empfehlen solche Innensohlen für einen schnellen Feuchtigkeitsabtransport, man steht so weniger im Wasser, falls der Schuh nass geworden sein sollte. Herr Stromfahrer nutzt derartige Sohlen eines Drittanbieters, es ist natürlich praktischer, wenn diese bereits mit den Schuhen geliefert werden. Ich trage darn tough Wollsocken, habe aber zwei Paar Sealskinz im Rucksack. 
      Meine Zeltstangen habe ich in einem Leki Beutel getarnt, leider verrät eine dicke Rolle mit der Matte meine wahren Absichten. Ausserdem trage ich engere Hosen. Diese sind mit Gore Windstopper ausgestattet und für kühleres Wetter ideal.
      Es dauert nicht lange und ein älterer Herr spricht mich an: “Sie wollen aber nicht nach Basel?”. Ich antworte “Doch”. “Haben sie ausklappbare Skier dabei für den Schnee?”. Nun ja, mit dem Winter ist es eben so eine Sache. Ich bin in der Lage, auf Webcams die Schneehöhe einzuschätzen. Angeblich war der Januar der wärmste seit Messbeginn. Die Temperaturen sprechen nicht für sehr viel Schnee, eher für viel Wasser infolge des Tauens des Schnees.

      Das Wetter ist nicht sehr angenehm, es regnet eigentlich immer. Ein offenes Dach bietet sich als Rastplatz an, es gibt sogar eine kleine Bibliothek darunter. Bald bedeckt eine dünne Schneeschicht den Weg. Ich treffe einen Mann, der fröhlich vor sich hin plaudert, er habe jetzt seine Scheune kontrollieren müssen, sein Schwager sei gerade in Australien, er sei auch bei der Feuerwehr, der Sturm und so weiter.
      An einem weiteren Rastplatz erklärt er mir, es sei geplant das Dach dieses Rastplatzes als Dach eines noch zu erstellenden Turmes zu verwenden. Es muss ein massiver Turm werden, das Dach ist riesig. In der Schweiz haben wir zwar keine so monströsen Dächer auf den Aussichtstürmen, dafür stehen diese halt seit Jahr und Tag. Besser den Spatz im Teller als den Schwan auf Grundeis oder so ähnlich.

      Das Wetter wird nicht besser, es zieht ungemein und es schneit.
      Durch die malerische Ortschaft Dobel hindurch erreiche ich wieder den Wald. Zur allgemeinen Erheiterung beginnt es zu hageln. Meine Hosen werden nass. Normalerweise trocknen sie nach einem Schauer schnell wieder, der Wind bläst jedoch den Regen dagegen. Es stürmt. Ein kleiner Aussichtspavilon kommt nun wie gerufen - es ist die Weithäuslehütte. Ich rüste auf mit Regenhosen und Sealskinzsocken. Von Aussicht kann keine Rede sein. Kaum laufe ich wieder los, geschieht ein kleines Wunder - es klart auf. 
      Meine Handschuhe sind nass. Um ein Haar wäre dies problematisch geworden. Zwar wärmen sie auch in nassem Zustand, aber ich muss sie regelmässig auswringen. Wasserdichte Handschuhe stehen zuoberst auf meiner persönlichen Wunschliste, jedoch aus ästhetischen Gründen keine Bauhandschuhe, wie sie von Herr Skurka vorgeschlagen und von Frau Dixie bereits erfolgreich getestet wurden.
      Schliesslich gehe ich weiter bis nach Kaltenbronn. Gaia GPS sagt, es seien 50 km, dies kann jedoch gar nicht sein. Gaia oder mein iPhone haben grosse Probleme, die Position zu bestimmen. In Kaltenbronn hüpft die Position wild umher und sammelt virtuelle Kilometer. Bis nach Forbach wären es 48 km, jedoch müsste dazu noch ein Hügel mehr überquert werden. Nächstes Mal nehme ich wieder den Garmin Mini mit, der sieht ohnehin richtig abenteuertriefend aus und darauf kommts ja wohl an. Er zeigt aber auch die gelaufenen Km oder Meilen vernünftig an.  
      Das Hotel Saarbacher ist ein gemütliches Haus. Am Nachbartisch geht es hoch zu, Einheimische haben sich zum Dorfklatsch zusammengefunden. Der Mitarbeiter der örtlichen Sparkasse war schon zum zweiten Mal im Vaterschaftsurlaub. Ich kann mir ein Grinsen nicht verkneifen. “Das verstehen wir hier nicht” sagt eine Dame in meine Richtung. In der Schweiz haben Rechtskonservative das Referendum gegen die Gesetzesvorlage ergriffen, irgendwann wird es eine Volksabstimmung dazu geben.
      Dann ist Vodafone an der Reihe. Die wollen offenbar 680’000 Euro, um Kaltenbronn mit Glasfaser zu versorgen. Dann die Scheiss-EU, die Idee der Bonpflicht käme von dort. Es gibt wenig gefreutes, sie lassen sich auch über die Gäste des Hotels aus, was ich jedoch gut nachvollziehen kann.
      An den Wänden hängen kapitale Hirschgeweihe. Ein Förster erklärt, weshalb umgefallene Tannen mühsam von Hand gesägt werden müssen und diese nicht einfach mit dem Vollernter zusammengepackt werden können. Der Dreck verschleisse die Ketten. Diese würden nur noch dreimal neu geschliffen, dann wandern sie auf den Müll. Eine neue Kette koste 16 Euro, früher waren die teurer. 
      Die Ausstattung des Zimmers ist schon älter, ich mag es so aber viel besser, als wenn Hotels mit Ikea-Möbel ausgestattet werden, die mitten in der ersten Saison entsorgt werden müssen. Es ist unglaublich, an was man nach einem Tag im Regen alles denken muss: Sämtliche Kleider müssen irgendwo aufgehängt werden, in einem Hotel muss man jeweils alles elektronische laden. Am nächsten Tag sollte man fairerweise das Zimmer in einem akzeptablen Zustand hinterlassen usw.

      Am nächsten Tag geht es zunächst nach Forbach. Der Wald von Kaltenbronn nach Forbach ist wilder und alpiner als der bisherige. Der Wald hier ist wirklich sehr schön, ungefähr wie der Stazerwald in St. Moritz, nur viel weitläufiger. 
      Bald komme ich an einem massiven Turm vorbei. In der Hütte darunter sind Menschen. Sie sind mit dem Wagen hier hoch gefahren. Vielleicht handelt es sich um Mitglieder dieses Forums, welche die neusten Unterdruck-Schlafsäcke getestet haben, in dem Fall vielen Dank.

      Umgestürzter Hochsitz, wohl aufgrund einer Kommandoaktion der Hirschianischen Selbstverteidigungsarmee.
      Nach Forbach geht es ein wenig weit hinunter, dies hat den Nachteil, dass es auf der anderen Seite eben wieder hochgeht, ca. 700 Meter. Forbach ist die grösste Waldgemeinde der Region und ausserdem gibt es eine Holzbrücke, die im 1954 originalgetreu nach einem Bau aus dem 17. Jahrhundert neu errichtet wurde. 
      Nach Forbach steigt der Weg die ganze Zeit, bis zur badischen Höhe hinauf.

      Ungefähr der John Muir des Westwegs. 
      Der Weg ist schneebedeckt, hier hat es nun so viel Schnee, dass die Steine darunter nicht mehr sichtbar sind und unter dem Schnee hat es oftmals Pfützen. Schön ist anders, aber was will man machen. Ich wandere eigentlich den ganzen Tag im Schnee.

      Die Strassen sind nun durch umgeknickte Bäume gesperrt, kurz nach der Talsperre hat sich ein Telefonkabel gelöst. Der Weg ist bisweilen sehr steinig, mein Ziel von 70 km kann ich vergessen. Wer schwache Bänder hat, benötigt hier massive Stabilitätsschuhe, sonst ist schnell Schluss mit lustig. Hin und wieder gibt es einige Abschnitte auf Naturstrassen. Ich komme in Sand vorbei, das Naturfreundehaus zuvor hat geschlossen. 
      Im Restaurant Sand bestelle ich mir ein fettes Schnitzel und ein Paulaner. Am Nebentisch eine Geburtstagsgesellschaft, alle deutlich angeheitert, sie saufen wie die Löcher. Ein Mann spricht mich an, woher ich komme, wohin ich gehe. Ich erkläre ihnen, ich könne überall übernachten, nur nicht auf Schnee. Wiederholt werde ich eingeladen, mit ihnen zu kommen, sie hätten eine Hütte in der Nähe, zu trinken gäbe es auch.
      Ein Mann steht auf und unterhält sich mit mir, es gäbe Wölfe hier, sein Schwager habe vor zwei Wochen einen Wolf mit fünf Welpen gesehen. Komisch, denke ich, andere sehen weisse Elefanten, wenn sie hinreichend getrunken haben. Erst vor ein paar Wochen hätten sie zwei Wanderer gefunden, die wohl im letzten Jahr erfroren sein müssen. Luchse habe er auch schon gesehen und gerade eben habe er den Auerhahn rufen gehört.
      Auch erzählt er wilde Dinge von der Bergwacht. “Wie entspannt muss man wohl sein, um aus der Schweiz in den Schwarzwald zu reisen und alleine so weit zu wandern” entfährt es einem andern. Immer wieder weisen sie auf die bald einbrechende Dunkelheit hin. Danke, aber es wurde auch gestern schon Dunkel, sehr wahrscheinlich auch morgen wieder. 
      Sorry liebe Leute, aber saufen kann ich auch zu Hause ausreichend, mein Mitbewohner hat immer ein paar edle Tropfen an Lager. Einer der munteren Truppe sagt tatsächlich immer wieder “Deutschland erwache” und er versucht, dies möglichst eindeutig zu betonen. Na dann Prost, es ist immer wieder schön zu sehen, was reichlich Alkohol mit erwachsenen Männern anstellt. Das mit dem Erwachen würde ich mir ernsthaft überlegen, am besten in nüchternem Zustand. In Pforzheim hat das letzte Erwachen gemäss Wikipedia den Tod von 31.4 % der Stadt-Bevölkerung herbeigeführt. Ein solches Erwachen mag ich niemandem wünschen. 

      Hier wäre eine sanfte Pinselrenovation nötig - wahrscheinlich geschlossenes Hotel in Sand. 
      Für mich geht es jetzt weiter auf die Hornisgrinde. Bis 1999 Sperrgebiet der französischen Luftwaffe, die Deutschen durften den Standort aber später im Rahmen der NATO mitnutzen. Die Windmühlen kann ich nur erahnen, ebenso den Mummelsee. Ein schickes Hotel haben die dort, ich muss aber weiter. Die Darmstädter Hütte hat abends um halb Elf schon zu, ich bin jedoch bald wieder im Nationalpark. In Ruhestein sind die Strassen spiegelglatt gefroren. Der weitere Weg ist nichts für schwache Nerven. Er besteht zu dieser Jahreszeit vor allem aus Tümpeln und umgeknickten Tannen.
      Mein Ziel ist ein Ort, der Ettlinger Hütte heisst. Vielleicht ist es wegen der Nacht, aber ich finde nur einen Wegweiser. Die Hütte gibt es zwar, sie liegt aber tief im Wald, wie mir Google Maps nachträglich sagt. Und dann wäre nicht mal sicher, dass die Hütte offen gewesen wäre.
      Gaia GPS meldet einen kleinen Holzverhau bei einer weiteren Hütte, schaue ich mir mal an. Leider ist er so klein, dass ich darin keinen Platz hätte. Ausserdem müsste ich das Holz umschichten, wozu ich nun wirklich keine Lust habe. 

      Aus legalen Erwägungen muss dieser Bericht nun ein wenig unklar werden.
      Kurz nach Forbach hatte ich eine ideale Hütte gesehen: Zweistöckig, das Schlafquartier oben und winddicht. Natürlich schwebt mir eine solche Hütte auch jetzt vor. Die Nacht ist kalt, mein Schlafsack wird für Temperaturen bis +5 Grad empfohlen. Am nächsten Morgen sehe ich auch eine kleine Plakette, Lagern und Übernachten eher nicht erwünscht.
      Dumm gelaufen. Der ökologische Mehrwert eines Kiesbodens in einer Hütte ist aber bestimmt nicht der Grund für das Bestehen eines Nationalparks. Der Park wurde im 2014 gegründet und erfreut sich mässiger Unterstützung durch die Bewohnenden der umliegenden Dörfer. Es ist wohl vor allem eine Marketing-Frage. Zum Wald Sorge getragen wurde schon vorher.  
      Ich stellte mein Zelt in einer Hütte auf. Niemand stört mich und ich bin sicher, dass ich niemand gestört habe. Weder schlurft ein missmutiger Hirsch vorbei, noch werde ich von aggressiven Auerhähnen aus dem Schlaf gerissen. Von der Kälte hingegen schon. Ich weiss, dass meine Ausrüstung nicht ideal ist. Vorsichtshalber habe ich viele Kleider dabei. Eine ausreichend dicke Matte wäre auch kein Blödsinn, meine vier mm dicke Schaumstoffmatte hält die Kälte nur dann ab, wenn ich sie vierfach zusammenfalte. Dann ist sie jedoch zu kurz. Ich bin zu faul, um aus dem Zelt zu steigen, meinen Rucksack zu leeren und ihn unter die Füsse zu klemmen. Immerhin habe ich am zweiten Tag 67 km zurückgelegt, fast ausnahmslos im Schnee und mit doch eher speziellen Schuhen.

      Sie bieten endlosen Grip, aber auf Natur- und festen Strassen muss man wirklich aufpassen. Sonst knallen die Schuhe auf dem Asphalt. Mit bequemem Rollen ist da nix, die Schuhe verhalten sich wie ein Brett. Ich habe keine Ahnung, wie sich das auf meine Knie auswirken wird - ich muss meine gesamte Lauftechnik umstellen. Meine Füsse reagieren und schwellen ziemlich an. Aber es ist gerade das Ziel dieser Schuhe, den gesamten Fuss zu aktivieren und nichts wegzudämpfen. Auf lange Sicht sollte sich das lohnen. Durch das endlose Wasser werden meine Füsse trotz Sealskinz Socken nass und dadurch folgen Blasen.  
      Das Schnürsystem der Schuhe ist wenig durchdacht. Die harten Schnürsenkel drücken auf mein Rist. Wenigstens rutsche ich in den Schuhen nicht umher, sonst wäre bald Feierabend gewesen. Das Gehen mit diesen Schuhen ist einfach anders als alles bisherige.

      Glücklicherweise gab es einen Weg weiter unten. 
      Dass Schnee liegt, ist Fluch und Segen zugleich. Natürlich rutscht man im Schnee, aber er dämpft eben auch. Dies hat wahrscheinlich meine Wanderung gerettet. Dennoch breche ich am folgenden Tag ab: Es ist zu viel Wasser in den Wegen und ich ertappe mich dabei, wie ich neben dem Weg gehe. Dies sollte man tunlichst vermeiden.
      Gerne lasse ich auch den Forstbetrieben den Vortritt, damit diese die umgestürzten Tannen beseitigen können. Ich werde bald zur Alexanderschanze zurückkehren und den Rest des Weges in Angriff nehmen. Von der Alexanderschanze gehe ich nach Freudenstadt.  
      Insgesamt hat mir der Schwarzwald sehr gut gefallen. Die Leute waren nett, die Landschaft ist grandios. Die Aussicht war wetterbedingt alles andere als grossartig, aber ich konnte die Vogesen ein paar Male sehen.

      Vom Schliffkopf aus sieht man gar unsere schönen Schweizer Alpen.
      Vom Jura aus sieht man immer wieder in den Schwarzwald und ich fragte mich seit ca. 30 Jahren wie es dort wohl aussehen würde. Nun habe ich einen ersten Eindruck davon. 
    • Von hans im glueck
      lws 4, am gurglbach rauf soweit es ging




      und den nächsten tag viel weiter runter.
      (obendrüber ist der loreakopf.)
       









       
       
       
       
       


       
      blaues lamm gabs



       
       
    • Von nah.tour
      Hallo liebe Community,
      ich beschäftige mich zur Zeit mit der Urlaubsplanung zwischen Weihnachten Neujahr und der ersten Januarwoche. Natürlich würde ich gerne wandern aber aufgrund der zu dieser Zeit vorherrschenden Witterungsbedingungen und aus Rücksicht auf meine Partnerin auf zelten verzichten Nun die Frage: Kennt jemand Touren in Deutschland oder Zugnahe bei der es erschwingliche Unterkünfte am Wegesrand gibt? Bei den meisten Touren wird man da ja leider arm bei. 
      Alternativ Vorschläge sind auch willkommen.
      Vielen Dank für eure Hilfe
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