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Ultraleicht Trekking

Fortsetzung der Diskussion " Preisgestaltung von Rucksäcken in D"


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vor 5 Minuten schrieb Martin:

C  Als Kleinunternehmer kannst bei einem maximalen Umsatz von 22000€ davon eh nicht leben. Das sind nur 45 Rucksäcke im Jahr.

Aber sagt mal, warum schert ihr euch als Kunden darum, ob der Anbieter davon Leben kann. Das ist sein unternehmerisches Risiko und seine Verantwortung. Und wenn es so schwer ist, das in Deutschland aufzuziehen, dann kann man es nicht machen. Oder man sourced die Produktion aus. Produktionsbetriebe in Osteuropa oder China wollen auch leben...

Ich kaufe das beste Preis/Leistungsverhältnis. Leistung ist dabei für mich allgemeine Eigenschaften, Features, Material, ausreichende Verarbeitung, passform, Lieferzeit, Support. Sorry, aber ich kaufe keine Story...

 

Ohne Worte...

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Werte Community, ich habe mir mal die Mühe gemacht, euch exemplarisch darzulegen, welche Gewinne meiner Meinung nach in einer inhabergeführten Manufaktur wie der Meinen erwirtschaftet werden müss

yourpersonalgear beobachte ich, wie auch einige andere Shops, seit geraumer Zeit und wünsche Cedric viel Erfolg mit seinem Konzept. My two cents zum Thema: Preisgestaltung von in DE gefertigter G

@schrenz Ich stelle mein Projekt gern vor. Die Herangehensweise ist genau so wie du es beschreibst. Ich versuche es mal bestmöglich zu skizzieren: In meinem Wohnzimmer habe ich die Entwicklu

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vor 21 Minuten schrieb zopiclon:

Viel Spaß im primark und Co. 

Aber unter welchen Bedingungen Menschen arbeiten sollte schon aus eigenem Interesse nicht völlig uninteressant sein. 

Yep!!! Die Rechnung, @Martin, ist ganz einfach. Wenn du für ein Unternehmen arbeitest, das X verkauft, und dafür gut entlohnt werden möchtest, dem Hersteller von Y aber keine fairen Preise gönnst... dann haben dessen Angestellten ganz sicher kein Geld für das X von deiner Firma. Sie kaufen also notgedrungen Irgendwie-X aus China (oder so). Das ist eine Abwärtsspirale, die irgendwann dazu führt, dass Irgendwie-X und Irgendwie-Y auch nicht mehr so wahnwitzig erschwinglich erscheinen.

Gute Entlohnung bei einem florierenden Unternehmen ist zwar leider kein Automatismus. Aber das steht zunächst auf einem anderen Blatt (und lässt sich ändern).

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vor 1 Stunde schrieb grmbl:

Eigentlich geht das doch nur als Hobby / Nebenerwerb...

Darum nähen halt viele ihre Sachen in exotischen Destinationen wie Sri Lanka. Dem sagt man dann "global supply chain" und es ist nichts anderes Kolonialismus. Selbst bei "hochwertiger" Ausrüstung wie Arc'teryx. Ich denke es gibt durchaus Manager, die sind darauf noch stolz.

Es gibt Outdoor Dinge Made in Switzerland, von Rotauf beispielsweise (das ist noch exklusiver als Made in Germany - die Damen und Herren verwenden sogar Schweizer Wolle). Gegen geringe Gebühr und leider nicht UL - Dimpora ist auch nicht in China zu Hause.

Natürlich spart mensch einen Haufen Geld, wenn er die Famillie Mulliez berücksichtigt. Französische Katholiken, was soll schon schiefgehen (es kann eine Menge). Von Aliexpress ganz zu schweigen.

Nur unterstützt man so Arbeits- und Einkommensbedingungen, die in Europa als unzumutbar gelten (ist natürlich alles Fake-News, Decathlon Artikel wachsen an Bäumen gleich in den Decathlon Filialen im Keller, das habe ich im Internet gelesen). Sogar bei Dingen wie Apple gibt es beunruhigende Anzeichen von Zwangsarbeit. Die Chinesische Wirtschaftsordnung ist nun mal nicht wirklich besser als Manchester Kapitalismus.   

Kommt mir bitte nicht mit "Ich kann mir aber keinen Huckepacks leisten". Wer nur schon zwei Wochen am Stück wandern kann (egal wieviele km) und dies können die allermeisten hier, kann eine Nacht mehr im Zelt übernachten und hat die Mehr-Kosten wieder drinnen.

Die allermeisten hier haben wohl nicht nur UL Wandern als Hobby, einige leisten sich den Luxus von Häusern, Autos, Hunden, Kindern oder teuren Männern etc. Einige sollen sogar Fahrräder und Zubehör oder eigentliche Boote besitzen.

Ich habe damals scherzhalber den Preis meines eindeutig überteuerten Zeltes (Made in China) mit diesem Argument gerechtfertigt. Mittlerweile habe ich darin über 200 Nächte verbracht. Eine Nacht in einem Hotel kostet nun mal mindestens 50 Euro. Damit wäre ich bei 10'000 angelangt, aber ein Hotelzimmer spontan für 50 Euro zu finden, ist weitgehend unmöglich. Bei 150 ist besteht hier in der Schweiz schon eine bessere Chance. 

Natürlich ist die Situation selbst mit "hochwertiger" Ausrüstung hier zum Verzweifeln. Die Besitzer der Arc'teryx Boutique hier in Zürich pflegen z.B. mit einem alten Land Rover Defender die Gegend zu verpesten. Soll ich dies unterstützen? Dann gibt es die nette Firma namens Transa, der Anspruch auf minimale soziale Gerechtigkeit flog dort schon lange raus, ihre Supply Chain beginnt ebenfalls in Sri Lanka, nur schlagen sie nochmals ein paar Fränkli obendrauf, davon hat der Rucksackproduzent in Sri Lanka gar nix. 

Der eigentliche Hammer bei der Diskussion ist aber die Funktionalität. Mein Atompacks hält, keine Kompromisse, kein Plastikschrott, minimales Marketing, Tom gibt auf Social Media Auskunft zu allem, das Material ist idiotensicher.

Weshalb soll ich mir einen Osprey aufbinden lassen? Ospreys sind für 99 % aller User das Tool der Wahl, bequem etc, man kann den Camping Tisch und die Laterne befestigen, was will man mehr? Der Weg vom Parkplatz zum Zeltstandort war sage und schreibe 2 Stunden weit. Wenn es regnet, kann man die passende Regenhülle aufziehen. Sieht sogar Klasse aus.

Für mich endet LNT leider nicht auf dem Parkplatz. Wie wir uns in der globalen Gesellschaft verhalten, hat einen Einfluss auf die Natur. Decathlon richtet sich an Kunden mit eher eingeschränkter Reflexionsfähigkeit. Ihr System basiert letztlich auf Ansichten, die ich nicht gutheissen kann und verursacht mehr Probleme als es löst. Unendliches Leid beispielsweise, wer es nicht glaubt, soll selber mal auf der Migrantenroute aus Afrika nach Europa reisen. Viel Spass in Libyen und bei der schärferen Version von russischem Roulette auf dem Mittelmeer. Viele brauchen danach gar keinen Rucksack mehr. 

Ich gönne auch dem Mitarbeiter von Lürssen seinen Arbeitsplatz, aber nicht auf Kosten meiner Mitmenschen, Sorry. 

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Nur mal so ein Zahlenbeispiel als Appetizer vorab. Die ausführliche Darstellung der Berechnungen, falls gewünscht, folgt die Tage, sobald ich Zeit habe, um diese verständlich aufzuarbeiten.

Ausgehend von einer arbeitnehmerähnlichen Arbeitsleistung von 40 Stunden/Woche und 30 Tagen Urlaub im Jahr (Feiertage lassen wir mal Außen vor) und meinen aktuellen betrieblichen Möglichkeiten (da mir keine asiatische Turbonäherei zur Verfügung steht, um hohe Stückzahlen zu generieren und das wird auch so bleiben. :wink:) müsste ich für ein Phoenix Lite rund 770,-€ (Brutto) verlangen, um auf einen Stundenlohn (Netto) von 22,- € zu kommen. :shock: So, lasst das erstmal sacken. 

So long, euer Labu (der jetzt mit seiner Gattin ins Grüne fährt)

Bearbeitet von HUCKEPACKS
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Produktionszeit eines z.B. Phoenix Lite belaufen sich inklusive Vorarbeiten, Zuschnitt, Verpackung auf absurde 318min/netto (sprich ohne Richtzeiten)

Aber die Berechnungen sind ja viel komplexer als die reine Nettozeit, die man zur Herstellung eines Rucksacks benötigt. Es bleiben z.b. im besten Fall nur 50% meiner Zeit für die Produktion. Hinzu kommen ja noch betriebliche Nebentätigkeiten,  Betriebskosten, Steuern, Abgaben ...

Die Tage mehr.

Bearbeitet von HUCKEPACKS
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Das ist krass, danke für den Einblick!
Was ja oft vergessen wird, ist dass du als Unternehmer auch an so Dinge wie Krankenversicherung, unternehmerisches Risiko, Rentenversicherung (!), die eigene Steuerlast u.Ä. denken musst, sodass so ein Rucksack wirtschaftlich ja fast gar nicht zu einem vertretbaren Preis hergestellt werden kann.

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Warum geht ihr eigentlich davon aus, das ich bei bester Preis/Leistung von China spreche? Immer gleich diese schwachsinnige" alles oder nichts" Keule. Ich bekomme bei Ali keine Möglichkeit das Gear zu probieren, ich habe kein Support, kein Regress, keine Gewährleistung. Die Lieferzeit ist unterirdisch und ich kenne die Materialspezifikation nicht. Ich kann mich nicht drauf verlassen, das Angaben zu Gewicht oder Größe stimmen. Das macht es mir fasst unmöglich dort zu bestellen. Außer einfachste Dinge wie mal einen Topf, Herings oder einen Löffel.

Aus dem Support/Regress, Anprobe Gründen fallen für mich auch Direktimporte aus den USA aus. 

Tatsächlich besteht meine Ausrüstung aus Teilen von SMD, Cumulus, S2S, Hyberg, Bonfus und ein bischen DIY. 

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vor 2 Stunden schrieb HUCKEPACKS:

Ausgehend von einer arbeitnehmerähnlichen Arbeitsleistung von 40 Stunden/Woche und 30 Tagen Urlaub im Jahr (Feiertage lassen wir mal Außen vor) und meinen aktuellen betrieblichen Möglichkeiten (da mir keine asiatische Turbonäherei zur Verfügung steht, um hohe Stückzahlen zu generieren und das wird auch so bleiben. :wink:) müsste ich für ein Phoenix Lite rund 770,-€ (Brutto) verlangen, um auf einen Stundenlohn (Netto) von 22,- € zu kommen. :shock: So, lasst das erstmal sacken. 

Jetzt aber mal weiter dazu: wäre das ein richtiger Nettolohn wie beim Arbeitnehmer? Sprich, nach Abzug von KV, AV, RV und am besten noch Unternehmens-Investitionen etc? Weil wenn ja, ist das mMn auch eine etwas unrealistische Netto-Gehaltserwartung. Ohne eine Neiddiskussion darüber zu starten: echte 22€ Arbeitnehmer Netto Stundenlohn nach Abzug von allem sind ziemlich viel. OT: Um das mal in Relation zu setzen: das ist mehr als ich als Arzt im Krankenhaus und ein paar Jahren Berufserfahrung bekomme. 
Mir ist schon klar, dass genau deswegen ein Rucksack von dir eben nicht 770€ kostet und und ich hinterfrage in diesem Fall auch nicht, dass für dich ein solcher Lohn angemessen wäre - man kann aber auch prinzipiell darüber nachdenken, ob Rucksäcke jetzt von hoch ausgebildeten Akademikern mit entsprechenden Gehaltsansprüchen hergestellt werden müssen (und nicht von jemandem, der z.B. in seinem gelernten Beruf nur knapp über Mindestlohn verdient, dieser ist Netto nämlich bei ca. 7-8€...)Und das ist jetzt gar nicht gehässig oder so gemeint. Stellen wir uns mal jemanden vor, der sein UL-Hobby damit finanziert, für ein sub sub sub unternehmen des deutschen Versand- und Logistikunternehmens zu arbeiten. Der würde sich ggf. über das Upgrade freuen jetzt mal Mindestlohn zu bekommen. 

Bearbeitet von Freierfall
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@FreierfallFür 22,-€ netto die Stunde würde kein Handwerker, geschweige denn ein Akademiker arbeiten. Zudem hat ein Arbeitnehmer natürlich ganz andere Sicherheiten, Kündigungsschutz, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, kein unternehmerisches Risiko usw., als ein Selbständiger. Und natürlich wären die 22,- € netto  kein "richtiger" Nettolohn. Zwar wären ESt+ GewSt in Höhe von ~ 9000,-  und Kranken/Pflegeversicherung in Höhe von ~11100,- (freiwillig gesetzlich versichert) schon gezahlt.

Aber Renten- und Sozialversicherung, Rücklagen, Investitionen, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ... müssten von diesen 22,- € auch noch getragen werden. Da könnte es auch durchaus passieren dass vom Stundenlohn auch wieder wenig übrig bleibt.

Mehr die Tage.

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vor 27 Minuten schrieb ChrisS:

@Freierfall

@HUCKEPACKS:  Viele Handwerker gehen für weniger als 22€ arbeiten, „Wohlstand“ generieren sie eher durch...ääähm...Nebentätigkeit!

OT: Auf den Baustellen meiner Frau würde kein Handwerker für das Geld arbeiten. Selbst die polnischen Handwerker bekommen, verlangen 25,-€/Std. Und für deren gute Arbeit ist das eigentlich unterbezahlt.

Bearbeitet von HUCKEPACKS
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mir scheint, hier gibts ein Missvertändnis zwischen brutto und netto? 22 Euro netto sind bei 170h/Monat und Stkl. 1 grob überschlagen 5500 Euro brutto. Das ist auch für einen Akademiker nicht nichts, zumindest bewegen wir uns damit schon in den Top 10% der Einkommen. Aber selbst 22 Euro brutto ist schonmal was, wieder bei 170h/Monat sind das 3600 brutto, damit also statistisch ziemlich durchschnittlich.

 

Mit Handwerkern hab ich wenig Erfahrung, möchte aber anmerken, dass nur weil ein Gewerbe 60 Euro/h auf die Rechnung schreibt, der Geselle nicht unbedingt 60 Euro/h bekommt.

Damit möchte ich ganz explizit nicht ausdrücken, dass 22 Euro zu wenig sind; auch mit Selbstständigkeit habe ich wenig Erfahrung und kann möchte Huckepacks Rechnungen nicht anzweifeln. Dachte nur, bevor hier weiter aneinander vorbeigeredet wird, mach ich auch mal mit.

@HUCKEPACKS mich würden konkrete Zahlen tatsächlich interessieren, soweit Du diese veröffentlichen kannst und willst!

Ich muss nämlich zugeben, dass ich mich teils auch schon über die Preisgestaltung neuerer Marktteilnehmer insbesondere hierzulamde gewundert habe, bei denen Rucksäcke eher um die 400 Euro angesiedelt sind. Dabei war mein Gedanke ausdrücklich nicht, dass das nicht angemessen oder sonst was sei, sondern basierte ausschließlich auf vergleichen mit anderen Cottages. Bspw. liegt ein Weitläufer Agilist aktuell bei 260 Euro, und vor ca. einem Jahr war der meiner Erinnerung nach irgendwo bei 200 Euro. Wenn dann plötzlich jemand kommt und für einen etwa gleich großen Rucksack aus dem gleichen Material 1,5-2x so viel verlangt, wundert man sich halt. 

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vor 5 Stunden schrieb Martin:

Als Kleinunternehmer kannst bei einem maximalen Umsatz von 22000€ davon eh nicht leben

 

vor 5 Stunden schrieb MarcG:

Kleinunternehmer ist auch nicht für Leute gedacht die davon alleine leben. Meist eher für ein Nebengewerbe, oder wo man das Hobby so betreibt dass es auch gewerblich relevant ist. 

Ist schon lustig, unterwegs Minimalismus bis zum Anschlag, aber zuhause kann man nicht von 1000 oder im Falle eines reinen Dienstleister von 1800 € / Monat leben ?

Also ich glaube, da ist evtl ein bisschen Realitaetsverlust, die Existenz-Minimumgrenze in D liegt momentan bei ca 9.500 € / Jahr, es gibt in D eine grosse Anzahl, die entweder davon zwangsweise irgendwie Leben muessen, je nach Situation verdammt schlecht (z.B. haben wir in D 7-8 Millionen Menschen, die soziale Grundhilfen bekommen und die bekommst Du vereinfacht ausgedrueckt, nur, wenn Du unterhalb liegst).

Oder die in ihren Lebensprioritaeten Kohle verdienen nicht unbedingt als Oberstes angesetzt haben und auch unter den 22.000 Umsatz liegen, denen z.B. ihre Lebenszeit, z.B. etliche Monate im Jahr unterwegs sein zu koennen, oder sich einen grossen Teil ihrer Zeit unengeltlich (nicht als Job bezahlt) irgendwo zu engagieren, wichtiger ist, als Kohle zu verdienen und es ist dann noch die Frage, ob die, die diese Entscheidung frei getroffen haben, sich nicht evtl reicher fuehlen, als jemand, der der Kohle hinterher hechelt, weil teures Auto, teure Wohnung, man um die halbe Welt fliegen muss, um zu Wandern usw OT: (Wandern funktioniert tatsaechlich auch um die Ecke, man kann sogar einfach irgendwelche Wege laufen, die weder als Qualitaets-Wanderweg ausgezeichnet sind, noch wo man sich ein Kroenchen aufsetzen darf, wenn man ein paar davon gelaufen ist :mrgreen:)

Das sind halt alles unterschiedliche Lebenskonzepte / Prioritaeten...

vor einer Stunde schrieb Freierfall:

man kann aber auch prinzipiell darüber nachdenken, ob Rucksäcke jetzt von hoch ausgebildeten Akademikern mit entsprechenden Gehaltsansprüchen hergestellt werden müssen


Jetzt mal losgeloest von Mateusz...Jemand der handwerklich arbeitet, ueber viele Jahre sehr viel Fachwissen erworben, handwerklich sauber arbeitet, gute Konzepte entwickelt hat, ueber Jahre die Produkte weiterentwickelt hat, dass es inzwischen richtig gute, ausgereifte Produkte sind...da finde ich es schon extrem krass, so eine Taetigkeit als Hobby abzutun und vorzuschlagen, so jemand sollte dann fuer Mindestlohn o.A. arbeiten.

Ich habe ja nun im Laufe der Jahrzente mit allen Berufsgruppen zu tun gehabt, habe ja auch selber mehrere Ausbildungsgaenge gemacht in unterschiedlichen Bereichen zwischen Hochschule und technischer Ausbildung, ich habe verdammt viele Handwerker, Techniker, Facharbeiter kennengelernt, die deutlich "mehr drauf hatten" als viele der Hochschul-Ausgebildeten, ich kenne natuerlich diesen typischen Blickwinkel mancher Akademiker, dass aus irgendwelchen Gruenden ihre fachliche Kompetenz toller sein soll, als die von einem erfahrenen Handwerkern, kommt mir schon mal selbstbeweihraeucherndes Elfenbeinturm-Denken :mrgreen: vor...aber das Schoene in einer Demokratie ist ja, jeder darf seine eigene Meinung haben :mrgreen:

Mal kurz zu dem Thema Selbststaendige und Stundenlohn, was sich viele 9-17 / 5 Tage (bezahlten Urlaub, Krankheit usw) Arbeitnehmer nicht wirklich klar machen, dass eben als Selbststaendiger jede Menge Arbeitszeit anfaellt, die Du niemand in Rechnung stellen kannst, Aquise, Material-Bestellungen, Lieferungen checken, Werkzeug-Wartung, Finanzamt, Arbeitsraum und und und, ein fetter Zeitfaktor ist auch die Vorgespraeche mit Kunden, Konditionen klaeren (btw ist da nach meinen Beobachtungen der Zeitaufwand mit privaten Kunden eine gute Ecke hoeher), all das faellt als Arbeitnehmer in die bezahlte Arbeitszeit, als Selbststaendiger steht diese ganze Zeit, um Deinen Lebensunterhalt zu erwirtschaften, nicht zur Verfuegung, Du must also mit jeder std, die Du in Rechnung stellst, sozusagen 2 echte Arbeitsstunden "bezahlen".

Natuerlich hat Selbststaendigkeit auch ihre Vorteile, man kann freier ueber das eigene Leben / Zeit bestimmen, es gibt keinen Cheffe, der einem vorschreiben kann, was man gegenueber 3. bzw Kunden gut zu finden hat, man kann sich  "aussuchen", fuer welche Kunden man arbeitet (oder richtig ausgedrueckt, wenn die Chemie absolut nicht stimmt, kann man auch mal Auftraege o.A. sausen lassen), wenn man auch mit Unternehmen zusammen arbeitet, kann man sich die aussuchen, die zu Einem "passen"....dafuer darf man halt dann lieber nicht ueber so etwas wie Rente nachdenken... 
 

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Also... irgendwie finde ich es grundsätzlich frech, über die Einkommensansprüche von Handwerkern oder Outdoor-Selbständigen zu diskutieren, als gäbe es eine angemessene Obergrenze.

Fragt Ihr Ärzte oder Anwälte auch, wie viel sie im Monat verdienen, bevor Ihr euch auf sie einlasst? 

(Klar, Anwälte bieten sich nicht nebeneinander im Internet an und treiben Preiskonkurrenz... aber trotzdem.)

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@lampenschirm 

Nur nochmal kurz zwecks Richtigstellung: 22,- Gewinn/Std. nach Steuer, KV und PV kämen nur bei einem fiktiven Phoenix Lite Preis (B2C) von 770,-€. zustande. ;-)

Bei aktuell 330,- € sind es effektiv eher 0,-€ :grin:

Und jeder der jetzt sagt: Wenn sich der Kram nicht rechnet, dann man doch zu.

Da kann ich natürlich nur antworten: Recht hast Du! ;-)

Bearbeitet von HUCKEPACKS
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@khyal
 hast du für Erwartungen bei der Marge für so ein Rucksackcotage? Die Fertigung ist extern, Materialkosten fallen an, da bleibt nicht viel übrig con 22000€ Umsatz. Das ist bestimmt nicht das Existenzminimum.

@martinfarrent
 sehe ich genauso. Ich bewerte Laufbursche vs. liteAF vs ZPacks vs HMG vs Weitläufer vs MLD vs...

Und ich verlasse mich darauf das die Hersteller egoistisch genug sind sich genug zu zahlen oder einen anderen Job zu suchen. Verbraucher haben nicht das Recht auf einen günstigen Rucksack. Und wenn es nur noch 500€ Rucksäcke gibt, dann kauft man die halt oder näht selbst...

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@HUCKEPACKS ja, das hab ich schon verstanden, ich hab aus Deinen Posts nicht den Eindruck gewonnen, dass Du jeden Monat 3600€ mit nach Hause nimmst :D ich wollte nur drauf aufmerksam machen, dass mir schien, dass Äpfel und Birnen verglichen werden, so kann ja auch keine vernünftige Diskussion stattfinden. War aber wahrscheinlich von mir nicht klar genug formuliert. Und sonst wollte ich das nur mal einordnen, weil Du die Zahl in den Raum gestellt hast. Was jetzt wiederum nicht heißen soll, dass ich Dir das nicht gönnen würde oder das für unangemessen hielte ;) 

Letztlich gehts mir tatsächlich drum, dass mal mitzukriegen, weil wie gesagt die Preise von vergleichbaren Rucksäcken sich ja teils deutlich unterscheiden und man sich dann halt fragt, wo das herkommt. Weil grundsätzlich gehe ich zunächst mal davon aus - so ich nichts anderes über andere Quellen mitbekomme - dass Hersteller ihren Preis so kalkulieren, dass sie davon leben können. Weil von irgendwas muss man ja leben :D Und wenn ich mir dann dadurch zusammenreime, dass der eine von 260€/Stück leben kann und der andere von 450€, dann frag ich mich als Kunde, warum ich den höheren Preis bezahlen soll (bei vergleichbarer Ware). Mir ist klar, dass bei neuen Cottages erstmal weniger verkauft wird, und dadurch mehr pro Stück reinkommen muss, auch haben sich da die ganzen Anfangsinvestitionen noch nicht amortisiert, aber um bei meinem Bsp. Weitläufer zu bleiben, die gibts ja auch noch nicht so lang und der Preis war zumindest letztes Jahr erheblich niedriger (es sei ihnen gegönnt). 

Daher eben mein Interesse, dass von jemand wie Dir, der drinsteckt, ein Stück weit aufgedröselt bzw. dargelegt zu bekommen.

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Vielleicht haben die Moderatoren nichts dagegen wenn ich das ursprüngliche Thema auslasse und mich nur zum Thema Selbstständigkeit beteilige. Ansonsten wird der Beitrag eben gelöscht.

Seit ich 20 Jahre jung war (jetzt 37), bin ich, bis auf die Trails und 8 Monate Arbeitnehmer, mein Leben lang Selbstständig gewesen. Ich durfte auch viele kennenlernen, die sich ebenfalls für diesen Weg entschieden haben. Ich würde mal behaupten wollen, wegen Geld gehen diesen Schritt die wenigsten. Ich betrachte das Unternehmertum/Selbstständigkeit eher wie eine Art Lifestyle. Es ist eine eigene Art zu denken, zu handeln und zu leben. Es ist nicht besser oder schlechter als die vielen anderen Arten seine Brötchen zu verdienen. 

Unterschätzt oder auch wenig erwähnt wird dabei immer die Zeit des reinen Denkens. Planen, grübeln und tüfteln, das läuft quasi immer und permanent im Kopf ab. Egal ob ich mich an den Strand packe oder einen Trail laufe. Ideen laufen permanent im Kopf ab. Das macht den Reiz aus, lässt aber auch selten Zeit für tiefe Entspannung bei der über nichts was mit dem Unternehmen zu tun hat nachgedacht wird. Mit Geld ist das nicht aufzuwiegen. Das ist eine eigene Entscheidung, so leben zu wollen.

Während meiner Meisterschule durfte ich das ganze Thema der klassischen Kalkulation und Preisfindung wie es im Lehrbuch steht lernen. Das hat mal so gar nichts mit der Realität zu tun. Bzw. ist spätestens seit dem Internet eh überholt. @HUCKEPACKS bin bei deinen Ausführungen ganz bei dir (würde noch mehr sagen wollen, doch ohne Erlaubnis der Mod´s wohl eher schlecht). Vielen Dank für deine guten Wünsche. Durch die Globalisierung und auch die EU hat sich das Thema Kalkulation sehr verändert. In allen Bereichen. Wir vergleichen jetzt die selbe Tätigkeit mit unterschiedlichen Stundenlöhnen unabhängig von Ausbildung, Bedingungen etc. Ausserhalb von Deutschland wirst du auch als ungelernte Kraft eingestellt und “benutzt“. In Deutschland wirst du nur mit längerer Schulbildung, Ausbildung, Studium und am besten noch Berufspraxis eingestellt. Das verzerrt den Markt und die Wahrnehmung. Der Stundenlohn ist nicht nur für die jetzige geleistete Arbeit. Sondern auch für die Zeit die nötig war um überhaupt erstmal arbeiten zu können. Bafög und Studienkredite müssen zurückbezahlt werden. 

Das was jeder Unternehmer in seine Firma einbringt ist vor allem er selbst. Dafür bekommen wir meistens leider keinen Applaus, sondern häufig intensive Kritik. Egal an was. Es gibt immer etwas auszusetzen und wir waren ganz persönlich daran schuld. Wir tun es für die, die unsere Arbeit zu schätzen wissen. Die, die sich so darüber freuen, dass es jetzt endlich das gibt was sie sich schon immer gewünscht haben oder einfach ihr aktuelles Problem löst. Und natürlich für uns selbst. Denn ich für meinen Teil liebe die Herausforderung etwas neues zu erschaffen und das Gefühl wenn es tatsächlich funktioniert. 

Klar wäre es schön davon auch noch Leben zu können, doch deswegen geht kaum einer ans rennen. Das wird erst später interessant. 

 

 

 

 

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Interessante Einblicke, auch wenn manche Kommentare vor Zynismus triefen (selbst wenn es so nicht gemeint war, was ich sogar glaube). Also wenn ich ,das richtig gesehen habe liegt der Nettodurchschnittslohn in D derzeit bei rund 2100€ monatlich, lasst das doch mal unsere Grundlage sein. Subjektiv haben wir natürlich alle viel mehr zu bekommen!:mrgreen: Ich maße mir auch nicht an und traue hier niemandem zu beurteilen zu können , wieviel ein anderer Mensch zu verdienen hat, aber man muss kein Linker sein um zu sehen, daß selbst der Mindestlohn eine Farce ist. War nicht gestern erst der neue Armutsreport mit steigenden Zahlen veröffentlicht? Daß das die Realität ist, ist ja mittlerweile selbst den größten Ignoranten hoffentlich klar. 

Mal nebenbei, ich kann mir nicht vorstellen ,dass jemand ne Cottage aufmacht, weil er NICHT hofft, davon leben zu können?! 8-)

 

 

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Gerade eben schrieb ChrisS:

Interessante Einblicke, auch wenn manche Kommentare vor Zynismus triefen (selbst wenn es so nicht gemeint war, was ich sogar glaube). Also wenn ich ,das richtig gesehen habe liegt der Nettodurchschnittslohn in D derzeit bei rund 2100€ monatlich, lasst das doch mal unsere Grundlage sein. Subjektiv haben wir natürlich alle viel mehr zu bekommen!:mrgreen: Ich maße mir auch nicht an und traue hier niemandem zu beurteilen zu können , wieviel ein anderer Mensch zu verdienen hat, aber man muss kein Linker sein um zu sehen, daß selbst der Mindestlohn eine Farce ist. War nicht gestern erst der neue Armutsreport mit steigenden Zahlen veröffentlicht? Daß das die Realität ist, ist ja mittlerweile selbst den größten Ignoranten hoffentlich klar. 

Mal nebenbei, ich kann mir nicht vorstellen ,dass jemand ne Cottage aufmacht, weil er NICHT hofft, davon leben zu können?! 8-)

Edit nach @Severs Kommentar: Erstmal cool, daß Du dich zu deinem Baby äusserst, vielen Dank! Nur eine Anmerkung, ansonsten respektiere ich deinen Post zu 100%. Auch ein sogenannter "Lifestyle" erfordert doch Grundeinnahmen zum Lebensunterhalt oder parasitiert man da bei seiner Familie oder wie oder was?:mrgreen:

 

 

 

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