Geschrieben 21. April 201511 Jr. Am vergangenen Wochenende musste ich mal "dringend raus". Ein Freund und mein Hausarzt hatten mir quasi etwas Abwechslung verordnet. Da die Entscheidung sehr kurzfristig fiel, war für lange Planungen keine Zeit. Ein Overnighter auf dem nur 8km entfernten Teilstück des Pfälzer Höhenweges sollte es werden. Also ab in den Ausrüstungskeller und die Go-Box in den Jam 35 gekippt:MYOG Jardine QuiltMYOG Gleitschirm-Nylon Tarp 1,5x3m (am Freitag Abend um 22:00h noch schnell mit heißer Nadel zusammengeschneidert)TAR RidgerestLaufbursche Titanheringe99g Esbit-KochsetRegenzeuglange U-Hose, Buff, Handschuhe, Fernweh-MützeRamen-Nudeln im Ziplock, Komet Schokopudding als NachspeiseSawyer Mini, Platyund ganz wenig KleinkramMeine beste Hälfte hatte uns um 09:30h am Bastenhaus rausgeworfen. Erstes Ziel war Ruppertsecken, das höchste Dorf der Pfalz.Ruppertsecken - der Blick reicht weit. Danach führt der Weg bergab durch Würzweiler nach Rockenhausen. Die Wegführung ist durchweg super beschildert, die Karte diente nur zur Beantwortung der "wie weit ist es nach..:"-Fragen. Verlaufen ist eigentlich nicht möglich.In Rockenhausen werden Samstag Nachmittags zeitig die Bürgersteige hochgeklappt. Einzig im Rewe gabs leckere Mettbrötchen. Bei der anschließenden Mittagsrast hat sich zum ersten Mal die Riderest bewährt. Aufgrund des üppigen Packmaßes außen am Jam befestigt, war sie als Pausenmatte schnell zur Hand. Der Weg aus Rockenhausen hinaus ist steil. Umso ärgerlicher ist, dass man nach ca 2/3 des Gesamtanstieges wieder nach Katzenbach hinab geführt wird, nur um sich dort die sehr unspektakulären Überreste eines Römoschen Gutshofes anzuschauen. Für Neugierige: Etwa 20cm hohe Mauerreste auf einer grünen Wiese. Das Durchlesen der Hinweistafel dauert länger als die Besichtigung der "Ausgrabungen".Die soeben hergeschenkten Höhenmeter darf man nach erfolgtem Kulturgenuss natürlich wieder einsammeln, und noch einige mehr. Habe ich erwähnt, dass die Gegend Nordpfälzer Bergland genannt wird ? Auf der Höhe angekommen hieß es bei recht frischem Wind Strecke machen. Die Aussichten links und rechts des Weges reichen weit. Am späten Nachmittag ist Zeit für eine Kaffepause. Nachdem die Wasservorräte samt in Kaffee umgesetzt waren, musste Nachschub her, zumal der Tag zu Ende ging. Meine Begleitung hatte die Kaffepause genutzt um den Komfort der Ridgerest zu testen - nach ca. einer Stunde (Nach-)Mittagsschlaf musste ich ihn wecken . Die nächste Aufgabe war also Wassernachschub. Das sollte kein Problem werden, da nur ein paar Meter weiter laut Karte eine Quelle direct am Weg liegen sollte. Die Quelle war da, allerdings nicht viel mehr als ein Schlammloch im Wald. Da ich nicht wie Kai Sackmann den Waldboden auf der Suche nach Wasser survivalmäßig umgraben wollte, war kurzerhand eine Alternative gefunden. Der Sawyer Mini tat seinen Dienst und weiter gings. Manchmal gibt es tolle Zufälle unterwegs. Ein außenliegendes Gehöft, welches ich eigentlich auf der Suche nach einem geeigneten Übernachtungsplatz meiden wollte, entpuppte sich als echtes Wandererparadis: "Natürlich" liefen wir dem Bauern direkt in die Arme, und mit kurzem Blick auf die Ridgerest am Pack waren unsere Absichten klar. Kurz: Neben der Erlaubnis auf der Wiese neben dem Hühnerhaus unsere Tarps aufzuschlagen, gabs es noch eine Flasche Riesling und eine Flasche Portugieser Weißherbst - denn natürlich war die Gattin auch Winzermeisterin . der NorwegerDas WESEN des Ultraleicht-Trekking:Wissen schaffenErfahrungen machenSicherheit gewinnenErlebnisse genießenNochmal von vorn!
Geschrieben 21. April 201511 Jr. Autor Kurzer Blick auf die Nachtlager: Die Nacht war frisch, die Obstwiese etwas unbequem. Leider hatte ich den Wanderstock zu Hause vergessen, weswegen ich bei der Platzwahl meines Tarps etwas eingeschränkt war. Die Morgenröte war sehenswert: ebenso der Sonnenaufgang: Die letzten Meter nach Obermoschel waren schnell runtergespult, wo wir den netten Overnighter mit unseren Familien in der Pizzeria beim MIttagessen ausklingen ließen. Fazit:26 Stunden draußen entspannen deutlich mehr als 26x drüber nachzudenken, dass man mal wieder raus müsste.Auch wenn die Nacht etwas unbequem war, sind meine Rückenschmerzen verschwunden .Das Packmaß der Ridgerest ist übel, der Nutzen überwiegt aber bei weitem! Noch nie hatte ich die Isomatte untertags so häufig im Gebrauch, z.B. als Sitzpolster, als Windschutz, für den Mittagsschlaf, etc.Als Burrito hätte ich sie niemals aus dem Pack gezerrt.Auch ohne Wanderstöcke kommt man voran - mit ist's aber einfacher Ein "Overnighter" muss nicht perfekt sein. Ohne überzogene Erwartungen an eine "Tour", oder ein "Toürchen", läuft es sich wesentlich entspannter. der NorwegerDas WESEN des Ultraleicht-Trekking:Wissen schaffenErfahrungen machenSicherheit gewinnenErlebnisse genießenNochmal von vorn!
Geschrieben 21. April 201511 Jr. OT: Nebenbei: Ich verstehe beim besten Willen nicht, wieso man das schöne Wort "Übernachtung" durch "Overnighter" ersetzt. Meine Regel Nummer eins:"Nimm einfach weniger Sachen mit!!!"
Geschrieben 21. April 201511 Jr. Sehr schön, das regt direkt an, doch öfter mal ne Nacht spontan draußen zu verbringen! Bei der Ridgerest muss ich auch absolut zustimmen: klasse Matte, bequem, warm und dafür noch recht leicht - aber grauenvolles Packmaß Danke fürs teilen! Micha 14212km
Geschrieben 21. April 201511 Jr. Autor OT: Nebenbei: Ich verstehe beim besten Willen nicht, wieso man das schöne Wort "Übernachtung" durch "Overnighter" ersetzt.Ja, Du hast recht. Zum Glück hatte ich nur die Unterleg-Plane dabei und das Groundsheet zu Hause gelassen. 😉Im ernst, Anglizismen kann man auch übertreiben. der NorwegerDas WESEN des Ultraleicht-Trekking:Wissen schaffenErfahrungen machenSicherheit gewinnenErlebnisse genießenNochmal von vorn!
Geschrieben 18. Mai 201511 Jr. OT: Nebenbei: Ich verstehe beim besten Willen nicht, wieso man das schöne Wort "Übernachtung" durch "Overnighter" ersetzt. OT: Meines Verständnisses nach meinen die beiden Wörter nicht das gleiche. Ein Overnighter bezieht sich im Prinzip auf 2 Tage (mehr oder weniger von den Tagen) mit einer Nacht dazwischen.Unter Übernachtung verstehe ich hingegen wirklich nur die Nacht. (ohne die Tage)Sehe nur ich das so oder teilt noch jemand diese Ansicht?
Geschrieben 18. Mai 201511 Jr. OT: Hatte den gleichen Gedanken, hatte nur keine Lust es zu posten. Overnighter meint eine Tour (ist jetzt auch nicht so ein urgermanisches Wort... ) mit einer Übernachtung. Eine richtige Entsprechung gibt es dafür im Deutschen wohl noch nicht. Vorschläge?
Geschrieben 19. Mai 201511 Jr. Nee, ein Overnighter kann ja abends beginnen und morgens vorbei sein. Ein Übernachter Viele Grüße Ingmar Viele GrüßeIngmar
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