Es muss doch irgendwelche Gründe dafür geben, dass hier einige Leute scheinbar regelmäßig mit Hunden Probleme haben und andere wiederum gar nicht. Bei der Zahl der Begegnungen mit Hunden, die die meisten Läufer, Wanderer, Radfahrer usw haben, dürfte es wohl nicht an absurd vielen Zufällen hintereinander liegen. Wenn man eine oder zwei negative Erfahrungen im Jahr mit Hunden macht, kann es bestimmt an schlecht erzogenen Hunden liegen. Die meisten Hunde, die man in der Natur in Deutschland trifft, sind aber gut erzogen. Zumindest gut genug. In den Städten mag das durchaus anders sein, aber damit Hunde grundlos zubeißen, muss schon eine Persönlichkeitsstörung oder Krankheit vorliegen. Ich schätze daher, dass die Probleme vor allem durch die Wahl der Route entstehen. Auf dem Rad kann man eigentlich kaum etwas falsch machen, wenn man einfach nur weiterfährt.
Ich persönlich trainiere fast immer früh morgens und sehe auf der einen Strecke morgens immer wieder Hunde, die aber alle sehr gut erzogen sind. Wenn die Halter mit ihren Hunden extra vor 6 Uhr in den Wald marschieren, muss ihnen durchaus etwas an ihren Haustieren liegen. Mittags bis spät nachmittags sieht das bestimmt anders aus, wenn man dann noch durch Wohngebiete joggt oder sogar Innenstädte durchquert.
(Auf der anderen Strecke, die ich meistens laufe, sehe ich morgens übrigens nie jemanden. Einen Hund habe ich dabei wirklich noch kein einziges Mal getroffen - und das im Außenbezirk einer Großstadt!)
Als ich noch aktiv Rennrad gefahren bin, gab es auch fast nie Begegnungen mit Hunden. Die Strecken und Tageszeiten haben dabei stark variiert. Wenn man mit dem Rennrad auf der Straße bleibt, kann eigentlich gar kein Tierangriff passieren.
Um hier einen klaren Rat auszusprechen, fehlt es mir an Erfahrung mit Hunden und die genaue Situation kennen hier auch nur diejenigen, die mit dem Problem zu kämpfen haben. Wahrscheinlich kann man aber präventiv durch die Wahl der Route und Zeit die Wahrscheinlichkeit einer schwierigen Situation drastisch reduzieren.
Zu dem Fall eines Angriffes wurden schon viele sehr wichtige Dinge gesagt. Ich würde vielleicht noch hinzufügen, dass man beim Radfahren eine kleine Dose Tierabwehrspray (=Pfefferspray) am Rahmen oder Lenker befestigen könnte, um sie im Notfall hinter sich zu sprühen. Pfefferspray macht generell Sinn, weil die größte Gefahr von außen immer der Mensch ist und sein wird.
Eigentlich ist Jet-Pfefferspray deutlich besser als Fog-Pfefferspray, aber auf dem Rad macht Letzteres gerade beim Einsatz gegen Hunde viel mehr Sinn. Man kann schließlich nicht hinter sich zielen und weiß dann auch nicht, ob man den Hund wirklich trifft. Beim Fog wird (wie der Name verrät) einfach eine Nebelwolke hinter einem versprüht, die bestimmt kein Hund freiwillig durchquert.
Beim Wandern finde ich Pfefferspray unnötig, aber bei Radreisen (und auch im Training) ist es die paar Gramm auf jeden Fall wert. Sollte man zu Fuß unterwegs sein, reichen Wanderstöcke und eine Wasserflasche bestimmt aus. Stöcke helfen auch gegen Bären, Vögel und so weiter.
Ich wurde in der Tundra mal von Möven attackiert, als ich scheinbar ein Brutgebiet durchquert habe. Durch das Heben meiner Wanderstöcke haben die Möven nicht meinen Kopf angeflogen, sondern die Spitzen der Stöcke. Tiere können scheinbar nicht erkennen, dass die Wanderstöcke nichts mit der eigentlichen Größe des Menschen zutun haben.
Hunde haben total Angst vor den Dingern, das wurde hier aber auch schon ausführlich beschrieben.
Ich will mit diesem Beitrag auf keinen Fall sagen, dass ihr schuld daran seid, wenn euch Hunde angreifen! Es ist immer die Schuld des Herrchens, das mit dem Tier nicht angemessen umgeht. Nur ist es eben eure Entscheidung, wenn ihr Routen wählt, auf denen es von Vierbeinern nur so wimmelt. Ihr kennt die Gefahr scheinbar mehr als gut und wisst genau, dass ihr nur sehr wenig Einfluss auf das Verhalten der Hunde habt.
Mit den Hunden ist das auch so. Wenn ihr ständig Wege wählt, auf denen es nur so von Hunden wimmelt, wird es selbst bei Verhalten wie aus dem Bilderbuch Angriffe geben, weil viel mehr Möglichkeiten dazu entstehen. Es kann also durchaus auch an euch liegen.
Ihr könnt die Hunde nicht spontan umerziehen und auch den Haltern nicht verbieten, mit schlecht ausgebildeten Hunden unterwegs zu sein. Alles, was außerhalb eures Einflussbereiches liegt, ist für euch kaum kontrollierbar. Gerade deshalb macht es wenig Sinn, sich über eben diese Tierhalter und ihre Vierbeiner zu echauffieren. Eure Routen wählt ihr hingegen selbst und bei den Zeiten, in denen ihr aktiv seid, wird es bestimmt auch etwas Spielraum geben. So könnt ihr relativ leicht die Zahl der Begegnungen mit den Hunden um mehr als 90% reduzieren.