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Ultraleicht Trekking

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Anzeigen von Inhalten mit der höchsten Reputation auf 21.04.2020 in Beiträge

  1. Nachdem ich bereits 3 Rucksäcke genäht habe, ist dies der erste, den ich hier im Folgenden präsentieren werde. Er stellt die neueste Evolutionsstufe aus den bisherigen Werken, sowie MYOG Inspirationen aus diesem Forum und käuflich erwerbbaren Rucksäcken dar. Optisch gleicht er somit wie nicht anders zu erwarten der Mehrheit an UL-Rucksäcken mit dem ein oder anderen Detailunterschied. Besonders wichtig war mir jedoch eine hohe Robustheit und lange Haltbarkeit Die Anforderungen an Größe und tragbares Gewicht ergaben sich aus meiner Packliste (ca. 5,5kg BW bis in leichte Minusgerade inkl. Fotoausrüstung): Der Hauptkorpus wird per Rolltop verschlossen und besitzt eine Größe von maximal 28cm * 17cm * 70cm. Da die Grundfläche nicht rechteckig ist, sondern abgerundete Ecken besitzt verkleinert sich das Volumen gegnüber einem Quader etwas. Dazu kommen zwei voluminöse Außentaschen und eine geraffte Netztasche an der Front zum luftigen Aufbewahren von nass gewordener Ausrüstung. Insgesamt beträgt das Volumen somit ca. 30L + 7L. Der entscheidende Unterschied gegenüber anderen (UL) Rucksäcken besteht in seiner überragenden Robustheit, die aus der Materialwahl und kleinen konstruktiven Anpassungen resultiert: Der Hauptkorpus inkl. Rolltop besteht aus 500Den Cordura von Extex (235g/m2). Das Rücken- und Bodenteil (bestehend aus einem Stoffteil), sowie die Außentaschen bestehen aus 1000Den Cordura von Extex (300g/m2). Der Boden wurde abgerundet bis auf die Vorderseite hochgezogen, sodass dieser zusammen mit den Seitentaschen eine stabile Bodenwanne aus 1000Den Cordura bildet. Durch die Abrundung wird Abrieb am Boden durch eine gleichmäßigere Auflagefläche verringert. Als Gurtmaterial kam das sehr robuste Sicherheitsgurtband in der 40mm und 19mm breiten Ausführung von Extex zum Einsatz. Alle Schnallen sind die hochwertigen und robusten Ausführungen von ITW Nexus. Alle Gurtbänder, bei denen dies möglich war, wurden V-förmig an ihren Befestigungspunkten vernäht. Dadurch wurde einerseits das Nähen durch die flachere Bauweise erleichtert und andererseits wird dadurch Last auf die doppelte Naht- und Stofflänge verteilt. Das Tragesystem setzt sich aus zwei ergonomischen Schultergurten und zwei Hüftflossen bestehend aus 500Den Cordura und 6mm 3D-Mesh von Extex zusammen. Die Tragriemen wurden an den Hüftflossen vernäht anstatt mit einem eigenen Dreieck befestigt zu werden. Daraus ergibt sich ein besseres Stabilitäts-Gewichts Verhältnis dieser Komponenten sowie ein geringerer Fertigungsaufwand, da ein sehr robustes Element (Hüftflosse) zwei Funktionen übernimmt. Zusätzlich wird ein Scheuern der beiden Elemente aneinender vermieden. Die Idee habe ich mir von einem bereits 40 Jahre alten aber tadellos funktionierenden Lowe Alpine Rucksack abgeschaut. Oben unten am Pack sind 20mm Leiterschnallen angebracht um das Volumen bei Bedarf deutlich erweitern zu können, indem Ausrüstungsgegenstände wie Zelt oder Schlafsack (der sowieso in einem wasserdichten Beutel steckt) außen befestigt werden können. Außen sind Kompressionsriemen angebracht, die zur Fixierung weiterer Ausrüstungsgegenstände wie Schneeschuhen und Trekkingstöcken konstruiert sind. Direkt über den Außentaschen findet sich jeweils ein Kompressionsriemen aus einer 2mm Schnur, der hauptsächlich zur Fixierung von Wasserflaschen in den Außentaschen dient. Da diese aus 1000Den Cordura bestehen haben auch starke Gummizüge zum zusammenraffen der Außentasche nicht funktioniert, da das Material einfach zu steif ist. Der Rucksack wurde zunächst in einem CAD-System konstruiert, um das Gewicht bereits vorher berechnen zu können und durch dabei einfließende Optimierungen auf ein Minimum zu reduzieren. Das Gewicht setzt sich wie in der folgenden Tabelle dargestellt zusammen. Das reale Gesamtgewicht beträgt 666g. Nicht wirklich ultraleicht, aber in Anbetracht der verwendeten Materialien bin ich sehr zufrieden. Allerdings fehlt aktuell noch ein Brustgurt, der angenäht wird sobald ich die benötigten Materialien habe. Komponente Gewicht (g bzw. g/m) Anzahl/m Gewicht(g) Hautpkorpus 109 1 109 Rücken+Boden 79 1 79 Rücken oben 28 1 28 Schultergurte Mesh 35 2 70 Schultergurte Obermaterial 12 2 24 Hüftgurt Mesh 18 2 36 Hüftgurt Obermaterial 19 1 19 Frontnetz 27 1 27 Außentaschen 26 2 52 Leiterschnallen 20mm 3 8 24 Steckschnallen 20mm 5,5 4 22 Leiterschnallen 40mm 7 0 0 Steckschnallen 40mm 22 1 22 Gurtband 20mm (g/m) 18,5 4 74 Gurtband 40mm (g/m) 35 1 35 Ripsband 25mm 10 2,5 25 Garn Rasant 50 0,02 300 6 Gesamt 652
    22 Punkte
  2. Und endlich nach vier Wochen war es soweit, das Coronaelend umfing mich gänzlich in einer unendlichen Abgefuckedheit: Grundrechte weg und ich darf nicht mal mehr selber entscheiden ob ich mit ohne Einkaufswagen einen Supermarkt betreten darf, dabei ist das sicherlich irgendwo in den ersten 20 Artikeln des GG geregelt; aber Spaß bei Seite: meine Gewerbefreiheit ist qua Verordnung weg, somit die Einkünfte und statt meinem Kontostand dabei zuzusehen wie er mit jedem Tag sich von mehr und mehr Schwarz auf Rot bewegt, konnte ich doch meine Freizügkeit im Rahmen der Beschränkungen der Verordnungen des Landes Hessen nutzen um etwas wandern zu gehen (um es vorne wegzunehmen, ich habe auf der gesamten Strecke ungefähr genau so viele Menschen angetroffen wie bei einem Einkauf auf der Leipziger in einer halben Stunde). Also länger. Und alles ohne Nutzung den ÖPNV. Untereinhaltung aller gebotenen Vorsichtsmaßnahmen und -regelungen. Das geht schon. Das GG ist nun mal kein Mundschutz und als Taschentuch eher ungüstig. Demokratie bekommt kein Corona, sterben kann sie trotzdem. Ich niese heuschnupfenbedingt staatstragend und solidarisch in meine Armbeugen und wische dann den Schnodder mir der anderen Hand von meiner Daunenjacke... hach ja, das klappt ja alles super* Da es gerade Ostern war flog mich die Versuchung des Pilgerns an: Der Bonifatiusweg. Seine Gebeine wurden Mitte des 8 Jh. von Mainz nach Fulda überführt und der Weg streift den Frankfurter Norden. Ab da durch die schöne Wetterau und den Vogelsberg gen Fulda 130 Kilometer und ein paar Höhenmeter. Zurück dann auf dem E3 über Butzbach und den Taunushauptkamm und von da aus entweder auf den E1 zurück nach Frankfurt – oder aber vielleicht doch in die U-Bahn. So oder so 140 Kilometer. Insgesamt 270 reine Trailkilometer plus erwanderte Anreise (5 für den Hinweg, für den Rückweg können durchaus 20 verbucht werden). Verpflegung sollte somit auch so autark wie möglich gehen bzw. mit wenig zu kauf. Wer nun eine epischen Reisebericht erwartet, sei enttäuscht. Es war nicht episch. Der Bonifatiusweg hat mir die Entbehrungen visueller Askese und die vornehmlichen Asphaltwege geißelten meine Sehne – bzw. sie verlockten mit der süßen Sünde des Hochmut, der mich Tempo machen ließ, die sanften geschwungenen Hügel, die wenigen Höhenmeter und die nicht vorhandenen steilen Anstiege bremsten mich nicht aus; so saß ich nach 3 Tagen und 110 Kilometern im wirklich schönen Tal der Schwarza, hielt meine dreckigen und dampfenden Füße in das eiskalte Wasser und bestaunte ein ziemlich schmerzhaftes dickes Ei an meinem linken unteren Schienbein, was bei jedem Anziehen des Spanns weh tat. Hah, Hochmut! Ist die Trägheit nicht auch eine von diesen? Immerhin habe ich David Fincher's „Se7en“ geschaut (und bei der Trägheit nie hinschauen können,weil ich es einfach eklig fand). Aber mal ganz Vernünftig. Erstmal Kühlen, morgen weiter schauen, vielleicht 'ne Ibu für die Nacht. Aber vorher noch einmal schauen wie es morgen eigentlich weitergeht. Die ersten 110 Kilometer haben mich nicht wirklich überzeugt: Es ging durch die postglazialen sanften Hügel der Wetterau, dank ihrer lößreichen Böden intensiv landwirtschaftlich genutzt ist es ein beständiges Wechselspiel aus Streuobstwiesen, Äckern, Feldern, Futtermittelwiesen und ein paar Wäldern und – ach, noch ein ein paar Auen, die naturräumlich soweit von Bedeutung sind, als dass sie durch die europäische Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie 92/43/EWG geschützt und organisiert sind. Den aufmerksamen Naturfreund*innen sind sie durch diese Infotafeln auf den „Natura 2000“ steht, bekannt unten rechts ein kleines blaues Fähnchen mit gelben Sternen drauf. Ich bin ornithologisch weder bewandert noch begeistert, so ist es natürlich äußerst majestätisch einen Storch im Landanflug auf seine Futterwiese zu sehen, ich gerate aber deswegen auch nicht in Verzückung. Der visuellen Askese entsprach so denn auch ein stark nach innen gerichteter Blick der ungestüm durch die Welt seiner Gedanken, Bilder, Tagträume, Snippets, Ausschnitten, Fetzen stolperte, mäanderte, trieb, hetzte, rannte... immerhin die erste Tour seit der Rheinsteig -Section im November alleine. Irgendwo im wirklich allerletzten Vorort Frankfurts (Nieder-Erlenbach) kam mir das Bild, wie die Kaffeedose, die ich mit einem damaligen besten Freund mit Feuerwerkskörpern vollstopfte und dann einen anzündeten um zu schauen was passierte... ein dumpfer Knall, die Dose machte einen Satz mehr auch nicht... ungefähr das war in meinem Kopf los. Ein Feuerwerk das implodierte. Somit haben mich vielleicht die Bonifatiuskilometer auch nicht überzeugt weil ich sie gar nicht gesehen habe... es wird eines der Mysterien des Trails bleiben. Nichtsdestotrotz blieb so noch zu klären wie es denn nun morgen gen Fulda weiter geht. Ich habe im Vorfeld meine Vorbereitung auf GPXies runterladen und Rucksack packen beschränkt – den Rest sollten Glück, Zuversicht, Improvisationstalent und die Zivilisationsnähe schon erledigen. Also staunte ich nicht schlecht, als mir die GPXies sagten ab Blankenau sind E3 und Bonifatiusroute identisch. Ah, was?! Aha! Vorbereitung ist alles. Okay, habe ich noch was über das ich schlafen muss. Immerhin reden wir hier von 40 Kilometern. Aber, zuvor gilt es das ich mich der Schlafplatzsuche widme. Das weite Tal der Schwarza ist schön, aber eine kalte Senke, in der ich morgen mein Setup kondenstriefend und mich verfroren bergen kann, dass will ich nicht. Die tiefgreifende topologische Erkenntnis des Tages ist, wo Talsohle, da auch Berghänge, und egal wie sanft geschwungen die kaum wahrnehmbaren Höhenlinien auf der Karte auch scheinen, sie sind hinreichend um nur Schlafplätze in Schieflage zu generieren. Ächzend mache ich mich die eine Hügelflanke hoch in der Hoffnung oben etwas flacheres, gerades zu finden. Nein, nicht wirklich, aber ich stolper über den E3. Na, zumindest das hätte ich geklärt. Hier finde ich auch was leidlich gerades, das mit etwas Laub noch etwas besser ist und mich ignorieren lässt, dass es direkt auf dem Präsentierteller neben den Trail ist. Geläutert und begebe ich mich auf den säkularen E3 und stelle ernüchtert fest: ist auch ein Camino. Also kann ich mir bei Insta den Hashtag „Pilgern“ für meine Wanderung anpinnen. Schön. Als ich vor dem ersten Schild des E3 stehe mit den magischen Worten „Atlantik-Ardennen-Böhmerwald“ klingen sie wie Thru-Hikers heilige Dreifaltigkeit. Atlantik! Ardennen! Böhmerwald! Amen! An meinem inneren Firmament irrlichtern Götterstrahlen: mindestens 2500 Kilometer. Ich klappe meine Lighterpack-Tabelle auf. Nicke zufrieden. Damit komme ich bis an den Atlantik. Der Schlafsack ist zu warm, aber ansonsten... einen Nagelklipser in der nächsten Drogerie. Ein warmes kribbeln wallt durch meinen Körper. Hallo Trail! Ja, ich gebe es zu i am hooked. Meine Innere Playlist lässt noch einmal die Ohrwürmer des Trails bisher durch den Kopf paradieren. Die Bässe sind Fett, die Sonne scheint und es sind keine Asphaltwege. Halleluja! Zunächst über Felder und Äcker in einen schier nicht enden wollenden Buchenwald. Kathedralenartig ragen die Stämme in die lichtgrünen Kuppeln des Blattwerks. Ich laufe mich in Trance – Hikers High – und vernehme nur noch das Hallen meiner Schritte und das Klackern meiner Trekkingstöcke in der unendlich wohltuenden Leere meines Kopfes. Felder, Ortschaft. Felder... da war ja was... ich kann mir nur schemenhaft erinnern. Grell leuchtend gelber Raps, frisch gepflügte braune Äcker, das satte Grün der Weizenfelder, weiß und rosa blühende Streuobstwiesen mit Löwenzahn gesprenkelt, Wegränder von weißen Wänden aus Weißdorn gesäumt, alles kontrastiert von einem klaren blau strahlenden Himmel. Und wieder unendlicher Wald. Zwischendrin etwas zerpflückt, mit lichten Stellen, viel Wasser hat etwas sumpfiges. Ich assoziiere Skandinavien, erinnert mich aber auch an einzelne Abschnitte des Soonwaldsteiges. Für einen kurzen Moment kommt mir alles etwas wilder vor. Von einem älteren Ehepaar auf ihren E-Bikes werde ich aus meinen Wildnis-Phantasien jäh gerissen. Ist der Vogelsberg. Nicht mehr und nicht weniger. Ich laufe am Hoherodskopf abermalig vorbei, überlege kurz ob ich den Umweg für seine Erklimmung in Kauf nehmen soll, entscheide mich dagegen, die Liste meiner 700er ist schon reichlich bestückt – und schöner als der Altkönig kann er eh nicht sein. Ich mache etwas langsamer wegen meiner Sehne, die macht keine Anstalten schlimmer zu werden, tut kaum weh... okay. Gut. Unterhalb des Bilstein verspricht mir eine Informationstafel, das sich bei der Ersteigung des Berges ob der steilen Anstiege „alpine Gefühle regen können“ - ja, da wallte so einiges als ich über ein paar Wurzelpfade so in etwa 100 Hm gewältigte und ein paar Schweißtropfen standen mir auch auf der Stirn und außer Atem war ich auch – etwas. Der Blick vom Bilstein, ein alter Vulkanschlot, ist war einfach unbeschreiblich schön. Die Wetterau verschwand im Dunst des Tages und der Taunus war vielleicht nur zu erahnen, aber wer braucht das schon, wenn auch so schon schön ist? So lief ich beschwingt weiter gen Niddatalsperre. Dort fand ich oberhalb des künstlichen Gewässers einen wirklich wunderschönen Schlafplatz, der auf der Karte mir zumindest einen Blick auf den See versprach in der Realität hielt das Versprechen nicht. Naja, dafür könnte ich rätseln wo in der langgezogenen vor mir liegenden Talsohle der See nun genau sein könnte. Um ehrlich zu sein, ich verlor sehr schnell, das Interesse an dem Spiel und wendete mich den Profanitäten des Essens zu, ferne ging ich in eine vertieftes Gespräch mit meiner Sehne – die protestierte auf den letzten Metern lautstark und ich rang ihr das Verprechen nach Ruhe und Kühlung ab, wenn sie mit mir noch gemeinsam einen Pennplatz finden würde. Die Ruhe ließ sie vorlaut werden und mehr fordern. Soweit so gut horchte ich in sie hinein und konnte sie noch davon überzeugen eine Nacht drüber zu schlafen, dann könnte wir ja gemeinsam entscheiden wie es weitergehen kann... Gute Nacht. Am nächsten Morgen sammelte ich eine Zecke von meinem Schlafsack, die sich gerade mühselig auf den Weg zu den Futtertrögen gemacht hatte – back luck, ich war schneller. Meine Sehne begrüßte mich mein einem verknautschen „Ja, geht schon... Übertreib's aber nicht“, ich versprach ihr dafür, dass schon in Butzbach Feierabend sei. 40 Kilometer kriegt sie geschenkt, dafür soll sich mich noch 40 Kilometer tragen. Wir hatten einen Deal. Ob das alles aus medizinischer Sicht megavernünftig ist, dass möchte ich hier nicht diskutieren – ist es nicht. Am frühen Morgen strahlte der See in einem schön diffusen Licht. Die nächsten 20 Kilometer bis Hungen verschwand ich in einem großen Wald und einer diffusen Innenwelt Schmerzbeobachtung, innerer Leere, wirren Einzelfetzen an Gedanken, die durch meine Synapsen flirrten und sich nie einfangen, geschweige denn zu ende denken ließen sowie vielen Ohrwürmern, ein Best- Off Medley der letzten Tage. Ich habe mir vorgenommen alle mal aufzuschreiben. Hier und da ist eine Wiese. Ich lege mich drauf und gucke in den Himmel oder in die Wiese. Sammel wieder eine Zecke von mir runter. Spinnen integrieren mich in ihren Netzbau. Es ist still. Leichtes Blätterrauschen vielleicht. In Hungen falle ich in den örtlichen Discounter: Ich versuche mich zu zügeln und am Ende ist es doch erstaunlich viel. Wie immer. Noch auf dem Parkplatz schiebe ich dann doch alles in mich hinein. Wie immer. Hiker Hunger ist und bleibt ein schier unergründliches physiognomisches Phänomen. Nach Hungen verläuft der Trail vornehmlich durch Äcker und Felder und ein paar Waldinseln. Kartencheck. Wo penn' ich da? Es gibt ein paar dunkelgrüne Flecken. Mal schauen. Der Nachmittag präsentiert sich noch einmal von seiner Sonnenseite, war der ganze Tag bis dato eher kaltschwül, ist es nun heißschwül. Es drückt. Und kaum sind die Wolken weg verteilt die Sonne Schellen... zumindest fühlt es sich so an als ich Bellersheim betrete. Ich zapfe Wasser am Friedhof. Erfreue mich an den 2 Kilo mehr auf den Schultern und laufe weiter gen Münzberg. Ungefähr hier will ich mir meinen Schlafplatz suchen. Der Himmel schiebt sich bleigrau zusammen, bricht auf und Götterstrahlen zerschneiden episch den Himmel, grundiert von dunklen Äckern, flankiert von gelben Rapsfeldern. Die Strahlen treffen auch noch wirklich die Münzburg. Zuviel Kitsch. Ich muss lachen. Es ergreift mich dennoch, weil es wirklich episch aussieht. Fotos. Und als ich den Ort erreiche fängt es an zu regnen. Naja, fast. Ich habe das erste Haus passiert und es regnet richtig. Und als ich den ersten Unterstand erreiche, bin ich nass und es hört in dem Moment auf als ich mich auf die Treppen eines geschlossenen Hotels setzte. Tja. Ich esse noch mein Abendessen dort auf den Stufen. Lasse mich durch Körperwärme und Luftzug trocknen und breche dann auf Richtung den letzten dunkelgrünen Fleck auf meiner Karte zwischen hier und Butzbach. Dies soll das letzte Stückchen Wald sein in dem ich mein Tarp aufstellen möchte. Ich trotte gemächlich los und eruiere, das Grün in der Landschaft und das Grün auf der Karte. Es ist ziemlich kongruent. Nur, das Grün in der Landschaft ist ziemlich licht und es ist eingezäunt. Naja, es gibt noch ein Fitzelchen, das ist etwas dunkelgrüner und nur 500 Meter weiter. Ah ja, ein klassisches Feldgehölz. Die Böschung mit Weißdorn und/oder Brombeer und diversem anderen dichten Buschwerk bewehrt macht es bereits den Einstieg zu einem Abenteuer, die Ungewissheit ob Vegetation oder Bodenbeschaffenheit überhaupt ein Biwak ermöglichen geben dem Ganzen seinen ganz eigenen Kick. An einer Stelle an der eben kein Schild steht, dass Grünabfälle nicht abzulagern seinen, schlage ich mich in die Presche, die der Müll geschlagen hat. Komme nur drei Schritte weit und bleibe im dichten Geäst hängen, erahne aber auf der anderen Seite eine Möglichkeit. Also raus aus dem Gehölz. Umlaufen und hoffen, dass es einen Einstieg gibt. Gibt es. Und es ist beinah ein Traum. Groß genug für ein Tarp. Der Boden mit Weizenspelz bedeckt. (trocken, frisch, staubig und voller Spinnen). Ich schiebe mir den Spelz so zurecht, dass die Unebenheiten ausgeglichen sind und es relativ deckungsgleich mit meinem Grundsheet ist. Es fängt dezent an zu jucken. Ist jetzt so. Ich bin darauf nicht allergisch. Und wenn dann bin ich es erst nach dieser Nacht bzw. nach dieser weiß ich es (ich habe aber auch schon einmal eine Nacht in einem Heuhotel gemacht und mein Rücken war das größere Problem am Morgen). Pünktlich zum Aufschlagen des Tarps fängt es an zu regnen und der Wind zerrt an meinen Aufbaunerven und an meinem Gatewood. Ich richte mich häuslich mit meinen vielen Mitwohner*innen ein – die aber schon WG erprobt, verstehen, dass schlafende in ruhe gelassen werden. Also kein Stress. Bis auf das eine Exemplar, dass sich todesmutig in meine Schuhe verkrochen hat – noch einmal zum ausbuchstabieren in einen Schuh der ca. 1000 Kilometer Hiking und gerade den frischen Mief von knappen 200 Kilometern in sich hat, ein olfaktorisches Highlight. Aber wahrscheinlich riechen Spinnen nicht. Das diese eine sich meinen Schuh ausgesucht hatte, wurde mir aber auch erst gewahr, als ich nachts barfuß in ebensolchen schlüpfte um meinem obligatorischen Toilettengang nachzugehen. Ich bin nicht arachnophob, aaaaber, das Gefühl etwas, von dem du ahnst, das es sowas wie eine Spinne ist, panisch auf deinem Spann auf und ab rennt; du aber, ob des Harndrangs, dich zuerst diesem Problem widmen musst und das Tier über deinen Fuss laufen lassen zu müssen, hat für mich den Begriff des „Dinge aushalten müssen“ noch einmal neudefiniert. Zudem es mit dem Schuhe ausziehen an sich wahrscheinlich nicht getan wäre, immerhin fühlte sie sich so groß an, dass ich am nächsten morgen noch den restlichen Spinnenmatsch aus dem Schuh puhlen müsste, wie groß dieser sein würde, würde von der Menge an meinem Fuß abhängen – und der wirklichen Größe des Tieres. Aber ich wollte einfach nur das das Krabbeln aufhört, zog schnell, nach verrichtetem Geschäft meinem Schuh aus und da sah ich es. Recht kompakt, immerhin daumennagel groß und quicklebendig, hangelte es sich über den Spann schnell auf die Lasche. Altra Running Lone Peak 4.0. Embrace the Space. Save the Spider. Da ich den Rückzugsort der Vögel in der Monokultur gestört habe, habe sie mir zum Dank mein Tarp voll gekackt. Zurecht. Ich packe ein und trolle mich meine letzten acht Kilometer nach Butzbach und lasse den Vögeln ihr letztes Refugium, dass Mensch ihnen gelassen hat. Ich habe mich gestern zum Döner-Frühstück mit @Onwards Hiking verabredet, der ist grade auf dem E3 gen Osten, immer der Sonnen entgegen, Weltumwanderung. Wir werden über zwei Stunden auf einer Bank vor dem Bahnhof über alles und nichts, über das Allgemeine und das Besondere, über Baseweight-“Penislängen“, fehlende Trailkultur in Deutschland, Coronahikes, die Unterschiede zwischen Pilgern und Thruhiking reden, und dann doch keinen Döner frühstücken – als wir uns verabschieden und ich vor allem am Abend seinen Instapost lese, habe ich das Gefühl, dass dieser Moment einen ganz besonderen Platz in meinem Hiker-Herz bekommen wird. Playlist der Ohrwürmer: Pol1z1stens0hn: Herz Faust und ZwinkerZwinker Credibil: Frankfurter Schule (feat. Vega und Moses Pellham) Spax: Popschutz (96er Single Edition) F.A.B. Disstraktion (feat. Spax und MC Rene) Audio 88 & Yassin: Schellen Vor allem mit den Tracks von Spax und F.A.B. konnte ich mich sehr lange geschäftigen An den Rest kann ich mich nicht mehr erinnert, meine innere Jukebox hat den Betrieb einegstellt. Die Songs reflektieren aber, dass ich vor der Tour wieder mehr deutschen 90er Hip-Hop gehört habe... ...für die Zahlen Nerds: 5 einhalbtage Tage Frankfurt- Blankenau- Butzbach 190 Kilometer 4 Asia Nudelsnacks 1 Asia Reisgericht (yummi) 1 Banane 2 Tomaten 1 kleines Brot 6 Brötchen 200 gr Käse 130gr Dosenwurst 200 gr Kräuterquark 3 kleine Kümmelbeisser 2 Brezeln 8 Riegel (Obst-, Müsli-, Schoko-) 500gr Schoko-Nuss-Trockenobst-Bananenchips Mix und sicherlich noch viel mehr... 5 Rehe 2 tote Maulwürfe 3 Wildschweine 2 Marder 1 Feldhase keine Zecken (alle vorher gefunden) keine Mückenstiche (trotz no Bugprotection) 1 Thruhiker OT: * Anm. so lakonisch und flappsig ich über die einschräkung der grundrecht qua verordnungen ironisiere, möchte ich hier vor allem was politisches klarstellen: in diesem sumpf blubbern grade verschwörungsideolog*innen, nazis, querfrontlerische impfgegner*innen, new age braun esoterische kreise, antisemit*innen, rassist*innen und völkische munter wirres vor sich und mobilisieren hier und da menschen auf die straße. das ist nicht meine crew. also bitte nicht missverstehen, ähnliche formen deuten nicht auf gemeinsame inhalte und umgekehrt - und weil nazis kein hegel lesen, verstehen sie das auch nicht. dilaketikk digga!
    10 Punkte
  3. Ich würde auch einen Spezialisten aufsuchen. Es klingt zumindest wie ein ähnliches "Problem", dass mich auch begleitet. Ich bin auch sportlich und jogge. Dennoch ist die monotone Bewegung (erst Recht mit Zusatzgewicht) eine andere. Die Muskulatur, die am Hüftknochen verläuft, wird überbeansprucht, wohl auch, weil das Bein nie komplett "durchschwingt" (wenn ich das richtig in Erinnerung habe). Bei mir tritt es öfter auf der linken Seite auf. @Painhunter (Physiotherapeut) hatte beim Wintertreffen letztes Jahr dazu ein paar Worte erklärt und eine einfache Übung gezeigt. Man stelle sich mit dem einen Bein auf einen Baumstumpf (oder ähnliches). Dieser muss hoch genug sein, um mit dem anderen Bein frei schwingen zu können. Dieses locker und weit bis vorne und hinten durchschwingen. Das ein paar Minuten immer mal wieder am Tag machen (sowohl beim Wandern, als auch im Alltag). Jede Seite natürlich. Wichtig ist, dass Du dich an der anderen Seite stützen kannst (Stock, Treckingstock), damit Du stabil stehst und dich nicht schräg durch die Gegend lehnst. (Bitte korrigiere mich, Painhunter, falls ich etwas falsch beschrieben habe). Es entlastet tatsächlich (danke Painhunter )Vielleicht einen Versuch wert.
    4 Punkte
  4. wilbo

    Schutzmasken quick & dirty

    Kinder-Maske, pdf auf Din A4 im Anhang. Kinder-Maske.pdf VG. -wilbo-
    3 Punkte
  5. sehr schöner Rucksack! Berichte mal, wie er sich auf Dauer schlägt. Der erste eigene Rucksack ist schon was besonderes! Und denk dran: nach dem Rucksack ist vor dem Rucksack. Ich habe gerade meinen dritten Rucksack genäht und überlege, ob ich nicht gleich noch einen neuen Alltagsrucksack machen sollte Mich hat da gerade das Rucksackfieber gepackt...
    3 Punkte
  6. Ich schaue zwar nicht so oft ins Biete Forum, aber wenn ich was sehe dann meistens für einen ordentlichen Preis. Der wäre bei mir, je nach Gegenstand & Nutzung, zwischen 70 und 50% des Neupreises, gerne auch drunter - dann wäre es ein richtiges Schnäppchen! Handeln darf man auch immer, und ich denke die allermeisten sind diesbezüglich auch offen. Um Deine Eingangsfrage also zu beantworten: Ich persönlich habe nicht das Gefühl das hier im Forum UL Neulinge abgezockt werden. Eigentlich das Gegenteil - sie werden sehr gut beraten, bekommen viele praktische Tips und auch Hinweise wo man etwas am besten kaufen kann (zB "Der Rucksack ist grad hier im Angebot oder dort im Forum zu haben"). Zudem gibt es auch einige die Sachen auf Treffen zum ausprobieren mitbringen oder mal zur Ansicht verleihen. Zu hohe Preise sehe ich in der Regel nur in FB Gruppen wo Ausrüstung verkauft wird, da wird schon mal ein Rucksack der neu 350€ kostet für 300€ angeboten, da schüttel' ich dann den Kopf und gehe weiter
    3 Punkte
  7. Norweger

    Nur ein Setup...

    @Harakiri: Das Micropur ist tatsächlich eher übrigens den Notfall gedacht. Ansonsten nehme ich den Sawyer. Den ganzen Blister einzupacken war wirklich zu viel des guten. Menge wurde angepasst. Den Verschluss in der Kordel der Taschenlampe habe ich mit Absicht reingemacht. Die Schnur ist überaus reißfest, ich trage die Lampe nachts um den Hals. Wenn‘s dumm läuft, keine Ahnung wie so etwas passieren könnte, dann möchte ich in jedem Fall eine Sollbruchstelle in der Schnur haben. Übrigens bleibt die Thrunite drin. Photon ist nett, aber für mich zu schwach auf der Brust. Zum Thema „Nagelpflege“: Keine Ahnung was mich da geritten hat. @mawi hat da schon recht mit seinem Kommentar bezüglich der Damenhandtasche. Feile, Knipser, Opinel sind alle rausgeflogen. Irgendwo liegt hier noch ein Victorinox classic rum, das werde ich suchen und einpacken. Deo ist auch raus. Labello ist auch rausgeflogen. Eigentlich war der für die Lippen und als minimalistischer Sonnenschutz gedacht. Vermutlich habe ich ihn seit Marokko nicht mehr benutzt. Der Kamm ist auch raus. Keine Ahnung wie der sich in den Beutel gemogelt hat. Ab dem 04.05. kann man ja endlich wieder zum Frisör... So lieber @mawi, jetzt zum Thema AzBlaster: Passt schon, ich finde das Teil immer noch sehr genial. Auf Radtouren und längeren Wanderungen nehme ich ihr auch weiterhin mit, aber hier trumpft das Packmaß des TP auf. Ist quasi der Plan B. Übrigens ist das Gesamtgewicht des Kleinkrams auf 151g gesunken, allerdings ohne Messer.
    3 Punkte
  8. Ich probier ja auch ab und an Fancy neues Gedöns aus, dass ich mir neu aus sonstwoher bestelle, noch Zoll und Versand draufzahle, und dann bei Nichtgefallen wiederverkaufe und hier ins Forum stelle. Im Normalfall sind das nur meine Preisvorstellungen die sich an Zustand und Originalpreis, den ich gezahlt habe orientieren, und feilschen ist bei sowas (zumindest bei mir) eh immer erlaubt. Ich hab auch schon Dinge hier im Forum erstanden, und hatte nie das Gefühl, dass jemand seine Sachen verkauft um Geld zu verdienen. Ich denke nicht, dass hier Neulinge nun übern Tisch gezogen werden, eher im Gegenteil: wenn hier über Gebrauchtkäufe Neulinge die Gelegenheit bekommen für 2/3—4/5 des Neupreises ein schniekes Cuben-Ding aus USA auszuprobieren (ohne Zoll und überteuerten Versand), dann ist das doch ne gute Sache. Wenn der/die Neuling dann merkt: ah ne, ist doch nix, dann landet das halt (noch günstiger) wieder hier, und gut. Der Flohmarkt ist ja unabhängig von der Gear-Beratung, die es hier auch noch für lau gibt Ich hätte ohne dieses Forum wahrscheinlich noch viel mehr Kohle für Equipment rausgeschmissen.
    3 Punkte
  9. Hallo zusammen, meine bessere Hälfte hat den Winter und nun die Corona-Zeit genutzt und mit Hilfe und in Anlehnung an das Bergreif.de Schnittmuster (Ikea Rucksack) den "FlowerHiker UL Backpack First Edition" genäht. Nachdem ich anfangs euphorisch, dann sehr skeptisch war, bin ich nun vom Resultat begeistert. Es steckt echt eine Menge an Arbeit drin, die wir am Anfang echt unterschätzt haben. Er ist aus Dyneema Nylon Gridstop 210den (150g/qm) gefertigt und wiegt nun final genau 450g bei ca. 55 Liter Volumen (inkl. der Front und Seitentaschen). Ein Testpacken mit ca. 4 kg Load war schon genial und alles kaum zu spüren. Dabei hatte ich schon das komplette Lanshan 2 Pro, einen 167er Apex Quilt, Kochset, Proviant und Kleidung drin. Angepeilt ist ein Basewight nach meiner aktuellen Packliste für 3-Jahreszeiten von ca. 4,9 kg. Das verrückte an der gesamte Geschichte ist der Umstand, dass ich und auch meine Frau bisher noch keine einzige Mehrtageswanderung gemacht haben, aber im letzten Halbjahr durch die Lektüre der Bücher von @German Tourist und dem "Konsum" der Videos von @Soulboy und den vielen Anregungen hier im Forum so angefixt wurden, dass wir mit diesem Projekt quasi das Pferd von hinten aufgezäumt haben. Etwas verrückt und vielleicht auch naiv, aber Spaß gemacht hat es. Herzlichen Dank an alle hier für die vielen Inspirationen! Viele Grüße FlowerHiker
    2 Punkte
  10. Das sieht ja hammer aus! Bitte um Bescheid, so bald es angeboten wird. Wäre sehr interessiert
    2 Punkte
  11. In der gleichen Situation stecke ich auch gerade
    2 Punkte
  12. Ich habe ebenfalls das Gefühl, dass die hier angebotenen Gebrauchtwaren i.a.R. zu fairen Preisen angeboten werden. Ich kann mich sogar an Fälle erinnern, in denen ein Preis von erfahrenen Foristen als zu hoch angesehen und mit einem entsprechenden Hinweis bedacht wurden. Und auch generell habe ich den Umgang mit Verkäufern und Käufern immer als sehr angenehm empfunden.
    2 Punkte
  13. Ich selber habe erst kürzlich jemandem (keinem Anfänger!) eine von mir angebotene Ware ausgeredet, weil ich davon ausging, dass sie ihm nicht passen würde. Dasselbe ist mir auch schon öfter in der potenziellen Kundensituation passiert... hier im Forum.
    2 Punkte
  14. Da hast du dir ein schönes Stück gefertigt- Glückwunsch!
    2 Punkte
  15. Ich will ja eigentlich nicht diese wunderbaren theoretischen Eroerterungen durch Praxiswerte stoeren (wobei die theoretischen Ueberlegungen schon passen). Also grad mal das Teil fix in die Sonne gehalten (ich habe es seit 2018), wenn ich den Belastungs-Widerstand hoeher als 0.7-0.75 A drehe, geht die Spannung auf unter 5 V runter, also an USB 3,75 W. Das deckt sich auch mit meinen Erfahrungen mit dem Teil on Tour (hatte es z.B. auf einer Packraft-Tour in Italien letzten Sommer und haeufiger am Surf-Strand bei), da hatte ich ueberwiegend ca 0.85 A Ladestrom (bei italiaenischer Sommersonne), also 4,25 W. Fuer ein Teil dieser Groesse, Gewicht, Preis (meine ich haette es noch fuer etwas weniger gekauft) finde ich das ok. Wenn jemand nur ein sparsam genutztes Smartphone ab und zu aufladen will, wird´s wohl hinkommen, OT: fuer mich mit auf laengeren Touren viel genutzter Kamera, Gopro, GPS, Stirnlampe, Tablett, BT-Tastatur usw deutlich zu wenig, ich habe dann eher das 15 oder 21 W Anker-Panel bei. Anker sollen mal in derselben Qualitaet / Wirkungsgrad nen 10 W Panel (entsprechend leichter) rausbringen, wuerde ich sofort kaufen.
    2 Punkte
  16. Geht mir genauso, die Neppbude ist eher Facebook, hier im Forum hab ich nur gute Erfahrungen gemacht (okay, bis auf DHL ). Ein Drittel des Neupreises halte ich auch für eine arg überzogene Erwartung.
    2 Punkte
  17. Problem beim "Brennen" von Kunststoff: es wird Hart. D.h. wenn man jetzt so Löcher Brennt und die Temperatur zu hoch ist bzw. zu lange Kontakt da ist, entsteht eine "Wulst" - und die ist fest. D.h. die reißt irgendwann. Jetzt vom Tacker aus gesehen bzw. größere Löcher. Kleine Löcher mit ner Nadel "einbrennen" dürfte unproblematischer sein, da es ja dann halt mehr ein dickerer Kunststoffring mit winzigem Loch ist, was eher einer "Miniatur-Kunstofföse" entspricht. Das Loch kann da nicht einfach mal einreißen. @wilbo Hatte Anfang letzte Woche Urlaub und nen kleinen Thruhike im Harz gemacht mit vier ziemlich kalten Übernachtungen. D.h. jeden Tag die Folie genutzt. Rolle Tesa mitschleppen war eine sehr gute Idee - nach der dritten Nacht - also nach insg. fünf Nutzungen - riss die Folie an ca. 10 Löchern leicht an. An einer Stelle an der ich am Abend gezuppelt habe hatte ich zwei > 10 cm lange Risse. Hatte aber den Morgen die Folie in Rucksack "Gestopft" statt rollen/falten.. Eingebaut im Quilt sollte die Folie besser geschützt sein. Feuchtigkeit: Jaa...gab es an zwei Nächten. Ganz leicht... aber in der einen hatte ich meine Quetscha-Regenjacke über den Füßen (Mittwoch Nacht waren es bereits unter -2 gegen 23 Uhr) und in der anderen hatte ich meine Hängematte über das ganze gelegt (unbeschichteter Fallschirmstoff). Hier gabs nur an einer Stelle oben wo der Oberstoff vom Quilt doppelt lag leichte Feuchtigkeit.
    2 Punkte
  18. Ich verstehe es, wenn es vielen von Euch zur Zeit nicht einfach fällt auf die ausländischen Reiseziele zu verzichten. Aber ich finde es schade, wenn man seinem eigenen Land so wenig Freude entgegen bringt. (wir bleiben LEIDER da...) Ich habe beruflich engen Kontakt zu Touristen aus aller Welt. Wisst ihr wie begeistert sie von Land und Leute hier sind? Sie lieben unsere Berge, Flüsse, Seen, unsere saubere Luft und Städte. Sie lieben, dass man sich sicher bewegen kann, dass man das Wasser ab dem Wasserhahn trinken kann. Dass die Leute so freundlich sind und man mit ihnen sehr einfach ins Gespräch kommt. (Oh ja, ihr müsst das mal probieren, wie im Urlaub, das geht! ) Die Bergsteiger von Nepal schwärmten von unseren Bergen und Gipfeln, die Kanadier von unserem Schnee. Probieren wir doch unser Land mal mit den Augen von Touristen zu sehen. Ich bin sicher, jeder hat da noch ein Ziel, welches er noch nie gesehen hat. Und sind wir mal ehrlich. Wer ist nicht schon in (beliebiges Land einsetzen) 3h zu einem "big Waterfall" gelatscht und hat dann ein erbärmliches Rinnsal zu Gesicht bekommen? Zuhause hätte da nicht mal ein Hund dran... Doch mit solchen Sachen sind wir immer sehr nachsichtig. Hey wir sind im Urlaub... Stellt euch doch eine schöne Inland-Tour zusammen. Gebt ihr, wenn es euch Hilft, einen krassen englischen Namen und dann geniesst die Tour und euer tolles Land!! ohne "halt" und ohne "leider". Ich freue mich auf viele schöne Reiseberichte
    2 Punkte
  19. wilbo

    Trapezo-mid Tarp

    Der Gedanke zwei solo Tarps zu einem geschlossenen shelter zu kombinieren, hat mich nicht losgelassen. Es ist einfach zu nett sich zusammenzustellen können und bei Bedarf eine gemeinsame, regenrsichere Überdachung zu haben. In der Mitte ist reichlich Platz zum Kochen und für Gepäck. Die Tarps sind von der Größe her auf die 3F inner abgestimmt, sodass man sich je nach Jahreszeit das passende aussuchen kann. Hier mit vierTrekkingstöcken aufgebaut. Die Tarps können beidseitig offen oder geschlossen abgespannt werden. Den Saum am zweiten Eingang könnte man bis zum Boden herunterziehen. Die Eingänge kann man sowohl von innen als auch von außen über eine Abspannschnur öffnen und schließen. Die Grundfläche beträgt 290 x 290 cm, bei 160 cm Höhe. Als Solo-shelter seht es mit 130 cm Stocklänge. Auf 20 cm Höhe hat das Tarp 220 cm effektive Liegelänge. Die Überdachung ist so reichlich gewählt, dass selbst bei drehenden Winden der Bereich hinter dem Stock trocken bleibt. Die beiden Ecken des beaks sind geschützte Lagermöglichkeiten für den Rucki oder fürs Equipment. Ein Tarp wiegt ca. 420 g und ein 3F inner 350 g. Als Trekkigstocklänge braucht es min. 135 cm aber die Stangentasche ist so rustikal gebaut, dass man sich auch ein Stöckchen schnitzen kann. VG. -wilbo-
    1 Punkt
  20. Der Lockdown, wie die Massnahmen unserer Landesregierung zuerst genannt wurden, dauert nun schon seit dem 19. März. Damals befand ich mich gerade kurz vor dem pittoresken Städtchen namens Bülach in der Schweiz. Ich hatte vor, dem Rhein entlang ins Bündnerland zu gehen, dies hätte ungefähr eine Woche gedauert. Als vorbildlicher Bürger verfolgte ich die Ticker der Nachrichtenseiten und kehrte sofort nach Hause zurück, als unser Bundesrat seine Massnahmen vorstellte. Auch hier im UL-Forum war die Einschätzung ziemlich klar: Die Sympathie für Wandernde dürfte bei Bewohnenden von Ortschaften eher eingeschränkt sein. In Deutschland gelten unterschiedliche Regeln, je nach Bundesland oder sogar nach Gebieten. In Ischgl in Österreich musste gar eine Ausgangssperre verhängt werden, nachdem das Skigebiet versucht hatte, bis zur letzten Minute den Gästen den letzten Schilling aus der Tasche zu ziehen. Auch in Deutschland gerieten Städte und Kreise aus ähnlichen Gründen unter Ausgangssperre und in der Schweiz versuchten findige Skigebietbetreibende ebenfalls ihre Lifte offenzuhalten. Ich befand mich aber auch persönlich unter einer gewissen Anspannung. Natürlich gab ich mich zunächst der naiven Hoffnung hin, die Regierungen könnten einen Wirtschaftseinbruch komplett vermeiden. In der Schweiz wurde mit der grossen Kelle angerichtet, die Schatullen weit geöffnet. Schweizer denken gerne voraus, deshalb werden auch Kulturschaffende mit eben mal 400 Millionen unterstützt. Niemand will aus dem Lockdown zurückkehren und feststellen müssen, dass all die geliebten Veranstaltungen für immer verschwunden sind, weil die Veranstalter alle pleite sind. Wirtschaftseinbrüche schlagen sich jedoch negativ auf meine persönliche Beschäftigungssituation nieder. Ohne Arbeit keinen Lohn. Die Sozialhilfe in der Schweiz ist, wie vieles andere hier, ziemlich fürstlich. Die Stadt Zürich kommt nicht nur für meine Miete und Krankenkasse in der Höhe von 1500 Franken auf, sie legen auch noch 800 Franken im Monat obendrauf. Dies wird hier als Existenzminimum bezeichnet - ich kenne eine ehemalige Lehrerin in Berlin, die weniger Geld zur Verfügung hatte, bei 100 % Einsatz und nach Jahrzehnten im Schuldienst. Bei Arbeitslosigkeit “rutscht” man aber nicht direkt in die Sozialhilfe. Zunächst kriegt man während 400 Arbeitstagen 70 % des alten Lohns. Hat man Kinder oder kümmert man sich beispielsweise um seine Eltern gibts 80 % (allerdings nach oben beschränkt). Von der Sozialhilfe kann man sich nicht gerade dreimal am Tag eine warme Mahlzeit an den Trail liefern lassen und der Zugang zu Hotels ist ebenfalls eher eingeschränkt. Ein spontanes Hotelzimmer kostet in der Schweiz ungefähr 120 Franken. Macht aber gar nichts, ich trage meine Villa mit mir. Natürlich stellt sich nun immer noch die Frage, ob Wandern in der Situation überhaupt sinnvoll ist. Die Behörden haben eine klare Antwort: Nein. Meine Situation ist aber wie immer kompliziert. Ich lebe in einer sogenannten Wohngemeinschaft, zusammen mit einem Vater und dessen Tochter. Eine eigene Wohnung in der Stadt Zürich vermag ich mir knapp immer noch nicht zu leisten, an vergleichbarer Lage, wie ich jetzt wohne, würde dies ungefähr 4000 Franken im Monat kosten. Mein Patreon-Account gibt dies grad ganz knapp noch nicht her… Leider hat die Tochter kognitive Probleme und ist offiziell attestiert geistig behindert und verrentet. Sie kann nicht abstrahieren. Wie das Virus Menschen infiziert, wird sie niemals begreifen. Instinktiv ist sie super, sie kann sich gut selber durchsetzen. Entsprechend sind aber unsere Social-Distancing Massnahmen für die Füchse. Meine Wohnung ist schlicht und ergreifend nicht sicher. Die Tochter reist munter in der Schweiz herum, trifft ihre Kolleginnen oder besucht gar Chat-Bekanntschaften. Ihr Vater ist sehr wohl in der Risiko-Gruppe. Er raucht und geht gegen die 70 zu, ebenso seine Freundin. Ich rechne damit, das Virus bereits überstanden zu haben. Unmittelbar vor dem Lockdown hatte ich starke Halsschmerzen und ich bilde mir ein, weniger frei atmen zu können. Dies könnte natürlich auch am mangelnden Training liegen, eine Marathon-Distanz zu rennen, geht jedenfalls momentan nicht so gut. Ich kämpfe auch mit dem Gewicht. 90 Kilo bei einer Grösse von 180 cm sind eben ca 12 zu viel. Wenn mensch so wandern möchte, wie ich es eben liebe, ist dies ein grosses Problem. Deshalb fallen die Würfel. Ich entscheide mich für eine Strecke, die ich sehr gut kenne: Den Jura-Höhenweg. Ich kenne die Argumente: Bei Unfällen würden die Rettungsdienste zusätzlich belastet, es gab die berechtigte Sorge zu Beginn der Pandemie, die Kapazität der Intensivbetten könnte überlastet werden. Mittlerweile haben die Behörden dies aber im Griff und es zeichnet sich eine deutliche Entspannung der Lage ab. Tag 1: 6. April 2020 - 46 km - von Zürich nach Gebenstorf Um keine Züge zu benutzen, laufe ich vor meiner Haustüre los. Der Jura-Höhenweg beginnt in Dielsdorf, also muss ich zunächst von Zürich aus zum offiziellen Startpunkt gehen. Typisch Zürich: Bombensichere Hinweisstafel. Der Weg führt durch das Furttal, normalerweise liegt dieses Gebiet unter der Anflugschneise des Flughafens Zürich Kloten. Tagsüber starten und landen hier eigentlich Flugzeuge im Minutentakt. Es dürfte hier seit ungefähr fünfzig Jahren nicht mehr so ruhig gewesen sein wie jetzt - selbst an 9/11 und beim Zusammenbruch der Swissair nicht. Die Agglomeration der Stadt Zürich hinterlässt bei mir immer einen zwiespältigen Eindruck. Wohnen wird sicher billiger sein, besonders in Fluglärm-Hotspots wie Regensdorf. Ich sage immer, ich sei für ein bedarfsgerechtes Grundeinkommen: Manche Menschen sind mit einem grossen Fernseher und einem dicken BMW bereits zufrieden. Es gibt also Menschen, die sind zu faul, die Kartonkiste ihres Samsung-Gerätes zu entsorgen, deshalb steht diese dann neben dem Super-Bock Bier auf dem Balkon. In diesen Gegenden schrauben sich jüngere Menschen schon mal ein zweites Paar Auspuffendrohre unter die Heckschürze ihres Autos - ungefähr so, als würde ich meinen Forclaz-Rucksack mit einem grossen Zpacks-Logo aufmotzen. Auf den Baustellen wird gearbeitet, von Social Distancing keine Spur. Schulhäuser haben die Pausenplätze abgesperrt. In Regensberg begrüsst mich ein grosses Schild. Die Message ist klar: Geh nach Hause. Regensberg ist ein kleines, mittelalterliches Städtchen, gegründet noch vor der Eidgenossenschaft im Jahre 1244. Oberhalb von Regensberg setze ich mich auf eine Sitzbank. Tatsächlich dauert es nur drei Minuten und schon fährt ein Polizeiauto langsam vorbei - ein nagelneuer fünfer BMW-Kombi. Leider kann ich nicht genau feststellen, ob es sich um eine Gemeindepolizei oder die Kantonspolizei handelt, Geld im Etat war aber in jeden Fall reichlich vorhanden. Auf meiner Höhe stoppen sie. Ich drehe mich um und lächle sie freundlich an, sie fahren weiter. Sport im Freien ist ausdrücklich erlaubt, ich weiss, weshalb ich meine Zeltstangen wiederum in einem Leki-Packsack getarnt habe. Auch habe ich mein CF-Pad sorgfältig in den Rucksack hinein gefriemelt. Bereits in Baden fällt mir ein junges Pärchen auf: Sie tragen die typischen Thruhiker Ziehharmonikas von Therm-a-Rest aussen am Rucksack. Sie trägt sogar einen SPOT. Ein SPOT ist in Baden ungefähr so sinnvoll wie ein Knoblauchkranz gegen Vampire in der Stadt Zürich. Schon nach 3 Sekunden bin ich mir absolut sicher: Verhinderte USA-Hiker. Ihr Rucksack ist derselbe, wie mein damaliger Notrucksack in den USA. Ein grüner Osprey, jene mit diesem unsäglichen Drahtbügel im Rücken. Natürlich trägt sich dieser Rucksack sehr bequem, für genuss-orientiertes Wandern und vor allem für die Pausen zwischen dem Wandern genau das richtige. Um Meilen zu fressen eher weniger. Wahrscheinlich trägt sie ihren SPOT eben aus sentimentalen Gründen. Ich bin auch schon mit einem InReach an einem ULF Treffen aufgekreuzt. Die Bäume im Wald tragen noch kein Laub: Ich bin ziemlich genau fünf Tage zu früh dran. Entsprechend schwierig ist es ein Plätzchen für meine Villa zu finden. Ich finde ein Dickicht und nehme mir die Mühe, die umliegenden Strassen abzulaufen und die Stelle auf Blickkontakt zu überprüfen. Es hat durchaus viele Leute im Wald, auch solche die ihr Fahrrad wohl seit Jahren zum ersten Mal aus dem Keller geholt haben. Ich muss immer grinsen, wenn jemand mit einem Carbon Bike an mir vorbeifährt, dessen Kette quietscht. Ich kenne die einzelnen Marken und teilweise sogar die Modelle. In der Schweiz fahren Menschen schon mal ihre Shimano XTR Komponenten mit ungeölter Kette spazieren. Und natürlich immer wieder E-Mountainbiker. In der Nacht höre ich Wildschweine. Ich klatsche dreimal in die Hände und die Rotte verzieht sich zügig. Tag 2: 7. April 2020 - ca. 35 km - von Gebenstorf nach Barmelweid Meine Füsse beginnen Probleme zu bereiten. Ich trage Vivo Barefoot Schuhe. Die Firma ist sehr sympathisch und sie hätten mir sogar die Schuhe für meine CYTC im 2020 zur Verfügung gestellt. Hierfür ein sehr grosses Danke. Das Problem mit den Füssen liegt glücklicherweise nicht an den Sehnen oder Gelenken. Stattdessen scheuern die Schuhe unter den Fussballen. Dieses Problem hatte ich schon mit den Altra Timps in den USA im 2018. Wenn der Schuh im Voderfussbereich zu breit ist, verschiebt sich dieser Teil bei jedem Schritt nach rechts und links. Die Wege im Jura sind sehr steinig, oftmals trete ich nicht gerade auf sondern schräg. Das Resultat sind blutige Löcher an den Fussballen. Die Schritte werden unrund und jeder Schritt verlangt erhöhte Konzentration. Das Schnürsystem der Vivo Barefoots ist ebenfalls nicht über jeden Zweifel erhaben. Sie nutzen ein ähnliches System wie Salomon, ihre Zunge ist aber ungepolstert. Salomon verwendet dünnere Bändel und eine gepolsterte Zunge, so spürt man die Bändel nur, wenn man die Schuhe sehr fest anzieht. Die Vivos drücken richtig unangenehm auf dem Fuss. So geht es nicht mehr lange weiter. Es hat sehr viele Wandernde. Einmal kann ich im letzten Moment anhalten und mich dann langsam und so geräuschlos wie möglich zurück bewegen. Eine ältere Dame kauert mitten auf dem Weg, gewisse Körperteile entblösst. Ich blockiere absichtlich den Weg, so dass niemand in sie hineinläuft. Alles geht gut, sie bemerkt ihre peinliche Situation nicht, nach ca. 2 Minuten ist die Störung behoben. Direkt auf den Weg zu urinieren gehört sich trotzdem nicht. Auf dem Weg nach Baden erhalte ich eine Anruf. Jemand will mich anstellen, ab 1. Juni. Glück gehabt. Die Wirtschaft ist irgendwie am zusammenbrechen, ich habe jedoch nun für sieben Monate einen Lohn im leicht astronomischen Bereich. Damit werden ganz neue Perspektiven möglich. Für mich ist es nicht so einfach einen Job zu finden, aufgrund meines hohen Alters wird es auch immer schwieriger. Dies liegt an meinem Lebenslauf. Ich war nie im kriminellen Bereich unterwegs, jedoch habe ich für dezidiert politische Organisationen gearbeitet. Den letzten Job hatte ich aufgrund persönlicher Überlegungen geschmissen. Mit meiner Geduld für sinnlose Idiotenjobs ist es nicht mehr so weit her und ich weigere mich, Werbung für Dienstleistungen zu machen, die in Deutschland explizit verboten sind, da sie gemäss Gesetz in Deutschland gegen die Menschenwürde verstossen. Ein Nero nach zwei Tagen ist lament- und blamabel. Ich habe jedoch noch ein Paar Salomon Sense Ride zu Hause stehen. Ich gewöhne mich an den Gedanken, auf dem Hauenstein nach Olten abzusteigen und zu Hause vorbeizuschauen. Zunächst muss ich aber ein Nachtquartier und Wasser finden. Es gibt wie kein Wasser, deshalb steige ich zur Höhenklinik Barmelweid ab. Ein Securitas-Mitarbeiter steht vor dem Eingang, niemand darf in die Klinik. Frohen Mutes spreche ich ihn an. Er zieht sich Handschuhe an und füllt meine Flaschen. Nachtquartier ist nahe einer Lichtung, bei einem verlassenen Rastplatz. Wahrscheinlich haben den früher Jäger benutzt, ein Hochsitz steht in unmittelbarer Nähe. Wiederum stelle ich nur das Innenzelt auf. Man kann lange über das angeblich zu dünne DCF dieses Zeltes spotten, aber es verfügt über ein zugfreies Innenzelt. Ich liebe es. Der Preis für dieses Zelt wurde übrigens bei Transa in der Schweiz freundlicherweise gerade um schlappe 379 Franken erhöht! Schon der alte Preis von 990 Franken war eher jenseits von gut und böse. Hat man also seine sauer verdienten 1379 Franken bei Transa abgeladen, möchte man eventuell auch noch einen passenden Footprint. Kein Problem, dafür werden bei Transa weitere 109 Franken fällig (für ungefähr 2 m2 ordinärstes Nylon). Allerdings steht man dann immer noch mit den normalen BA Alu-Heringen da, für UL ein grosses no-go. Wie wäre es mit Carbon-Core Nägeln von MSR? 12 Stück für schlappe 126 Franken. Ich zähle meine Heringe natürlich nur aufgrund von Leave No Trace Grundsätzen jedesmal durch. Ich habe übrigens Transa angeschrieben, weil ich es selbst nicht glauben konnte - ein Fehler wäre ja immer möglich. Zurück kam nur das übliche Rhabarber. Transa lass nicht einmal meine e-Mail genau durch. Ich schlage dringend vor, dass alle die irgendwas bei Transa kaufen, gleichzeitig mir eine Spende von ca. 1000 Franken zukommen lassen. Offensichtlich besitzt man mehr Geld als Verstand, wenn man bei Transa einkaufen geht. Tag 3: 8. April 2020 - von Barmelweid auf den Hauenstein Ich nehme es sehr locker und gehe bewusst sehr langsam. Natürlich sehe ich das Pärchen immer wieder. Sie zelebrieren den Trail und halten bei jedem Brunnen an. Auf dem Hauenstein nehme ich um 14:00 den Bus nach Olten und von dort zurück nach Zürich. So viel zum Thema ÖV vermeiden - die Bahn selbst ist sehr gespenstisch. Die Nachfrage nach Bahnreisen ist in der Schweiz gerade um 50 % zurückgegangen, der Bahnhof in Olten, einer der grössten in der Schweiz, ist menschenleer, es fahren fast keine Züge. Zu Hause angekommen funktioniere ich wie bei einem Town-Stop auf dem PCT. Kleider in die Waschmaschine, Resupply. Ich kaufe diese Compeed Blasenpflaster. Zwei Packungen für 18 Franken. Es lohnt sich dennoch sehr. Ohne diese Pflaster wäre ich nicht mehr weitergekommen. Natürlich frage ich mich, wann ich die andern wieder einholen werde. Mein alter weisser Mann meldet sich. Ich hoffe wirklich, dass mir die Salomons ein schnelleres Fortkommen ermöglichen. Tag 4: 9. April 2020 - 41 km - von Hauenstein nach Balmberg Zunächst muss ich von Olten wieder auf den Hauenstein. Ich könnte 37 Minuten in Olten auf den Bus warten, darauf habe ich aber keine Lust ausserdem ist bekanntlich Covid und so. Also wandere ich durch das malerische Dörfchen Trimbach. Die meisten Häuser hier sehen aus, als wären sie nur eine vorübergehende Lösung. So als würden sich die Leute am liebsten für ihre Anwesenheit entschuldigen. Tiefergelegte Opel Astras, selbst vor den Bauernhöfen auf dem Berg oben stehen modernere Fahrzeuge für die jugendlichen Heisssporne. Es gibt viele Honnigan Fans, auch im Jura. Es ist doch eine kleine Anstrengung, wieder auf den Hauenstein zu gelangen. Riesenhafte Hunde bellen oben, sie sind glücklicherweise hinter einem Zaun, der ihnen aber nur bis zur Schnauze reicht. Ich befürchte, sie könnten darüber springen. Natürlich habe ich meinen Pfefferspray absichtlich zu Hause gelassen, nach der bisherigen Erfahrung komme ich an keinen gestörten Hunden mehr vorbei. Schön wärs. Mit den Salomons und diesen Pflastern komme ich viel besser voran. Das Pärchen trägt Altras. Ich weiss, wie der Abdruck der Lone Peaks aussieht. Hin und wieder sehe ich Abdrücke. In Balstahl gehe ich ins Coop und kaufe Wasser. Balstahl liegt unten: Zunächst geht es hinab und dann wieder hinauf. Besonders der Aufstieg ist nichts für schwache Nerven, da ziemlich steil. Ein gefährlicher Bergbüffel. Zum Glück bemerkte er mich nicht. In der Region gibt es ein Projekt, wieder europäische Wisente auszusetzen. Zur grossen Freude der Bauern. In dieser Etappe gibt es auch eine schamlose Umleitung: Um dem Berggasthof Schmiedematt mehr Gäste zuzuführen, führt die offizielle Route sinnlos über asphaltierte Strassen. Eigentlich logisch und schöner wäre es, der Krete zu folgen. Eine Gämse steht ungefähr 10 Meter neben dem Weg, sie hebt kaum den Kopf. Nicht alle nehmen es mit den Massnahmen des Bundesrats so genau. Beim Seilpark Balmberg sitzt eine ganze Gruppe von Leuten an den Tischen. Der Seilpark ist geschlossen, der Bauer hat seinen Hund freigelassen. Das arme Vieh ist mit der Situation überfordert. Ständig kommt es kläffend vom Hof, getraut sich aber doch nicht richtig, die Leute anzugehen. Da ich mein Zelt vor dem Eindunkeln aufschlage, lege ich den Schlafsack oben drauf, bis es dunkel ist. Dieser hat dieselbe Farbe wie der Boden. Mein Zelt leuchtet ein wenig in Grün und mein Zeltplatz ist von der Strasse aus sichtbar. Am nächsten Morgen habe ich das ideale Timing. Ein Förster kommt mir auf der Strasse entgegen, keine fünf Minuten nachdem ich wieder zusammengepackt habe. Wahrscheinlich hat mich jemand bemerkt und verpfiffen. Tag 5: 10. April 2020 - 39 km - von Balmberg nach SAC Jurahaus Heute steht ein besonders anstrengender Aufstieg auf dem Programm, jener in Richtung Chasseral. Zunächst geht es vom Balmberg auf den Weissenstein, keine grosse Sache, solange man nicht über die Röti geht. Mache ich natürlich nicht, schöner wäre es allemal. Von der Röti aus hätte man auch einen schönen Ausblick ins Tal. Ich denke, hier ist es gerechtfertigt, die Route hinten und unten durch zu legen, der Pfad auf die Röti ist schmal und anstrengend. Mit meinen täglichen Km bin ich nur mässig zufrieden. Überall hat es Autos und Camper. Wasser ist ein konstantes Problem. Die Kühe sind noch nicht draussen, viele Brunnen noch trocken. Auf der Hasenmatt erspähen meine Augen einen grünen Rucksack, sie sind jedoch gerade am gehen, mir fehlen noch ca. 50 Meter bis nach oben. Weiter unten habe ich einen Herrn in einem Uniform-Shirt der Armee vorbei ziehen lassen. Er trägt einen Dolch. Zunächst glaube ich, es sei ein Armee-Bajonett, dies wäre unter Umständen sogar verboten. Glücklicherweise ist es “nur” ein normales, wenn auch riesiges Messer. Wozu um alles in der Welt trägt mensch ein solches Messer mit sich herum? Hat der etwa Angst vor bissigen Wölfen? Hier steigt einem eher ein notgeiler Gämsbock auf den Rucksack. Natürlich erhöhe ich mein Tempo, nachdem ich die andern gesehen habe. Auf dem Grenchenberg hole ich sie ein. Ihre Rucksäcke stehen vor einem Gasthof, dessen Betreiber haben ein Self-Service Fenster eingerichtet. Damit können sie weiterhin Gäste bedienen, es ist sogar legal. Ich warte absichtlich, bis die zwei wieder heraus kommen und spreche sie an. Sie wollten tatsächlich auf den PCT. Alles ist nun in der Schwebe, sie überlegen sich immerhin, im Sommer die Via Alpina in der Schweiz zu wandern. Sie müssen nun nach Biel hinunter, ihre Vorräte sind alle. Andere Thrus sehe ich auch, ausgerüstet für monatelange Einsätze hinter feindlichen Linien. Ich mache mich immer über Le Creuset Pfannen lustig, bin jedoch nicht sicher ob die wirklich nur einen Kühlschrank pro Person dabei haben. Sie können mich nicht richtig einordnen und betonen extra, dass sie im Zelt übernachten werden. Ich sage nichts. Mein Rucksack ist irgendwie klein, aber trotzdem habe ich eben alles dabei. Mit genau dieser Ausrüstung würde ich auch nach Seattle fliegen und dann halt irgendwie weiter, Richtung Harts Pass. Die PCTA schreibt mir gerade ein e-Mail. Der Trail bleibt bis am 1. Juni zu. Um nach Biel zu gelangen, muss man zuerst nach Frinvillier hinunter. Ich ziehe jedoch durch und gehe auf der andern Seite wieder hoch. Eine Frau kommt mir entgegen, sie trägt Vibram Zehenschuhe. Ich komme mir wie ein Idiot vor, in meinem bald durch gelatschten Salomons. Ich muss unbedingt Topo Athletics Schuhe bestellen. Die Schutzheilige aller Langdistanzwandernden, Frau Dixie aus dem sonnigen Alabama, wollte diese ebenfalls ausprobieren. Dixies Empfehlungen sind natürlich Gesetz. Ich suche immer noch eine Alternative zu Altra, da mir diese einfach zu früh auseinander fallen. Der Ginger Runner, ein Trail Runner mit leider der Figur eines eher wohlgenährten Büroangestellten, beschrieb Topo als “Kind von Altra und Salomon”. Da kann ja nichts mehr schiefgehen. Ich mache eine lange Rast, drei jugendliche Männer überholen mich. Ihre Ausrüstung würde ein Erklimmen des Everests locker erlauben. Sie tragen sogar Schneegamaschen. Es ist ungefähr 20 Grad warm, von Schnee gibt es momentan keine Spur. Sie stressen mich. Aufgrund des Virus halte ich Abstand, der Schwächste bleibt jedoch einfach stehen, bis ich vorbei bin. Dann warten die anderen zwei auf ihren Kumpel. Dann geben sie wieder alles, um mich einzuholen. Ich kriege Nasenbluten und versaue mein Hemd. Der Fleck sieht aus wie von Rotwein. Sehr toll, nun sehe ich aus wie ein Alkoholiker auf der Flucht. Einer schafft es bis zu mir heran, er sagt “C’est dur”. Ich nicke ihm zu, er wartet auf seine Kumpanen. Ich kenne die Strecke, bis hierhin war es ungefähr die halbe Steigung. Und Tschüss. Später, viel weiter oben, reinige ich mein Hemd mit Schnee. Zu meiner grossen Erleichterung lässt sich der Fleck rückstandslos auswaschen. Meine Muskeln spielen soweit gut mit, keinerlei Beschwerden. Ich nehme Magnesium gegen allfällige Krämpfe und benutze natürlich meine Stöcke. Auf steilen Abstiegen sind sie eine echte Erleichterung. Vor dem Chasseral beschliesse ich zu nächtigen. Einfacher gesagt als getan. Glücklicherweise komme ich an der SAC Hütte Jurahaus vorbei. Diese wird normalerweise bewirtet, jedoch ist sie aufgrund des Virus geschlossen und niemand anwesend. Eine einschüchternd geschriebene Information instruiert allfällige Wandernde, Ansammlungen zu unterlassen, die Behörden aber auch Organe des SAC könnten die Einhaltung dieser Bestimmungen überprüfen. Ich mag den SAC nicht besonders. Seit 2018 haben sie immerhin ihre eigenen Regeln zum Thema Notdurft angepasst, sie empfehlen nun sogar, gebrauchtes Toilettenpapier wieder mitzunehmen - oder es einfach zu bedecken. Auch bieten sie derzeit keinen Schnaps mehr als Gipfelwasser auf ihrem Shop im Internet mehr an. Trotzdem, in manchen Hütten wird mehr gesoffen als im Niederdorf, an der Langstrasse und in der Reithalle zusammen. Der SAC versteht sich explizit nicht als Umweltschutzorganisation. Schutzbestimmungen für den Sommerbergsport hält der Verband grundsätzlich für nicht nötig. Aha. Man kann vieles an den USA zurecht kritisieren, im Bereich Wandermanagement sind sie dem rührigen SAC jedoch um Jahrzehnte voraus. In der Schweiz gibt es an manchen Orten parallel mehrere Wanderwege gleich nebeneinander, einfach weil die Leute lieber neben bestehenden Wegen marschieren, z.B. wenn diese nass sind etc. “Cut your toothbrush not the switchbacks” ist hierzulande gänzlich unbekannt. In den USA werden parallele Wanderwege renaturiert und mit Ästen etc unpassierbar gemacht. Solche Schutzmassnahmen sind auch in der Schweiz nötig und zwar dringend, gerade im Sommer. Der SAC unterhält keine eigenen Wanderwege ist aber mit Abstand die grösste Bergsport Organisation in der Schweiz und ziemlich sicher auch der grösste Verein, abgesehen von Gewerkschaften, wie der Unia. Sein Lobbying für mehr Naturschutz hätte entsprechendes Gewicht. Andererseits führen viele Wanderwege in der Schweiz über Kuhweiden. Da kann man oftmals nicht mehr viel kaputt machen, die Kühe hinterlassen auf nassen Böden tiefe Löcher. Vor dem Holzschopf dieser Hütte, innerhalb der im letzten Jahr sorgfältigst instand gesetzten Umfassungsmauer (einer Trockenmauer), gibt es einen ebenen Platz, vom Weg aus nicht einsehbar. Ein kleinerer Wanderweg führt zwar mitten durch ihren Garten, aber es ist ungefähr 19:00 Uhr als ich dort ankomme. Kurzerhand besetze ich diesen Platz für die Nacht. Auf Hausbesetzermission beim SAC Meiner eigenen Tradition entsprechend, nehme ich mehr Abfall mit, als ich selber produziere. Es ist nicht besonders schwierig, im Umfeld von SAC Hütten Abfall zu finden, obwohl sich der SAC selbst lobt, weil sie angefangen haben, Hütten von eigenen Abfall-Deponien zu befreien. Vor diesem Holzschopf liegt beispielsweise verwitterter Plastik herum. Bewusst campiere ich immer so nahe wie möglich oder innerhalb von menschlichen Bebauungen. So stört mich das Wild nicht und ich störe kein Wild. SAC Mitglied bin ich trotzdem nicht. Auch verzichte ich darauf, meine Notdurft gleich links von ihrem Holzschopf zu verrichten, offenbar gibt es Menschen, die den SAC noch viel weniger mögen als ich... Tag 6: 11. April 2020 - 42 km - von SAC Jurahaus nach les Pradières Heute steht der Chasseral auf dem Programm. Es ist kühl, auf der Passstrasse liegt noch Schnee. Auch ohne Corona keine Autos und Motorräder, fantastisch. Ich sehe einzelne Rennvelofahrende, die sich gekonnt an den Schneemassen vorbei schlängeln. Ein besonders lustiger Mensch hat seine Skischuhe und kurze Skier hochgeschleppt. Das einzige nennenswerte Schneefeld weit und breit ist ca 10 Meter lang. Nach dem Chasseral würde der Weg eigentlich durch eine Schlucht hinunter führen. Der Weg ist aber gesperrt, wahrscheinlich infolge Steinschlag. Eine Umleitung ist signalisiert. Beim nächsten Brunnen sehe ich weitere Thrus, junge Teenager. Sie geniessen das Leben, an schnellem Vorankommen sind sie nicht interessiert. Der Brunnen kommt aber wie gerufen. Die nächste Wasserfassung wurde nämlich aufgehoben. Bei einem Bauernhof hatte es letztes mal noch einen Hahnen und sogar eine Flagge mit der Aufschrift “Eau”. Vorbei. Der Hahnen wurde abmontiert, der Bauernhof wird gerade renoviert. Nach diesem Bauernhof folgt wieder ein endloser Aufstieg. Ein Trail Runner überholt mich. Dann bleibt er stehen und zieht seine Bedrock Sandalen aus. Weiter geht es für ihn barfuss, allerdings nicht lange, dann trifft er Bekannte und hält einen Schwatz. Der Vue des Alpes ist ein weiterer Pass über den Jura. Im zugehörigen Hotel habe ich auch schon übernachtet. Es gibt einen riesigen Parkplatz und eine Sommerrodelbahn. Und offenbar hier kein Corona. Die Rodelbahn und die Terrasse des Hotels sind geschlossen, sonst ist alles normal. Grosse Gruppen stehen zusammen, es ist ein kommen und gehen. Natürlich träumt man irgendwann auf einer derartigen Wanderung von Pommes-Frites und einer heissen Bratwurst. Gibt es nicht, aber eine Quiche, ein Sandwich, eine Art Fleischklops in Blätterteig und eine Glace. Ich trinke sogar ein Bier. Ich meine, es schmeckt nach Chlor. Hier wird man sich wahrscheinlich in sechs Monaten noch das Virus holen können. Wenn jemand rasch erben möchte, ist es wahrscheinlich keine schlechte Idee, mit den Grosseltern hier vorbeizukommen. Auf dem Tete de Ran hält sich eine kleine Gruppe Geflüchteter auf. Sie vertreiben sich die Zeit mit Boxtraining und dem Hören von Snoop Dogg. Die Art ihrer Bewegungen sagt mir, dass sie dies nicht zum ersten Mal machen. Es macht mich fertig. Der Pass ist bekanntlich der edelste Teil eines Menschen (Brecht). Diese jungen Männer sind zum sinnlosen Nichtstun verdammt, während dem ich aufgrund meiner Papiere das Geld quasi nachgeworfen erhalte und mich ausschliesslich um First World Problems kümmern muss - und immer im absoluten Luxusbereich, wie dem UL-Wandern. Kein Wunder bewundere ich mutige Menschen wie die Pfarrerin des offenen St. Jakobs in Zürich. Die Nacht verbringe ich in der Nähe des Mont Racine. Käuze halten mich wach, ein Kauz kommt immer näher und lässt sich offenbar unmittelbar auf dem nächsten Baum neben meinem Zelt nieder. Mein Verständnis für sein Stimmtraining hält sich irgendwann in Grenzen. Tag 7: 12. April 2020 - 37 km - von les Pradières nach Gros Vesin Es ist nun Ostern. Heute steht mit dem Creux du Van ein Höhepunkt der ganzen Wanderung an. Der Creux du Van ist eine halbkreisförmige Felswand, an manchen Stellen über 100 Meter hoch. Natürlich verfolge ich im Vorfeld die Situation. Der Kanton hat die Zufahrtsstrassen gesperrt. Es wurden Massen erwartet, sämtliche Parkplätze sind ebenfalls dicht gemacht worden. Ich erwarte Polizei- oder sogar Armee auf den Wegen. Glücklicherweise sind vor Ort sehr wenige Menschen. Alles ist ruhig, gespenstisch ruhig. Bild: Screenshot watson.ch - die Kampagne der Regierung über Ostern in der Schweiz Manche machen sich einen schönen Tag an der Sonne. Ich überhole ein Paar mit Kühltaschen und einem 4 kg Sack Holzkohle in den Händen. Ich klaue ihnen fast ihren Pick-Nick Platz. Mein Französisch reicht glücklicherweise aus, um sie darauf hinzuweisen, dass ich in fünf Minuten wieder weg sein werde. Trail Running scheint hier sehr beliebt zu sein. Junge Damen und Herren ziehen an mir vorbei. Offensichtlich machen die meisten dies nicht zum ersten Mal. Sie sind alle ziemlich gut trainiert. Ich sollte dringend mehr rennen. Im letzten Dorf vor dem Creux sehe ich eine Wanderin, sie wartet auf den Zug. Sie ist ebenfalls äusserst durchtrainiert und sieht aus, als würde sie ohne mit der Wimper zu zucken 40 Meilen am Tag fressen, wenn es schlecht läuft, sonst 50. Sogar die Toiletten am Bahnhof sind abgesperrt. Es gäbe eigentlich einen kleinen Shop mit regionalen Produkten, alles zu. Am Creux oben fliegt ein Segelflieger halsbrecherische Manöver. Das Flugzeug pfeift wie eine Kugel durch die Luft, wenige Meter über der Felskante. Nach dem Creux du Van folgt ein längerer Roadwalk. Er dauert ungefähr eine Stunde. Ein einziges Auto fährt vorbei. Es ist die Gendarmerie. In der Nacht bellen immer wieder Füchse. Tag 8: 13. April 2020 - 52 km - von Gros Vesin nach Le Pont Heute komme ich sogar in einem grösseren Dorf vorbei. In Sainte Croix würde es mir auch noch gefallen. Das Dorf ist äusserst friedlich, zumindest auf den erste Anschein. Es gibt einen Bahnhofskiosk. Ein älteres Paar sucht einen Weg. Er sagt: “Lui, il semble d'être un super marcheur” und er meint mich. Dann fragen sie mich etwas auf Französisch. “Sprechen sie deutsch?” Sie lächeln liebevoll und wünschen mir einen schönen Tag. Keine fünf Meter von ihrem Standort entfernt steht ein Wegweiser. Ich kaufe Volvic Tee am Bahnhofskiosk und es gibt eine klassische Gasstation-Resupply. Alle Brunnen im Dorf sind trocken gelegt. Ich brauche aber mehr Wasser. Ausgangs des Dorfes, etwas abseits des Dorfes erblicke ich einen Kiosk-Container. Vielleicht habe ich Glück? Der Container erweist sich als Teil einer Material-Deponie, dafür hat es einen kleinen Stand gleich auf der anderen Seite des Strasse. Ein älteres Paar bewirtet ihn. Social Distancing wird mittels Polizeiabsperrbändern sichergestellt. Die Frau sagt, die Polizei habe dies freundlicherweise gestern eingerichtet. Sie bietet mir sogar ihren Sitzplatz an, mein Rucksack sehe schwer aus. Ich lehne dankend ab. Mein Rucksack ist leicht. Bild: Screenshot watson.ch - Daniel Koch ist ungefähr der Schweizerische Dr. Fauci oder Christian Drosten, aber eben auch ein typischer Schweizer. Das Wasser kommt aus der Fonte Tavina am Gardasee, es wurde extra über die Alpen gekart. Die vorgesehene Verwendung ist leider wenig edel, aber das Gleichnis fasziniert mich. Ökologie geht ebenfalls gleich am Hintern vorbei oder so - natürlich gibt es in der Schweiz extra einen Mineralwasser Verband, der solchen Unsinn aktiv propagiert. Das nennt sich liberal, der Konsument hat die Wahl und anderen Stumpfsinn. So geht manches vor die Hunde. Ich befinde mich auf dem offiziellen Wanderweg, ein mittelgrosser Hund kommt von einem Grundstück angerannt, die Ohren angelegt, Zähne fletschend. Ich schreie ihn an. Wieder und wieder. Jedesmal wenn ich mich umdrehe, um weiter zu gehen, kommt der idiotische Hund wieder näher. Ich bleibe schliesslich stehen und erhebe die Hand mit der Flasche, so als wollte ich sie nach ihm werfen. Das wirkt, ich frage mich ob der Hund von seinem lieben Besitzer geschlagen wird, wieso sonst sollte er ab so einer Geste zusammen zucken? Sein wahrlich noch idiotischerer Besitzer ruft sein dummes Vieh zu sich, ohne viel Erfolg. Dieser saublöde Kläffer hätte eine Ladung Pfefferspray sehr dringend gebraucht, sein Herzchen von einem Besitzer einen sehr kräftigen Tritt zwischen die Beine. Vor allem von jemandem, der seine Beine gerade ein paar Tage lang trainiert hat. Der Hund dreht schliesslich ab. Ich teile dem Besitzer meine Einschätzung der Lage auf englisch und französisch mit. Eventuell hat sie ihm nicht gefallen, im Gegenzug bin ich bezüglich meiner Haltung zum Waffenrecht verunsichert. Hätte ich gerade eine Gerätschaft aus Neuhausen am Rheinfall zur Hand gehabt, wäre dieser dumme Hund in die ewigen Jagdgründe eingegangen. Als braver Schweizer Bürger habe ich meinen Jungschützenkurs damals im reifen Alter von 13 Jahren absolviert. Natürlich am Schweizer Armee-Sturmgewehr, wie es heute noch im Einsatz steht (und dass ich zwischen den wöchentlichen Schiesslektionen nach Hause nahm). Man kann das Gewehr bequem mit dem Daumen auf Serienfeuer umstellen. Genau das einzig richtige für solch verblödete Köter. Christine Thürmer aka germantourist hier im Forum hätte bestimmt sinnvollere und humanere Methoden auf Lager, um mit derartigen Angriffen umzugehen. Auf IG bewirbt sie ihr neues Buch “Weite Wege Wandern” mit dem Versprechen genau solcher Inhalte. Sicher Pflichtlektüre für alle, die länger als eine Stunde am Stück wandern möchten. Weiter geht es, ich habe sogar einen Plan: Durch Valorbe und als Dessert auf den Dent de Vaulion. Nach Valorbe gibt es den längsten Roadwalk auf dem ganzen Trail. Zunächst steigt man in das Dörfchen Ballaigues ab, dort steht der legendäre Selbstbedienungsautomat, gefüllt mit Vacherin Käse, Raclette und Fondue Portionen. Danach quält man sich über asphaltierte Strassen nach Valorbe. In Valorbe gibt es zwar eine “Auberge par tous”, mir ist es jedoch letztes mal nicht gelungen, dort ein Zimmer zu kriegen, weil es ging niemand ans Telefon. Heute ist die Garde-frontière unterwegs. In Valorbe patrouilliert wiederum die Gendarmerie. Ich setze mich an den Fluss und esse etwas. Gemäss Gaia GPS betrug der Aufstieg auf der ganzen Etappe schlappe 3069 m. Auf dem Aufstieg komme ich an einer Waldhütte vorbei. Ein junger Mann sitzt dort mit seinen zwei Hunden. Er fragt nach Wasser für seine Hunde. Sorry, grad keines dabei. Ich trag nicht ständig 2.5 Liter Wasser mit mir herum, nur um es einem Hänger abzugeben, der offenbar nicht planen kann. Muss er halt 40 Minuten lang absteigen. In Valorbe gibt es viele Brunnen. Oben steht wieder eine Gämse, sie schaut mich verständnislos an. Als ich oben bin, verschwindet gerade die Sonne, der Wind pfeift. Ich steige noch ein wenig ab, zu meinem geheimen Stammplatz in der Nähe von Le Pont am Lac de Joux. In der Nacht schlafe ich ziemlich schlecht. Der Wind, von Osten her, blässt in Böen. Mein Zelt bleibt zwar zugfrei und es steht äusserst stabil. Ich bin nicht sicher, ob ein Duplex ebenfalls so stabil stehen würde. Aber der Lärm im Wald ist gewaltig. Am nächsten Morgen bin ich ziemlich kaputt. Auf einem langen Trail würde ich jetzt in ein Dorf absteigen und mir eine Dusche gönnen. Im kleinen Weiler Le Pont hat aber gerade mal ein einziger Laden offen, ich fahre deshalb wieder nach Hause, nach immerhin 5 Nächten in der Natur. Es gelten immer noch die Massnahmen des Bundesrates, da könnte eine Frage nach einer Dusche den Leuten schnell in den falschen Hals geraten und ich rieche wirklich wie ein ziemlich verwahrloster Obdachloser. In dieser Saison sind sich dies die Leute hier wohl nicht wirklich gewohnt. Ich kenne natürlich auch den Schluss dieses Trails, am Ende geht es ca. 6 Stunden nur noch steil abwärts, nach Nyon. Ich bin dort auch schon einfach geradeaus gelaufen und dann nach Genf hinunter. Dabei landet man jedoch in Frankreich. Jetzt alles verboten. Sowohl im Zug zurück nach Vallorbe als auch im Bus nach Yverdon bin ich der einzige Passagier.
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  21. @JanF ich melde mich.
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  22. OT: Erinnert ihr euch an den Film „Kleine Haie“: „Ich bin Papst Bonifaz…“?
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  23. khyal

    Lixada 7,8 Watt USB-Solarzelle

    Wenn ich nun ne hoehere Spannung am Eingang des Step-down-Reglers habe, wuerde er doch mehr Schaltvorgaenge durchfuehren und dies die Verluste erhoehen. Laden bei nur leicht bewoekten Himmel bringt imho nur einen kleinen Bruchteil von Laden bei Sonne, fuer mich lohnt es daher nicht so, mich mit den paar mA bei bewoelkten Himmel zu beschaeftigen, lieber lade ich mit gut ausgerichtetem Panel, wenn die Sonne da ist und bei bewoelktem Himmel muss die PB reichen. Wenn man mal mit dem Luxmeter misst, dass schon bei leicht bewoelktem Himmel die Lichtstaerke auf < 20 % geht, kann man eher nachvollziehen, warum da die Panel so in die Knie gehen.
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  24. yoggoyo

    Neue Ultraleicht-Ausrüstung

    Und das Stratospire 1 und 2 hat ein Update bekommen.
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  25. Tarptent kündigt auf ihrer Facebook-Seite ein neues Lithium-Series Zelt an mit einem 5 sekündigen Teaser. Bei dem Teaser erkennt man einen Gestängekanal. Also ich tippe auf ein Rainbow Li. Sieht spannend aus.
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  26. Bei 1000er Cordura spart man sich natürlich auch gleich mal das versteifende Tragesystem... (duckandrun).
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  27. Ich habe als Einsteiger hier zwar noch nichts gekauft, aber bei der Durchsicht der alten Anzeigen schon häufig gedacht: "Mist, da hast du ja was verpasst!". Zumal man ja auch beobachten kann, dass zu teure Produkte hier nicht sofort weggehen und dann meist auch schnell im Preis reduziert werden. Im Gegensatz dazu habe ich hier sogar schon zwei Sachen verkauft und diese bewusst auch günstig abgegeben, da ich dann wusste, dass sie in gute Hände kommen und auch wirklich mit Freude genutzt werden. Hinzu kommt auch, dass ich darüber hinaus auch durch das Forum schon auf sehr interessante Schnäppchen bei eBay Kleinanzeigen aufmerksam geworden bin. Ich bin also in Summe rundum zufrieden. Klar schadet es nicht selbst zu überlegen, ob man ein Teil wirklich benötigt und viele Sachen werden ja auch nicht besser, wenn sie x-Mal verschickt werden. Wobei man sich dann auch fragen muss, warum sowas überhaupt produziert wird, wenn es schlussendlich niemand gebrauchen kann.
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  28. Ich habe bisher auch nur gute Erfahrungen hier gemacht. Beschreibungen stimmten, die Kontakte waren nett und auch wenn ein Deal mal nicht zustande kam, waren die Gründe transparent. Auch ist meine Erfahrung, dass hier die Leute mit ihren Sachen sehr pfleglich umgehen. Selbst wenn hier ein Teil teurer als bei Kleinanzeigen wäre, würde ich hier zuschlagen, weil ich aus besagten Gründen von einem der Beschreibung entsprechendem Zustand ausgehen kann. Mein Vertrauensbonus ist hier höher, denn kaum einer hat hier Bock jemanden zu behumsen. Meinem Eindruck nach werden hin und wieder dankbare Worte lange nach dem Kauf in anderen Threads mit verknüpfter Empfehlung zu dem Produkt fallen gelassen. Insofern kann ich den Eindruck nicht teilen, dass die Preise unfair seien.
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  29. Wow ein wunderschönes Stück Handarbeit.
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  30. Vielen Dank an alle Ja, ich habe die Kanten innen mit Nahtband eingefasst. Bei meinem ersten Rucksack habe ich tatsächlich französische Nähte verwendet. Das Nahtband finde ich jedoch schöner und wesentlich einfacher zu verarbeiten, besonders bei den schweren und steifen Stoffen. Wahrscheinlich ist es sogar leichter als das 1000Den Cordura. Bei meinem 2. und 3. Rucksack habe ich Kappnähte benutzt, die bei dem ohnehin sehr stabilen Cordura jedoch Overkill wären und bei den abgerundeten Ecken nicht funktioniert hätten. Die Rolltopversteifung ist Polyamid Plattenware von ExTex (0,5mm glaub ich). Die ist eigentlich farblos/weißlich und leuchtet nur durch die Reflektion vom Quilt so blau Ich habe den Rucksack zwei mal mit einem Gesamtgewicht von 8 bzw. 10 kg auf 1-2 stündigen Waldspaziergängen getragen und finde ihn sehr bequem. Durch den breiten Hüftgurt, der auch auf der gesamten Breite mit dem Rücken verbunden, sind Lasten bis 13-14kg noch gut zu tragen. Zumindest habe ich mit dem Vorgängermodell teils Lasten von 15kg (viel Essen und etwas Gepäck von UH-Kumpanen) noch angenehm tragen können und seitdem kaum Änderungen am Tragesystem vorgenommen. Bezüglich Imprägnierung: Meine Klamotten und den Schlafsack habe ich sowieso in einem wasserdichten Sack. Ich hoffe auch, dass der Rucksack nicht allzu viel Wasser durchlässt, da die Cordura Stoffe immerhin eine Wassersäule von ich glaube über 1000mm haben und ich mit Rasant 50 genäht habe. Eine zusätzliche Imprägnierung wäre dennoch sehr sinnvoll um das aufgenommene Wasser zu verringern. Kann jemand etwas empfehlen bzw. hat Erfahrung mit Cordura und Wasserdichtigkeit?
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  31. Sehr saubere Arbeit. Glückwunsch!
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  32. Glückwunsch ! Das ist KÖNNEN. Das Gewicht und eine solche Haltbarkeit "Spitze" Hast Du den RS imprägniert, oder planst Du eine Regenhaube mit ein ? Gruß EK
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  33. sieht gut aus! Und für die verwendeten Materialien dann doch noch leichter als ich erwartet hätte. Hast du die Nähte innen mit Kantenband eingefasst? Ich nehme da ganz gerne eine französische Naht. Das macht sich ganz super! Was hast du am Rolltop für die Versteifung genommen? Hast du den Rucksack schon getragen? Wie sind die ersten Erfahrungen damit?
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  34. AlphaRay

    UL Trinkflasche

    Aah! Sehe ich jetzt erst. Ja ich hatte das Set mit der Pumpe - daher hat mein Deckel den Verschluss. Dachte dass die nur diesen Deckel hätten. Ich empfehle eindeutig den "speziellen" Deckel zu besorgen und nicht das Tube-Kit mit dem festen deckel.... So ist es flexibler. Als reiner Trasportbeutel für Wasser reicht dann Deckel drauf lassen - egal welchen. Nimmst Schlauch mit, ist es dann automatisch eine Trinkblase. Sehe gerade dass es etwas gibt was ich mir designen und drucken wollte - ggf. auch für dich interessant: https://hydrapak.com/collections/accessories/products/seeker-plug-n-play-cap-kit Ich hänge den bei mir auf nem Ast neben Zelt auf als Wasserblase. Nutze den auch mit dem BeFree Filter statt meiner 1 Liter Blase, da ich hier mehr Druck aufgebaut bekomme bzw. auch besser halten kann. Mit dem Kit hat man dann auch ne Dusche bzw. fliessen Wasser zum Hände Waschen oder Spülen, was mir aktell noch fehlt. Das ist ziemlich umständlich mit eingeseiften Händen und der Trinkwasserblase gleichzeitig zu hantieren, ohne dass was von der Seife da rein kommt.... Dazugekauft habe ich den "leicht" isolierten Schlauch, der auch im Sommer ein wenig was bringt. Bei dem transparenten heizt sich das Wasser extrem schnell auf in dee Sonne, wie ich es von früheren Trinkblasen her kenne https://hydrapak.com/collections/accessories/products/hydrafusion-tube Bzg. gleich den dick isolierten, falls man auch öfter im Winter unterwegs ist und sich die Zähne nicht abfrieren will https://hydrapak.com/collections/accessories/products/arcticfusion-tube Bin übrigens weiterhin begeistert über die Robustheit. Ich schleppe täglich seit 2 Jahren 3 Liter zur Arbeit. D.h. meine hat mind. 1000 Auf-/Abschraubvorgänge hinter sich. Wenn ich zum Lagerplatz laufe, komme ich gelegentlich bei Brombeersträuchern gegen, was den überhaupt nicht juckt...und ab und zu mal drauf treten stört auch nicht Bleibe in Zukunft definitiv beim Hydrapak-System. Als Trinkflasche bin ich seit kurzem auch von PETs weg: Wildo Hiker Bottle. In nem schönen, auffallendem Gelb. Wiegt das doppelte einer PET und hat "nur" 750 ml...wird aber ne ganze Weile halten bei der Materialstärke (PEHD). https://www.wildo.se/products/hiker-bottle/
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  35. Klar, du hast recht. Das Rechenergebnis stimmte, aber die abgetippte statt kopierte Zahl war um eine Zehnerpotenz falsch. Danke für den Hinweis. Habs korrigiert. Auch da hast du offensichtlich recht. Ich verwende immer die 1000 W/m², die ja auch in dem Wikipedia-Eintrag als real anwendbare Größe zugrunde gelegt werden. Wie auch immer, man muss die Panels ja auf Basis derselben Grundlagen vergleichen, insofern: Meine Aussage zum alten wie zum „neuen“ Lixada-Panel beziehen sich auf 1000 W/m² und sind in sich daher stimmig. (Es wäre allerdings falsch wäre es zu sagen, dass die Angabe im Shop formal gelogen wäre, solange man nicht selbst gemessen hat.)
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  36. Zum "über den Tisch gezogen zu werden" gehören immer 2 Seiten: ein Verkäufer und ein Käufer. Daher: prüfe, wer sich (ewig) bindet unter Einbindung des Hirns
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  37. Also ich sehe das ähnlich, ich habe hier auch nur gute Erfahrungen gemacht, auch insbesondere bei Schwierigkeiten. Z.B habe ich mal eine Matte verkauft, die ein Loch hatte. (wusste ich nicht). War nicht zu finden, habe ich ihm sofort das Geld zurück gegeben. Ich denke es geht bei solchen Sachen eher darum etwas weiterzugeben, was man nicht mehr braucht. Dadurch hat er einen Einstieg. Ich halte es immer so, im Forum bei gleichgesinnten will nicht mehr haben als es mir wert ist. Bei Ebay Kleinanzeigen sehe ich das anders.
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  38. muss das nicht 0.0277 m^2 sein? Die bei Lixada haben die offizielle Solarkonstante zuGrunde gelegt, also 1361W/m^2... nominell stimmt das so, aber in Realität hats du Recht, so deutlich mehr als die alte wird diese Zelle auch nicht bringen.
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  39. Es ist eine andere Zelle als das von mir im Iterationenfaden verwendete, welches im Rahmen meiner Messungen auf um die 4,5 Wp kam. Mit den Zahlen des hier betrachteten Panels wäre es eine Verbesserung. Doch erwarte Dir nicht zu viel: Ein Update? Das Panel ist laut Amazon dort seit Mai 2017 gelistet. Wenn die Flächenangabe der Zellen und die Angabe zur Konversionsrate (20%) stimmen, dann hat das Panel 0,0277 m² × 20% von 1000 W = 5,5 Wp. (Angaben bezogen auf 1000 W Einstrahlung. Vgl. Solarkonstante.) Anders gesagt: 7,8 Wp halte ich (mal wieder) für deutlich zu hoch gegriffen, denn dann müsste das Panel bei gegebener Fläche eine Konversionsrate von 28% haben. Panels dieser Leistung sind m. W. auf dem Endkundenmarkt derzeit nicht verfügbar. Edit: Siehe unten im Folgebeitrag von @kra
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  40. Norweger

    Nur ein Setup...

    Bei DM, ist aber ein paar wenige cm gekürzt damit sie in den Beutel passt.
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  41. Die Diskussion über Wünschenswertes oder Sinnhaftigkeit ist wohl müßig. Wir können hier eigentlich nur melden, was wir an semi-offiziellen Verlautbarungen bezüglich partieller Grenzöffnungen finden. Ein anderer Gedanke, der mir schon gekommen ist: Kurztouren mit jeweils einer oder zwei Übernachtungen von einem 'Base Camp' (Campingplatz?) aus... insgesamt dann ein 'Urlaub'.
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  42. khyal

    Schmerzen beim wandern

    Grosser Teil der Ursache kann auch sehr gut ein nicht passender, mieser oder grottig eingestellter Rucksack sein. Die Firma macht ja eher ueberwiegend Billigkopien von schwerer "Militaer-Rucksaecken", da kann es gut sein, dass der Rucksack gelinde gesagt, keinen guten Tragekomfort hat. Beim Leergewicht des Rucksacks wuerden Einige hier im Ultraleicht-Forum schon Schnapp-Atmung bekommen Gesamtgewicht muesste bei einem guten Rucksack nicht unbedingt die Ursache sein, so ein Gesamtgewicht traegt sich mit einem guten, dafuer geeignetten Rucksack noch vernuenftig, wenn es zur eigenen Statur passt, aber natuerlich ist deutlich weniger Gewicht besser. Um das Rucksackgewicht in Relation zu Dir beurteilen zu koennen, waeren etwas mehr Angaben als "sportlich, duenn" schon sinnvoll, z.B. Koerpergroesse, Gewicht, Geschlecht. z.B. mit meinem groessten Rucksack (der ist aber auch eine ganz andere Preisklasse) trage ich auch 22 der 23 kg (wenn es denn nun sein muss, wegen 10-14 Tage Verpflegung & Boot usw) noch gut (deutlich weniger ist natuerlich netter), aber ich bin auch 190, breit, > 100 kg, maennlich... Solltest Du bei den 14 kg Gesamtgewicht nicht min 1 Woche Lebensmittel drin haben, gibt es deutliches Einspar-Potential...
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  43. OT: Exakt das gleiche habe ich auch festgestellt. 10kg Gesamtgewicht sind mein persönliches Maximum.
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  44. Als Reaktion auf die Probleme mit meinem Garmin Oregon 750t, die ich an anderer Stelle hier im Forum beschrieben habe, suchte ich nach einer Alternative. Nachdem ich 15 Outdoorhandys auf deren UL-Fähigkeiten in bezug auf die Leistung usw. überpüft hatte, habe ich mich für das Gigaset GX290 entschieden. Letzte Woche Donnerstag wurde es geliefert und die ersten Tests hat es hinter sich. Na ja, irgendwie muss da jetzt auch ein Unboxing dazu her, oder? Das GX290 wird in einer umweltfreundlichen Verpackung aus Gras geliefert (die noch in einem Versandkarton steckt): Auf dem Display ist eine Transportschutzfolie angebracht, auf denen die Bedienelemente erklärt sind: Unter dem Handy liegen noch das Netzteil, ein USB-A auf USB-C Kabel und eine Beschreibung bei. Außerdem ein kleiner Sim-Fach-Öffner, den es aber sofort verbogen hat. Der ist einfach unbrauchbar ... Hier kann man die Folienbeschriftungen besser erkennen: Da das Handy mit einem leeren Akku geliefert wurde, habe ich es erst einmal aufgeladen: Mein erster Eindruck: Mit dem Schnellladenetzteil hat das Aufladen das 6200 mAh Akkus etwa 3,5 - 4 Stunden gedauert (hab' leider nicht so genau aufgepasst). Ging aber recht schnell. Seit dem ersten Aufladen habe ich das Handy ausgiebig getestet, habe es 48 Stunden mit eingeschalteten GPS und der "Locus" App den Standort tracken lassen, habe allerdings nur wenig gesurft und nur einmal telefoniert. Gestern war ich auf einer Vier- Stunden-Test-Wanderung und habe es den gesamten Weg tracken lassen - und das alles mit einer einzigen Akkuladung: 3 Tage Non-Stop. Bei der Wanderung hatte ich parallel das Garmin Oregon 750t dabei. Das Ergebnis ist interessant und folgt demnächst in einem separaten Faden. Mit weiteren Infos bezüglich der Kaufentscheidung, dem Gewicht usw.
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  45. mawi

    Nur ein Setup...

    Ich glaub, ich fall vom Glauben ab. Nichts habe ich jemals mehr verbunden mit AZBlaster wie @Stromfahrer und dich! Nach all den stundenlangen und unterhaltsamen Küchengesprächen und sehr bildlichen Darbietungen zum Thema "wie man richtig blastert" - jetzt das? Klopapier??!? Labello, Deo, Ohrstöpsel und Nagelfeile empfinde ich persönlich als überflüssig. Als wir uns das letzte Mal gesehen hatten, hattest du keine Frisur, die einen Kamm benötigt oder? Edit: Waschlappen/Handtuch ist meiner Meinung nach auch völlig unnötig. Insgesamt sieht mir das eher nach dem Inhalt einer Frauenhandtasche aus ...
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  46. Zu bedenken ist: Wenn nur wenige Destinationen zugänglich sind, dann werden die auch entsprechend überlaufen sein.
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  47. wilbo

    Schutzmasken quick & dirty

    Update. Der Schnitt wurde jetzt minimal verändert. In der Höhe habe ich oben 2 cm abgenommen, sodass es nicht zu hoch rutscht und auch für Brillenträger funktioniert. Das Format ist immer noch 21 cm breit, aber jetzt 19 cm hoch. Die Falten haben jetzt etwas mehr Abstand zueinander, was dazu führt, dass der Saum an den Seiten nicht zu dick wird. Die Ränder werden nicht mehr als Rollsaum genäht, sondern gekettelt und einmal umgeschlagen. Als Versteifung im oberen Bereich verwende ich jetzt 0,5 mm Alublechstreifen, in gut 5 mm Breite. Die kann man gut am Nasenrücken anpassen und behalten weitgehend ihre Form. Nachdem ich einige Stoffe durchprobiert habe, bin ich jetzt bei einem feinen Piqué geblieben. https://www.ebay.de/itm/Waffelpiqué-Stoff-100-Baumwolle-Waffelpikee-Waffelpique-Pique-Pikee-Meterware/254262677507?ssPageName=STRK%3AMEBIDX%3AIT&var=553702622288&_trksid=p2057872.m2749.l2649# Dadurch lässt sich verhältnismäßig gut atmen und trotzdem halt der Stoff einiges ab. (Um einen Stoff oder Schal auf ausreichende Dichte zu testen, kann man versuchen mit der Maske eine Feuerzeugflamme auszublasen. https://www.youtube.com/watch?v=dC0Hga10nbk&feature=emb_logo) Ab Min. 0:45 Für unseren Mittlern, (12 Jahre) gibt es einen anderen Schnitt. Er wünschte sich etwas enger anliegendes. Hier ebenfalls aus dem Piqué: VG. -wilbo-
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  48. Stepston

    MYOG Satteltasche

    MYOG Top Tube Bag Wie versprochen folgt eine kleine Anleitung zum selber Nähen eines Top Tube Bags. Für die gezeigte Tasche habe ich folgendes Material verwendet… 1000D Cordura als Außenstoff (Seitenteile) XPax X21 als Außenstoff (Grundfläche) SilNylon 90 g/m² als „Innenfutter“ YKK No5 Zipper + Schieber 20 mm Klett bzw. Flauschband Polyester Einfassband Da ich die Teile schon zugeschnitten hatte fehlt von diesem Arbeitsschritt ein Foto. Um mir die Arbeit zu vereinfachen lege ich Außen und Innenstoff links auf links übereinander und schneide beides zusammen mit einem Heißschneider aus. Dadurch verschmelzen die Außenkanten miteinander und man hat nur noch ein Stück mit dem man arbeiten muss. Als erstes wird der Reißverschluss eingenäht. Da gibt es verschiedene Vorlieben. In diesem Fall ist der Reißverschluss verkehrt herum mit den Zähnen nach innen vernäht – ich mag die Optik. Hier das fertige Teil. Der Reißverschluss wird an den Enden mit einem breiten und sehr kurzen Zickzack-Stich vernäht. Zusätzlich bekommt die Außenkante jeweils eine Lasche aus 20 mm Einfassband. Die Stücke sind 6 cm lang und ergeben gefaltet 3 cm lange Schlaufen welche beim Öffnen und Schließen des Reißverschlusses helfen. Anschließend wird das lange Stück Grundfläche mit dem Reißverschlussteil verbunden, gleichzeitig „versäubern“ bzw. verstecken wir die Kanten indem wir diese in Einfassband einschlagen und dann alles abnähen. Auf beiden Seiten gemacht haben wir nun eine Art Schlauch hergestellt… In diesem Beispiel war ich unkonzentriert und habe vergessen die Klettbänder zur Befestigung am Rad einzunähen. Blöde, aber nicht schlimm. Das können wir auch jetzt noch tun! Die Klett btw. Flauschstücke sind jeweils 10 cm lang. Ich persönlich nähe die Bänder so an, dass die Klettseite nach innen zeigt und sich an der fertigen Tasche in Fahrtrichtung links befindet. Beim Radfahren bleibe ich meist mit dem linken Fuß eingeklickt und so habe ich dann kein offenes Klett, welches mir die Hosen aufribbelt… alles schon gehabt J. Jetzt haben wir es fast geschafft. Der Schlauch wird auf links gedreht und die Seitenteile werden eingenäht. Ich mache hier erstmal einen „Dryfit“, markiere mir die Stellen, an denen die Tasche einen Knick macht und schneide den Stoff ein klein wenig ein, damit sich dieser besser um die Ecken legen lässt. Im oberen Bild sieht man diese kleinen Schnitte. Wenn alles passt wird je ein Seitenteil mit Klammern fixiert und anschließend angenäht. Das ist bei der Form mitunter etwas Fummelei. Es kann hilfreich sein, die Nadel an seiner Maschine nach links zu stellen. Es folgt sinngemäß die andere Seite der Tasche und wir sind schon fast fertig… An diesem Schritt würde ich die Kanten eigentlich noch Einfassen, da fehlt mir aber grad das passende Einfassband für und es ist auch nicht zwingend notwendig. Nur noch auf rechts drehen und… Fertig! Man kann jetzt die Kanten und Ecken noch etwas schön hermachen und das war es dann. Die Tasche wiegt trotz 1000D Cordura nur 48 gramm. Eine Skizze mit Maßen reiche ich noch nach. Hoffe es macht Spaß! Edit: hier eine Skizze mit den Maßen. Das ist leider weder Maßstabsgerecht noch stimmen die Winkel, aber grob sollte es passen. Der Reißverschluss ist 23 cm lang. Die beiden Stoffteile jeweils 23 x 4,2 cm (bereits mit Nahtzugabe von 1 cm). Das große Stück für die Grundfläche hat die Maße 36 x 7,5 cm (ebenfalls bereits mit 1 cm Nahtzugabe). Grüße, Stepston
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  49. wilbo

    Trapezo-mid Tarp

    Überraschend gut! Aufbauhöhe 130 -135 cm, Gewicht: 320 g. Es hat auf 20 cm Höhe eine effektive Liegelänge von 2,2 m. Auf 30 cm Höhe sind es noch 2 m und wenn man den Lifter abspannt, erweitert sich die Liegelänge wieder auf 2,2 m. Das Tarp ist für eine Person vom Platzangebot sehr großzügig. Selbst mit dem 3F inner, kann ich mich unter dem Tarp komplett umziehen. Das Schöne am Tarp ist allerdings die große offene Front. Sogar wenn ich ein solid inner verwende, lasse ich Abends gerne beim Einschlafen eine Seitentür offen, nur um so lange wie möglich nach Draußen schauen zu können. Der geschlossene Modus wird wichtig, um möglichst viel Wärme im shelter zu halten. Zum Verkleinern des Eingangsbereichs nutzt man zusätzliche Schlaufen, die mit Toggeln zu neuen Abspannpunkten für die Heringe werden. Sobald man die Front verkleinert, sind die Lifter wichtig um die Liegelänge zu erhalten. Der überhängende Stoff wird damit zum "snow flap" der vor Durchzug schützt. Um das Tarp komplett zu verschließen, kann ich zusätzlich ein kleines beak , (40 g) einhängen und damit die Nutzfläche vom shelter erheblich vergrößern. Mit schräg gestellter Stange könnten nun sogar zwei Personen nebeneinander liegen. Das wäre dann ein 2p Tarp, bei vollem Wetterschutz für 360 g. Das DCF Tarp wurde genauso stark gebaut wie meine Variante aus Baumwolle. Alle Doppel-Nähte sind auf maximalen Zug ausgelegt. Die Stangentasche besteht aus 102 g/qm woven DCF und ist so robust, dass auch ein abgebrochener Ast als Zeltstange herhalten kann. Leider reflektiert das DCF camo, je nach Einfallswinkel den Himmel manchmal recht deutlich. Bei den meisten Blickwinkeln ist die Stoffoberfläche aber angenehm zurückhaltend. Trotz meiner anfänglichen Skepsis gegenüber dem 22g camo DCF, bin ich bis jetzt angenehm überrascht. Der Schnitt muss zwar exakt sein, aber dafür bekommt man eine straffe Zeltbahn geliefert. Der Aufbau ist verblüffend einfach. Da ich es nicht wirklich glauben wollte, mussten fast alle in Familie den Aufbautest machen. Selbst unser 10-jähriger Sohn bekommt das Tarp in 5 Minuten sauber angespannt... VG. -wilbo-
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  50. OT: Hat ja auch noch nie in der Geschichte der Menschheit jemand so gemacht...
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