Sehr interessant das Thema, beschäftigt mich nach wie vor für die nähere Zukunft, obwohl mein Mann und ich so einen Sprung bereits gewagt haben. Falls es dich noch interessiert, oder vielleicht profitiert noch jemand anderes davon, schildere ich eben mal unser Vorgehen:
Wir haben beide als Vollverdiener (keine exorbitant hohen Gehälter, ich ca. 6 Jahre, mein Mann nach dem Studium knapp 4 Jahre...) gearbeitet und in Miete gewohnt. Rücklagen haben wir immer fleißig gebildet, haben den Cent nie zweimal umgedreht, aber auch kein Luxusleben geführt (1 Fahrzeug, abgezahlter Gebrauchtwagen, keine übermäßig teuren Urlaube, keine offenen Kredite). Ich war damals mit meinem Job nicht mehr zufrieden, mein Mann konnte eine Sabbatical-Vereinbarung raus holen, bei der er während unseres Trekking-Trips weiter sozialversicherungspflichtig versichert war und weiter Gehalt bezogen hat. Ich war dann nach der Kündigung meines Jobs bei ihm mitversichert. Desweiteren haben wir auch - ganz Oldshool - angefangen, Haushaltsbuch zu führen. Das hilft, Einsparpotenziale zu erkennen (Essen gehen, Zeitungsabos, Bücher und DVDs, Coffee to go....). Unnötige Versicherungen hatten wir nie, da kann man auch sparen. Während unserer Abwesenheit haben wir unser Auto abgemeldet und untergestellt. Wir haben rigoros aussortiert und nach Möglichkeit bei ebay verkauft, Prime gekündigt. Sind auf die billigsten Handyverträge umgestiegen, mit 10,- sind wir jeweils gut hingekommen. Für die Flugbuchung sind wir sogar in ein Reisebüro, da wir ums verecken keine vernünftige Verbindung gefunden haben, da Ankunft- und Abflugflughafen unterschiedlich waren. Haben im Reisebüro sogar einen sehr günstigen Flug bekommen, Internet ist also nicht immer billiger, vergleichen lohnt auch hier.
Unsere Mietwohnung haben wir gekündigt und Möbel und Co konnten wir zum Glück im Haus meiner Schwiegerleute unterstellen, somit sind natürlich auch Neuanschaffungskosten entfallen. Auch konnten wir nach der Rückkehr erst einmal dort wohnen und konnten in Ruhe eine neue Wohnung suchen. Ich habe dann einige Zeit über eine Zeitarbeitsfirma gearbeitet und arbeite seit zweieinhalb Jahren im Service. Alles hat seine Vor- und Nachteile, der Trip hat mir immerhin klar gemacht, dass ich in Marketing und PR nicht mehr arbeiten will :D. Ich sehe das mit dem Job mittlerweile auch total entspannt, irgendetwas findet sich immer, man muss ggf gewillt sein, Abstriche zu machen.
Bei unserer Rückkehr waren unsere Rücklagen auch aufgebraucht, lag aber daran, dass wir nach 3 Monaten Trekking krankheitsbedingt zu einem 3-wöchigen Roadtrip mit Mietwagen umgeschwenkt sind und der ist dann letztendlich zu Buche geschlagen (Hotel- und Motelkosten, Eintritte in Nationalparks, Essen, Benzin...allein die Aufenthalte in New York, San Francisco, Boston und Co waren mit Abstand am teuersten).
Die Partnerschaft ist natürlich auch ein wichtiger Faktor. Wenn man einen Partner hat, der die gleichen Ziele hat, macht es das natürlich leichter. Bei meinem Mann sieht es nach einem beruflichen Wechsel zum Ende letzten Jahres erst einmal nicht so aus, dass ein längerer Trip für uns beide drin ist, deshalb bin ich noch am hin und her überlegen, ob ich nicht einen Trip alleine wage. Das muss eine Beziehung natürlich aushalten, und ob das alleine genauso viel Spaß macht wie zusammen, wird sich dann auch erst zeigen.
Puh, ist doch mehr geworden, aber wenn es jemanden hilft, freue ich mich