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Ultraleicht Trekking

Wandern bei Hitze


TopperHarley

Empfohlene Beiträge

Hey Ihr,

 

ich platziere das mal im Einsteiger-Bereich, da ich tatsächlich selbst nie länger bei Temperaturen über 30 Grad unterwegs war. Ich starte am 1. August von Saverne in den Vogesen und laufe den GR53/GR5 in 10/11 Tagen bis Thann und werde mit dem Thema Hitze wohl hautnah konfrontiert werden. Außerdem denke ich, dass es gerade Anfänger sehr interessieren könnte.

 

Vielleicht könnte man hier Tipps sammeln zu Themen wie

 

- Richtige Kleidung/Ausrüstung

- Wassermanagement (wie viel/woher)

- Nahrungszubereitung (Welcher Kocher oder besser gar keiner)

und was sonst noch zu beachten ist, wenn man länger bei Temperaturen von mehr als 30 Grad unterwegs ist.

 

Also liebes Forum, wie macht ihr das, wenn es richtig heiß draußen wird?

Bearbeitet von TopperHarley
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Hut und Bekleidung aus Leinen oder in modern mit UPF Kennzeichnung. Zur Not einen Schirm nutzen. 

Gesalzenes Wasser trinken, nicht gekühlt. Die Menge nach Durst und Geschmack. Viele kleine Schlücke. (Trinkblase?) 

Man sollte seine Urin Menge in der Hitze leicht erhöhen, die Farbe muß immer "gelb" sein. Wird es klar, so trinkst du zuviel oder hast zu wenig Salz und Mineralien. 

Nahrung wie es dir beliebt. Ich bevorzuge Fett und Protein in nicht erwärmt. 

Siesta von 13.00 - 17.00 Uhr machen. Vor dem Sonnenaufgang raus, spät in die Federn. 

Schlafen und Siesta in Wasser Nähe oder am Naturwald (nicht im Forst / Schonung) 

Training mit dem Fahrrad, im warmen/ bei Sonne, erhöht die Hitze Resilienz. 

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Ich bin überhaupt kein Freund vom Wandern in Hitze, aber manchmal lässt es sich nicht vermeiden. Letztes Jahr hatte ich eine 37km Tour nach Jesolo in Italien bei 30-35 Grad und strammen Tempo weil ich nur noch ankommen wollte. Kopfschutz ist wichtig, entweder Basecap bei mir oder Regenschirm als Sonnenschutz. Ansonsten, ausreichend trinken nicht vergessen.

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Ich habe eigentlich so gut wie immer die gleichen Sachen dabei - außer im Winter...

Das einzige was sich Klamotten-technisch ändert: buff, Handtuch oder Putzlappen unter die Kappe gesteckt als Nackenschutz und Sonnencreme / Lippenstift

Essen gibt's auch wie immer und zu trinken gibt's Wasser wie immer ganz nach Bedarf - ich habe bisher nie die Farbe meiner Ausscheidungen beachtet und bin bisher noch meistens angekommen ;-) Wenn man komplett aufhört zu pullern dann wäre wirklich was ganz und gar nicht in Ordnung...

Der Wasserbedarf steigt natürlich manchmal ziemlich drastisch an, ich versuche eigentlich nicht mehr als 1,5-max 2 Liter zu tragen, weil's mir sonst zu schwer ist und stattdessen halt viel zu trinken wenn es Wasser gibt ("Camel up" - aber das pullert man dann auch innerhalb von ner Stunde wieder raus - bringt wahrscheinlich nicht so viel...) sehr wasserarme Wandergebiete (zB Karstgebiete) fordern natürlich Anpassung!

Ideal ist es vor einer ausgedehnten Siesta den größten Teil der Etappe zu laufen, morgens ist es am schönsten und man kann die lange Pause genießen! Das mache ich wie mein Vorschreiber... (Vor 6 laufe ich aber auch nicht los...). Wenn es total brutzelt muß jeder sein eigenes Tempo laufen, damit man sich nicht zu sehr verausgabt - wir warten dann halt gelegentlich auf den anderen..

Spezielles "anti-Anbrennmanagement" wie Sonnenhandschuhe etc habe ich bisher noch nicht gebraucht, wirst du in den Vogesen auch nicht... Du hast dort immer wieder lange Abschnitte durch den Wald und eigentlich findet man auch Recht regelmäßig Wasser, ich glaube nicht dass du dort Stress damit hast - ich denke die Tour passt für die Zeit, Südfrankreich, Italien oder Spanien wäre sicher härter.. 

OT: auf refuges.info gibt es gpx Dateien mit Daten zu Wasserstellen und Schutzhütten - müsste es auch für die Vogesen geben...

Bearbeitet von mochilero
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- Viel trinken und lieber regelmäßig kleine Mengen wie alle Stunde eine Flasche exen. Zu kaltes Bachwasser mit evtl. noch vorhandenem warmen Wasser mischen, da ansonsten das kalte Wasser im Magen erwärmt wird
- Eincremen, Eincremen
- Kopfschutz, Sonnenbrille, auch wenn ich das selten mache
- Tagesrouten wenn möglich so legen das Du am morgen die Südseite hinter Dir hast und gegen Mittag im schattigen Wald, Nordhang läufst.
- Tuch, Buff in kaltem Wasser tränken und wahlweise als Stirnband nutzen, in Nacken legen oder ums Handgelenk binden (Verdunstungskälte)
- Hangelenke und oder Füße kurz im Bach, Fluss abkühlen
- Tempo anpassen
- Beim chillen Beine erhöht legen
- Kompressionsstrümpfe tragen. Das ist Geschmackssache, aber viele schwören drauf, grad im Trailrunning, hilft halt den Kreislauf zu entlasten.
- Sonnenuntergänge genießen: Ich laufe das ganze Jahr am liebsten in der Dämmerung (Abends wie auch Morgens) da ist die Luft einfach am tollsten, man hat die schönsten Tierbegegnungen und es ist alles schön ruhig. Bin die letzten Wochenenden immer schon so um 5 Uhr losgelaufen oder früher, geht ja grad gut mit dem Licht und dann Abends den 2. Sonnenuntergang des Tages genossen und in die Nacht reingelaufen. Mittags ist immer große Siesta, trotz UL gönne ich mir da auf 3-4 Tagestouren meine UL-Hängematte (300g incl. Befestigung), wenn die schön im Schatten mit ein wenig Wind hängt, bin ich ratz fatz am Dösen oder ich laufe einen kleinen Umweg und chille am See oder Fluss. In den Vogesen hat es ja auch viele tolle Seen, nur gibt es bei vielen auch ein Badeverbot.

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Mit Hund bin ich nur ungewollt im Heißen unterwegs, dennoch bin ich 2018 wegen Hitze auf dem Moselhöhenweg mit Sonnenstich nach 2 Etappen havariert (war auch ne extrem dumme Idee in der Hitzewelle gerade von Weinbergen zu denken, es sei dort besser :ph34r:). Seitdem nehme ich das Thema ernster.

Getrunken wie ein Loch, Klamotten kurzärmlig bzw. Hiking-Kilt unten und als Kopfbedeckung nur ein Cap. Letzteres hab ich im Wald wegen Belüftung gerne mal abgenommen.

Meine Man-lernt-nie-aus-Maßnahmen:
- Kopfbedeckung mit guter Lüftung angeschafft, die mehr Gesicht und auch den Kopf seitlich und hinten bedeckt
- Langärmliges Hemd mit UV-Schutz von Craghoppers, das auch einen doppelt aufklappbaren Kragen hat -> spart mit Hut Buff im Nacken
- Kopfbedeckung auch im Wald tragen, da dieser nur bedingt vor UV schützt
 

vor 40 Minuten schrieb zopiclon:

Man sollte seine Urin Menge in der Hitze leicht erhöhen, die Farbe muß immer "gelb" sein. Wird es klar, so trinkst du zuviel oder hast zu wenig Salz und Mineralien. 

Über die Empfehlung bin ich echt erstaunt! Heißt es nicht, der Körper bräuchte mehr Wasser, wenn der Urin gelb ist? Was ist der Hintergrund?

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@FuchsVomWalde ich nehme an, dass zopiclon darauf abzielt, dass man, wenn man zu oft pinkelt, auch Salze abgibt. Tut man aber eh beim Schwitzen. Mein Stand ist auch, dass zu gelbes Urin tendenziell Dehydrierung signalisiert.

@topic: 

lange Kleidung, idealerweise luftig

Hut mit breiter Krempe

viel Wasser (können auch mal 6-7L am Tag sein)

Mineralieren / Elekrolyte zuführen, z.B. über Radler, Bier o.ä., oder über so Tabletten. Multivitamin Tabletten helfen nur begrenzt, besser sind so Sport Dinger oder Magnesium/Calcium Tabletten

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Wasservergiftung bzw. zu wenig Elektrolyte ist unterwegs nicht ganz einfach. Z. B. bei Marathons, wo es alle paar Meter Wasser gibt, kommt es aber durchaus häufiger vor, dass Leute zu viel trinken.  Normalerweise führt man mit Nahrung genug nach und insgesamt wird eher zu viel Salz als zu wenig gefuttert, ansonsten ist „isotonisch“ das Stichwort. Dunkelgelb heißt auf jeden Fall, dass man zu wenig getrunken hat bzw. dass die Konzentration der „Abfallstoffe“ zu hoch ist, was langfristig den Nieren schadet. Es gibt für Sportler so Pipi-Farbtafeln, die beim Lernen helfen.

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Huhu @TopperHarley!

Es wurden ja schon viele viele Tipps gegeben. Ich möchte auch nochmal meinen Daumen für den Regen- (na ja, hierbei halt der Sonnen-) schirm recken. Am besten einen mit Beschichtung (siehe z.B. Euroschirm https://euroschirm.com/schirm/liteflex/index.cgi?session=reN3YvM1zEXCD&sprache_land=deutsch etc.). Wenn die Sonne runterknallt erfreut es mich jedesmal, mich darunter zu verkriechen. Mit etwas Übung und kleineren Hilfsmitteln (z.B. https://www.walkonthewildside.de/rucksack-zubehor/7113-gossamer-gear-handsfree-umbrella-clamp.html ) kann man den dann auch wunderbar zur Freihändigkeit am Schultergurt befestigen.

VG!

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Viel trinken, was leichtes langärmliges und so ein Sonnenschirm. Wenn es zwischendurch möglich ist so nen isotonisches alkoholfreies Weissbier zischen. Damit bin ich jetzt gut gefahren. 

Bin auch schon auf die nächste Woche im Süd Schwarzwald gespannt... 

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vor 2 Stunden schrieb Bergschlumpf:

- Eincremen, Eincremen
- Kopfschutz, Sonnenbrille,

Ich selbst bin kein Freund von Sonnencreme.

Öle und Fette auf der Haut führen zu einem Wärmestau. Und bei Sonnencreme/milch im Gesicht läuft mir dermaßen der Schweiß aus den Poren und in die Augen, daß ich zu erblinden drohe....

Ganz zu schweigen davon, daß man dieses Klebzeug ja nachher wieder runterbekommen muß. Wenn schon, dann muß es bei mir eh wasserfeste Lotion sein. Alles andere wird mit dem Schweiß weggespült.

Dann also lieber leichte, langärmelige Hemden und lange (Zipp)Hosen.

Ich habe langärmelige Hemden von VAUDE (Rosemoor II), die sehr angenehm auf der Haut sind.

Zudem wiegt das Mehr an Textil weniger als eine satte Flasche Sonnenmilch.

Als Kopfschutz habe ich einen Akubra-Hut, der auch bei sengender Hize noch angenehm zu tragen ist und auch eine ausreichende Krempenbreite hat. Je nach Modell 80 bis 100 mm.

Besser häufiger kleine Mengen trinken als nur seltener eine große Menge, da der Körper nur eine begrenzte Flüssigkeitsmenge je Zeiteinheit aufnehmen kann. So zumindest meine Erfahrung. Halb verdurstet eine satte Menge Wasser in sich hineinzuschütten, ist mir nie gut bekommen.

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vor 3 Stunden schrieb lampenschirm:

Mineralieren / Elekrolyte zuführen, z.B. über Radler, Bier o.ä., oder über so Tabletten. Multivitamin Tabletten helfen nur begrenzt, besser sind so Sport Dinger oder Magnesium/Calcium Tabletten

Ich habe gute Erfahrungen mit reinen electrolyt Pulvern gemacht (z.b. bulk Verpackungen). Das ist günstig, hat die (m.W.) wichtigen Mineralien (Na, K, Ca, Mg) im (hoffentlich) richtigen Mischverhältnis, gut dosierbar und kann wo reingemischt werden, schmeckt lecker (salzig wenn man durch Schwitzen einen Mangel hat), hat keine Zusatzstoffe und somit ultraleicht ...

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vor 5 Stunden schrieb FuchsVomWalde:

Heißt es nicht, der Körper bräuchte mehr Wasser, wenn der Urin gelb ist? Was ist der Hintergrund

Bearbeitet von zopiclon
Bleiente hat es gut beschrieben. Dunkelgelb / Bernstein farben bedeutet zu wenig getrunken. Gelb ist halt die normale Farbe.
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Wasser und Klamotten sind ja schon öfters jetzt erklärt worden. 

Ich nehme Magnesium gegen Krämpfe, am besten bin ich bis jetzt mit den Verla Pillen gefahren, bei Läufen haben sich auch Salztabletten bewährt (ich nehm immer salt-stick, nehme aber an, dass die alle recht ähnlich sind). 

Wichtig finde ich auch einfach Gewöhnung, den typischen Tipp aus der Apotheken Umschau :mrgreen: bloß bei Hitze keinen Sport machen sehe ich da gerade kontraproduktiv an. Außerdem bilde ich mir ein, dass regelmäßige Saunabesuche sehr hilfreich sind. 

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vor 15 Minuten schrieb schrenz:

bloß bei Hitze keinen Sport machen sehe ich da gerade kontraproduktiv an

Kommt auf die Art der Hitze und die Toleranz der Person an, denke ich. Ab einer bestimmten hohen trockenen Temperatur aber auch bei niedrigeren Temperaturen mit hoher Luftfeuchtigkeit schaltet der Körper geradezu ab. Ist ziemlich beängstigend wie schnell das gehen kann, also sollte man seine Grenzen kennen, wenn man bei Hitze Sport machen will.

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Ich bin ja schon sehr viel in grosser Hitze unterwegs gewesen, ob jetzt auf Salzseen, Wueste im Sommer, oder Griechenland ganze Sommer, dagegen ist das, was wir hier in den naechsten Tagen bekommen, harmlos...:mrgreen:

Was fuer mich funktioniert :
Breitkrempiger Hut
teilweise Sonnenbrille wegen zuviel Blendung
Klamotten halt typische Sommerklamotten, kurze Hose / T-Shirt
Da wo Haut dann ungewoehnlich viel zu der Sonne exponiert wird (z.B. Unterarme beim Paddeln auf schattenfreien Fluessen, Nase) verwende ich wasserfeste (sonst laeuft sie mt dem Schweiss runter) Sonnencreme, aber dabei eher nach dem Prinzip, weniger ist mehr...
Natuerlich viel Trinken (auf den Salzseen, Wueste waren es locker 6-7 Liter / Tag, in GR im Sommer ca 5...)
Ich wuerze mein Essen rel stark, ist auch nen alter "Asienreise-Trick", der manchen verdorbenen Magen erspart, aber eben dadurch auch wieder Salze zufuehrt
Tagsueber esse ich dann kaum, dafuer abends viel und warm...halt wie es in Afrika auch viele Einheimische machen...
Irgendwelche Nahrungsergaenzungsmittel habe ich, ausser bei manchen Sachen etwas Magnesium, noch nie genommen
Klar wenn es richtig heiss ist, Steppe, Wueste, Sued-Griechenland, wacht man ja eh frueh durch die Waerme auf, kommt frueh weg, dann ueber Mittag Tarp aufgespannt > Siesta
Schatten nutzen...
That´s it...

Aber was ich fairerweise auch sagen muss :
Dadurch dass ich mein ganzes Leben viel in sonnigen, warmen Gebieten war, bin ich nicht besonders sonnenbrand-empfindlich
und gewohnt, auch in Hitze zu arbeiten o.A., dazu bin ich auch vom Hauttyp nicht sonnenbrand-gefaehrdet...
Da ich immer mit Wasserfilter unterwegs bin und rel gut erkennen kann, wo Wasser sein koennte, muss ich fast nie viel Wasser tragen, auch wenn ich viel trinke
Was irgendwelche Harnfarbs-Diskussionen betrifft, denke ich mir, dass ich das doch lieber den Profis in Med-Foren usw ueberlasse, ich merke auch ohne Farbskala beim Pinke** :mrgreen:, ob ich eher noch Wasser "brauche", oder es momentan gut ist...

Bei Vogesen wuerde ich mir nicht so einen Kopf machen, wie schon Andere schrieben, das geht ja auch viel durch (Halb)Schatten...

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Hui, mir steht das evt. auch demnächst auch wieder bevor, ich werde hier jeden Tipp mitnehmen. Ich musste vorletztes Jahr eine Tour deswegen abbrechen, weil mir am 5. Tag nur noch schwindelig war (ich bin einfach nicht für Hitze gebaut, setz mich im Schnee bei -20 Grad aus und ich fühle mich zuhause).

Ich konnte aber immerhin vier Tage durchhalten, der 5. war dann einfach zu heiß für mich. 
Meine Erfahrungen so weit, mit denen ich gut klar kam:

- Ich habe mir 2 mal am Tag Elektrolyte zugeführt, sonst regelmäßig Wasser getrunken. Am besten kam ich immer mit elotrans klar. 
- Pausen, gerade zur Mittagszeit, sind wichtig. Ich bin so ein Mensch, der immer weiter will und gerne mal ohne wirkliche Pause Strecken durchballert, das ist aber alles andere als gut bei solchen Temperaturen. Ab dem 2. Tag habe ich mich zu Pausen gezwungen, das ging viel besser. 
- Strecke machen auf früh morgens und abends verlegen. 
- Jeglichen Schatten nutzen.
- Davon ausgehen, dass Quellen versiegt sind. Überall, wo man Wasser zapfen kann, zapfen und die Flaschen wieder auffüllen, auch wenn nur ein paar Schlucke weg sind. Hätte ich mich auf die angegebenen Quellen verlassen, hätte ich einmal auf dem Trockenen gesessen. 
- Ein Anfängerfehler von mir: Ich habe mal Wasser auf einem Campingplatz gezapft, an einem der typischen Hähne, die so auf dem Platz verteilt sind. Flasche war farbig, ich hab das Wasser nicht angeguckt. Als ich dann unterwegs trinken wollte, habe ich festgestellt, dass es braun war und übelst geschmeckt hat (ich denke, der Hahn wurde sehr lange nicht genutzt und ich hätte das Wasser erstmal laufen lassen sollen). Filter hatte ich nicht dabei, weil ich dachte, ich sei in der Zivilisation unterwegs. Weil ich mich nicht getraut habe, es zu trinken, bin ich an dem Tag 28km ohne Wasser gelaufen, weil ich nirgendwo ne Chance auf sauberes Wasser bekommen habe und das im Sommer. Seitdem habe ich immer einen Filter dabei und gucke mir das Wasser, egal wo ich es zapfe, nochmal ganz genau an. 
- In Deutschland: Nicht jeder Friedhof führt Frischwasser, einige haben einfach auch nur Regentonnen.
- Auf den Körper hören: Wenn der sagt, heute bitte keine 35km, dann eben Plan B.
- Warm essen geht da bei mir gar nicht, ich coldsoake dann, Couscous mit Zutaten nach Geschmack. Wenn ich Glück habe und ich kurz vorm Tagesende einen Supermarkt erwische, esse ich abends auch gerne in den Couscous reingemischt Cherrytomaten, Gurke, Schafskäse oder Tofu, Zitronensaft, Olivenöl (gibt extra Flüssigkeit, Salz, Eiweiß, Fette, Freshness). Sonst gehen natürlich auch trockene Zutaten. 

Ich glaube aber auch, dass man in den Vogesen ganz gut bei Hitze klar kommt. Schatten macht echt so viel aus. Viel Spaß da!

Bearbeitet von moyashi
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Das ist ja schon eine ansehnliche Sammlung von Tipps hier!

Auf die Wassersituation bin ich auch gespannt. War im April 4 Tage von Wissembourg nach Saverne unterwegs, da gab es überall Wasser. Refuge.info kenne ich natürlich auch. Da kann man sich ja jede Hütte Frankreichs mit Bildern anschauen - perfekt für die Vorbereitung, inkl Wasser-Infos.

Ein Schirm ist wirklich Gold wert bei Hitze, der war letztes Jahr auf dem Mittelweg im Schwarzwald auch im Einsatz.

Elektrolyte stellt mir meine Frau quasi selbst her (sie arbeitet in der Branche). Da haben wir immer etwas auf Vorrat, dass ich auch nach dem laufen nutze und gut vertrage.

Lange Kleidung ist für mich auch grundsätzlich ein Muss beim wandern. Überlege aber diesmal leichte Shorts auszuprobieren. War mir bisher zu klebrig (Sonnencreme+Dreck+Schweiß).

Der Hängemattenvorschlag von @Bergschlumpf ist auch seeehr verführerisch. Dann müsste ich sie allerdings auch täglich nutzen, sonst wär es mir das Gewicht nicht wert.

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Bei der Kleidung bin ich trotz knapp 40 Grad mit langer Hose und einem langen, dünnen Oberteil mit hohem Lichtschutzfaktor gut gefahren.

Nächstes Mal kommt auf jeden Fall der Silber-beschichtete Schirm von Göbel zum Einsatz, wenn es der Wind zulässt. Der schützt gefühlt besser als eine Mütze oder ein Hut. Andernfalls die Kopfbedeckung mit einem Nackenschutz versehen.

Wer am Kopf zu starkem Schwitzen neigt, sollte evtl. ein Schweißband mitnehmen, damit nicht ständig der Schweiß ins Gesicht läuft.

Bei den Schuhen würde ich wieder auf was möglichst luftiges setzen. Wenn nur warm und trocken zu erwarten ist, und die Wegbeschaffenheit und die eigenen Fähigkeiten das zulassen, gerne wieder Altras ohne Membran. Wenn ein stabilerer Schuh bevorzugt wird, auch den möglichst ohne Membran.

Sonnenschutz-Handschuhe hab ich immer belächelt. Und ja: das ist nun kein Must-have für jede Tour über 25 Grad. Aber ich war froh, dass die Arme meines Oberteils etwas zu lang waren, und ich so auch meine Hände schützen konnte.

Einen Wasserfilter oder was anderes zum trinkbar machen von Wasser mitnehmen. So kann auch auf sonst nicht trinkbares Wasser zurückgegriffen werden.

Auch wenn man das sonst nicht trinkt, doch mal je nach Tourenlänge ein paar Beutel mit isotonischem Getränkepulver mitnehmen.

Den Wasserbedarf nicht unterschätzen und dementsprechend große Transportkapazitäten mitnehmen. Sowohl Faltflaschen o.ä. als auch ein Rucksack, mit dem das Wasser transportiert werden kann (Volumen und Gewicht).

Ein Trinksystem verwenden. Zusätzlich aber auch eine kleine Flasche mitführen, um den großen Durst zwischendurch schneller löschen zu können, als mit dem Nuckeln am Trinkschlauch.

Eine Rettungsdecke mitnehmen. Wenn die Hitze einen doch mal niederstreckt und weit und breit kein Schatten in Sicht ist, kann so schnell die Sonneneinstrahlung auf den Körper reduziert werden. Und wer jetzt sagt, dass geht auch mit dem Zelt/Tarp: Das mag stimmen, aber bei einem Hitzschlag/Sonnenstich, an einem ungeeigneten Ort, wäre ich nicht mehr in der Lage dazu, mein Shelter aufzubauen.

Und das kann ich jetzt gar nicht groß genug schreiben:

MODERATE ETAPPEN PLANEN UND LANGSAM GEHEN.

Ich dachte, ich gehe schon langsam, aber mein Begleiter meinte, dass Tempo sei zu hoch. Auch wenn’s früh noch nicht so heiß ist: spätestens am Nachmittag rächt sich das.

Wenn möglich wirklich sehr früh loslaufen (4 Uhr?) und in der größten Mittagshitze eine mehrstündige Pause einlegen.

Was das Wassermanagement und die Etappenplanung betrifft: Ja, wenn’s wirklich durch Wüstengebiete oder andere Gegenden ohne Wasser geht, hat man keine Wahl. Aber wenn möglich, dann das Wasser nicht zu knapp kalkulieren, damit man nicht in die Situation kommt, in der man noch x Kilometer weiterlaufen muss, um das Wasser wieder auffüllen zu können.

Eine Sonnenbrille finde ich sehr hilfreich. 

Auf Sonnencreme verzichte ich dagegen und setze lieber auf lange Kleidung.

An den Stöcken hat sich in der Hitze der weichere Gummi oben drauf beim Greifen verschmiert. Was noch dran war, habe ich mittlerweile entfernt.

Trotz Hitze am Tag auch auf dem Schirm haben, dass es nachts ggf. recht kühl werden kann.

Und wer sein Wasser auch mal aus Zisternen holen muss, sollte drüber nachdenken, evtl. am Topf einen Henkel aus dünnem Draht zu befestigen. Spart die Topfzange und bei Bedarf kann mit ein paar Meter Schnur die am Henkel befestigt werden, Wasser geschöpft werden. Das ist gut, wenn der Eimer an der Zisterne fehlt oder kaputt ist.

Ein AzBlaster welcher Art auch immer kann auch als Mini-Dusche dienen. Sowohl für den ganzen Körper als auch für den eigentlichen Sinn und um sich vor dem Wolf-laufen zu schützen.

Essen: Als Snacks ggf. was salziges wie Erdnüsse, Chips, Cracker. Der Rest sonst normal und auch warm.

Edit 2: Vor, und wenn möglich auch während der Tour, die aktuelle Waldbrandwarnstufe in Erfahrung bringen. Dann hat sich die Frage nach kaltem oder warmen Essen auch schnell erledigt.

@ma-al-kIch habe gute Erfahrungen mit reinen electrolyt Pulvern gemacht (z.b. bulk Verpackungen)

Hast du da eine konkrete Empfehlung?

Bearbeitet von Daune
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vor 21 Stunden schrieb schrenz:

Ich nehme Magnesium gegen Krämpfe, am besten bin ich bis jetzt mit den Verla Pillen gefahren, bei Läufen haben sich auch Salztabletten bewährt (ich nehm immer salt-stick, nehme aber an, dass die alle recht ähnlich sind). 

Tatsächlich sinnvoll sind Magnesiumtabletten aber nur bei Magnesiummangel – und der ist selten.

Magnesium steckt in vielen Nahrungsmitteln: 60 mg Magnesium (das ist die üblicherweise in Magnesiumtabletten enthaltene Menge) essen wir bereits mit 45 g Haferflocken, 40 g ungeschältem Reis oder 225 g Kartoffeln. Ein halber Liter Milch oder ein dreiviertel Liter magnesiumreiches Mineralwasser enthalten ebenfalls rund 60 mg Magnesium. Ernährungsbedingter Mangel ist bei üblicher Kost daher nicht zu erwarten. Ein Mangel kann jedoch beispielsweise entstehen durch chronischen Durchfall, bei Dauereinnahme von Abführmitteln, langfristiger Einnahme entwässernder Mittel (Diuretika) oder durch bestimmte Nierenerkrankungen, bei denen mehr Magnesium über die Nieren ausgeschieden wird.

Quelle: gutepillen-schlechtepillen.de

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Ich kann wenig zu Hitze sagen, ausser das ich sofort einen Hitzeschlag habe... 

 

Aber zum Magnesium: wenn ich an einem Tag mal etwas mehr Sport mache (was idr. einmal pro Jahr vorkommt, zb. 50km radfahren auf niedriger Unterstützung) 

... Dann helfen mir persönlich Magnesiumtabletten unglaublich weiter. Es ist der unterschied zwischen Nachts wegen Krämpfen aufwachen und ruhig durchschlafen ohne am morgen Muskelkater zu haben. Daher nehme ich inzwischen 2 Tabletten (Verla) vor anstrengender Tätigkeit. 

 

Natürlich könnte ich das durch ideale Ernährung auch zuführen. Könnte :) 

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vor 13 Minuten schrieb Genusswanderer:

Tatsächlich sinnvoll sind Magnesiumtabletten aber nur bei Magnesiummangel – und der ist selten.

Nö, nicht so ganz. 

Magnesium Mangel bedeutet, daß man schon im Notlaufprogramm ist. Es ist also schon viel zu spät! 

Magnesium wirkt gegen Krämpfe, weil dann mal wieder genug Energie bereit gestellt wird.  

Und frag mal Leute, welche einen Magnesium Mangel los werden wollen....  Der Körper verteilt Nährstoffe hierarchisch, deswegen taucht da im Blut auch erstmal nix auf! 

Bitte 1, 1 millimol/Liter ist der Normwert.  Dafür brauch der gesunde, sich normal bewegende in der üblichen Umwelt, etwa max 350mg Magnesium laut offiziellen Empfehlungen. Das ist auch schon der Haken, denn der norm Menschen ist eher unbewegt. 

Einfach selbst probieren wie viel man braucht, man bekommt davon höchstens ne 7 auf der Bristol Skala vom flotten Otto. 

Beim Sprint Training toleriere ich Magnesium Gramm Weise, einen gehäuften Teelöffel pro Liter Wasser pro Stunde. 

So viel könnte ich gar nicht durch Nahrung zu mir nehmen. Klar, man kann auch ohne supps als bewegter leben, die Frage ist nur wie weit am maximum man leben möchte? 

Genügend Magnesium um Körper lässt sich einfach "erfühlen", man wird innerlich ruhiger. 

 

Zitat

 

... 

Die Referenzwerte für Magnesium werden nicht mehr als empfohlene Zufuhr, sondern als Schätzwert für eine angemessene Zufuhr angegeben.

 

Es gibt derzeit kaum belastbare Studiendaten zur Bestimmung des durchschnittlichen Magnesiumbedarfs bzw. vorliegende Studien weisen deutliche Limitationen auf. Daher kann der Magnesiumbedarf nicht in wünschenswerter Genauigkeit abgeleitet werden, um eine Zufuhrempfehlung auszusprechen.

 

Ebenso gibt es derzeit keinen geeigneten Biomarker für die Bestimmung des Magnesium­status. Die Festlegung eines Biomarkers wird dadurch erschwert, dass Magnesium überwiegend intrazellulär vorliegt; lediglich 1 % befindet sich in der extrazellulären Flüssigkeit (siehe Frage 1). Ein weiterer Grund ist das komplexe Zusammenspiel von Absorption, Mobilisierung aus Knochen und Ausscheidung über die Niere. Auch wenn die Magnesiumkonzentration im Serum in einem engen Bereich gehalten wird, (0,75 bis 0,96 mml/l), nimmt sie erst nach längerer unzureichender Versorgung (über mehrere Wochen, > 80 Tage) ab. Das heißt auch bei chronisch latenter Unterversorgung bleibt die Serumkonzentration stabil.

... 

Auch für Erwachsene werden analog zur EFSA (s. o.) die Schätzwerte anhand der durchschnittlichen Magnesiumzufuhr der Bevölkerung abgeleitet

 

 

https://www.dge.de/wissenschaft/faqs/ausgewaehlte-fragen-und-antworten-zu-magnesium/

Fazit: Die Empfehlung der Magnesium Menge wurde geraten und gibt höchstens an, das so keine Symptome zu erwarten sind. Traurig oder? 

 

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Am 18.7.2022 um 18:43 schrieb Barnay:

langärmelige Hemden

Sagte schon meine Oma: Besser anziehen statt einschmieren. Halt ich genau so. Dazu breitkrempiger Hut oder Sonnenschirm. Das spart ja auch kurze Hose,  T-Shirt und Sonnencreme und damit Gewicht.  Notfalls an jeder Wasserstelle  die Klamotten nass machen - dank Verdunstungskälte die beste Kühlung überhaupt. 

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Trinkblase, Salznüsse, Tageskilometer kräftig einkürzen.

Meine Methode: mehr in Etappen laufen, dann wieder im Schatten regenieren und runterkühlen.

Noch heißer: bei jeder sich bietenden Gelegenheit das T-Shirt naßmachen und so anziehen.

Irgendwann die persönlichen Grenzen akzeptieren und nichts erzwingen wollen weil nunmal alles Schöne und Gute in die zwei, drei Urlaubswochen gepresst wird.

Ich habe die PB-Touren und Grenzerfahrungen immer im Frühjahr oder Herbst und in der erweiterten Homezone gemacht, gehe es im Urlaub entspannter an. Da wird jede kleine Feldbahn mitgenommen, sich im Discounter runtergekühlt, notfalls die Location gewechselt.

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