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Ultraleicht Trekking

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Hallo Leute,

ich möchte euch einen MYOG-Prototypen vorstellen. Ich habe das Ding Space-Quilt getauft und mittlerweile relativ umfangreich getestet. Nach einem Bivy-Projekt ist es mein zweites MYOG-Ergebnis.

Kleine Vorgeschichte: auf einer Tour auf dem GR11, noch vor meiner Ultralight-Infektion, hatte ich einen nicht ganz ausreichenden Daunenschlafsack dabei und darüber hinaus, als Notfallausrüstung, eine klassische Mylar-Silber-Gold-Folie. Des Nachts frierend versuchte ich mir mit der Rettungsdecke über dem Schlafsack zu behelfen. Aha, das wärmt ja doch ganz gut, dachte ich. Des morgens: Aha, mein Schlafsack ist durch die zwangsläufige Kondensbildung unter der Folie ziemlich klamm bis nass geworden. Nicht nochmal!

Ein paar Jahre später habe ich nochmal über die Kombination aus Schlafsack/Quilt und Rettungsfolie nachgedacht und überlegt ob beides nicht doch kombinierbar ist. Die Qualitäten von hauchdünnen Metallic-Folien sind ja spätestens seit der Thermarest X-lite bekannt.

 

Das vorläufige Ergebnis: der Space-Quilt.

 

Das Prinzip ist denkbar einfach. Der normale Quilt besteht aus Außenstoff, Isolation und Innenstoff. Beim Space-Quilt legt sich zwischen Außenstoff und Isolation noch eine weitere Schicht, die besagte Goldfolie (2Euro Rettungsdecke). Um die Dampfdichtheit zu unterbinden ist diese allerdings perforiert. Die Isolation bleibt so (recht gut) erhalten, gleichzeitig bleibt der Quilt (recht gut) atmungsaktiv.

Der von mir konzipierte Quilt sollte noch ein weiteres Material und seine Eigenschaften nutzbar machen: das weithin bekannte Tyvek softstructure. Das Tyvek als Außenmaterial (mit dem ich im Bivy-Bereich gute Erfahrungen gemacht hatte) sollte dem Quilt noch ein paar Bivy-Fähigkeiten spendieren: absolute Winddichtigkeit und sehr gute Spritzwasser bzw. feuchte Zelt/Tarpwand-Festigkeit. (Man muss dazu sagen dass ich eine Art Tyvek-Fetish entwickelt habe ;) ich finde das Material einfach genial...)

Also die Materialien in dieser Reihenfolge beginnend außen: Tyvek, perforierte Goldfolie, 100gr Apex, 20d Ripstop-Nylon (plus Reißverschluss, Bungeecord, Elastikband, Camsnaps).

 

Ich hatte mir erhofft mit diesem Prinzip eine deutliche Isloations-Steigerung zu erreichen (5 bis 8Grad, oder anders gesagt: mit einer 100er Apexfüllung die Werte einer 167er zu erreichen) und das bei minimalem Gewichtszuwachs gegenüber einem Standard-Quilt.

 

Das Ergebnis: es scheint recht gut zu funktionieren.

 

Der erste Test fand in der Eifel statt. Abends in den Quilt gestiegen und sofort ein wohliges Wärmegefühl gespürt (mehr als gewohnt). Nachts runter auf 7 Grad und ziemlich hohe Luftfeuchtigkeit. Geschlafen in T-Shirt und Daunen-Schühchen (bei allem unter 15 Grad brauche ich Schlafschuhe – kalte Füße-Syndrom). Ich muss dazu sagen: ich bin das was man „cold sleeper“ nennt. Auf angegebene Komforttemperaturen muss ich konsequent 5 Grad drauf rechnen. Angenommen eine 100er Apex Füllung ist Komfort 8-10 Grad (vergleiche As Tucas, Gramxpert), so bedeutet ein 100er Apex für mich vielleicht 12-15 Grad Komforttemperatur. In diesem Sinne ging der Space-Quilt für mich auf, die Goldfolie hat sicher 5 Grad rausgeholt.

 

Zweiter Test: 14 Tage Jotunheimen Norwegen im September, Nachttemperaturen zwischen 5 und -2 Grad. Hier habe ich den Space-Quilt allerdings als Overquilt mit einem um 60 Gramm Daune aufgemotzen Windhard-Quilt verwendet. Diese Kombi hat sich voll bewährt, warm, und der Daunenquilt immer schön trocken. Der bewusst weite Schnitt des Overquilts tat hier gute Dienste.

 

Fazit: das Konzept ist zumindest eine Überlegung wert. Im Grundsatz lässt sich die Isolationsleistung eines Quilts damit deutlich steigern. Ich bin aber noch vorsichtig. Die Testphase ist noch nicht abgeschlossen. Es ist schon ziemlich nerdy, und eine vermeintlich geniale Idee stellt sich am Ende gerne mal doch als suboptimal heraus. Ich halte das Konzept nicht unbedingt für mehrheitsfähig. Man muss z.B. akzeptieren dass ein Space-Quilt ziemlich knistert aufgrund der Metallicfolie, was ich persönlich eher interessant als nervig empfinde. Rascheln von unten (x-lite) geht jetzt auch von oben;) - eine zweite Person im Zelt könnte sich daran stören.

Das zentrale Parameter an dem man experimentieren muss ist die Perforation der Folie. Wo hier das richtige Maß an „Lochung“ liegt habe ich noch nicht endgültig feststellen können. Zu viel Luftdurchlass mindert die Isolation, zu wenig sorgt für Kondensation die es auf jeden Fall zu vermeiden gilt. Möglicherweise baue ich nochmal einen zweiten Prototyp mit ein paar Änderungen.

 

Ihr könnt die Idee ja mal auf euch wirken lassen und ein bisschen „thinking outside the box“ betreiben. Beste Grüße. L

 

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Hi Lukas und erstmal herzlich willkommen im Forum. 

Vielen Dank für die Vorstellung von deinem Projekt, das gibt auf jeden Fall ein paar neue Anregungen und ich freue mich auf die Diskussion darüber.

Kannst du noch etwas zum Gewicht und der Bauform des Quilts sagen? Ist das ein Reißverschluss oder Einfaßband ? 

Und wie gut lässt sich die Rettungsfolie vernähe, reißt sie nicht total schnell? 

 

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Schreibe ich so selten: Ich liebe dieses Forum. Einfach nicht lange fragen, sondern machen. Spannende Überlegungen, preiswerte Materialien, einfache Umsetzung mit simplen Mitteln, am Ende vielleicht sogar hoch funktional. Und schöne Bilder noch dazu.

@Lugovoi: Das sind die Posts, aus denen meine Träume sind. :)

Berichte auf jeden Fall weiter über Erkenntnisgewinn, Gewicht, Einsatzerfahrungen und Dauerhaltbarkeit.

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Die grundsätzliche Bauform ist quasi identisch mit zb dem Gramxpert eLite-Quilt und sehr geholfen hat mir ein Youtube-Video: https://www.youtube.com/watch?v=be4ciUndiBg

Die Weite oben beträgt 140cm und verjüngt unten wenn ich mich recht erinnere 110cm, Länge glaube ich 200cm. Oben und unten Kanäle für das Bungeecord. Ja, es ist ein ganz normaler ykk-Reißverschluss verbaut, 90cm da ich da gerne mehr als wenig habe. Auf dem einen Foto sieht man die schwarzen Elastikbänder. Diese habe ich länger gewählt um sie variabel einzusetzen. Jedes Band trägt zwei Camsnaps, eine innen eine außen. Somit lässt sich klassisch der Quilt an den Außenrändern schließen, alternativ hatte ich überlegt den Quilt unter die Isomatte ziehen zu können um eine Art Kokon zu bekommen der nicht verrutschen kann. Dafür dann die äußeren Camsnaps. 

Das Gewicht beträgt 610Gramm, relativ viel für einen 100erApex-Qilt. Das liegt zum einen am großzügigen Schnitt und zum andern an der Schwere des Tyvek (44gr/m2) und des Innenstoffs (30 oder 32gr/m2). Klar ist aber: ein beliebiger Ausgangsquilt würde durch die Rettungsfolie immer nur rund 45-50 Gramm schwerer.

Das Vernähen und die Reissfestigkeit sind leider noch eine ziemlich offene Frage. Das Vernähen war zwar kein Problem, aber es stimmt schon: kleine Nähmaschinenlöcher sind ein idealer Angriffspunkt zum reißen. Bisher (16 Nächte) scheint aber alles gut zu halten trotz stopfen in Stuffsack. Man sollte aber auch über die Alternative Kleben nachdenken, das wäre reissfester. Das Perforieren der Gesamtfläche muss möglichst sauber mit randscharfen größeren Löchern erfolgen (siehe z.B. meine Lochermethode). Microperforation würde viel eher zum reissen neigen.

 

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Definitiv spannende Idee!

Gibt ja auch Notfall Schlafsäcke aus der Folie. Vielleicht die einfachere Ausgangsform?

Wenn man die perforiert, könnte man auch in Richtung modularer Ansätze denken und quasi einen Überzieher produzieren.

Erinnere mich an Alpha Rays Gedankenexperiment, den Quilt ähnlich wie eine Isomatte aus Luft haltenden, isolierenden Kammern zu denken. Wenn man diese Folienschicht dreidimensional denkt, sodass sich wie bei Isomatten Luft darin hält, würde es richtig spacig. Da könnten dann schon kleine Kufa Flocken wie diese kufa Daune reichen, um mehrere Folien auf Abstand zu halten, damit sich Luft dazwischen hält und wärmt.

Geht man von deinen Testwerten aus, ist die eigentlich grundsätzliche Frage doch, ob die ~50g Mehrgewicht für ~5°C Temperaturgewinn nicht auch mit 50g mehr Daune erreicht werden. Bei meinem Windhard würde ich das in etwa bejahen.

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@questor Ja, so einen Überzieher aus dem selben Rettungsfolienmaterial habe ich zuletzt im Nachgang auch gebastelt. Des modularen Ansatzes wegen und weil mir die "Space-Quilt-Idee" zwar sehr gefällt, aber noch nicht ausreichend klar ist wie tragfähig die Lösung ist. Es gibt ja diese Matallic-Bivy-Hüllen bereits (SOL-Escape-Bivy oder TyvekReflex als Material, daraus hatte ich meinen ersten Bivy-gebaut, mit gutem Ergebnis). Das Material dafür ist aber deutlich schwerer (dafür auch robuster und nicht knisternd) als die simple Rettungsfolie.

Mein Ansatz war aber auch der von Stromfahrer genannte: einfache, supergünstige Materialien. Ein Temperaturbooster der von jedem der möchte für unter 5 Euro und ein zwei Stunden Bastelspaß machbar ist.

Ich hatte für den Überzieher mit geschlossener Fußbox mit der Menge der "Dampflöcher" experimentiert. Zunächst hatte ich ähnlich viele Löcher wie im Quilt gestanzt, es zeigte sich aber dass die Isolation damit viel zu gering war (im Quilt übernimmt das Tyvek die Funktion als zweite Sperre die die Warme Luft hält). Bei einem Viertel gestanzter Löcher ist die Wärmeleistung des Überziehers instant spürbar und ich hoffe darauf, dass es damit mit der Atmungsaktivität reicht. Der Feldtest steht noch aus. Den Überzieher könnte man tendenziell natürlich auch als Liner verwenden, wobei dann der Faktor Reissfestigkeit wieder relavanter wird. Wenn so ein Überzieher/Liner zwar funktioniert, aber nach einer dreiwöchigen Tour durch, oder am zweiten Abend böse gerissen ist, muss man sich natürlich fragen ob der Aufwand und entstehender Müll(?) lohnt.

 

Zum Quilt: ja, es stimmt was du fragst. Inwiefern lohnt der Temperaturzugewinn per Folie, plus Nachteile wie Knistern und erhöhtes Kondensationsrisiko, gegenüber einer einfach dicker gewählten Isolation?

Aber für diese Fragen stelle ich das Prinzip ja hier auch zur Debatte. Euer Erstinteresse scheint ja geweckt zu sein :)

 

Die Kombination aus Goldfolie und Daune wäre mir nicht geheuer gewesen, es war schon explizit auf etwas Feuchtigkeit abkönnende Synthetische Isolation für potenziell feuchteres Klima hin gedacht. Vielleicht sind aber auch nicht 5 Grad, sondern bis zu 10 Grad machbar, dann wäre das Mehrgewicht/Isolations-Verhältnis natürlich ziemlich gut. Aber das weiß ich noch nicht. 

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vor 1 Stunde schrieb Lugovoi:

Es gibt ja diese Matallic-Bivy-Hüllen bereits (...TyvekReflex...). Das Material dafür ist aber deutlich schwerer (...) als die simple Rettungsfolie.

Hallo Lugovoi!

Spannendes Projekt!
Laut Internet wiegt eine Rettungsdecke etwa 20g/m². Tyvek Reflex wiegt pro m² 16g mehr als das 44g Sofstrukture. Daher sollte Tyvek Reflex eigentlich leichter sein und dabei stabiler und weniger knisternd.

vor 1 Stunde schrieb Lugovoi:

plus Nachteile wie ... erhöhtes Kondensationsrisiko

Warum hast du eigentlich die Folie auf die Innenseite des Außenstoffes gelegt und nicht auf die Innenseite des Innenstoffes? Dadurch wäre ja das erhöhte Kondensrisiko gebannt, weil weniger Feuchtigkeit vom Körper in die Isolation gelangt. 

mfg
der Ray

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vor 2 Stunden schrieb derray:

Laut Internet wiegt eine Rettungsdecke etwa 20g/m². Tyvek Reflex wiegt pro m² 16g mehr als das 44g Sofstrukture. Daher sollte Tyvek Reflex eigentlich leichter sein und dabei stabiler und weniger knisternd.

Warum hast du eigentlich die Folie auf die Innenseite des Außenstoffes gelegt und nicht auf die Innenseite des Innenstoffes? Dadurch wäre ja das erhöhte Kondensrisiko gebannt, weil weniger Feuchtigkeit vom Körper in die Isolation gelangt.

Gute Punkte/Fragen,

(sorry, ich muss noch die Zitierfunktion des Forums besser verstehen, bin da ein Greenhorn)

Tyvek-Reflex erscheint als gute Alternative zu Tyvek-Standard plus Goldfolie. Ich hatte wie gesagt schon ein reines Reflex-Bivy gebaut, was weitestgehend funktioniert hat (wie Questor sagt, nicht vollkommen kondenssicher.). Den Wärmerückhalt über die Bedampfung halte ich auch für gegeben, aber nach meinem Gefühl deutlich weniger als bei einer (gelochten) Rettungsdecke. Daher, und weil ich es mit Folie testen wollte habe ich mich gegen das Tyvek-Reflex entschieden.

 

Die Frage warum die Folie auf der Innenseite des Außenstoffs und nicht auf der Innenseite des Innenstoffs liegen sollte musste ich mir gerade selber nochmal beantworten: das Argument war, dass ich durch die Folie die Körperwärme zwar halten will, aber die Apex-Isolation und das Luftpolster darin zunächst mal seinen Dienst tun soll, warme Luft halten. Ich hatte vermutet dass die beidseitig metallisierte Folie nach Außen hin die Kälte abblockt. Wäre über der Folie erst die Isolation würde diese quasi der Kälte ausgesetzt werden, was bei einem normalen Quilt allerdings natürlich eh passiert. Nach deiner Frage komme ich ins Grübeln ob mein damaliger Gedanke stimmt (Danke!). Bei deiner Innen-Variante würde Kondenswasser in der Tat einem VBL ähnlich zuerst an der Folien-Innenseite auftreten. Das könnte vielleicht das Apex im Zweifel trockener halten. Ich bin kein Thermophysiker, vielleicht kann da jemand was zu sagen?

 

Liebe Grüße

Lugovoi

 

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@Ranger Ich hatte mein Tyvek-Reflex damals über Extremtextil bezogen, aber dein Link führt wahrscheinlich zum identischen Material. Ich würde gerne mal konkrete Dampfdurchlass-Werte für verschiedene Tyvek-Typen bekommen. Im Netz habe ich dazu in den Datenblättern nie was konkretes finden können...

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Am 1.12.2019 um 12:52 schrieb Lugovoi:

Möglicherweise baue ich nochmal einen zweiten Prototyp mit ein paar Änderungen

Auch ich hätte die Folie auf die Innemseite gemacht. Da bleibt die Isolation dann trocken. Das wäre dann das VBL- Prinzip. Eigentlich wären ein Paar Labortests nicht schlecht um Mal die Isolationswirkung des ganzen Konstrukts zu quantifizieren. 

Ansonsten kann ich mich nur den Vorrednern anschließen: Über einen Langzeittest, V. a. Bei Mehrtagestouren würde ich mich freuen.

Fröhliches myoggen,

Christian

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Ich bin erst gestern auf dieses Youtube-Video gestoßen, welches meine Vorstellungen von VBL, also Vapor Barrier Liners, etwas in Frage gestellt hat. Leider ist das Folgevideo, wo er näher auf sein Schlafsetup eingehen will, noch nicht veröffentlicht, aber so wie ich das raussehen/-hören konnte, nutzt er einen dampfdichten Spacefolienbeutel als Schlafsack. Das ist weitaus radikaler, aber auch weitaus weniger aufwändig als gelochte Folie in einen Quilt/Schlafsack zu verbauen.

Im Prinzip könntest Du auch einfach einen Tyvek-Biwaksack mit Deiner Spacelochfolie auskleiden anstatt alles in ein Ding zu verbauen.

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Am 3.12.2019 um 10:48 schrieb ULgäuer:

Ich bin erst gestern auf dieses Youtube-Video gestoßen, welches meine Vorstellungen von VBL, also Vapor Barrier Liners, etwas in Frage gestellt hat. Leider ist das Folgevideo, wo er näher auf sein Schlafsetup eingehen will, noch nicht veröffentlicht, aber so wie ich das raussehen/-hören konnte, nutzt er einen dampfdichten Spacefolienbeutel als Schlafsack. Das ist weitaus radikaler, aber auch weitaus weniger aufwändig als gelochte Folie in einen Quilt/Schlafsack zu verbauen.

Im Prinzip könntest Du auch einfach einen Tyvek-Biwaksack mit Deiner Spacelochfolie auskleiden anstatt alles in ein Ding zu verbauen.

Interessant! Hatte bisher noch nie von VBL gehört. Ich möchte nicht zu sehr off-topic gehen, würde aber gerne als Referenz diese Links dazu hier lassen:

Intern: .../4658-diy-vapor-barrier/...

Grundlagen & Hersteller von VBL-Gear: https://sectionhiker.com/vapor_barrier_clothing/

Andrew Skurka (Autor): https://andrewskurka.com/vapor-barrier-liners-theory-application/

Grundlagen: https://www.theultralighthiker.com/2016/09/17/vapor-barrier/

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Liebe Ultraleicht-Gemeinde,

 

ich hatte es bereits angekündigt dass ein zweiter Prototyp meines „Spacequilts“ auf meiner Agenda stand. Nach vielen Überlegungen und ein paar Material- und Konstruktionstests liegt das Ergebnis jetzt fertig in meinem Atelier. Die konkrete Umsetzung hat dann ein ganzes Wochenende in Beschlag genommen, aber der ganze Prozess hat viel Spaß gemacht.

Der erste Übernachtungstest steht leider noch aus. Ich hoffe dass es spätestens gegen Karneval damit in die Winternacht geht, vielleicht nehme ich den Quilt auch schon mit auf meine Tour über Madeira in anderthalb Wochen.

 

Die Idee/Konstruktion:

 

Es handelt sich um einen Vapor-Barrier-Liner-Quilt. Eure Überlegungen und die Hinweise auf die VBL-Schlafsäcke von Gryphon-Gear und vbl-dcf-Quilts die ich im Netz fand haben mich da nochmal motiviert.

 

Aufbau:

 

Oberstoff 44gr softstructure Tyvek, 100gr/m2 Apex-Isolation, Innenstoff handelsübliche Rettungsfolie.

Dazu eine über 100cm schließbare Footbox per Klettverschluss. Oben und unten Tunnelzüge zum schließen und ein kleiner Wärmekragen am Kopfende.

Verbunden sind die Materialien mit einer Mischung aus Kleben und Nähen.

 

Kurz zum Ablauf (Details gerne auf Nachfrage):

 

Tyvek zuschneiden. Der fertige Quilt sollte ungefähr 200cm lang sein, oben 135cm breit, unten 110cm. Da die Seiten am Ende umgenäht werden mussten (für Stabilität und Klettverschluss) und oben und unten ein Tunnelzug entstehen sollte, darüber hinaus noch am Kopfende das Tyvek über die Folie überlappen sollte für das Hautgefühl und eventuellen Wärmekragen, habe ich entsprechend allen Seiten einige cm zugegeben.

 

Tyvek am Kopfende mit der Nähmaschine perforieren, denn: Tyvek und Folie bilden am Ende eine geschlossene geklebte Einheit. Es muss aber für das Komprimieren und Loften ein Luftaustausch über die Atmungsaktivität des Tyvek hinaus gewährleistet sein. Ohne das Perforieren wäre die Konstruktion tatsächlich so dicht dass man den Quilt kurzzeitig komplett unter Wasser nehmen könnte ohne Sorgen um das Apex.

 

Da beim Schließen der Footbox die beiden Seiten überlappen sollten um die Kältebrücke zu verhindern, musste die eine Bahn Klett nach innen versetzt bereits jetzt genäht werden.

 

Dann die Bahnen mit Doppelseitigem Klebeband ziehen. Eine für das Apex, die andere zum Anbringen der Folie. Meine Tests haben ergeben dass es möglich sein sollte das Apex primär durch kleben zu fixieren.

Apex entsprechend zuschneiden.

Da mir aber nicht klar war wie diese Kombination über die Zeit (heiß-kalt-Effekte etc.) und bei eventueller Handwäsche hält, habe ich alle vier Ecken danach noch vernäht, also Tyvek und Apex so nochmal doppelt verbunden. Es steht aber zur Debatte ob es nicht sinnvoller (da fester und Gewicht des Klebebandes sparend) wäre das Apex nur per Naht zu verbinden.

 

Folie zuschneiden und verkleben.

 

Anschließend die Seiten umschlagen und vernähen, auf der einen Seite darauf die zweite Bahn Klettverschluss aufnähen.

Unten den Kanal für die Footbox nähen.

 

Ich habe mich dann entschlossen noch einen Wärmekragen zu bauen. Im Nachhinein bereue ich es womöglich oder würde es etwas anders machen. Ich hatte etwas zu knapp mit dem umschlagbaren Tyvek kalkuliert. Und ich habe einen Streifen Apex umgeschlagen und vernäht, also doppelt genommen. Im Ergebnis ist der Kragen in Kombination mit dem Zugtunnel zu steif geworden. Das heißt wenn ich ihn der Kälte wegen zuziehe klappt das zwar, der Kragen wird aber zu unförmig und fest. Die Funktion ist noch gegeben, aber der Komfort leidet. Ich müsste den Kragen lockerer konstruieren und, was ich ursprünglich überlegt hatte, den Tunnel zum Schließen aus einem weniger „steifen“ Material als Tyvek machen. Vielleicht werde ich dass noch korrigieren.

 

Zuletzt noch Kordeln einziehen, Tankas etc.

 

Ach ja: zu Beginn der Tyvekbearbeitung habe ich noch vier Schlaufen zum Befestigen der Isomatte aufgenäht. Dazu das Tyvek mit 60gr Tyvek nochmal von hinten verstärkt und die Schlaufen wiederum aus Tyvek gebaut und aufgenäht. Die Festigkeit muss sich noch beweisen...

 

 

Soweit so gut. Ich denke auch hier wieder: es ist ein ambitioniertes Experiment, und wird sich sicher nicht als neuer Standard durchsetzen. Der Quilt muss aufgrund der Folie mit einer gewissen Sorgfalt behandelt werden. Zugkräfte auf das Mylar sind gar kein Problem, aber trocknen auf Dornengestrüpp oder Hantieren mit spitzen Gegenständen im Quilt ;) verbieten sich von selbst. Andererseits gibt es wohl kaum ein Material was leichter zu reparieren wäre als Rettungsfolie. Da reicht simpler Tesafilm.

Auch gilt es mit dem Vbl-Spacequilt die zusätzliche Schlafkleidung anzupassen. Lange Unterhose und Longsleeve-Baselayer sind für den Komfort und um eine Schicht zwischen Haut und Folie zu bekommen (Isolationsprinzip der Folie) sinnvoll oder notwendig, trage ich aber sowieso immer. Die Daunenjacke fällt in einem VBL natürlich flach, hier werde ich auf eine leichte Fleecejacke setzen.

 

Ich erhoffe mir einen Isolationsgewinn von maximal 7Grad. Der gerne angegebene optimistische Komfortbereich für 100er Apex von ca. 10Grad (AsTucas, Gramexpert) würde sich damit auf 3Grad erweitern. Ich rechne für mich mit Komfort 7 und Limit 0. Die Tests werden es zeigen...

 

Gewicht: 450Gramm

Ich hatte ursprünglich 420 errechnet, aber Klebeband, langer Klettverschluss und Wärmekragen haben nochmal was draufgepackt. Man könnte mit anderem Oberstoff (7 oder 10d) Apex nähen statt kleben und Verzicht auf Wärmekragen nochmal bis zu 70 Gramm sparen.

 

Liebe Grüße

 

Lugovoi

 

 

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bearbeitet von Lugovoi

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Hallo zusammen!

Nachdem ich es vorgestern endlich geschafft habe meinen VBL-Spacequilt einem ersten Testschlaf auszusetzen, wollte ich euch kurz über die Ergebnisse berichten:

Setting: Lager im offenen Schuppen, also überdacht, mit leichtem Luftzug, trockener kalter Boden, recht hohe Luftfeuchtigkeit.

Exped HL als Matte

Schlafklamotte: leichtes Decathlon Merino-Longsleeve, leichte lange Fleeceunterhose, Daunensocken, ein dünnes Halstuch und ab späterer Uhrzeit eine leichte Mütze.

Temperaturen: 23 Uhr ca 9 Grad, dann kontinuierlich runter auf 3-4 Grad

 

Erfahrungen und Fazit:

Das Erstergebnis hat mich sehr zufrieden gestellt. Ich hatte ja angepeilt mit der 100er Apex-Isolation als eher Schnellfrierer/Coldsleeper eine Komforttemperatur von 7 Grad und ein Limit von vielleicht 3 Grad zu erreichen.

Bei Einstieg in den Quilt eine zu erwartende direkte Wärmeentwicklung, obenrum locker offen gelassen. Im Laufe der Nacht dann zum Hals hin klassisch geschlossen, da sonst die Wärme natürlich flöten gegangen wäre.

Mir war dauerhaft mollig warm. Auch im Bereich 3 Grad absolut problemlos. Ich hatte keine Erfahrungen mit einem Vapor-Barrier-Setup, von daher war die leichte Kondensation im Quilt für mich neu, wenn auch erwartet. An ein paar Stellen der Innenseite des Quilts, also direkt auf der Silberfolie, wurde es leicht klamm, bzw. ein leichter Feuchtigkeitsfilm war zu spüren. Teilweise Ansammlung kleinster Tröpfchen. Alles aber kein Problem. Hemd und Fleecehose sind im Grunde trocken geblieben. Die Daunensocken waren eine Notauswahl (kann draußen nicht ohne Schlafsocken schlafen) und wären für die Zukunft durch Apex-Socken, oder noch besser durch Fleecesocken zu ersetzen. Am Ende der Nacht war der Daunenloft etwas reduziert und Kondens auf dem Nylon.

Gewöhnungsbedürftig bleibt das Hautgefühl der Rettungsfolie und das ziemlich laute Knistern derselben. Das muss man in Kauf nehmen und wird individuell sicher sehr verschieden bewertet, für viele sogar wahrscheinlich ein No-Go. Solozelt ist damit fast Pflicht und auf nem engen Campingplatz macht man sich vielleicht auch nicht beliebt ;) Von hohem Interesse, aber nicht zu beziehen, wäre hier das Gryphon-Gear Alu-DCF.

 

Ich bewerte die Temperaturleistung zu meiner Freude bis auf weiteres jetzt so: Komfort mit leichter Schlafkleidung bis 3Grad, Limit 0 bis -2 Grad. Mit Fleecejacke, Windhose, Handschuhen etc. bis -5 denkbar (müsste man aber nochmal konkret drauf testen).

Diese Leistung hat mich tatsächlich überrascht.

Nochmal zur Erinnerung: Quilt-Gewicht 460 Gramm. Materialkosten unter 40 Euro. Gewichtsreduktion problemlos noch möglich. 7d oder 10d Oberstoff, weniger Klebeband/mehr Naht, weniger Klettverschluss an der Fußbox, oder leichterer Reißverschluss, machen knapp unter 400 Gramm möglich.

 

Denkbare Veränderungen auf meiner Agenda:

Nicht Rettungsfolie sondern Polycro als VBL-Schicht.

Wenn Rettungsfolie dann vielleicht eine möglichst leichte weitere Stoffschicht vor der Folie für ein anderes Hautgefühl, weniger Knistern und besseres Kondensmanagement.

Ich halte euch gerne auf dem Laufenden.

 

Liebe Grüße

Lugovoi

bearbeitet von Lugovoi

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vor 6 Minuten schrieb Lugovoi:

Eine möglichst leichte weitere Stoffschicht vor der Folie für ein anderes Hautgefühl, weniger Knistern und besseres Kondensmanagement.

Das war auch so mein Gedanke.

Wäre es nicht generell denkbar, dass man die Rettungsfolie in einen Liner "einbaut", also sozusagen rundherum in einen sehr leichten Stoff einnäht. Im Sommer könnte man das evtl. dann als ganz leichten Schlafsack verwenden.

Sind diese Gedanken zu abwegig?

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@Lugovoi Du mit Deiner blöden Folie! Wegen Dir hab ich mir letzte Woche Material für einen Quilt bestellt :mrgreen:. Nur dass ich mich für die Reflex Variante des Tyveks entschieden habe. Bin schon sooo gespannt.

bearbeitet von truxx

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@einar46 Absolut nicht abwegig! In die Richtung habe ich auch schon mal kurz gedacht. Es tun sich ungeahnte Möglichkeiten bei dem Thema Reflexmaterial auf. Bei Lust auf MYOG kann man hier für kleines Geld und kleines Gewicht scheinbar sehr interessante Isolationsergebnisse erzielen.  Als liebevoll-verbissener UL-Grammjäger kommt man aber je nach Designidee auch schnell wieder an Grenzen des Gewicht-Nutzen-Verhätnisses.

ZB: Dein Prinzip zwei leichte Lagen Stoff mit Reflexfolie in der Mitte bedeutet nach meiner Rechnung:

leichteste Stoffe wiegen +- 20Gramm/m2. Für ein Linerformat braucht es ca. 2,5m2 Stoff, mal 2. Ergo 100 Gramm für Stoff, plus ca. 50 Gramm Folie, plus ein paar Gramm für Knöpfe, Klett etc.      =     160Gramm für das Ding.

Stecke diese 160 Gramm alternativ in Daune oder Apex deines Quilts/Schlafsacks und das Gesamtergebnis könnte sorum am Ende sinnvoller sein.

Gartenflies wäre die Option meiner Wahl denn 7d oder 10d ist doch arg teuer.

Klar, zwei Elemente (Quilt und Folienliner) wären modular, würden Vorteile wie VBL bieten etc....

Lirumlarum: es tun sich viele intersannte Fragen und Konzeptideen auf. Machs wie ich und probier es mal aus:)

 

 

@truxx Gern geschehen. Wenn ich helfen kann netten Leuten das Portmonaie zu erleichtern... ;)

Wirst du das Reflex-Tyvek als Innenschicht mit Silber zum Körper verwenden? Ich würde dazu raten. Das Tyvek als Aussenschicht habe ich mal als Bivvy konstruiert. Es funktioniert ganz gut, ABER: die Dampfdurchlässigkeit von TYvek-Reflex erscheint mir aufgrund der Beschichtung geringer als bei Softtyvek. Als Außenschicht könnte es zur Kondensationsfalle werden bei schnlechten Bedingungen.

Ohne dich jetzt besorgen zu wollen: mein Tyvek Reflex hat nach mehrfachem Gebrauch einen etwas seltsamen snthetisch-technischen Geruch angenommen (jetzt kein Körperodeuvre). Nach Waschen wieder etwas geringer, ich finds aber etwas störend. Vielleicht kriegst du aber ne andere Marge oder es stört dich nicht.

bearbeitet von Lugovoi

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Anbei noch ein kleiner Nachtrag:

Ich hatte letzte Woche auf Madeira neben meinem Windhard-Quilt und leichter Tyvekhülle auch noch den perforierten Rettungsfolien-Liner dabei. Das hat sehr gut funktioniert. Das Ding hat nach meinem Gefühl um die 5 Grad + rausgeholt und war in ein paar Nächten nötig. Die Perforierung hat dafür gesorgt dass die Folie von innen komplett trocken blieb und die Folie hat gleichzeitig scheinbar einiges an Luftfeuchte vom Quilt ferngehalten. Der war trotz neblig feuchter Nächte morgens immer komplett trocken.

3Euro, 50Gramm, plus 5Grad. Für mich eine sehr gute Rechnung.

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vor 20 Minuten schrieb Lugovoi:

Gern geschehen. Wenn ich helfen kann netten Leuten das Portmonaie zu erleichtern... ;)

:-D

Nee, ich plane das Tyvek außen. Es ist gerade die Winddichtigkeit, die mich umtreibt. Da ich fast nur im Frühjahr und Herbst unterwegs bin, schwebt mir so eine Art eierlegendewollmilchsau vor, die ich ohne groß nachzudenken für alles einpacken kann. 

Neben dem schon von Dir erwähnten Schutz vor Kondenswasser der Zeltwand erhoffe ich mir auch Vorteile beim schlafen in einer zugigen Schutzhütte oder in der Hängematte. 

Das mit dem Geruch macht mir jetzt allerdings schon etwas Sorgen :shock:

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      ich war bis jetzt stiller Mitleser, aber jetzt brauche ich eure Hilfe. Nach dem ersten erfolgreichen MYOG-Projekt, einem IKEA-Rucksack nach der Anleitung von Bergreif, steht jetzt ein Apex-Schlafsack an.
       
      Mein Plan ist einen existierenden Schlafsack als Schablone zu verwenden und die Passform noch etwas anzupassen. Ich stelle mir vor, den Schlafsack im aufgefalteten Zustand als eine Art Decke mit kurzer, geschĺossener Fußbox zu nähen, und das ganze dann an einer Seite mit einem Reißverschluss zu verschließen. Um zu verhindern, dass Kälte durch den Reißverschluss kommt, soll noch ein Stück Isolierung hinter den Reißverschluss.
       
      Ich möchte mit dem Schlafsack einen Bereich bis in die leichten Minusgrade abdecken, daher habe ich mir vorgestellt zwei Schichten Apex mit entweder 2x133er oder 1x133er und 1x167er Apex zu verwenden. Die Frage ist jetzt, wie ich das Ganze vernünftig vernähe. Ich möchte das Apex zumindest ein bisschen absteppen, damit es etwas robuster wird. @derray hat mal hier
      gezeigt, wie er seinen Apex Schlafsack genäht hat. Habe ich das aus dem Foto richtig geschlossen, dass du die kältebrückenarmen Nähte so gemacht hast, dass der Oberstoff des Schlafsack mit einer Schicht Apex versteppt ist, und der Innenstoff mit einer Schicht, und das Ganze dann versetzt? Gibt es noch eine bessere Methode um Kältebrücken zu vermeiden oder reicht das aus?
      Ich hatte mir jetzt vorgestellt das ganze als ein großes Stück zu nähen. Meint ihr dass das so geht, oder wäre es einfacher Ober- und Unterseite getrennt zu nähen und dann zusammenzuführen?
       
      Ich freue mich über eure Hilfe.
       
      Grüße JoFo
    • Von Southern Flyer
      Pimp your Regenjacke - Belüftungsreißverschlüsse (pit zips) nachträglich einnähen
       
      Es ist schon ein komisches Gefühl, wenn man die Schere ansetzt mit dem Ziel, seine Regenjacke zu zerschneiden, nur um sie anschließend wieder zusammen zu nähen. Hintergrund der ganzen Aktion war die Tatsache, dass meine Regenjacke (Outdoor Research Helium II) zwar ausreichend robust, dicht und leicht ist, aber leider keine Belüftungsreißverschlüsse unter den Achseln hatte. Vermutlich jeder, der schon mal in den Genuss dieser zusätzlichen Lüftungsmöglichkeit gekommen ist, möchte das zumindest bei längerem Tragen nicht mehr missen. Lange hatte ich mich vor diesem Schritt gescheut, aber mit der entsprechenden Corona-Muse dann schließlich doch in Angriff genommen:
       
             die ungefähre Reißverschlusslänge beträgt 32cm. Bei anderen Herstellern sind die mitunter auch etwas länger.        dann den Schnitt an der Regenjacke mit Kreide anzeichnen (von der Achsel jeweils 16cm)        wichtig dabei ist, dass die Naht sich an den Enden auf dem letzten Zentimeter jeweils Y-förmig aufgabelt (auf 12mm Breite)          vorhandene Naht zuerst auftrennen und dann aufschneiden, da die Nähte idR. mit Seamtape abgedichtet sind           Reißverschluss (zB. YKK Aquaguard 3C Spirale als Meterware) auf ca. 40cm Länge schneiden, dann auftrennen        die Reißverschlusshälften jeweils rechts auf rechts (glatt auf glatt) im Abstand von 6mm zur Stoffkante annähen (der Reißverschlussstoff hat da eine Weblinie zur Orientierung). Darauf achten, dass bei den Reißverschlusshälften die Spirale nach außen zeigt und die Naht nur so lang ist, wie die Endlänge von 32cm. Nahtenden gut verriegeln         Reißverschlusshälften nun nach innen klappen           Ärmel auf links ziehen, Schieber einfädeln, 1x komplett durchziehen und dann ein zweites Mal einfädeln (wenn man nur einmal einfädeln würde, wäre das andere Ende nicht geschlossen). Darauf achten, dass der Griff des Schiebers außen ist           den zuen Reißverschluss an beiden Ende nun soweit abschneiden, dass jeweils 1 cm übrig bleibt           das kleine Stoffdreieck an den Y-Enden nach innen umstülpen und vernähen. Da diese Naht gleichzeitig auch den Schieber begrenzt sollte diese mehrfach genäht sein           zum Schluss eine 2. Naht knapp entlang der Stoffkante des Reißverschlusses nähen. Fertig!  
       
      Fazit: letztendlich doch einfacher als gedacht. Die größte Herausforderung bestand darin, sich zu überwinden die Schere an die Regenjacke anzusetzen. Pro Reißverschluss schlägt der Komfortgewinn mit 6,5g zusätzlichem Gewicht zu Buche. Da ich eine 80er Nadel und das 75er Rasant-Garn benutzt habe hoffe ich, ohne zusätzliche Nahtabdichtung auszukommen. Test folgt ….
       



       
       
       
    • Von RiRa
      Hallo zusammen,
      vielleicht bin ich ja ein Sensibelchen, aber .....
      Ich möchte gerne auf einen Quilt umsteigen und sehe ein Problem:
      Wenn es nicht Winter ist, habe ich nichts langes an beim Schlafen und würde dann unter meinem (zukünftigen) Quilt mit der nackten Haut auf einer Kunststoff-Isomatte irgendeiner Art liegen. Das stelle ich mir irgendwie unangenehm vor.
      Bin ich da ein Seelchen? Übersehe ich da etwas? oder wie löst ihr Quilter das?
    • Von Nimrod
      Moin Kommunity, 
      Ihr wisst am Lagerfeuer entstehen immer die "besten" Ideen. 
      Wir waren draußen und abends gesellten sich möchtegern Militärs zu uns mit 20kg Rucksäcken und dem Klischee entsprechender Ausrüstung und wir faselten über was man braucht und so.
      Im Verlauf von einem guten Rotwein, wurde dann probehalber meine Ausrüstung in eine taktische Weste von denen verstaut. 
      Da ist mir eine Idee gekommen. 
      Wenn man so eine "Taktische Weste" aus UL-Material machen würde, hätte man damit nicht ein leichteres und stabilere Trage System als ein Rucksack? Und es wäre alles schon gleich in "Packsäcken" getrennt.
      Was denkt ihr? 
    • Von Lukas
      Hallo,
      ich wollte nun mal auf ein Quilt umsteigen und bin auf den Cumulus Comforter L500 gestoßen. Diesen würde ich noch mit Hydrophobic Down füllen lassen um mien Cowboycamping zu optimieren. Er ist kein Klassischer Quilt. Werde ihn aber so nutzen. Im Internet gibt es nur kaum was über Ihn. Hat jemand Erfahrungen mit dieser Reihe von  Cumulus. Auf der anderen Seite steht der Cumulus Quilt 400 ich würde wie seht Ihr das? Da ich gerne einen Quilt hätte mit Komfort Temperatur 0 Grad. Cumulus quilt 450 Komfort -1 (Etwas overkill oder nicht?) Oder würdet Ihr mir zum 450 er Raten ohne Hydrophobic Down? Die Hydrophobic Down halte ich für perfekt falls die Kondensation dann doch mal stärker ist als gedacht.
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