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Ultraleicht Trekking

Fortsetzung der Diskussion " Preisgestaltung von Rucksäcken in D"


windriver

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vor 28 Minuten schrieb martinfarrent:

Und dass eine (eigentlich naturgemäß) nachhaltigkeitsorientierte Szene hier mal Zeichen setzt? Bis hin zu einem anderen Kaufverhalten derer, die es sich leisten können? 

Ich habe ja eigentlich nichts dagegen, dass sich Studenten, Berufsanfänger oder sonstige Wenigverdiener bei Ali und Decathlon eindecken. Gut und zukunftsorientiert fände ich allerdings eine Szenenkultur, die von Gutverdienenden ein anderes Kaufverhalten erwartet. Da darf auch schon ein bisschen 'Gruppenzwang' per Konsens bei sein. Das gilt übrigens auch für diejenigen, die das Glück haben, bei bescheidenen Ausgaben von ihrem Vermögen leben zu können. Diese freie Wahl der Lebensweise sollte nicht auf Kosten anderer (werktätiger) Menschen zelebriert werden. 

Auf der einen Seite verstehe ich diese Denkweise. In die andere Richtung höre ich dann immer wieder von vielen Händlern egal aus welcher Branche, dass sie entsprechend für ihren Laden kalkulieren müssen um Gewinn zu haben. Da wird, solange nicht bindende Verträge existieren, auch das günstigste von den Herstellern oder Händlern in Osteuropa oder Fernost bestellt. Ich sehe das halt genauso, ich muss auch entsprechend mit meinem Geld kalkulieren und dementsprechend das günstigste am Markt kaufen. Wir leben in einer Marktwirtschaft und das Prinzip lautet Konkurrenz. Wenn du Konsens möchtest, findet sich vielleicht noch ein Staat mit einer Planwirtschaft.

Bearbeitet von bandit_bln
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vor 5 Minuten schrieb MarcG:

Weil die Preisgestaltung nun mal im Rahmen eines weltumspannenden kapitalistischen Wirtschaftssystem stattfindet. Staatliche Eingriffe (Weltparlament) und Konsumer-Aktivismus ( nicht "Cancel Culture") sind mögliche Hebel um Einfluß darauf zu nehmen. 

Und ich dachte es geht darum, ob eine Einzelperson seine Produkte, im Vergleich zu sehr ähnlichen Produkten, zu hoch bepreist. 
Aber wenn es um weltumspannende kapitalistische Wirtschaftssysteme geht, ja dann, ist doch alles gut. 

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vor 2 Stunden schrieb bandit_bln:

 Ich sehe das halt genauso, ich muss auch entsprechend mit meinem Geld kalkulieren und dementsprechend das günstigste am Markt kaufen. 

Wenn du das MUSST, dann musst du. Dagegen habe ich doch keine Einwände geäußert (ganz im Gegenteil). Ich sprach von den Besserverdienenden bzw. Vermögenden - deren Anteil im Forum nicht grad niedrig zu sein scheint. 

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Interessanter neuer Aspekt: Konsum(enten)kritik: Was MUSS ich denn kaufen? Das "Bombardieren" mit UL-Werbung findet in der Öffentlichkeit  nicht statt, sondern man ist im Gegenteil froh, wenn man mal was "Neues" mitbekommt wie im "Neue Ausrüstung" Faden.Also greifen die bekannten werbepsychologischen Mechanismen  so nicht, oder?  Brauche ich wirklich mehrere Rucksäcke,Zelte, Kocher wasauchimmer? 

Wenn jeder seinen Rucksack hätte, was geschieht dann mit den Cottages? Warten die auf mich, bis ich mal schneller oder langsamer das jeweilige Stück Ausrüstung zerstört habe? Vor allem: Warte ICH so lange?

 

Disclaimer: Dieser Beitrag enthält eine gute Portion Selbstironie, ich bin voll der UL-Saulus!!!

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vor 2 Stunden schrieb martinfarrent:

Gut und zukunftsorientiert fände ich allerdings eine Szenenkultur, die von Gutverdienenden ein anderes Kaufverhalten erwartet. Da darf auch schon ein bisschen 'Gruppenzwang' per Konsens bei sein. Das gilt übrigens auch für diejenigen, die das Glück haben, bei bescheidenen Ausgaben von ihrem Vermögen leben zu können. Diese freie Wahl der Lebensweise sollte nicht auf Kosten anderer (werktätiger) Menschen zelebriert werden. 

Gar nicht so einfach in einem Land, in dem Geiz als geil gilt und in dem man wohl eher damit angibt, was für ein Schnäppchen man doch mit X, Y, oder Z gemacht habe. In den meisten Fällen gibt es da wohl eher wohlwollende Zustimmung und Gratulation als ein kritisches Hinterfragen..

Es muss ja auch nicht immer gleich das Pendant von Manufactum sein (da gibt's eh nur UH-Krempel.. ;-)), aber zwischen den Extremen sollte es doch einige Auswahl geben.

Ich vermute (!), dass gerade hier im Forum aber oft zwei Welten aufeinandertreffen (deren Übergänge selbstverständlich fließend sind): Das Draußensein, das Wandern und Zelten wird ja oft in jungen Jahren als preiswerte und intensivere Art des Reisens gewählt - in einer Phase, in der das Entdecken und Leben "da draußen" einen gewichtigen Stellenwert im Leben einnimmt. Da wiegt das Machen und Erleben imho noch mehr als die Gedanken um die Preisgestaltung der verwendeten Ausrüstung, bevor man diese Zeit ungenutzt verfliegen lässt. Bei den tendenziell älteren Semestern, die in Lohn und Brot stehen und das Wandern mehr zu einem schönen Ausgleich und Hobby wird, sitzt das Geld dann oft auch lockerer.. Vergleiche mit anderen Hobbys zeigen das ja sehr schön (Kameras, Kaffee, Werkzeuge, Uhren, Golf, etc.). Oft steigt dann ja die Bereitschaft zu höheren Ausgaben im gleichen Maße, wie sich die verfügbare Zeit für das Ausleben des Hobbys und der Leidenschaft reduziert.      

   

Bearbeitet von moritz
Rechtschreibung
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vor 1 Stunde schrieb Cyco2:

Und ich dachte es geht darum, ob eine Einzelperson seine Produkte, im Vergleich zu sehr ähnlichen Produkten, zu hoch bepreist. 
Aber wenn es um weltumspannende kapitalistische Wirtschaftssysteme geht, ja dann, ist doch alles gut. 

@HUCKEPACKS hat ja zur Kalkulation einiges gesagt, aber er sieht halt dass seine Position im Markt durch internationale Konkurrenz geprägt ist, die - aus einer Vielzahl Gründen - anders kalkulieren kann. 

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vor 51 Minuten schrieb MarcG:

@HUCKEPACKS hat ja zur Kalkulation einiges gesagt, aber er sieht halt dass seine Position im Markt durch internationale Konkurrenz geprägt ist, die - aus einer Vielzahl Gründen - anders kalkulieren kann. 

Ich wollte mit meinem ersten Posting lediglich, auf etwas ironische Weise, aufzeigen, dass man vllt. hier im Thread etwas über das Ziel hinaus geschossen ist. 

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vor 4 Stunden schrieb martinfarrent:

OT: Yep (rechts, wenngleich nicht unbedingt rechtsradikal) - 'cancel culture' ist eine negativ besetzte Beschreibung dafür, dass z.B. mächtige Verleger, Medienkanäle oder Veranstalter heute auch mal lauten Widerspruch seitens einer 'unqualifizierten Internetmasse' aushalten müssen. Es wird so getan, als übte letztere Zensur... was aber sowieso nur der Staat kann und wozu sie die Macht auch in Relation zum Verleger (usw.) de facto gar nicht hätte. Man müsste diese 'Twitter-Masse' nur als 'Stakeholder' beschreiben, um die negative Begriffsbesetzung auffliegen zu lassen. 

In den aktuellen Zusammenhang will der Begriff also sowieso nicht recht passen. Ein Linkverbot wäre quasi eine Aktion des 'Verlegers', nicht des Publikums. Eine von der Mehrheit getragene, formlose Tabuisierung solcher Links käme dem Phänomen viel näher. 

Wenn der Verleger sich durch den gesellschaftlichen Druck gezwungen sieht ein Linkverbot einzuführen fällt es für mich auch unter diesen Begriff. Aber vielleicht sind bislang bestehende Definitionen auch zu schwammig oder ich habe eine falsche Vorstellung davon, wofür er steht.

Die Quintessenz: Es sollte immer eine Plattform für Diskussionen geben und wenn sich daraus ergibt, dass eine mehrheitliche Meinung besteht, sollte dies nicht dazu führen, dass diejenigen die nicht zu dieser Gruppe gehören durch eine "übergeordnete Instanz" davon abgehalten werden ihre zu äußern.

Eine friedliche Gegendemonstration bewirkt viel mehr als ein Demonstrationsverbot. 

 

vor 3 Stunden schrieb martinfarrent:

Ich habe ja eigentlich nichts dagegen, dass sich Studenten, Berufsanfänger oder sonstige Wenigverdiener bei Ali und Decathlon eindecken. Gut und zukunftsorientiert fände ich allerdings eine Szenenkultur, die von Gutverdienenden ein anderes Kaufverhalten erwartet. Da darf auch schon ein bisschen 'Gruppenzwang' per Konsens bei sein. Das gilt übrigens auch für diejenigen, die das Glück haben, bei bescheidenen Ausgaben von ihrem Vermögen leben zu können. Diese freie Wahl der Lebensweise sollte nicht auf Kosten anderer (werktätiger) Menschen zelebriert werden. 

Das sehe ich auch so. Die Gruppendynamik sollte m.M.n. nur nicht dazuführen, dass Leute die sich anders verhalten aktiv ausgeschlossen werden.

 

Bearbeitet von paff
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vor 10 Minuten schrieb danobaja:

:mrgreen::mrgreen::mrgreen:  in einem internetforum?

 

(in dem die mods zensieren dürfen, und sehr sehr oft auch müssen)

ROFL!

Das war doch nur ne Metapher:roll:

edit: Und ob die Mods allgemein zensieren müssen, weil Umgangsformen nicht eingehalten werden oder Themen aufgegriffen werden, die nichts mit dem Foruminhalt zu tun haben, ist doch nicht mit dem Thema gleichzusetzen um das es hier gerade geht...

Bearbeitet von paff
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vor 3 Stunden schrieb martinfarrent:

Wenn du das MUSST, dann musst du. Dagegen habe ich doch keine Einwände geäußert (ganz im Gegenteil). Ich sprach von den Besserverdienenden bzw. Vermögenden - deren Anteil im Forum nicht grad niedrig zu sein scheint. 

Vielleicht fühle ich mich da getroffen, aber ich muss widersprechen. Es ist imho zu einfach, von anderen etwas zu fordern, wozu man selber nicht bereit ist. Nur weil jemand mehr oder weniger verdient, ist es für die chinesischen Zwangsarbeiter nicht mehr oder weniger inhuman, die Billigware zusammenzunähen.

Ich könnte ja jetzt genauso kommen und sagen, wenn ich mir als Student nur Ali/Deca/etc leisten kann (und darin ein moralisches Dilemma habe), dann sollte ich die Ausrüstung halt gar nicht kaufen und im zweifel mit dem UH-Rucksack vom Großvater loswandern...

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vor 1 Stunde schrieb Anhalter:

Vielleicht fühle ich mich da getroffen, aber ich muss widersprechen. Es ist imho zu einfach, von anderen etwas zu fordern, wozu man selber nicht bereit ist. Nur weil jemand mehr oder weniger verdient, ist es für die chinesischen Zwangsarbeiter nicht mehr oder weniger inhuman, die Billigware zusammenzunähen.

Ja, aber ich (persönlich) möchte andersrum auch keine Forderung aus privilegierter Position stellen. Ich bin halt nicht der beschriebene Student.

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also ich finde ja ganz bemerkenswert, dass hier davon ausgegangen wird, dass Mountain, Marmot, ortovox, Arc'teryx, inov8, Patagonia und Co. nicht in ausbeuter Unternehmen, zu schlechten Bedingungen produziert lassen. Nur weil sie teuer sind. Klar einige habe tolle siegel. Mir fallen aber spontan nur zwei größere Unternehmen ein die Verantwortung für ihre Produktion übernehmen und eigene Werke haben. Das ist Tatonka und decathlon. 

ich finde dieses auf decathlon rumgehacke unreflektiert. Es gut sein, daß ein Teil aus der Decathlon Produktion fairer produziert wurde, als eines von mountain equipment. Nur ist bei dem eine halt die mage viel höher. 

klar sollen, die Arbeiter*innen gut leben. Das wird aber nicht dadurch erreicht, daß mensch große teure outdoor Marken kauft. Oder Ali-links verbietet. Eher durch ein gutes Lieferketten Gesetz, welches leider nicht kommt. 

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Bei Decathlon mach ich mir gar keine Illusionen, dass da noch irgendwas fair abläuft, kann man sich eigentlich schon anhand der VK Preise selbst ausrechnen. 

Ich lehne den Laden aber eher ab, da seine Marktmacht in anderen Ländern mittlerweile den kleinen Sporthandel zerstört ( @martinfarrenthatte mal das schöne Beispiel kleiner Radläden in Frankreich) und damit auch Innovationen hemmt, beim Blick ins Lieferprogramm wird klar, dass Decathlon höchst selten selbst irgendwas entwickelt, sondern immer nur vorhandenes billiger produzieren lässt. 

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vor 23 Minuten schrieb Leichtmetall:

also ich finde ja ganz bemerkenswert, dass hier davon ausgegangen wird, dass Mountain, Marmot, ortovox, Arc'teryx, inov8, Patagonia und Co. nicht in ausbeuter Unternehmen, zu schlechten Bedingungen produziert lassen.  

Das tun hier, glaube ich, die wenigsten ...

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Zitat
vor 2 Minuten schrieb momper:

Das tun hier, glaube ich, die wenigsten ...

 

Dann macht es aber kaum Sinn Menschen dafür so stark zu kritisieren, weil sie billigprodukte kaufen. Ich denke mal keine*r hier hat den größten Teil seiner Ausrüstung und Kleidung aus kleinen Manufakturen aus Industrienationen mit sehr guten Arbeitsbedingungen. 

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vor 59 Minuten schrieb Leichtmetall:

Dann macht es aber kaum Sinn Menschen dafür so stark zu kritisieren, weil sie billigprodukte kaufen. Ich denke mal keine*r hier hat den größten Teil seiner Ausrüstung und Kleidung aus kleinen Manufakturen aus Industrienationen mit sehr guten Arbeitsbedingungen. 

Um Kritik im Sinne Verurteilung sollte es nicht gehen, sondern um Veränderung. 

Und um Recherche. Wer bewusster konsumieren will, kommt um die Detailrecherche zu den Produzenten nicht herum.

Und letztlich natürlich um Politik - über den Versuch der Marktbeeinflussung durch verändertes Konsumverhalten und veränderte Kommunikation darüber hinaus.

Dringendes sprichst du ja selber an:

vor 1 Stunde schrieb Leichtmetall:

Eher durch ein gutes Lieferketten Gesetz, welches leider nicht kommt. 

 

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vor 59 Minuten schrieb Leichtmetall:

Eher durch ein gutes Lieferketten Gesetz, welches leider nicht kommt.

Ich darf ja gelegentlich für meine Kunden, häufiger in Richtung Nordamerika,  Befragungen ausfüllen, worin ich bestätige, dass meine eingesetzten (potentiellen) Konfliktmineralien alle ethisch korrekt gewonnen werden und auch weder ich noch irgendeiner meiner Lieferanten sowie deren Vorlieferanten irgendwo Zwangsarbeit, Kinderarbeit oder sonstige Beschäftigungsformen die man für verwerflich erachtet einsetzt. Da man das selbstredend niemals tatsächlich kontrollieren kann, lässt man sich das dann wieder von seinem Vorlieferanten bestätigen und so weiter. Nach meinem Gefühl ist das das Papier nicht wert auf dem es gedruckt wird. Sorgt aber für einen zusätzlichen administrativen Aufwand, in der Zeit könnte man anderswo vielleicht schon einen Rucksack genäht haben.
(Vorsorglich: Das bedeutet nicht, dass ich wirksames Gesetz, welches für ordentliche und vergleichbare Arbeitsbedingungen sorgt ablehne. Mit Betonung auf "wirksam")

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vor 15 Minuten schrieb Leichtmetall:

 Mir fallen aber spontan nur zwei größere Unternehmen ein die Verantwortung für ihre Produktion übernehmen und eigene Werke haben. Das ist Tatonka und decathlon. 

ich finde dieses auf decathlon rumgehacke unreflektiert. Es gut sein, daß ein Teil aus der Decathlon Produktion fairer produziert wurde, als eines von mountain equipment. Nur ist bei dem eine halt die mage viel höher. 

Clean Clothes Campaign hast Du schon mal gehört? Dort kannst Du auch Decathlon in das Suchfeld eingeben und Du findest beispielsweise das hier...

Decathlon hat übrigens auch auf den Report der Zeit reagiert, denn ich hier schon früher verlinkt hatte. Wahrscheinlich arbeiten sie immer noch daran? 

Und auch zu Made in Europe gibts ein deprimierendes Papier.

Arc'teryx hat niemand hier als vorbildlich bezeichnet, aus gutem Grund: Sie arbeiten noch daran, ihre Artikel auf Fair Trade umzustellen, aber natürlich ist es nicht mal ihr Ziel, 100 % Fair Trade zu haben - sie lassen sich 80 % ihrer Produkte bis 2025 von Fair Trade USA zertifizieren, darauf sind sie aber erst während der Covid Pandemie gekommen. 

Natürlich hat die Industrie schon lange begriffen, dass es ohne hübsche Zertifikate fast nicht mehr geht (es gibt Ausnahmen, z.B. Montbell, eine hier durchaus beliebte Marke - sie sagen erstmal gar nichts zu Nachhaltigkeit, Produktionsbedingungen etc). Man spricht von Greenwashing, dieses wird sehr gerne mittels nichtssagenden Zertifikaten gemacht. Im Food Bereich ist ein Paradebeispiel die Rainforest Alliance, deren Siegel klebt auf gewissen Bananen.

@Martin es geht hier um die Preisgestaltung von Rucksäcken Made in Germany, dies hängt durchaus mit globalisierten Märkten zusammen. Wenn es dich stört, zwingt dich ja wohl niemand, dies hier zu lesen.

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Nach langem Mitlesen schreibe ich hier auch mal was, weil mich die ganze Diskussion sehr bewegt, mitnimmt, zum Nachdenken anregt.


Wir alle müssen ja in unserem Konsumentscheidungen letzten Endes einen Weg finden, bei dem man am Ende des Tages noch in den Spiegel schauen kann. Egal ob man noch in Ausbildung ist, einen Job hat, in dem man super verdient oder freiwillig oder unfreiweillig auf niedrigem Einkommenslevel lebt. Oder vielleicht geerbet hat (sehe ich in meinem Alter immer öfter). Je älter ich werde, je mehr ich lese, sehe und höre desto stärker habe ich das Gefühl, in einer superpriviligierten Gesellschaft zu leben. Und dass mein Wohlstand (auch wenn er in Deutschland im Vergleich nicht so hoch ist) im Vergleich zu den meisten Menschen auf der Welt riesig ist. Ich frage mich immer mehr: Wie sehr schränke ich durch meine Art zu leben, zu konsumieren und gewissen Freiheiten zu genießen die Freiheiten anderer, mitunter sehr weit entfernt lebender Menschen ein? Und was möchte ich mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln tun?

Ich kann nur für mich persönlich sprechen: Bisher habe ich darüber oft nicht genug nachgedacht, oder auch meinem Bauchgefühl, dass es vielleicht so nicht ganz in Ordnung ist, zu wenig Raum gegeben. Da hat dann doch überwogen, dass z. B. der Osprey-Rucksack ein Super-Preisleistungsverhältnis für mich ergab und ich nicht nachgeforscht habe, wo und wie Osprey produziert.

Insofern möchte ich mich nochmal bei allen hier so engagiert für einen bewussteren Umgang bei Kaufentscheidungen in UL-Dingen bedanken. Und auch für @HUCKEPACKS für die Infos zur Kalkulation von Rucksäcken in Kleinserie. Mir macht das bewusst, dass ich mit meinem Geld die "Macht" habe, verschiedene Arten von Produktion und damit Lebensbedingungen zu unterstützen. Und dass es dabei zumindest für mich nicht nur darauf ankommen sollte, das Optimum an "Leistung" für mich rauszuholen, sondern dass es darum gehen soll, aus einer relativ priviligierten Position heraus Gesellschaft mitzugestalten. Da muss es für mich nicht zwangsläufig auf ein Luxusprodukt in D gefertigt herauslaufen. Auch in anderen Ländern mit niedrigerem Preisniveau sind gute Arbeitsbedingungen möglich und unterstützenswert. Auch ist es vielleicht richtig, manchmal einfach nix zu kaufen, obwohl man es könnte (die Umweltsache ist ja auch noch so ein Thema).

Naja, soviel zu meinen Gedanken. Ein super Faden.
 



 

Bearbeitet von Antonia2020
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vor 1 Stunde schrieb Antonia2020:

Nach langem Mitlesen schreibe ich hier auch mal was, weil mich die ganze Diskussion sehr bewegt, mitnimmt, zum Nachdenken anregt.


Wir alle müssen ja in unserem Konsumentscheidungen letzten Endes einen Weg finden, bei dem man am Ende des Tages noch in den Spiegel schauen kann. Egal ob man noch in Ausbildung ist, einen Job hat, in dem man super verdient oder freiwillig oder unfreiweillig auf niedrigem Einkommenslevel lebt. Oder vielleicht geerbet hat (sehe ich in meinem Alter immer öfter). Je älter ich werde, je mehr ich lese, sehe und höre desto stärker habe ich das Gefühl, in einer superpriviligierten Gesellschaft zu leben. Und dass mein Wohlstand (auch wenn er in Deutschland im Vergleich nicht so hoch ist) im Vergleich zu den meisten Menschen auf der Welt riesig ist. Ich frage mich immer mehr: Wie sehr schränke ich durch meine Art zu leben, zu konsumieren und gewissen Freiheiten zu genießen die Freiheiten anderer, mitunter sehr weit entfernt lebender Menschen ein? Und was möchte ich mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln tun?

Ich kann nur für mich persönlich sprechen: Bisher habe ich darüber oft nicht genug nachgedacht, oder auch meinem Bauchgefühl, dass es vielleicht so nicht ganz in Ordnung ist, zu wenig Raum gegeben. Da hat dann doch überwogen, dass z. B. der Osprey-Rucksack ein Super-Preisleistungsverhältnis für mich ergab und ich nicht nachgeforscht habe, wo und wie Osprey produziert.

Insofern möchte ich mich nochmal bei allen hier so engagiert für einen bewussteren Umgang bei Kaufentscheidungen in UL-Dingen bedanken. Und auch für @HUCKEPACKS für die Infos zur Kalkulation von Rucksäcken in Kleinserie. Mir macht das bewusst, dass ich mit meinem Geld die "Macht" habe, verschiedene Arten von Produktion und damit Lebensbedingungen zu unterstützen. Und dass es dabei zumindest für mich nicht nur darauf ankommen sollte, das Optimum an "Leistung" für mich rauszuholen, sondern dass es darum gehen soll, aus einer relativ priviligierten Position heraus Gesellschaft mitzugestalten. Da muss es für mich nicht zwangsläufig auf ein Luxusprodukt in D gefertigt herauslaufen. Auch in anderen Ländern mit niedrigerem Preisniveau sind gute Arbeitsbedingungen möglich und unterstützenswert. Auch ist es vielleicht richtig, manchmal einfach nix zu kaufen, obwohl man es könnte (die Umweltsache ist ja auch noch so ein Thema).

Naja, soviel zu meinen Gedanken. Ein super Faden.
 



 

Ich finde deine Gedanken super und auch der Faden hier regt ja sehr zum Nachdenken an aber ist dem chinesischen Arbeiter, der für wenig Lohn Rucksäcke nähen muss, damit geholfen, wenn ich meinen Rucksack in Deutschland fertig lasse und auch dort erwerbe? Ich glaube eher kaum, denn durch den Konsum fließt Kapital nach China und wird dort über kurz oder lang den Reichtum erhöhen. Genau so ist das soweit ich weiß auch mal mit Deutschland gewesen. Made in Germany…

Ich bin da wegen der Komplexität des globalen Kapitalismus teilweise überfordert. Wahrscheinlich geht es nur über Zertifikate und Kontrollen aber ganz auf den Konsum aus so genannten Billiglohnländern zu verzichten erscheint mir auch nicht die Lösung oder habe ich da einen Denkfehler?

 

 

 

 

Bearbeitet von gerritoliver
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vor 14 Stunden schrieb FlorianHomeier:

Produkte, die mit geklauten Bildern - mit mir drauf -(!) beworben werden.

Echt?? Das ist ja der Hammer. :shock: Möchte nicht wissen, wie ich in dieser Situation reagiert bzw. wie ich mich gefühlt hätte :eek::oops::evil:

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vor 50 Minuten schrieb gerritoliver:

aber ist dem chinesischen Arbeiter der für wenig Lohn Rucksäcke nähen muss damit geholfen wenn ich meinen Rucksack in Deutschland fertig lasse und auch dort erwerbe - ich glaube eher kaum denn durch den Konsum fließt Kapital nach China und wird dort über kurz oder lang den Reichtum erhöhen

Die Frage wäre da für mich: Wessen Reichtum? Den des Fabrikbesitzers ganz sicher. Vielleicht  auch den des Angestellten in gewissem Umfang. Aber zu welchem Preis. Schlechte Gesundheit? Trennung von der Familie? Hohes Sicherheitsrisiko? Umweltverschmutzung? 

Ich denke, dass es in einer globalisierten Welt Sinn ergibt, dort zu kaufen, wo ressourcenschonend und unter fairen Bedingungen produziert wird und der Versand nicht die Umweltbilanz zerhaut. Man kann vielleicht  auch Organisationen unterstützen,  die für gerechte Verhältnisse  kämpfen, wie zum Beispiel  die Clean Clothes Campaign. Und es gibt ja wie gesagt auch in anderen Ländern Unternehmen,  bei denen gute Arbeit möglich ist. Langfristig sollte es jedenfalls nicht so bleiben, dass sich die Ausbeutung von Natur und Menschen lohnt.

Politische  Ansätze sind natürlich das Wichtigste dafür. Aber auch als Konsument:in hat man gewissen Einfluss.

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