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Ultraleicht Trekking

Sind lange Touren über 2000 km (zB US-Trails) ohne Mail-Drop möglich?


einar46

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Ich bin zwar ein Verfechter der Vorausplanung von Wandertouren, weil das für mich ein integraler Bestandteil einer Wandertour ist und unheimlich viel Spaß:-D macht, aber eine "Überplanung" einer Wandertour möchte ich auch nicht.

Deshalb hier meine Frage.

Wären zB die 3 bekanntesten US-Trails ohne Mail-Drop möglich?

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Der Appalachian Trail ist problemlos ohne jeden Maildrop machbar. Ich hatte damals sogar den Ehrgeiz, nur in Orten einzukaufen, die ich ohne zu trampen erreichen konnte - auch das ist mir geglückt. 

Meine großen Europatraversen habe ich ebenfalls ohne einen einzigen Maildrop mit Verpflegung hinbekommen, allerdings lasse ich mir in der Regel die passenden Schuhe zuschicken. 

Die Maildrops mit Ausrüstung haben sich durch zwei Entwicklungen vereinfacht:

DHL (aber wohl auch andere Paketdienstleister) liefern im Ausland nicht nur an Privatadressen, sondern auch an ihre Partner in den Paketshops mit gleichzeitig garantierter Lieferzeit und Tracking. D.h. Du kannst Dir termingerecht und relativ spontan etwas von zuhause zuschicken lassen.

Amazon liefert ebenfalls an seine Locker und Partnershops - auch mit garantierter Lieferzeit und Nachverfolgung. Das klappt aber nur bei Produkten, die Amazon auch selbst im Sortiment hat und ausliefert. 

DHL und Amazon-Partnershops gibt es selbst in relativ kleinen Orten, so dass lange Ausflüge in Großstädte zum Schuhkauf ausfallen können. 

Bearbeitet von German Tourist
Ergänzung zu Europa
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Danke @German Tourist für die Info. Wenn ich mich recht entsinne bist Du den AT SoBo gelaufen.

Ich habe die Frage deshalb hier in das Forum gestellt, weil in meiner Wander-Gedankenwelt das Hirngespinst des "reinen Wanderns" ohne jegliche zusätzliche Hilfe (Mail-Drop usw) durch meinen Kopf geistert.

Selbst bin ich auf meinen Touren von dieser Idee (=mein angestrebtes Ziel) noch weit entfernt, weil ich mir schon Schuhe habe zuschicken lassen (Spanien, Deutschland). Das hat wunderbar funktioniert. Ärgert mich aber, weil ich im Moment nur mit den ALTRAs beschwerdefrei wandern kann. Aktuell arbeite ich an dem Schuh-Problem. Das bedeutet aber im Umkehrschluss, dass man sich erstmal andere Schuhe für mindestens 100 Euro kaufen muss, um dann festzustellen, dass das evtl. nicht funktioniert.

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Interessanter Thread. Ich propagier(t)e auch das Wandern "by fair means" frei nach Reinhold Messner, also ohne Cheats und zuviel Back-Up. Klar ,dass man auf nem 3000 km- Trail mal die Schuhe ersetzen muss, aber diese "Bounce-boxes" (heissen die so?) sind mir ein Gräuel! Die Mentalität dort lässt die US-Trails für mich auch uninteressant werden. Dann doch ein harter Hund wie BernieHH.:grin:

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In den USA wirst Du (ausgenommen den AT) dieses Ziel eher nicht erreichen, denn dafür ist das Land zu dünn besiedelt. Ohne Maildrops wirst Du lange Ausflüge per Anhalter machen müssen, um an Proviant zu kommen - und das ist einfach zu unpraktikabel.

In Europa ist Dein Vorhaben allerdings recht einfach umzusetzen. Proviant bekommst Du eigentlich immer am Weg, nur musst Du halt in manchen Gegenden (Skandinavien) ein größeres Budget einplanen. Schuhe bekommst Du in größeren Städten, die entweder auch direkt am Weg liegen oder wo Du mit öffentlichen Verkehrsmitteln hinkommst. Du musst halt nur vorher testen, welche der gängigen Schuhmarken Dir passen. Wenn Du auf Altras fixiert bist, hast Du allerdings ein Problem - die gibt es halt nicht jedem Outdoor- oder Sportladen. 

Bei drei Jahreszeiten-Touren laufe ich im Frühjahr mit abgetragenen Klamotten los, die ich dann mit steigenden Temperaturen sukzessive einfach wegschmeiße. Wird es dann im Herbst wieder kälter, hole ich mir halt wieder eine lange Unterhose oder einen Fleecepulli im Discounter. Decathlon ist da sehr verlässlich, weil billig und europaweit verbreitet.

Zelt, Isomatte und Quilt müssen dann allerdings an die niedrigeren Temperaturen angepasst sein, so dass ich bei 3-Jahresezeiten-Touren meist auf ein base weight von etwas über 5 kg komme. Je kürzer die Tour, desto niedriger das Baseweight, weil ich mich ganz spezifisch auf ein bestimmtes Klima oder Wetter ausrichten kann. Bei langen Touren muss die Ausrüstung eben alles abdecken. 

Ich habe bisher auch immer Maildrops gescheut wie der Teufel das Weihwasser, weil sie mich so unflexibel machen. Aber seitdem ich den Dreh mit DHL und Amazon herausgefunden habe, sehe ich kein Problem mehr. Die garantierte Lieferzeit ist in der Regel drei bis vier Tage - so lange kann ich einfach vorausplanen. Dazu bringt eine garantierte Lagerzeit noch zusätzlich Flexibilität. Achtung allerdings beim Zurücksenden von nicht mehr benötigter Ausrüstung nach Deutschland: Das ist aus dem Ausland in der Regel verdammt teuer und lohnt sich nur bei teuren Gegenständen. Bei Klamotten daher lieber alte, abgetragene Teile mitnehmen und dann einfach wegschmeißen. 

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vor 2 Stunden schrieb einar46:

Wären zB die 3 bekanntesten US-Trails ohne Mail-Drop möglich?

Möglich wohl schon, aber an manchen Stellen macht man sich damit nur das Leben schwerer als nötig. Auf dem PCT hatte ich noch so manchen Maildrop (weil ich kein Plan hatte und dachte es wäre nötig), danach auf dem CDT nur dort wo wirklich nicht anders ging (das waren auf der ganzen Strecke vielleicht 2 mal, wenn ich mich recht erinnere) und diese dann einfach von der letzten Ortschaft vorher versendet - also nichts mit lange im Voraus planen. AZT und AT gingen komplett ohne Maildrops (auf dem AZT hätte ich einen besser machen sollen, aber es ging auch so).
Christines Einschränkung nicht trampen zu wollen hatte ich allerdings nicht.

[mit Maildrops meine ich allerdings nur Nahrung, hin und wieder Ausrüstung zu ordern ist leider doch notwendig gewesen]

 

liebe Grüße
Micha

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Nahrung ist doch leicht zu beantworten: Wie viel Gewicht bist du bereit zu tragen? Ich hatte auch schon Proviant für 17 Tage in nem rahmenlosen Rucksack. Zusätzlich hilft es, die Tagesration leicht zu halten und viele Kilometer täglich zu gehen.

Bei Schuhen wirst du dich wohl flexibler aufstellen müssen. In Europa wäre es wohl ideal, wenn einer von Decathlon passen würde. Da lägst du beim Ausprobieren auch deutlich unter 100 €.

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Es geht schon.

Zumindest im 2018 auf dem PCT bedeutete dies aber sehr lange trampen oder Snickers-Diät und berühmt-berüchtigten Gas-Station Resupplies.

D.h. man verhungert nicht direkt, aber gerade förderlich für die Gesundheit von Körper und Geist ist es mit Nichten und Neffen. Gut für die Figur immerhin teilweise, wegen Abbau von nicht notwendigen Polstern, weniger toll ist der Abbau von Muskelmasse, infolge Proteinmangels.

Genug Kalorien gibts mehr oder weniger auch, aber eben nur so, wie man die ganz sicher nicht aufnehmen sollte und in Form von wirklich ungesundem Mist. Ab einer gewissen Menge wirkt Zucker wohl wie sehr harte Drogen. Ich denke, ich habe wirklich Dinge gegessen, die in Europa vom Gesundheitsamt in Schutzanzügen aus den Läden geräumt würden.

All die besseren Dinge im Bezug auf nachhaltigere Kalorien etc. gibt es nicht wirklich in den Läden direkt am Trail.

Ohne Mail-Drops ist wirklich nur praktikabel für Genusswanderer mit sehr viel Zeit und der Bereitschaft immer wieder Double-Zeros zu fahren. Dann muss man aber mindestens 7 Monate Zeit haben und dann wird es schon knapp wegen Winter etc. 

Und es hilft nichts, Essen für 17 Tage zu laden. Es sei denn, man ist gerade in Ashland (da gibts einen grossen Supermarkt mit Hipsterfood inkl. Schweizer Käse), aber auch nach 17 Tagen steht man genauso wieder in der Pampa und muss irgendwo hin reisen, falls man nicht nur drei Kilo Starkist und Spam laden will (Gewichtsideen sind dann auch grad für die Katz und wehe man spült die Starkist Packungen nicht aus...). 

Wesentlich angenehmer ist es, sich besseres Essen an Adressen direkt am Trail zu senden und Poststellen zu vermeiden. Die machen am Wochenende auch in den USA zu. Es muss nicht mal DHL oder FedEx sein, USPS reicht, allerdings Vorsicht vor zu vielen Umleitungen. Irgendwann werfen sie die Sendung auf den Müll. Lagerfrist ist kein Problem, es gibt allerdings Ressorts die wollen 10 $ sehen, angeblich müsse man stundenlang durch die Berge fahren, um zu ihnen zu gelangen. 

Damit kann man aber auch Schuhe und viele andere Dinge, die man so braucht, mitsenden (lassen). Es gibt auch Zeroday Resupply, die öffnen wieder am 1. April und ich bin gespannt, ob sie ihr Sortiment verbessern. 

Am angenehmsten ist natürlich, in den USA jemanden zu kennen, der bereit ist, hin und wieder Dinge entgegenzunehmen oder zu versenden. Dann kann man auch z.B. all seine Lieblingsschlafbehältnisse mitbringen und die je nach Jahreszeit austauschen. Je nach Kontostand und Umweltverschmutzungsbereitschaft (ich mülle, also bin ich) hat man so auch stets ein frisches Zelt, es soll ja Modele geben, die nicht so toll haltbar sind...

 

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Halfwhere Anywhere hat in seiner PCT Survey auch nen Teil zu Resupply:

https://www.halfwayanywhere.com/trails/pacific-crest-trail/pct-resupply-guide-2019/

In Kürze, unter den PCT finishern in 2019:

  • 3.43% Mailed ALL Resupplies
  • 96.34% Mailed SOME Resupplies
  • 0.23% Mailed NO Resupplies

Man kommt also nicht wirklich drum herum.

Was das Gefühl von "Fairness" angeht, müsstest du dann ja auch auf hitchhiking verzichten, das halte ich persönlich sogar für die etwas größere "Unsauberheit". Letztendlich erlauben dir aber selbst die self-supported FKT Regeln hitchhiking und Mail-drops, weil man eben nicht wirklich drum herum kommt, und so lange man sich die Pakete selbst schickt und sich beim hitchhiken auf Glück verlässt statt ein Support-Team zu haben sehe ich das nicht anders als unterwegs einzukaufen oder das Glück zu haben nen Apfelbaum am Wegrand zu finden.

Wenn es dir mehr um die Vorrausplanung geht, kannst du anstatt vor dem PCT schon vorzuplanen und Pakete zu schnüren, dir die Päckchen ja auch erst von unterwegs auf dem Trail selbst schicken, dass spart Vorbereitung und lässt dich deinen Einkauf noch mal anpassen wenn du keine Erdnussbutter mehr sehen kannst :grin:.

 

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Danke erstmal für die sehr aufschlussreichen Informationen.

vor 6 Stunden schrieb German Tourist:

Wenn Du auf Altras fixiert bist, hast Du allerdings ein Problem - die gibt es halt nicht jedem Outdoor- oder Sportladen

 

vor 5 Stunden schrieb JanF:

Bei Schuhen wirst du dich wohl flexibler aufstellen müssen. In Europa wäre es wohl ideal, wenn einer von Decathlon passen würde. Da lägst du beim Ausprobieren auch deutlich unter 100 €.

Das mit den Schuhen ist mir schon lange bewusst. Da muss ich auf alle Fälle variabler werden.

vor 5 Stunden schrieb JanF:

Nahrung ist doch leicht zu beantworten: Wie viel Gewicht bist du bereit zu tragen? Ich hatte auch schon Proviant für 17 Tage in nem rahmenlosen Rucksack. Zusätzlich hilft es, die Tagesration leicht zu halten und viele Kilometer täglich zu gehen.

Meine ersten Wanderversuche habe ich mit 20 kg gemacht. Tragen könnte ich das schon. Aber ob ich das will, ist eine andere Frage.

Wenn ich einen der US-Trails irgendwann gehen sollte, wäre der AT der Trail meiner Wahl. Der ist ja nach der Meinung von @German Touristund @micha90 ohne Mail-Drop und sogar ohne trampen zu schaffen.

vor 6 Stunden schrieb German Tourist:

Bei drei Jahreszeiten-Touren laufe ich im Frühjahr mit abgetragenen Klamotten los, die ich dann mit steigenden Temperaturen sukzessive einfach wegschmeiße. Wird es dann im Herbst wieder kälter, hole ich mir halt wieder eine lange Unterhose oder einen Fleecepulli im Discounter. Decathlon ist da sehr verlässlich, weil billig und europaweit verbreitet.

Zelt, Isomatte und Quilt müssen dann allerdings an die niedrigeren Temperaturen angepasst sein, so dass ich bei 3-Jahresezeiten-Touren meist auf ein base weight von etwas über 5 kg komme. Je kürzer die Tour, desto niedriger das Baseweight, weil ich mich ganz spezifisch auf ein bestimmtes Klima oder Wetter ausrichten kann. Bei langen Touren muss die Ausrüstung eben alles abdecken.

Ausrüstungsmäßig bin ich eigentlich immer mit einem 3-Jahreszeiten-Setup am Start, egal wo in Europa und zu welcher Jahreszeit ich unterwegs bin. Da experementiere ich im Moment sehr viel herum.

Bearbeitet von einar46
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Hallo Reinhard!

Ich kann nur für Europa sprechen, aber da stimme ich den Vorrednern zu. Bis auf Schuhe bekommst du alles unterwegs. Die habe ich mir von zu Hause zuschicken lassen. 

Es ist aus meiner Sicht aber generell keine schlechte Idee eine Vertrauensperson mit einigen Dingen zu beauftragen. Ich musste mehrmals Garantieansprüche geltend machen, neue Bank- und Kreditkarten beantragen, diese an den Trail organisieren, Krankenkassen anfunken, Visa organisieren, ...
Das ist von unterwegs echt nicht einfach und ich war für die Hilfe echt dankbar!

mfg
der Ray

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vor 10 Stunden schrieb derray:

Es ist aus meiner Sicht aber generell keine schlechte Idee eine Vertrauensperson mit einigen Dingen zu beauftragen

Wenn ich auf langen Touren in einsamen Gegenden Europas unterwegs bin, habe ich eine Vertrauensperson, die auch an vorderster Stelle meiner Spot Gen3-Empfangsliste steht.

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Das Schuhproblem ist nach meiner Erfahrung sehr größenabhängig, südlich der Alpen ist alles über 44 eher unüblich, auf anderen Kontinenten teilweise noch mehr, was aber immerhin zur Konversation taugt, in einem Laufladen in Kathmandu hat man sich köstlich über meine Schuhgröße 48 amüsiert :D

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vor 16 Stunden schrieb einar46:

Wenn ich einen der US-Trails irgendwann gehen sollte, wäre der AT der Trail meiner Wahl. Der ist ja nach der Meinung von @German Touristund @micha90 ohne Mail-Drop und sogar ohne trampen zu schaffen.

Absolut. Dem schließe ich mich an. Wir haben lediglich im Mai unsere wärmere Kleidung voraus geschickt. Muss man aber auch nicht. Wir wollten nur nicht Mütze, Handschuhe etc unnötig mit uns rum schleppen.

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      Grundlegende Informationen
       
      Trail: Arizona Trail (AZT), Vereinigte Staaten der USA
       
      Zeitraum: 03.10.2019-14.11.2019
       
      Laufrichtung: SOBO (Utah –> Mexico)
       
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    • Von Jules
      Hallo miteinander,
      nachdem ich das Buch von @German Tourist gelesen hatte bin ich erstmals aufs Thruhiking und allgemein das Fernwandern aufmerksam geworden. Als ich dann mir die Natur auf Bildern ansah und andere Berichte durchlas war ich Feuer und Flamme für den PCT- doch dann die große Ernüchterung, dass die Permits verringert werden und der Weg total überlaufen ist. Hm... was nun?! 
      Je mehr ich dann über den CDT las und mich informierte wuchs mein Respekt und die Fazination für diesen Trail.  Jedoch fraglich ob ich diesen bewältigen kann, da ich ja nicht mal einen Kompass bedienen kann.
      Der AT oder auch „grüner Tunnel“ kam anfangs für mich aufgrund des monotonen Waldes nicht wirklich in Frage, aber auch dieser lies mich nicht los, da ich den Wald liebe.
      So kam die Idee in mir auf alle 3 Trails bzw. Teile von diesen in einer Season zu wandern. Ein Wechseln von PCT auf CDT sollte kein Problem sein- dagegen ist der AT ein ganzes Stück entfernt.  
      Nun meine Frage: Gibt es Personen, die in einer Season Teile von allen 3 Wegen gewandert sind?!
      Wenn ja welche Abschnitte würdet ihr empfehlen bzw. mit Abraten?!
      Bin natürlich auch für andere Varianten oder Tipps offen.
      Und noch etwas: Habt ihr euren Gaskocher mitgenommen und wenn ja welchen Adapter benötigt man für die Kartuschen in den USA ?! (Ich hab den Soto Windmaster und soweit ich weiß sind die Kartuschen mit Zollgewinde) 

      Leider kann ich aus beruflichen Gründen nur ein einmaliges 1 Jahres Sabbatical machen, sodass ich gerne ein B2 Visum voll und ganz ausnutzen würde. Natürlich ist aufgrund von Corona derzeit alles auf Eis gelegt aber das hält mich vom träumen und planen nicht ab. 
    • Von nah.tour
      Hallo liebe Community,
      ich beschäftige mich zur Zeit mit der Urlaubsplanung zwischen Weihnachten Neujahr und der ersten Januarwoche. Natürlich würde ich gerne wandern aber aufgrund der zu dieser Zeit vorherrschenden Witterungsbedingungen und aus Rücksicht auf meine Partnerin auf zelten verzichten Nun die Frage: Kennt jemand Touren in Deutschland oder Zugnahe bei der es erschwingliche Unterkünfte am Wegesrand gibt? Bei den meisten Touren wird man da ja leider arm bei. 
      Alternativ Vorschläge sind auch willkommen.
      Vielen Dank für eure Hilfe
    • Gast
      Von Gast
      erschlossen.
      auf TO DO - solange noch genug eis da ist.
      Route siehe hier.
      (guardian 02/07/2019)
      SouthWest hat diesen Beitrag moderiert: Bitte keine Bilder (oder Videos) einbinden an denen Ihr keine Rechte habt (Ausnahme momentan: YouTube).
    • Von micha90
      Ein leichtes Hallo alle zusammen!
      Seit einiger Zeit bin ich wieder im nasskalten Deutschland gelandet und habe mich schon halbwegs wieder akklimatisiert. Da das beim letzten Mal den Eindruck machte, dass es doch recht viele von euch interessiert, kommt hiermit wieder ein kleiner Überblick darüber, was ich so dabei hatte, was sich bewährt hat und was nicht.
      Die Rahmenbedingungen: Der CDT verläuft durch verschiedene Klimazonen, von nasskalt bis heiß und trocken, von etwa 1200m bis 4300mNN. Ich hatte kein Thermometer dabei, kann also keine akkuraten Angaben über Temperaturen machen, nur schätzen. Ich startete am 21.06.16 an der kanadischen Grenze (Chief Mtn. Trailhead) und kam nach etwa 4500km/ 2800mi am 19.10.16 an der mexikanischen Grenze am Crazy Cook Monument an.

       
      Shelter:
      Tarp: Da ich vor meiner Abfahrt aus Deutschland sehr viel Stress hatte, kam ich leider nicht mehr dazu an irgendwelchen Prototypen zu feilen oder gar ein komplettes Shelter zu nähen, weshalb ich kurzer Hand einfach mit meinem sub100 Tarp losgezogen bin. Genauer genommen dem Nachfolger des vorgestellten Tarps, mit identischen Abmaßen, aber leider ein paar Gramm mehr (Materialschwankungen..  ). Das Tarp ist nicht gerade riesig und man muss doch aufpassen wo und wie man es aufstellt, aber ansonsten war es eine gute Wahl! Ein zusätzlicher Beak wäre schön gewesen, aber so ist das eben. Ich hatte einige Nächte mit ziemlich ungemütlichem Wetter, aber nur zwei in denen ich mir ein etwas geschlosseneres Tarp gewünscht hätte. Bei miesem Wetter kam der Schirm vor die offene Seite um das gröbste abzublocken.
      Das beste an dem Tarp, abgesehen vom winzigen Packmaß und angenehmen Gewicht, war, dass man es in etwa 30-60 Sekunden aufbauen kann. Es benötigt eigentich nur 5 Heringe um stehen zu können, 8Stk wenn es straff sein soll. Ganz anders als auf dem PCT schlief ich die Mehrzahl der Nächte unter meinem Shelter, da es nachts gerne mal kurz nieselte, trotz klarem Himmel am Abend plötzlich zuzog und schüttete und das Wetter schlicht nicht so berechenbar war.
      Würde ich wieder nehmen (wenn auch mit Beak oÄ)!
      Aufstellstange: Die meiste Zeit habe ich tatsächlich einen Trekkingstock mit mir herum getragen. Meine Easton Alu Aufstellstange war viel zu flexibel um das Tarp bei Wind in Form zu halten. Alternativ wäre eine Carbon Stange von MLD eine gute Wahl gewesen (die hatte ich bestellt, dann aber doch nicht genutzt, da ich für den Gila-River den Trekkingstock behalten wollte und es mir zu doof war für die Paar Tage noch meine Ausrüstung zu ändern)
      Heringe: Für den Hauptabspannpunkt nutzte ich einen Easton Nano (der kurze mit ca 15cm). Die Easton Heringe sind deutlich stabiler als die klassischen V-Profile (daovn habe ich schon meherere verboben) und wiegen auch noch weniger. Für die anderen Punkte waren es 8 Titanheringe (3mm dick, ca 15cm lang) wovon einer als Backup gedacht war und bei Wind dazu diente meinen Schirm ebenfalls zu fixieren. In den ersten Wochen habe ich tatsächlich zwei oder drei verloren, so dass ich guten Gewissens den einen Extrahering mit herum trug.
      Würde ich genau so wieder nehmen.
      Unterlage: Klassisches Polycro. Ich kann mich ehrlich gesagt nicht ganz genau erinnern ob ich zwei oder drei durchgelegen habe. Etwa zwei Wochen vor Schluss musste ich nochmal ein frisches aus der Bouncebox holen, da jemand mein (noch gutes) Poloycro für Müll gehalten und entsorgt hatte...
      Würde ich wieder nehmen, außer in New Mexico (hier wäre Tyvek oder sowas praktischer)
      Mückenschutz: Eigentlich nur ein riesiges Kopfnetz, dass sich auch über den Regenschirm spannen lässt. mit ca 100g durchaus tragbar, wurde nur für Montana genutzt. Die Mücken waren eigentlich echt moderat, bis auf einen Abschnitt (Leadore -> Lima) wo wir zwei oder drei Tage von beißenden Fliegen heimgesucht wurden. Das war der einzige Abschnitt, in dem das Mückennetz auch beim laufen genutzt wurde (und mich definitiv vor dem Wahnsinn gerettet hat!). Das Gute Stück wurde nach kurzer Zeit "BugDome" getauft.

      links: überraschender Schneesturm über Nacht; rechts: der BugDome im Einsatz
      Schlafen:
      Quilt: Custom Cumulus auf Basis des 450. Extralang und mit 30g Overfill in der Beingegend wiegt das Teil geschlagene 720g, wobei ich aber kein Gramm Daune missen wollte (Insgesamt sind es ca 510g Daune!). Die Nächte waren deutlich öfter kalt und definitiv auch kälter als auf dem PCT. In Colorado hatte ich einige Nächte in denen es ganz schön frisch war und ich trotz voller Bekleidung ein wenig frieren musste. Genaue Temperaturen kann ich nicht nennen, geschätzt aber minimal -10°C.
      Isomatte: Das leidige Thema für mich, denn ein Optimum habe ich noch nicht gefunden. Losgezogen bin ich mit einer 5mm EVA (120cm lang, 124g) die an sich OK ist, aber von der Isolationsleistung einfach bald an ihre Grenzen stößt. Nach einiger Zeit wurde diese gegen eine Nunataak Schaummatte ausgetauscht, die zumindest von den Daten & Optik identisch mit der GG Nightlight zu sein scheint, aber im Gegensatz dazu in voller Länge zu kaufen war (die GG ist mir mit 78cm zu kurz, ich bin 1,88cm groß). Gekürzt auf ca 90cm war sie ausreichend lang, musste allerdings als Burrito gepackt werden. Leider ist der Schaum wesentlich schlechter als der von GG, so dass die Matte im Laufe der Tour sehr stark komprimierte. Ab Pie Town hatte ich dann wieder meine 5mm EVA.
      Die EVA würde ich wieder nehmen und nur für Colorado was wärmeres (zB eine Ridgerest). Hier habe ich noch keine Optimallösung gefunden..
      Kissen: meine 11g Kissenhülle erfüllte Ihren Zweck und hielt tagsüber meine Sachen als Packbeutel-Ersatz zusammen.
      Würde beim nächsten mal zu Hause bleiben (siehe Bekleidung).

      Rucksack: Natürlich ein MYOG Pack! Seit Anfang 2016 auch bei mir mit Rolltop, was sich sehr bewährt hat. Ursprünglich hatte ich insgesamt drei Rucksäcke dabei (zwei in der Bouncebox) um zu testen, wie das Materialmäßig hin haut: Der erste aus billigem 50g/m² TPU Nylon und 90g/m² Zeltboden machte eigentlich einen recht fragilen Eindruck, besonders das TPU Nylon hatte ich noch nicht zuvor getestet und habe nicht viel davon erwartet. Die anderen beiden waren einmal komplett DxG bzw X-Pac. Zu meiner eigenen Überraschung hielt der Nylon Pack jedoch den kompletten Trail ohne irgendwelche Defekte durch (Ok zwei Tage vorm Schluss bin ich an einem Stacheldrahtzaun hängen geblieben und riss mir eine 5x5mm Dreiangel in den Boden..). Das TPU Nylon delaminierte sichtbar am Rollverschluss, aber die Beschichtung ist noch nicht abgebröselt.
      Gefunden! Das Geweih konnte ich nicht einfach liegen lassen.. sau schwer aber ziemlich cool
      Küche:
      Ansich nicht vorhanden, ich war den kompletten Weg "no cook" Unterwegs (sprich kein Kocher oder Gefäß zum rehydrieren/ "cold-soaking"). Das ging wunderbar und wurde nur am aller ersten Abend vermisst, danach lief es super!
      Würde ich definitiv wieder so machen!
      Wasser: Die meiste Zeit hatte ich zwei ganz billige 0,5L Plastikflaschen, für New Mexico dann eine 0,7L und eine 0,6L Flasche für mehr Volumen. Zudem eine 2L Platypus (in die eigentlich eher 2,3L passen..). Maximales Volumen waren somit etwas ca 3,6L, was nur wenige Male komplett genutzt wurde.
      Beutel für Essen: einfacher Beutel mit Zugschnur aus Gleitschirmnylon. Tat seinen Zweck, ist noch gut in Schuss. (Der ZPacks Cubenbeutel meines Mitwanderers fiel am Ende dagegen völlig auseinander..)
      Löffel: Titanlöffel von Toaks. Alu versuche ich zu vermeiden und mit einem Plastiklöffel ist es echt kein Spaß sich durch Eiscreme zu arbeiten. Super Teil, ich bin nach wie vor zufrieden damit.
      Am Körper getragenes:
      Schuhe: Los ging es mit meinen geliebten Merrell Trail Gloves. Gute Schuhe, halten ca 900-1000mi/ 1500-1600km bei mir. In Breckenridge hatte ich noch ein Paar Saucony Peregrine liegen, die bei mir allerdings für ziemlich üble Fußschmerzen gesorgt haben! Da es sowieso in Richtung New Mexico ging wurden kurzerhand ein Paar Luna "Leadville Pacer" bestellt, in denen ich zufrieden die letzten 850mi/ 1370km zurück gelegt habe. Für Touren in wärmeren Gefilden werde ich absolut wieder in Lunas gehen, ansonsten bleibe ich den Trail Gloves treu. Lediglich bei Matsch sind die Luna Sandalen nervig.
      Trekkingstock: Fizan Compakt, mit GG Griff. Beim Wechsel der Griffe sollte man die neuen definitiv ankleben, da diese ansonsten langsam runter Rutschen und das Rohr irgendwann oben durchsticht. Als das bei mir passierte zog ich den Griff komplett ab um ihn mit Sekundenkleber wieder anzubringen: Leider wurde der Kleber fest, bevor ich den Griff komplett drauf stecken konnte, so dass ich das überstehende Stück kurzerhand abgeschnitten hatte. Der Griff war weiterhin super ergonomisch und machte keine Mucken mehr! Tatsächlich gelaufen bin ich nicht all zu viel mit dem Stock, bei sehr steilen Passagen war er praktisch, und im Gila River absolut Gold wert. Ansonsten auch öfter mal im Rucksack gelandet.
      Für Colorado und den Gila gut, ansonsten eben nur als Tarpstange.
      Hemd: Kurzarm Synthetikhemd zum Knöpfen. Ich war super zufrieden damit! Solange kein Elasthan im Materialmix ist stinken auch Synthetiksachen nicht so schlimm (aus irgendeinem Grund scheint flexibler/ stretchiger Stoff Gestank zu binden). Das Material trocknet wesentlich schneller als meine Merinoshirts und hielt den kompletten Thruhike durch! Einziger Defekt sind ein paar kleine Löcher (2-3mm) die sich am Rücken gebildet haben, wo der Rucksack über der Hüfte aufsetzt.
      Werde ich auf jeden Fall weiter nutzen!
      Shorts: Klassische kurze Laufshorts, Liner entfernt. Gibt es nichts dran auszusetzen, nach 1,5 Thruhikes sind die langsam durchgescheuert, aber das ist auch ok (Das sind immerhin ca 6000km)
      Socken: Darn Tough sind wie üblich super, ich habe ab und zu zwischen DT und Injinji Run gewechselt, einfach um den Füßen mal was anderes zu gönnen. Die Injinji bekommen relativ schnell löcher, aber sind ansonten auch ganz gut. Später dann Barfuß in den Sandalen und die Injinji waren nur als Backup für besonders kalte morgende noch dabei.
      45Meilen/  72km für einen Milchshake
      Zusätzliche Bekleidung:
      Warme Schicht: Los ging es mit einem Cumulus Climalite Pullover, der allerdings an der ersten Station in die Bouncebox wanderte. Ohne Kapuze und Taschen ist das Teil für mich wertlos, das sind die einzigen beiden Features, die ich Abends im Camp haben möchte! Zum Laufen sind Puffy Jacken mMn ungeeignet, da man zu schnell anfängt zu schwitzen, die Jacke ausziehen muss und dann doch wieder friert.. Zwischenlösung war für mich dann die Kombination aus einem Patagonia Cap4 Hoody und einer Decathlon Daunenweste. Das funktionierte eigentlich ganz gut so, die Weste hat Taschen, in dem Fleeceteil kann man laufen ohne sofort zu überhitzen. In Wyoming hatte ich nur das Patagonia Teil, es war nicht all zu kalt.
      Als ich dann jedoch durch Leadville, CO kam, konnte ich nicht widerstehen und kaufte mir ein Melanzana Microgrid Hoodie, welcher von da an meine einzige Isoschicht war. Insgesamt natürlich nicht ganz so warm wie eine Puffy, aber wesentlich flexibler. Ich kann darin noch laufen ohne zu überhitzen, in Kombination mit meiner Windjacke war die Temperatur super zu regulieren. Außerdem ist das Ding einfach tausendmal kuscheliger und gemütlicher als eine Puffy. Bonusfeature: in den Nächten, in denen es nicht all zu kalt ist, ist die Fleecejacke das beste Kissen überhaupt!
      Nächstesmal von Anfang an den Fleecepullover, evtl für Colorado noch die Daunenweste zusätzlich. Außerdem den Fleecepulli ein wenig anpassen und nochmal 30g sparen (ist vom Werk relativ weit..)
      Regenjacke: Driducks! Die billigste Variante, die bisher am besten für mich funktioniert hat. In allen Membranjacken ist es irgendwie schwitzig und der Plastikartige Stoff klebt an der Haut.. Für nur 20$ kann die Driducks da mehr! Innnenseite ist fleeceartig, scheint unglaublich atmungsaktiv zu sein und wiegt sehr wenig. Einzige Nachteile: Passform (extrem kurz und weit geschnitten) die sich aber leicht ändern lässt. Ich hatte eine XXL gekauft und einfach schmaler genäht. Außerdem sind die Jacken nicht all zu robust, so dass man in Gestrüpp etc aufpassen muss; lassen sich aber super mit Duct Tape flicken. Und ganz ehrlich: Welche Jacke sieht nach einem kompletten Thruhike noch gut aus?
      Windjacke: Ebenfalls aus Zeitmangel (wie beim Shelter) wurde eine eigentlich nicht dafür angedachte Jacke eingepackt, aus dem ExTex 27g/m² Stöffchen (ursprünglich wollte ich noch eine aus 35g/m² Pertex machen). Die Jacke hielt aber erstaunlich gut und hat trotz intensiver Nutzung kein einziges Loch und sieht noch fast aus wie neu! Kein Kleidungsteil habe ich so oft tagsüber an- und ausgezogen, die Wärmeregulierung damit ist einfach zu praktisch und man kann sie aufgrund des Packmaßes (ca so groß wie eine Mandarine) immer griffbereit in der Außentasche haben. Auf dem CDT, der häufig sehr ausgesetzt über der Baumgrenze verläuft würde ich das Teil nicht missen wollen!
      Windhose: Ich bin ebenfalls sehr zufrieden damit. Die Wärmeleistung ist erstaunlich gut, dabei ist aber das Packmaß und Gewicht wesentlich besser als eine ähnlich warme lange Unterhose. Gerade an frostigen Morgen war es doch ganz nett die erste halbe Stunde noch was an den Beinen zu haben... Kommt auf Touren mit kühleren Temperaturen auf jeden Fall wieder mit.
      Buff: Tolles Multifunktionsteil, wärmt den Hals, den Kopf und bedeckt Nase und Mund beim Schlafen, wenn es zu kalt wird nachts. Gelegentlich auch um die Hände gewickelt wenn ich meinen Schirm gehalten habe.
      Fleecemütze: mag für manch einen redundant scheinen, aber ich hatte genügend Nächte in denen ich Buff, Fleecemütze und Kapuze an hatte und nichts davon missen wollen würde. Die Fleecemütze war aus dem Fahrradbereich (eigentlich für unter den Helm) aus winddichtem Material auf dem Kopf, aber nicht an den Ohren (so dass man noch gut hört). Sieht bescheuert aus, aber funktionierte prima.
       
      Verschiedenes:
      Schirm: Das war mein erster langer Trail mit Schirm und ich muss sagen, er ist jedes Gramm für mich wert. Bei Regen hat man den Kopf frei, der ganze Oberkörper und der größte Teil des Rucksacks bleibt trocken, bei Hitze läuft man die ganze Zeit im Schatten (so dass sich das Gewicht des Schirms innerhalb weniger Kilometer durch das zu tragende Wasser amortisiert).
      Lampe: Thrunite TI3. Tolle Lampe, ich bin absolut zufrieden damit. Lediglich für das südlichste Stück des CDTs wäre irgend ein dicker Scheinwerfer praktischer gewesen, da es um 18:00 bereits dunkel wurde und kein Trail vorhanden war, ansonsten war die TI3 perfekt.
      Taschentuch: Eigentlich nur ein Stück eines alten Seideninletts, ca 15x15cm, 4g. Ich hatte öfters mal Nasenbluten und finde es ganz angenehm die Nase mal schnäuzen zu können. Reiner Luxusartikel, aber bei dem Gewicht durchaus tragbar.
      Handy: LG G4. Sehr gutes Handy! Die GPS Ortung geht schnell, das Display ist gut lesbar und die Kamera ordentlich. Super praktisch war der auswechselbare Akku, wodurch man sich die Powerbank (und den damit einhergehenden Verlust) spart. Der Akkuwechsel dauert vielleicht eine Minute und man hat wieder volle 100%. Nächstes mal nehme ich nur das Handy mit und lasse die Kamera ganz zu Hause. Für den CDT wollte ich aber auf jeden Fall Fotos von einer richtigen Kamera und habe es auch nicht bereut (Sony RX100, machte geniale Bilder)
       
      Das wars schon! Im Anhang ist noch die komplette Liste (vom Ende) mit Gewichten etc. Falls noch Fragen aufkommen, immer her damit.
      Schöne Grüße
      Micha

      Gearliste CDT 16.pdf


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