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Ultraleicht Trekking

Wasserdichte Socken: Wann sinnvoll?


Trinolho

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Hallo zusammen,

ich versuche gerade, zu verstehen, für welchen Einsatzzweck die hier allseits gepriesenen SealSkinz, Thyo & Co. denn tatsächlich sinnvoll wären.

Was ist euer Anwendungsfall für wasserdichte Socken?

Mir fallen verschiedene Einsatzszenarien ein - bitte korrigiert und ergänzt mich gerne:

  • Man geht die Tour in Trailrunners (nicht in wasserdichten Bergschuhen). Beim normalen Gehen in trockener Umgebung werden gewöhnliche Socken getragen, doch dann kommt plötzlich Regen -> die Schuhe werden nass, aber die Füße sollen trocken bleiben -> wasserdichte Socken
  • Die Schuhe sind am Folgetag noch vom vorangegangenen Tag nass, doch der Fuß soll vor der nassen Kälte geschützt werden -> wasserdichte Socken
  • Ein Bach soll durchquert werden, aber barfuß gehen funktioniert nicht und die Schuhe müssen anbehalten werden -> wasserdichte Socken

Das wären ja alles nur Anwendungsfälle der Socken mit Trailrunners bzw. Barfußschuhen. Können wasserdichte Socken auch in Bergschuhen sinnvoll sein?

Ich freue mich auf eure Erfahrungen aus der Praxis! :wink:

Bearbeitet von Trinolho
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vor 9 Minuten schrieb Trinolho:

 

  • Man geht die Tour in Trailrunners (nicht in wasserdichten Bergschuhen). Beim normalen Gehen in trockener Umgebung werden gewöhnliche Socken getragen, doch dann kommt plötzlich Regen -> die Schuhe werden nass, aber die Füße sollen trocken bleiben -> wasserdichte Socken
  • Die Schuhe sind am Folgetag noch vom vorangegangenen Tag nass, doch der Fuß soll vor der nassen Kälte geschützt werden -> wasserdichte Socken

Bei der letzten Tour waren das genau meine Einsatzgebiete der SealSkinz.

War nicht wirklich optimal.

Die ersten nassen Kilometer ist es noch ganz gut, aber irgendwann fühlen sich die Füße bei Dauerregen trotzdem feucht an.

Meine Füße waren auch gut feucht/aufgequollen, auch am Folgetag bis die Schuhe endlich durchgetrocknet waren.

Ich sehe keinen großen Vorteil in den Teilen und werde sie bei der nächsten Tour vermutlich nicht mehr mitnehmen.

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Bei Kälte und Nässe trage ich schonmal Seal Skinz. Es gehen auch Socken in Plastiktüten. ;)

So zB im August auf dem Rothaarsteig bei 10°C und Dauerregen... irgendwann war ich sooo nass und kalt, dass ich einen 3er-Pack trockene Socken gekauft und in Plastiktüten getragen habe...

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Ich nutze manchmal die Dexshell Bamboo.

vor 45 Minuten schrieb Trinolho:
  • Man geht die Tour in Trailrunners (nicht in wasserdichten Bergschuhen). Beim normalen Gehen in trockener Umgebung werden gewöhnliche Socken getragen, doch dann kommt plötzlich Regen -> die Schuhe werden nass, aber die Füße sollen trocken bleiben -> wasserdichte Socken

Bei mir werden Trailrunner per Definition nass. Die Frage ist einfach, ob diese zwischendurch wieder mal trocknen. Fall nicht, und ich mal eine Pause von nassen Füssen brauche, trage ich die Dexshells mit einer dünnen Merinosocke drunter.

vor 45 Minuten schrieb Trinolho:

Die Schuhe sind am Folgetag noch vom vorangegangenen Tag nass, doch der Fuß soll vor der nassen Kälte geschützt werden -> wasserdichte Socken

Genau. Wobei ich im Camp einfach Plastiktüten über die Schlafsocken stülpe, und damit in die nassen Trailrunner steige. Plastiktüten haben aber den Nachteil, dass sie extrem rutschig sind. Damit Wandern würde ich nicht wollen.

vor 45 Minuten schrieb Trinolho:

Ein Bach soll durchquert werden, aber barfuß gehen funktioniert nicht und die Schuhe müssen anbehalten werden -> wasserdichte Socken

Das mache ich genau umgekehrt. Ich furte in Trailrunnern ohne wasserdichte Socken. Nach der Furt laufe ich ein paar Schritte, so dass das meiste Wasser wieder weg ist, und ziehe dann wieder die wasserdichten Socken mit dem Liner an (wenn ich trockene Füsse haben möchte). Falls das Wetter aber gut ist und kein weiteres Wasser kommt, laufe ich weiter bis die Füsse wieder trocken sind.

Mit wasserdichten Socken Furten würde ich nicht. Denn ganz dicht sind diese irgendwann nicht mehr, und dann hast du trotzdem Wasser drin.

Zusammengefasst trage ich diese wasserdichten Socken nur, wenn ich mal zwischendurch trockenere Füsse haben möchte. Auf dem südlichen Kungsleden gabs ein paar Abschnitte, da ist man quasi unter Wasser gelaufen (kaputte bzw. fehlende Stege in Wiesen und im Wald). Irgendwann habe ich da mental eine Pause benötigt (ist übrigens auch gut für die Fusshygiene, Hirschtalg hin oder her). Die andere Anwendung ist, wenn die Füsse nass werden und es richtig kalt ist. Das hatte ich auf dem nördlichen Kungsleden. Ich würde aber nicht versuchen, damit dauernd trockene Füsse zu haben. Ich glaube, das ist nicht realistisch. Nasse Füsse sind auch nicht so schlimm... wichtig ist einfach, sie nachts im Camp (oder bei Pausen zwischendurch) wieder zu trocknen und mit einer Fettcreme zu pflegen.

Bearbeitet von ULgeher
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Ich trage sie ganztags in nassen Gegenden wie Schottland oder bei uns im Winter bei Temperaturen unter 5 Grad. Wenn man den ganzen Tag durch kaltes Wasser läuft oder der nasse Schnee an den Trailrunnern schmilzt. Für immer mal furten trage ich sie nicht, meine Füße werden bei 10grad plus schnell wieder warm 

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ich hatte mir für Neuseeland auch wasserdichte Socken geholt weil ich ja wusste, dass es jede Menge Flussüberquerungen geben wird, habe das auch zweimal ausprobiert, nie wieder.

Warum?

Die Socken sind schwer und du schwitzt von innen. Das bedeutet, selbst wenn die Socken die Füße vor Nässe von außen schützen, werden Sie von innen vom Schweiß nass, bzw. feucht. Ich war da noch mit schweren Wanderschuhen unterwegs die irgendwann dauerfeucht waren. Es mag sein, dass in Trailrunnern die Feuchtigkeit besser nach draußen transportiert wird, aber gerade bei denen ist ja eines der Argumente, dass Sie schneller wieder trocknen. Ich habe es am Ende einfach akzeptiert und mir keinen Kopf darum gemacht. Knietief durch Matsch latschen oder durch Flüsse, egal, weitergehen, trockent irgendwann auch wieder, stirbst Du in der Regel nicht dran. Einzig bei Minustemperaturen würde ich mir eine Alternative überlegen.

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vor 2 Stunden schrieb Oska:

ich hatte mir für Neuseeland auch wasserdichte Socken geholt weil ich ja wusste, dass es jede Menge Flussüberquerungen geben wird, habe das auch zweimal ausprobiert, nie wieder.

Warum?

Die Socken sind schwer und du schwitzt von innen. Das bedeutet, selbst wenn die Socken die Füße vor Nässe von außen schützen, werden Sie von innen vom Schweiß nass, bzw. feucht. Ich war da noch mit schweren Wanderschuhen unterwegs die irgendwann dauerfeucht waren.

Der Trick hier wäre dann ohne wasserdichte Socken durch den Fluss zu waten, dann die wasserdichten Socken anziehen und tragen, bis die Schuhe wieder eingermassen getrocknet sind, und dann die wasserdichten Socken wieder ausziehen.

Mir geht es genauso: selbst auf dem nassen Kungsledenabschnitt habe ich es irgendwann vorgezogen, einfach im Wasser zu laufen. Aber als "Pause" zwischendurch fand ich sie schon gut.

Zu "schwer": Es gibt da schon Unterschiede. Die Dexshell Bamboo empfinde ich als angenehm leicht verglichen mit den Sealskinz (die ich deshalb nie trage).

Bearbeitet von ULgeher
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vor 25 Minuten schrieb ULgeher:

Der Trick hier wäre dann ohne wasserdichte Socken durch den Fluss zu waten, dann die wasserdichten Socken anziehen und tragen, bis die Schuhe wieder eingermassen getrocknet sind, und dann die wasserdichten Socken wieder ausziehen.

OT: Sorry, aber mach das mal. Ich habe nicht gezählt aber auf dem TA quert man manchmal wahrscheinlich 30x am Tag einen Bach oder Fluss oder läuft abschnittsweise immer wieder im Bachbett - von daher: nicht so richtig praktikabel

Ich schwitze auch ziemlich an den Füßen und laufe daher mit entsprechender Fußpflege einfach mit nassen Füßen. Außerdem ist bei bestimmten Bedingungen eh irgendwann alles nass... Was nass wird, trocknet irgendwann wieder...

Mir hat bisher nur die Kombination nass und kalt Schwierigkeiten bereitet (Schneematsch im Februar, Sumpf, nasses Gras/Gestrüpp bei 0 Grad oder knapp darunter in Schweden). Da könnte ich mir vorstellen die Dinger mal zu testen. Sonst hab ich sowas nie vermisst....

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vor 5 Stunden schrieb mochilero:

OT: Sorry, aber mach das mal. Ich habe nicht gezählt aber auf dem TA quert man manchmal wahrscheinlich 30x am

Ok, verstehe. Das ändert aber nichts daran, dass ich die Socken dann genau nicht anziehen würde, ausser es sind kurze und seichte Furten, dann kann man die auch anbehalten.

Und beim mit nassen Füssen laufen bin ich ja ganz bei dir ;-)

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Ich benutze wasserdichte Socken vor allem als Wärmesocken in Pausen bei nassen Schuhen. Oder bei Tagestouren unter Null Grad mit etwas Neuschnee, wenn sich Stiefel und Schneeschuhe noch nicht ausgehen. 

Ich schwitze schnell an den Füßen und habe im Gehen rasch warme Füße. Wenn ich im Gehen wasserdichte Socken trage, sind die schnell von innen sehr nass. 

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vor 7 Stunden schrieb dr-nic:

Lieber im warmen Schweiss latschen

In dieser warmen und feuchten Umgebung der Sealskinz unbedingt darauf achten, dass das Fußpilzrisiko steigt. Gerade, wenn man auf den Touren viel besuchte Campingplatzduschen oder Hotels mitnimmt. Dann lieber mit der Wärme der Füße den Schweiß und die Feuchtigkeit der Schuhe verdunsten (sofern es die Gegebenheiten zulassen).

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  • 3 Wochen später...

2021 hatte ich auf dem Fränkischen Gebirgsweg von 18 Wandertagen 14 Tage Regen oder Nebel. Quasi ab dem fünften Tag gab es keinen sonnigen Tag mehr. Nach zwei Regentagen waren die Goretex-Schuhe durch und wurden bis zum Ende der Wanderung auch nicht mehr trocken. Hätte ich keine SealSkinz gehabt bzw. getragen, hätte ich die Tour abbrechen können, so nass wie es gewesen war. Die Waldpfade glichen oft schmalen Bächen, 10-15 cm Wasser auf den Wegen. Das Schlimmste war jeden Morgen in die kalten nassen Schuhe zu steigen. Denn trotz SealSkinz fühlte sich alles nass und kalt an, obwohl die Füße trocken geblieben waren. Da es Ende August/Anfang September gewesen war, lief in den beiden Hotels, in denen ich abgestiegen war, noch nicht einmal die Heizung. Nichts konnte abtrocknen. Die Tour war bisher die Tour mit der meisten Feuchtigkeit. Die SealSkinz haben mir dabei wirklich gute Dienste geleistet.     

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  • 4 Wochen später...

  

Mal provokativ: Je konkreter der Tipp zu dem Thema, desto weniger taugt der. 😉

Ich bin gerade vom Südlichen Kungsleden zurück - und das erste Mal mit Trailrunnern, mehreren Socken und auch mit Sealskinz. Die Tour war nässemäßig ein Alptraum wegen Regenfällen wie die Schweden sie selbst nicht gesehen haben (O-Ton) und ich hatte nur 1 Tag, an dem die Füße nicht wenigstens übern Knöchel im Wasser/Sump/Moor/Kombi-aus-allem standen.

Ich hab in 15 Tagen jede Kombination ausprobiert und habe mich selbst bei Temperaturen zwischen nahe 0 Grad und 10 Grad nass und ohne Sealskinz wohler gefühlt. Deswegen würde ich dennoch nicht empfehlen, es genau so zu machen. Das musst jeder selbst herausfinden, deswegen finde ich den Tipp "Nimm mal alles mit und teste dann" am sinnvollsten.

Denn wenn was bei dem Thema gar nicht hilft, dann ist es pauschalisieren. Dieses "Mit Trailrunnern geht das alles, muss einem nur egal sein" hilft als Allround-Formel nämlich praktisch gar nicht. Auch wenn da einiges Wahres dran ist, muss man wissen, ob man damit umgehen kann. Denn das kann mental äußerst anstrengend sein, und daher würde ich niemanden mit dem Tipp auf eine Tour schicken wollen.

Und es gibt so viele Unwägbarkeiten:
WIe lange geht es denn überhaupt? Ist es Sommer, Herbst oder Winter? Gibt es Hütten zum Trocknen? Wie oft soll es regnen? Wie nass ist der Weg? Gibt es Sümpfe? Wie oft muss gefurtet werden? Geht das Wasser über den Schaft von GTX-Stiefeln? In welchem Zustand sind die Füße nach Tag 10?

MEINE Erfahrung vom Südlichen Kungsleden war, dass irgendwann alles nass ist. Besonders natürlich wenn man bis zu den Schienbeinen im Wasser steht und es in Strömen regnet. Da erübrigt sich fast die Frage, womit man läuft, außer dass der Sinn von Stiefeln von Funktion und Gewicht her abnimmt.

Dass die Sealskinz nicht dichthalten, will ich wie bei den vielen Membran-Verpönungen nicht gelten lassen. Allerdings stimmt es, dass Sealskinz irgendwann innen genau so nass sind, als wenn man sie gar nicht anhätte. Macht für mich auch Sinn, denn wenn eine Membran ohne jegliche Imprägnierung außen nass ist, kann die innen entstehende Feuchtigkeit auch nicht raus.

Gerade bei langen Etappen "schwimmt" man also selbst bei kühlen Temperaturen (normalerweise gut für die Atmungsaktivität) in den Socken. Wegen der Atmungsaktivität ist die Membran bei den Socken im nassen Zustand völliger Quatsch, da sie eben nur im trockenen Außenzustand funktionieren kann. Formel: Nasse Socke = Tüte.

Warum fand ich dann die Kombi Trailrunner und nur normale Merinosocken besser? Ich hatte das Gefühl, die Nässe hat wenigstens eine Chance rauszukommen, und irgendwie atmet das System.
Merkwürdigerweise fand ich diese auch mental viel entspannter. Ich hab es leichter ertragen, wenn die Schuhe und Socken nass wurden als die Schuhe und Selaskinz. Die Sealskinz suggerieren, man könne trocken durch den Tag kommen, und jede Pfütze vereitelt das. Hat mich immens gestresst. Ohne war ich viel lockerer mit den Bedingungen.

Ein weiterer Aspekt: die Socken trocknen schneller und besser als Sealskinz. Selbst in einer kleiner Hütte mit Ofen und Saunatemperaturen habe ich die Sealskinz nicht in einer Nacht trocken bekommen. Was nützt unter den Bedingungen am nächsten Tag also die Dichtigkeit?

Daher fand ich letzten Endes die schon genannte Strategie "am besten": Socken in den Trailrunnern und die Sealkinz als trockene Lage, wenn man in die nassen Schuhe im Camp muss, weil das ist durchgenässt und durchgefroren echt widerlich.


Wenn man morgens allerdings los muss und sich laufend aufwärmt, sind nasse Socken und Schuhe schon nach dem Anziehen verblüffenderweise gar nicht mehr so schlimm. Zumindest bei mir.

Die Wahrheit ist aber auch, dass ich mit allen Kombinationen jeden Tag ans Ziel gekommen bin und die Tour geschafft habe.

Letztlich ist die Pflege der Füße, wenn es oft bis ständig nass ist, und damit die Füße so oder so meist nass sind, am wichtigsten. Bei Pausen alles Ausziehen und den Füßen Trocknung ermöglichen, wenn machbar, und abends Hirschtalg.

Würde ich deswegen jetzt bei jeder Tour ohne Membran rumlaufen? Nein. Kommt auf die Tour an und die Möglichkeiten, das Wasser verlässlich draußen zu halten.

Ich bin z. B. den Rennsteig im Herbst nahe 0 Grad und viel Regen nur mit gewachsten Lederstiefeln gewandert - hat auch gefunzt und das mit bestem Fußklima. Würde ich trotzdem nicht jedem so empfehlen. Warum? Weil eben. 😆

Bearbeitet von FuchsVomWalde
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Ich war Mitte September auf dem Nördlichen Kungsleden mit meist gutem Wetter. Mit Altra Mids mit GTX, statt wie geplant mit Dexshell Bamboo Socken (die Dinger wiegen fast 150g pro Paar🤨). Hatte die Mids für Winterwanderungen rumliegen. 

Naja, war Ok. Auf dem nördlichen Kungsleden gibts keine Furten, hatte aber ein paar auf dem Norkottleden. Und ich muss sagen, dafür sind Mids Mist. Furten ohne Schuhe ist ein Sicherheitsrisiko. Und ich bin zu faul diesen anziehen/ausziehen Tanz durchzuführen. Zu langsam, zu aufwendig. Und Furten unter halbem Schienbein zählen nicht (Kinderkram). Also hast du nasse Mids, sobald eine Furt ansteht, bei der es keine Steine zum rübertanzen gibt. Und sie trocknen quasi nie mehr (ohne beheizte Hütte). 

Ich wäre zufriedener oder genauso zufrieden mit meinen normalen Altras und Darntoughs gewesen. 

Für Schottland im Dauerregen im September waren die Dexshell aber Gold Wert. Warme nasse Füße sind besser als kalte nasse Füße.....

 

 

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vor 3 Stunden schrieb FuchsVomWalde:

Ich bin gerade vom Südlichen Kungsleden zurück - und das erste Mal mit Trailrunnern, mehreren Socken und auch mit Sealskinz. Die Tour war nässemäßig ein Alptraum wegen Regenfällen wie die Schweden sie selbst nicht gesehen haben (O-Ton) und ich hatte nur 1 Tag, an dem die Füße nicht wenigstens übern Knöchel im Wasser/Sump/Moor/Kombi-aus-allem standen.


MEINE Erfahrung vom Südlichen Kungsleden war, dass irgendwann alles nass ist. Besonders natürlich wenn man bis zu den Schienbeinen im Wasser steht und es in Strömen regnet. Da erübrigt sich fast die Frage, womit man läuft, außer dass der Sinn von Stiefeln von Funktion und Gewicht her abnimmt.

Ging mir ganz genauso (auch wenn das Wetter nicht so schlecht war, so gab es Stellen, an welchen das Wasser trotzdem knietief war).

vor 3 Stunden schrieb FuchsVomWalde:

Warum fand ich dann die Kombi Trailrunner und nur normale Merinosocken besser? Ich hatte das Gefühl, die Nässe hat wenigstens eine Chance rauszukommen, und irgendwie atmet das System.
Merkwürdigerweise fand ich diese auch mental viel entspannter. Ich hab es leichter ertragen, wenn die Schuhe und Socken nass wurden als die Schuhe und Selaskinz. Die Sealskinz suggerieren, man könne trocken durch den Tag kommen, und jede Pfütze vereitelt das. Hat mich immens gestresst. Ohne war ich viel lockerer mit den Bedingungen.

Ein weiterer Aspekt: die Socken trocken schneller und besser als Sealskinz. Selbst in einer kleiner Hütte mit Ofen und Saunatemperaturen habe ich die Sealskinz nicht in einer Nacht trocken bekommen. Was nützt unter den Bedingungen am nächsten Tag also die Dichtigkeit?

Daher fand ich letzten Endes die schon genannte Strategie "am besten": Socken in den Trailrunnern und die Sealkinz als trockene Lage, wenn man in die nassen Schuhe im Camp muss, weil das ist durchgenässt und durchgefroren echt widerlich.

Auch das deckt sich mit meiner Erfahrung. Die (bei mir) Dexshells sind zwar schon halbwegs dicht, aber länger als ein paar Stunden mochte ich damit wegen des Klimas nicht laufen. Dann lieber die "Fusswaschmaschine" ;-)

Trocknen taten sie allerdings relativ gut (innen), wenn ich sie umgestülpt in den Wind gehängt habe (z.B. über Trekkingstock).

Für mich waren die Membransocken zwischendurch aber trotzdem ab und zu willkommen, einfach wenn ich mental genug hatte von den dauernassen Füssen. Oder wenn die Schuhe und Socken wieder mal trocken waren, und ich eine kurze sumpfige Etappe durchqueren musste, und absolut keine Lust hatte, wieder mit dem Socken-Trockenlaufen ganz von vorne zu beginnen.

Man darf einfach keine Wunder erwarten...

 

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Da fällt mir ein, dass mir durch die Erfahrung mit den wasserdichten Socken noch ein Einsatzzweck eingefallen ist:

Statt GTX-Stiefel- UND Lederstiefel nur Lederstiefel besitzen und dann wasserdichte Socken als Add-on. Somit spart man sich immens viel Geld und benutzt das eine Paar ausgiebiger. Ich ärger mich richtig, dass ich die Erfahrung jetzt erst mache und 2 Lowa Camino rumzustehen habe, die ich nur ab und zu nutze. Gilt natürlich auch für alles andere neben Stiefeln.

Der weitere Vorteil der Kombi: ich hab ehrlich gesagt, noch keine Tour gehabt, bei der ich durchgehend GTX-Stiefel gebraucht hätte. Dennoch hab ich mehrmals "auf Verdacht" oder zur Sicherheit die GTX-Teile genommen. Auf dem Höga Kustenleden z. B. Im Nachhinein unsinnig. Mit wasserdichten Socken kann man dann gut auf den vielleicht 1 Regentag in der Woche oder nasseres Geläuf reagieren - und hat das bessere Fußklima.

Die Erkenntnis klingt vielleicht für den ein oder anderen, der schon länger mit Sealskinz und Co. hantiert nicht revolutionär, aber wenn ich überlege, dass man mit klassichen Wanderschuhe eh schon viel Geld ausgibt und dann noch das Sohlen-Abfall-Problem hat (grad bei Wenignutzung) und Pipapo und das somit auf ein Paar beschränken kann, finde ich das ziemlich nice. 🤩

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